Braucht die Schweiz einen Staatsfond?

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23.12.2007 16:49
#1
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Braucht die Schweiz einen Staatsfond?

Staatsfonds sind nicht erst seit der Bankenkrise in Finanzkreisen ein Thema. Schon im Sommer konnte man in der NZZ einen Bericht über den Norwegischen Staatsfond, den grössten in Europa, einen Bericht lesen. Die grössten Fonds sind in China, den Arabischen Emiraten, Singapur, Russland und Norwegen.

Nun würde mich interessieren, ob vielleicht auch die Schweiz einen solchen Staatsfond benötigen würde? Könnte man Gelder aus dem Verkauf des Nationalbankgold, welches auch 2008 weiter verkauft werden soll, anstatt an die Kantone nicht besser als Grundlage eines schweizerischen Staatsfond nutzen.

Dieses Geld gewinnbringend für unsere Zukunft und strategisch für die Interessen der Schweiz einsetzen? Die Schweiz ist schliesslich ein internationaler Finanzplatz. Weshalb also nicht, wie die ausländischen Vorbilder, unsere Interessen schützen?

Vielleicht ist es auch einfach eine dämliche Idee, doch mich wundert, weshalb dieses Thema nicht aufgenommen wird.

http://de.wikipedia.org/wiki/Staatsfonds

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03.01.2008 18:21
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Re: Braucht die Schweiz einen Staatsfond?

sunny wrote:

naja, förderalismus ist eine gute sache und hilft dabei, dass die schweiz wettbewerbsfähig bleibt (vor allem durch hohe standortattraktivität). ich hab's anders gemeint: eine einmalige zahlung bringt sehr wenig - nachhaltige anlage mit einer jährlichen rente hat aber einen signifikaten einfluss.

Was zu beweisen wäre. Der Föderalismus kostet meiner Meinung nach viel und bringt wenig. Das sich die Kantone untereinander noch die besten Steuerzahler abjagen ist einfach Unsinn. Ich wäre für eine Steuerharmonisierung innerhalb eines bestimmten Bandes von z.B. -80% bis 120%. Schau die Situation im Kanton Bern an. Die Stadt ist fast pleite, weil sich alle guten Steuerzahler in die Vorortsgemeinden zurückgezogen haben, profitieren aber vom Städtebonus. Die Stadt bezahlt Zentrumslasten. Ausserdem sammeln sich hier die "Problemfälle" weil es günstigen Wohnraum gibt. Gleiches gilt für Zürich mit Freienbach. Es ist eine Schande, dass Leute die Ihren Lebensstill nicht einmal ändern müssten, so unsozial denken.

Spezielle Steuerabkommen mit juristischen oder natürlichen Personen aus dem Ausland wären auch so noch möglich.

Doch zurück zum Staatsfond. Das stimmt, eine Einmahlzahlung wäre wohl etwas wenig. Obwohl die Beträge aus dem Staatsgold in die Millarden gehen würden. Aber im Moment steht ja nun der 2.Verkauf des Goldes an. Ausserdem war die Schweiz schon immer erfinderisch im erheben von Zöllen. Vielleicht eine Maut durch den Gotthard und Simplon? Smile

Ich muss in den Sport, deshalb kann ich das nicht weiter ausführen. Obwohl das Thema sehr spannend ist.

03.01.2008 14:45
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sunny
Re: Braucht die Schweiz einen Staatsfond?

marabu wrote:

Wie gut kennen wir Russland und deren Kultur? Bekannt sind uns heute vor allem die "Russenmafia" und die mondänen Hobbies der Oligarchen.

Beachtet aber, dass nicht alles im "alten Russland" schlecht war. Die Russen sind gesamtheitlich ein gebildetes Volk mit einem enormen Potential. Die Technik - im Gegensatz zur Elektronik - kann international gut mithalten.

P.S. Ich habe seit Jahren "Beziehungen" zur russischen Kultur und zu Menschen, welche diesen Wandel persönlich erlebt haben. Am schlimmsten waren die Jahre des "Wandels", der Perestrojka unter Gorbatschow (Ein grossartiger und gleichzeitig tragischer Mensch). Hyperinflation, weit verbreitete Armut bei steigendem "tollen" Angebot in den Geschäften und dazu, das darf man nicht ausser Acht lassen, eine tiefe Demütigung der russischen Seele. Wenn man all dies berücksichtigt, lässt sich der Erfolg der nationalistisch ausgerichteten und von Putin geförderten Jugendbewegung der "Naschi" leichter verstehen.

ich habe eher anderes angesprochen, als du hier aufführst. was ich gesagt habe: momentan mag es russland wirtschaftlich besser gehen oder gar gut, aber dies ist nicht nachhaltig, da die wirtschaft durch die "plünderung" der rohstoffaufkommen nur kurzfristig aufgebläht wird - die wirtschaftspolitik und der umgang mit den rohstoffen ist nicht nachhaltig.

klar, und dies ist wohl unbestirtten, geht es russland zur zeit viel besser als zu früheren zeiten. was damals durch gorbatschov eingeleitet wurde und nun endlich von putin in einigermassen geordnete bahnen gelenkt wurde (der wechsel von der planwirtschaft zur marktwirtschaft), zahlt sich aus. den leuten geht es viel besser. aber es wird zu wenig nachhaltig gewirtschaftet, so dass man angst haben muss, dass nach den 3 schritten vorwärts, in zukunft vielleicht wieder 1 schritt zurück gemacht werden muss.

was eigentlich aber schlimmer wiegt, politisch ist das land unter putin wieder weit zurückgefallen. oppostionelle werden nicht zu wahlen zu gelassen, verschleppt, eingesperrt oder gar getötet. die medien sind kaum frei in ihrer berichterstattung. putin besetzt die schlüsselpositionen willkürlich mit seinen freunden. naja, eine demokratie ist russland nicht. aber vielleicht ist dies der preis den man bezahlen musst, damit das land einigermassen unter kontrolle gehalten werden kann. nach der auflösung der sowjetunion wucherte es auf allen ebenen und von ordnung und rechtsschaffenheit war keine spur. rechtschaffenheit herrscht in vielen bereichen zwar immer noch nicht, aber wenigstens ordnung.

03.01.2008 14:34
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sunny
Re: Braucht die Schweiz einen Staatsfond?

meridiannet wrote:

sunny wrote:
meridiannet wrote:
Weshalb also nicht, wie die ausländischen Vorbilder, unsere Interessen schützen?

ein staatsfonds ist nicht dazu da, "unsere" interessen zu schützen. darum geht es ja nicht. es geht ja nur darum, staatsvermögen gewinnbringend und nachhaltig anzulegen. darum würde ich die gründung eines staatsfonds in der schweiz auch begrüssen. z.b. die veräusserungsgewinne aus dem nationalbank gold als grundlage, als start, wären interessant. gibt man das geld den kantonen, produziert es da eine quasi irrelevante einmalwirkung und verpufft. in einem staatsfonds, könnte der gleiche betrag eine schöne ewige rente geben.

Das wäre etwa so gemeint. Man sollte vielleicht etwas vom Föderalismus in der Schweiz wegkommen, wo die Kantone untereinander noch im Wettbewerb stehen. Im globalen Wettebwerb ist die Schweiz ein ganz kleiner Player. Da wäre es vielleicht besser die Kräfte zu bündeln. Deshalb auch die Gelder anstatt den Kantonen, in die AHV/IV besser in einen nachhaltigen Fond der Mehrwert für kommende Generationen schafft.

naja, förderalismus ist eine gute sache und hilft dabei, dass die schweiz wettbewerbsfähig bleibt (vor allem durch hohe standortattraktivität). ich hab's anders gemeint: eine einmalige zahlung bringt sehr wenig - nachhaltige anlage mit einer jährlichen rente hat aber einen signifikaten einfluss.

03.01.2008 13:49
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Re: Braucht die Schweiz einen Staatsfond?

sunny wrote:

meridiannet wrote:
Weshalb also nicht, wie die ausländischen Vorbilder, unsere Interessen schützen?

ein staatsfonds ist nicht dazu da, "unsere" interessen zu schützen. darum geht es ja nicht. es geht ja nur darum, staatsvermögen gewinnbringend und nachhaltig anzulegen. darum würde ich die gründung eines staatsfonds in der schweiz auch begrüssen. z.b. die veräusserungsgewinne aus dem nationalbank gold als grundlage, als start, wären interessant. gibt man das geld den kantonen, produziert es da eine quasi irrelevante einmalwirkung und verpufft. in einem staatsfonds, könnte der gleiche betrag eine schöne ewige rente geben.

Das wäre etwa so gemeint. Man sollte vielleicht etwas vom Föderalismus in der Schweiz wegkommen, wo die Kantone untereinander noch im Wettbewerb stehen. Im globalen Wettebwerb ist die Schweiz ein ganz kleiner Player. Da wäre es vielleicht besser die Kräfte zu bündeln. Deshalb auch die Gelder anstatt den Kantonen, in die AHV/IV besser in einen nachhaltigen Fond der Mehrwert für kommende Generationen schafft.

31.12.2007 09:28
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Re: Braucht die Schweiz einen Staatsfond?

sunny wrote:

marabu wrote:

GWB wirtschaftet mit seinem enormen Filzkonglomerat in beispielloser Art und Weise in die Taschen der Superreichen! Die Geldentwertung und die Kreditpolitik frisst dem Mittelstand am meisten Vermögen weg.

Vermutlich gab es noch keinen Präsidenten, der in derart kurzer Zeit Macht, Einfluss und Ansehen der einst mächtigsten Nation der Erde derart abgleiten liess.

Im Gegensatz dazu war Putin erfolgreich: Im eigenen Land ist er so populär wie kaum jemand vor ihm. Den Russen geht es wirtschaftlich signifikant besser. Das westliche Gefasel über Demokratie stammt vor allem von jenen Kräften, welche gerne ihre Hände in den Rohstoffquellen hätten.

ich stimme allem von dir gesagten zu. einen punkt gilt es allerdings stark zu revidieren:

den russen mag es wirtschaftlich zwar signifikat besser gehen, aber zu welchem preis? der preis dafür ist eine totale plünderung und der export von rohstoffen. das tragische dabei ist, dass diese einkommens- und vermögenseffekte vor allem nur temporärer natur sind, da sie die rohstoffaufkommen ja auch irgendwann erschöpfen. die wirtschaftspolitik und die wirtschafts sind nicht auf nachhaltigkeit ausgerichtet (anders als z.b. in norwegen).

Wie gut kennen wir Russland und deren Kultur? Bekannt sind uns heute vor allem die "Russenmafia" und die mondänen Hobbies der Oligarchen.

Beachtet aber, dass nicht alles im "alten Russland" schlecht war. Die Russen sind gesamtheitlich ein gebildetes Volk mit einem enormen Potential. Die Technik - im Gegensatz zur Elektronik - kann international gut mithalten.

P.S. Ich habe seit Jahren "Beziehungen" zur russischen Kultur und zu Menschen, welche diesen Wandel persönlich erlebt haben. Am schlimmsten waren die Jahre des "Wandels", der Perestrojka unter Gorbatschow (Ein grossartiger und gleichzeitig tragischer Mensch). Hyperinflation, weit verbreitete Armut bei steigendem "tollen" Angebot in den Geschäften und dazu, das darf man nicht ausser Acht lassen, eine tiefe Demütigung der russischen Seele. Wenn man all dies berücksichtigt, lässt sich der Erfolg der nationalistisch ausgerichteten und von Putin geförderten Jugendbewegung der "Naschi" leichter verstehen.

31.12.2007 08:52
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Re: Braucht die Schweiz einen Staatsfond?

marabu wrote:

GWB wirtschaftet mit seinem enormen Filzkonglomerat in beispielloser Art und Weise in die Taschen der Superreichen! Die Geldentwertung und die Kreditpolitik frisst dem Mittelstand am meisten Vermögen weg.

Vermutlich gab es noch keinen Präsidenten, der in derart kurzer Zeit Macht, Einfluss und Ansehen der einst mächtigsten Nation der Erde derart abgleiten liess.

Im Gegensatz dazu war Putin erfolgreich: Im eigenen Land ist er so populär wie kaum jemand vor ihm. Den Russen geht es wirtschaftlich signifikant besser. Das westliche Gefasel über Demokratie stammt vor allem von jenen Kräften, welche gerne ihre Hände in den Rohstoffquellen hätten.

ich stimme allem von dir gesagten zu. einen punkt gilt es allerdings stark zu revidieren:

den russen mag es wirtschaftlich zwar signifikat besser gehen, aber zu welchem preis? der preis dafür ist eine totale plünderung und der export von rohstoffen. das tragische dabei ist, dass diese einkommens- und vermögenseffekte vor allem nur temporärer natur sind, da sie die rohstoffaufkommen ja auch irgendwann erschöpfen. die wirtschaftspolitik und die wirtschafts sind nicht auf nachhaltigkeit ausgerichtet (anders als z.b. in norwegen).

31.12.2007 08:48
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Re: Braucht die Schweiz einen Staatsfond?

meridiannet wrote:

Weshalb also nicht, wie die ausländischen Vorbilder, unsere Interessen schützen?

ein staatsfonds ist nicht dazu da, "unsere" interessen zu schützen. darum geht es ja nicht. es geht ja nur darum, staatsvermögen gewinnbringend und nachhaltig anzulegen. darum würde ich die gründung eines staatsfonds in der schweiz auch begrüssen. z.b. die veräusserungsgewinne aus dem nationalbank gold als grundlage, als start, wären interessant. gibt man das geld den kantonen, produziert es da eine quasi irrelevante einmalwirkung und verpufft. in einem staatsfonds, könnte der gleiche betrag eine schöne ewige rente geben.

31.12.2007 08:37
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Re: Braucht die Schweiz einen Staatsfond?

tradingvalue wrote:

marabu wrote:

Wir brauchen keinen Staatsfond, solange wir jährlich Milliarden für Schuldzinsen zu zahlen haben.

Wir brauchen wieder einen in der Regierung, der sparen will und die anderen daran hindert, Schulden wie in den 90ern zu machen.

Ja, schau Marabu: Das ist ja das Problem.. Es ist leider viel einfacher Geld auszugeben, als einen positiven Liquiditätsüberschuss zu generieren und Geld zu sparen!! Besonders in der Regierung fällt Dir natürlich das "Geld ausgeben" noch leichter...... man siehe dazu nicht nur die Schweiz, sondern beispielsweise die "Militärspielchen" von GWB!!!

GWB wirtschaftet mit seinem enormen Filzkonglomerat in beispielloser Art und Weise in die Taschen der Superreichen! Die Geldentwertung und die Kreditpolitik frisst dem Mittelstand am meisten Vermögen weg.

Vermutlich gab es noch keinen Präsidenten, der in derart kurzer Zeit Macht, Einfluss und Ansehen der einst mächtigsten Nation der Erde derart abgleiten liess.

Im Gegensatz dazu war Putin erfolgreich: Im eigenen Land ist er so populär wie kaum jemand vor ihm. Den Russen geht es wirtschaftlich signifikant besser. Das westliche Gefasel über Demokratie stammt vor allem von jenen Kräften, welche gerne ihre Hände in den Rohstoffquellen hätten.

31.12.2007 08:01
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Re: Braucht die Schweiz einen Staatsfond?

marabu wrote:

Wir brauchen keinen Staatsfond, solange wir jährlich Milliarden für Schuldzinsen zu zahlen haben.

Wir brauchen wieder einen in der Regierung, der sparen will und die anderen daran hindert, Schulden wie in den 90ern zu machen.

Ja, schau Marabu: Das ist ja das Problem.. Es ist leider viel einfacher Geld auszugeben, als einen positiven Liquiditätsüberschuss zu generieren und Geld zu sparen!! Besonders in der Regierung fällt Dir natürlich das "Geld ausgeben" noch leichter...... man siehe dazu nicht nur die Schweiz, sondern beispielsweise die "Militärspielchen" von GWB!!!

28.12.2007 18:18
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Re: Braucht die Schweiz einen Staatsfond?

meridiannet wrote:

Staatsfonds sind nicht erst seit der Bankenkrise in Finanzkreisen ein Thema. Schon im Sommer konnte man in der NZZ einen Bericht über den Norwegischen Staatsfond, den grössten in Europa, einen Bericht lesen. Die grössten Fonds sind in China, den Arabischen Emiraten, Singapur, Russland und Norwegen.

Nun würde mich interessieren, ob vielleicht auch die Schweiz einen solchen Staatsfond benötigen würde? Könnte man Gelder aus dem Verkauf des Nationalbankgold, welches auch 2008 weiter verkauft werden soll, anstatt an die Kantone nicht besser als Grundlage eines schweizerischen Staatsfond nutzen.

Dieses Geld gewinnbringend für unsere Zukunft und strategisch für die Interessen der Schweiz einsetzen? Die Schweiz ist schliesslich ein internationaler Finanzplatz. Weshalb also nicht, wie die ausländischen Vorbilder, unsere Interessen schützen?

Vielleicht ist es auch einfach eine dämliche Idee, doch mich wundert, weshalb dieses Thema nicht aufgenommen wird.

http://de.wikipedia.org/wiki/Staatsfonds

Wir brauchen keinen Staatsfond, solange wir jährlich Milliarden für Schuldzinsen zu zahlen haben.

Wir brauchen wieder einen in der Regierung, der sparen will und die anderen daran hindert, Schulden wie in den 90ern zu machen.