Brexit: Ende einer Fehlkonstruktion?

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Britischer Notenbankchef

Britischer Notenbankchef sieht Anstieg der Anleihenrenditen gelassen

Die britische Notenbank sieht trotz des hohen staatlichen Finanzierungsbedarfs in der Corona-Krise den jüngsten Anstieg der Renditen an den Anleihenmärkten gelassen.

15.03.2021 10:54

Diese in den vergangenen Wochen in Großbritannien und andern Ländern zu beobachtende Entwicklung stehe bisher im Einklang mit der Verbesserung des Konjunkturausblicks, sagte der Chef der Bank of England (BoE), Andrew Bailey, am Montag der BBC - nur wenige Tage vor dem am Donnerstag anstehenden Zinsentscheid. Die Rendite der zehnjährigen britischen Staatsanleihe lag zu Wochenbeginn in Schlagdistanz zu einem neuem Zwölf-Monatshoch. Die Notenbank beobachte den Verlauf allerdings "sehr genau", fügt Bailey hinzu. Mit höheren Renditen wird es auch für den Staat teurer, sich zu refinanzieren. Bailey betonte, Zweck der ultra-lockeren Geldpolitik sei es nicht, den Bedarf der Regierung zu finanzieren.

Um die Kosten zur Abfederung der Pandemie-Folgen zu schultern, wird der britische Staat voraussichtlich auch dieses Jahr hohe Summen am Kapitalmarkt aufnehmen müssen. Laut der Finanzagentur DMO sollen im Etatjahr 2021/22 insgesamt 295,9 Milliarden Pfund über die Ausgabe von Anleihen eingesammelt werden - der zweithöchste Wert seit Bestehen der Aufzeichnungen. Im Haushaltsjahr 2020/21 ist die Rekordsumme von 485,5 Milliarden Pfund eingeplant.

Die Renditen von Staatsanleihen hatten zuletzt rund um den Globus zugelegt, da die ins Rollen gekommenen Impfkampagnen und das neue US-Konjunkturpaket im Volumen von 1,9 Billionen Dollar Hoffnung auf eine Konjunkturerholung schürten. Bailey erwartet, dass sich auch die Wirtschaft auf der Insel erholen wird und Ende des Jahres wieder das Niveau von Ende 2019 erreichen wird. In der Corona-Krise hätten die Bürger große Ersparnisse angehäuft: "Da stellt sich natürlich die Frage: Wofür werden sie genutzt?" Er sei nun mit Blick auf die Konjunktur positiver gestimmt, "doch mit einer gehörigen Portion Vorsicht".

Die BoE wird nach Ansicht von Experten am Donnerstag nicht am Niedrigzins von 0,1 Prozent rütteln und auch ihr Anleihenprogramm im Volumen von 895 Milliarden Pfund beibehalten. Die Europäische Zentralbank (EZB) wird sich hingegen mit mehr Tempo bei ihren Anleihenkäufen gegen den jüngsten Rendite-Anstieg bei Staatsanleihen stemmen. Sie will damit höhere Finanzierungskosten für Unternehmen, Staaten und Haushalte verhindern, die wegen der weiter mauen Konjunktur im Euro-Raum zur Unzeit kämen.

(Reuters)

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Brexit-Streit: EU startet

Brexit-Streit: EU startet Verfahren gegen Grossbritannien

Die Europäische Union leitet ein Verfahren gegen Grossbritannien wegen Verletzung des EU-Austrittsvertrags ein. Dies teilte die EU-Kommission am Montag in Brüssel mit. Hintergrund ist der Streit über die Umsetzung der Brexit-Sonderregeln für die britische Provinz Nordirland./vsr/DP/mis

15.03.2021 14:19

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Experte: EU-Verfahren gegen

Experte: EU-Verfahren gegen London verschärft Beziehungskrise

Das Vertragsverletzungsverfahren gegen Grossbritannien bedeutet nach Ansicht eines britischen Experten eine weitere Verschlechterung des Verhältnisses zwischen London und Brüssel. "Derzeit will keine Seite nachgeben", sagte der Politologe Simon Usherwood der Deutschen Presse-Agentur.

16.03.2021 06:37

Das lasse "weitere Fälle wie diesen" in den kommenden Jahren befürchten. Spannend werde vor allem, ob das Verfahren tatsächlich vor Gericht lande, sagte der Experte. "Dann wird sich der negativen Eindruck verstärken, den beide Seiten voneinander haben, und es wird noch schwieriger, das Vertrauen wiederaufzubauen, das vom Brexit-Prozess so stark beschädigt wurde."

Die Europäische Union hatte das Verfahren am Montag eingeleitet. Hintergrund ist ein Streit über Brexit-Sonderregeln für die britische Provinz Nordirland. Brüssel wirft London vor, Vereinbarungen eigenmächtig zu ändern und so gegen den Brexit-Vertrag zu verstossen.

"Der grösste Test wird sein, ob das Vereinigte Königreich eine Entscheidung gegen sich akzeptiert", sagte Usherwood. Zwar werde London es mangels Alternativen kaum wagen, den EU-Austrittsvertrag oder das Handelsabkommen aufzukündigen. "Aber dennoch ist die Lage weit davon entfernt, eine einvernehmliche Lösung für diese Situation zu finden", sagte der Experte von der Universität Surrey.

Der Handelsexperte David Henig von der Denkfabrik European Centre for International Political Economy sagte der dpa, der Schritt der EU-Kommission sei unvermeidbar gewesen. Die Beziehungen blieben äusserst schwierig. "Ein Grossteil dieser Schwierigkeit ist dem Versuch der britischen Regierung geschuldet, ihre Versprechen bezüglich des Handels zwischen Grossbritannien und Nordirland mit dem von ihnen unterzeichneten Vertrag in Einklang zu bringen", sagte Henig.

Das sogenannte Nordirland-Protokoll im Austrittsvertrag sieht vor, dass einige Regeln des EU-Binnenmarkts für Nordirland weiter gelten. Dies soll Kontrollen an der Landgrenze zum EU-Staat Irland auf der gemeinsamen Insel überflüssig machen. Doch entsteht damit eine Warengrenze zwischen Nordirland und dem übrigen Grossbritannien. Einfuhren müssen kontrolliert werden. Deshalb blieben in Nordirland zeitweise Supermarktregale leer. Daraufhin hatte Grossbritannien einseitig eine vereinbarte Schonfrist verlängert.

Die EU werde an ihrer Auslegung des Nordirland-Protokolls festhalten, sagte Henig. Die Folge sei, dass die Beziehungen zwischen London und Brüssel weiterhin unter den Schwierigkeiten der britischen Regierung mit dem Protokoll leiden würden./bvi/DP/zb

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Britische Notenbank setzt

Britische Notenbank setzt lockere Geldpolitik fort

Die Notenbank in Grossbritannien hält die Zinsen trotz guter Fortschritte auf dem Weg aus der Pandemie niedrig.

18.03.2021 14:14

Die Leitzinsen und das Wertpapierkaufprogramm werden nicht angetastet, wie die Bank of England am Donnerstag in London nach ihrer Zinssitzung mitteilte. Der Leitzins liegt weiterhin an der Nulllinie und beträgt 0,1 Prozent. Die Anleihekäufe zur Eindämmung der wirtschaftlichen Pandemie-Folgen werden ebenfalls fortgeführt. Analysten hatten mit den Entscheidungen, die im geldpolitischen Ausschuss einstimmig getroffen wurden, gerechnet.

Die Notenbank geht davon aus, dass die Wirtschaft durch die Corona-Krise zunächst weiter belastet wird. Die fortschreitende Impfkampagne dürfte aber zu einer Lockerung von Corona-Beschränkungen und einem starken Wirtschaftswachstum führen. Auch habe sich die Weltwirtschaft zuletzt etwas besser entwickelt als erwartet. Auf das neue Konjunkturpaket der US-Regierung in Höhe von 1,9 Billionen Dollar wird als konjunkturelle Stütze verwiesen.

Der jüngste Anstieg der Kapitalmarktzinsen wird zwar erwähnt, nicht aber weiter kommentiert. Die Bank of England hält es damit ähnlich wie die US-Notenbank Fed, die sich dem Zinsanstieg an den Finanzmärkten bisher nicht in den Weg stellt. Dagegen will die Europäische Zentralbank (EZB) ihre Wertpapierkäufe übergangsweise verstärken, da sie den Zinsanstieg als ungerechtfertigt betrachtet.

Die Inflation dürfte nach Einschätzung der britischen Notenbank zwar bald auf ihren Zielwert von zwei Prozent steigen. Sie führt die Entwicklung aber vor allem auf statistische Basiseffekte zurück. Die Auswirkungen auf die mittelfristige Preisentwicklung seien eher gering. Die Inflationserwartungen seien weiterhin fest verankert.

Angesichts des ungewissen Wirtschaftsausblicks sei eine zusätzliche Lockerung der Geldpolitik grundsätzlich denkbar, erklärte die Notenbank. Analysten halten dieses Szenario aber für eher unwahrscheinlich. Vielmehr wird der Bank of England aufgrund des raschen Impffortschritts im Königreich eine etwas straffere Haltung zugetraut. Die Notenbank stellt jedoch klar, dass damit so bald nicht zu rechnen ist: Die Geldpolitik werde nicht gestrafft, bis klare Fortschritte in der Bekämpfung der Wirtschaftskrise zu erkennen seien.

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EU-Zugang für britische

EU-Zugang für britische Finanzbranche hat keine Eile

Die Europäische Union sieht erstmal keine Veranlassung, der britischen Finanzindustrie rasch einen Zugang zum EU-Binnenmarkt zu gewähren. "Wir werden für das Vereinigte Königreich keinen Zugang zum gemeinsamen Markt wiedererschaffen, da es sich entschieden hat auszusteigen."

23.03.2021 18:48

Dies sagte die EU-Kommissarin für Finanzdienstleistungen, Mairead McGuinnes, am Dienstag bei einer Veranstaltung der europäischen Börsenaufsicht ESMA. Beide Seiten erwarteten, sich bis Ende März auf einen Kooperationsrahmen für Finanzdienstleistungen zu verständigen. Wenn dies erreicht sei, werde es darum gehen, Einzelheiten eines künftigen Zugangs festzulegen. "Es gibt keine Eile," sagte sie.

Grossbritannien war im Januar 2020 aus der Ländergemeinschaft ausgetreten. Eine Übergangsphase, in der sich das Land noch an die Regeln des EU-Binnenmarktes hielt, lief am 31. Dezember aus. Die EU war bis dahin der grösste Exportkunde der britischen Finanzwirtschaft.

Anders als beim Handelsabkommen werde es keinen Moment geben, an dem man sich hinsetze und ein grosses Paket ankündige, sagte McGuinnes. Sie sehe es mehr auf einer Einzelfallbasis. Zeit sei vorhanden, das Richtige zu unternehmen. Dies werde auch auf der britischen Seite verstanden.

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Grossbritannien: Inflation

Grossbritannien: Inflation schwächt sich überraschend ab

In Grossbritannien hat sich der allgemeine Preisauftrieb im Februar abgeschwächt. Im Vergleich zum Vorjahresmonat seien die Verbraucherpreise um 0,4 Prozent gestiegen, teilte das Statistikamt ONS am Mittwoch in London mit. Im Januar hatte die Jahresrate 0,7 Prozent betragen. Analysten hatten für Februar mit einem Anstieg auf im Schnitt 0,8 Prozent gerechnet. Im Monatsvergleich erhöhten sich die Lebenshaltungskosten leicht um 0,1 Prozent.

24.03.2021 08:31

Laut ONS kam Preisauftrieb vor allem von den Transportkosten und den Spritpreisen. Dagegen seien die Preise für Bekleidung, Gebrauchtwagen und Freizeitartikel wie Spiele gefallen. Das Inflationsziel der britischen Notenbank von zwei Prozent wird nach wie vor klar unterschritten./bgf/jha/

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Britische Exporteure kämpfen

Britische Exporteure kämpfen weiterhin mit Brexit-Regeln

Auch rund zweieinhalb Monate nach dem endgültigen Brexit kämpfen britische Unternehmen mit den neuen Exportregeln.

25.03.2021 07:32

Es gebe weiterhin erhebliche Hemmnisse für den Handel mit der Europäischen Union, stellt ein Bericht fest, den ein Ausschuss des Oberhauses in London am Donnerstag veröffentlichte. "Das mit der EU geschlossene Brexit-Handelsabkommen hat zwar den Alptraum eines "No Deals" für Grossbritannien verhindert, aber es gibt nach wie vor viele unvollendete Punkte zwischen den beiden Seiten", sagte die Ausschussvorsitzende Sandip Verma. Besonders kleine und mittlere Unternehmen spürten den Druck.

Der Bericht warnte, vor allem die Kontrollen von tierischen und pflanzlichen Produkten könnten zu dauerhaften Problemen zu werden. Fleischprodukte und lebende Schalentiere seien besonders stark betroffen. Grossbritannien war zum 1. Januar 2021 aus dem EU-Binnenmarkt und der Zollunion ausgetreten und hatte damit den Brexit vollendet. Seitdem müssen britische Exporteure für Ausfuhren in die EU für jedes tierische und pflanzliche Produkt ein Gesundheitszertifikat vorlegen. Hinzu kommen Zollgebühren. Mehrere Branchen klagen über einen deutlichen Einbruch ihres Exportgeschäfts.

"Das Handels- und Kooperationsabkommen sollte als Beginn und nicht als Endpunkt der neuen Beziehung des Vereinigten Königreichs mit der EU angesehen werden", sagte Verma. Sie forderte: "Die Regierung muss einen ehrgeizigen Ansatz für die Handelsbeziehungen mit der EU verfolgen." Nach Ansicht des Ausschusses zählen "komplizierte und unterschiedliche Mehrwertsteuerregeln" in der EU zu den grössten Herausforderungen für Unternehmen.

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Britischer Einzelhandel

Britischer Einzelhandel erholt sich etwas vom jüngsten Einbruch

Der britische Einzelhandel hat sich im Februar ein Stück weit vom Einbruch zum Jahresbeginn erholen können. Die Umsätze seien im Monatsvergleich um 2,1 Prozent gestiegen, teilte das Statistikamt ONS am Freitag mit. Analysten hatten diesen Zuwachs erwartet. Im Januar waren die Erlöse noch wegen Beschränkungen im Kampf gegen die Corona-Pandemie um 8,2 Prozent eingebrochen.

26.03.2021 08:29

Auch im Jahresvergleich trafen die Umsatzdaten nicht ganz die Erwartung von Analysten. In dieser Betrachtung meldete die Statistikbehörde für Februar einen Rückgang um 3,7 Prozent, während Ökonomen im Schnitt mit einem Minus von 3,5 Prozent gerechnet hatten./jkr/jha/

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Umfrage: Kleine britische

Umfrage: Kleine britische Exporteure leiden unter Brexit-Folgen

Die andauernden Handelsprobleme nach dem Brexit machen kleinen Exporteuren in Grossbritannien weiterhin zu schaffen. Einer Umfrage zufolge hat fast jedes vierte Unternehmen (23 Prozent) seine Ausfuhren in die Europäische Union gestoppt, wie der Branchenverband Federation of Small Businesses (FSB) am Montag mitteilte. Vier Prozent hätten ihr EU-Geschäft bereits vollständig aufgegeben, zehn Prozent würden dies erwägen. Einige Exporteure planten, eine Präsenz in einem EU-Staat aufzubauen oder hätten dies bereits getan. Jedes zehnte Unternehmen prüfe den Aufbau von Lagerkapazitäten ausserhalb Grossbritanniens.

29.03.2021 06:36

Drei Monate nach dem endgültigen Brexit hätten Exporteure weiterhin Probleme mit "unglaublich anspruchsvollem, ungewohntem Papierkram", sagte FSB-Chef Mike Cherry. "Was Kinderkrankheiten sein sollten, droht nun, zu dauerhaften, systemischen Problemen zu werden." Grössere Unternehmen hätten die notwendigen Ressourcen. Aber kleinere Händler müssten überlegen, ob Exporte den Aufwand wert sind.

Grossbritannien hatte zum 1. Januar auch den EU-Binnenmarkt und die Zollunion verlassen. Trotz eines Handelsvertrages sorgen seitdem Zölle und die Aufbereitung erforderlicher Dokumente für teils lange Verzögerungen. Bei gut einem Drittel (36 Prozent) der Im- oder Exporteure habe der Verzug mehr als zwei Wochen gedauert, ergab die Umfrage./bvi/DP/stk

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Immobilienpreise bis

Immobilienpreise bis Aktienhandel: Wie der Brexit die Londoner City verändert

Wegen des Brexit hat London Milliarden an Vermögenswerten und Tausende von Arbeitsplätzen an den Kontinent verloren. Die Änderungen im Detail.

28.03.2021 20:29

Einen Monat nachdem Grossbritannien für den Austritt aus der Europäischen Union gestimmt hatte, war Boris Johnson gefragt worden, ob er der Meinung sei, die Finanzindustrie würde ihr Recht auf freien Handel in Europa behalten. “Das tue ich, das tue ich”, sagte er vor Reportern. Doch so einfach war es nie.

Ein halbes Jahrzehnt später sind Milliarden an Vermögenswerten und Tausende von Arbeitsplätzen auf den Kontinent umgezogen, nachdem Großbritannien ein spärliches Handelsabkommen mit der EU ausgehandelt hatte, das die Finanzbranche außen vor liess. Städten wie Amsterdam, Dublin, Frankfurt und Paris gab es dagegen die Chance, Arbeitsplätze und Handelsaktivitäten aus Großbritannien auf das Festland zu holen.

Einen klaren Sieger gibt es bislang nicht. Unternehmen und Mitarbeiter sind grossteils noch dabei, herauszufinden, welche Stadt in der neuen Realität am besten zu ihnen passt. Frankfurt, Amsterdam, Paris und Dublin dürften Teile des Finanzsystems übernehmen, sagte die für Finanzdienstleistungen zuständige EU-Kommissarin Mairead McGuinness im März vor Journalisten. “Die Märkte werden das entscheiden und sind wahrscheinlich am besten geeignet, das zu tun.”

Großbritannien und die EU wollen sich bis Ende März zumindest auf grundlegende Spielregeln für die Finanzwelt einigen.

“Ich glaube nicht, dass man ein Finanzzentrum erschaffen kann” sagte Douglas Flint, Vorsitzender des britischen Fondsmanagers Standard Life Aberdeen. “Die Herausforderung der EU besteht in der Entscheidung, wo ein solches Zentrum sein soll und wie sie konkurrierende EU-Länder dazu bringen will, entsprechende Aktivitäten dorthin abzugeben.”

Das ist bisher passiert

Aktienhandel: Der Handel von europäischen Aktien, der vorher in Großbritannien abgewickelt wurde, verlagerte sich am 4. Januar schlagartig in die EU. London verlor seine Krone als führender Handelsplatz in Europa an Amsterdam. Als Trostpflaster werden dort seit Februar wieder Schweizer Aktiengehandelt, was nicht möglich war, als Großbritannien noch EU-Mitglied war. Großbritannien will nun durch einfachere Regeln für Börsengänge mehr Unternehmen nach London holen.

Handel von Swaps: London ist seit langem ein globales Zentrum für den Handel mit Zinsswaps. Die Dominanz der Stadt litt jedoch, nachdem die EU ihren Unternehmen verboten hatte, bestimmte Benchmark-Kontrakte auf Plattformen mit Sitz in London zu handeln. Ein Teil dieser Geschäfte hat sich an die Wall Street verlagert.

Clearing von Derivaten: Die Clearingstelle LCH der London Stock Exchange hat sich mit der EU geeinigt, europäisches Geschäft noch bis Juni 2022 abzuwickeln. Die EU macht deutlich, dass sie danach eine Verschiebung der Machtverhältnisses erwartet. Die Bank of England will verhindern, dass es zu Verlagerungen kommt.

Investment Banking: Börsengänge sind ein weiterer Bereich, in dem der Londoner Finanzdistrikt seine Rivalen in Kontinentaleuropa überragt. Börsengänge in Großbritannien sind auf Kurs für ein Rekordquartal. Unternehmen vom Stiefelmacher Dr. Martens bis zum russischen Discounter Fix Price sammelten dieses Jahr bereits 7,2 Milliarden Dollar ein.

Für M&A-Banker war es bislang ein gutes Jahr. Unternehmenskäufe ausländischer Firmen in Großbritannien haben sich in diesem Jahr auf 66 Milliarden Dollar bereits fast verdreifacht, so Daten von Bloomberg. Übernahmen von börsennotierten britischen Unternehmen haben sich mehr als versiebenfacht. Dies könnte jedoch Schwäche widerspiegeln. Britische Unternehmen sind zu attraktiveren Übernahmezielen geworden, da ihre Bewertungen im vergangenen Jahr hinter anderen wichtigen Märkten zurückgeblieben sind.

Jobs und Vermögenswerte: Laut einer Studie von EY haben Finanzunternehmen angekündigt, rund 7.600 Arbeitsplätze aus Grossbritannien in die EU verlagern zu wollen. Etwa 1,3 Billionen Pfund (1,5 Billionen Euro) an Vermögenswerten ziehen ebenfalls um. Dublin hat die größte Anzahl an Unternehmen angezogen, die in die EU abgewandert sind. Frankfurt und Paris waren beliebt bei größeren Unternehmen wie Universalbanken, Investmentbanken und Maklern.

Immobilienpreise: Steueränderungen und eine vergleichsweise schwache Wirtschaft hatten wohl den größten Einfluss auf die britischen Immobilienpreise. Der Brexit und Abwanderungen von Bankern könnten den Trend jedoch verschärfen. Seit das Vereinigte Königreich für den Austritt aus der EU gestimmt hat, sind die Immobilienpreise in London um 6 Prozent gestiegen, verglichen mit 20 Prozent in Dublin und 40 Prozent in Amsterdam.

(Bloomberg)

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Britische Wirtschaft wächst

Britische Wirtschaft wächst zum Jahresende stärker - Rekordeinbruch 2020

Die Wirtschaft Grossbritanniens ist zum Jahresende hin stärker gewachsen als bisher bekannt. Die Wirtschaftsleistung (BIP) sei im vierten Quartal gegenüber dem Vorquartal um 1,3 Prozent gestiegen, teilte das Statistikamt ONS am Mittwoch in London nach einer zweiten Schätzung mit. Bisher war die Behörde von einem Zuwachs um 1,0 Prozent ausgegangen.

31.03.2021 08:22

Die Statistiker revidierten auch die Wachstumsraten für die vorherigen Quartale und das Gesamtjahr. Demnach fällt der Wirtschaftseinbruch im Corona-Jahr 2020 mit minus 9,8 Prozent zwar historisch hoch aus. Allerdings ist er nicht ganz so stark wie bisher mit 9,9 Prozent veranschlagt./bgf/stk

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Grossbritannien will neues

Grossbritannien will neues Kredit-Programm für Unternehmen

Die britische Regierung will Unternehmen ab dem heutigen Dienstag mit einem neuen Darlehensprogramm unterstützen. Wie Finanzminister Rishi Sunak mitteilte, sollen Firmen bis zu maximal zehn Millionen britische Pfund (etwa 13 Millionen Franken) erhalten können.

06.04.2021 06:53

"Während wir Teile unserer Wirtschaft langsam wieder öffnen, wird unser neues Kredit-Programm sicherstellen, dass Unternehmen weiterhin Zugang zu den Finanzen haben, die sie benötigen, während wir uns aus dieser Krise herausbewegen", sagte Sunak. Das Programm werde von der staatliche Wirtschaftsförderungsbank British Business Bank verwaltet. Die Bank vergebe Darlehen mit Hilfe von kommerziellen Kreditgebern sowie der Regierung, die ausserdem eine 80-prozentige Garantie übernehme, so der Finanzminister. Der Zinssatz ist auf 14,99 Prozent gedeckelt. Das Programm soll bis zum Ende dieses Jahres laufen.

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Britische Wirtschaft erholt

Britische Wirtschaft erholt sich vom schwachen Jahresauftakt - Produktion steigt

Die britische Wirtschaft hat sich im Februar ein Stück weit vom Rückschlag zum Jahresauftakt erholt. Im Monatsvergleich sei die Wirtschaftsleistung um 0,4 Prozent gestiegen, teilte das Statistikamt ONS am Dienstag mit. Analysten hatten mit einer leichten Erholung gerechnet und waren im Schnitt von einem Anstieg um 0,5 Prozent ausgegangen.

13.04.2021 08:19

Im Januar hatten Beschränkungen in der Corona-Krise und der Vollzug des Brexit die britische Wirtschaft stark belastet. Allerdings war das Bruttoinlandsprodukt (BIP) zum Jahresauftakt nicht so stark gesunken wie bisher gedacht. Die Statistikbehörde revidierte den Rückgang auf 2,2 Prozent im Monatsvergleich, nachdem zuvor ein Dämpfer um 2,9 Prozent gemeldet worden war. Anders als in vielen anderen Volkswirtschaften werden britische Wachstumsdaten nicht nur quartalsweise, sondern auch monatlich veröffentlicht.

Eine ähnliche Entwicklung zeigte sich auch bei der britischen Industrieproduktion, wo nach einem Dämpfer im Januar eine Erholung im Februar folgte. Die Fertigung in den Industriebetrieben sei um 1,0 Prozent im Monatsvergleich gestiegen, wie die Statistikbehörde weiter mitteilte. Analysten hatten nur einen Zuwachs um 0,5 Prozent erwartet, nachdem die Industrieproduktion im Januar noch um revidiert 1,8 Prozent (zuvor 1,5) gesunken war.

Trotz des Anstiegs im Februar bleibt die britische Industrieproduktion weiter deutlich unter dem Niveau, das vor einem Jahr herrschte. Wir die Statistikbehörde weiter mitteilte, wurde im Februar 3,5 Prozent weniger produziert als im Februar 2020./jkr/jha/

(AWP)

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