Carry Trade

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14.06.2007 10:47
#1
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Ich frage mich, ob man den Carry Trade als eine Art "globale Geldvermehrungsmaschine" betrachten darf. Wenn Kredite in Japan und der Schweiz aufgenommen werden und dieses Geld dann in den USA oder anderswo investiert wird - was ist denn das sonst?

Ohne Zweifel muss doch damit auch die Inflation angeheizt werden. (Und die Börsen geliftet) :roll:

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17.06.2007 09:42
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Herzlichen Dank für deine Ausführungen! :idea:

War ja schon eine Vorlesung wert!

Für eine (weiterführende) Karriere ist es wohl etwas zu spät:wink:

16.06.2007 21:24
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marabu wrote:

Ist es denn richtig, dass - solange die US-Leistungsbilanz derart defizitär ist, der Wert des Greenback sinken muss? Oder ist auch der Wechselkurs zinsabhängig? Und kaufen die Chinesen aus exportorientierten Interessen Treasury Bills?

Habe eben kein Volkswirtschaftsstudium absolviert...

Leistungsbilanz besteht aus mehreren Bilanzen. Die Handelsbilanz misst die Differenz zwischen Export und Import. Hier hat die USA traditionell Defizite. Seit nun 25 Jahren wird sorgenvoll hierauf verwiesen. Ok, der US$ hat in dieser Zeit mächtig an Wert verloren. So mancher Oldtimer kann sich noch an Kurse weit über 2chf für einen Greenback. Über die Zeit gesehen und in Anbetracht der hohen Hanelsbilanzdefizite ist der Zerfall meiner Ansicht moderat. Wir dürfen nie vergessen, dass die Amis unsere und insbesondere jene von China, Japan etc. besten Kunden sind. Ohne dieses Konsumverhalten (happy shopping) wären wir heute nicht was wir sind und würde China nie werden was es wird. Sowohl wir als auch die Chinesen wissen, dass sich ein starker Kaufkraftschwund der US-Konsumenten verheerend auf unsere bzw. die chinesische oder japanische Wirtschaft auswirken würde. DARUM stützen wir und die Chinesen und die Y

Japaner den USD auf Teufel komm raus, wie Du korrekt festgehalten hast (exportorientierte Interessen)...die Amis wissen dies natürlich und haben darum auch keine Hemmungen unglaubliche summen im Irak zu vergeuden, denn auch dies bezahlen wir bzw. die Chinesen, Japaner, einfach alle die einen Handelsüberschuss mit der USA haben.

Die Zinsen spielen meiner Ansicht nach eine untergeordnete Ordnung und sind insbesondere eine nationale Angelegenheit zur Bekämpfung der Inflation bzw. Stimulierung der Wirtschaft, denn wir müssten den USD aufgrund unserer exportorientierten Interessen auch bei tiefen Zinsen stützen.

Spar Dir das Studium (ausser Du willst Karriere machen). Du hast den Mecano verstanden, alles andere ist akademische Onanie.

FT

16.06.2007 16:42
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Dein Votum überzeugt mich... Wink

Ist es denn richtig, dass - solange die US-Leistungsbilanz derart defizitär ist, der Wert des Greenback sinken muss? Oder ist auch der Wechselkurs zinsabhängig? Und kaufen die Chinesen aus exportorientierten Interessen Treasury Bills?

Habe eben kein Volkswirtschaftsstudium absolviert...

16.06.2007 12:24
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Keine Geldvermehrungsmaschine da Währungskursdifferenzen die Zinsdifferenzen wieder ausgleichen....zumindest längerfristig.

So wäre es ja während nun 20 Jahren easy gewesen japanischen yen zu rund 0.5% zu borgen und hier für 2% als hundertprozentsichere Kassenobligation anzulegen. Leider erodierte der yen dermassen, dass die 1.5% Zinsdifferenz die Du gewonnen hast, durch den 20%-igen Zerfall des yen mehr als weggefressen wurde, tja, somit leider keine GVM.

Den Zusammenhang zwischen BSP und Börsenkapitalisierung, den du erwähnst, ist fundamental ok. Doch der Preis einer Aktie wird nicht ausschliesslich durch realwirtschaftliche Fakten bestimmt......, denn nirgends lässt sich besser träumen als an der Börse....und Träume lassen nun mal Ballone steigen.....so gesehen ist die Börse permanent überbewertet....weil eben die meisten Menschen im Kern ihres Herzens unverbesserliche Optimisten sind....wäre auch schlimm wenns anders wäre.

FT

16.06.2007 10:31
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Fine-Tuner wrote:

Währungskurse nicht vergessen!....Globale Geldvermehrungsmaschiene? :roll: :roll: wäre zu schön leider um wahr zu sein....oder so.....

FT

Eine "Geldvermehrungsmaschine" dieser Art hat die gleiche Wirkung wie die raschere Rotation der Notenpresse, also Inflation. Man kann diese nämlich auch importieren. Die reale Wirtschaft wächst jährlich mit maximal 4-5 % (Auch dank dem Tempo der BRIC-Staaten). Früher betrug dieses reale Wirtschaftswachstum zwischen 2 und 3 Prozent.

Auf die Dauer ist es nicht möglich, dass die Wertzuwächse an den Börsen die Summe des Wachstums der BIP's der entsprechenden Länder signifikant übertrifft.

Der dicke Herr, der sich so auf die Dauer überfrisst, muss sich deshalb öfter mal übergeben... Lol

15.06.2007 20:24
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Währungskurse nicht vergessen!....Globale Geldvermehrungsmaschiene? wäre zu schön leider um wahr zu sein....oder so.....

FT