Brexit: Ende einer Fehlkonstruktion?

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London will längere

London will längere Übergangsfrist im Würstchenstreit

Im Streit über die Brexit-Regeln für Nordirland hat London eine längere Übergangsfrist für den ungehinderten Export von Fleisch- und Wurstwaren in die Provinz beantragt. Die Frist, die eigentlich am 30. Juni ausläuft, soll nach dem Willen der Briten bis Ende September verlängert werden, wie die Regierung in London am Donnerstagabend mitteilte.

18.06.2021 06:41

Der Antrag werde geprüft, teilte die EU-Kommission mit. Man habe bereits Offenheit für Lösungen signalisiert, dafür müsse Grossbritannien aber das sogenannte Nordirland-Protokoll vollständig umsetzen, mahnte die Brüsseler Behörde. "Es gibt keine Alternative zum Protokoll", heisst es in der Mitteilung der Kommission.

Hintergrund ist die Regelung, dass Nordirland auch nach dem Brexit de facto in Zollunion und Binnenmarkt der EU bleibt. Damit sollen Warenkontrollen zwischen dem britischen Landesteil und dem EU-Mitglied Republik Irland verhindert werden, um Spannungen in der ehemaligen Unruheprovinz zu verhindern. Doch kontrolliert werden muss nun stattdessen zwischen Nordirland und dem Rest des Vereinigten Königreichs. Das führt zu Schwierigkeiten im innerbritischen Handel, für die sich London und Brüssel gegenseitig verantwortlich machen.

Die britische Regierung droht damit, wie schon zuvor in anderen Bereichen, die Übergangsfrist einfach einseitig zu verlängern. Entsprechend deutlich war die Ansage aus London. "Es gibt keine Rechtfertigung dafür, den Verkauf von Fleisch- und Wurstwaren in Nordirland zu verhindern - jedes Verbot würde dem Ziel des Protokolls und den Interessen der Menschen in Nordirland zuwiderlaufen", sagte eine britische Regierungssprecherin am Donnerstagabend. Brüssel hat in dem Streit bereits ein Vertragsverletzungsverfahren eingeleitet und erwägt auch Strafzölle./mjm/DP/he

(AWP)

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Grossbritannien:

Grossbritannien: Einzelhändler verlieren Umsatz

Der Einzelhandel in Grossbritannien hat im Mai einen überraschenden Umsatzrückgang hinnehmen müssen. Gegenüber April seien die Erlöse um 1,4 Prozent gefallen, teilte das Statistikamt ONS am Freitag in London mit. Analysten hatten hingegen im Schnitt einen Anstieg um 1,5 Prozent erwartet.

18.06.2021 08:21

Das ONS erklärt den Rückgang vor allem mit der Aufhebung von Corona-Beschränkungen, die zu vermehrten Besuchen von Bars und Restaurants geführt hätten. Im Gegenzug seien weniger Lebensmittel eingekauft worden. Die Umsätze der Nahrungsmittelbranche seien dementsprechend um 5,7 Prozent gefallen.

Der Rückgang der Gesamterlöse im Mai folgt auf einen kräftigen Anstieg im April. Gegenüber dem Vorjahresmonat erhöhten sich die Umsätze im Mai stark um fast ein Viertel. Dies ist eine Gegenreaktion auf den Umsatzeinbruch während der ersten Corona-Welle. Der Anteil von Online-Käufen sei weiter deutlich höher als vor der Pandemie, allerdings tendenziell rückläufig./bgf/jkr/jha/

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Bank of England hält Kurs

Bank of England hält Kurs trotz erhöhter Inflation

(Ausführliche Fassung) - Die britische Notenbank hält trotz einer erhöhten Inflation an ihrer lockeren Geldpolitik fest. Der Leitzins betrage unverändert 0,1 Prozent, teilte die Bank of England am Donnerstag in London nach der Sitzung des geldpolitischen Ausschusses mit. Analysten hatten im Schnitt mit dieser Entscheidung gerechnet. Auch das Kaufprogramm für Staats- und Unternehmensanleihen wurde nicht angetastet. Es beläuft sich unverändert auf insgesamt 895 Milliarden Pfund.

24.06.2021 13:53

Die Entscheidung zu den Anleihekäufen fiel jedoch erneut nicht einstimmig. Der scheidende Chefvolkswirt Andrew Haldane stimmte zum zweiten Mal in Folge für eine Reduzierung des Gesamtvolumens. Er konnte sich jedoch nicht gegen seine übrigen acht Kollegen durchsetzen oder zumindest jemanden auf seine Seite ziehen. Haldane verlässt die Bank of England auf eigenen Wunsch nach neunjähriger Amtszeit in diesem Monat.

Die Notenbank hob ihren kurzfristigen Wachstumsausblick an, ebenso ihre kurzfristige Inflationsprojektion. Zeitweise könne die Inflationsrate auf mehr als drei Prozent steigen, heisst es in einer Erklärung zu dem Zinsentscheid. Bereits im Mai war die Teuerung knapp über das Preisziel der Zentralbank von zwei Prozent gestiegen.

Nach wie vor erachten die Währungshüter das Überschiessen jedoch als zeitweilige Angelegenheit, die sich von selbst wieder zurückbilden werde. Eine geldpolitische Reaktion auf die steigende Teuerung scheint aus ihrer Sicht daher unnötig. Vielmehr bekräftigte die Zentralbank, dass sie ihre Geldpolitik erst dann straffen werde, wenn die Inflation nachhaltig über ihr Zwei-Prozent-Ziel steige und die wirtschaftliche Erholung ausreichend sei.

Die Bank of England sieht sich derzeit in einer Art geldpolitischer Zwickmühle: Auf der einen Seite steht die rasch steigende Inflation, die nicht nur eine Folge des Preiseinbruchs während der ersten Corona-Welle vor einem Jahr ist. Auch sorgen seit längerem Engpässe im Welthandel für steigende Preise vieler Rohstoffe und Vorprodukte.

Auf der anderen Seite herrscht erhöhte Unsicherheit vor, weil sich im Königreich die besonders ansteckende Corona-Delta-Variante ausbreitet. Seit einiger Zeit steigen deshalb wieder die Neuinfektionen. Bankökonomen halten eine baldige geldpolitische Straffung auch deshalb für unwahrscheinlich, weil nicht klar ist, wie die Wirtschaft auf das für den Spätsommer geplante Ende des grossen Arbeitsmarktprogramms reagiert. Mit dem Programm wurde in der Corona-Krise der Arbeitsmarkt gestützt und eine Entlassungswelle verhindert./bgf/jkr/jha/

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Britische Autoproduktion

Britische Autoproduktion bleibt niedriger als vor Corona

Wegen der Corona-Lockerungen ist die britische Autoproduktion im Mai im Vergleich zum Vorjahreszeitraum sprunghaft gestiegen. Allerdings klagt der Branchenverband SMMT, dass ein weltweiter Mangel an Einzelteilen wie Halbleitern die Erholung des Industriezweigs beeinträchtige. Im Mai hätten knapp 55 000 Autos die Fabriken in Grossbritannien verlassen, teilte der Verband Society of Motor Manufacturers and Traders (SMMT) am Freitag mit. Im Mai 2020 waren es wegen den Folgen der Pandemie, die damals ihren ersten Höhepunkt erreichte, nur 5314 Fahrzeuge. Allerdings lag die Zahl im Mai 2019 noch doppelt so hoch wie in diesem Jahr.

25.06.2021 06:37

Verbandschef Mike Hawes forderte mehr Einsatz von der Regierung. "Wenn Grossbritannien wettbewerbsfähig bleiben soll, muss es für einen global attraktiven politischen Rahmen sowohl für die Fahrzeugproduktion als auch für Lieferketten sorgen", sagte Hawes. Es müssten Investitionen in Forschung und Entwicklung sowie Ladeinfrastruktur vorangetrieben werden, um das Netto-Nullemissionsziel zu erreichen.

In den ersten fünf Monaten des Jahres wurden in Grossbritannien laut SMMT insgesamt 429 826 Autos hergestellt, das waren gut 105 000 mehr als in Vorjahresspanne, aber 22,9 Prozent weniger als im gleichen Zeitraum 2019. Mehr als jedes fünfte Fahrzeug hatte einen alternativen Antrieb, jedes sechzehnte war demnach ein reines E-Auto. Die britische Autoindustrie ist klar exportorientiert, mehr als jedes vierte Fahrzeug wird ins Ausland verschifft. Der wichtigste Kunde bleibt trotz des Brexits die EU mit 53,6 Prozent, vor den USA (18,3 Prozent) und China (7,3 Prozent)./bvi/DP/zb

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Britisches

Britisches Bevölkerungswachstum wegen Corona deutlich verlangsamt

Wegen der Corona-Pandemie ist das Wachstum der britischen Bevölkerung auf den niedrigsten Wert seit 20 Jahren gesunken. Mitte 2020 hätten im Vereinigten Königreich schätzungsweise 67,1 Millionen Menschen gelebt, teilte das britische Statistikamt ONS am Freitag mit. Das Plus von 0,4 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitpunkt bedeute aber das niedrigste Wachstum seit 2001. Die Statistiker machten die Auswirkungen des Coronavirus auf die deutlich erhöhte Sterblichkeit für die Entwicklung verantwortlich.

25.06.2021 11:37

Im Jahr bis Mitte 2020 seien landesweit etwa 669 000 Menschen gestorben, 13 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum und der höchste Wert seit 1986. Zugleich sank die Zahl der Geburten auf 701 000 und damit auf den niedrigsten Stand seit 2003. Zudem gab es elf Prozent weniger Umzüge als im Vorjahr. "Einige der deutlichsten Auswirkungen der Pandemie sind in der Zunahme der Zahl der Todesfälle und der Verringerung der Zahl der Umzüge innerhalb des Vereinigten Königreichs zu sehen", sagte ONS-Experte Neil Park.

Mit mehreren harten Lockdowns sowie einer erfolgreichen Impfkampagne hat Grossbritannien die Zahl der Corona-Toten mittlerweile deutlich gesenkt. Zuletzt nahmen Neuinfektionen aber wegen der Ausbreitung der hoch ansteckenden Delta-Variante wieder deutlich zu. Im Vereinigten Königreich seien insgesamt 111 157 bestätigte und vermutete Delta-Fälle ausgemacht worden, teilte die Gesundheitsbehörde Public Health England mit. Das seien 46 Prozent mehr als in der Vorwoche. Mit rund 95 Prozent ist die Delta-Variante mittlerweile für fast alle Corona-Neuinfektionen im Land verantwortlich./bvi/DP/eas

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Spediteure verzichten wegen

Spediteure verzichten wegen Brexit auf Grossbritannien-Geschäft

Wegen der neuen Zollvorgaben verzichten viele Spediteure seit dem Brexit auf das Geschäft mit Grossbritannien. Nur Unternehmen mit jahrelanger Expertise würden noch fahren, sagte Dirk Engelhardt, Vorstandssprecher des Bundesverbands Güterkraftverkehr Logistik und Entsorgung (BGL), der Deutschen Presse-Agentur. "Transportlogistikunternehmen, die nicht regelmässig Ziele im Vereinigten Königreich ansteuern und ihre Expertise eher im Intra-EU-Bereich sehen, scheuen den zusätzlichen Aufwand und die Risiken für Transporte nach und aus dem neuen Drittland."

12.07.2021 06:34

Grossbritannien ist zum 1. Januar 2021 auch aus der EU-Zollunion und dem Binnenmarkt ausgetreten. Zwar gelang in letzter Minute noch die Einigung auf ein Handelsabkommen. Dennoch werden für viele Waren nun Zölle fällig, der bürokratische Aufwand etwa bei der Warenanmeldung oder wegen Arbeitsvisa für Fahrer ist deutlich gestiegen.

Die komplexe neue Vorschriftslage mache Grossbritannien als "Gelegenheitsziel" unattraktiv, sagte Engelhardt. Die Konsequenzen würde vor allem das Vereinigte Königreich zu spüren bekommen. Der BGL-Chef forderte sogenannte green lanes ("Grüne Fahrbahnen") zwischen der EU und Grossbritannien, um schnellen und freien Warenverkehr zu ermöglichen.

Auch der Bundesverband Spedition und Logistik (DSLV) berichtet von Problemen im Lieferverkehr mit Grossbritannien. So fehle in Deutschland und anderen EU-Staaten sowie im Vereinigten Königreich weiterhin qualifiziertes Personal für die Zollabwicklung von Sendungen, teilte der Branchenverband der dpa mit. Zwar hätten sich die Zollprozesse soweit eingespielt. Akut bereite der drastische Anstieg unerledigter Ausfuhrverfahren aber Probleme.

Viele Lastwagen gelangten unkontrolliert und damit ohne Erhalt einer Ausgangsbestätigung nach Grossbritannien, sagte Jutta Knell, stellvertretende DSLV-Hauptgeschäftsführerin. Folge: Deutschen Exporteuren fehlt der zoll- und umsatzsteuerliche Nachweis über die Ausfuhr. Zudem hake es beim Export über Frankreich. Grund seien technische Defizite und fehlerhafte Anwendungen des dortigen IT-Verfahrens. "Als Konsequenz erwägen deutsche Logistiker bereits die Verlagerung ihrer Verkehre über niederländische Häfen, da die dortige Exportabwicklung nicht so fehleranfällig ist", sagte Knell.

In Grossbritannien haben der Brexit und die Corona-Pandemie die Lage deutlich erschwert. Dort fehlen nach Branchenangaben bis zu 100 000 Lastwagenfahrer, etwa weil Arbeitskräften aus Osteuropa seit dem Brexit die Visa zu teuer sind. Als erste Massnahme hat die britische Regierung die Ruhezeiten gelockert - trotz scharfer Kritik der Branche. Die Regelung erhöhe lediglich den Druck auf die Fahrer, bringe aber nicht mehr Arbeitskräfte, sagte auch BGL-Chef Engelhardt.

Den europäischen Spediteuren kommt die Brexit-Lücke in Grossbritannien aber nicht zugute. "Der grassierende Lkw-Fahrermangel hat ganz Europa fest im Griff", sagte Engelhardt. Der BGL geht allein in Deutschland von 45 000 bis 60 000 fehlenden Fahrern aus. 30 000 Lkw-Fahrer gingen pro Jahr in den Ruhestand, doch wurden zuletzt nur 15 000 bis 20 000 Lkw-Führerscheine jährlich neu erworben. Die Lücke dürfte daher grösser werden, sagte Engelhardt. Wenn nicht bald gegen den Mangel vorgegangen werde, drohe ein Versorgungskollaps./bvi/DP/zb

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Britische Notenbank hebt

Britische Notenbank hebt Dividendenbeschränkung für grosse Geldhäuser auf

Die grössten britischen Banken dürfen für 2020 wieder unbeschränkt Dividenden an ihre Aktionäre ausschütten. Die britische Notenbank hob die wegen der Corona-Krise verhängten Beschränkungen für grosse Geldhäuser des Landes am Dienstag mit sofortiger Wirkung auf, wie sie am Morgen in London mitteilte. Die Zwischenergebnisse aus dem Banken-Stresstest hätten gezeigt, dass die Institute weiterhin gut kapitalisiert seien und schweren wirtschaftlichen Verwerfungen standhalten könnten.

13.07.2021 09:01

Die Bank of England als Aufsichtsbehörde hatte die Beschränkungen bereits im Dezember gelockert. Die jetzige Entscheidung betrifft die britischen Banken Barclays, HSBC, Lloyds, NatWest und Standard Chartered sowie die britische Einheit der spanischen Banco Santander ./stw/mis

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Grossbritannien: Inflation

Grossbritannien: Inflation steigt weiter über zwei Prozent

In Grossbritannien sind die Lebenshaltungskosten auch im Juni kräftig gestiegen. Die Verbraucherpreise lagen 2,5 Prozent höher als ein Jahr zuvor, wie die Statistikbehörde ONS am Mittwoch in London mitteilte. Die Teuerung ist damit so stark wie seit August 2018 nicht mehr gestiegen. Im Mai hatte die Inflationsrate 2,1 Prozent betragen, im April 1,5 Prozent und im März 0,7 Prozent.

14.07.2021 08:27

Analysten wurden von der Stärke des neuerlichen Teuerungsschubs überrascht. Sie hatten für Juni im Schnitt nur mit einer Inflationsrate von 2,2 Prozent gerechnet. Im Monatsvergleich stieg das Preisniveau ebenfalls unerwartet stark. In dieser Betrachtung meldete die Statistikbehörde einen Preisanstieg um 0,5 Prozent, während Analysten mit einem Zuwachs um 0,2 Prozent gerechnet hatten.

Preisauftrieb kam laut ONS unter anderem durch steigende Transportkosten und durch einen überdurchschnittlich starken Anstieg der Preise für Kleidung und Schuhe. Leicht gesunken sind dagegen im Jahresvergleich die Preise für Nahrungsmittel.

Ähnlich wie in Grossbritannien ist derzeit auch in anderen führenden Industriestaaten ein deutlicher Anstieg der Inflationsraten zu beobachten. In den USA ist die Inflationsrate im Juni bis auf 5,4 Prozent gestiegen.

Mit dem erneuten Preisschub wird das Inflationsziel der britischen Notenbank von zwei Prozent weiter übertroffen. Viele Experten sehen den Anstieg der Inflation aber nur als eine vorübergehende Erscheinung./jkr/stk

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Grossbritannien:

Grossbritannien: Arbeitslosigkeit steigt leicht

In Grossbritannien ist die Arbeitslosigkeit im Mai leicht gestiegen. Gegenüber April stieg die Arbeitslosenquote von 4,7 auf 4,8 Prozent, wie das Statistikamt ONS am Donnerstag in London mitteilte. Analysten hatten im Schnitt eine stabile Quote erwartet. Im Dreimonatszeitraum von März bis Mai sank sie hingegen zum vorherigen Zeitraum um 0,2 Punkte. Die Beschäftigungsquote erhöhte sich dabei leicht auf 74,8 Prozent.

15.07.2021 08:22

Der Arbeitsmarkt setze seine Ende 2020 begonnene Erholung fort, kommentierte das ONS. Die Beschäftigung steige weiter, sie liege landesweit aber immer noch deutlich unter ihrem Vorkrisenniveau. In einigen Regionen jedoch sei das Niveau von Februar 2020 erstmals wieder überschritten worden. Mit der Lockerung vieler Corona-Beschränkungen steige auch die Arbeitszeit wieder. Auch sie liege aber immer noch unter ihrem Niveau von vor der Krise./bgf/jha/

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Lizenzen für Bier zum

Lizenzen für Bier zum Mitnehmen: London stärkt Pubs und Restaurants

Mit einem Bündel von Massnahmen will die britische Regierung die gebeutelte Gastro-Branche bei der Erholung nach der Corona-Pandemie unterstützen. So sollen Lizenzen für den Betrieb von Aussengastronomie auf Bürgersteigen verlängert und dauerhaft gemacht werden, damit mehr Kunden im Freien bedient werden können. Zudem sollen Pubs und Bars in England und Wales für zwölf weitere Monate Bier zum Mitnehmen ausschenken dürfen, um den Verkauf anzukurbeln. Die Gastronomie hat während der Pandemie nach Angaben des Branchenverbands fast 10 000 Lokale und mehr als 87 Milliarden Pfund (102 Mrd Euro) Umsatz verloren.

16.07.2021 06:41

Auch der chronische Arbeitskräftemangel soll angegangen werden, etwa indem Arbeitsuchende direkter auf offene Stellen in der Branche hingewiesen und das Profil von Karrieren im Gastgewerbe geschärft werden. Eigene Ausbildungskurse sollen Fähigkeiten stärken und Unternehmen mit Universitäten zusammenzubringen, um Innovationen zu fördern und Abfall und Plastikverbrauch zu reduzieren.

"Wir wollen, dass junge Menschen das Gastgewerbe als Chance für eine langfristige Karriere sehen, deshalb werden wir neue Möglichkeiten der Berufsausbildung erkunden und dazu beitragen, Kreativität und Umweltfreundlichkeit der Branche weiter zu fördern", kündigte Staatssekretär Paul Scully an./bvi/DP/zb

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Brexit-Rechnung: London will

Brexit-Rechnung: London will drei Milliarden Pfund weniger zahlen

Grossbritannien will für offene Rechnungen aus seiner Zeit als EU-Mitglied weniger Geld zahlen als die Staatengemeinschaft von London fordert. Das Finanzministerium schätzt die ausstehende Summe auf 37,3 Milliarden Pfund (43,75 Mrd Euro), wie der oberste Beamte des Ministeriums, Steve Barclay, am Donnerstag vor Abgeordneten in London sagte. Das sind 3,75 Milliarden Euro weniger als die von der EU verlangten 47,5 Milliarden Euro. London bleibt damit im Rahmen seiner bisher erwarteten Nettokosten in Höhe von 35 bis 39 Milliarden Pfund. Die britische Regierung hatte mitgeteilt, dass sie die EU-Forderung nicht anerkenne./bvi/DP/nas

15.07.2021 18:27

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Britischer Einzelhandel

Britischer Einzelhandel profitiert von Fussball-EM

Die britischen Einzelhändler haben ihre Umsätze im Juni gesteigert. Gegenüber dem Vormonat lagen die Erlöse 0,5 Prozent höher, wie das Statistikamt ONS am Freitag in London mitteilte. Analysten hatten hingegen einen leichten Rückgang erwartet. Ihr Niveau von vor der Corona-Krise überschritten die Umsätze um 9,5 Prozent.

23.07.2021 08:25

Besonders deutlich stiegen die Umsätze der Lebensmittelhändler, was nach Einschätzung des ONS mit dem Beginn der Fussball-Europameisterschaft in Verbindung stehen dürfte. Die Umsätze im Einzelhandel ausserhalb der Lebensmittelbranche, etwa mit Bekleidung, ging hingegen zurück.

Im weniger schwankungsanfälligen Dreimonatsvergleich stiegen die gesamten Umsätze der Einzelhändler bis Juni kräftig um gut 12 Prozent an. Das Gewicht des Online-Handels ist laut ONS immer noch deutlich höher als vor der Pandemie, allerdings mit zuletzt rückläufiger Tendenz./bgf/mis

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Britische Unternehmen

Britische Unternehmen verlieren an Zuversicht

Die britischen Unternehmen sind angesichts der angespannteren Corona-Lage weniger zuversichtlich. Der Einkaufsmanagerindex der Marktforscher von IHS Markit fiel im Juli deutlich um 4,5 Punkte auf 57,7 Zähler, wie Markit am Freitag in London mitteilte. Sowohl in der Industrie als auch unter Dienstleistern trübte sich die Stimmung erheblich ein. Analysten wurden vom Ausmass der Eintrübung überrascht.

23.07.2021 11:14

Markit erklärt die schlechtere Stimmung mit Engpässen an Rohstoffen und Mitarbeitern. Für ersteres sind weltweite Lieferprobleme verantwortlich, für letzteres nicht zuletzt der Umstand, dass sich zahlreiche Angestellte in Corona-Quarantäne befinden und nicht arbeiten können. Die angespanntere Corona-Lage infolge der Delta-Variante habe die Nachfrage gedrückt, die Lieferketten belastet und zu personellen Engpässen geführt, erklärte Markit-Chefökonom Chris Williamson./bgf/jsl/mis

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Inflation in Grossbritannien

Inflation in Grossbritannien schwächt sich überraschend deutlich ab

In Grossbritannien hat sich die Inflation im Juli spürbar abgeschwächt. Die Verbraucherpreise lagen 2,0 Prozent höher als ein Jahr zuvor, wie die Statistikbehörde ONS am Mittwoch in London mitteilte. Im Juni hatte die Inflationsrate noch bei 2,5 Prozent gelegen und damit auf dem höchsten Stand seit August 2018. Analysten wurden von der Stärke des Rückgangs der Teuerung überrascht. Sie hatten für Juli im Schnitt mit einer Inflationsrate von 2,3 Prozent gerechnet. Im Monatsvergleich stagnierte das Preisniveau, während Analysten mit einem Zuwachs um 0,2 Prozent gerechnet hatten.

18.08.2021 08:31

Unter anderem hat sich die Preisentwicklung für Schuhe und Kleidung deutlich abgeschwächt. Im Juli sind auch die Preise für Alkohol und Tabak im Jahresvergleich nicht mehr so stark gestiegen wie im Juni. Ein starker Preistreiber bleiben hingegen die Transportkosten.

In Grossbritannien liegt die Inflationsrate wieder bei dem von der Notenbank angestrebten Ziel von zwei Prozent. Hier wird die Preisstabilität als gewährleistet angesehen. Viele Experten und auch die Notenbanken schätzen den jüngsten Anstieg der Inflation als eine vorübergehende Erscheinung ein./jkr/jha/

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Mangel an Lastwagenfahrern

Mangel an Lastwagenfahrern sorgt für leere Regale in Grossbritannien

Ein massiver Mangel an Lastwagenfahrern sorgt in Grossbritannien zunehmend für Probleme. "Wir sind in Schwierigkeiten", sagte Rod MacKenzie, Chef des Logistikverbandes Road Haulage Association, der Deutschen Presse-Agentur. "Und es wird noch schlimmer werden. Wir steuern auf die geschäftigste Zeit des Jahres zu. Es ist keine Besserung in Sicht."

23.08.2021 08:04

In britischen Supermärkten sind grosse Lücken in den Regalen seit Wochen nicht zu übersehen. Das British Retail Consortium bestätigte "geringfügige Störungen in den Lieferketten". Auch von einer der grössten britischen Supermarktketten, Tesco , hiess es, man erlebe sporadische Störungen aufgrund des branchenweiten Mangels an Fahrern. Das führe dazu, dass es bei einigen bestimmten Produkten Engpässe gebe. Die Kette Sainsbury 's verweist darauf, dass zwar einzelne Produkte fehlen könnten, aber man dennoch eine grosse Auswahl habe. Auch Tankstellen oder Fabriken, die ihre Produktion aussetzen müssten, sind betroffen. "Alles, was wir in Grossbritannien bekommen, kommt auf der Tragfläche eines Lastwagens zu uns", so MacKenzie.

Der Mangel an Fahrern, der MacKenzie zufolge bedeutet, dass viele grosse Supermärkte statt etwa drei Lieferungen pro Tag nur noch eine bekommen, hat auch mit dem Brexit zu tun. Etwa 20 000 europäische Fahrer seien seitdem nicht mehr in Grossbritannien tätig, weil sie seit dem EU-Austritt das Land verlassen hätten. Für neue Bewerber gibt es grosse Hürden, da teure und komplizierte Visa-Verfahren notwendig sind. Ausserdem gehen der Road Haulage Association zufolge jeden Monat Tausende ältere Fahrer in Rente. Durch die Pandemie seien zudem Zehntausende Fahrprüfungen ausgefallen, die für Nachwuchs hätten sorgen können. Insgesamt fehlten aktuell rund 100 000 Fahrer, so MacKenzie. "Die Regierung ist wie paralysiert bei diesem Thema."

London hat bislang die maximalen Fahrzeiten am Steuer von Lastwagen gelockert. Branchenvertreter MacKenzie zufolge ist das jedoch längst nicht genug. Es brauche kurzfristige Visa für Fahrer aus der EU und die Ausbildung müsste stärker subventioniert werden, damit sie auch für Menschen infrage kommt, die nicht 5000 bis 10 000 Pfund investieren könnten. Das British Retail Consortium und der Verband Logistics UK stellen ähnliche Forderungen. Die britische Regierung verweist jedoch auf das Ende der Freizügigkeit für EU-Bürger nach dem Brexit und ruft britische Firmen auf, Briten zu engagieren.

Während der vergangenen Wochen sind die Störungen in vielen Berichten der sogenannten "Pingdemic" zugeschrieben worden - also den massenhaften Personalausfällen, nachdem Kontaktpersonen von Corona-Infizierten "gepingt", also per Corona-App benachrichtigt wurden. "Mit der Pingdemic hat das kaum etwas zu tun", sagte MacKenzie über die Probleme seiner Branche. In der kommenden Zeit dürfte sich dies noch klarer zeigen: Seit einer Woche müssen Kontaktpersonen von Infizierten nicht mehr verpflichtend in Quarantäne gehen, sofern sie vollständig geimpft sind./swe/DP/stk

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Arbeitslosigkeit in

Arbeitslosigkeit in Grossbritannien geht weiter zurück - Viele offene Stellen

Der britische Arbeitsmarkt setzt seine Erholung von den Auswirkungen der Corona-Krise fort. In den drei Monaten bis Juli fiel die Arbeitslosenquote auf 4,6 Prozent, wie das Statistikamt ONS am Dienstag in London mitteilte. Das sind 0,3 Prozentpunkte weniger als in den drei Monaten zuvor (Februar bis April). Allerdings liegt die Quote immer noch 0,6 Punkte höher als vor Beginn der Pandemie. Analysten hatten mit der aktuellen Entwicklung gerechnet.

14.09.2021 08:30

Die Beschäftigung stieg unterdessen weiter an. Die Beschäftigungsquote betrug in den drei Monaten bis Juli 75,2 Prozent und lag damit 0,5 Punkte höher als in den vorherigen drei Monaten. Bis zum Erreichen des Vorkrisenniveaus fehlen allerdings noch 1,3 Prozentpunkte. Die Daten belegten eine Fortsetzung der Erholung am Arbeitsmarkt, kommentierten die Statistiker.

Der Lohnanstieg setzt sich derweil rasant fort, allerdings begünstigt durch statistische Effekte, wie das ONS unterstrich. Ohne Bonuszahlungen stiegen die Löhne bis Juli auf Jahressicht um 6,8 Prozent, mit Boni erhöhten sie sich sogar um 8,3 Prozent. Die Statistiker verwiesen darauf, dass die Vergleichswerte aus dem Vorjahr coronabedingt niedrig seien, was die aktuellen Steigerungen überzeichne.

Die Zahl der offenen Stellen stieg unterdessen erstmals seit Erhebungsbeginn über die Marke von einer Million. Dies deckt sich mit der Klage vieler Unternehmen über Probleme, geeignetes Personal zu finden. Die Zahl der offenen Stellen beziehen sich auf August, da sie anders erhoben werden als die Arbeitslosen- und Beschäftigungszahlen./bgf/stk

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Brexit: London droht mit

Brexit: London droht mit Eskalation im Streit um Nordirland-Protokoll

Die britische Regierung hat im Streit mit der EU-Kommission um das sogenannte Nordirland-Protokoll den Ton verschärft. Brexit-Minister David Frost drohte damit, von einer Notfallklausel Gebrauch zu machen und die Regelungen aus dem Brexit-Vertrag damit ausser Kraft zu setzen. "Ich rufe die EU auf, dies ernst zu nehmen", sagte Frost im Oberhaus am Montagabend. Sie begehe sonst einen "ernsthaften Fehler". Die Europäische Kommission müsse sich zudem auf echte Verhandlungen einlassen.

14.09.2021 08:19

Das Nordirland-Protokoll soll sicherstellen, dass trotz Brexit keine Warenkontrollen zwischen dem zum Vereinigten Königreich gehörenden Nordirland und dem EU-Mitglied Republik Irland entstehen. Das gilt als Voraussetzung, um den brüchigen Frieden in der ehemaligen Bürgerkriegsregion nicht zu gefährden. Stattdessen muss nun aber kontrolliert werden, wenn Waren aus England, Schottland oder Wales nach Nordirland gebracht werden. Das schafft Probleme im innerbritischen Handel, für sie sich London und Brüssel gegenseitig verantwortlich machen.

Die EU-Kommission hatte sich zuletzt offen für praktische Lösungen gezeigt. Eine Neuverhandlung des Protokolls wie sie London fordert, lehnt sie jedoch ab. Eine von der britischen Regierung einseitig beschlossenen Verlängerung der Gnadenfrist für die Einfuhr gekühlter Fleisch- und Wurstwaren in der vergangenen Woche, liess Brüssel zunächst durchgehen, um Raum für Verhandlungen zu schaffen.

Der deutsche Botschafter in London, Andreas Michaelis, kommentierte die Drohung der Briten mit Ironie: "Sieht so aus als würden wir in eine neue Phase im Hinblick auf das Nordirland-Protokoll eintreten. Gerade als die EU pragmatischer und verständnisvoller wird, nimmt das Vereinigte Königreich eine weniger flexible Position ein", schrieb er auf Twitter. Das könne man als "gemeinschaftliche Umsetzung" bezeichnen, fügte er hinzu./cmy/DP/stk

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Lieferkettensorgen: London

Lieferkettensorgen: London verschiebt Einfuhrkontrollen nach Brexit

Wegen der Folgen von Brexit und Corona-Pandemie auf Lieferketten und Unternehmen verschiebt die britische Regierung die Kontrollen auf Einfuhren aus der EU erneut um mehrere Monate. Dabei geht es darum zu prüfen, ob Lebensmittelstandards eingehalten werden. "Die Pandemie hatte langfristigere Auswirkungen auf Unternehmen, sowohl im Vereinigten Königreich als auch in der EU, als viele Beobachter noch im März erwartet haben", teilte der britische Brexit-Beauftragte David Frost am Dienstag mit.

14.09.2021 14:18

Eigentlich sollten die britischen Grenzkontrollen vom 1. Januar 2022 an greifen, ein Jahr nach dem Austritt Grossbritanniens aus EU-Zollunion und Binnenmarkt. Einige Lebensmittel sollten bereits vom 1. Oktober an kontrolliert werden. Die EU nimmt ihrerseits schon seit Januar Waren aus Grossbritannien genau unter die Lupe. Dadurch kommt es immer wieder zu Verzögerungen. Vor allem der Handel mit frischen Lebensmitteln ist infolge fehlender Lastwagenfahrer und höherer Transportkosten unter Druck geraten.

"Wir möchten, dass sich Unternehmen auf die Erholung von der Pandemie konzentrieren, anstatt sich mit neuen Anforderungen an der Grenze auseinandersetzen zu müssen", sagte Frost. "Aus diesem Grund haben wir einen pragmatischen neuen Zeitplan für die Einführung vollständiger Grenzkontrollen festgelegt." Erst vor kurzem hatte Grossbritannien einseitig die Anwendung von Brexit-Regeln für den Handel zwischen Nordirland und dem Rest des Landes aufgeschoben.

Wirtschaftsvertreter reagierten irritiert. So kritisierte der Verband der Lebensmittel- und Getränkehersteller FDF die kurzfristige Ankündigung. Unternehmen hätten viel Geld ausgegeben, um pünktlich zum 1. Oktober gerüstet zu sein und würden nun "bestraft"./bvi/DP/jha

(AWP)

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London setzt nach Brexit

London setzt nach Brexit stärker auf Handel mit Ostasien

Nach dem Brexit will Grossbritannien seine Handelspolitik stärker auf aufstrebende Wirtschaftskräfte in Südost- und Ostasien ausrichten. Ein am Dienstag veröffentlichter Bericht des Ministeriums für internationalen Handel kommt zu dem Schluss, das Zentrum der globalen wirtschaftlichen Gravitation entferne sich von Europa und verschiebe sich zum Indopazifik. Zudem werde sich die weltweite Nachfrage nach britischen Digital- und Finanzdienstleistungen in den kommenden zehn Jahren voraussichtlich verdoppeln. Ressortchefin Liz Truss kündigte ein "globales Netzwerk von Handelsabkommen der nächsten Generation" an.

14.09.2021 18:50

Truss forderte ein forscheres Vorgehen und machte die jahrzehntelange britische EU-Mitgliedschaft für eine "defensive" Haltung verantwortlich. "Verständlicherweise haben wir nach 50 Jahren in der protektionistischen EU vergessen, welche Handelsmacht wir waren", sagte die Ministerin in einer Rede vor einer Denkfabrik. Manchmal fehle es an Selbstvertrauen. "Um neue Möglichkeiten zu nutzen, müssen wir einige unserer veralteten Annahmen und Einstellungen über Bord werfen."

Grossbritannien hatte zum 1. Januar auch die EU-Zollunion sowie den Binnenmarkt verlassen. Seitdem hat der Handel mit der EU vor allem wegen neuer Zoll- und Bürokratievorschriften deutlich nachgegeben./bvi/DP/nas

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Johnson baut noch am Mittwoch

Johnson baut noch am Mittwoch sein Kabinett um

(Ausführliche Fassung) - Der britische Premierminister baut sein Kabinett um. Johnson werde noch am Mittwoch einige Minister austauschen, sagte ein Regierungssprecher in London. Namen wurden nicht genannt. Es gehe darum, ein starkes und vereintes Team zusammenzustellen, um die Erholung von der Pandemie besser voranzutreiben, sagte der Sprecher.

15.09.2021 14:13

Mehrere Ressortchefs gelten als gefährdet. So steht Aussenminister Dominic Raab in der Kritik, weil er während des überhasteten Abzugs der Alliierten aus Afghanistan im Urlaub war und erst spät nach Grossbritannien zurückkehrte. Bildungsminister Gavin Williamson wird vorgeworfen, die Corona-Gefahr in Schulen unzureichend bekämpft zu haben. Er soll sich bereits von seinen Mitarbeitern verabschiedet haben, wie die "Huffington Post" berichtete. Auch Arbeitsministerin Thérèse Coffey muss um ihren Posten bangen, wie Medien berichteten./bvi/cmy/DP/stw

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Nach Brand in Anlage:

Nach Brand in Anlage: Strompreise in Grossbritannien stark gestiegen

Nach einem Brand in einem britischen Stromverteilzentrum sind die Preise für Elektrizität im Vereinigten Königreich drastisch gestiegen. Der Preis für eine Megawattstunde schnellte um knapp 20 Prozent auf 475 Pfund (rund 557 Euro) hinauf, wie die BBC am Donnerstag berichtete.

16.09.2021 12:43

Das Feuer in einer Anlage des Netzwerkbetreibers National Grid in der Grafschaft Kent hatte am Tag zuvor den Betrieb einer als Interkonnektor bezeichneten unterseeischen Stromleitung aus Frankreich unmöglich gemacht. Dadurch würden bis Ende März kommenden Jahres 1000 Megawattstunden an Kapazität fehlen, teilte National Grid mit. Eine zweite Leitung sei aber ohne Einschränkungen im Betrieb, hiess es weiter.

Der Ausfall des Interkonnektors erhöht den Druck auf den ohnehin schon angespannten Energiemarkt. Die Strompreise in Grossbritannien hatten laut BBC kürzlich sogar ein Rekordniveau von 540 Pfund (rund 634 Euro) pro Kilowattstunde erreicht. Auch die Preise für Gas und Öl sind derzeit auf vergleichsweise hohem Niveau./cmy/DP/ngu

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'UK' statt 'GB' auf Autos:

'UK' statt 'GB' auf Autos: London bemüht sich um Geschlossenheit

Nach dem Brexit will das Vereinigte Königreich seine Geschlossenheit betonen und ändert deshalb sein internationales Fahrzeugkennzeichen. Vom 28. September an müssen Briten für Fahrten ins Ausland einen Aufkleber mit der Aufschrift "UK" auf der Rückseite ihres Wagens haben. Das bisher genutzte "GB" darf dann nicht mehr ohne zusätzlichen "UK"-Sticker verwendet werden. Die Vereinten Nationen seien informiert worden, teilte das Verkehrsministerium in London mit. Der Automobilverband AA, aber auch Politiker aus verschiedenen Lagern kritisierten den Schritt.

20.09.2021 06:32

Unterstützer betonen hingegen, dass sich nun auch endlich die Menschen in Nordirland angesprochen fühlten. Die britische Provinz gehört nicht zu Grossbritannien, aber zum Vereinigten Königreich. "Die Änderung der nationalen Kennung von "GB" zu "UK" symbolisiert unsere Einheit als Nation und ist Teil eines umfassenderen Schrittes zur Verwendung des "UK"-Symbols in der gesamten Regierung", begründete das Ministerium das Vorgehen.

Die "UK"-Sticker können online bestellt sowie in Postämtern und Werkstätten gekauft werden und kosten je 1,50 Pfund (ca 1,75 Euro)./bvi/DP/zb

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Gaskrise in Grossbritannien

Gaskrise in Grossbritannien spitzt sich zu - Kleine Firmen vor Kollaps

In Grossbritannien sorgen die innerhalb kürzester Zeit massiv gestiegenen Gaspreise für erhebliche Probleme. Der britische Wirtschaftsminister Kwasi Kwarteng hielt am Wochenende mehrere Krisentreffen mit Vertretern der Branche ab, während der für die Klimakonferenz COP26 zuständige Staatssekretär Alok Sharma im BBC-Interview am Sonntag zu beschwichtigen versuchte. Es gebe "im Moment kein Risiko bei der Versorgung", sagte Sharma. Die erneuerbaren Energien müssten dringend schnell weiter ausgebaut werden.

19.09.2021 19:05

Die BBC berichtete unter Berufung auf den Branchenverband Oil & Gas UK, die Grosshandelspreise für Gas seien seit Januar dieses Jahres in Grossbritannien um 250 Prozent gestiegen, um 70 Prozent allein seit August. Dafür werden unter anderem eine weltweit hohe Nachfrage, Probleme bei einigen Unternehmen sowie eine geringere Energiegewinnung durch Wind und Sonne verantwortlich gemacht.

Die hohen Gaspreise haben bereits zur temporären Schliessung einzelner Werke von Düngemittelherstellern geführt - wodurch ein Mangel am Nebenprodukt CO2 entstanden ist, das für die Verpackung von frischen Lebensmitteln wie Fleisch oder Tiefkühlprodukten verwendet wird. Lebensmittelfirmen rechnen daher mit Engpässen und Problemen in den kommenden Wochen.

Dem "Guardian" zufolge stehen mehrere kleine Energiefirmen kurz vor dem finanziellen Kollaps. Fünf haben bereits in den vergangenen Wochen aufgeben müssen. Die Regierung arbeitet derzeit Berichten zufolge an Plänen, damit sich die Preissteigerungen nicht in ausuferndem Masse auf die Rechnungen der britischen Verbraucherinnen und Verbraucher auswirken./swe/DP/nas

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Britische

Britische Lebensmittelverbände: Versorgung 'auf Messers Schneide'

Mehrere britische Lebensmittelfirmen und Verbände haben angesichts der angespannten Versorgungslage Alarm geschlagen und vor Hamsterkäufen in der Weihnachtszeit gewarnt. Die Lebensmittelversorgung des Landes stehe "auf Messers Schneide", schrieb die Chefin des Bauernverbandes National Farmers' Union, Minette Batters, in einen Brief an den Premierminister, der von mehreren Lebensmittelverbänden unterzeichnet wurde. Man brauche Notfallvisa, um ausländische Arbeitskräfte rekrutieren zu dürfen. "Ohne das werden wir mehr leere Regale haben, und Verbraucher werden Panikkäufe machen, um durch den Winter zu kommen", schrieb Batters.

23.09.2021 08:53

In den vergangenen Monaten waren in Grossbritannien immer wieder Engpässe bei verschiedenen Produkten aufgetreten, so dass einige Regale leer blieben. Das liegt vor allem an einem starken Mangel an Arbeitskräften in der Landwirtschaft und bei Lastwagenfahrern, der sich durch Brexit und Pandemie verschärft hat. Nun belasten zusätzlich hohe Gaspreise und ein damit verbundener Mangel an CO2, der für die Verpackung von Fleisch und anderen frischen Produkten genutzt wird, die Branche zusätzlich./swe/DP/stk

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GB sucht verzweifelt Lkw-Fahrer

«Whatever it takes»: Grossbritannien sucht verzweifelt Lkw-Fahrer

Die britische Regierung hat verstärkte Anstrengungen im Kampf gegen den akuten Mangel an Lkw-Fahrern angekündigt.

25.09.2021 03:22

"Wir werden Himmel und Hölle in Bewegung setzen, um sicherzustellen, dass die Engpässe gelindert werden", sagte Verkehrsminister Grant Shapps am Freitag dem Sender Sky News. Am Vortag hatte der Ölkonzern BP erklärt, einige seiner 1200 britischen Tankstellen schliessen zu müssen, da es an Truckern für den Transport von Benzin und Diesel mangele.

An Tankstellen in London und in Kent bildeten sich am Freitag Schlangen vor den Zapfsäulen, weil Autofahrer Engpässe befürchteten. Schätzungen zufolge fehlen der britischen Transportbranche derzeit rund 100'000 Fahrer. Das ist vor allem darauf zurückzuführen, dass etwa 25'000 Trucker nach dem Brexit auf den europäischen Kontinent zurückgekehrt sind und dass die Virus-Pandemie die Ausbildung neuer Fahrer behindert.

"Wir werden alles tun, was nötig ist", sagte der Verkehrsminister am Dienstag. Dabei bediente er sich der 2012 berühmt gewordenen Redewendung "whatever it takes", mit der der damalige Chef der Europäischen Zentralbank, Mario Draghi, die Finanzmärkte in der Euro-Krise beruhigt hatte. Ziel sei, dass der Autoverkehr weiter normal laufe, sagte Shapps. Die Regierung arbeite hart daran, Gesetze zu ändern, um die Ausbildung neuer Lkw-Fahrer zu erleichtern. Wegen des Lockdowns in der Virus-Pandemie hätten 40.000 Interessenten keine Prüfungen abgenommen werden können.

Schon im August hatte die Schnellrestaurant-Kette McDonald's aufgrund von Problemen in den Lieferketten Milchshakes und bestimmte Getränke von den Speisekarten seiner britischen Filialen nehmen müssen. Dem Wettbewerber Nando's war Hühnerfleisch ausgegangen.

Shapps sagte, man müsse auch dafür sorgen, dass der Beruf des Lkw-Fahrers attraktiver werde. Grossbritannien habe lange von billigen Arbeitskräften zumeist aus Osteuropa profitiert. Auf die Frage, ob die Regierung die Visabestimmungen für interessierte Trucker aus anderen Ländern lockern würde, sagte er, es würden alle Optionen geprüft.

Zuvor hatte es Forderungen gegeben, kurzfristig Visa für die Einreise solcher Fahrer zuzulassen. Damit solle die Lücke bis zur Ausbildung einer ausreichenden Zahl britischer Trucker geschlossen werden. Kurzfristig könnten internationale Fahrer helfen, auch wenn es wohl zu spät sei, um damit für eine störungsfreie Logistik des Weihnachtsgeschäfts der Einzelhändler zu sorgen, erklärte ein Vertreter der Branche. Langfristig brauche man aber höhere Löhne und bessere Arbeitsbedingungen für die Beschäftigten. 

(Reuters)

 

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Tausende britische

Tausende britische Tankstellen ohne Benzin - Notstand an der Zapfsäule

Der Notstand an den britischen Tankstellen nimmt alarmierende Züge an.

27.09.2021 06:41

Nach Angaben des Branchenverbands Petrol Retailers Association, der rund 5500 unabhängige Tankstellen vertritt, haben zwei Drittel der Mitglieder keinen Kraftstoff mehr. Die Nachfrage liege um bis zu 500 Prozent höher, sagte Verbandschef Brian Madderson dem Sender BBC Radio 4. Madderson sagte, 50 bis 90 Prozent der Tankstellen seien leer, die anderen drohten bald auszutrocknen.

An zahlreichen Tankstellen in Grossbritannien gibt es derzeit Engpässe mit Benzin und Diesel, seit Tagen kommt es zu Panikkäufen und langen Schlangen. Hintergrund ist ein gewaltiger Mangel an Lastwagenfahrern, der zuvor bereits zu leeren Supermarktregalen geführt hatte. Wegen der Corona-Pandemie wurden etliche Fahrstunden und -prüfungen verschoben. Zudem wanderten wegen des Brexits etwa 20'000 vor allem osteuropäische Fachkräfte ab - neue strenge Einwanderungsregeln hemmen nun aber den Zuzug.

Um die Probleme zu bekämpfen, will die Regierung unter anderem Arbeitsvisa für bis zu 5000 ausländische Lastwagenfahrer ausstellen. Verbandschef Madderson kritisierte, das Regierungsvorhaben greife zu kurz. Premierminister Boris Johnson hatte sich gegen Visa-Ausnahmen lange gesträubt, denn ein Ziel des Brexits war, die Freizügigkeit zu beenden.

Mit einem Massnahmenpaket will die Regierung nun zudem Zehntausende Fahrprüfungen zusätzlich pro Jahr ermöglichen. Ausserdem sollen die Arbeitsbedingungen verbessert werden. Wie die Zeitung "The Times" berichtete, sollen kurzfristig Soldaten als Lastwagenfahrer einspringen. Es könne allerdings noch eine Woche dauern, bis sie einsatzbereit sind.

Wirtschaftsminister Kwasi Kwarteng setzte am Sonntagabend Wettbewerbsregeln ausser Kraft, damit die Branche gemeinsam gegen die Engpässe vorgehen kann. "Es gibt langjährige Notfallpläne, um mit der Industrie zusammenzuarbeiten, damit die Kraftstoffversorgung aufrechterhalten wird und im Falle einer ernsthaften Störung Lieferungen erfolgen können", sagte Kwarteng. Er betonte, dass es genügend Kraftstoff gebe, räumte aber Probleme bei den Lieferketten ein.

(AWP)

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Tausende Visa für Lkw-Fahrer:

Tausende Visa für Lkw-Fahrer: London will Weihnachten retten

(Ausführliche Fassung) - Nach dramatischen Bildern von Warteschlangen an Tankstellen hat die britische Regierung ihre starre Haltung über den Haufen geworfen und hofft nun auf Rettung durch ausländische Fachkräfte. Wie das Verkehrsministerium am Sonntag in London mitteilte, werden bis zu 5000 Arbeitsvisa für Lastwagenfahrer bereitgestellt, zudem sollen 5500 Fachkräfte für die Geflügelverarbeitung angelockt werden. Das Ziel: Premierminister Boris Johnson will doch noch das Weihnachtsfest retten.

26.09.2021 15:01

"Nach sehr schwierigen 18 Monaten weiss ich, wie wichtig dieses Weihnachtsfest für uns alle ist", sagte Verkehrsminister Grant Shapps. Noch am Freitag hatte er abgelehnt, ausländische Spezialisten ins Land zu holen.

Die Lage ist dramatisch. Weil an allen Ecken Lastwagenfahrer fehlen - der Branchenverband Road Haulage Association (RHA) nennt als Zahl bis zu 100 000 - blieben in Supermärkten Lebensmittelregale leer, auch viele andere Waren gab es vorübergehend nicht, von Matratzen bis zu bestimmten Biersorten. Aber erst, als bekannt wurde, dass Energiekonzerne Dutzende Tankstellen nicht mehr beliefern konnten, griff die Regierung ein. Ein Grund für den eklatanten Engpass sind die schärferen Einwanderungsregeln seit dem Brexit, EU-Bürger benötigen nun teure Arbeitsvisa.

Vertreter der Logistikbranche sowie der Nahrungsmittelindustrie begrüssten die Regierungspläne. Zugleich machten sie deutlich, dass die insgesamt 10 500 Fachkräfte nicht ausreichten. "Das ist, als ob man ein Lagerfeuer mit einem Fingerhut Wasser löschen will", sagte die Präsidentin der Britischen Handelskammer, Ruby McGregor-Smith. Der Industrieverband CBI kritisierte die Haltung der Regierung, vor allem auf Ausbildung zu setzen. "Man kann Gepäckabfertiger nicht über Nacht in Metzger verwandeln oder Ladenbesitzer in Köche", sagte CBI-Chef Tony Danker der BBC.

Hingegen beharrte das Verkehrsministerium darauf, dass der Import von Arbeitskräften keine nachhaltige Lösung des Problems darstelle. Minister Shapps weigerte sich, den Brexit als Grund für die Nöte anzuerkennen, und warf vielmehr dem RHA vor, mit durchgestochenen Informationen aus nicht-öffentlichen Sitzungen Panik geschürt zu haben. Der Verband wies dies entrüstet zurück.

Helfen sollen nun ein Massnahmenpaket und das Militär. Vorgesehen ist etwa, dass Fahrlehrer der Armee helfen, den enormen Rückstau an Fahrprüfungen aufzuarbeiten, der auch durch die Corona-Pandemie entstanden ist. Shapps schloss nicht aus, dass Soldaten sogar als Fahrer einspringen könnten. Zudem sollen ehemalige Brummi-Fahrer von einer Rückkehr in den Beruf überzeugt werden, die Regierung verspricht höhere Löhne und bessere Arbeitsbedingungen. Insgesamt sollen 50 000 Fahrprüfungen pro Jahr zusätzlich möglich werden.

Zugleich versuchte die Regierung, die Bevölkerung zu beruhigen. Es sei genügend Kraftstoff vorhanden, sagte Minister Shapps. Die Leute sollten sich vernünftig verhalten. Seine Kabinettskollegin Nadine Dorries twitterte: "Es gibt keinen Kraftstoffmangel. Ich wiederhole: ES GIBT KEINEN KRAFTSTOFFMANGEL!!"

Ein Versprechen des Brexits war, die Freizügigkeit zu beenden. Nun sollen die Ausländer doch helfen. Der RHA zweifelt aber daran, ob die erhofften Fachkräfte überhaupt kommen. Die Zeit sei knapp, und es sei fraglich, ob Fahrer, die auch in der EU händeringend benötigt werden, sich auf ein zeitlich begrenztes Abenteuer einliessen, sagte RHA-Manager Rod McKenzie der Nachrichtenagentur PA.

Andere Branchen gehen ebenfalls davon aus, dass das Weihnachtsgeschäft auf der Kippe steht. Das liegt auch an einer Energiekrise mit stark gestiegenen Gaspreisen, die sich etwa auf die Lebensmittelproduktion auswirken. Zudem warnten Weihnachtsbaumproduzenten gegenüber dem Sender Sky News vor einem drastischen Preisanstieg. Es sei fraglich, ob jeder, der wolle, einen echten Weihnachtsbaum aufstellen könne.

Noch gefährdeter ist der traditionelle Festschmaus. Bereits vor Weihnachten werde es keine Truthähne mehr geben, sagte die Chefin des Verbands Traditional Farm Fresh Turkey Association, Kate Martin. Im Gegensatz zu Minister Shapps ist sie überzeugt, dass der Brexit Schuld an den Lieferproblemen ist. Zwar nutzten kleinere Produzenten lokale Arbeitskräfte. Bei den grossen Anbietern sei aber "zu 100 Prozent" der Brexit die Ursache für die Knappheit an Arbeitskräften./bvi/DP/he

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London droht mit Rauswurf von

London droht mit Rauswurf von EU-Bürgern ohne Aufenthaltsgenehmigung

Grossbritannien hat EU-Bürgern, die nach dem Brexit keine Aufenthaltsgenehmigung mehr besitzen, mit dem Rauswurf gedroht.

26.09.2021 13:06

Wer dennoch im Vereinigten Königreich bleibe, sei illegal dort, sagte der für Einwanderung zuständige Staatssekretär Kevin Foster der italienischen Zeitung "La Repubblica" (Samstag). "Wir erwarten, dass die Menschen das Land freiwillig verlassen, aber wenn dies nicht der Fall ist, wird die Einwanderungsbehörde versuchen, ihre Ausreise durchzusetzen", sagte Foster.

Eines der zentralen Brexit-Versprechen von Premierminister Boris Johnson war, die Bewegungsfreiheit zu beenden. EU-Bürger, die vor dem britischen Austritt aus EU-Zollunion und Binnenmarkt am 1. Januar 2021 im Land lebten, konnten sich bis Ende Juni 2021 auf einen neuen Aufenthaltsstatus bewerben, der ihnen auch nach dem Brexit Zugang zu Gesundheitssystem, Arbeitsmarkt und sozialen Leistungen sichern soll. Mehr als sechs Millionen Menschen taten dies, bisher wurden 5,4 Millionen Anträge bewilligt. Mit Stand Ende August wurden noch immer 400 000 Bewerbungen bearbeitet.

"Die Öffentlichkeit erwartet zurecht von uns, dass wir diejenigen entfernen, die kein Recht haben, sich im Vereinigten Königreich aufzuhalten", sagte Foster. Er lehnte Lockerungen der Visaregeln ab, um etwa dringend benötigte Spezialisten wieder ins Land zu lassen. Das neue Einwanderungssystem sei nicht die Ursache für die vielen unbesetzten Arbeitsstellen, behauptete der Politiker. Dass auch EU-Staaten händeringend nach Mitarbeitern in der Logistik oder Gastronomie suchten, beweise, dass der Brexit nicht die Ursache des Problems sei. Wirtschaftsverbände fordern hingegen seit langem Ausnahmeregelungen, um den drängenden Fachkräftemangel zu beheben.

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Britische Kraftstoffkrise:

Britische Kraftstoffkrise: Ölfirmen fordern Ende von Panikkäufen

Mehrere Unternehmen aus der Ölbranche haben die Autofahrer in Grossbritannien zur Zurückhaltung an der Zapfsäule aufgefordert.

28.09.2021 06:25

"Wir rufen alle dazu auf, Kraftstoff so zu kaufen, wie sie es normalerweise machen würden", hiess es in einer gemeinsamen Mitteilung von BP , Esso, Shell und anderen Unternehmen am Montag. Es gebe genug Kraftstoff, und man arbeite mit der Regierung daran, dass er an Tankstellen im ganzen Land verfügbar sei, versicherten sie.

Im Vereinigten Königreich sitzen derzeit viele Tankstellen auf dem Trockenen. Hintergrund ist ein Mangel an Lastwagenfahrern, der auch schon zu Lücken in Supermarktregalen führte. Seit in der vergangenen Woche einige Tankstellen wegen des Fahrermangels schliessen mussten, kommt es zu Panikkäufen und einer Kettenreaktion. Angaben des Branchenverbands Petrol Retailers Association zufolge, der rund 5500 unabhängige Tankstellen vertritt, haben derzeit zwei Drittel der Mitglieder keinen Kraftstoff mehr.

Nach Einschätzung der Energieunternehmen wird der Druck auf die Tankstellen in den kommenden Tagen jedoch nachlassen, weil bereits viele Autos mit mehr Kraftstoff als üblich versorgt sind.

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Kraftstoffmangel: London

Kraftstoffmangel: London lässt Armee in Bereitschaft versetzen

Die Regierung in London hat angesichts der Kraftstoffkrise in Grossbritannien Lastwagenfahrer der Armee in Bereitschaft versetzen lassen. Diese sollten darauf vorbereitet werden, Tankstellen zu beliefern, hiess es in einer Mitteilung in der Nacht zum Dienstag.

28.09.2021 09:24

Im Vereinigten Königreich sitzen derzeit viele Tankstellen auf dem Trockenen. Hintergrund ist ein Mangel an Lastwagenfahrern, der auch schon zu Lücken in Supermarktregalen führte. Seit in der vergangenen Woche einige Tankstellen wegen des Fahrermangels schliessen mussten, kommt es zu Panikkäufen. Vor Tankstellen bilden sich lange Schlangen.

Wirtschaftsminister Kwasi Kwarteng betonte, die Nachfrage werde in den kommenden Tagen auf ein normales Niveau zurückkehren. Trotzdem sei es richtig, Vorkehrungen zu treffen. "Falls notwendig wird der Einsatz des militärischen Personals die Lieferkette vorübergehend mit zusätzlichen Kapazitäten versorgen, um den Druck durch örtlich begrenzte Ausschläge in der Nachfrage zu mindern", sagte Kwarteng.

Mehrere Ölfirmen hatten die Menschen am Montag aufgerufen, die Panikkäufe zu beenden. Es gebe genug Kraftstoff im Land. Auch sie gehen davon aus, dass der Druck auf die Tankstellen in den kommenden Tagen nachlässt, weil viele Autos bereits vollgetankt sind./cmy/DP/men

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