Bankgeheimnis wirklich am Ende?

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06.06.2008 18:29
#1
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Bankgeheimnis wirklich am Ende?

Der aktuellste Fall der UBS bzw. Birkenfelder/Liechti lässt wieder vieles betreffend Bank(kunden)geheimnis aufwirbeln!

Selbst das Fürstentum Liechtenstein war dieses Jahr stark unter die Räder gekommen, als es um das Bank(kunden)geheimnis respektive Datenlieferung an deutsche Ermittler ging!

Glaubt ihr, die Schweiz muss sich langsam Sorgen darüber machen?

Quote:

UBS/Steueraffäre: Druck nimmt zu - Behörden wollen Bankgeheimnis knacken (Zus)

06.06 18:13

Bern (AWP/sda) - Die Grossbank UBS steht in den USA zunehmend unter Druck. Die US-Behörden hegen den Verdacht, dass UBS-Kundenberater reiche Amerikaner zum Steuerbetrug animiert haben. Die Attacke zielt letztlich darauf ab, das Bankgeheimnis zu knacken.

Im Zentrum der Untersuchungen gegen die UBS steht das Geschäft mit vermögenden US-Bürgern ausserhalb der Vereinigten Staaten. Auf drei Ebenen droht der Schweizer Grossbank dabei Ungemach: von der US-Börsenaufsicht SEC, der US-Justizbehörde und von einem ehemaligen Vermögensverwalter, der in Florida vor Gericht steht.

Die SEC und die Justizbehörde untersuchen derzeit, ob die UBS-Kunden ihre Vermögen ausshalb der USA (offshore) gesetzeskonform verwalten liessen.

US-Steuerzahler dürfen auch ohne direkte Offenlegung an die Steuerbehörden bei einer Schweizer Bank Depots eröffnen durch die Unterzeichnung eines Formulars mit der Bezeichnung W9. Sie dürfen in diesem Fall jedoch keine US-Wertpapiere halten.

Die UBS nimmt die Untersuchungen, die sich auf den Zeitraum 2000 bis 2007 beziehen, sehr ernst, wie Sprecher Christoph Meier auf Anfrage sagte. Die Grossbank halte sich bei diesen Untersuchungen sowohl an das schweizerische als auch an das US-amerikanische Recht. In der Schweiz ist nur der Steuerbetrug strafbar, während Steuerhinterziehung nicht als strafbares Delikt gilt.

Nach Angaben der "New York Times" (Freitagausgabe) vermuten die US-Behörden, dass reiche amerikanische Kunden Vermögen im Umfang von rund 20 Mrd USD nicht deklariert und mit Hilfe von UBS-Vermögensverwaltern am Fiskus vorbei geschleust haben. Das Steuervolumen soll sich auf mindestens 300 Mio USD belaufen.

Die UBS nimmt zu diesen Zahlen nicht Stellung. Für die Grossbank entscheidend wird sein, ob allfällige Verstösse gegen die Vorschriften zur Deklaration von Vermögen als Verfehlungen einzelner Mitarbeiter anzusehen sind oder ob der UBS systematische Anstiftung zum Steuerbetrug nachgewiesen werden kann.

Zwei Abkommen regeln die Finanz- und Rechtsbeziehungen zwischen der Schweiz und den USA: das Doppelbesteuerungsabkommen und das Qualified Intermediary (QI). Das QI-Abkommen sieht vor, dass in den USA steuerpflichtige natürliche Personen den US-Behörden ihre Dividenden- und Zinserträge aus US-Wertschriften offen legen müssen oder grundsätzlich auf Investitionen in US-Wertpapieren verzichten.

Die Schweizer Seite hat laut der Nachrichtenagentur Reuters gelegentlich den Verdacht geäussert, die US-Behörden seien nicht immer gewillt, die Abkommen im konkreten Fall buchstabengetreu umzusetzen. Auf jeden Fall hat der Schweizer Botschafter bereits bei der amerikanischen Regierung interveniert und die Einhaltung der Vereinbarungen angemahnt.

In diese für die UBS bereits heikle Situaton platzt nun noch der Prozess gegen einen ehemaligen Kundenberater der UBS wegen Beihilfe zur Steuerhinterziehung, der ursprünglich am nächsten Montag in Fort Lauderdale (Florida) hätte beginnen sollen, nun aber auf unbestimmte Zeit verschoben worden ist.

Der ehemalige UBS-Kundenberater soll zusammen mit dem Inhaber einer Liechtensteiner Trust-Gesellschaft dem US-Milliardär Igor Olenicoff geholfen haben, Einkommenssteuern auf Erträgen von rund 200 Mio USD zu hinterziehen.

Laut NZZ werfen die Behörden den beiden unter anderem vor, schweizerische Bankdokumente gefälscht und den US-Steuerbehörden steuerpflichtige Einnahmen verheimlicht zu haben.

Die UBS ist zwar vom Verfahren in Florida nicht direkt betroffen, handelt es sich doch um einen ehemaligen Kundenberater. Die Angeklagten haben jedoch angekündigt, dass sie auspacken werden. Das könnte die UBS erheblich ins Schwitzen bringen. Genau verfolgen werden auch die SEC und die Justizbehörde den Prozess.

Schaden nehmen könnte das Bankgeheimnis, sollte die UBS in dem Verfahren wegen Beihilfe zur Steuerhinterziehung Kundendaten offenlegen müssen. Die EU, allen voran der ehemalige deutsche Finanzminister Hans Eichel, dürfte nur darauf warten, einen solchen Steilpass über den Atlantik geliefert zu erhalten.

Meine Meinung:

Ich hoffe natürlich, dass die Gesetzgebung nicht geändert werden muss. Es würde die Schweiz und das Liechtenstein extrem treffen, Singapur und Cayman Islands würden profitieren.

1. Warum muss eine Unternehmung dafür gerade stehen, wenn zwei "Banker" gegen die Gesetze handelt?? Die Banklizenz ist im schlimmsten Falle der UBS in Gefahr! Schon klar ist die UBS an "schwarzen" Geld ebenfalls interessiert, aber warum muss sie dafür gerade stehen, wenn der EIGENTÜMER dieses Geldes den Staat betrügen will?? Ich bin überzeugt, dass die UBS in Ihrem Personalreglement offiziell festhält, dass Schwarzgeld nicht angenommen werden darf. Die UBS selbst hat sich also abgesichert, so sollte sie doch nicht für sowas gerade stehen?

- Ein analoges Beispiel: Ist der Hersteller einer Waffenfirma dafür verantwortlich, wenn ein Mitarbeiter eine wildfremde Person erschiesst??? Definitiv NICHT!

- Anderes Beispiel: Ist eine Unternehmung schuld, wenn der Buchhalter Geld unterschlägt?? Definitiv NICHt.

--> Dies sind zwei Beispiele von Gesetzesverstossen, bei der die Unternehmung nicht haftbar gemacht werden kann, es aber schwerde Delikte sind!! Warum sollte es bei UBS anderst verlaufen?

2. Warum arbeiten Mitarbeiter für eine Bank und packen ab und zu wieder aus betreffend Kundendaten wie bei der LLB/LGT Treuhand (oder man erinnere sich an Birkenfeld, der andeutete, dass er mehr US-vermögende veröffentlichen würde, werde er dazu gedrängt)?? Als ob ein Banker durchschnittlich nicht schon mehr als das Existenzminimum verdienen würde?! Warum heizt man seinen eigenen Arbeitgeber Feuer unter den Hintenr und stellt sein eigenes Leben aufs Ganze (denke kaum, dass die Bankenvereinigung den LLB-Datenlieferant lebend gelassen hätte, hätte er seine Identität nicht geändert).

3. In Singapur werden Mitarbeiter gehängt, sollten sie Kundendaten stehlen/veräussern. Müssten schweizer Unternehmen ebenfalls härter durchgreifen??

Fragen über Fragen.... Lasst es diskutieren Smile

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17.06.2015 08:23
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Österreich: Bankgeheimnis für Ausländer weg
 

Als Teil der geplanten Steuerreform soll das Bankgeheimnis für Ausländer in Österreich wegfallen.

Bei Eröffnung von Neukonten werde von Ende 2016 oder Anfang 2017 an das Heimatland des Bankkunden informiert, beschloss die rot-schwarze Koalition am Dienstag in Wien. Damit soll der Steuerhinterziehung von EU-Bürgern mit Hilfe von österreichischen Banken ein Riegel vorgeschoben werden.

Ursprünglich wollte Österreich erst 2018 mit dem Informationsaustausch beginnen. Mit der jetzigen Regelung passt sich Österreich an EU-weite Vorgaben an. Das Parlament will die Steuerreform, die eine Entlastung im Volumen von fünf Milliarden Euro bringen soll, bald beschliessen.

(AWP)

 

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03.04.2015 21:02
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Elias hat am 15.05.2014 - 12:19 folgendes geschrieben:

Experten des Bundes fordern, dass auch die Kantone Zugang zu Bankdaten erhalten. Das wäre das Ende des Bankgeheimnisses im Inland. Ob der Fiskus davon profitiert, ist fraglich.

http://www.20min.ch/finance/news/story/Das-Bankgeheimnis-soll-auch-im-In...

 

Naja wo ist das Problem? Im Zeitalter der Staatspleiten sind das die normalen Mechanismen. Jeder der was in der Birne hat hortet Gold in Edelmetalform, vielleicht nicht gerade unter dem Kopfkissen. Die Banker haben sich selber gekillt, wie geil!

19.03.2015 15:47
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Einigung mit der EU: Leb wohl Bankgeheimnis

Eine neue Zeitrechnung beginnt, sofern das Parlament zustimmt: Ab 2018 rückt die Schweiz sämtliche Kontodaten von allen EU-Bürgern automatisch raus

http://www.handelszeitung.ch/politik/einigung-mit-der-eu-leb-wohl-bankge...

 

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Der Weise gewinnt mehr Vorteile durch seine Feinde als der Dummkopf durch seine Freunde.
Benjamin Franklin

15.05.2014 12:19
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Das Bankgeheimnis soll auch im Inland fallen

Experten des Bundes fordern, dass auch die Kantone Zugang zu Bankdaten erhalten. Das wäre das Ende des Bankgeheimnisses im Inland. Ob der Fiskus davon profitiert, ist fraglich.

http://www.20min.ch/finance/news/story/Das-Bankgeheimnis-soll-auch-im-In...

 

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07.05.2014 08:23
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Schweizer Bankgeheimnis wird offiziell beerdigt

Im stattlichen Alter von fast 80 Jahren wird das Schweizer Bankgeheimnis zu Grabe getragen. Über die Bestattungsmodalitäten verhandelte Bundesrat Johann Schneider-Ammann in Paris.

http://www.handelszeitung.ch/politik/schweizer-bankgeheimnis-wird-offizi...

 

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13.02.2014 15:10
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Ende des Schweizer Bankgeheimnisses rückt näher

Die OECD hat eine einen weltweiten Standard für den automatischen Informationsaustausch von Bankkunden-Daten präsentiert. Die Massnahmen könnten schon bald auch für die Schweiz gelten.

http://www.handelszeitung.ch/politik/ende-des-schweizer-bankgeheimnisses...

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10.01.2014 13:21
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CS verabschiedet sich vom Bankgeheimnis

Grosse Veränderung im Kleingedruckten: Die Credit Suisse hat ihre Allgemeinen Geschäftsbedingungen geändert. Das Bankgeheimnis ist darin nun stark eingeschränkt.

http://www.20min.ch/finance/news/story/CS-verabschiedet-sich-vom-Bankgeh...

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17.12.2013 21:04
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Neulich habe ich beim Surfen ein altes Video 2013 von Marc Faber auf Deutsch gesehen.

https://www.youtube.com/watch?v=rrcqDnWNXEc

ab 21min 30s wird es interessant !

 

Er findet recht deutliche Worte zur CH Politik, meiner Meinung nach zu recht.

Goldman Sucks !

09.12.2013 07:07
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Link: Dubai Financial Markets .

Aber ich habe nicht studiert, was der Link so über die Börse von Dubei erzählt.

War halt 2008 mal mit einem befreundeten emiratischen Bänker dort Wink

Und wie gesagt: Das war 2008. In Dubai ändern sich aber die Verhältnisse so rasant, dass es gut möglich ist, dass alles, was ich damals erlebt habe heute ganz anders und alles, was ich oben geschrieben habe, mittlerweile falsch ist.

 

08.12.2013 21:32
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Hallo Marcus F!

 

Was Du zu den Handelsusancen der BöRSE Dubai schreibst ist ja sehr interessant. War mir bislang vollkommen unbekannt.

Hast Du dazu Quellen und/oder weiterführende Literatur/Links?

07.12.2013 19:49
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Elias hat am 25.11.2013 - 12:41 folgendes geschrieben:

In einem Fall flog ein Kurier auf, der 30 Kilo Gold in Barren von der Grösse eines iPhones auf sich trug.

Das muss mir mal einer erklären Biggrin

Wie gross ein 1kg Goldbarren ist, weiss ich. Und wie gross ein iPhone ist, weiss ich ebenso.

Aber dennoch: Ich halte es für eine Farce, was die DFSA hier abzieht. Dubai ist ein Mekka für Geldwäscherei. Ich könnte mir höchstens vorstellen, dass Dubei die Schweiz als Konkurrenten in diesem lukrativen Geschäft noch weiter schwächen will.

Wie funktioniert die Börse in Dubai?

Du gehst einfach mal hin, registrierst Dich, dabei wird eine Passkopie gezogen und Du musst einen Stapel Bargeld dabei haben (umgerechnet Fr. 500.- haben damals, 2008, gereicht). Aber Summen ab Fr. 15'000 sind üblich.

Dann betrittst Du die Börse, setzt Dich in einen bequemen Sessel, beobachtest die Charts und kaufst oder verkaufst je nach Lust und Laune. Dafür kriegst Du jeweils ein Ticket.

Der Börsenhandel findet (oder fand damals) zwischen 09:00 und 12:00 statt. Am Schluss gehst Du an der Kasse vorbei, bezahlst bzw. kassierst und das war's. Die wenigen Europäer unter den Börsenhändlern treffen sich dann auf der anderen Strassenseite der Sheikh Zayed Road in der French Bakery zum Lunch.

 

 

25.11.2013 12:41
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Deutsche Bank verteidigt sich mit Schweizer Bankgeheimnis

Dubais Finanzmarktaufsicht will die Deutsche Bank dazu zwingen, Kundendaten aus der Schweiz herauszugeben. Es geht um Geldwäscherei, Goldhandel und Schwarzgeld aus dem Opium-Anbau in Afghanistan

Die Deutsche Bank (DBN 34.73 1.73%) (DB) ist im Emirat Dubai angeklagt worden, weil sie sich weigert, Kundeninformationen und Informationen über ihr Dispositiv zur Vermeidung von Geldwäscherei herauszugeben. Gemäss der lokalen Finanzaufsicht beruft sich die DB bei ihrer Weigerung auf das Schweizer Bankgeheimnis, denn offenbar hat die DB Genf 120 Kunden aus Dubai. Einer davon ist Munir Kaloti, einer der grössten Goldhändler weltweit.

Das Ereignis hat Seltenheitswert. Erst zum dritten Mal in ihrer siebenjährigen Geschichte hat die Dubai Financial Services Authority (DFSA) den Weg einer Klage gewählt. Gemäss eigenen Angaben wolle sie damit beweisen, dass sie die Geldwäschereinormen rigoros durchsetze, schreibt das «Wall Street Journal». Ansonsten hat das Dubai-Finanzzentrum eher den Ruf, es in Sachen Geldwäscherei nicht so genau zu nehmen.

Gold aus Heroingeschäft?

Dass die DFSA genau jetzt Härte zeigt, lässt sich in einem grösseren Zusammenhang sehen. Das internationale Finanzzentrum in Dubai ist eine Sonderzone. Sie gilt unter anderem als Hauptziel der afghanischen Bargeld- und Gold-exporte. Nun gibt es bisher in Afghanistan kaum eine nennenswerte Goldmine, trotzdem sind die afghanischen Goldexporte seit Jahren im Steigen begriffen. Allgemein wird vermutet, dass das Gold aus dem Heroingeschäft stammt.

Exportiert wird das Heroin in den Westen und zunehmend auch nach Russland. Bisher spielten die Drogenbarone die verschiedenen Geheimdienste gegeneinander aus. Das soll nun aber anders werden; vor zehn Tagen kam es zu einem Besuch des obersten russischen Drogenfahnders Wiktor Iwanow in Miami. Damals wurde bekannt gegeben, dass die Amerikaner und die Russen auf diesem Gebiet besser zusammenarbeiten wollen. Insbesondere auch, wenn es darum geht, die Konten der Drogenhändler zu lokalisieren. Die Deutsche Bank geriet in den Fokus der deutschen Finanzmarktaufsicht (Bafin), weil sie angeblich bei ihrem System zur Bekämpfung der Geldwäscherei Lücken aufweise.

Weil viele Afghanen fürchten, dass mit dem Abzug der amerikanischen Truppen nächstes Jahr die politische Unsicherheit im Land wieder zunehmen werde, haben sie angefangen, ihr Bargeld und ihr Gold ausser Landes zu bringen. Dies geschieht meist mit dem Flugzeug. Der Flug Kabul–Dubai hat inzwischen dafür einige Berühmtheit erlangt. Ein amerikanischer Untersuchungsbericht bezifferte die Bargeld-Exporte über den Flughafen Kabul mit 4,5 Milliarden Dollar. In letzter Zeit nahmen auch die Goldexporte zu. In einem Fall flog ein Kurier auf, der 30 Kilo Gold in Barren von der Grösse eines iPhones auf sich trug. Wert der Ladung: rund 1,5 Millionen Franken.

In den meisten Fällen stellte sich heraus, dass sowohl Bargeld als auch das Gold deklariert wurden und damit der Export aus Sicht der afghanischen Behörden legal war. Allerdings zweifelt kaum jemand daran, dass vielfach der Ursprung des Reichtums in der Korruption, dem Drogenhandel und von den Taliban illegal eingezogenen Steuern liegt.

Bankgeheimnis greift nicht

Bei illegaler Herkunft der Gelder greift das Schweizer Bankgeheimnis eigentlich nicht, normalerweise wird dann Rechtshilfe gewährt. Die DFSA sagt denn auch, die Begründung der Deutschen Bank sei in diesem Punkt nicht nachvollziehbar. Allerdings ist im Moment in der Sache auch kein Rechtshilfeverfahren eingeleitet worden, wie Folco Galli, Sprecher des Bundesamts für Polizeiwesen, auf Anfrage sagt.

Munir Kaloti ist übrigens in der Schweiz kein Unbekannter. Er hat vor einem halben Jahr für einiges Aufsehen gesorgt, weil er bis Ende 2014 eine riesige neue Goldraffinerie bauen will. Bis zu 1400 Tonnen Gold, 600 Tonnen Silber und andere Edelmetalle will das Unternehmen pro Jahr darin zu Barren und Münzen schmelzen, schreibt er auf seiner Website. Für den Bau soll Technologie aus der Schweiz und Italien eingesetzt werden, wie das Finanzportal «Finews» schrieb.

Damit beliefern die Schweizer allerdings auch einen direkten Konkurrenten, denn bisher kommen zwei Drittel allen raffinierten Goldes aus der Schweiz, wie neue Schätzungen zeigen. Im Jahr 2011 wurden mehr als 2600 Tonnen Rohgold importiert, um hier verarbeitet zu werden. Der Wert: 103 Milliarden Dollar. Auch hier stellt sich die Frage der Geldwäscherei.

Munir Kaloti hat auf der Website seiner Firma inzwischen eine Mitteilung der DFSA aufschalten lassen, wonach er selber und die Kaloti Jewellery Group nicht Gegenstand einer Untersuchung seien. Warum die DFSA trotzdem Informationen über seine Genfer Konten will, ist unklar. Die Deutsche Bank wollte auf Anfrage keine Stellung nehmen.

http://www.tagesanzeiger.ch/wirtschaft/geld/Deutsche-Bank-verteidigt-sic...

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Benjamin Franklin

04.06.2013 15:40
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Rechtsbürgerliche blasen zum letzten Gefecht

Der sechste Anlauf innert zehn Jahren soll es richten: Bürgerliche Prominenz will das Bankgeheimnis in der Bundesverfassung festnageln. Die Erfolgsaussichten sind durchzogen.

http://www.20min.ch/finance/news/story/Rechtsbuergerliche-blasen-zum-let...

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Benjamin Franklin

14.05.2013 07:55
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CH/Bankgeheimnis: EU-Finanzminister entscheiden über Verhandlungen mit Schweiz

14.05.2013 07:17



Brüssel (awp/sda) - Die Würfel werden fallen: Die EU-Finanzminister entscheiden am heutigen Dienstag über ein Verhandlungsmandat für die EU-Kommission mit der Schweiz und weiteren Drittstaaten. Dabei geht es um die Ausdehnung des Geltungsbereichs der Zinsbesteuerung, wodurch bisherige Steuerschlupflöcher gestopft werden sollen.

Was mit dem Mandat gegenüber Drittstaaten erreicht werden soll, will der Rat der EU-Finanzminister mit einer Revision seiner EU-internen Zinsbesteuerungsrichtlinie auf EU-Ebene erzielen. Über diese EU-Richtlinie wird ebenfalls beraten.


Während sich beim Mandat eine Einigung abzeichnet, dürfte bei der EU-Richtlinie noch keinen definitiven Entscheid fallen. Die EU-Finanzminister müssen einstimmig beschliessen.


Die Minister beraten im weiteren über den Banken-Abwicklungsfonds sowie über die Gläubigerhierarchie bei der Bankenabwicklung. Auch der Berichtigungshaushalt für das Jahr 2013 steht auf der Tagesordnung. Die Kommission fordert 11,2 Mrd EUR, um offene Rechnungen begleichen zu können.


Auf dem Programm steht ausserdem die wirtschaftlichen Situation Spaniens und Sloweniens. Überdies werden die Minister von der EU-Kommission über die Fortschritte bei der Wirtschafts- und Währungsunion sowie über das letzte Finanzministertreffen der G-20-Staaten und die Frühjahrstagung des IWF und der Weltbank informiert.


AWP

Ich verliere nie! Entweder ich gewinne oder ich lerne!

15.08.2008 00:27
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Bankgeheimnis fuer CH Residents ist Fiction and Myth

Fuer in der Schweiz ansaessige, angemeldete Personen, die eine Steuerklaerung ausfuellen (muessen), ist das ein non-issue. Das CH Bankgeheimnis gibt es einfach nicht. Hat es nie gegeben, solange ich mich erinnern kann. Die Steuerbehoerden haben naemlich ein perfides Zwangsmittel (wie sie selber schreiben): die Vollstaendigkeitsbescheinigung.

Mal hier geschrieben

Quote:

„…Rundschreiben der Eidg. Steuerverwaltung http://tinyurl.com/3c8cbf Ganz schoen twisted sind die.…

Excerpt:

…Die Vollständigkeitsbescheinigung als subsidiäres Zwangsmittel

bezweckt, dass die betreffende Bank sämtliche Rechtsgeschäfte mit

dem Steuerpflichtigen während eines bestimmten Zeitraumes

lückenlos auflistet … Die Steuerbehörden sind aber nicht berechtigt,

die Vollständigkeitsbescheinigung direkt von der betreffenden Bank

einzufordern…“

Wer aber, als CH Citizen, nicht einverstanden ist sein hart verdientes Geld dem Fiskus abzuliefern (unlike some fortunate foreigners, natuerlich – wie demokratisch!) hat ganz legale Moeglichkeiten sein Leben, seine fiscal residence, so zu organisieren, dass es im eigenen Sack bleibt. Some pointers findet ihr unter dem thread "Ab Wann ist man Berufstrader?" und hier http://tinyurl.com/5657wv

bye

Pers Meinung, e & o moeglich

14.08.2008 13:52
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Re: seh ich nicht so

alpenland wrote:

Touni wrote:
Es geht hier nur um die Adresse. Ist das so schlimm?

Name, Adresse und Kontonummer des Auftraggebers

damit weis die Steuerverwaltung wirklich einfach alles :cry: :cry: :cry:

Warum bist du so traurig. Wenn du ein ehrlicher Steuerzahler wärst, hättest du doch nichts zu befürchten??!!!!

3) Φιλαργυρία

29.06.2008 23:25
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yzf
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Bankgeheimnis wirklich am Ende?

Der gläserne Bürger wird wohl bald Tatsache, ein Skandal...!

:twisted:

Geht mit Gott, aber geht!

29.06.2008 20:03
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Orwell lässt grüessen

alle Deine Zahlungen sind unter Kontrolle.

Man wird die Begründung, warum man Dein Konto einsehen will leicht (er)finden !! :roll: :roll: :roll:

29.06.2008 18:44
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Bankgeheimnis wirklich am Ende?

Sie können mit der Kontonummer ja immer noch nicht ins Konto sehen!?

"Die Betrachtung der Dinge, so wie sie sind, ohne Ersatz oder Betrug, ohne Irrtum oder Unklarheit, ist eine edlere Sache als eine Fülle von Erfindungen." Francis Bacon (1561-1626)

29.06.2008 18:35
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seh ich nicht so

Touni wrote:

Es geht hier nur um die Adresse. Ist das so schlimm?

Name, Adresse und Kontonummer des Auftraggebers

damit weis die Steuerverwaltung wirklich einfach alles :cry: :cry: :cry:

29.06.2008 16:30
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Bankgeheimnis wirklich am Ende?

Es geht hier nur um die Adresse. Ist das so schlimm?

"Die Betrachtung der Dinge, so wie sie sind, ohne Ersatz oder Betrug, ohne Irrtum oder Unklarheit, ist eine edlere Sache als eine Fülle von Erfindungen." Francis Bacon (1561-1626)

29.06.2008 12:05
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habt ihr das schon gelesen !!!!

bankgeheimnis auch im Inland dahin (wenn ich richtig interpretiere)

Neue Vorschriften für Zahlungsaufträge

Bei der Abwicklung grenzüberschreitender Zahlungen werden aufgrund der Geldwäschereiverordnung der Eidgenössischen Bankenkommission von Juli 2003 Name und Adresse des Auftraggebers (Kontoinhabers) angegeben. Seit Anfang 2008 ist auch die Kontonummer anzugeben, um die neuen internationalen Bestimmungen einzuhalten. Aufgrund einer Änderung der oben erwähnten Verordnung, die am 1. Juli 2008 in Kraft tritt, müssen neu auch bei inländischen Zahlungsaufträgen Name, Adresse und Kontonummer des Auftraggebers mitgeteilt werden.

Diese Angaben (Name, Adresse, Kontonummer) werden an die Banken und die Betreiber der Systeme, die an der Überweisung beteiligt sind, weitergeleitet. Dabei handelt es sich vor allem um Korrespondenzbanken von Swissquote Bank, Betreiber der Zahlungsverkehrssysteme oder die Gesellschaft SWIFT (Society for Worldwide Interbank Financial Telecommunication). In der Regel erhält auch der Begünstigte die Angaben über den Auftraggeber. Ferner ist es möglich, dass die Banken und die Systembetreiber oder SWIFT die Daten zur Weiterverarbeitung oder zur Datensicherung an beauftragte Dritte in anderen Ländern übermitteln.

Wir erinnern daran, dass die ins Ausland übermittelten Auftraggeberdaten nicht mehr durch schweizerisches Recht geschützt sind. Geltende ausländische Gesetze und offizielle Beschlüsse können die Weitergabe dieser Daten an Behörden oder andere Dritte verlangen.

14.06.2008 14:11
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Bankgeheimnis wirklich am Ende?

Todesstrafe? So ein Witz.

Es gibt weltweit seit Jahrzehnten kein Bankgeheimnis mehr. Das ganze ist ein Maketinggag. Jeder dahergelaufene Beamte kann mittels Verfügung dein Konto einsehen, während dein Kundenbetreuer, dem Du Jahre lang alles anvertraut hast, dem Beamten deine Lebensgeschichte erzählt,...von deiner Scheidung bis zu deinen schwarzen Konten.

Und übrigens.......

Diejenigen, die das ominöse Bankkundengeheimnis stets portieren, diese neokonservativen Kräfte, die unser Land seit Jahren wie eine Ladplage befallen, ja sie selbst haben den DATENSCHUTZ bis an die Schmerzgrenze ausgehöhlt; haben mit den dunklen Mächten der US-Konservativen zusammengespannt und unter dem Deckmantel der Bekämpfung der Terrorismusfinanzierung unser Land aufs schändlichste verraten. Was man jetzt wieder von Brunner hört, wundert mich nicht mehr.

Fine-Tuner

08.06.2008 17:46
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Re: Bankgeheimnis wirklich am Ende?

Vladimir wrote:

Und man sollte langsam hinterfragen ob die Ami's wirklich noch unsere 'Freunde' sind.

Andere Frage: Hat die Schweiz noch Freunde??

Die EU ist gegen uns, die Amis ebenfalls betreffend Bankgeheimnis.

Zudem kommt, dass die EU uns immer mehr unter Druck setzt wegen den bilateralen Verträgen, Osterweiterung etc.

Bleibt nur noch Asien, aber sie lieben unsere Produkte (besonders das Jungfrau Joch Biggrin )

08.06.2008 15:13
Bild des Benutzers Vladimir
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Re: Bankgeheimnis wirklich am Ende?

Jodellady wrote:

3. In Singapur werden Mitarbeiter gehängt, sollten sie Kundendaten stehlen/veräussern. Müssten schweizer Unternehmen ebenfalls härter durchgreifen??)

Ja, auf Bankgeheimnisverrat steht in Singapur die Todesstrafe.

Es ist ja wohl offensichtlich dass die US-Attacke auf die UBS strategische/politische Hintergründe hat: Da hat die UBS schon einen Löwenanteil der von den Ami's erzeugten Subprime-Verlusten übernommen (übrigens hatte damals McKinsey-Berater der UBS zum massiven Einstieg in die SubPrime's geraten), und vielleicht die Ami's deshalb vor dem totalen Kollaps gerettet, und dann wollen die die UBS noch mehr über den Tisch ziehen..

Da ALLE Banken Vertretungen auf den Caymans etc. haben ist die einseitige Fokussierung auf die UBS so was von geheuchelt...

Widerstand und Standhaftigkeit ist nun gefordert.

Und man sollte langsam hinterfragen ob die Ami's wirklich noch unsere 'Freunde' sind.