Deflation oder Inflation?

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weico
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Deflation oder Inflation?

MarcusFabian wrote:

Genau das ist mein Punkt. Ich behaupte: Rohstoffpreise können sogar dann steigen, wenn die Nachfrage zurückgeht.

Ganz einfach deshalb, weil die Währung in der sie bezahlt werden an Wert verliert!

Relativ gesehen mag dies ja an einzelner(n) Währung(en) ja stimmen nur denkt/ist der Anleger/Markt eben Global.

Was stört es den z.B. einen globalen Anleger,wenn der Simbawe-Dollar im "A.sch" ist und dort an der Tankstelle Billionen für den Rohstoff Öl gezahlt werden muss (falls die Währung überhaupt noch akzeptiert wird..).

NICHTS!

Die grossen und wichtigen ,wirtschaftlich relevanten Währungen,sind doch so miteinander "verknüpft",dass ein Totalabsturz einer Währung die Anderen unweigerlich mitreissen würde.

Darum ja auch dass gegenseitige Abwerten der Währungen ZUEINANDER.

Keine Staat will am Ende den "schwarzen Peter" haben,auf einer starken Währung sitzenbleiben und seine (Export)industrie damit ruinieren.

Klassische Deflationsspirale :!:

P.S.

aus dem Goldthread:

MarcusFabian wrote:

Grundsätzlich gilt: Geld = Schulden. Jeglicher Schuld steht eine Forderung in gleichem Ausmass gegenüber und umgekehrt. Schuldenabbau bedeutet also zugleich und in exakt gleichem Umfang Vernichtung von Vermögen.

Anders ausgedrückt: Würden morgen alle Leute all ihre Schulden bezahlen, gäbe es kein Geld mehr

ERGO!

Fisher meint EXAKT Dies ja auch in seiner "Fisher-Dept-Theory" 8)

Oder schön beschrieben... :

"Mit anderen Worten: je mehr Schulden zurück bezahlt wurden, desto höher drückte die reale Schuldenlast auf die Wirtschaft und lähmte diese. Jede Rückzahlung einer Schuld kam nämlich einer Geldvernichtung gleich und perpetuierte auf diese Weise das Absinken des Preisniveaus.

Dieser Theorie kommt deshalb wieder Aufmerksamkeit zu, weil sie nachweist, dass eine höhere Staatsverschuldung nicht zwangsläufig zu einer höheren Inflation führt, sondern auch in eine Deflation münden kann."

...in Diesem Artikel:

http://www.faz.net/s/Rub48D1CBFB8D984684AF5F46CE28AC585D/Doc~E805D3210BB...

Fisher sah nur 2 Lösungen aus der Schulden-Deflationsspirale:

"laissez faire" ---- d.H. Die freien Wirtschaftmechanismen "spielen" lassen (Konkurse und Zusammenbruch eines grossteils der Wirtschaft)

oder wie Er meint das kleinere ÜBEL wählen und eine Reflation in Gang bringen (was ja gerade Zurzeit versucht wird)..

http://blog.zeit.de/herdentrieb/2008/11/26/wiederholt-sich-das-schulden-...

Ob Fisher's-Theorie wirklich Theorie bleibt (oder gerade im "Beweisstadium" ist),wird sich noch zeigen ...!

Auf spannende Zeiten freut sich...

weico

MarcusFabian
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Deflation oder Inflation?

weico wrote:

Darum ja auch dass gegenseitige Abwerten der Währungen ZUEINANDER.

Klassische Deflationsspirale :!:

Und genau da beginnt die Verwirrung: Einerseits Abwertung der Währung und gleichzeitig Deflationsspirale?

Aber in einer Deflation muss Geld doch an Wert gewinnen, nicht verlieren, oder?

Also nochmal von vorne:

Wir wissen, dass ...

* Die Geldmenge erhöht wird

* Die Geldmenge nicht (noch nicht) in der Realwirtschaft angekommen ist.

* Bei Konsumenten und Unternehmen gespart wird.

* Keiner mehr Kredite aufnehmen kann und will.

Somit einerseits Druck auf die Preise weil die Nachfrage zurückgeht aber andererseits Entwertung der Währung in der diese Waren bezahlt werden.

Tja, was nun?

:roll:

weico
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Deflation oder Inflation?

MarcusFabian wrote:

Und genau da beginnt die Verwirrung: Einerseits Abwertung der Währung und gleichzeitig Deflationsspirale?

Aber in einer Deflation muss Geld doch an Wert gewinnen, nicht verlieren, oder?

Also nochmal von vorne:

Wir wissen, dass ...

* Die Geldmenge erhöht wird

* Die Geldmenge nicht (noch nicht) in der Realwirtschaft angekommen ist.

* Bei Konsumenten und Unternehmen gespart wird.

* Keiner mehr Kredite aufnehmen kann und will.

Somit einerseits Druck auf die Preise weil die Nachfrage zurückgeht aber andererseits Entwertung der Währung in der diese Waren bezahlt werden.

Tja, was nun?

:roll:

Warum Verwirrung ?

Du bekommst doch,in einer Deflation, mehr für Dein Geld !

Die Entwertung der Währung bezieht sich ja nicht auf Waren/bzw.ihre Preise Innerhalb eines Landes, sonderen auf Preise/Produkte/Währungen von Ausserhalb.

weico

MarcusFabian
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Deflation oder Inflation?

weico wrote:

Die Entwertung der Währung bezieht sich ja nicht auf Waren/bzw.ihre Preise Innerhalb eines Landes, sonderen auf Preise/Produkte/Währungen von Ausserhalb.

Stimmt auch wieder. Entspricht dem Szenario Argentinien: Inland-Preise für z.B. Immos sind in Pesos dramatisch gesunken und Preise für Importe stark gestiegen.

Wer damals harte Dollars besass, konnte Schnäppchen machen zum Abwinken.

Parallel dazu werden jetzt weltweit die Preise in Dollar/Euro/Yen etc. fallen und wer die neue starke Währung (Gold) besitzt, macht dann Schnäppchen zum Abwinken Lol

MarcusFabian
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Deflation oder Inflation?

Führt Verschuldung zu Inflation?

Angesichts der steigenden US-Staatsverschuldung (Ende 2009 dürfte sich die Verschuldung des öffentlichen Sektors bei mehr 12 Billionen US-Dollar befinden) stellt sich die Frage, ob Verschuldung an sich automatisch Inflation auslöst. Dabei sollte man seinen Blick nicht nur auf die absolute Verschuldung oder auf die Verschuldung in Abhängigkeit vom BIP richten. Wichtiger erscheint und die Verschuldungsdynamik zu sein. Diese lässt sich – genauso – wie die Teuerungsdynamik am besten in der Veränderungsrate gegen-über dem Vorjahr ausweisen. Der Blick auf den folgenden Chart fördert einige Erkenntnisse zu Tage.

Erstens ist abzulesen, dass im vergangenen Jahrhundert zwei Perioden mit extremer Ver-schuldungsdynamik existierten. Es waren die Zeiträume, in denen die beiden Weltkriege stattfanden. Die Verschuldungsrate erreichte 1917 einen Spitzenwert von 155 Prozent gegenüber dem Vorjahr. 1942 wurde ein Anstieg von knapp 90 Prozent gegenüber dem Vorjahr erzielt. Diese beiden Spitzen sind auf dem obigen Chart gekappt.

Zweitens lässt sich insgesamt ein Zusammenhang zwischen Staatsverschuldung und Inflationsrate erkennen. In der Regel steigt mit zunehmender Verschuldungsdynamik auch die Inflationsrate. Allerdings gibt es Ausnahmen. So stieg die Verschuldung zwischen 1930 und 1932 deutlich an. Dennoch fiel die Inflationsrate bis 1932 in den Bereich von minus 10 Prozent (grüner Doppelpfeil). Eine weitere Ausnahme stellt die Bewegung Anfang der 80er Jahre dar (schwarzer Doppelpfeil). Damals schob Ronald Reagan die Wirtschaft durch die Staatsverschuldung hochtreibende Steuerentlastungen an („Reaganomics“). Dennoch fiel die Inflationsrate damals von 15 auf 5 Prozent.

Aktuell befindet sich die Verschuldungsdynamik im Bereich von 20 Prozent, während die Inflationsrate um null stagniert. Damit hat die Verschuldungsdynamik diejenige des Jahres 1932 erreicht.

Wirft man einen Blick auf die Veränderung der Geldmenge M2 und die US-Inflationsrate, so wird ebenfalls ein Zusammenhang deutlich.

Während die Geldmenge M2 zwischen 1930 und 1932 deutlich fiel (schwarzer Pfeil) und damit die Deflation beschleunigte, ist aktuell ein Anstieg der Geldmenge erkennbar. Eine Aufwärtsbewegung der Geldmenge lässt normalerweise eine ausgedehnte Phase der Deflation nicht zu – jedenfalls nicht in den vergangenen 110 Jahren in den USA.

Fazit: Die Verschuldungsdynamik hat diejenige des Jahres 1932 erreicht. 1932 war das Jahr, in dem die US-Inflationsrate einen wichtigen Tiefpunkt markierte – übrigens auch die US-Aktienmärkte. Hinzu kommt, dass eine Geldmengenausweitung wie aktuell üblicherweise kaum Deflation zulässt. Wir schließen aus den oben genannten Charts, dass die aktuellen Maßnahmen von US-Zentralbank und der US-Regierung durchaus das Potential haben, der Deflation Einhalt zu gebieten. Verschuldung hat historisch betrachtet einen positiven Einfluss auf die Inflationsrate.

Insgesamt wird die Steuerung jedoch schwieriger, die Gefahr einer überschießenden Inflation bei zuviel Stimulus größer. Das Kernproblem: Niemand weiß, wann zuviel zuviel ist. Bernanke nicht, Geithner nicht, Obama nicht. Deshalb geben sie an dieser Stelle soviel Gas wie nur irgend möglich. Bremsen kann man später immer noch, so lautet die Leitlinie. Die Märkte sind und bleiben keine Einbahnstraße, sondern bewegen sich zyklisch. Man muss sich die Auswirkungen der Austarierungsversuche der Fed so vorstellen wie eine Brücke, die – z.B. durch im Gleichschritt marschierende Soldaten - immer stärker in Schwingungen gerät. Die Schwingungen werden stärker und stärker, die Brücke beginnt sich aufzubäumen, und dann bricht sie. Hoffen wir, dass die Soldaten zu marschieren aufhören, bevor die Brücke zusammenbricht.

Wir gehen davon aus, dass die Schwingfrequenz der Märkte in den kommenden Monaten eher nachlassen wird, bevor sie sich wieder dynamisch negativ verstärkt.

Verfolgen Sie das Marktgeschehen in unserer handelstäglichen Frühausgabe.

Robert Rethfeld

Wellenreiter-Invest

weico
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Deflation oder Inflation?

In Japan wächst die Sorge vor einer Deflation

Tokio (Reuters) - Im rezessionsgeplagten Japan wächst die Sorge vor einer Deflation.

Die Verbraucherpreise sanken im Februar um 0,1 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat, wie die Regierung am Freitag mitteilte. Trotz der sinkenden Preise gaben die Konsumenten deutlich weniger Geld aus. Der Umsatz im Einzelhandel fiel um 5,8 Prozent niedriger aus als im Februar 2008. Von Reuters befragte Analysten hatten lediglich ein Minus von vier Prozent erwartet.

Mit der schwachen Binnennachfrage verschärft sich die Rezession in der zweitgrößten Volkswirtschaft der Welt. Zuvor waren bereits die Exporte - die wichtigste Konjunkturstütze - um die Hälfte eingebrochen. Die Notenbank befürchtet die Rückkehr der Deflation, also einen Preisverfall auf breiter Front mit verheerenden Folgen für die Unternehmensgewinne. In den kommenden zwei Jahren müsse mit schrumpfenden Preisen gerechnet werden. Analysten sehen das ähnlich. "Japan steht vor einer Deflation", sagte Akira Maekawa von UBS Securities. "Die Firmen stellen immer noch mehr her als die Verbraucher kaufen wollen."

Die Regierung will mit dem größten Konjunkturprogramm der japanischen Geschichte ein tieferes Abgleiten in die Rezession zu verhindern. Im Parlament wird noch für Freitag die Zustimmung für ein rund 640 Milliarden Euro schweres Maßnahmepaket erwartet. Die japanische Wirtschaftsleistung war im Schlussquartal 2008 um 3,1 Prozent eingebrochen und damit so stark wie seit der Ölkrise 1974 nicht mehr. Für das zu Ende gehende erste Quartal wird ein weiterer Rückgang um 2,5 Prozent erwartet. Das wäre bereits das vierte Quartalsminus in Folge.

http://de.reuters.com/article/topNews/idDEBEE52Q04320090327

P.S...

Da hat Japan solche riesigen Auslandsschulden(Staatlicher Schuldenstand im Verhältnis

zum nominalen BIP 2008

Japan 182,8 % ) :shock: und pumpt Milliarden in Seine Konjunkturprogramm und die (Hyper)INFLATION will und will einfach nicht richtig anspringen... :roll: :oops:

P.P.S:

auch in den USA wird langsam an den Löhnen "rumgeschraubt". Wink

http://globaleconomicanalysis.blogspot.com/2009/03/wage-deflation-sets-i...

weico

Fine-Tuner
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Deflation oder Inflation?

Die Zeiten in denen wir die Ökonomie einfach mit Deflation oder Inflation erklären können, sind definitiv vorbei. Diese Erklärungsmodelle sind Modelle aus dem letzten Jahrhundert und für eine globalisierte Wirtschaft unbrauchbar. Dies ist meine persönliche Schlussfolgerung. Die Mechanismen laufen heute anders.

Information ist sofort und überall verfügbar. Wir befinden uns in einer Bubble- und Momentumsökonomie. Ups and Downs wechseln mit dem Informationsfluss in Lichtgeschwindigkeit. Die Volatilitäten haben Rekordwerte erreicht und die Informationstransparenz lässt das Pendel jeweils mit ungeheurer Wucht ausschlagen. Mit einer Gewalt, die wir nicht mehr kontrollieren können (Bubbleökonomie). Der Schaden, der durch diese unkontrollierten Bewegungen entsteht, ist - wie wir soeben erleben - unermesslich. Natürlich versuchen wir alle, Schmarotzer und Profiteure die wir sind, davon zu profitieren und verstärken die Ausschläge dadurch zusätzlich. Dem einzelnen Individuum ist so oder so egal was globalwirtschaftlich abgeht; ihn interessiert nur seine persönliche Situation.

In diesem Umfeld verpuffen alle Bemühungen der Staaten und internationelen Institutionen das Gleichgewicht zu halten. Alle Mittel sind nun ausgeschöpft, die Geldmengen sind explodiert, die Zinsen auf Null, Bailouts und Stützungsmassnahmen in Trillionenhöhe.....alles verpufft, in Luft aufgelöst, ohne Wirkung....oder besser, niemand weiss, was die Wirkungen sein werden......was noch auf uns zukommt.

Ich vermisse neue Ansätze, insbesondere von den Wirtschaftswissenschaften. Die alten Modelle können eine globalisierte Wirtschaft nicht mehr erklären.

(Just my humble opinion)

Happy thinking

Fine-Tuner

weico
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Deflation oder Inflation?

Fine-Tuner wrote:

Ich vermisse neue Ansätze, insbesondere von den Wirtschaftswissenschaften. Die alten Modelle können eine globalisierte Wirtschaft nicht mehr erklären.

(Just my humble opinion)

Happy thinking

Fine-Tuner

Gebe Dir zum Teil Recht nur :Mensch bleibt eben Mensch Lol

Menschliche Fehler werden mehrfach begangen und der Herdentrieb/Panik/Gier der Anleger usw. sind zum Teil wunderbar voraussehbar und damit auch handelbar.. Lol

weico

weico
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Deflation oder Inflation?
revinco
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Deflation oder Inflation?

Nachdem ich Eure Auswirkungstheorien Inflation / Deflation mit Mühe aber interessiert gelesen habe, komme ich gerne auf die Entscheide zurück ob uns überhaupt Deflation oder Inflation mittel- bis langfristig bevorsteht.

Die Mark-to-Market Regelung beim G20-Treffen sollte den Druck auf die Bilanzen der Finanzinstitute entlasten und daher Liquidität im Markt bringen, da es die Banken einfacher macht mit der Durchführung von Asset-Transaktionen. Das wiederum sollte bald die Inflation anheizen wenn das gehortete Geld wieder ausgeliehen wird und Kredite gewährt werden, auch wenn das noch eine Weile dauert bis offiziell Inflation bevorsteht.

Ja ich bin persönlich überzeugt die Amis wollen Inflation, wohl am liebsten Hyperinflation um die Entwertung der Schulden über Inflation abzubauen. Aber es scheint als wäre die Deflationsspirale sehr schwierig zu bekämpfen, solange die Immobilienpreise sinken und das gedruckte Geld nicht nachkommt um die Kosten zu decken - deshalb haben wir ja gerade die jetztige Deflation?

Ich vermute es könnte somit sein, dass die Inflation erst zum Zuge kommt wenn die Immobilienpreise ihren Boden gefunden haben und stabil werden. Das wäre vorraussichtlich erst in ein paar Jahren!?

MarcusFabian wrote:

Es ist unter dem Strich ganz einfach: Die Amis sind hoch verschuldet. $51B Schulden bei $11B Nettoeinkommen (= Bruttoeinkommen - Steuern).

Die Amis können sich gar keine neue Schulden leisten. Was Du vorschlägst würde kurzfristig sogar funktionieren: Die Amis nehmen noch mehr Kredit auf, verschulden sich noch weiter und konsumieren wieder ein Weilchen.

Aber das löst das Problem nicht. Dann käme die Krise einfach ein bisschen später und entsprechend der neuen Schuldenlast umso heftiger. Wir stünden in ein paar Monaten oder Jahren genau da wo wir jetzt stehen. Nur die Fallhöhe wäre gestiegen.

Im Prinzip passiert im Moment genau das. Nur dass der Konsument nicht direkt neue Schulden aufnimmt sondern indirekt, in seiner Funktion als Steuerzahler.

Dabei haben wir folgendes Problem: Die Menge der Schulden ist nach oben begrenzt. Ende 2007 haben die Amis 84% (gemäss BIZ) des Welt-Sparkapitals absorbiert. Bei 100% ist physisch Schluss. Demgegenüber hat die Welt zunehmend weniger Lust, den Amis ihre Schulden zu finanzieren. Ergo bleibt unter dem Strich nur die Entwertung der Schulden über Inflation.

Mit den Konjunkturprogrammen fliesst dann dieses neue Blütengeld direkt in M3 und wird somit inflationär wirksam.

Ein weiteres Indiz für die kommende Inflation ist, dass der IWF nun 1/8 seiner Goldreserven verkaufen wird während gleichzeitig die Papiermenge um $750 Mrd. aufgestockt wird. Das Verhältnis Papier:Gold verschlechtert sich also weiter. Eine offiziellere Ankündigung, dass der Papiergeld-Entwertungs-Wettlauf nun beginnt, gibt es gar nicht.

Es bleibt also nach wie vor festzuhalten: Zu einer nachhaltigen Erholung kann es erst kommen, wenn der Grossteil aller Schulden und somit Vermögen vernichtet ist.

Sei es durch Sparen und Rückzahlung der Schulden (Deflation).

Sei es durch Entwertung der Schulden durch Inflation.

Sei es durch einen Währungsschnitt.

Deflation ist nicht erwünscht. Ein Währungsschnitt steht noch nicht zur Diskussion (der würde auch nicht angekündigt!!!) also bleibt nur die Inflation und genau darauf steuert im Moment alles hin.

Vermögen strukturieren und sich möglichst für die unplanbaren Marktereignissen vorbereiten.

revinco
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Deflation oder Inflation?

MarcusFabian wrote:

Ein weiteres Indiz für die kommende Inflation ist, dass der IWF nun 1/8 seiner Goldreserven verkaufen wird während gleichzeitig die Papiermenge um $750 Mrd. aufgestockt wird.

Ja, aber warum verkauft den die IWF schon 1/8 seiner Goldreserven? :shock: :roll:

Ist das ein Zeichen das die Deflation erwarten oder brauchen Sie schlicht und einfach die Dollars !?

Vermögen strukturieren und sich möglichst für die unplanbaren Marktereignissen vorbereiten.

revinco
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Re: HyperInflation

Bullish wrote:

Eine Hyperinflation ist politisch eher zu erwarten, Demokratien brauchen Stimmbürger, Stimmbürger wählen Politiker, "die etwas machen". Fangen die Notenbanken damit an, Staatspapiere aufzukaufen, geht es los. Die werden es nicht direkt machen, ist auch illegal.

Daran scheint nichts illegal zu sein!

Hier ein Kommentar von Dr. Martin Weiss in Bezug auf den historischen Tag 18. März 2009 :

"Der 18. März 2009 markiert eine Zeitenwende der amerikanischen Geldpolitik. An diesem denkwürdigen Tag gab die Fed bekannt, länger laufende US-Staatsanleihen zu kaufen. Das bedeutet natürlich die direkte Monetarisierung der Staatsschuld, also der endgültige Übergang zu direkter Inflationierung. Machen Sie sich bitte klar, was genau hier passiert. Ausgangspunkt ist natürlich eine Regierung, die Geld ausgeben will, das sie nicht hat. Sie muss sich dieses Geld also beschaffen. Dazu stehen ihr prinzipiell mehrere Wege offen."

Der 18. März 2009 markiert also eine entscheidende geldpolitische Zäsur. Wahrscheinlich wird das Datum in die Finanzmarktgeschichte als ebenso wichtig eingehen wie der 15. August 1971 - der Tag, an dem US-Präsident Nixon das Bretton-Woods-Weltwährungssystem abschaffte, indem er das Versprechen der US-Regierung brach, den US-Dollar gegen Gold einzutauschen. Jetzt, 27 Jahre später, wurde ein entscheidender Schritt auf dem Weg in die Inflation getan! Die letzten Dämme sind gebrochen, bringen Sie sich in Sicherheit und kaufen Sie Gold.

Vermögen strukturieren und sich möglichst für die unplanbaren Marktereignissen vorbereiten.

MarcusFabian
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Deflation oder Inflation?

Fine-Tuner wrote:

Die Zeiten in denen wir die Ökonomie einfach mit Deflation oder Inflation erklären können, sind definitiv vorbei.

Nein, sind sie nicht. Wieso auch? Es gibt exakt drei Möglichkeiten wie sich die Geldmenge verhalten kann:

1. Sie steigt: Inflation

2. Sie fällt: Deflation

3. Sie bleibt gleich: Stagflation

Daran wird sich auch in Zukunft nichts ändern.

MarcusFabian
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Deflation oder Inflation?

Revinco wrote:

Ja, aber warum verkauft den die IWF schon 1/8 seiner Goldreserven? :shock: :roll:

Ist das ein Zeichen das die Deflation erwarten oder brauchen Sie schlicht und einfach die Dollars !?

Gute Frage. Das ganze ist nämlich ein Spiel das nur sehr kurzfristig durchdacht scheint und den Goldbugs in die Hände spielt:

Einerseits kann man durch Goldverkäufe kurzfristig etwas Papier erwerben aber andererseits verliert dieses Papier durch die Goldverkäufe noch mehr an Wert.

Da der SZR die 4 Währungen Dollar, Euro, Yen und Pfund umfasst ist das also nichts anderes als eine gezielte Entwertung exakt dieser 4 Währungen. Und zwar um 1/8 also der Goldmenge.

Stellt sich noch die Frage, ob dieses Gold auf den Markt kommen wird (wo es kurzfristig den Goldpreis drückt) oder ob konkrete Geschäfte bestehen, wer dieses Gold aufkauft. Die Chinesen und Araber wären potenzielle Kandidaten.

Iselin
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Deflation oder Inflation?

MarcusFabian wrote:

Nein, sind sie nicht. Wieso auch? Es gibt exakt drei Möglichkeiten wie sich die Geldmenge verhalten kann:

1. Sie steigt: Inflation

2. Sie fällt: Deflation

3. Sie bleibt gleich: Stagflation

Daran wird sich auch in Zukunft nichts ändern.

Meinst du nicht Stagnation?

Stagflation bedeutet doch Inflation und Stagnation zur gleichen Zeit. :roll:

Fine-Tuner
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Deflation oder Inflation?

Schon die Konklusion Gold zu kaufen zeigt mir, dass dieser Herr nichts verstanden hat und immer noch in seinen althergebrachten Mustern denkt. Wie ich bereits erwähnt habe, sind die ökonomischen Modelle, vom makroökonomischen Angebot-Nachfrage-Modell bis zum mikroökonomischen CAPM, für eine globalisierte Wirtschaft nicht mehr zu gebrauchen. Sie können die Ereignisse der neuen Zeit nicht mehr erklären. Vergiss "Inflation", vergiss "Deflation", vergiss "Beta".

Wir leben in einer Blasenökonomie. Blasen entstehen heute und platzen morgen. Blasen können nur entstehen, wenn alle gleichzeitig das Gleiche tun, also zum Beispiel irgend etwas kaufen (Aktien, Immobilien, Rohstoffe, was auch immer). Aber leider verkaufen auch alle gleichzeitig, was die Blase zum platzen bringt. Warum tun alle alles gleichzeitig? WEGEN der INFORMATIONSTRANSPARENZ, das heisst alle wissen - fast - alles gleichzeitig (das ist das Internetzeitalter!!!!)....und etwas vorher zu wissen (und auszunutzen) ist ja verboten, denn dann ist man ja Insider....

In einer solch unberechenbaren Welt, wird Aktiensparen zum reinen Glücksspiel....wenn es das nicht schon immer wahr.

Fine-Tuner

revinco
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Deflation oder Inflation?

@ Fine-Tuner

Ich habe auch überhaupt nicht verstanden was du damit sagen willst... Du hast hoffentlich nicht MarcusFabian gemeint? :roll:

Warum, bist Du etwa gegen physischem Goldkauf?

Vermögen strukturieren und sich möglichst für die unplanbaren Marktereignissen vorbereiten.

CrashGuru
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Deflation oder Inflation?

Fine-Tuner wrote:

Wir leben in einer Blasenökonomie. Blasen entstehen heute und platzen morgen. Blasen können nur entstehen, wenn alle gleichzeitig das Gleiche tun, also zum Beispiel irgend etwas kaufen (Aktien, Immobilien, Rohstoffe, was auch immer).

Fine-Tuner

Blasenoekonomie gefällt mir gut!

Darf ich da noch beifügen, dass das leider auch im Bereich Strategien gilt (Marketing). Bloss nicht etwas gegen den Trend tun. Alles Modeproduzenten, egal ob Autos, Kühlschrank, Lebensmittel. Designer wird wohl irgendwann das Schimpfwort des Jahres.

Deshalb ebenfalls Blasenbildung. Typisches Beispiel die Autoindustrie. Keine Alternativen im Angebot. Wenn die Palette nicht mher zur Zeit passt, brechen die Verkäufe ein (Offroader, grossvolumige Motoren). Keiner kann schnell genug reagieren auf die geänderten Marktbedingungen. Ausnahme ein indischer Anbieter...

Die Geschäftsleitungen haben mehr damit zu tun, zu schauen, was die Konkurrenz macht um nicht "daneben" zu liegen, als eigene Ideen zu entwickeln. Innovation ist nicht gefragt nur Zementierung der eigenen Position (und Bonus).

Aber da bin ich eigentlich im falsche Thread....

MarcusFabian
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Deflation oder Inflation?

Ramschpapierhaendler wrote:

Der IWF verkauft doch 1/8 seiner Goldbestände und nicht Goldbestände im Wert von 1/8 seiner Währungen?

Worin liegt der Unterschied?

Man kann Papiergeld bewerten, indem man die Papiermenge der Goldmenge gegenüberstellt. So im Sinn "Wieviel Papiergeld habe ich pro Unze Gold". Das ist natürlich jetzt falsch, denn wir haben keinen Goldstandard aber dennoch interessant weil man so ermitteln kann, was das Papiergeld Wert wäre, wenn es einen Goldstandard gäbe.

Wenn also 1/8 der Goldmenge verschwindet und die Geldmenbe gleich bleibt , verringert sich entsprechend der Wert des Papiergeldes.

Aber im Falle des IWF ist auch diese Rechnung falsch, denn z.B. der Yen wird ja - auch wenn er Bestandteil des SZR ist - nicht vom IWF stabil gehalten sondern von Japan. Dito für $,€,£.

MarcusFabian
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Deflation oder Inflation?

Fine-Tuner wrote:

Wie ich bereits erwähnt habe, sind die ökonomischen Modelle, ... nicht mehr zu gebrauchen.

Dia Aussage "heute ist alles anders" halte ich für grundsätzlich gewagt!

Natürlich ist heute einiges neu. Z.B. der viel schnellere Informationsfluss via Internet für die Kleinanleger und entsprechend kürzere Entscheidungszyklen. Aber wenn Du daraus den Schluss ziehst, dass es keine Inflation, Deflation, Teuerung, Geldentwertung etc. mehr gibt oder die Mechanik anders läuft, dann erwarte ich schon eine ausführlichere Begründung.

MarcusFabian
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Deflation oder Inflation?

Iselin wrote:

Meinst du nicht Stagnation?

Stimmt. Der Punkt geht an Dich.

scaphilo
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Deflation oder Inflation?

MarcusFabian wrote:

Iselin wrote:

Meinst du nicht Stagnation?

Stimmt. Der Punkt geht an Dich.

Ich glaub eine gleichbleibende Geldmenge führt zu negativer Teuerung. Weil wir ja immer mehr Menschen auf dem Planeten haben die Geld haben wollen. Aber das nur am Rande...

weico
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Deflation oder Inflation?

Preise in den USA fallen erstmals seit 54 Jahren

:oops:

http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,619196,00.html

P.S:..und jetzt will der "böse" FIAT-Boss auch noch,dass die Chrysler-Löhne fallen... Lol

http://www.handelsblatt.com/unternehmen/industrie/fiat-chef-droht-mit-au...

weico

MarcusFabian
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Deflation oder Inflation?

scaphilo wrote:

Ich glaub eine gleichbleibende Geldmenge führt zu negativer Teuerung. Weil wir ja immer mehr Menschen auf dem Planeten haben die Geld haben wollen.

Lassen wir mal das Geld aus dem Spiel.

A-priori gilt:

Wenn sich immer mehr Menschen die gleichen Ressourcen teilen müssen, werden diese Ressourcen knapper, wertvoller, teurer.

Dabei ist es unerheblich, ob diese Ressourcen in grünem, rosa oder blauem Papier - oder in Gold - bezahlt werden.

MarcusFabian
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Deflation oder Inflation?

scaphilo wrote:

Ich glaub eine gleichbleibende Geldmenge führt zu negativer Teuerung. Weil wir ja immer mehr Menschen auf dem Planeten haben die Geld haben wollen. Aber das nur am Rande...

Stimmt. Aber wir haben keine gleichbleibende Geldmenge.

In den USA steigt die Bevölkerung um ziemlich konstante 1% pro Jahr. Die Geldmenge in den letzten 10 Jahren hat sich verdreifacht.

In der Schweiz ist die Bevölkerung ziemlich konstant bis leicht sinkend, die Geldmenge hat sich aber seit 2000 verdoppelt und die Goldmenge halbiert.

Schlussfolgerungen?

MarcusFabian
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Deflation oder Inflation?

weico wrote:

Preise in den USA fallen erstmals seit 54 Jahren

Ja, aber das muss noch lange nichts mit Deflation zu tun haben.

Deflation, so wie Du sie verstehst, bedeutet ja niedrigere Preise. Die Gefahr der Deflation besteht darin, dass die Menschen nicht mehr konsumieren sondern ihr Geld sparen, bzw. Anschaffungen hinauszögern, weil sie mit günstigeren Preisen in der Zukunft rechnen. Ich glaube soweit sind wir uns einig.

Das trifft aber nicht auf jeden Teil des Warenkorbes zu.

Beispiel:

1l Milch kostet Fr. 1.30. Verzichtest Du auf den Kauf der Milch, weil Du damit rechnest, dass sie nächsten Monat nur noch 1.20 kostet? Wohl kaum.

Dein Traumauto kostet Fr. 60'000. Verzichtest Du auf den Kauf, weil Du damit rechnest, dass die Karre in 6 Monaten nur noch Fr. 50'000 kostet?

Ja, das macht durchaus Sinn.

Ich behaupte also mal: Der Kauf von langlebigen Gütern wie Autos, Möbel etc. wird zurückgestellt, der Kauf von Lebensmitteln oder Energie jedoch nicht.

Ergo wirken sinkende Autopreise deflationär im Sinne von Sparwut und Gefahr einer Depression. Sinkende Preise von Öl allerdings sind nichts weiter als eben sinkender Preis bzw. Korrektur einer Preis-Übertreibung im Vorjahr. Sie wirken nicht Depressiv.

Wir wissen, dass Lebensmittel im Warenkorb einen Anteil von 10.9% haben. Wir wissen allerdings nicht, welchen Anteil der Ölpreis hat.

(Quelle: http://www.bfs.admin.ch/bfs/portal/de/index/infothek/erhebungen__quellen... )

Wir wissen, dass Lebensmittel gemeinsam mit dem Ölpreis im Juli 2008 ein Hoch erlebten und seither massiv im Preis heruntergekommen sind. Entsprechend der Gewichtung im Warenkorb werden sie also für eine Verbilligung des Warenkorbes sorgen.

Öl zum Beispiel ist von $146 (Juli 08 ) auf $60 (November 08 ) gesunken. Wenn wir davon ausgehen, dass der Ölpreis sich bis November 09 wieder auf $60 hochkämpfen wird, dann wissen wir, dass die Komponente Ölpreis bis November 09 die Teuerung negativ - verbilligend - beeinflusst.

Für Lebensmittel gilt ähnliches.

Aber wie wir in Beispiel 1 gesehen haben, haben hier sinkende Preise keinen Deflationären Spar-Effekt.

Nehmen wir mal als Beispiel den Juli 2009: Der Ölpreis ein Jahr zuvor war $146 und im Juli 2009 sei er $50. Somit haben wir beim Ölpreis eine Jahresteuerung von -66%. Wenn wir nun den Ölpreis als 10% des Warenkorbes annehmen, können alle anderen Waren um 7.3% steigen und unter dem Strich hätten wir noch eine Teuerung von 0.0%.

Machen wir die Rechnung für den April:

Ölpreis April 08: $100, April 09: $50 also Jahresteuerung -50%

Wenn alle anderen Güter um 5.8% gestiegen sind, kommen wir auf exakt Null.

Oder anders herum: Wenn als Teuerung -2% ausgewiesen würde - nach Deiner Deutung also Deflation - dann würde das nichts anderes bedeuten als:

Ölpreis ist um 50% gesunken und alles andere (inkl. Lebensmittel) um 3.3% gestiegen.

Doch wie gesagt: Der Haken an dieser Kalkulation ist, dass ich den Ölpreis mit 10% des Warenkorbes angenommen habe. Ich weiss nicht, wie realistisch das ist!

So langsam verstehe ich, warum beim US CPI auch die Kernrate (= Teuerung ohne Lebensmittel und Energie) ausgewiesen wird. Sie ist es nämlich, die darüber Auskunft gibt, ob wir in einer Inflation oder Deflation leben.

Und tatsächlich. Gemäss Deinem verlinkten Spiegel Artikel wird die Kern-Teuerung mit +1.8% ausgewiesen.

Also noch nix mit Deflation.

revinco
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Deflation oder Inflation?

MarcusFabian wrote:

Also noch nix mit Deflation.

4/16/2009 6:29 AM ET

(RTTNews) - The euro fell to a 3-day low against the dollar during Thursday's early European trading after a report showed that the euro-zone annual inflation recorded the lowest rate since the euro was introduced ten years back :!: . The euro also tumbled to a 16-day low against the yen.

Euro zone annual inflation was confirmed at 0.6% in March, which was the lowest rate since the launch of euro ten years ago, a revised report from the Eurostat showed. Consumer price inflation eased from February's 1.2% and 3.6% in the year ago period. Monthly inflation stood at 0.4%, in line with economists' expectations.

Vermögen strukturieren und sich möglichst für die unplanbaren Marktereignissen vorbereiten.

weico
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Deflation oder Inflation?

MarcusFabian wrote:

Also noch nix mit Deflation.

Betonung auf NOCH... :oops:

weico

Denne
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Deflation oder Inflation?

Simpler Ansatz: Die Regierungen warten gar nicht erst, bis eine hohe Inflation einsetzt, sondern ziehen die Währungsreform vorher durch und vernichten damit auf einen Schlag genügend Kaufkraft, um einen Währungscrash zu vermeiden.

Das Volk würde dank entsprechender PR und beschönigter Rechenbeispiele wenig bis nichts vom Betrug merken (wie beim Euro).

Das würde bedeuten, dass bereits jetzt (oder möglicherweise seit langem) eine Währungsreform in der Pipeline ist.

Iselin
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Deflation oder Inflation?

Denne wrote:

Simpler Ansatz: Die Regierungen warten gar nicht erst, bis eine hohe Inflation einsetzt, sondern ziehen die Währungsreform vorher durch und vernichten damit auf einen Schlag genügend Kaufkraft, um einen Währungscrash zu vermeiden.

Das Volk würde dank entsprechender PR und beschönigter Rechenbeispiele wenig bis nichts vom Betrug merken (wie beim Euro).

Das würde bedeuten, dass bereits jetzt (oder möglicherweise seit langem) eine Währungsreform in der Pipeline ist.

Wie kommst Du denn darauf :?:

Du meinst die Regierungen sagen auf einmal: "Da wir soviel Geld gedruckt haben, wird es sowieso bald nichts mehr wert sein, darum machen wir eine neue Währung. Sie können eine Einheit der neuen Währung für 100 USD kaufen!" Smile

Die Menschen sind zwar dumm, aber ich glaube nicht, dass sie sich das gefallen lassen würden, wenn ihr Erspartes plötzlich einen Bruchteil wert sein wird.

Gibt es aber eine Hyperinflation, merken es die Leute langsam und gewöhnen sich daran, dass sie weniger Kaufkraft besitzen. Im ersten jahr halbiert sich der Wert, im zweiten zehntelt es sich usw.

Dann merken auch sie dass eine neue Währung nötig ist.

Klar werden sie wütend sein, aber wie gesagt, gewöhnen sie sich und müssen sich früher oder später damit abfinden. Wink

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