Deflation oder Inflation?

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Bullish
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Re: Inflation

Ramschpapierhaendler wrote:

MarcusFabian wrote:
Aber logisch betrachtet gibt es nur zwei Möglichkeiten: Die Passiven senken oder negativ auf die Aktiven mit neu gedrucktem Geld (also Fr. 5.-) aufstocken, damit die Bilanz wieder stimmt.

Ich weiss es zwar auch nicht, aber ich sehe nicht ein, weshalb man die 130 CHF im Umlauf nicht mit den 125 CHF verbuchen kann, die sie als € Wert sind.

Erstens hat man die 130 CHF sowieso nicht im Griff.

Das wäre dann "Druckgewinn", so könnte man es richtig verbuchen Smile

Die Banken haben auch ähnliche Probleme, also wenn man jemandem was schuldet, das man nicht zahlen kann, würden diese Schulden mit Abschlag gehandelt, wobei eigentlich die Schulden auch in der eigenen Bilanz weniger hoch bewertet werden sollen, zB die Citi:

Quote:

...

So musste etwa die Citi kürzlich gut $1 Mrd. Dollar abschreiben, weil sie wegen sinkender Risikoprämien die eigenen Schulden wieder hochschreiben musste. Dank der teils kruden US Bilanzierungsansätze kann eine Bank, wenn es ihr schlecht geht, die schlechtere eigene Zahlungsfähigkeit dazu nutzen, um ergebniswirksam die eigenen Verbindlichkeiten in der Bilanz zu mindern.

...

http://frank-meyer.eu/wp-blog/?p=2409

Je schlechter ein Bankmanager, desto unwahrscheinlicher die Bedienung der Forderungen, desto tieferer Marktpreis der Forderungen, führt zu Abwertung der eigenen Schulden in der Bilanz, wird somit Gewinnwirksam und erhöht den Bonus für den Bankmanager!

Genial!

Ist genau das Beispiel, das wir (@RPH, @MF) in einem anderen Thread diskutiert haben.

Also hat Griechenland gar nicht mehr soviele Schulden Wink

MarcusFabian
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Re: Inflation

Bullish wrote:

Staatspapiergeld? Eben nicht mit Schulden und Pfand gedecktes Geld?

Aber bei Fed, EZB und SNB wird schon gebucht.

Fein. Aber gedeckt ist deshalb auch nicht.

Bullish wrote:

Das macht es für die Amis einfacher. Handelsemargo und sie sind ihre Arbeitslosigkeit los und in China ist dafür die Hölle los.

Ok. Und wer produziert dann für die Amis die Kleider, Computer, Fernseher? Woher kommen die Rohstoffe, das Öl etc.?

Bedenke, dass die USA ein Handelsdefizit haben. Das heisst, sie importieren mehr als sie exportieren.

Abgesehen davon brauchen die Amis gar kein Handelsembargo. Sie müssten nur darauf verzichten, mehr zu importieren als sie sich leisten können.

Bullish wrote:

Die Manipulateure sitzen in Asien und das in Form der dortigen ZBs, die mit Hilfe der Titelverkäufe sowohl die Banken an der engen Leine haben als auch den Kurs ihrer Währung gegenüber USD nach Herzenslust gestalten können.

Wusste ich's doch, dass ich irgendwann mal würde lesen dürfen, dass schlussendlich die Chinesen für die US-Finanzkrise verantwortlich gemacht werden Lol

Bullish wrote:

Wenn man sich als Produzent aber verschuldet hat und bei Nicht-Bedienung sein Eigentum verliert, dann zählt schon, ob man Geld hat oder nicht.

Stimmt. Die Chinesen sind die Produzenten und sitzen auf 3 Billionen Dollar.

Die Amis haben ihre Produktion outgesourced und sitzen auf 60 Billionen Dollar Schulden.

Wer hat jetzt die besseren Karten?

Bullish wrote:

wobei Devisen wohl nicht aufwerten werden, weil alle ZBs dasselbe Problem haben, Bonds können nicht beliebig aufwerten,

Das alte Lied: Aufwerten gegen was???

Bullish wrote:

Ich bin natürlich nicht sicher, ob es so laufen wird. Sicherlich wird "man" versuchen, die Fälligkeiten so zu staffeln, dass man anfangs kleinere Implosionen hat (Explosion ist ja eigentlich falsch).

Ich kann Dir schon sagen, wie es laufen wird: Die Geldmenge wird weiter und weiter ausgeweitet werden müssen, um die Altschulden zu refinanzieren + Neuverschuldung + Zinsen zu decken.

Damit steigt die Geldmenge exponentiell, bis sie irgend wann platzt.

Bullish wrote:

Nur die sukzessive Höherbewertung von Gold saniert die Bilanz.

Stimmt. Deshalb haben die Amis intelligenter Weise auch ihre 8000 Tonnen Gold behalten und den Goldverkauf Dummen Nebenschauplätzen überlassen.

Bullish wrote:

Was geschah denn in der Great Depression? Dort wurde Gold gerade nicht aufgewertet sondern verboten und zu fixiertem Preis in USD gewechselt.

Das Goldverbot kam erst mit Bretton-Woods also 1945. Gut 8 Jahre nach Ende der Great Depression.

Bullish wrote:

Das wirkte wie ein Deckel auf der Wirtschaft und alles, was schwach war, wurde zerdrückt. Folgen sind bekannt. Erst die Mega-Staatsausgaben im Krieg verschafften Luft, aber durch den Goldstandard konnte Gold immer noch nicht aufwerten.

Was Du als "Aufwerten von Gold" bezeichnest kann man auch als "Abwertung der Währung" ummünzen.

Das Problem der Depression war eine Deflation. Die Goldmenge stieg stärker als die Geldmenge. Somit wurden Dollars gegenüber Gold knapp.

Diesmal ist es umgekehrt, die Geldmenge steigt weitaus höher als die Goldmenge. Entsprechend haben wir diesmal eine monetäre Inflation.

Bullish wrote:

Es ist also gerade die defaltionäre Depression und nicht die Inflation, die Gold im Preis steigen lässt und zwar einzig aus dem Grund, weil die ZBs vortäuschen, das Gold in ihren Bilanzen sei so extrem viel wert.

Beides: Gold profitiert sowohl von Deflation als auch von Inflation.

Bullish wrote:

Ab einem gewissen Zeitpunkt werden die ZBs wieder anständig verdienen wollen und das können sie nur mit höheren Zinsen. Das kann sie aber erst, wenn ihre Aktiven in Ordnung sind.

Das wäre doch vernünftig, oder?

Die Aktiven der ZBs sind kein Problem, solange Du Papiergeld damit meinst. Das Problem liegt bei der Gegenpartei. Also jenen, die sich das viele von den ZBs gedruckte Geld gegen Zins geliehen haben.

Und das ist vor allem der Staat.

MarcusFabian
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Re: Inflation

Bullish wrote:

Ich würde meinen, vorher ganz schnell alle Noten in Münzen wechseln.

Biggrin

Ich wehre mich ja normalerweise gegen Polemik. Aber wenn eine Aussage das Prädikat "Schwachsinn" verdient hat, dann doch diese.

Nur so als Randhinweis: 2 5-Liber = 1 Zehnernote.

Es sei denn, Du meinst alte silberhaltige 5-Liber. Dann ist's was anderes.

MarcusFabian
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Deflation oder Inflation?

@Rph,

Weisst Du, ich gebe mir hier seit 10 Jahren alle erdenkliche Mühe, komplexe Zusammenhänge möglichst vereinfacht und verständlich darzustellen und dann kommt Bullish und tut das genaue Gegenteil: Er nimmt einen ganz einfachen Fall und verkompliziert ihn so lange, bis keiner mehr durchblickt. (Sorry, Bullish, ist nicht böse gemeint Wink )

Am Tech hatten wir einen Algebra-Lehrer, der ein ähnliches Kunststück fertigbrachte. Nach einer undurchschaubaren Math-Lektion wusste man nicht mehr, ob 2*2=4 ergibt oder -4 oder Pi Hoch -1 Lol

Konkret: Wenn jemand 130 Schulden hat und die gerade so decken kann und nun 5 verliert, dann kriegt er ein Problem, wenn alle Gläubiger die 130 einfordern.

Das ist bei der SNB natürlich nie der Fall, denn es kräht kein Hahn danach, ob und durch was die Hunderternote im Portemonnaie gedeckt ist.

An dieser Stelle erinnere ich wieder mal an Paul C. Martin (aka dottore im Gelben Forum):

Jeglichem Zentralbankgeld steht eine Forderung in gleicher Höhe gegenüber. Die derzeit rund 400 Mrd. Franken, die existieren (und zwar egal ob als Münzen, Banknoten oder elektronischen Buchungen!) sind aus Sicht SNB gedeckt durch Schulden von Staat und Geschäftsbanken.

Die Schulden des Staates sind indirekt gedeckt über dessen Recht, von seinen Bürgern Steuern einzutreiben.

Die Schulden der Banken wiederum durch deren Schuldner, die Unternehmenskredite, Hypotheken, Konsumkredite etc. in Anspruch genommen haben.

Wenn ich die Fr. 100, die ich Dir schulde nicht zurückzahlen kann und konkurs gehe, musst Du sie abschreiben.

Wenn Du selbst keine 100 hast, kannst Du Deinerseits Deine Schulden bei Bullish nicht bezahlen und gehst auch Konkurs. USW. Wenn niemand auf dem Weg dieser Schuldenkette in der Lage ist, die 100 auf eigene Kappe abzuschreiben, landen sie irgend wann bei einer Geschäftsbank und im Fall deren Konkurs bei der SNB.

Wenn Nestle Pleite geht und der UBS ihre Kredite nicht zurückzahlen kann, geht die UBS Pleite und kann ihrerseits die SNB nicht mehr bedienen. Bei der SNB selbst endet aber die Kette. Die SNB kann nicht Pleite gehen, denn sie kann jederzeit Franken drucken.

Was dann aber passieren würde ist, dass der Franken als Ganzes geschwächt würde. Das Vertrauen in den Franken, sowohl aus Sicht des Auslandes als auch der Schweizer Bürger, würde sinken. Die Investitionsbereitschaft in den Franken Raum würde nachlassen. Reiche Schweizer würden vermehrt im Ausland investieren, Ausländer weniger in der Schweiz.

In der Folge würden die Zinsen steigen, um das erhöhte Risiko auszugleichen.

Im Szenario des Konkurses der UBS hätte die SNB also folgende Möglichkeiten:

1. Sie kann den Verlust mit Eigenmitteln decken. Dann passiert à priori weiter nichts schlimmes, ausser dass sie über Jahre hinaus keine Gewinne mehr an Bund und Kantone ausschütten kann. Aber wir wissen aus der Krise, dass die SNB den Verlust aus einem Konkurs der UBS nicht hätte decken können.

2. Sie kann wie oben beschrieben Geld drucken, mit der oben erwähnten Auswirkung, dass der Franken geschwächt wird und die Zinsen steigen. In diesem Falle bezahlen die Schweizer indirekt über die höheren Zinsen und Teuerung über Jahre hinweg die Verluste durch den UBS-Bankrott.

3. Sie kann gar nichts tun. In diesem Fall reduziert sich die Geldmenge um den UBS-Verlust. Auch jetzt steigen die Zinsen, denn Geld ist knapper geworden und für ein knappes Gut verlangt derjenige, der es noch besitzt mehr Miete (= Zinsen). Die wirtschaftliche Folge wäre im Extremfall eine Deflationäre Depression.

Natürlich würde der Fall einer UBS alleine keine Depression bzw. Inflation auslösen. Aber er würde einen Rattenschwanz an Folgeschäden auslösen, die in ihrer Summe auf alle Fälle spürbar wäre für

* die Kapitalversorgung der Wirtschaft

* das Vertrauen in den Franken

* das Zinsniveau

Fazit:

Aus den Punkten 2 + 3 oben ergibt sich, dass die Zinsen sowohl bei hoher Inflation (Ausweitung der Geldmenge) als auch bei Deflation steigen.

Das ist der Hauptgrund, weshalb Gold in beiden Fällen profitiert.

(Gold verliert nur dann, wenn alles "im Lot" ist.)

Die Auswirkungen des UBS-Konkurses muss man relativieren, denn so wie ich es oben geschrieben habe, könnte man zum falschen Schluss kommen, ich würde den UBS-bailout von 2009 gutheissen:

Der wirtschaftliche Schaden einer UBS-Pleite auf SNB, Franken etc. richtet sich nach der Menge der vernichteten Franken.

Kompliziert?

Ok, Phantasiebeispiel:

UBS-Konkurs löst aus, dass insgesamt 80 Mrd. Franken (= ungedeckte Schulden der UBS ihren Gläubigern gegenüber) nicht mehr bezahlt werden können.

Nun teilen wir diese 80 Mrd mal auf: 10 Mrd. Schulden gegenüber Schweizern, 70 Mrd gegenüber USA.

Die Schweiz hätte "nur" mit den 10 Mrd. zu kämpfen. Die Verpflichtungen von 70 Mrd. mit Schrottpapieren gegenüber den Amis wäre ein Problem der dortigen Banken und ultimo ratio der FED.

Mit den 80 Mrd. UBS-Bailout hat der Schweizer Steuerzahler also auch die Misswirtschaft der US-Immobilienblase und den FED-bailout der marroden US-Banken mitbezahlt.

Und genau das ist das tragische an der Geschichte: Als Schweizer Bürger muss man einen harten Nachweis der Kreditwürdigkeit erbringen, um von einer UBS eine Hypothek zu bekommen.

Als Amerikaner bekam man die Kohle förmlich in den Ar... geschoben und der Zahlungsausfall wird vom Schweizer Steuerzahler beglichen.

Aber ok, das ist hier eigentlich off-topic.

CrashGuru
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Deflation oder Inflation?

MarcusFabian wrote:

Und genau das ist das tragische an der Geschichte: Als Schweizer Bürger muss man einen harten Nachweis der Kreditwürdigkeit erbringen, um von einer UBS eine Hypothek zu bekommen.

Als Amerikaner bekam man die Kohle förmlich in den Ar... geschoben und der Zahlungsausfall wird vom Schweizer Steuerzahler beglichen.

Aber ok, das ist hier eigentlich off-topic.

Aber musste wieder einmal gesagt werden Wink

Jiannis
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Deflation oder Inflation?

MarcusFabian wrote:

Am Tech hatten wir einen Algebra-Lehrer, der ein ähnliches Kunststück fertigbrachte. Nach einer undurchschaubaren Math-Lektion wusste man nicht mehr, ob 2*2=4 ergibt oder -4 oder Pi Hoch -1 Lol

Also wenn du am Tech in Winterthur warst, dann weiss ich welchen du meinst Smile

Ich hatte dort nähmlich auch so ein durchgedrehten!

...wir sind in Kondratieff Winter. Länder gehen bankrott, (Papier)-Währungen werden wertlos, Schulden müssen abgebaut werden....

Bullish
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Re: Inflation

MarcusFabian wrote:

Bullish wrote:

Das macht es für die Amis einfacher. Handelsemargo und sie sind ihre Arbeitslosigkeit los und in China ist dafür die Hölle los.

Ok. Und wer produziert dann für die Amis die Kleider, Computer, Fernseher? Woher kommen die Rohstoffe, das Öl etc.?

Bedenke, dass die USA ein Handelsdefizit haben. Das heisst, sie importieren mehr als sie exportieren.

Abgesehen davon brauchen die Amis gar kein Handelsembargo. Sie müssten nur darauf verzichten, mehr zu importieren als sie sich leisten können.

Da bin ich nicht einverstanden.

1.) Rohstoffe für Asien

Rohstoffe kommen v.a. aus Australien und dem Mittleren Osten. Das US-Militär sorgt für Stabilität, das Öl geht nach Asien. Die USA sind nicht auf arabisches Öl angewiesen (beziehen selber von West Afrika und Mittel Amerika). Das sichert den USD zusätzlich (ist aber auch teuer für die USA).

2.) Produktion von Computer etc.

Das ist alles relativ primitive Arbeit, die die Chinesen machen. Das können die Amis auch, v.a. alles, was für den Konsummarkt bestimmt ist. Wollen die Chinesen einmal einen starken Computer bauen, benötigen sie US-Chips.

3.) Embargo

Die USA lassen einen relativ freien Markt zu, somit kann jeder einzelne Ami entscheiden, ob er China Ware kaufen will oder nicht. Wenn die Chinesen ihre Währung nach unten manipulieren, dann nehmen die Ami-Konsumenten dies gerne an.

Das Problem der Chinesen ist, dass die Amis ihnen keine High-Tech Produkte verkaufen WOLLEN, weshalb die Chinesen so Zeugs wie Boeing-Flieger kaufen müssen. Möchten sie aber eigenlich nicht.

MarcusFabian wrote:

Wusste ich's doch, dass ich irgendwann mal würde lesen dürfen, dass schlussendlich die Chinesen für die US-Finanzkrise verantwortlich gemacht werden Lol

Nein, es ist ein Tandem. China und die USA müssen das Problem auch wieder gemeinsam lösen.

MarcusFabian wrote:

Stimmt. Die Chinesen sind die Produzenten und sitzen auf 3 Billionen Dollar.

Die Amis haben ihre Produktion outgesourced und sitzen auf 60 Billionen Dollar Schulden.

Wer hat jetzt die besseren Karten?

Die UBS ist pleite und Du hast ein UBS-Konto mit 3Mios und viele hungrige Mäuler zu stopfen. Wer hat die besseren Karten?

MarcusFabian wrote:

Bullish wrote:

wobei Devisen wohl nicht aufwerten werden, weil alle ZBs dasselbe Problem haben, Bonds können nicht beliebig aufwerten,

Das alte Lied: Aufwerten gegen was???

Natürlich gegen die Währung, auf welche sie lauten.

MarcusFabian wrote:

Ich kann Dir schon sagen, wie es laufen wird: Die Geldmenge wird weiter und weiter ausgeweitet werden müssen, um die Altschulden zu refinanzieren + Neuverschuldung + Zinsen zu decken.

Damit steigt die Geldmenge exponentiell, bis sie irgend wann platzt.

"irgendwann platzt", wie soll das gehen? Welches ist die Grenze?

Am Ende werden die "Auslaufenden Schrottpapiere" entweder in den Aktiven der ZB oder als Aktivum verbuchte Spezialgesellschaft in den Aktiven der ZB stehen. Dann kommt die Implosion. An den Passiven ändert sich gar nichts, die "Inflation" - also Aufblähung der Passiven - hat mit dem Aufkaufen stattgefunden.

Qua Bilanzregeln müssen die Aktiven den Passiven entsprechen. Können die Passiven nicht entsprechend dem Loch in den Aktiven - zB durch Verlustbuchung - gekürzt (Du würdest sagen "Deflation") werden, dann müssen "irgendwie" die Aktiven höher bewertet werden. Alles, was auf sich selber lautet (zB Bonds) oder in seiner Denomination performen muss (Aktien resp Gewinne bei Unternehmen), kann nicht beliebig lang manipuliert werden. Bei Gold ist es möglich, den Gold hat keine Maturität und keinen Performance Druck.

Deshalb ist dies eine mögliche Lösung:

MarcusFabian wrote:

Bullish wrote:

Nur die sukzessive Höherbewertung von Gold saniert die Bilanz.

Stimmt. Deshalb haben die Amis intelligenter Weise auch ihre 8000 Tonnen Gold behalten und den Goldverkauf Dummen Nebenschauplätzen überlassen.

MarcusFabian wrote:

Bullish wrote:

Was geschah denn in der Great Depression? Dort wurde Gold gerade nicht aufgewertet sondern verboten und zu fixiertem Preis in USD gewechselt.

Das Goldverbot kam erst mit Bretton-Woods also 1945. Gut 8 Jahre nach Ende der Great Depression.

Verzeih mir die Ungenauigkeit. Obwohl nicht verboten, wurde der Goldpreis nach dem Crash täglich vom Präsidenten fixiert, was schon die Light-Version des Verbotes war.

So sieht es auch F. Lips:

Quote:

Jim Puplava : Wer hat, gemäss Ihrem Buch "Die Gold-Verschwörung", diese Verschwörung begonnen? Was sind die Ziele? Und wer sind die Opfer?

Ferdinand Lips : Wer hat zuerst angefangen? Ich meine es war Franklin D. Roosevelt. 1933 konfiszierte er das Gold der amerikanischen Bürger und erhöhte den Preis später von USD 20.67 auf 35.00. Das war der eigentliche Anfang des Goldkrieges. Das ist 70 Jahre her, und seitdem herrscht ein Krieg des Papiers gegen das Gold. Nach dem Zusammenbruch des Bretton-Woods-Systems 1971, nahmen die Kriegsaktivitäten zu. Seither gab es keine einzige Währung mit einer Bindung an Gold - mit der Ausnahme der Schweiz.

http://www.goldtrend.de/goldpreis/buch/gold-verschwoerung.htm

Und so berichtete Henry Morgenthau, Finanzminister unter FDR, wie er die Festlegung des Goldpreises erlebte:

Quote:

...

Morgenthau berichtete, wie Roosevelt versucht hatte, den Goldpreis quasi von seinem Schlafzimmer aus festzulegen. Als er am 3. November 1933 den Präsidenten aufsuchte und eine Anhebung des Goldpreises um 10 bis 15 Cent von einem zum nächsten Tag vorschlug, entschied Roosevelt sich für eine Anhebung des Goldpreises um 21 Cent. Als Morgenthau ihn um eine Begründung bat, antwortete Roosevelt, 21 sei dreimal sieben und deshalb eine Glückszahl. Morgenthau war über diese Arbeitsweise beunruhigt und schrieb später: „Wenn irgendjemand wüsste, wie wir den Goldpreis wirklich festgesetzt haben als Ergebnis von Glückszahlen usw., ich glaube, die Leute wären darüber erschreckt.“

...

http://ef-magazin.de/2010/04/25/2038-der-new-deal-und-seine-ueberwindung...

MarcusFabian wrote:

Was Du als "Aufwerten von Gold" bezeichnest kann man auch als "Abwertung der Währung" ummünzen.

In meinem Szenario wäre es wirklich eine Aufwertung, weil die Passiven der ZB bestehen blieben und die Aktiven höher bewertet werden müssten.

Die Abwertung hat eigentlich vorher stattgefunden, als für Sachwerte unvernünftig viel bezahlt wurde.

Je nach Interpretation kann man es aber wohl wenden, wie man will.

MarcusFabian wrote:

Das Problem der Depression war eine Deflation. Die Goldmenge stieg stärker als die Geldmenge. Somit wurden Dollars gegenüber Gold knapp.

Ich glaube nicht, dass die Goldmenge stark stieg. Was nach meinem Wissen geschah, war, dass die Kredite fällig gestellt wurden und niemand zahlen konnte. Weil die ZB eben nicht reagierte und versuchte, alles erst in ihrer eigenen Bilanz implodieren zu lassen, implodierte alles in den Bilanzen der Privaten.

Der Unterschied zwischen Privaten und der ZB ist, ist dass wenn die Privaten Aktiven weg sind, die Passiven Forderungen anderer sind. Bei der ZB sind die Passiven auch Forderungen anderer, mit dem Unterschied, dass bei der ZB die Aktiven in Verhältnis zu ihren eigenen Passiven gemessen werden.

Im Vergleich zu der GD:

Ohne die Ausweitung der Staatsausgaben während WK2 wäre die Deflation wahrscheinlich bis auf Grund gelaufen!

Das ist doch in der oberen Grafik klar zu erkennen. Nun wird versucht, diese Staatsverschuldung vorzuziehen.

D.h. es wird versucht, die Verschuldung zu halten, statt alles auf einmal abzuschreiben.

Schlussendlich benötigt man aber ein Superaktivum in der Bilanz, wie ich meine, aufgewertetes Gold.

Es könnte aber auch was ganz Neues sein, zB irgendwelche Emissionsrechte, aber das scheint sich eher nicht zu konkretisieren.

Sicher geht ohne Buchungen nix.

MarcusFabian wrote:

Diesmal ist es umgekehrt, die Geldmenge steigt weitaus höher als die Goldmenge. Entsprechend haben wir diesmal eine monetäre Inflation.

Ja, ZB Bilanzen verlängern sich, aber solange entsprechend bewertete Aktiven vorhanden sind "Devisenanlagen", "UBS Stab Fund", etc passiert mit dem Gold nicht wirklich was (Ja, Spekulanten wie ich, Du, @RPH kaufen, aber es ist kein Zwang).

Deshalb bin ich der Meinung, man müsse die Aktiven der ZB mit den Passiven vergleichen, und nicht die Passiven ("Geldmenge") mit etwas völlig unvergleichbarem, der sogenannten "Gütermenge", die irgendwo in der Welt herumschwirre.

MarcusFabian wrote:

Die Aktiven der ZBs sind kein Problem, solange Du Papiergeld damit meinst. Das Problem liegt bei der Gegenpartei. Also jenen, die sich das viele von den ZBs gedruckte Geld gegen Zins geliehen haben.

Und das ist vor allem der Staat.

Die Aktiven der ZB sind nicht Papiergeld; die Noten sind Passiven der ZB.

Es ist, in der SNB Bilanz auch nicht der Staat, der der SNB schuldet, sondern die SNB schuldet dem Staat. Ca 6 Milliarden:

http://www.youblisher.com/p/91685-SNB-Geschaeftsbericht-2009-Geschaeftsb... (Stand 2009)

Der Staat schuldet aus seinen Anleihen zB den Banken, die sich das Geld bei der SNB geliehen haben ("Forderungen aus Repo" in den SNB Aktiven). Die SNB könnte nun die Anleihen den Banken abkaufen, die erhielten Geld, würden es der SNB zurückzahlen (da ausgeliehen) und die "Forderungen aus Repo" in den Aktiven verschwänden, während in den Aktiven nun die Anleihen auftauchten. Ein Aktivtausch also, an den Passiven, wo auch die Noten und Giroguthaben der Banken verbucht sind, ändert sich am Ende nichts.

Bullish
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Re: Inflation

Ramschpapierhaendler wrote:

Höchst interessant erscheint mir dabei, dass die NB bei Verlusten auf den Devisen (z.B. fallender €) eine tiefere Geldmenge (im Umlauf) in den Büchern ausweist als tatsächlich vorhanden.

Sie hat noch andere Passiven, http://www.youblisher.com/p/91685-SNB-Geschaeftsbericht-2009-Geschaeftsb...

zB "Rückstellungen für Währungsreserven" (41Mrd bei Bilanzsumme von 207Mrd), die "Ausschüttungsreserve" oder das "Aktienkapital" (nur 25Mio).

Dort hätte sie für unser simples Beispiel noch genügend Spielraum.

Ramschpapierhaendler wrote:

Das würde im Umkehrschluss ermöglichen, dass zusätzliches Geld in den Umlauf gebracht werden kann, ohne dass es in der Buchhaltung erscheint. :!:

Es würde dann zB als "Ausschüttungsreserve" verbucht. Bei der Ausschüttung käme es dann in Umlauf, zB als "Ausschüttungsreserve an Notenumlauf".

Verbucht müsste es werden.

Aber wenn alle Passiven aus "130 Notenumlauf" bestünden und sie ihre einzigen Aktiven, die EUR, in "125 CHF Noten" wechseln würde, könnte sie auch einen Verlustvortrag von 5 laufen lassen... irgendie müsste es aber verbucht werden.

Ramschpapierhaendler wrote:

Nun wäre es wirklich interessant zu wissen, ob tatsächlich so verbucht wird. Dann könnte man über die gebuchte Geldmenge (im Umlauf) sowie der Wechselkursentwicklung eine grobe Aussage über die tatsächlich im Umlauf befindliche Geldmenge machen.

Sicher wird das verbucht und die Geldmenge ist "Notenumlauf".

Es ist auch alles "gedeckt" bis sie riesige Abschreiber hätte.

MarcusFabian
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Re: Inflation

Bullish wrote:

Die USA sind nicht auf arabisches Öl angewiesen (beziehen selber von West Afrika und Mittel Amerika).

Doch, sind sie. Oder was meinst Du, weshalb sie in Irak einmarschiert sind und das Haus Saud stützen?

Bullish wrote:

Das ist alles relativ primitive Arbeit, die die Chinesen machen. Das können die Amis auch,

Zumindest konnten sie es mal. Man muss aber nicht nur produzieren können sondern man muss produzieren.

Bullish wrote:

Die UBS ist pleite und Du hast ein UBS-Konto mit 3Mios und viele hungrige Mäuler zu stopfen. Wer hat die besseren Karten?

Ich, weil ich mein Geld bei der UBS abziehe und es einer anderen Bank anvertraue.

Bullish wrote:

"irgendwann platzt", wie soll das gehen? Welches ist die Grenze?

Man kann sicher keine konkrete Zahl nennen, wann die Geldmenge zu hoch ist. Aber der Punkt ist dann erreicht, wenn die Menschen kein Vertrauen in die Währung mehr haben. Dann wird sie wertlos. Schliesslich ist sie ja nicht gedeckt.

Bullish wrote:

Können die Passiven nicht entsprechend dem Loch in den Aktiven - zB durch Verlustbuchung - gekürzt (Du würdest sagen "Deflation") werden, dann müssen "irgendwie" die Aktiven höher bewertet werden.

Du kannst doch nicht einfach die Aktiven höher bewerten, wenn Du schulden machst.

Bullish wrote:

Verzeih mir die Ungenauigkeit. Obwohl nicht verboten, wurde der Goldpreis nach dem Crash täglich vom Präsidenten fixiert, was schon die Light-Version des Verbotes war.

Eine Fixierung des Goldpreises - genauer: Die Fixierung einer Währung an Gold - nennt man Goldstandard.

Den hatte unter anderem auch die Schweiz. Allerdings ohne ihren Bürgern den Goldbesitz zu verbieten.

Bullish wrote:

Ich glaube nicht, dass die Goldmenge stark stieg.

Tat sie aber, weil das Britische Empire ein Handelsdefizit mit den USA hatte und die Waren in Gold bezahlte. So floss entsprechend Gold GB->USA.

Bullish wrote:

Was nach meinem Wissen geschah, war, dass die Kredite fällig gestellt wurden und niemand zahlen konnte.

Das ist richtig. Kam aber erst danach. Reihenfolge beachten und nicht alles durcheinander mischen!

Geld wurde in den USA knapp. Deshalb haben die Amis Gelder aus dem Ausland abgezogen und repatriiert, was die Depression nach Europa brachte.

Bullish wrote:

Deshalb bin ich der Meinung, man müsse die Aktiven der ZB mit den Passiven vergleichen, und nicht die Passiven ("Geldmenge") mit etwas völlig unvergleichbarem, der sogenannten "Gütermenge", die irgendwo in der Welt herumschwirre.

Das ist an sich richtig und genau das versuche ich hier schon seit Monaten vergeblich rüberzubringen: Die Welt des ungedruckten Papiergeldes ist eine Welt für sich. Eine Welt, in der Geld durch nichts ausser dem Vertrauen, das man in es setzt gedeckt ist. Der Dollar ist nichts weiter als eine unbefristete Call-Option auf Dein Vertrauen ins amerikanische System und die Fähigkeit und den Willen der Amis, ihre Schulden zu bezahlen.

Für den abgehobenen Zentralbank-Politier mag Geld nichts anderes sein als eine virtuelle buchhalterische Masse, die man beliebig hin- und her buchen und notfalls unendlich erweitern kann.

Aber für Otto Normalverbraucher - so wie mich - hat Geld durchaus etwas mit Waren und Gütern zu tun. Ich muss es nämlich benutzen, um mir mein täglich Brot und die wöchentliche Tankfüllung zu kaufen. Und nicht nur das: Ich bin auch darauf angewiesen, dass das Geld, das ich für's Alter gespart habe, dereinst auch eine vernüftige Kaufkraft hat, wenn ich in Rente gehe.

Es kann mir also gar nicht egal sein, wenn sich das Verhältnis von Geldmenge zu Gügermenge drastisch verschiebt.

Bullish wrote:

Es ist, in der SNB Bilanz auch nicht der Staat, der der SNB schuldet, sondern die SNB schuldet dem Staat.

Wenn der Staat neue Schulden aufnimmt und die SNB dafür Geld druckt, dann lautet der Buchungssatz bei der SNB:

Staatsanleihe an Geld.

Somit sind die Staatsanleihen der Aktivposten, das gedruckte Geld - da gebe ich Dir Recht - der Passivposten.

Die Aktiven der SNB bestehen also im Wesentlichen aus Schuldpapieren.

Aber ok ...

Bullish wrote:

Der Staat schuldet aus seinen Anleihen zB den Banken, die sich das Geld bei der SNB geliehen haben

Du kannst, wenn Du willst noch eine Bank dazwischen schalten. Dann ist halt das Schuldpapier auf der Aktivseite eine Forderung an die Bank.

Das ändert aber nichts daran, dass Aktiven wie auch Passiven "nur" Papier sind.

Bullish
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Re: Inflation

MarcusFabian wrote:

Bullish wrote:
Die USA sind nicht auf arabisches Öl angewiesen (beziehen selber von West Afrika und Mittel Amerika).

Doch, sind sie. Oder was meinst Du, weshalb sie in Irak einmarschiert sind und das Haus Saud stützen?

Tja, ein Blick auf die Ex- und Importstatistiken reicht da aus. Ich habe schon oft die Statistiken der Internationalen Energieagentur gepostet.

Der Grund liegt wohl in dem Dreiecksgeschäft, dass die USA die Sicherung des asiatischen Öls/Gases aus dem Mittleren Osten übernehmen und die Asiaten dafür den USD als Zahlungsmittel akzeptieren. China ist noch nicht stark genug, um den Weltpolizisten zu spielen.

MarcusFabian wrote:

Bullish wrote:

Die UBS ist pleite und Du hast ein UBS-Konto mit 3Mios und viele hungrige Mäuler zu stopfen. Wer hat die besseren Karten?

Ich, weil ich mein Geld bei der UBS abziehe und es einer anderen Bank anvertraue.

Du hast kein Geld (ausser im Safe), sondern nur Forderungen gegen die UBS. Ist sie pleite, bist Du es auch und die hungrigen Mäuler werden Dich als Pater Familias abstossen. Dasselbe Problem hat die chin. Führung. Obwohl Du zwar die UBS über den Jordan schicken könntest, wirst Du Dich hüten und lieber etwas mit der Bank zusammenbasteln, damit Ihr beide überlebt.

MarcusFabian wrote:

Aber der Punkt ist dann erreicht, wenn die Menschen kein Vertrauen in die Währung mehr haben. Dann wird sie wertlos. Schliesslich ist sie ja nicht gedeckt.

Tja, wenn dann jeder seine Hypothek zurückgezahlt hat, die Firmen ihre Schulden beglichen haben und die Steuern bezahlt sind, dann wird dann nicht nur das Vertrauen sondern auch das Interesse in Geld schlagartig erlöschen.

MarcusFabian wrote:

Bullish wrote:

Können die Passiven nicht entsprechend dem Loch in den Aktiven - zB durch Verlustbuchung - gekürzt (Du würdest sagen "Deflation") werden, dann müssen "irgendwie" die Aktiven höher bewertet werden.

Du kannst doch nicht einfach die Aktiven höher bewerten, wenn Du schulden machst.

Ich nicht, die SNB aber schon, weil Ihre Passiven (also Schulden, ergo Notenumlauf) auch gesetzliches Zahlungsmittel sind und ihre Aktiven ULTIMATIV, also in letzter Konsequenz, in ihren Passiven bewertet werden.

Kauft die SNB Gold, weil ihre Bonds wertlos verfallen, wird ab einem gewissen Punkt der Goldpreis mit jedem Teilkauf steigen und somit die in den Aktiven verbuchten und zu vorher niedrigeren Preisen gekauften Goldbestände aufgewertet.

Somit kann die SNB mit mehr Schulden (mehr Notenumlauf) ihre Aktiven (höherer Preis für Gold) aufwerten.

MarcusFabian wrote:

Es kann mir also gar nicht egal sein, wenn sich das Verhältnis von Geldmenge zu Gügermenge drastisch verschiebt.

Das Problem ist nicht das viele Geld sondern die zuvielen Güter. Die Bauern, die den Food produzieren, sind selber verschuldet, sie schulden der Bank. Wenn sie nicht mehr genug Erlös erzielen können, dann verlieren sie ihren Hof an die Bank.

Diese Schuld des Bauern ist ein Aktivum in der Bank Bilanz, als "Forderung gegen den Bauern". Passiv steht dem ein Guthaben eines Bankkunden entgegen.

Kann die Bank nicht die nötige Mindestreserve ausweisen und, angenommen, wäre die "Forderung gegen den Bauern" zentralbankfähig, dann könnte die Bank die "Forderung an den Bauern" der Zentralbank als Pfand für einen Kredit überlassen. Der Kredit der Zentralbank wird dann als "Forderungen aus Repo Geschäften" als Aktivum verbucht, die Sicherheit wird nie bei der Zentralbank verbucht, denn sie steht immer noch als Aktivum in den Büchern der Bank. Den "Forderungen aus Repo Geschäften" stehen dann zB die ausgegebenen Noten des "Notenumlauf" gegenüber.

Da ist also nichts "ungedeckt", sondern alles sauber verbucht. Erst wenn kein einziger Bauer, keine Firma, kein Hauseigentümer mehr verschuldet ist, kann darüber nachgedacht werden, Geld nicht mehr zu akzeptieren.

MarcusFabian wrote:

Bullish wrote:

Es ist, in der SNB Bilanz auch nicht der Staat, der der SNB schuldet, sondern die SNB schuldet dem Staat.

Wenn der Staat neue Schulden aufnimmt und die SNB dafür Geld druckt, dann lautet der Buchungssatz bei der SNB:

Staatsanleihe an Geld.

Somit sind die Staatsanleihen der Aktivposten, das gedruckte Geld - da gebe ich Dir Recht - der Passivposten.

Die Aktiven der SNB bestehen also im Wesentlichen aus Schuldpapieren.

Alles sind Schuldpapiere. Alles ist gedeckt von Bauern und Firmen, die produzieren MÜSSEN und Hauseigentümern, die arbeiten gehen MÜSSEN, sonst verlieren sie ihre Pfänder.

Zu den Staatsanleihen: Du hättest recht, wenn dem so wäre, aber die SNB Bilanz sagt es klar ( http://www.youblisher.com/p/91685-SNB-Geschaeftsbericht-2009-Geschaeftsb... ): "Verbindlichkeiten GEGENÜBER dem Bund" 6.1Mrd. Die SNB ist also beim Bund verschuldet. Es gibt aber auch "Wertschriften in Franken" 6.5Mrd, dort könnten theoretisch auch Staatsanleihen drin sein.

MarcusFabian wrote:

Du kannst, wenn Du willst noch eine Bank dazwischen schalten. Dann ist halt das Schuldpapier auf der Aktivseite eine Forderung an die Bank.

Das ändert aber nichts daran, dass Aktiven wie auch Passiven "nur" Papier sind.

Papier, das berechtigt, den säumigen Zahlern Haus, Hof, Fabrik zu entreissen: es zählt also nicht das "Material" sondern das "Recht", basierend einzig auf der Vollstreckbarkeit. Staaten mit unzureichenden Institutionen, die eine Vollstreckbarkeitssicherheit nicht aufweisen könnten, haben auch keine hohe Verschuldung und keine ökonomische Dynamik. Staaten, mit grosser pro Kopf Verschuldung gelten als die reichen Länder. Am extremsten ist Luxemburg mit 4 Millionen USD Auslandsverschuldung pro Kopf, CH hat "nur" ca 0.18 Mio und am Ende der Rangliste der Auslandsverschuldung stehen Länder wie Afghanistan, Eritrea und Haiti.

Bullish
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Deflation oder Inflation?

Verbuchung der Verluste der Fed (sehr aktuell):

Quote:

Dagegen hat sich die amerikanische Notenbank erst vor wenigen Tagen abgesichert: Nach Angaben des amerikanischen Finanz-TV-Senders CNBC hat die Fed in ihren Finanzausweis neuerdings eine Klausel eingebaut, die es ermöglicht, künftige Verluste des amerikanischen Zentralbanksystems nicht als Verbindlichkeit gegen das Kapital der Notenbank, sondern als Verbindlichkeit gegen das US-Finanzministerium zu buchen. Ein Rückfall des Eigenkapitals in den negativen Bereich (und damit Insolvenzgefahr) wird mit dieser „Tarnkappen-Bilanzierung“ unmöglich.

http://diepresse.com/home/wirtschaft/international/631411/Den-USA-droht-...

Fallen also die US-Staatsanleihen (Aktiven), steigen die "Verbindlichkeiten des Finanzministeriums" (Aktiven). Das neue Aktivum würde dann bei Zurückzahlen oder Überrollen der Anleihen zum Nominal ausgebucht.

So käme die Fed Bilanz nicht in Gefahr, wenn zB infolge höherer Zinsen die bisherigen Anleihen im Kurs fallen würden... ist das nun eine Finte, die den Markt "noch schnell vor dem zu erwartenden Ansteigen der Zinsen" in die Verschuldung locken soll?

MarcusFabian
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Re: Inflation

Bullish wrote:

MarcusFabian wrote:
Bullish wrote:
Die USA sind nicht auf arabisches Öl angewiesen (beziehen selber von West Afrika und Mittel Amerika).

Doch, sind sie. Oder was meinst Du, weshalb sie in Irak einmarschiert sind und das Haus Saud stützen?

Tja, ein Blick auf die Ex- und Importstatistiken reicht da aus.

Stimmt:

Quote:

Crude Oil Imports (Top 15 Countries)

(Thousand Barrels per Day)

Country Nov-10 Oct-10 YTD 2010 Nov-09 YTD 2009

CANADA 1,975 1,840 1,963 2,018 1,928

MEXICO 1,229 1,178 1,132 951 1,095

SAUDI ARABIA 1,119 1,114 1,081 847 991

VENEZUELA 884 887 920 793 968

NIGERIA 806 812 982 948 753

COLOMBIA 489 400 349 216 258

ALGERIA 379 259 331 219 276

IRAQ 340 143 421 461 461

ANGOLA 263 311 387 408 465

ECUADOR 188 203 196 150 190

BRAZIL 188 168 252 261 306

KUWAIT 170 215 202 287 182

RUSSIA 85 182 261 168 236

UNITED KINGDOM 80 0 120 90 106

INDONESIA 55 49 34 7 15

http://www.eia.doe.gov/pub/oil_gas/petroleum/data_publications/company_l...

Bullish wrote:

Du hast kein Geld (ausser im Safe), sondern nur Forderungen gegen die UBS. Ist sie pleite, bist Du es auch

Nun, der Vergleich mit China/USA hinkt, denn die USA sind noch nicht Pleite. China hat also alles Interesse der Welt, seine Dollars noch möglichst schnell und marktschonend loszuwerden.

Analogie zur UBS: Wenn ich befürchte, dass die UBS Pleite gehen wird, ziehe ich meine Kohle dort ab. Dass ich mit dem Abzug meines Geldes das Risiko der Pleite erhöhe ist mir klar, aber auch egal. Nach mir die Sintflut.

Sobald mein Geld aus der UBS draussen ist, kann's mir egal sein, obs sie Pleite geht oder nicht.

Selbst wenn die UBS Pleite geht, bevor ich das Geld rausnehmen kann, geht es mir besser, denn offenbar habe ich ja die Fähigkeit, mehr Geld zu sparen also ich ausgeben muss. Ansonsten wäre ich ja nie zu Ersparnissen von 3 Mio gekommen. Das heisst, der Verlust ist schmerzlich aber ich überlebe. Dies im Gegensatz zur UBS, denn die ist dann tot.

Bullish wrote:

Tja, wenn dann jeder seine Hypothek zurückgezahlt hat, die Firmen ihre Schulden beglichen haben und die Steuern bezahlt sind, dann wird dann nicht nur das Vertrauen sondern auch das Interesse in Geld schlagartig erlöschen.

Wenn alle ihre Schulden bezahlen, gibt es kein Geld mehr Wink

Bullish wrote:

Das Problem ist nicht das viele Geld sondern die zuvielen Güter.

Nun, wenn Du davon ausgehst, dass es mehr Rohstoffe, Waren, Güter gibt als Geld (was ich natürlich anders sehe) und vor allem, wenn die Gütermenge schneller wächst als die Geldmenge (was ich erst recht anders sehe),

dann musst Du konsequenter Weise Rohstoffe, Gold etc. shorten und Bargeld horten. Denn das wird in so einer Situation wertvoll.

Am besten Du schliesst Dich da mit Elias zusammen, denn der sieht das ja genau gleich.

Bullish wrote:

Da ist also nichts "ungedeckt", sondern alles sauber verbucht. Erst wenn kein einziger Bauer, keine Firma, kein Hauseigentümer mehr verschuldet ist, kann darüber nachgedacht werden, Geld nicht mehr zu akzeptieren.

Sauber verbucht war's auch in Simbabwe.

Es ist richtig, dass die Schulden des Bauern der Bank gegenüber gedeckt sind.

Ich spreche davon, dass der Franken nicht gedeckt ist. Es besteht ja keine Pflicht mehr, dass Dir die SNB die Franken gegen Gold oder sonstige Sachwerte einlösen muss.

Auch nicht gegen einen Bauernhof, der mit einem Kredit gekauft wurde, den die UBS ihrerseits mal bei der SNB aufgenommen hat.

Bullish wrote:

Zu den Staatsanleihen: Du hättest recht, wenn dem so wäre, aber die SNB Bilanz sagt es klar ( http://www.youblisher.com/p/91685-SNB-Geschaeftsbericht-2009-Geschaeftsb... ): "Verbindlichkeiten GEGENÜBER dem Bund" 6.1Mrd. Die SNB ist also beim Bund verschuldet. Es gibt aber auch "Wertschriften in Franken" 6.5Mrd, dort könnten theoretisch auch Staatsanleihen drin sein.

Und wie hoch ist der Staat verschuldet?

Bullish
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Re: Inflation

MarcusFabian wrote:

Bullish wrote:
Die USA sind nicht auf arabisches Öl angewiesen (beziehen selber von West Afrika und Mittel Amerika).

Stimmt:

Crude Oil Imports (Top 15 Countries)

(Thousand Barrels per Day)

Country Nov-10 Oct-10 YTD 2010 Nov-09 YTD 2009

CANADA 1,975 1,840 1,963 2,018 1,928

MEXICO 1,229 1,178 1,132 951 1,095

SAUDI ARABIA 1,119 1,114 1,081 847 991

VENEZUELA 884 887 920 793 968

NIGERIA 806 812 982 948 753

COLOMBIA 489 400 349 216 258

ALGERIA 379 259 331 219 276

IRAQ 340 143 421 461 461

ANGOLA 263 311 387 408 465

ECUADOR 188 203 196 150 190

BRAZIL 188 168 252 261 306

KUWAIT 170 215 202 287 182

RUSSIA 85 182 261 168 236

UNITED KINGDOM 80 0 120 90 106

INDONESIA 55 49 34 7 15

http://www.eia.doe.gov/pub/oil_gas/petroleum/data_publications/company_l...

Die USA sind genug diversifiziert, weder das Saudi Öl noch weiteres Middle Eastern Öl spielt keine existentielle Rolle, indirekt vielleicht über die Werkbank China:

Nochmal meine Meinung zu China vs USA: Es gibt kein gegeneinander, die beiden werden miteinander arbeiten. Die USA möchte die Chinesen stärker in die Sicherheitspolitik einbeziehen und die Chinesen werden realisieren, dass sie nur mit Handelspolitik nicht weiterkommen. Die chinesische Rohstoffabhängikeit ist exponierter als die amerikanische, denn die Amis haben Truppen vor Ort und sind zudem deversivizierter. China wird das auch machen müssen und das wird teuer werden.

MarcusFabian wrote:

Wenn alle ihre Schulden bezahlen, gibt es kein Geld mehr Wink

Zurückzahlen ist unmöglich, weil das Angebot nie die nötige Nachfrage schaffen kann. NIE.

MarcusFabian wrote:

Nun, wenn Du davon ausgehst, dass es mehr Rohstoffe, Waren, Güter gibt als Geld (was ich natürlich anders sehe) und vor allem, wenn die Gütermenge schneller wächst als die Geldmenge (was ich erst recht anders sehe),

Ich bin wie gesagt kein Anhänger der Quantitätstheorie/-gleichung.

MarcusFabian wrote:

dann musst Du konsequenter Weise Rohstoffe, Gold etc. shorten und Bargeld horten. Denn das wird in so einer Situation wertvoll.

Am besten Du schliesst Dich da mit Elias zusammen, denn der sieht das ja genau gleich.

Ich glaube weder ich oder @Elias sehen das so, wie Du uns unterstellst Wink

Ich shorte tatsächlich Dienstleistungen und Güter, habe Aktien von Dienstleistungs- und Gütershortern und habe Aktien von Minenbetreibern - also Gold- und Rohstoffshortern. Das alles für den Fall der kontinuierlichen "Inflation" (ich selber beachte die Nettoneuverschuldung).

Für den Fall des Schuldenabbaus horte ich physisches Gold, weil dies der ultimative Schutz ist. Nochmals: wenn am Ende die Zentralbank ALLE Schulden aufgekauft hat, die Schulden dann abschreibt und nur noch etwas Gold in den Aktiven der ZB übrig bleibt, dann hätte man den lupenreinen Goldstandard.

MarcusFabian wrote:

Sauber verbucht war's auch in Simbabwe.

Nun, wenn es richtig verbucht wurde, dann müsste der Staat einmal anfangen, die Schulden zurückzuzahlen, wenn er es nicht kann, dann gibt es den deflationären Kollaps. Auch in Simbabwe wird es am Ende eine Deflation geben infolge einer 100% Besteuerung der "Bond"holder, die alles verlieren.

MarcusFabian wrote:

Es ist richtig, dass die Schulden des Bauern der Bank gegenüber gedeckt sind.

Ich spreche davon, dass der Franken nicht gedeckt ist. Es besteht ja keine Pflicht mehr, dass Dir die SNB die Franken gegen Gold oder sonstige Sachwerte einlösen muss.

Du wirst aber IMMER einen Bauern, Produzenten, Dienstleister finden, der Deine Franken annimmt, weil er verschuldet ist und ohne Deine Franken sonst sein belastetes Eigentum verlieren würde.

MarcusFabian wrote:

Und wie hoch ist der Staat verschuldet?

Aber nicht bei der SNB. Der Staat hat auch die Möglichkeit, zu besteuern. Die Verschuldung entsteht nur, aufgrund der Ausgaben zu tiefer Steuern. Der Staat kann schon morgen eine Goldsteuer oder irgen eine andere Steuer erheben/erhöhen, wenn er dies wollte.

MarcusFabian
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Re: Inflation

Bullish wrote:

Die chinesische Rohstoffabhängikeit ist exponierter als die amerikanische, denn die Amis haben Truppen vor Ort und sind zudem deversivizierter. China wird das auch machen müssen und das wird teuer werden.

Einverstanden. Die Amis haben ihre Truppen, die Chinesen haben Geld. Nicht umsonst bauen die Chinesen eine Pipeline von Venezuela nach Kolumbien, um von dort aus dann besser ans venezulanische Erdöl zu kommen.

Auf alle Fälle wird uns Erdöl in den nächsten Jahren noch beschäftigen, nachdem China und Indien jetzt vermehrt den Schritt in Richtung Wohlstand machen. Schliesslich hat sich in China die Zahl der Autos in den letzten paar Jahren verzehnfacht. Ist aber immer noch sehr weit weg vom westlichen Niveau.

Bullish wrote:

Ich bin wie gesagt kein Anhänger der Quantitätstheorie/-gleichung.

Ich auch nicht. Die Quantitätsgleichung spricht von Umlaufgeschwindigkeit. Daran glaube ich nicht, weil der Preis eine Funktion des Kaufens und nicht des Bezahlens ist.

Aber dass Ausweitung der Geldmenge bisher immer auch zeitverzögert zu höheren Preisen und ultimo ratio zu einer Währungsreform geführt hat, dürfen wir nicht ausser acht lassen.

Bullish wrote:

Nochmals: wenn am Ende die Zentralbank ALLE Schulden aufgekauft hat, die Schulden dann abschreibt und nur noch etwas Gold in den Aktiven der ZB übrig bleibt, dann hätte man den lupenreinen Goldstandard.

Einverstanden. Die Frage ist nur, wie man dort hin kommt. Viele Möglichkeiten gibt es nämlich nicht: Hyperinflation oder Deflationäre Depression oder gleich eine Währungsreform.

Bullish wrote:

Auch in Simbabwe wird es am Ende eine Deflation geben infolge einer 100% Besteuerung der "Bond"holder, die alles verlieren.

Im Prinzip haben wir das ja: Seit dem 12. April 2009 gibt es den Simbabwe Dollar nicht mehr. Statt dessen werden fremde Währungen wie RSA Rand oder US Dollar als Zahlungsmittel verwendet.

Richtig ist aber, dass jeder Bond-Holder in Simbabwe-Dollars einen Totalverlust hatte.

Bullish wrote:

Du wirst aber IMMER einen Bauern, Produzenten, Dienstleister finden, der Deine Franken annimmt, weil er verschuldet ist und ohne Deine Franken sonst sein belastetes Eigentum verlieren würde.

Nicht im Falle einer Hyperinflation. Wenn also ein Kilo Kartoffeln heute 1000 und nächste Woche 2000 Franken kostet. Dann wird Dir der Bauer keine Kartoffeln für Fr. 1000 verkaufen.

Geld wird für ihn keine Rolle spielen, denn die Million Schulden auf seinem Bauernhof kann er mit einer Tonne Kartoffeln locker bezahlen.

Er wird Dir aber jederzeit Kartoffeln gegen eine Fl. Schnaps, eine Stange Zigaretten, Gold, Silber, Benzin oder andere Rohstoffe eintauschen.

Bullish wrote:

Die Verschuldung entsteht nur, aufgrund der Ausgaben zu tiefer Steuern. Der Staat kann schon morgen eine Goldsteuer oder irgen eine andere Steuer erheben/erhöhen, wenn er dies wollte.

Wobei es ein Trugschluss ist, zu glauben, höhere Steuern würden höhere Steuereinnahmen generieren.

Höhere Steuern entziehen dem Konsumenten Kaufkraft. Entsprechend sinken Unternehmensgewinne und deren Steuerzahlungen. Im Extremfall (100% Steuern) sind alle Pleite und die Steuereinnahmen sinken auf Null.

Das Optimum - habe ich mal gelesen - liegt bei 13-16% Steuern.

Kommt hinzu, dass jene die reich und flexibel sind ganz einfach das Land verlassen, wenn ihnen die Steuerlast zu gross ist.

Aber unter dem Strich hast Du natürlich recht, dass der Staat beliebig an der Steuerschraube drehen kann.

Bullish
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Re: Inflation

MarcusFabian wrote:

Bullish wrote:

Du wirst aber IMMER einen Bauern, Produzenten, Dienstleister finden, der Deine Franken annimmt, weil er verschuldet ist und ohne Deine Franken sonst sein belastetes Eigentum verlieren würde.

Nicht im Falle einer Hyperinflation. Wenn also ein Kilo Kartoffeln heute 1000 und nächste Woche 2000 Franken kostet. Dann wird Dir der Bauer keine Kartoffeln für Fr. 1000 verkaufen.

Geld wird für ihn keine Rolle spielen, denn die Million Schulden auf seinem Bauernhof kann er mit einer Tonne Kartoffeln locker bezahlen.

Er wird Dir aber jederzeit Kartoffeln gegen eine Fl. Schnaps, eine Stange Zigaretten, Gold, Silber, Benzin oder andere Rohstoffe eintauschen.

Nun, wenn im Extremfall "alle" Schulden monetisiert wären, gäbe es keine Preisbildung mehr, weil der Druck zur Schuldenerfüllung wegfallen würde. Die Wirtschaftsakteuer wären orientierungslos. Der Bauer müsste nicht einmal mehr eine Tonne Kartoffeln für die Schuldbedienung liefern, denn alle Schulden wären monetisiert.

Die Preisbildung könnte erst wieder beginnen, wenn ein neuer Verschuldungsprozess starten würde, wir können diesen auch gerne als Kontratieff Frühling bezeichnen. Die Wirtschaft müsste unter diesen Bedingungen extrem aufblühen, da der Druck zur Schuldenleistung extrem schwach wäre und alle überoptimistisch wären.

Erst wenn die ersten Schuldner erkennen, dass sie ihre Ziele nicht erreichen und von der Pleite ereilt werden könnten, würde sich der Wettbewerb verschärfen.

Über einen recht weiten Bogen, kommen wir am Ende wieder auf einen gemeinsamen Nenner.

Btw, wegen zu hohem Steuersatz: hat wohl irgendetwas mit der Laffer-Kurve zu tun.

MarcusFabian
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Re: Inflation

Bullish wrote:

Die Preisbildung könnte erst wieder beginnen, wenn ein neuer Verschuldungsprozess starten würde, wir können diesen auch gerne als Kontratieff Frühling bezeichnen. Die Wirtschaft müsste unter diesen Bedingungen extrem aufblühen, da der Druck zur Schuldenleistung extrem schwach wäre und alle überoptimistisch wären.

Ja und nein.

Im Prinzip hast Du recht, dass die Wirtschaft aufblühen würde, weil es ja keine Schulden mehr gibt.

Allerdings wäre das Wirtschaftswachstum zwar sehr nachhaltig aber doch langsam, denn nach der harten Winter-Zeit würden Kredite nur noch sehr zögerlich und nach wirklich guten Prüfungen nur an die besten und aussichtsreichsten Unternehmen vergeben. Aber so soll es schliesslich auch sein.

Der Abbau der Schulden im Winter bedeutet aber gleichzeitig auch, dass viele Menschen einen Grossteil ihres Vermögens verloren haben. Geld-Vermögen und Schulden halten sich ja die Waage und das eine kann nicht ohne das andere vernichtet werden.

Die Konsequenz wäre, dass nur die wenigsten Anleger den Aufschwung erkennen und in billige Aktien investieren. Zu tief sitzt noch der Schock um die monetäre Krise des vergangenen Winters. Die Leute würden wohl auf Rohstoffen, vor allem Gold und Silber sitzen bleiben bzw. diese noch zu Höchstpreisen nachkaufen.

Ein grober Fehler, denn genau Rohstoffe und Edelmetalle werden jetzt in einen langen Bärenmarkt übergehen, während Aktien zu einem langen Bullenmarkt starten. (Lange = 20 Jahre).

Die Börsenentwicklung wäre anfangs schleichend langsam aufwärts. Typische Untertasse. Stetiger Anstieg der Kurse aber so langsam, dass die Börsenentwicklung von den Medien schlicht ignoriert wird. Diese konzentrieren sich in ihrer Berichterstattung viel lieber darauf, wo man noch physische Edelmetalle organisieren kann Wink

Damit folgen die Medien dem Mainstream der Anleger, denn: "Aktien sind tot und so ein Teufelszeug fasse ich nie wieder an" - dürfte dann die vorherrschende Meinung sein.

MarcusFabian
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Deflation oder Inflation?

Ramschpapierhaendler wrote:

Was haltet ihr von der Aussage dieses Herrn?

"Zuerst Deflationsschock - dann Hyperinflation"

Mit Deflation meint er wohl, dass die Preise von Aktien, Immobilien etc. nochmals massiv sinken werden. Sozusagen der Zweite Schub der Abwärtswelle, die im Oktober 2008 begonnen hat.

In Gold betrachtet haben wir ja auch bereits eine Deflation. Nur merkt's halt kaum einer.

Das Szenario "Erst Deflation, dann Hyperinfla" hat übrigens weico Anfang 2009 schon vertreten. Es ist durchaus plausibel.

MarcusFabian
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Deflation oder Inflation?

Biggrin

Quote:

Also verinnerlichen wir das neue Ökonomische ABC, es ist ganz leicht:

* Schulden sind gut und schaffen Werte.

* Inflation war jahrelang zu Unrecht in Misskredit geraten und ist der neue Heilsbringer.

* Der Schuldenstand einer Volkswirtschaft ist unbedeutend.

* Steigende Assetpreise sind gut. Je teurer Firmenanteile oder Häuser, desto besser!

* Lebensmittelpreise steigen nur wegen „Londoner Spekulanten“. Mit einer wundersamen Währungsvermehrung und „Bio-Treibstoffen“ hat das nichts zu tun.

* Ach herrlich, die Liste ließe sich ewig fortsetzen. Vielleicht zum Schluss noch ein Klassiker: Der deutsche Energiemarkt ist liberalisiert, es herrscht freier Wettbewerb.

Quelle: http://rottmeyer.de/?p=2818

Zyndicate
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Deflation oder Inflation?

Inflation: Das gefühlte Desaster

Das Wetter und das liebe Geld: Bei kaum einen anderen Thema reagieren wir so empfindlich. Und mit der gefühlten Teuerung ist es wie mit den gefühlten Temperaturen – es kommt einen immer noch eisiger vor, als es ist. Machen wir uns doch ein paar warme Gedanken, dann erträgt man beides besser.

Meine Mutter hat Fragen. Viele Fragen. Sie lauten etwa: "Warum kostet mich ein Bus-Ticket heute 2,60 Euro? Ich hätte doch früher niemals mehr als fünf DM für einen Fahrschein bezahlt. Und wo bleibt eigentlich das ganze Geld, das wir jetzt mehr ausgeben müssen? Wer hat das Riesengeschäft mit dem Euro gemacht? Kriegen wir jetzt eigentlich eine Inflation? Und hast Du Dir auch was Warmes angezogen? Es soll wieder kalt werden."

Viele Fragen auf einmal. Fangen wir mit der Inflation an. Die Inflationsrate in Deutschland hat im Januar mit 2,0 Prozent das höchste Niveau seit Oktober 2008 erreicht und wird wohl weiter nach oben klettern. Angesichts der steigenden Preise für Energie und Nahrungsmittel halten Ökonomen mittlerweile Inflationsraten von bis zu vier Prozent möglich, selbst zweistellige Teuerungsraten mag niemand mehr ausschließen. Der Eindruck trügt also erstmal nicht: Das Leben wird teurer, während bei dem aktuell niedrigen Zinsen das Sparguthaben auf der Bank mühsam darum kämpft, seinen Wert zu erhalten.

Verklärte Erinnerung

Aber war es zu Zeiten der DM sonniger? Nein, da spielt uns die Erinnerung einen Streich. Sicher, in der Einführungsphase des Euro nutzten besonders Restaurants und Supermärkte die Gelegenheit für saftige Aufschläge, aber das ist auch schon eine Weile her. Und auch die harte DM hat harte Zeiten durchgemacht. 1992 lag die Inflation bei 5,1 Prozent, 1992 waren es immer noch 4,4 Prozent. Blickt man noch weiter zurück, findet man noch höhere Raten. "Erzähle mir nichts. Ich sehe doch selbst, wie teuer alles beim Einkaufen geworden ist. Milch, Brot, Kaffee – was früher in DM ausgezeichnet war, steht heute in Euro da!" Das stimmt oft. Und schon sind wir bei dem Anstieg der Lebensmittelpreise und der gefühlten Inflation. Was das Preisklima in Deutschland aktuell nämlich empfindlich abkühlt, sind die enorm gestiegenen Energiekosten und Nahrungsmittelpreise. Das sind dummerweise genau die Sachen, die sich besonders im Geldbeutel spürbar machen. Betrachtet man nämlich nur häufig gekaufte Produkte, wie eben Lebensmittel, Benzin, Kleidung, liegt die gefühlte Teuerung deutlich über der offiziellen Inflation, derzeit bei etwa 4,5 Prozent.

Doch für den amtlichen Verbraucherpreisindex packen die Statistiker auch Dinge in den Warenkorb, die nicht auf der täglichen Einkaufsliste stehen, wie etwa Elektrogeräte. Seit der Zeit als der Grundig-Röhrenfernseher noch auf der Anrichte stand, sind hier die Preise deutlich gesunken. Zudem spielt uns die Psyche einen Streich – über die 3 Cent mehr für ein Liter Benzin ärgern wir uns mehr, als das wir uns darüber freuen können, dass die neue Digitalkamera 20 Euro weniger kostet, als gedacht. In der Volkswirtschaftslehre ist das als Verlustaversion bekannt.

Der Konsum

Gleichzeitig spielt aber auch die Höhe des Einkommens eine Rolle. Schlägt sich die Inflation vor allem in den Kosten für Nahrungsmittel und Grundversorgung nieder, können Geringverdiener das kaum ausgleichen – sie können eben nicht die Kostenvorteile bei den günstigen Flatscreen-TV-Geräten oder günstigeren Flugtickets mitnehmen. Im Gegenteil: Höhere Kosten für etwa Lebensmittel führen in der Regel dazu, dass die Verbraucher größere Anschaffungen nach hinten verschieben.

Aber wie passt das zu den aktuellen Umfragen der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) wonach die Kauflust der Deutschen ungemindert ist? Wurden nur Großverdiener befragt? Unwahrscheinlich. Der Anstieg des GfK-Konsumbarometers hängt damit zusammen, dass dank der sinkenden Arbeitslosigkeit und der steigenden Einkommen die meisten Verbraucher ihre finanzielle Lage wieder deutlich positiver einschätzen, als noch vor einem Jahr. Da kann man sich gerne wieder etwas mehr gönnen.

Wo bleibt das Geld?

"Schön und gut, die Inflation ist also gar nicht so schlimm. Aber trotzdem muss doch irgendjemand an den Preiserhöhungen verdienen." Richtig. Es sind nämlich nicht wenige Unternehmen, die gut daran verdienen. Und zwar die, die Preiserhöhungen an den Kunden weitergeben können. Dank der gesalzenen Preise an den Zapfsäulen verbuchte etwa der Ölriese ExxonMobile Milliardengewinne. Bei anderen Unternehmen reagieren die Kunden jedoch empfindlicher und so leidet beispielsweise H&M spürbar unter den gestiegenen Baumwollpreisen, denn teurere T-Shirts wird der Bekleidungsriese nicht los.

Wer noch von einer Inflation profitiert? Der Staat. Denn die Inflation hilft dabei, die hohe Staatsverschuldung abzutragen. Auf der anderen Seite steigen mit der Inflation auch die Zinsen, und gerade bei den stabilen Euro-Ländern kommen die Staatshaushalte sehr gut mit den niedrigen Zinsen aus.

Das alles ändert aber nichts an der Tatsache, dass vor allem die Sparer unter der Inflation leiden werden, während die Schuldner feiern. Die Immobilienmakler dürften in nächster Zeit auch gut verdienen: Steine statt Scheine, lautet ein altes Rezept gegen Inflation. Und gegen die Kälte hilft warm anziehen. Ja, ich habe noch eine Mütze eingepackt.

Quelle: www.n-tv.de

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Zyndicate
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Deflation oder Inflation?

Leben in Euro-Zone teurer

Ruft die Februar-Teuerungsrate in der Euro-Zone die EZB auf den Plan? Die Reaktion der Notenbanker ist noch unklar. Vor allem stark gestiegene Energiekosten sorgen für die höchste Inflationsrate seit Ende 2008. Es könnte nun sein, dass die EZB im April den Leitzins erhöht. Allerdings könnten die Ereignisse in Japan die Banker in ihrer Entscheidung beeinflussen.

Die Inflation in der Euro-Zone ist auf den höchsten Stand seit rund zweieinhalb Jahren gestiegen. Das Leben in den 17 Euro-Ländern verteuerte sich im Februar durchschnittlich um 2,4 Prozent, wie das Statistikamt Eurostat nach endgültigen Berechnungen mitteilte.

Energie kostete gut 13 Prozent mehr als vor Jahresfrist. Dabei mussten die Verbraucher für Heizöl rund 30 Prozent mehr ausgeben, für Kraftstoff etwa 16 Prozent mehr. Im Januar hatte die Jahresteuerung noch 2,3 Prozent betragen. Stabile Preise sieht die Europäische Zentralbank (EZB) bei einer Inflationsrate von knapp unter zwei Prozent gewährleistet. Wegen des Preisdrucks hat EZB-Chef Jean-Claude Trichet für April die erste Zinserhöhung seit knapp drei Jahren signalisiert.

Allerdings könnten die Ereignisse in Japan, die die Finanzmärkte wegen der Unsicherheit weltweit auf Talfahrt schickten, die EZB in ihrer Entscheidung beeinflussen. "Wir werden wie immer alle neuen Informationen berücksichtigen, und das wird Teil unserer globalen Einschätzung sein", sagte EZB-Ratsmitglied Christian Noyer dem "Handelsblatt".

Der französische Notenbankpräsident betonte aber auch den Preisdruck durch teures Öl und Rohstoffe. Es dürfe nicht zu einer Lohn-Preisspirale kommen. "Wir haben signalisiert, dass wir verhindern wollen, dass die Inflationserwartungen aus dem Ruder laufen", sagte Noyer. "Wir wollen zeigen, dass wir es ernst meinen."

Die Verbraucherpreise in der Euro-Zone stiegen wie von Analysten erwartet zum Vormonat um 0,4 Prozent.

Quelle: www.n-tv.de

Ich verliere nie! Entweder ich gewinne oder ich lerne!

Elias
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Deflation oder Inflation?

Quote:

Mehr Geld durch billigere Zinsen - und umgekehrt

Wie steuert die Nationalbank die Versorgung des Landes mit Geld? Ganz einfach: Wenn sie der Wirtschaft mehr Geld zur Verfügung stellen will, macht sie ihre Tauschgeschäfte mit den Banken günstiger und senkt die Zinsen, die ihr die Banken für einen Kredit zahlen müssen. Damit verfügen die Banken über mehr Reserven oder liquide Mittel, mit denen sie wiederum ihren Kunden Kredite geben und so den Geldschöpfungsmechanismus in Gang setzen. Wenn die Nationalbank das Geld verknappen will, erhöht sie den Zinssatz, und Kredite werden teurer.

http://www.snb.ch/d/welt/portrait/monetary_policy/4.html

Quote:

Zu viel Geld schadet - zu wenig auch

Was passiert, wenn zu viel Geld im Umlauf ist? Nehmen wir an, die Nationalbank verteilt eines Tages zehn Tonnen neuer Banknoten auf der Strasse. Die Menschen haben nun die Taschen voll Geld - und möchten es sofort ausgeben. Aber es gibt nicht auf einen Schlag mehr Dinge zu kaufen als sonst. Deshalb können die Geschäftsinhaber ihre Artikel teurer verkaufen. So entsteht Inflation. Inflation benachteiligt viele Leute, denn nicht immer steigen die Einkommen so schnell wie die Preise.

Was geschieht auf der anderen Seite, wenn die Nationalbank zu wenig Geld zur Verfügung stellt? Die Menschen kaufen nur noch das Nötigste. Es gibt zu viele Produkte und Dienstleistungen. Wer etwas verkaufen will, muss die Preise senken: Es entsteht Deflation. Der Wirtschaftsmotor stottert, Geschäfte müssen schliessen, und die Arbeitslosigkeit steigt.

Damit der Wirtschaftsmotor rund läuft, darf es weder zu viel noch zu wenig Geld geben. Beides ist schädlich für die Entwicklung der Wirtschaft.

http://www.snb.ch/d/welt/portrait/monetary_policy/2.html

Die Menschen haben nun die Taschen voll Geld - und möchten es sofort ausgeben: das mag für diejenigen zutreffen, die kein Vermögen haben. Wer schon hat und dem noch gegeben wird, der legt auch dieses Geld auf die Seite.

----

Der Weise gewinnt mehr Vorteile durch seine Feinde als der Dummkopf durch seine Freunde.
Benjamin Franklin

weico
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Deflation oder Inflation?

Elias wrote:

Wer schon hat und dem noch gegeben wird, der legt auch dieses Geld auf die Seite.

Exakto.

Darum LIEBE ich solche Zeiten... 8)

weico

Sesto
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Deflation oder Inflation?

den hier finde ich ein super artikel (mit bilder und zahlen wie ichs mag Lol )

auch die links zu den verbraucherzentralen im artikel sind spitze!!

Für mich ist weniger Menge, gleicher Preis = Inflation!!

http://www.spiegel.de/wirtschaft/service/0,1518,755931,00.html

In den USA wird der Weg vom Tellerwäscher zum Millionär kürzer.

CrashGuru
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Deflation oder Inflation?

Sesto wrote:

den hier finde ich ein super artikel (mit bilder und zahlen wie ichs mag Lol )

auch die links zu den verbraucherzentralen im artikel sind spitze!!

Für mich ist weniger Menge, gleicher Preis = Inflation!!

http://www.spiegel.de/wirtschaft/service/0,1518,755931,00.html

Vor wenigen Monaten wurde ein Gesetz geändert. Seither müssen keine Packungsnormen mehr eingehalten werden. Früher wurden bestimmte Packungsgrössen vorgeschrieben, 100 gr / 1 kg usw., da war es nicht möglich in kleinen Schritten die Inhalte zu reduzieren und damit den Preis unbemerkt zu erhöhen. Die Industrie hat das durch gedrückt und die schwarz/gelbe Regierung ging gerne darauf ein. Das Resultat sind nun diese versteckten Preisaufschläge, welche vom ersten Tag an zu sehen waren.

Das hat aber nichts mit Inflation zu tun, sondern mit Gewinnmaximierung. Man versucht die Zitrone aus zu pressen, bis der Konsument reagiert. Und der ist ja bekanntlich sehr träge.....

Sesto
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Deflation oder Inflation?

naja es geht immerhin darum das man etwas teurer verkaufen möchte und nun hat man 2 möglichkeiten:

-Entweder höherer preis

-kleinere Menge

was ist wohl auffälliger Wink

auch die "Luftpackungen" finde ich verdammt frech, wie so eine packung teilweise nur zur hälfte gefüllt ist und den verbraucher illusioniert.

Aber die rohstoffpreise sind schon gestiegen, das ist so.

Ach und trinkt einer von euch zufällig "Emmi Caffe Latte"? ich hab die früher oft getrunken, letztens war eine leere packung auf nem aschenbecher vor einem lift, da hab ich beim warten zufällig 170 ml gelesen, könnte aber schwören das ich sie mit 230 ml in erinnerung habe....

In den USA wird der Weg vom Tellerwäscher zum Millionär kürzer.

CrashGuru
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Deflation oder Inflation?

Ramschpapierhaendler wrote:

CrashGuru wrote:
Das hat aber nichts mit Inflation zu tun, sondern mit Gewinnmaximierung.

Da bin ich anderer Meinung.

Wenn ich pro Jahr 20 Zahnpasta-Tuben mit 100ml Inhalt zu CHF 3.00 kaufe, dann kostet mich das CHF 60.00 p.a.

Wird die Tube auf 80 ml verkleinert wird, dann brauche ich 25 Tuben, die mich pro Jahr CHF 75.00 kosten.

Gleiches bei Gesichtscrème etc.

Beim Kaffee oder einem Joghurt ist das vielleicht etwas anders. Ich ess ja dann immer noch nur eines auf's Mal, werde also schlanker zum gleichen Preis. Lol

Klar betrifft das die Teuerung (nicht unbedingt Inflation Wink ), aber der Grund für die versteckten Erhöhungen ist schlichtweg Gewinnmaximierung. Es ist sozusagen das Ergreifen einer Chance dazu.

Das entspricht der schon seit Jahren benutzten Methode der Restaurateure. Die Teller werden bei Bedarf (wenn die Portion ZU klein wurde) der kleiner werdenden Menge angepasst. Erst wenn es nicht mehr geht, die Portion und Geschirr zu verkleinern, wird der Preis erhöht. Dabei wird dann wieder Portion und Teller vergrössert. Dito bei Biergläsern, der Versuch auf 2dl zu reduzieren funktionierte allerdings nicht....also wurde das Bier halt jedes Jahr teurer.

0der das Brot, welches nicht mehr gratis zum Menu gereicht wird. Etwas das vor einigen Jahren selbstverständlich war.

Leider funktioniert das recht gut, der Konsument ist meist in der Zwangslage. Fies ist die Masche trotzdem :evil:

MarcusFabian
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Deflation oder Inflation?

Ob man jetzt den Preis pro Mengeneinheit raufsetzt oder die Menge pro Preiseinheit runterfährt, kommt ja wohl auf's selbe raus Wink

"wer Geld druckt, wird Inflation ernten"

(Robert Rethfeld hier: http://www.goldseiten.de/content/diverses/artikel.php?storyid=15884&seite=0

lesenswert!)

Die Preise von Gold, Silber, Platin, Palladium, Kupfer, Nickel, Zink, Blei und vor allem Erdöl sind im letzten Jahr um gut 50% gestiegen, Mais hat sich verdoppelt, Baumwolle gar verdreifacht.

Dass diese Preissteigerungen über kurz oder lang an die Verbraucher weitergegeben werden müssen, liegt auf der Hand.

Wenn Gold oder Silber steigt, dann interessiert das wenig. Aber Lebensmittel und Erdöl knabbern direkt an unserer Kaufkraft.

Denne
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Deflation oder Inflation?

MarcusFabian wrote:

Ob man jetzt den Preis pro Mengeneinheit raufsetzt oder die Menge pro Preiseinheit runterfährt, kommt ja wohl auf's selbe raus

Nicht, wenn man die dazugehörigen Verpackungen herstellt.

CrashGuru
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Deflation oder Inflation?

Denne wrote:

MarcusFabian wrote:
Ob man jetzt den Preis pro Mengeneinheit raufsetzt oder die Menge pro Preiseinheit runterfährt, kommt ja wohl auf's selbe raus

Nicht, wenn man die dazugehörigen Verpackungen herstellt.

Und schon gar nicht, wenn der Preis am Verkaufsort angeschrieben ist (mit gaaaaanz kleinem Gewichts-Preis) und auf der "alten" Verpackung (KLEIN) ein Gewicht von z.B. neu 83 gr. steht. Wer weiss schon, dass vor zwei Wochen (ebenfalls KLEIN) ein Gewicht von 98 gr. drauf stand..... Und wer rechnet schon nach, dass dies rund 15% ausmacht (na ja, vielleicht Elias, wenn er eine Aktion sucht).

Früher waren die Verpackungen normiert. 100 gr./ 200 gr. / 1 Kg usw., was ein Vergleich sehr erleichterte. Was die Industrie nun gekippt hat, mit dem Argument, dass man dadurch bei der Verpackung viel Einsparen könnte (Ökologisch !!!!!). Dass aber die Verpackungsmaschinen jeweils auf die optimale Verpackung umgerüstet werden müssten, wird heute als Argument genommen "Luftverpackungen" zu verteidigen. Wieder aus Ökologischen gründen !!!!

In Wirklichkeit natürlich alles Schwindel. Es geht bekanntermassen nur um eines: Gewinnmaximierung. Und dazu verhilft die Verarsch.... des Konsumenten. Es ist das Hauptgebiet der lic.oec.-Ausbildung in St.Gallen und Konsorten.

Deshalb haben wir ja auch die idiotischen 9er-Preise. Was den Höhepunkt findet in "Artikeln" wie ein Auto für 39'990.-- :evil: wobei dann schon wieder Kleingedrucktes hilft den Preis auf das Normalniveau zu haben Lol

Kleinstmengen sind überigens ein guter Trick, überproportionale Preiserhöhungen durchzuführen. Deshalb findet man das auch besonders bei so Dingen wie Mars, Snickers usw.

Oder hier ein Beipiel: Tierfutter in Einzeldosen. Wurde in relativ kurzfristigen "Schüben" erhöht (innerhalb 6 Monaten). Stufen: 27 / 29 / 32 ! Kann jeder mal die Preissteigerung in % ausrechnen.

Aber egal. Das ist freie Marktwirtschaft. Und wir schreiten weiter in Richtung des Megamonopols...... :idea:

Denne
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Deflation oder Inflation?

CrashGuru wrote:

Und wer rechnet schon nach, dass dies rund 15% ausmacht (na ja, vielleicht Elias, wenn er eine Aktion sucht).

Lol

CrashGuru wrote:

Es geht bekanntermassen nur um eines: Gewinnmaximierung. Und dazu verhilft die Verarsch.... des Konsumenten. Es ist das Hauptgebiet der lic.oec.-Ausbildung in St.Gallen und Konsorten.)

Spot on.

Die Bullshit-Industrie hat immer Konjunktur und ist mit Abstand der grösste Sektor aller modernen Volkswirtschaften. Es gibt sogar solche, die ausschliesslich Bullshit exportieren, inklusive ganzer Bildungssysteme.

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