Brexit: Ende einer Fehlkonstruktion?

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Grossbritannien: Inflation

Grossbritannien: Inflation steigt erstmals seit Jahresbeginn

In Grossbritannien ist die Inflation im Juni überraschend gestiegen. Die Inflationsrate habe auf 0,6 Prozent zugelegt, nach auf 0,5 Prozent im Mai, teilte das Statistikamt ONS am Mittwoch in London mit. Analysten hatten hingegen mit dem fünften Rückgang der Teuerung in Folge gerechnet und eine Inflationsrate von 0,4 Prozent erwartet.

15.07.2020 08:28

Damit ist die Inflation in Grossbritannien erstmals in diesem Jahr gestiegen. Im Januar hatte die Inflationsrate noch bei 1,8 Prozent gelegen und war vor allem in der Corona-Krise im April stark gefallen. Massnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie belasten die Wirtschaft und dämpften so den Preisanstieg.

Die Kernrate, bei der schwankungsanfällige Preise für Energie und Lebensmittel herausgerechnet werden, lag für Juni im Jahresvergleich mit 1,4 Prozent merklich höher. Im Mai hatte sie bei 1,2 Prozent gelegen und Analysten hatten einen unveränderten Wert erwartet.

Im Vergleich zum Vormonat legten die Verbraucherpreise im Juni um 0,1 Prozent zu. Experten hatten in dieser Betrachtung eine Stagnation erwartet./jkr/stk

(AWP)

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Grossbritanniens Inflation

Grossbritanniens Inflation zieht etwas an

Die Lebenshaltungskosten in Grossbritannien sind im Juli wieder etwas stärker gestiegen. Wie das Statistikamt ONS am Mittwoch in London mitteilte, lagen die Verbraucherpreise durchschnittlich 1,0 Prozent höher als ein Jahr zuvor. Analysten hatten im Schnitt einen Zuwachs wie im Vormonat um 0,6 Prozent erwartet. Im Monatsvergleich legte das allgemeine Preisniveau ebenfalls zu.

19.08.2020 08:16

Verantwortlich für den stärkeren Preisauftrieb waren nach Angaben des ONS höhere Benzinpreise und steigende Preise für Bekleidung. Die Lebensmittelpreise übten dagegen einen leicht dämpfenden Effekt auf die allgemeine Teuerung aus. Trotz des Anstiegs liegt die Inflationsrate deutlich unterhalb des Inflationsziels der britischen Notenbank von zwei Prozent./bgf/jha/

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Britischer Einzelhandel legt

Britischer Einzelhandel legt weiter zu - Vorkrisenniveau überschritten

Der britische Einzelhandel hat sich im Juli weiter von den heftigen Rückschlägen in der Corona-Krise erholt. Die Umsätze der Branche stiegen gegenüber dem Vormonat um 3,6 Prozent, wie das Statistikamt ONS am Freitag in London mitteilte. Analysten hatten mit einem geringeren Anstieg von im Schnitt 2,0 Prozent gerechnet.

21.08.2020 08:34

Verglichen mit Februar, als die Pandemie Grossbritannien noch nicht fest im Griff hatte, liegen die Umsätze 3,0 Prozent höher. Allerdings fällt die Entwicklung im Detail sehr unterschiedlich aus: So liegen die Erlöse aus dem Benzinverkauf immer noch 11,7 Prozent unter Vorkrisenniveau. Die Umsätze mit Bekleidung liegen sogar ein Viertel unter ihrem Niveau von Februar. Dagegen gehören die Online-Händler zu den Gewinnern, sie können derzeit gut 50 Prozent mehr umsetzen als vor der Krise./bgf/jha/

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Premier Johnson droht mit

Premier Johnson droht mit hartem Bruch nach Brexit-Übergangsphase

Kurz vor der nächsten Gesprächsrunde über ein Brexit-Anschlussabkommen hat der britische Premier Boris Johnson von der EU mehr Tempo und Entgegenkommen gefordert. Man müsse sich bis Mitte Oktober einigen, damit ein solcher Deal noch ratifiziert werden könne. Ansonsten werde es kein freies Handelsabkommen zwischen Grossbritannien und der Europäischen Union geben, teilte Johnson am Sonntagabend in London mit. Stattdessen setze London dann auf eine Vereinbarung mit der EU nach australischem Vorbild.

07.09.2020 06:32

Die EU hat mit dem fünften Kontinent bisher nur ein Rahmenabkommen, das unter anderem technische Hürden betrifft. Im Grossen und Ganzen findet der Handel zwischen Europa und Australien auf Grundlage der Welthandelsorganisation WTO statt. Auf Grossbritannien übertragen wäre das dann der gefürchtete No Deal.

Noch schärfer im Ton war am Sonntag der britische Chef-Unterhändler David Frost: Er sei sich völlig einig mit Johnson, dass Grossbritannien von einem No-Deal-Brexit nichts zu befürchten habe, sagte er der "Mail on Sunday". "Ich glaube nicht, dass uns das in irgendeiner Weise Angst einjagt", sagte Frost in einem Interview.

Am Dienstag wird EU-Unterhändler Michel Barnier in London erwartet. Grossbritannien war Ende Januar aus der EU ausgetreten. In einer Übergangsphase bis zum Jahresende gehört das Land aber noch zum EU-Binnenmarkt und zur Zollunion, so dass sich im Alltag fast noch nichts geändert hat. Gelingt kein Vertrag über die künftigen Beziehungen, könnte es Anfang 2021 zum harten wirtschaftlichen Bruch mit Zöllen und anderen Handelshemmnissen kommen./si/DP/zb

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Britisches Unterhaus berät

Britisches Unterhaus berät über Johnsons Abkehr vom Brexit-Abkommen

Das britische Unterhaus beginnt am Montag seine Beratungen über das umstrittene Vorhaben von Premierminister Boris Johnson, den mit der EU geschlossenen Brexit-Vertrag einseitig zu ändern.

14.09.2020 06:49

Die Debatte über den Gesetzesentwurf dürfte hitzig werden, da auch einige von Johnsons Tories auf seine Rücknahme dringen. Sie sehen in Johnsons Abkehr von dem Abkommen einen Verstoss gegen internationales Recht und fordern daher den Rücktritt von Justizminister Robert Buckland.

Die britische Regierung hatte vor einigen Tagen überraschend angekündigt, einseitig den im Januar mit der Europäischen Union (EU) verabschiedeten Brexit-Vertrag ändern zu wollen. Dabei geht es unter anderem um die Aussetzung von Zollregelungen im Warenhandel für die Provinz Nordirland. Die Forderung der EU-Kommission, das Änderungsvorhaben zurückzuziehen, wies London zurück. Dies belastet auch die laufenden Verhandlungen über die künftigen Beziehungen und ein Handelsabkommen zwischen EU und Vereinigtem Königreich.

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Arbeitslosigkeit in

Arbeitslosigkeit in Grossbritannien steigt an

Die Arbeitslosigkeit in Grossbritannien ist im Juli wie erwartet angestiegen, insgesamt halten sich die Auswirkungen der Corona-Krise jedoch weiter in Grenzen. In den drei Monaten bis Juli erhöhte sich die Arbeitslosenquote von 3,9 auf 4,1 Prozent, wie das Statistikamt ONS am Dienstag in London mitteilte. Analysten hatten im Schnitt mit diesem Anstieg gerechnet.

15.09.2020 08:38

Die Beschäftigung sank in den drei Monaten bis Juli deutlich schwächer als erwartet. Die Zahl der Beschäftigten verringerte sich um 12 000, während Analysten im Mittel einen Abbau von 125 000 Stellen erwartet hatten. Die Löhne stiegen im selben Zeitraum ohne Bonuszahlungen um 0,2 Prozent, mit Bonuszahlungen gingen sie dagegen zurück.

Der britische Arbeitsmarkt hat sich in der Corona-Krise bislang relativ unanfällig gezeigt. Dies ist aber vor allem Folge eines staatlichen Unterstützungsprogramms, das der deutschen Kurzarbeit ähnelt.

Die drastischen Auswirkungen der Corona-Krise zeigt eine andere Messung des ONS: Neben den Zahlen nach internationalen Standards veröffentlicht das Statistikamt auch eine nationale Berechnung. Diese läuft den Zahlen nach internationaler Methode einen Monat voraus. Demnach ist die Zahl der Menschen mit Anspruch auf Arbeitslosenhilfe ("Claimant Count") im August um weitere 73 700 auf insgesamt 2,7 Millionen gestiegen. Seit März, als die Corona-Beschränkungen in Kraft getreten waren, hat sich diese Zahl mehr als verdoppelt./bgf/stk

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Brexit: Zwei Tage Wartezeit

Brexit: Zwei Tage Wartezeit an britischer Grenze befürchtet

Nach dem Ende der Brexit-Übergangsphase zum Jahreswechsel erwarten die britischen Behörden einem internen Papier zufolge erhebliches Chaos an den Grenzen. Man rechne bereits im Januar mit Schlangen von bis zu 6500 Lastwagen in der Grenzregion Kent, wie aus dem vertraulichen Regierungsdokument hervorgeht, über das der britische "Guardian" am Dienstag berichtete.

15.09.2020 13:48

Im Februar könnte es den Berechnungen der Experten zufolge sogar bis zu zwei Tage dauern, bis Lastwagen im Stau bis an die Grenze vordringen. Das Papier skizziert ein "Worst-Case-Szenario". Die Autoren betonen auch, dass die Staus und Verzögerungen selbst dann entstehen könnten, wenn Grossbritannien es noch schafft, einen Handelspakt mit der EU auszuhandeln.

Derzeit stocken die Verhandlungen. Gibt es keine Einigung, droht zum Jahreswechsel der harte Bruch mit Zöllen und anderen Handelshemmnissen. Doch selbst wenn noch ein Vertrag zustande käme, wäre Grossbritannien ab 2021 nicht mehr Teil des europäischen Binnenmarktes, so dass einige Kontrollen in jedem Fall notwendig würden.

Um das befürchtete Chaos zu minimieren, schlagen die Experten dem Papier zufolge vor, Service-Stationen an Autobahnen innerhalb des Landes zu errichten. Dort soll Lkw-Fahrern dabei geholfen werden, rechtzeitig vor der Grenze die notwendigen Dokumente vorzubereiten.

Ziel soll es darüber hinaus sein, ein Software-basiertes System aufzubauen, mit dem ein flüssiger Warenverkehr gewährleistet werden soll. Allerdings steht dafür noch viel Arbeit an, wie aus dem Papier hervorgeht: 26 Regierungsbehörden mit 100 IT-Systemen sollen beteiligt sein. Ein wichtiges Online-Ampelsystem soll zudem erst ab Ende November getestet werden./swe/DP/nas

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Brexit: Londoner

Brexit: Londoner Clearinghäuser bleiben vorerst in der EU im Geschäft

Trotz des Brexits dürfen spezialisierte Finanzfirmen in Grossbritannien vorerst weiter das sogenannte Clearing im Derivatehandel für Partner in der Europäischen Union abwickeln. Dafür erteilte die EU-Kommission am Montag die Genehmigung für 18 Monate. Anderenfalls könnten Risiken für die Stabilität der Finanzmärkte entstehen, erklärte Vizepräsident Valdis Dombrovskis.

21.09.2020 14:12

Die Zentralen Gegenparteien stehen im Handel mit Derivaten - das sind Finanzinstrumente auf Grundlage der erwarteten Kursentwicklung etwa von Rohstoffen oder Aktien - zwischen Käufer und Verkäufer. Sie wirken wie ein Puffer, um das Risiko dieser Geschäfte zu dämpfen. Clearing-Häuser springen ein, wenn einer der Handelspartner ausfällt. Derzeit findet die billionenschwere Abwicklung von Handelsgeschäften mit Euro-Wertpapieren, das Euro-Clearing, überwiegend in London statt.

Mit der EU-Genehmigung dürfen britische Firmen die Finanzgeschäfte auch nach Ende der Brexit-Übergangsphase zum Jahresende im EU-Binnenmarkt anbieten. Die Frist von 18 Monaten sollten Marktteilnehmer in der EU nutzen, um ihre "exzessive Abhängigkeit von Gegenparteien im Vereinigten Königreich zu reduzieren", mahnte Dombrovskis. In der Zeit sollten in der EU eigene Kapazitäten aufgebaut werden.

Grossbritannien ist Ende Januar aus der EU ausgetreten, bleibt aber noch bis Jahresende im Binnenmarkt. Erst dann kommt der wirtschaftliche Bruch. Derzeit wird über ein Anschlussabkommen verhandelt, aber bislang ohne greifbare Ergebnisse./vsr/DP/stk

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Grossbritannien steckt in

Grossbritannien steckt in Entlassungswelle: 650'000 Jobs weg

Grossbritannien steckt einer Studie zufolge wegen der Corona-Rezession in der grössten Entlassungswelle seit vielen Jahren.

21.09.2020 20:00

Mindestens 650'000 Menschen dürften zwischen Juli und Dezember 2020 ihre Jobs verlieren, wie die unabhängige Forschungsorganisation Institute for Employment Studies in London mitteilte. "Leider scheint ein Grossteil dieser Umstrukturierung jetzt unvermeidlich zu sein", hiess es in der Studie. Die angekündigten Entlassungen würden mehr als doppelt so hoch ausfallen wie während der Rezession 2008/09 in der Finanzkrise.

Das Institut rät der Regierung zum Gegensteuern - etwa durch die Senkung der Beschäftigungskosten. Auch könnten Branchen und Bereiche, die längerfristig lebensfähig sind, "gezielte" Lohnzuschüsse bekommen. Finanzminister Rishi Sunak widersetzt sich bislang Forderungen nach einer Verlängerung des Corona-Programms zur Jobsicherung, das Ende Oktober auslaufen soll. Arbeitgeberverbände drängen ihn, die Sozialversicherungsbeiträge zu senken, um den erwarteten Anstieg der Arbeitslosigkeit abzuschwächen.

Die britische Wirtschaft ist im Frühjahrsquartal um mehr als ein Fünftel abgestürzt. Zum Vergleich: Das deutsche Bruttoinlandsprodukt sank mit 9,7 Prozent weniger als halb so stark. 

(Reuters)

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Staatsminister Gove warnt vor

Staatsminister Gove warnt vor Post-Brexit-Staus - mit oder ohne Pakt

Der britische Staatsminister Michael Gove hat in einem Schreiben an Handelsverbände vor langen LKW-Staus an der britischen Grenze nach dem Ende der Brexit-Übergangsphase gewarnt. Schon im Januar könne es Staus mit 7000 Lastwagen an der Grenze nach Frankreich geben, schrieb Gove in dem Brief, über den britische Medien am Mittwoch berichteten. Im Londoner Unterhaus sollte das Thema am selben Tag debattiert werden. Die Regierung beschreibt die Berechnung als "Worst-Case-Szenario", nicht als Prognose.

23.09.2020 11:59

Grossbritannien ist zwar schon Ende Januar aus der EU ausgetreten, bis zum Ende des Jahres läuft allerdings noch eine Übergangsphase mit den gleichen Regeln wie früher. Zum Jahreswechsel droht jedoch ohne einen Handelspakt mit der EU der harte Bruch mit Zöllen, Staus und anderen Handelshürden. Die Verhandlungen mit der EU stocken.

Ob mit oder ohne Pakt: Die Staus seien in jedem Fall zu befürchten, heisst es in dem Papier von Gove. Denn selbst mit einem Abkommen seien Kontrollen an der Grenze notwendig. Der konservative Politiker geht davon aus, dass 30 bis 50 Prozent der Verkehrsteilnehmer nicht rechtzeitig mit entsprechenden Anträgen auf die neuen Regeln vorbereitet sein können, was den Grenzverkehr extrem verlangsamen würde. Schlimmstenfalls könne es bis zu zwei Tage dauern, bis Lkw-Fahrer im Stau bis zur Grenze vordringen.

"Es ist notwendig, dass Handelsunternehmen nun handeln und sich auf die neuen Formalitäten einstellen", forderte Gove. Britische Logistikverbände kritisieren, die Grenzkontrollsysteme der Regierung seien nicht ausreichend vorbereitet. So soll etwa ein wichtiges, intelligentes Ampelsystem erst gegen Ende des Jahres getestet werden.

Eine Denkfabrik mit Forschern des renommierten Londoner King's College geht einer aktuellen Schätzung zufolge davon aus, dass ein Brexit ohne Abkommen die britische Wirtschaft etwa zwei drei mal so hart treffen könnte wie die Covid-19-Krise. Zwar seien die Auswirkungen der Pandemie kurzfristig deutlich heftiger - langfristig würde ein No-Deal-Brexit aber tiefere Spuren hinterlassen./swe/DP/stk

(AWP)

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Grossbritannien:

Grossbritannien: Unternehmensstimmung trübt sich spürbar ein

Die Unternehmensstimmung in Grossbritannien hat sich im September spürbar eingetrübt. Der Einkaufsmanagerindex fiel um 3,4 Punkte auf 55,7 Zähler, wie das Forschungsunternehmen IHS Markit am Mittwoch in London mitteilte. Analysten hatten zwar mit einem Rückgang gerechnet, diesen im Schnitt allerdings weniger stark veranschlagt. Mit mehr als 50 Punkten zeigt der Indikator aber immer noch klar Wachstum an.

23.09.2020 11:11

Der Rückschlag erfolgt von hohem Niveau aus. Im August hatte der Indikator ein Sechsjahreshoch erreicht. Allerdings scheint die Konjunkturerholung von der Corona-Pandemie an Fahrt zu verlieren. Markit-Ökonom Chris Williamson verwies zum einen auf das auslaufende Unterstützungsprogramm "Eat Out To Help Out", mit dem die Regierung den Besuch in Restaurants bezuschusst. Zum anderen nannte der Ökonom steigende Corona-Infektionen und neue Beschränkungen des öffentlichen Lebens als Wachstumsbremse./bgf/jsl/jha/

(AWP)

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Grossbritannien kündigt

Grossbritannien kündigt weitere Hilfen für Unternehmen in der Krise an

Der britische Finanzminister Rishi Sunak hat weitere finanzielle Hilfen für britische Unternehmen in der Corona-Krise angekündigt. Ab November werde der Staat Jobs in Unternehmen bezuschussen, die ihre Arbeitnehmer mit verringerter Arbeitszeit weiter beschäftigen und bezahlen, erklärte Sunak am Donnerstag im Londoner Parlament.

24.09.2020 14:28

Damit setzt Grossbritannien künftig auf ein ähnliches Instrument wie Deutschland mit der Kurzarbeit. Das vorherige Unterstützungsprogramm hatte einen grossen Teil der Löhne von Arbeitnehmern weitergezahlt, während diese gar nicht mehr arbeiteten - es läuft jedoch Ende Oktober aus. Angesichts schärferer Corona-Massnahmen war der Druck auf die Regierung gewachsen, auch mit wirtschaftlichen Hilfen nachzuziehen. Sunak kündigte zudem die Verlängerung von speziellen Krediten sowie einer abgesenkten Mehrwertsteuer an.

"Das ist eine radikale Intervention in den Arbeitsmarkt Grossbritanniens", sagte der Schatzkanzler. "Wir werden Regeln einführen, die wir noch nie zuvor ausprobiert haben." Allerdings sei es mit einem solchen Programm besser möglich, Jobs zu unterstützen, die auch tatsächlich eine Zukunft hätten.

Dass die Pandemie massive Entlassungen in Grossbritannien ausgelöst hat, liess der konservative Politiker nicht unkommentiert: "Ich kann nicht jeden Job retten. Ich kann nicht jedes Unternehmen retten", so Sunak. Insbesondere im Tourismus, in der Gastronomie, in der Luftfahrtbranche sind in Grossbritannien bereits Tausende von Stellen gestrichen worden./swe/DP/stk

(AWP)

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Brexit-Realität dämmert den

Brexit-Realität dämmert den europäischen Unternehmen

(Bloomberg) -- .

25.09.2020 06:59

Vielen Unternehmenslenkern ist nun klar geworden, dass sie nicht darauf setzen können, dass dies wieder passiert. Grossbritannien hat erklärt, dass es gegen internationales Recht verstossen und sich an Teile des im Januar unterzeichneten Ausstrittsabkommens nicht halten würde.

Zwar ist eine Vereinbarung immer noch möglich, aber die Unternehmen treffen nun Vorbereitungen für ihr Basis-Szenario: Sie stocken Lager auf und holen Notfallpläne aus der Schublade, von denen sie hofften, dass diese nie benötigt werden.

Der Autobauer BMW, der in Grossbritannien den Mini und den Rolls Royce herstellt, hat Pläne konzipiert, um die Lieferungen für ihre Mini-Fertigungsanlage in Oxford sicherzustellen. Dorthin bringen etwa 120 Lkws täglich Komponenten von circa 400 europäischen Unternehmen.

Der Flugzeughersteller Airbus, der auf den reibungslosen Warenverkehr zwischen seinen Standorten in Frankreich, Deutschland, Spanien und Grossbritannien angewiesen ist, hat seine wöchentlichen Brexit-Krisenmanagement-Sitzungen wieder aufgenommen und bereits zig Millionen Euro in den Aufbau von Lagerbeständen investiert, um einem Mangel vorzubeugen.

Im Finanzsektor verlagert die französische BNP Paribas einige ihrer Sales-Positionen von Grossbritannien auf den Kontinent, da diese Mitarbeiter nicht mehr Leistungen an EU-Kunden vermarkten dürfen. Britische Banken informieren bestimmte Kunden in der EU, dass ihre Konten geschlossen und ihre Kreditkarten ungültig gemacht werden.

Deutschland stark exponiert

Für kein Land steht mehr auf dem Spiel als für Deutschland, Europas grössten Exporteur. Im vergangenen Jahr kaufte Grossbritannien für knapp 85 Milliarden Dollar Waren aus Deutschland, mehr als aus irgendeinem anderen Land der Welt. Etwa 460'000 Arbeitsplätze in der grössten europäischen Volkswirtschaft seien von Exporten nach Grossbritannien abhängig, sagte das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) in dieser Woche.

Auf einer Veranstaltung am Dienstag für 40 Unternehmensentscheider standen als Themen Zölle für alles Mögliche von Mercedes-Benz-Limousinen bis zu Bayer-Arzneimitteln auf der Agenda sowie das Ende der einheitlichen Vorschriften, die Lieferketten von Chemieproduzenten wie BASF tangieren könnten. Sie diskutierten, wie britische Kundendaten zu behandeln seien sowie das Risiko, dass Lieferungen ab 1. Januar stecken bleiben. Am gleichen Tag warnte die Regierung in London, dass sich in einem "realistischen Worst-Case-Szenario" 7000 Lkws in England stauen könnten.

Besonders betroffen ist die Autobranche. In Deutschland tagte auch der Verband der Automobilindustrie. In einer zweistündigen virtuellen Konferenz wurden die Mitglieder über Themen wie Zölle, Logistik und Freizügigkeit der Arbeitnehmer informiert.

Europäische Autobranche als Verlierer

Im Falle eines No-Deal-Brexit würde die europäische Autobranche bis 2025 etwa 110 Milliarden Euro an Handel verlieren, sagten zwei Dutzend der Autoindustriegruppen in der vergangenen Woche. Sollte bis Jahresende keine Vereinbarung da sein, müssten die Unternehmen unter den nicht-präferentiellen Regeln der Welthandelsorganisation agieren, die Zölle von 10 Prozent für Autos und von bis zu 22 Prozent für Liefer- und Lastkraftwagen vorsehen - diese Aufschläge sind bedeutend höher als die Gewinnnmargen der meisten Hersteller.

Die Zölle müssten mit ziemlicher Sicherheit an die Verbraucher weitergegeben werden, was die Fahrzeuge teurer machen, die Auswahl reduzieren und die Nachfrage beeinträchtigen würde, sagten die Gruppen. Das werde die Produktion verteuern oder zu mehr Importen von Komponenten aus anderen wettbewerbsfähigen Ländern führen.

Bei der Montage eines Mini in Oxford nutzt BMW Autoteile vom gesamten Kontinent, beispielsweise Windschutzscheiben aus Deutschland und Dachverkleidungen aus Italien. Acht von 10 in Grossbritannien produzierten Mini und Rolls Royce werden exportiert, mehr als die Hälfte davon in EU-Länder. Damit könnten auf BMW bei Einfuhren von Teilen und bei Exporten von Autos Zölle zukommen.

Die Nerven liegen auch bei vielen exportorientierten Mittelstands-Unternehmen blank. In den letzten Wochen haben sie von der britischen Handelskammer in Deutschland mehr Infos angefordert, sagte Ilka Hartmann, die Chefin der Organisation.

"Die Unsicherheit belastet alle", erklärte sie. "Die Chancen auf eine sinnvolle Vereinbarung, die nicht nur eine Notfallmassnahme ist, werden mit jedem Tag, der vergeht, geringer."

(Bloomberg)

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Grossbritannien plant

Grossbritannien plant Handelsabkommen mit USA bis Mitte 2021

Grossbritannien strebt bis Mitte 2021 ein Handelsabkommen mit den USA an. Dies sei aber keine fixe Vorgabe, sagte die britische Handelsministerin Liz Truss am Montag bei einer Veranstaltung.

29.09.2020 09:13

Für das geplante Abkommen gebe es von beiden Seiten bereits Formulierungsvorschläge, die nun aber noch gegenseitig abgestimmt werden müssten. Es werde also das Fundament für eine Einigung gelegt. "Natürlich wollen wir so viel Fortschritte wie möglich vor den US-Wahlen machen." Diese stehen Anfang November an.

Truss ergänzte, Grossbritannien werde nach dem EU-Austritt im Handel künftig unabhängiger von der Europäischen Union werden. Der Trend werde stärker zu Regionen und Ländern gehen, die schneller wachsen würden.

EU und Grossbritannien

Die EU und Grossbritannien verhandeln diese Woche in der vorerst letzten Gesprächsrunde über die künftigen Beziehungen nach dem Brexit. Ab Dienstag stehen in Brüssel Handelsgespräche der Verhandlungsführer - Michel Barnier für die EU und David Frost für das Vereinigte Königreich - an. Diese sind bis Freitag angesetzt. Nach EU-Angaben muss bis Ende Oktober, spätestens Anfang November eine Einigung stehen, die Anfang 2021 in Kraft treten kann und die zuvor noch zahlreiche Parlamente ratifizieren müssen. Denn die Übergangszeit für Grossbritannien, in der noch EU-Regeln angewendet werden müssen, endet an Silvester.

Am Donnerstag und Freitag beraten die Staats- und Regierungschefs der EU. Es wird erwartet, dass sie grünes Licht für weitere Verhandlungen mit Grossbritannien geben werden. Ein Freihandelsabkommen mit dem Königreich ist vor allem für die exportabhängige deutsche Wirtschaft wichtig. Die Vorstellungen der britischen Seite seien noch weit von dem entfernt, was die EU akzeptieren könne, so EU-Kommissionsvize Maros Sefcovic. Es müsse dringend ein Gang höher geschaltet werden. Ein Sprecher des britischen Premierministers Boris Johnson sagte, eine Einigung sei trotz bestehender Differenzen noch möglich. Es gebe aber noch viel zu tun.

(Reuters)

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Brexit: 'Dunkler Schatten'

Brexit: 'Dunkler Schatten' über neuer Verhandlungsrunde

(neue Fassung nach Abstimmung über Binnenmarktgesetz) - Unter grossem Zeitdruck versuchen die Europäische Union und Grossbritannien seit Dienstag, doch noch einen Handelspakt nach dem Brexit zustande zu bringen. Der deutsche Europa-Staatsminister Michael Roth beschwor zum Auftakt der vorerst letzten Verhandlungsrunde die Einigungschancen. Doch kritisierte der SPD-Politiker erneut britische Pläne, den bereits gültigen Brexit-Vertrag per Gesetz teilweise auszuhebeln. Das laste als "dunkler Schatten" auf den Verhandlungen. Am Abend stimmte das britische Unterhaus für das umstrittene Gesetz, nun muss es noch das Oberhaus passieren.

29.09.2020 22:07

Grossbritannien hat die EU bereits im Januar verlassen und scheidet nach einer Übergangsfrist zum Jahresende auch aus dem EU-Binnenmarkt und der Zollunion aus. Das anvisierte Abkommen soll einen harten Bruch mit Zöllen und Handelshemmnissen verhindern. Auch bei der neunten Verhandlungsrunde unter Leitung des britischen Chef-Unterhändlers David Frost und seines EU-Kollegen Michel Barnier sind die zentralen Streitpunkte das Thema Fischerei sowie die EU-Forderung nach gleichen Wettbewerbsbedingungen.

Barniers Sprecher Dan Ferrie sagte am Dienstag nichts zum Stand der Gespräche. Man werde erst nach Abschluss der Runde am Freitag Bilanz ziehen, sagte er. Die Zeit drängt: Der britische Premierminister Boris Johnson hat eine Frist bis 15. Oktober gesetzt, die EU bis Ende Oktober, um noch Zeit zur Ratifizierung zu haben.

Staatsminister Roth meldete sich zum Auftakt der Runde mit einem ungewöhnlichen offenen Brief zu Wort, adressiert "Liebe britische Regierung, liebe britische Freundinnen und Freunde". "Wir sind fest entschlossen, die Verhandlungen zu einem guten Ergebnis zu führen", hiess es in dem vom "Spiegel" veröffentlichten Schreiben.

Der SPD-Politiker bekräftigte aber die Kritik am britischen Binnenmarktgesetz, das Teile des vor dem Brexit geschlossenen Austrittsabkommens aushebeln soll. Damit werde ein völkerrechtlicher Vertrag in Frage gestellt. "Das kann und wird die EU so nicht akzeptieren", schrieb Roth. "Und es wirft einen dunklen Schatten auf die laufenden Verhandlungen." Er liess jedoch offen, welche Konsequenzen die EU erwägt.

Die EU-Kommission hatte der britischen Regierung eine Frist bis Ende September (Mittwoch) für eine Abkehr von den Plänen gesetzt. London hält an diesen jedoch fest. Mit 340 zu 256 Stimmen brachte Premier Boris Johnson das Gesetz am Dienstagabend mit einer klaren Mehrheit durch das Londoner Unterhaus. Die britische Regierung pocht jedoch darauf, das Gesetz sei notwendig als "Sicherheitsnetz" für den Fall eines harten Brexits. Einige Abweichler in den eigenen Reihen hatte Johnson zuvor auf Linie gebracht, indem er ihnen weitere parlamentarische Kontrolle zugesichert hatte. Einzelne Torys, darunter auch Ex-Premierministerin Theresa May, hatten jedoch bis zuletzt Kritik geäussert. Ein Änderungsantrag der Labour-Partei, der die umstrittenen Passagen des Gesetzes ändern sollte, war am Dienstag zuvor abgelehnt worden.

Der Gesetzesplan widerspricht den im Vertrag vereinbarten Sonderregeln für Nordirland. Eine engere Bindung der britischen Provinz an den EU-Binnenmarkt und die Zollunion soll verhindern, dass auf der irischen Insel eine feste Grenze entsteht und frühere politische Unruhen wieder aufflammen./vsr/DP/he

(AWP)

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Britische Wirtschaft bricht

Britische Wirtschaft bricht etwas weniger drastisch ein

Die britische Wirtschaft ist in der Corona-Krise etwas weniger drastisch eingebrochen als bisher bekannt. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) sei im zweiten Quartal gegenüber dem ersten Vierteljahr um 19,8 Prozent geschrumpft, teilte das Statistikamt ONS am Mittwoch in London mit. Damit wurde eine erste Schätzung von August, als minus 20,4 Prozent ermittelt wurden, leicht korrigiert. Analysten hatten im Schnitt mit einer Bestätigung der vorläufigen Zahlen gerechnet./bgf/ssc/jha/

30.09.2020 08:22

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Brexit-Streit: Abkommen soll

Brexit-Streit: Abkommen soll "wenn irgend möglich" doch noch klappen

Trotz Verbitterung und zähen Streits geben die Europäische Union und Grossbritannien den erhofften Handelspakt nach dem Brexit noch nicht verloren. "Wenn irgend möglich" wolle man eine Vereinbarung "als starke Basis für eine strategische Beziehung" in der Zukunft, erklärten EU-Kommissionschefin Ursula von der Leyen und der britische Premierminister Boris Johnson am Samstag gemeinsam. Schon in der jetzt beginnenden Woche sollen die Gespräche weitergehen.

04.10.2020 14:10

Es geht um einen Handelspakt für die Zeit ab 2021. Am Freitag war die neunte Verhandlungsrunde ohne Durchbruch zu Ende gegangen. Die Zeit wird nun extrem knapp: Johnson hat eine Frist bis zum 15. Oktober gesetzt. Aus EU-Sicht muss ein Abkommen bis 31. Oktober fertig sein, damit es noch ratifiziert werden kann.

Nach einem Gespräch äusserten sich Johnson und von der Leyen in einer sehr knappen gemeinsamen Erklärung. Beide hätten die Einschätzung ihrer Chefunterhändler bekräftigt, dass in den vergangenen Wochen zwar Fortschritte erreicht worden seien, dass aber "erhebliche Lücken bleiben". "Sie trugen ihren Chefunterhändlern auf, intensiv zu arbeiten, um diese Lücken zu überbrücken", hiess es weiter. Von der Leyen ergänzte in einem Tweet, es sei ein "gutes Telefonat" gewesen.

Der britische Unterhändler David Frost twitterte am Samstag, die Gespräche sollten in der kommenden Woche "so früh wie möglich" weitergehen. EU-Unterhändler Michel Barnier wird am Montag zunächst von Aussenminister Heiko Maas (SPD) und Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) zu Gesprächen in Berlin erwartet.

Knackpunkt in den Verhandlungen ist die Forderung der EU nach gleichen Sozial-, Umwelt- und Subventionsregeln - also gleichen Wettbewerbsbedingungen, genannt "Level Playing Field". Heftig umstritten ist zudem der Zugang von EU-Fischern zu britischen Gewässern. Die gemeinsame Erklärung nennt als Konfliktpunkt zudem Regeln zur Streitschlichtung für den Fall, dass der künftige Vertrag nicht eingehalten wird - die sogenannte Governance.

Denn Johnson hatte die EU mit einem Gesetz erbost, das den bereits gültigen EU-Austrittsvertrag teilweise aushebeln soll. Brüssel sieht das als schweren Vertrauens- und Rechtsbruch - und kündigte am Donnerstag rechtliche Schritte an. Starke Regeln zur Einhaltung des neuen Vertrags seien nun umso wichtiger, sagen EU-Politiker.

Grossbritannien hat die EU am 31. Januar verlassen. Nach Ende der Übergangsfrist scheidet das Land zum Jahresende auch aus dem Binnenmarkt und der Zollunion aus. Gelingt kein Vertrag, drohen Zölle und hohe Handelshürden. Obwohl der wirtschaftliche Druck enorm ist, kokettiert Johnson immer wieder mit einem solchen No-Deal-Szenario. "Wir könnten damit leben - mehr als das", sagte er am Sonntag in einem BBC-Interview.

Bundesaussenminister Maas gab sich derweil optimistisch. "Auf beiden Seiten gibt es herausragende Interessen für ein Abkommen", sagte er dem Nachrichtenportal "t-online" (Samstag). Anderenfalls gäbe es viele Nachteile für Arbeitnehmer in Deutschland, aber Grossbritannien sei noch viel mehr auf ein Abkommen angewiesen. Die Aushebelung von Teilen des Brexit-Abkommens durch das umstrittene Binnenmarktgesetz werde sich die EU aber nicht gefallen lassen, fügte der SPD-Politiker hinzu.

Der britische Aussenminister Dominic Raab bekräftigte auf dem Online-Parteitag der Torys am Wochenende, man wolle ein Abkommen mit der EU erreichen. "Aber der Deal muss fair sein." Die Zeit, in der Brüssel Grossbritannien "in der Hand gehabt" habe, sei vorbei. Die konservative Regierung werde die Kontrolle über die Fischerei in britischen Gewässern oder über eigene Gesetze auf keinen Fall abgeben. Johnson hatte bereits zuvor behauptet, ob eine Einigung zustande komme, "liegt an unseren Freunden". Die EU müsse nun gesunden Menschenverstand zeigen.

(AWP)

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Grossbritannien:

Grossbritannien: Unternehmensstimmung trübt sich weniger als erwartet ein

Die Unternehmensstimmung in Grossbritannien hat sich im September weniger als erwartet eingetrübt. Der Einkaufsmanagerindex fiel um 2,6 Punkte auf 56,5 Punkte, wie das Forschungsunternehmen IHS Markit am Montag in London laut einer zweiten Schätzung mitteilte. Analysten hatten mit einer Bestätigung der Erstschätzung von 55,7 Punkten gerechnet. Mit mehr als 50 Punkten zeigt der Indikator immer noch klar Wachstum an.

05.10.2020 11:17

Der Wert für den Dienstleistungssektor fiel um 2,7 Punkte auf 56,1 Punkte. Volkswirte hatten mit einer Bestätigung der ersten Schätzung von 55,1 Punkten gerechnet.

Der Rückschlag erfolgt von hohem Niveau aus. Im August hatte der Indikator ein Sechsjahreshoch erreicht. Laut Markit-Ökonom Chris Williamson präsentiert sich der Dienstleistungssektor überraschend robust, obwohl das Unterstützungsprogramm "Eat Out To Help Out" ausgelaufen sei. Mit dem Programm hatte die Regierung den Besuch in Restaurants bezuschusst. Allerdings sei angesichts steigender Corona-Neuinfektionen der Optimismus der Unternehmen gedämpft worden. Zudem seien neue Beschränkungen erlassen worden./jsl/ssc/mis

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EU pokert auf Bluff von

EU pokert auf Bluff von Johnson und keinen Gesprächsabbruch

Die Europäische Union hat keine Pläne, Boris Johnson vor dem Brexit-Ultimatum in der nächsten Woche Zugeständnisse zu machen.

06.10.2020 18:46

Die Europäische Union setzt darauf, dass der britische Premierminister seine Drohungen nicht wahrmachen wird, sich von den Handelsgesprächen zurückzuziehen, wenn er nicht bekommt, was er will.

Laut einem hochrangigen EU-Diplomaten ist der Block bereit, die Verhandlungen mit Grossbritannien in den November oder Dezember auszudehnen und sogar das Risiko einzugehen, dass Johnson die Reissleine zieht, anstatt Kompromisse bei Kernthemen einzugehen. Diese Hochrisikostrategie wurde von einem zweiten EU-Beamten bestätigt.

Johnson weicht bereits seine Forderungen in gewisser Weise auf und sagte der EU letzte Woche, dass der 15. Oktober - der erste Tag eines EU-Gipfels - nicht der endgültige Termin für den Abschluss eines Abkommens sei, sondern vielmehr für die Feststellung, dass eine Einigung möglich ist. Die britischen Vertreter beharren jedoch darauf, dass sie erhebliche Fortschritte sehen müssen.

No-Deal Brexit ohne Verhandlungsfortschritte

Dennoch weigere sich die EU, das Spielchen mitzumachen, und erwarte nicht, dass die Verhandlungen bis dahin erheblich Fortschritte gemacht haben, es sei denn, der Premierminister greife persönlich ein, sagte der Diplomat. Eine andere informierte Person erklärte, der Block habe nicht die Absicht, im Hinblick auf eine künstliche Frist zu verhandeln.

Johnson meine es ernst mit seinem Ultimatum, und wenn es in den nächsten zwei Wochen keine Fortschritte gebe, werde er der britischen Bevölkerung mitteilen, dass eine Einigung nicht möglich sei, sagte eine mit der Position der Regierung vertraute Person.

Ein Verstreichen der Frist würde Johnson in die Bredouille bringen: Ein Abbruch der Gespräche würde dazu führen, dass Grossbritannien am 31. Dezember brutal aus dem EU-Binnenmarkt ausscheidet und britische Unternehmen sich mit Quoten und Zöllen herumschlagen müssten. Aber wenn er am Verhandlungstisch bleibt und seine Drohungen als Bluff entlarvt, befindet er sich für die letzte Gesprächsrunde in einer geschwächten Position.

(Bloomberg)

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Vier Millionen EU-Bürger

Vier Millionen EU-Bürger wollen trotz Brexit in Grossbritannien bleiben

Gut vier Millionen EU-Bürger wollen auch nach dem Ende der Brexit-Übergangsphase weiter in Grossbritannien leben. "Wir wollen denen, die schon in Grossbritannien sind, versichern, dass ihre Rechte in den Verhandlungen nicht zur Debatte stehen", sagte der zuständige Staatssekretär Kevin Foster am Donnerstag der Deutschen Presse-Agentur in London. In den stockenden Verhandlungen über einen Handelspakt zwischen der EU und Grossbritannien geht es unter anderem um Wettbewerbsbedingungen, Fischerei und Zölle.

08.10.2020 14:39

Bis Ende September seien 4,06 Millionen Anträge eingegangen und 3,88 Millionen bereits bewilligt worden, teilte das britische Innenministerium mit. Der Anstieg hat sich mittlerweile deutlich abgeschwächt, bereits Ende Juni gab es mehr als 3,5 Millionen Anträge. Auch die Zahl der Neueinwanderer aus der EU ist seit dem Brexit-Votum im Jahr 2016 kontinuierlich zurückgegangen. Trotzdem wandern immer noch mehr EU-Bürger nach Grossbritannien ein als aus.

Grossbritannien hat die Europäische Union zwar am 31. Januar bereits offiziell verlassen, bleibt aber bis Ende des Jahres noch in einer Übergangsphase, in der sich so gut wie nichts geändert hat. EU-Bürger, die in dem Land leben oder bis zum Ende der Übergangsperiode dort ihren Wohnsitz nehmen, haben bis zum 30. Juni 2021 Zeit, einen Antrag auf das Recht zur Niederlassung zu stellen. "Sie sind unsere Freunde. Sie sind unsere Nachbarn. Wir wollen ihnen den Status geben, den sie verdienen", sagte Foster.

Ab Anfang des kommenden Jahres wird es komplizierter: "Wenn die Übergangsphase endet, endet auch die Freizügigkeit", so Foster. EU-Bürger müssen sich dann nach einem Punktesystem für die Einwanderung nach Grossbritannien bewerben. Damit will die Regierung vor allem qualifizierte Fachkräfte ins Land holen./swe/DP/stw

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EU-Bürger brauchen bald

EU-Bürger brauchen bald Reisepass für Grossbritannien

EU-Bürger brauchen von Oktober 2021 an für die Einreise nach Grossbritannien einen Reisepass. Das geht aus einem Modell der britischen Regierung für die künftigen Abläufe im europäischen Grenzverkehr hervor, das am Donnerstag in London veröffentlicht wurde. Personalausweise sollen nicht mehr akzeptiert werden. Die Neuregelung gilt auch für Besucher aus der Schweiz, Island, Norwegen und Liechtenstein.

08.10.2020 15:59

Personalausweise gehörten zu den "am wenigsten sicheren Dokumenten", hiess es zur Begründung. Mit der Pflicht zum Reisepass werde die Sicherheit Grossbritanniens gestärkt. Das Land hat die Europäische Union Ende Januar verlassen. Bis Ende Dezember gilt jedoch noch eine Übergangsphase, in der sich praktisch nichts ändert. Zum Jahreswechsel droht ohne eine Einigung auf einen Handelspakt ein harter wirtschaftlicher Bruch mit Zöllen und anderen Hürden./swe/DP/fba

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Brexit-Handelspakt: Premier

Brexit-Handelspakt: Premier Johnson telefoniert mit Kanzlerin Merkel

Endspurt im Verhandlungsmarathon: Der britische Premier Boris Johnson hat am Sonntag mit Bundeskanzlerin Angela Merkel über den angestrebten Brexit-Handelspakt gesprochen. Johnson habe bei dem Telefonat am Sonntag betont, dass ein Deal für beide Seiten - Grossbritannien und die Europäische Union - positiv wäre, sagte ein Regierungssprecher in London. Downing Street sei aber auch darauf vorbereitet, ohne Abkommen die Übergangsphase zu beenden.

11.10.2020 20:19

Sehr ähnlich hatte sich Johnson bereits am Samstag in einem Telefonat mit Frankreichs Präsident Emmanuel Macron geäussert. Vor allem bei den Themen Fischerei und Wettbewerbsbedingungen gebe es noch Klärungsbedarf, hatte der Premierminister betont.

Die Verhandlungen zwischen der EU und Grossbritannien kommen nicht richtig voran. Beide Seiten hatten erklärt, dass noch im Oktober ein Abkommen geschlossen werden müsse, um genug Zeit für die Ratifizierung zu haben. Johnson nannte den nächsten Donnerstag als Fristende, wenn der EU-Gipfel in Brüssel beginnt. Bis dahin sind noch informelle Gespräche zwischen London und Brüssel in der belgischen Hauptstadt geplant. Aus EU-Sicht muss ein Abkommen bis zum 31. Oktober stehen. Ohne Einigung drohen nach der Übergangsphase im kommenden Jahr Zölle und Handelshemmnisse./si/DP/he

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Brexit-Handelspakt: EU will

Brexit-Handelspakt: EU will auch nach britischer Frist verhandeln

Die Europäische Union will die von Grossbritannien gesetzte Frist für eine Einigung auf einen Handelspakt ignorieren und intensiv weiter verhandeln. Dies geht aus einem Entwurf des Abschlussdokuments zum EU-Gipfel hervor, der der Deutschen Presse-Agentur am Mittwoch vorlag.

14.10.2020 15:10

Der britische Premierminister Boris Johnson hatte mit dem Rückzug vom Verhandlungstisch gedroht, falls bis 15. Oktober kein Kompromiss mit der EU gefunden ist. Dabei geht es um einen Vertrag, der die wirtschaftlichen Beziehungen nach der Brexit-Übergangsphase ab 2021 regeln und so Zölle und Handelshemmnisse vermeiden soll. Von einer Übereinkunft ist man jedoch weit entfernt.

Der Europäische Rat "nimmt mit Sorge zur Kenntnis, dass Fortschritte bei den für die Union wichtigsten Fragen unzureichend sind", heisst es im Entwurf der Gipfelerklärung für Donnerstag. Die EU-Staaten wollten weiter eine Einigung. EU-Unterhändler Michel Barnier sei gebeten, "die Verhandlungen zu intensivieren, um sicherzustellen, dass eine Vereinbarung ab 1. Januar 2021 angewendet werden kann".

"Wir sind an einem kritischen Punkt", sagte ein EU-Vertreter am Mittwoch. Brüssel erwarte von London Zusicherungen bei drei wichtigen Punkten: gleichen Wettbewerbsbedingungen im Gegenzug für britischen Zugang zum EU-Binnenmarkt, Fischerei und Instrumente zur Schlichtung im Fall von Verstössen gegen das Abkommen. "Wir sehen keine Bewegung auf der anderen Seite des Kanals", sagte der EU-Beamte.

Barnier hatte stets erklärt, ein Abkommen müsse bis Ende Oktober stehen, damit noch genügend Zeit zur Ratifizierung bleibe. Diese Frist wird im Entwurf der Gipfelerklärung jedoch nicht genannt./vsr/DP/nas

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Johnson enttäuscht über

Johnson enttäuscht über fehlenden Verhandlungsfortschritt

Im Streit über einen Brexit-Handelspakt will die Europäische Union eine von Grossbritannien gesetzte Frist zur Einigung ignorieren und auch in den nächsten Wochen intensiv verhandeln.

15.10.2020 05:21

Dies geht aus einem Entwurf des Abschlussdokuments zum EU-Gipfel am Donnerstag und Freitag in Brüssel hervor. Der britische Premierminister Boris Johnson hält sich hingegen weiter offen, die Gespräche abzubrechen.

Johnson telefonierte am Mittwochabend mit EU-Kommissionschefin Ursula von der Leyen und Ratschef Charles Michel und liess anschliessend erklären: "Der Premierminister stellte fest, dass ein Deal wünschenswert ist, drückte aber seine Enttäuschung aus, dass in den vergangenen zwei Wochen nicht mehr Fortschritte erzielt wurden." Johnson freue sich darauf, von den Ergebnissen des für Donnerstag und Freitag geplanten EU-Gipfels zu erfahren, und werde vor den nächsten Schritten Grossbritanniens nachdenken.

Johnson hatte mit dem Rückzug vom Verhandlungstisch gedroht, falls bis 15. Oktober kein Kompromiss mit der EU gefunden ist - also bis zu diesem Donnerstag. Dabei geht es um einen Vertrag, der die wirtschaftlichen Beziehungen nach der Brexit-Übergangsphase ab 2021 regeln und so Zölle und Handelshemmnisse vermeiden soll. Von einer Übereinkunft ist man jedoch weit entfernt.

Johnson hatte vor dem Telefonat mit Michel und von der Leyen erklären lassen, er werde nach dem zweitägigen EU-Gipfel entscheiden, ob Grossbritannien weiter verhandele. Es seien in den vergangenen Tagen zwar Fortschritte erzielt worden. Doch gebe es immer noch Differenzen, vor allem bei den Fischerei-Rechten.

EU will Einigung

EU-Ratspräsident Michel twitterte am Mittwochabend nur sehr kurz und schrieb, man habe mit Johnson gesprochen. "Am Vorabend des Europäischen Rats haben wir erneut auf Fortschritte am Verhandlungstisch gedrungen." Von der Leyen twitterte: "Die EU arbeitet an einem Deal, aber nicht zu jedem Preis." Die Bedingungen müssten stimmen, bei Fischerei, bei Wettbewerbsbedingungen und bei der Überwachung des künftigen Abkommens. Zuvor hatte ein EU-Beamter bereits erklärt, man erwarte in diesen drei Punkten Zugeständnisse aus London. "Wir sind an einem kritischen Punkt", sagte er.

In dem für Donnerstag vorbereiteten EU-Gipfeldokument hiess es, der Europäische Rat "nimmt mit Sorge zur Kenntnis, dass Fortschritte bei den für die Union wichtigsten Fragen unzureichend sind". Die EU wolle weiter eine Einigung. Unterhändler Michel Barnier sei gebeten, "die Verhandlungen zu intensivieren, um sicherzustellen, dass eine Vereinbarung ab 1. Januar 2021 angewendet werden kann".

Der Bundesverband der Deutschen Industrie rief gemeinsam mit Wirtschaftsverbänden Frankreichs und Italiens nochmals zur Einigung auf. "Es besteht die realistische Gefahr, dass es zu keinem Abschluss kommt", warnten sie in einer gemeinsamen Erklärung.

Beim EU-Gipfel beraten Bundeskanzlerin Angela Merkel und ihre Kollegen auch den Vorschlag der EU-Kommission für ein neues Klimaziel. Demnach soll der Ausstoss von Treibhausgasen bis 2030 um mindestens 55 Prozent unter den Wert von 1990 gebracht werden. Merkel unterstützt dies, doch sehen einige Länder wie Polen und Tschechien Klärungsbedarf. Beschlüsse sind noch nicht geplant.

Gipfelthema sind zudem die Beziehungen der EU zu Afrika und diverse aussenpolitische Krisen. Griechenland will den Erdgasstreit mit der Türkei erneut zur Sprache bringen. Ankara treibt Erkundungen voran, die Griechenland und Zypern als illegal erachten. Die EU-Staats- und Regierungschefs hatten sich erst bei ihrem Gipfel vor zwei Wochen darauf verständigt, bei weiteren Provokationen der Türkei Sanktionen anzudrohen. Darüber soll spätestens im Dezember entschieden werden.

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Grossbritannien: Öffentliche

Grossbritannien: Öffentliche Schuldenquote auf höchstem Stand seit 1960

Die staatliche Verschuldung Grossbritanniens hat infolge der Corona-Krise den höchsten Stand seit 60 Jahren erreicht. Die öffentliche Schuldenquote habe Ende September 103,5 Prozent betragen, teilte das Statistikamt ONS am Mittwoch in London mit. Das sei der höchste Stand seit dem Jahr 1960. Die Schuldenquote gibt das Verhältnis von Schuldenstand zur Wirtschaftsleistung (BIP) an. Der Schuldenstand betrug Ende September rund 2,06 Billionen Pfund.

21.10.2020 08:34

In den ersten sechs Monaten des Fiskaljahres, das in Grossbritannien Anfang April beginnt, sei die öffentliche Verschuldung um knapp 260 Milliarden Pfund gestiegen, teilte das ONS weiter mit. Wie auch andere Länder hat Grossbritannien seine Neuverschuldung in Reaktion auf die Virus-Pandemie stark ausgeweitet. Die Finanzmittel dienen unter anderem der Unterstützung betroffener Arbeitnehmer und Unternehmen./bgf/ssc/stk

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Britischer Einzelhandel lässt

Britischer Einzelhandel lässt Corona-Einbruch hinter sich

Der britische Einzelhandel hat im September unerwartet stark zugelegt und den Umsatzeinbruch in der Corona-Krise weiter hinter sich gelassen. Die Umsätze lagen im September 5,5 Prozent über dem Vorkrisenniveau vom Februar, wie das Statistikamt ONS am Freitag in London mitteilte. Gegenüber August erhöhten sich die Erlöse um 1,5 Prozent, zu September 2019 stiegen sie um 4,7 Prozent. Besonders das Wachstum auf Monatssicht lag deutlich über den Erwartungen der Analysten, hier war nur mit einem marginalen Plus von 0,2 Prozent gerechnet worden.

23.10.2020 08:32

Die Daten des Statistikamts belegen erneut den fortgesetzten Trend zum Internet-Kauf: Im Vergleich zur Situation vor der Corona-Krise lag der Anteil des Online-Handels um mehr als 7 Prozentpunkte höher bei 27,5 Prozent. Insgesamt hat sich der Einzelhandel in den letzten drei Monaten weiter deutlich erholt, die Umsätze im dritten Quartal lagen um 17,4 Prozent höher als in den drei Monaten zuvor. Laut den ONS-Angaben ist das der grösste je gemessene Zuwachs auf Quartalsbasis.

Lediglich der Absatz von Treibstoff habe im September weiter unter dem Februar-Werten gelegen, da viele Menschen weiter von zu Hause aus arbeiten./ssc/mis

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Harter Brexit würde

Harter Brexit würde Grossbritannien laut Studie in Rezession stürzen

Exporteinbruch, Inflation, Pleitewelle: Ein harter Brexit ohne Handelsabkommen mit der Europäischen Union hätte für Grossbritannien einer Studie zufolge viele negative Folgen. Dadurch gerieten bis zu 15 Prozent der britischen Ausfuhren in die EU in Gefahr, wodurch Einbussen von fast 14 Milliarden Euro drohten, heisst es in der Untersuchung des Kreditversicherers Euler Hermes, die der Nachrichtenagentur Reuters am Montag vorlag.

26.10.2020 07:44

"Ein harter Ausstieg zusätzlich zur Covid-19-Pandemie und der sowieso schon schwierigen wirtschaftlichen Lage würde vor allem Grossbritannien selbst sehr hart treffen", sagte die Leiterin Makroökonomie bei der Euler Hermes Gruppe, Ana Boata.

Bei einem harten Ausstieg rechnet sie in Grossbritannien im kommenden Jahr mit einer erneuten Rezession, in der das Bruttoinlandsprodukt (BIP) um fünf Prozent einbrechen dürfte. Die Teuerungsrate dürfte über der Marke fünf Prozent liegen, vor allem bedingt durch die mit 15 Prozent stark steigenden Preisen von Importen sowie einer Abwertung des britischen Pfunds von zehn Prozent zum Euro. Deutlich mehr Geld müssten die Briten künftig etwa für Schuhe, Hüte oder Regenschirme auf den Tisch legen. Um rund 20 Prozent dürften die Preise für diese Waren anziehen, sagen die Experten von Euler Hermes voraus. Auch Textilwaren, Speisen und Getränke, Alkohol, Tabak oder Essig dürften deutlich mehr kosten.

Die Pleiten könnten in Grossbritannien ebenfalls drastisch steigen. "Wir sehen mit plus vier Prozent schon 2020 einen Anstieg bei den Pleiten in Grossbritannien, dessen Wirtschaft durch die Covid-19-Pandemie schon sehr gebeutelt ist", sagte Ron van het Hof, CEO von Euler Hermes in Deutschland, Österreich und der Schweiz. "Mit einem harten Ausstieg käme es 2021 allerdings zu einem regelrechten Tsunami bei den Insel-Insolvenzen: Ein Zuwachs von voraussichtlich 53 Prozent wäre die traurige Folge."

Ende des Jahres läuft die Übergangszeit aus, in der das Vereinigte Königreich noch EU-Regeln anwendet. Beide Seiten wollen täglich über ein Handelsabkommen und die künftigen Beziehungen zueinander verhandeln. Euler Hermes schätzt die Wahrscheinlichkeit eines harten Brexit auf 45 Prozent.

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Grossbritannien:

Grossbritannien: Industriestimmung trübt sich weniger als erwartet ein

Die Stimmung in der britischen Industrie hat sich im Oktober weniger als zunächst ermittelt eingetrübt. Der Einkaufsmanagerindex von IHS Markit fiel um 0,4 Punkte auf 53,7 Punkte, wie das Forschungsunternehmen am Montag in London nach einer zweiten Schätzung mitteilte. Analysten hatten im Schnitt die Bestätigung der Erstschätzung von 53,3 Punkten erwartet.

02.11.2020 11:04

Das verarbeitende Gewerbe setzte seine Erholung vom Einbruch in der Corona-Krise mit vermindertem Tempo fort, erklärte Markit. Mit mehr als 50 Punkten liegt das Stimmungsbarometer über der Grenze, die Wachstum von Schrumpfung trennt. Belasten würden die anhaltenden Beschränkungen in der Corona-Krise, schreibt Markit. So leide vor allem Konsumgüterbranche. Markit verwies auf die wachsenden Zurückhaltung der Verbraucher angesichts der sich wieder verschärfenden Corona-Krise./jsl/ssc/jha/

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Kein Durchbruch bei Brexit

Kein Durchbruch bei Brexit-Gesprächen - Fischereirechte weiter strittig

In den Brexit-Verhandlungen liegen die EU und Grossbritannien bei entscheidenden Knackpunkten weiter über Kreuz.

03.11.2020 14:05

Ein Sprecher der EU-Kommission teilte am Dienstag mit, dass noch keine Lösung in der Streitfrage der Fischereirechte gefunden worden sei. "Wir sind noch nicht so weit, es bleibt noch eine Menge Arbeit zu tun." Wie Insider aus der EU und Grossbritannien sagten, wurde auch in der Kontroverse über Subventionen sowie Regeln für einen fairen Wettbewerb noch keine Einigung erreicht. Dies gelte auch für das Thema Streitschlichtungsverfahren.

Laut Informationen von EU-Diplomaten ist aber ein gemeinsamer juristischer Text zu nicht mehr strittigen Themen absehbar - so zum Thema soziale Sicherungssysteme. EU-Chefunterhändler Michel Barnier wird den Vertretern der 27 Mitgliedsstaaten demnach voraussichtlich am Mittwochnachmittag ein Lagebild der Verhandlungen verschaffen.

Barnier hatte jüngst die Aussicht auf einen schnellen Abschluss der Verhandlungen über die künftigen Beziehungen gedämpft. Ende des Jahres läuft nach dem britischen EU-Austritt die Übergangszeit aus, in der Grossbritannien noch EU-Regeln anwendet. Über die künftigen Beziehungen wird seit Monaten verhandelt. Insbesondere über Fischfang wird erbittert gestritten. Ein Viertel der französischen Fangmenge im Nordostatlantik stammt aus den reichen Fischgründen vor der Insel.

Sollte es keine Einigung geben, droht doch noch ein harter Brexit ohne Handelsabkommen. Aus EU-Sicht kann noch bis Mitte November verhandelt werden. Dann hätten die Parlamente in Grossbritannien und der EU noch genug Zeit für eine Ratifizierung des Abkommens vor Jahresende.

(Reuters)

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Britische Notenbank lockert

Britische Notenbank lockert Geldpolitik in Corona-Krise

Die britische Notenbank hat ihre Geldpolitik inmitten der Corona-Krise weiter gelockert. Zur Konjunkturstützung will sie zusätzliche Staatsanleihen im Wert von 150 Milliarden Pfund (rund 166 Mrd Euro) erwerben, wie die Bank of England am Donnerstag in London mitteilte. Analysten hatten mit einer zusätzlichen Lockerung gerechnet, diese aber im Schnitt etwas niedriger veranschlagt.

05.11.2020 08:36

Ihren Leitzins beliess die Zentralbank dagegen knapp über der Nulllinie bei 0,1 Prozent. Vor dem Zinsentscheid gab es Spekulationen und Presseberichte, wonach der Zins in den negativen Bereich abgesenkt werden könnte. Ranghohe Notenbanker hatten einen solchen Schritt nie ganz ausgeschlossen, ihn aber auch nicht angekündigt./bgf/ssc/jha/

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