Denkanstoss

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05.09.2011 15:35
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Denkanstoss

Heute habe ich kurz das Forum 'überflogen' und dachte mir: Wie im Kleinen so im Grossen. Aber was tun? Zurfälig stiess ich nach einiger Zeit auf den folgenden Text, der euch und mir einige Minuten zum Lesen rauben wird. Wer weiss, vielleicht bekommen wir aber etwas zurück dafür?

Kleiner Denkanstoss

für Politiker, Wirtschafts- Finanz- und Börsenleute sowie für ganz normale Menschen.

Wink

Umgang mit der Macht der negativen Gedanken

Positiv denken und fühlen

Wer hat sich nicht schon mal so richtig über etwas oder jemanden geärgert? Dabei entsteht meistens eine negative Emotion, die darauf wartet, sich zu entladen. Ärger führt zu negativen Gedanken und je mehr Raum man diesen gibt, umso stärker wird die Emotion. Je nachdem, welches Temperament man besitzt, lässt man dieser Emotion freien Lauf, oder man frisst sie in sich hinein. Wie auch immer, man schadet sich auf jeden Fall selbst, wenn man sie zulässt. Darüber hinaus verbreitet sich solch ein negativer Einfluss virusartig auf andere Menschen. Erst wenn es jemand schafft, die negativen Gedanken in positive zu verwandeln, kommt diese Kettenreaktion zum Stillstand. Positives Denken kann ebenfalls ansteckend sein, allerdings auf angenehme Weise. Negative Gedanken wirken immer zerstörerisch. Sie sind Ursache für Tratsch, üble Nachrede und feindselige Gefühle. Freundschaften und Familienverbindungen können daran zerbrechen und die Entstehung vieler Krankheiten kann darauf zurückgeführt werden. Positive Gedanken hingegen wirken erbauend und stärkend. Sie heben die Stimmung, führen zu Freude, Gesundheit und Erfolg. Wie herrlich, wenn man gelernt hat, negative Gedanken und Emotionen in positive zu wandeln. Man tut dabei nicht nur sich selbst etwas Gutes, sondern auch allen, mit denen man zu tun hat.

Unsere Vorstellungskraft

Was wir uns nicht vorstellen können, können wir auch nicht verwirklichen. Der griechische Philosoph Epiktet beschrieb diesen Umstand schon vor zweitausend Jahren folgendermaßen: "Nicht die Dinge selbst beunruhigen den Menschen, sondern die Vorstellung von den Dingen." Jeder Gedanke, den wir uns machen, erzeugt eine Vorstellung, die unsere Gefühle und unser Verhalten entscheidend beeinflusst. Aufgrund von Erfahrungen haben wir uns die schnelle Beurteilung von Dingen angeeignet, was uns häufig noch nicht einmal mehr auffällt. Auffällig sind allerdings die Folgen dieser oft falschen Sichtweise: Lustlosigkeit, Frust, Angst, Unsicherheit, Kommunikationsschwierigkeiten, Selbstvorwürfe und schließlich Misserfolge. Über das vegetative Nervensystem, auf das wir willkürlich keinen Einfluss nehmen können, wirken viele Vorstellungen bis in jede Zelle hinein. So können negative Gedanken Krankheiten erzeugen, während positive Vorstellungen sie heilen können. Vorstellungen entscheiden mit, ob wir uns wohl fühlen oder krank werden; sie beeinflussen zwischenmenschliche Kontakte, lassen vorhersehbare Karrieren scheitern oder umgekehrt unvorhersehbare Erfolge erzielen.

Destruktive Gedanken überwinden

Positives Denken zielt darauf ab, zu lernen, unangemessene und destruktive Gedanken zu erkennen, zu neutralisieren und schließlich in positive Gedanken umzuwandeln. Für diese Selbstbeeinflussung erweist sich eine positive Vorstellungskraft als unentbehrlich. Je besser man sich bildhaft etwas Gutes vorstellen kann, desto größere Erfolge wird man erzielen. Wer gelernt hat, seine Gedanken auf etwas Erhebendes zu konzentrieren, erstickt negative Vorstellungen bei deren Entstehung im Keim, noch ehe sie schaden. Dieses unerschöpfliche Potential in uns kann gezielt dazu benutzt werden, unser Leben in allen Lebenslagen positiv zu beeinflussen.

Selbstmitleid ablegen

Hinckley hat eine klare Meinung zu dieser weit verbreiteten destruktiven Gemütsneigung geäußert: "Sparen Sie sich Selbstmitleid. Selbstmitleid ist sinn- und zwecklos. Unterdrücken Sie das Negative und heben Sie das Positive hervor."

Gedankenstopp

Es nützt im allgemeinen wenig, sich negative Gedanken ausreden zu wollen oder sich nur abzulenken. Weitaus wirksamer ist es, das unangenehme Gefühl, das mit den negativen Gedanken verbunden ist, mit einem "Gedankenstopp" zu unterbrechen. Dabei konzentriert man sich zunächst auf die Gedanken, mit denen die unangenehmen Gefühle eingeleitet werden. Haben sie diese Gedanken bewusst erkannt, rufen sie innerlich bestimmend "Halt!". Anschließend fügen Sie dem "Halt!" noch "Gedanken sind unwichtig!" hinzu. Dann lenken sie Ihre Aufmerksamkeit wieder auf die vorherigen Tätigkeiten. Taucht der Gedanke abermals auf, wiederholen Sie den "Gedankenstopp". Das klingt vielleicht etwas befremdend, aber wenn sich unsere Denkstrukturen schon seit längerer Zeit verselbständigt haben und dazu führen, dass uns häufig negative Gedanken und Gefühle quälen, ist es notwendig, diese zerstörerischen Denkmuster bewusst zu durchbrechen. Gefühle wie Angst, Minderwertigkeit, Mutlosigkeit, Aggresivität oder Feindseligkeit können durch diese Technik des "Gedankenstopp" im Keim erstickt werden.

Positive Gedanken entwickeln

Wer gelernt hat, negative Gedanken zu stoppen, sollte den nächsten Schritt gehen, nämlich nach dem "Gedankenstopp" positiv weiterdenken. Das bedeutet, die negativen Gedanken ins Gegenteil umkehren. Dabei ist es wichtig, das "Gute" sehen zu lernen. Fast jeder Lebenssituation kann man einen guten Aspekt abgewinnen, egal wie aussichtslos sie erscheint. Selbst die Einsicht, dass eine schwierige Situation eine neue Herausforderung darstellt, kann ein positiver Aspekt sein. Das bedeutet allerdings nicht, in Naivität zu verfallen. Die Kunst der Ausgeglichenheit besteht darin, eine optimistische Denkweise zu lernen und trotzdem realistisch zu bleiben. Präsident Hinckley sagte dazu: "Selbstverständlich gibt es auch eine Zeit des Leidens. Selbstverständlich gibt es Stunden der Sorge und der Angst. Jeder macht sich Sorgen. Der Herr hat uns jedoch geboten, unser Herz zu erheben und uns zu freuen. Es gibt so viele Menschen, die nie die Sonne zu sehen scheinen, sondern die andauernd im Sturm und unter bewölktem Himmel leben.

Schuldzuweisung

Viele Menschen neigen dazu, sofort einen Schuldigen zu finden, wenn ein Malheur passiert ist. Eigenartigerweise trifft die Schuld meistens einen anderen, nur nicht einen selbst. Bei dieser Denkweise finden sich im Handumdrehen unzählige Gründe, die das eigene Fehlverhalten verursacht haben. Meistens sind es andere Personen, denen man schnell die Schuld zuweisen kann. Solche Reaktionen sind eine gefährliche Art der Selbsttäuschung, die schnell zur Gewohnheit und schließlich zur Charaktereigenschaft werden. Dabei verliert man die Fähigkeit, aus eigenen Fehlern zu lernen. Diese Selbstgefälligkeit ist wie ein Gift, das langsam aber sicher die Seele zerstört. Dabei ist es überhaupt nicht schlimm, sich Fehler einzugestehen. Menschen dürfen Fehler machen! Schlimm wird es erst, wenn man nicht mehr in der Lage ist, aus seinen Fehlern zu lernen. Dann macht man die gleichen Fehler immer wieder, vielleicht ein Leben lang. Wer zu seinen Fehlern steht, wirkt meist viel sympathischer und liebenswerter. Er wird nicht nur als Autorität, sondern auch als Freund angesehen. Wer nicht lange zögert, sich aufrichtig zu entschuldigen, dem wird auch schnell vergeben. Die Frage nach der Schuld ist bei einer gesunden Denkweise überflüssig. An ihre Stelle rückt die Frage nach Lösungen, wie man die Folgen von Fehlern korrigieren kann.

Neid und Statusdenken

Es fällt zwar leicht, Menschen zu entdecken, denen es schlechter geht, aber man findet auch immer jemand, den man beneiden kann. Und die meisten von uns neigen dazu, sich an den wirklich oder vermeintlich Erfolgreicheren, Wohlhabenderen oder Glücklicheren zu messen. Für solche Vergleiche nach oben zahlen wir prompt mit schlechten Gefühlen: Niedergeschlagenheit, Scham und der ohnmächtige Zorn, vom Leben ungerecht behandelt zu werden. Wer den Hang hat, ständig auf die Erfolge anderer zu schielen, muss sich heutzutage in fast allen Lebensbereichen als Versager fühlen. Sehr oft beruht das Unbehagen am scheinbaren Glück der anderen auf einer verzerrten Wahrnehmung. Außerdem merken wir nicht, dass die von uns glühend beneideten Leute ihrerseits oft missgünstig oder bewundernd auf uns und unser Glück blicken. Der französische Philosoph Montaigne schrieb: "Wenn ein Mensch nur glücklich sein wollte, wäre dies nicht so schwer, aber er will glücklicher als andere sein, und dies ist fast immer schwer, denn wir stellen uns die anderen glücklicher vor, als sie sind." Neid löst negative Emotionen aus und verhindert, dass wir die erfreulichen Seiten unserer eigenen Situation gebührend wahrnehmen.

Dampf ablassen

Viele Menschen glauben, ein Wutanfall würde sie von der Wut befreien, Tränen von der Trauer erlösen. Diese Auffassung ist inzwischen genauso überholt wie der Glaube, die Erde sei eine Scheibe. Natürlich tut es oft gut, sich einem nahen Menschen anzuvertrauen. Geteiltes Leid kann halbes Leid sein. Aber es nützt wenig, sich dabei in einen Ausbruch negativer Emotionen hineinzusteigern. Unzählige Studien belegen, dass Wutanfälle die Wut eher noch anheizen und dass Tränen uns noch tiefer in eine depressive Stimmung hineintreiben können. Wenn wir uns dazu hinreißen lassen, nach einem ärgerlichen Telefongespräch den Hörer in die Station zu knallen oder nach einer gedankenlosen Bemerkung des Partners die Tür hinter uns zuzuschlagen, schaden wir uns gleich doppelt: Zum einen bleibt ein mögliches Missverständnis im Raum stehen, und zum anderen halten wir die unangenehmen Gefühle länger als nötig am Leben und steigern uns erst so richtig in den Ärger hinein. Der Ausweg ist, negative Emotionen im Moment ihrer Entstehung zu kontrollieren. Das bedeutet nicht, sie zu verdrängen. Vielmehr sollte man seine Gefühle einen kurzen Moment lang bewusst wahrnehmen und danach durch gezieltes Umdenken im Keim ersticken.

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25.04.2016 14:31
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Politik, Populismus und Lüge Die Krise der Wahrheit

Die Philosophie der Postmoderne hat uns gezeigt, dass die Wirklichkeit nicht einfach nur real, sondern sozial und sprachlich vorgeprägt ist. Was leider auch dazu geführt hat, dass Wahrheit immer mehr zur Disposition gestellt wird.

(Illustration: Peter Gut)

Ohne die Philosophie der Postmoderne würde ich wohl noch in Russland leben, und ich würde wahrscheinlich wie viele dort glauben, dass die ukrainische Krim meinem Volk gehört. Doch auch wenn ich in Europas Westen geboren wäre, wäre mir heute möglicherweise angst und bang um das eigene Volk, wenn Foucault, Derrida und Co. an mir vorbeigegangen wären. Aber glücklicherweise hat das poststrukturalistische Denken alle, die es wollten, aus den Fesseln nationaler Identitäten oder fixer Geschlechterrollen erlöst. Ich ging aus Moskau weg nach Berlin, in die befreiende Postmoderne, und doch finde ich mich heute in einer Welt wieder, in der Millionen Menschen sich kollektiven Trugbildern unterwerfen: Finstere Eliten, denken sie, wollen sie «umvolken», und in meinem Geburtsland begrüssen sie gar einen Krieg im Namen des Volkes. Solches geht heute gewöhnlich auf die Flüchtlings- und die Ukraine-Krise zurück. Jedoch parallel zu den jüngsten Krisen geschieht fast unbemerkt eine, die ihre Wurzeln in der Postmoderne hat: die Krise der Wahrheit.

Agonie des Realen

Wenn die philosophische Postmoderne eine Botschaft für die Lebenspraxis hatte, dann diese: Du bist nicht das, was du zu sein scheinst, was deine Herkunft, deine Kultur aus dir machen wollen. Es gibt die unpersönlichen Mächte der Geschichte – sie wollen dich gestalten. Trotze ihnen!

Du bist nicht das, was du zu sein scheinst, was deine Herkunft, deine Kultur aus dir machen wollen.

Diese Erkenntnis war eine grosse Emanzipation, ein weiterer Schritt auf dem Weg, den die Aufklärung vorgezeichnet hatte. Aber die postmoderne Befreiungsgeste scheiterte spätestens, als der Wahrheitsbegriff auch in der Politik wegemanzipiert wurde. Der Begriff der Wahrheit erhielt einen repressiven Unterton. Es begann die Agonie des Realen. Und wenn das gleichnamige Buch Jean Baudrillards dies eigentlich betrauerte, waren wir Leser der Hefte des Merve-Verlags zunächst nur froh darüber. Nicht nur die Wahrheit, selbst die Vorstellung einer Wirklichkeit war uns zu repressiv. Die Geschichte war schliesslich an ihr Ende gekommen, also brauchte man keine Wahrheiten mehr. Und die Politik, egal wie unehrlich, hatte die Lüge als Prinzip noch nicht für sich entdeckt.

«Nein, gerade Tatsachen gibt es nicht, nur Interpretationen.» Diese These Friedrich Nietzsches, ursprünglich gegen den Positivismus gerichtet, erlebte in der Postmoderne ein Revival. Doch wenn man Nietzsches Haltung in die politische Praxis überträgt, läuft sie darauf hinaus: Es zählen nur Lügen und Manipulationen. Und genau so könnte das Credo früherer Medienpopulisten wie Silvio Berlusconi gelautet haben.

Erst lustig, dann blutig

Das Privatfernsehen veränderte noch vor dem Internet die Medienlandschaft grundlegend. Sicher war es ein Zugewinn an Pluralität, zugleich aber wurde der Wahrheitsstandard verwässert. Berlusconi machte die Wahrheit stets zum Witz. Die Lügen der Populisten klangen anfangs fast noch lustig, um später, bei Putin, blutig zu werden. Ein müdes Schmunzeln kam über Berlusconis Lippen, als er etwa erzählte, seine minderjährige Gespielin sei die Tochter des ägyptischen Präsidenten. Wer sollte das glauben? Eigentlich niemand, und das stellte einen neuen Grad des politischen Lügens dar. Die Tatsachen wurden auf einmal uninteressant, nur der Machtkampf wurde als real wahrgenommen: Der grosse Mann wird angegriffen, kontert aber nicht nur erfolgreich, sondern mit Witz und Eleganz. Bravo!

Das ist der postmoderne Pop – Tatsachen nicht von Lügen unterscheiden zu wollen.

Um die Fakten schienen sich jene, die solche Populisten wählten, nicht gross zu scheren. Das ist der postmoderne Pop – Tatsachen nicht von Lügen unterscheiden zu wollen. Weil Tatsachen oft unklar und meist unbequem sind, macht man sich freiwillig zum Untertan eingängiger Lügen. Diese Einstellung ist letztlich für die Inflation politischer Wahrheit verantwortlich, nicht die postmodernen Philosophen des vergangenen Jahrhunderts.

Zu Berlusconis ägyptischem Mädchen gesellten sich ein paar Jahre später Putins «grüne Männchen». Putin bestritt die Anwesenheit russischer Besatzungstruppen auf der Krim und behauptete, es handele sich um Einheimische. Eine grüne Armeeuniform könne sich doch jeder einfach kaufen. Putin machte sich dabei genauso wenig Mühe, glaubhaft zu sein, wie sein Freund Berlusconi. Wenn es keine Wahrheit mehr gibt, kann die Lüge noch so skurril daherkommen.

Der frühe Foucault schrieb noch, die Reduktion des Wissens auf die Macht könne nur eine Karikatur sein. Genau das aber geschieht heute in der Politik, und das ist nicht lustig. Denn nicht die Wahrheit dient der Macht. Umgekehrt, die Unwahrheit erfordert letztlich Gewalt. Irgendwann werden plötzlich Riffe im Südchinesischen Meer zu Inseln, oder eine ukrainische Halbinsel wird russisch, und dann kommt schon das Militär ins Spiel.

Putin verwirrt nicht nur Opponenten, sondern auch Anhänger. Und es ist kein gutes Zeichen, dass auch Krone-Schmalz nach wie vor als Russlandexpertin in deutsche Fernsehshows eingeladen wird.

Heute unterwandert die Lüge gezielt Institutionen, die eigentlich der Wahrheit verpflichtet sind. So leugnete anfangs die ehemalige ARD-Journalistin Gabriele Krone-Schmalz den russischen Einmarsch auf die Krim. Dann aber gab Putin plötzlich zu, auf der Krim seien «unsere Militärangehörigen» gewesen. Krone-Schmalz allerdings wiederholte auch danach, es habe nie einen Einmarsch der russischen Truppen gegeben. Ihre Hartnäckigkeit ist deswegen bemerkenswert, weil sie verrät, wie wenig Wert eine Medienpersönlichkeit heutzutage auf Fakten legen darf. Übrigens schloss Putins nächste und bisher letzte Interpretation der Tatsachen nicht nur ein, dass auf der Krim russische Streitkräfte eingesetzt wurden, sondern dass «wir» diesen «Fakt» nie verheimlicht hätten. Putin verwirrt nicht nur Opponenten, sondern auch Anhänger. Und es ist kein gutes Zeichen, dass auch Krone-Schmalz nach wie vor als Russlandexpertin in deutsche Fernsehshows eingeladen wird.

Der Niedergang politischer Wahrheit äussert sich nicht allein in der Behauptung falscher Tatsachen. Im Februar warf Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer seiner Bundeskanzlerin eine «Herrschaft des Unrechts» in der Flüchtlingsfrage vor. Dann sagte er knapp drei Wochen später, sie «regiert uns hervorragend». Das bedeutet natürlich nicht, dass Seehofer die Unrechtherrschaft als eine hervorragende Regierungsform sieht. Dieser Widerspruch hat jedoch für die Menschen, die er mit der ersten Bemerkung für sich gewinnen wollte, eine ganz andere Bedeutung. Wer Angela Merkel «Rechtsbruch», «Bevormundung» oder «Unrechtsherrschaft» vorwirft, versteht Seehofers «hervorragend» tendenziell so, wie die Anhänger Berlusconis dessen Lüge über die «Tochter Mubaraks» – als eine taktische Lüge, durch die Überspitzung noch stärker als solche markiert. Man kann Seehofers Machtinstinkt vertrauen, er wird ein Gespür dafür haben, wie viel Lügen die Politik verträgt.

Lügen mit langen Beinen

Nicht allein Politik und Medien, auch die Wissenschaft kann sich einen solchen Umgang mit den Tatsachen zu eigen machen. Der Berliner Osteuropahistoriker Jörg Baberowski polemisierte in der «FAZ» gegen Angela Merkels «Wir schaffen das» und schrieb, die Bundeskanzlerin habe noch hinzugefügt, (Verweis) dass Deutschland sich in den nächsten Jahren «bis zur Unkenntlichkeit» verändern werde. Doch dieser Zusatz lässt sich in Merkels Reden schlicht und einfach nicht finden. Er geht offenbar auf Baberowskis eigenes Weltbild zurück, gemäss dem Einwanderung die Volksgemeinschaft zerstört. Diese scheinbare sprachliche Kleinigkeit ist ein Symptom, doch sie vermochte auch einiges auszulösen. Der angebliche Merkel-Spruch verbreitete sich in fremdenfeindlichen Blogs, als Quasi-Beweis für die Verschwörung der politischen Elite gegen das eigene deutsche Volk. Die deutschnationalen Opfer eines «Flüchtlings-Holocausts» fügten eine weitere Lüge hinzu: «Unser Land wird sich bis zur Unkenntlichkeit verändern, aber das macht mir keine Sorgen», soll die «Volksverräterin» Merkel gesagt haben.

Heute ist diese Lüge nicht mehr aus der Welt zu schaffen. Sollte auch Angela Merkel widerlegen, das je gesagt zu haben, können viele ihrer Gegner erwidern: «Aber das berichtet doch ein Geschichtsprofessor!» Und wenn auch Baberowski den Fehler anerkennt, würden seine Mitstreiter ihn weiter zitieren und sich sicher sein, der Historiker sei einfach der «Moraldiktatur» zum Opfer gefallen. Vor dem Internetzeitalter hätte man lediglich befürchten müssen, dass die Baberowskische «Unkenntlichkeit» bald in Geschichtsbüchern stünde. Heute hat der Spruch sofort eine Realität geschaffen. Er ist bereits Teil digitaler Daten, die unsere Gegenwart für die Zukunft festschreiben. Nicht nur in abstrusen Foren, auch bei Wikipedia gälte Baberowskis Artikel dann als eine felsenfeste Quelle.

Das Medium Internet entwickelt gerade seinen eigenen Umgang mit der Wahrheit – doch sind heute nur erste Ansätze davon erkennbar. Wie immer, wenn sich die Gesellschaft neuen Pluralismus leistet, muss sie erst Schutzmechanismen gegen Manipulationen und Lügen finden.

Das Medium Internet entwickelt gerade seinen eigenen Umgang mit der Wahrheit – doch sind heute nur erste Ansätze davon erkennbar.

«Die Vergangenheit ist ausgelöscht, das Auslöschen vergessen, die Lüge wurde zur Wahrheit.» Dieser Satz George Orwells wird heute oft im US-Wahlkampf von den Demokraten in Bezug auf den Umgang mit Fakten bei den Republikanern zitiert. In Europa kursiert er vor allem in Netzwerken, in denen man auf die «Lügenpresse» schimpft und sich vor einem «europäischen Kalifat» oder vor einer «EUdSSR» fürchtet.

Als ich nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion nach Berlin kam, dachte ich, Orwells «1984» wäre ferne Vergangenheit. Ferne Vergangenheit, aus der sich auch Foucaults «Wut auf die Tatsachen» speiste. Sich den Tatsachen zu verschreiben, führte danach zu einer «Hinnahme der Massaker ohne Ende», wenn man etwa versuchte, einen Völkermord rational zu fassen. Deswegen zog Foucault damals solchen Tatsachen ausdrücklich die Irrationalität vor. Als dann die Politik aber lernte, irrational zu sein, war er schon tot. Die Weltgeschichte fand in den neunziger Jahren mitnichten zum Ende. Sie geht weiter. Ich aber habe nicht damit gerechnet, in einer Gegenwart zu leben, die daran ist, Orwells Dystopie wahr werden zu lassen.

Boris Schumatsky, in Moskau geboren, lebt als Schriftsteller und Publizist in Berlin. Im März erschien im Residenz-Verlag sein neues Buch «Der neue Untertan. Populismus, Postmoderne, Putin».

 

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Der Weise gewinnt mehr Vorteile durch seine Feinde als der Dummkopf durch seine Freunde.
Benjamin Franklin

21.04.2016 14:38
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Das Wirtschafts-Einmaleins

Wer richtig zu rechnen versteht, versteht die vermeintlich immer komplexer werdende Welt besser und kann auch angesichts von Nullzinsen bestens schlafen.

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Billiger tanken als in den Sechzigern

Das grosse Einmaleins besteht darin, diese sieben Grundelemente fruchtbar zu kombinieren. Ein Beispiel ist die Diskussion über den Erdölpreis. Viele meinen, er sei zwar in den letzten zwei Jahren von über 100 $ pro Barrel stark auf heute rund 43 $ oder 40 Fr. gefallen. Aber verglichen mit z. B. 1960 mit knapp 3 $ sei er doch ganz massiv gestiegen. Falsch! Nach Regel sechs mit dem damaligen Wert des Dollars von 4.40 Fr. sowie Regel zwei mit der Vervielfachung des Schweizer Preisniveaus um 4,1 seit 1960 bedeutet der Sechzigerjahre-Preis 54 heutige Franken. Öl ist heute also in Franken sogar billiger, als es in den Sechzigern war.

Ein anderes Beispiel sind die Zinsen. Nullzins bei 1,5% Deflation heisst 1,5% Realverzinsung, steuerfrei. Bei 2% Inflation bedeuten 1,5% Realzins aber 3,5% Nominalzins vor Steuern und bei Steuern von 40% einen Nominalzins nach Steuern von 2,1% und einen Realzins nach Steuern von 0,1% – abzüglich Depotgebühren und Vermögenssteuern also ein sicheres Verlustgeschäft.

Deshalb gilt: Wer das grosse und das kleine Wirtschafts-Einmaleins beherrscht, versteht die Welt besser und kann auch angesichts von Nullzinsen bestens schlafen.

http://www.fuw.ch/article/das-wirtschafts-einmaleins/

 

 

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Der Weise gewinnt mehr Vorteile durch seine Feinde als der Dummkopf durch seine Freunde.
Benjamin Franklin

01.04.2016 11:22
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Tausende von Millionären verlassen Europa

insbesondere aus Frankreich (aber auch China).

Und, man glaubt es kaum, sie wandern nach USA !!! und Kanada.

Sie verlassen EU wegen der hier immer schlimmeren Sicherheitslage (Paris, Bruxelles).

Böse Zungen behaupten, die Amis gewinnen und haben uns das Moslems Problem gezielt aufgehalst Sad

Wie lange können die Gutmenschen dieser Sache noch zuschauen ?

http://www.godmode-trader.de/video/cmc-espresso-tausende-millionaere-fluechten-aus-europa,4607740

28.03.2016 18:58
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Dirol

So richtig zum Kotzen! Wofür kriegen die Bank-Obergauner eigentlich noch ihr Schweigegeld, nachdem ja die Steuerangelegenheit 'reguliert' worden ist? Da dreht sich einem doch der Magen, wenn man weiss, dass sie eigentlich nichts tun dafür, als etwas Cash in Papier von da nach dort transferieren lassen und ihre Insider-Kenntnisse benutzen dürfen um die Wirtschaft und die 'Normalinvestoren' zu schädigen. Früher taten solches die Landvögte und deren Handlanger. Heute sind es Bank-CEO's, gestützt von unserer Landesregierung!

 

http://www.finews.ch/news/banken/17762-credit-suisse-boni-salaere-verguetungsbericht-2014-brady-dougan-urs-rohner

 

http://www.nzz.ch/wirtschaft/unternehmen/ubs-verguetungsbericht-2015-viel-emotionen-zum-ubs-salaer-wenig-ausreisser-ld.8707

 

Mit dem Personal spielen sie Schach, Intrigen wie früher an Königshöfen, nur wurde man damals noch aufgehängt:

http://www.nzz.ch/wirtschaft/unternehmen/massenentlassungen-bei-banken-die-entlassung-als-normales-alltagsrisiko-ld.6068

Das alles auf sehr teurem Niveau!

Falls es mal nicht funktioniert mit dem goldenen Fallschirm, für alles gibt es eine Lösung:

http://www.jobs.ch/de/

 

 

Gruss vom Eptinger

25.02.2016 12:03
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Komplexität des Lebens

Warum unsere Zukunft nicht berechenbar ist

Alleine die Dynamik des Fortschritts macht es unmöglich, die Zukunft weiter als ein Jahrzehnt vorherzusagen.

Haben Sie vor zwanzig Jahren die Möglichkeit vermisst, eine SMS zu schreiben? Oder hatten Sie damals das Gefühl, ohne Navi sei eine Autofahrt von Bern nach Schaffhausen unmöglich? Wie oft haben Sie in den 1980er Jahren Ihren Kaffeehersteller angerufen und gesagt: Ich hätte gerne ein Kapselsystem, bei dem ich meinen Kaffee nicht mehr im Geschäft kaufen kann, sondern nur noch übers Internet? All das war nicht vorhersehbar. Doris Day hatte vollkommen recht, als sie in «Que sera, sera» sang: «The future's not ours to see.»

Zuzugeben, dass viele Aspekte unseres Lebens ziemlich unberechenbar sind und wir meist nicht die leiseste Ahnung haben, wie eine Sache ausgeht, kommt für uns oft einer Kapitulation gleich. Wir mögen keine Unsicherheiten. Deswegen sagen wir zu jedem noch so komplexen Thema irgendetwas vermeintlich Schlaues: «Kein Problem, die Renten sind sicher!», «Nee, nee, um die Jahreszeit brauchst du da nie und nimmer Schneeketten!» oder «Ach, der Knubbel am Hals geht garantiert wieder weg». Und wenn wir mit solchen Sprüchen auch schon zigmal falsch lagen, schnattern wir uns auch beim nächsten Mal wieder um Kopf und Kragen. Das gilt auch für Experten.

In den 1980er Jahren hat der Sozialpsychologe Philip E. Tetlock die renommiertesten Experten aus unterschiedlichen Fachgebieten gebeten, Einschätzungen über die Zukunft abzugeben. Wie sieht die Welt in zwanzig Jahren aus? Wie entwickelt sich die Bevölkerung? Wird es mehr oder weniger Kriege geben? Gehen die Rohstoffe zur Neige? Insgesamt befragte er 248 Fachleute aus den unterschiedlichsten Wissensdisziplinen und sammelte so über 80 000 detaillierte Einschätzungen zu Ereignissen und Entwicklungen in der Zukunft. Dann wartete er zwanzig Jahre und glich die Aussagen mit der Realität ab.

Das Ergebnis war niederschmetternd: Die Einschätzungen der Fachleute waren praktisch alle falsch. Allein 15 Prozent der von ihnen als vollkommen undenkbar eingestuften Ereignisse traten dennoch ein, während 25 Prozent der als absolut sicher erachteten Entwicklungen ausblieben. Doch viel schlimmer noch: Tetlock stellte eine bemerkenswerte Korrelation zwischen der Prognosequalität der Experten und der Häufigkeit ihres Auftretens im Fernsehen fest – bekannt als «goldene Regel der Sektherstellung»: Die grössten Flaschen sind meist auch die lautesten. Good

Warum aber irren Experten?

Sie wissen zwar zweifellos viel mehr über bestimmte Zusammenhänge als Laien, was Tetlocks Ergebnisse zeigten. Doch dies gilt nur, wenn es um eng begrenzte Themenfelder, Tätigkeiten oder Aufgaben geht. Stephan Lichtsteiner verwandelt mit Sicherheit mehr Elfmeter als Sie, lieber Leser – sofern Sie nicht zufälligerweise Lionel Messi heissen. Ein Gehirnchirurg kann eine Lobotomie wesentlich besser ausführen als ein Steinmetz (wobei es für das Opfer wahrscheinlich keinen Unterschied machen würde). Wenn es jedoch um vielschichtige, weltumspannende Prognosen und Erklärungen geht, scheitern Fachleute. Nicht weil sie Experten sind, sondern weil die Welt als Ganzes zu komplex ist. Löst China die USA als Weltmacht ab? Zerstört der Handy-Wahn unsere Gesellschaft?  Mosking Wird es möglich sein, ohne Atomstrom die vielen Windräder anzutreiben? Die einzige sinnvolle Antwort auf diese Fragen lautet: Wir wissen es nicht!

Es ist schlichtweg unmöglich, Unvorhersehbares vorherzusehen. Wissenschaftliche Erkenntnisse und Technologien verdoppeln sich je nach Fachgebiet alle zehn bis zwanzig Jahre. MoskingNoch im Jahr 2005 ist der Modezar Rudolf Moshammer mit einem Telefonkabel erdrosselt worden. Heute wäre das rein technisch kaum noch möglich.

Alleine die Dynamik des Fortschritts macht es unmöglich, die Zukunft weiter als ein Jahrzehnt vorherzusagen. Genau deswegen erscheinen uns rückblickend praktisch alle Prognosen der namhaftesten Experten ihrer Zeit als lachhaft. Wenn man überhaupt etwas mit Gewissheit über die Zukunft sagen kann, dann nur, dass sie uns überraschen wird. Wir fliegen heute nicht mit Rucksackraketen durch die Lüfte, wir essen keine Astronautennahrung und haben kein Mittel gegen Krebs. Dafür haben wir das Internet, keine Mauer mehr und eine Pille, die bei ihrer Einnahme eine Erektion verursacht. Und seien wir ehrlich: Wer braucht da schon Rucksackraketen?

«The future's not ours to see» – für viele von uns ist das eine unbefriedigende Vorstellung. Doch in Wirklichkeit ist das toll. Denn wenn unser Leben tatsächlich vorhersehbar und berechenbar wäre, würde das ja bedeuten, dass die Zukunft feststeht. Wenn aber die Zukunft feststeht, wo ist dann die Freiheit? Wo ist dann der Raum für Phantasie? Freiheit, Fortschritt und Innovation gibt es nur um den Preis der Unberechenbarkeit. Que sera, sera . . .

Vince Ebert ist Physiker, Autor, TV-Moderator und Wissenschaftskabarettist. Im September folgt sein viertes Bühnenprogramm «Zukunft is the future», und soeben ist sein viertes Buch erschienen: «Unberechenbar: Warum das Leben zu komplex ist, um es perfekt zu planen.»

 

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Benjamin Franklin

24.02.2016 09:59
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Trump nach 3. Sieg: «Ich liebe die schlecht Gebildeten»

Donald Trump erhält bei den Vorwahlen in Nevada laut Hochrechnungen 42 Prozent der Stimmen. Er weiss offenbar auch, wem er das zu verdanken hat.

http://www.20min.ch/ausland/news/story/-Ich-liebe-die-schlecht-Gebildete...

 

Der Nationalismus lebt von Dumpfbacken

 

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14.01.2016 16:22
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Selector hat am 14.01.2016 - 12:02 folgendes geschrieben:

Morgen, Freitag den 15. Januar, ist es ein Jahr her, dass die CH-Börse auf Thalfahrt geschickt wurde und zusammenkrachte. Dies mit Folgen, die heute noch nicht klar abschätzbar sind. 

Ich schlage deshalb vor, morgen, um 10.00h, eine Schweige-Minute abzuhalten und diesem Geschehen zu gedenken.

 

Auf 7'853 fiel damals der SMI. Innerhalb 2 Monate kletterte er wieder auf 9'400

Und jetzt ist er wieder bei 8'200.

 

 

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14.01.2016 12:02
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Gedenktag 15.01.2015

Morgen, Freitag den 15. Januar, ist es ein Jahr her, dass die CH-Börse auf Thalfahrt geschickt wurde und zusammenkrachte. Dies mit Folgen, die heute noch nicht klar abschätzbar sind. 

Ich schlage deshalb vor, morgen, um 10.00h, eine Schweige-Minute abzuhalten und diesem Geschehen zu gedenken.

 

AnhangGröße
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13.11.2015 10:19
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Lehrer stellt menschenverachtende Physikaufgabe

«Wie viele Flüchtlinge muss man vom Floss stossen, um das Ziel zu erreichen?», diese Aufgabe sollten 14-Jährige Schüler in Polen lösen. Auch ein Philosoph leistet sich Haarsträubendes.

Grzegorz N., Physiklehrer im ostpolnischen Bialystok, hat mit einer Rechenaufgabe einen landesweiten Skandal verursacht. Der beliebte und bisher unbescholtene Pädagoge stellte seinen 14 Jahre alten Schülern eine bestenfalls makabre Aufgabe. Sie beginnt mit den Worten: «Vier Flüchtlinge aus Syrien wollen auf einem Floss nach Griechenland gelangen.»

Nach Angaben zur Dichte des Flosses lautete die Frage: «Wenn jeder Flüchtling 60 Kilo wiegt, wieviele muss man vom Floss stossen, um das Ziel zu erreichen?» Zunächst freute sich der Lehrer: Die Schüler hätten ein wenig gelacht, «also ist das Ziel erfüllt: Die Aufgabe hat ihr Interesse geweckt».

Bald berichteten mehrere Eltern der Schulleitung über den Vorfall. «Ich dachte, die Schule sei ein Ort, an dem Toleranz und Verständnis gelehrt werden», schrieb eine Mutter auf Facebook. Die Privatschule hat eigentlich einen guten Ruf. Als eine Lokalzeitung dem Fall nachging, bestätigte die Direktion jedoch den Vorgang.

Vizedirektorin Elzbieta Stasiewicz sagte inzwischen, man habe sofort ein disziplinarisches Gespräch mit dem Lehrer geführt. Dies sei der erste Fall an der Schule, und bei einer Wiederholung werde man den Lehrer entlassen. Grzegorz N. hat inzwischen Reue gezeigt: «Ich verstehe, Strafe muss sein. Ich möchte noch einmal alle um Entschuldigung bitten, die sich von dieser Aufgabe verletzt gefühlt haben.»

Philosoph schlägt vor, Schiffe zu versenken

Nicht entschuldigt hat sich der 88 Jahre alte Philosoph Boguslaw Wolniewicz. Der international bekannte Professor und Übersetzer der Werke Wittgensteins nannte die Flüchtlinge «Aggressoren», die in einem organisierten «Krieg» nach Europa kämen.

Den besten Ausweg sieht der Professor, ein Anhänger der Todesstrafe, darin, die Schiffe «zu versenken». «Das ist ein Krieg», glaubt Wolniewicz, «wenn jemand meint, man könne das Problem anders lösen, höre ich ihm gerne zu.» Von einem Vorgehen der polnischen Justiz gegen den Lehrer oder den Professor ist bisher nichts bekannt geworden.

Auch im Fall der Leugnung nationalsozialistischer oder kommunistischer Verbrechen, die laut Gesetz strafbar ist, werden die Ermittlungen in der Regel nach einiger Zeit eingestellt. Begründung: «Geringe gesellschaftliche Schädlichkeit der Tat».

http://www.tagesanzeiger.ch/ausland/europa/lehrer-stellt-menschenveracht...

 

 

Da freut sich sicher auch das eine oder andere Cash-Forumsmitglied Diablo

 

 

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Der Weise gewinnt mehr Vorteile durch seine Feinde als der Dummkopf durch seine Freunde.
Benjamin Franklin

24.09.2015 09:01
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Zürcher Messungen zeigen, wie dreckig Diesel wirklich sind

An der Gockhauserstrasse werden seit 15 Jahren weltweit einzigartige Erhebungen gemacht.

Die bescheidene Gockhauserstrasse zwischen Dübendorf und Zürich hat etwas weltweit Einzigartiges zu bieten: Seit 15 Jahren werden hier regelmässig die echten Abgaswerte vorbeifahrender Autos gemessen. Fachleute für Lufthygiene des Amtes für Abfall, Wasser, Energie und Luft (Awel) der kantonalen Baudirektion bauen ihre Messgeräte immer an der genau gleichen Stelle auf. Während jeweils zweier Wochen im Jahr werden die vorbeifahrenden Autos erfasst. Das Messsystem kann während der Vorbeifahrt bei jedem einzelnen Fahrzeug die Konzentration von Kohlenmonoxid (CO), Kohlendioxid (CO2), Stickstoffmonoxid (NO) und Kohlenwasserstoff (HC) im Abgas feststellen. Gleichzeitig erfasst eine Kamera das Nummernschild. Sofern es eine ZH-Nummer ist, stellt das System sofort fest, um welche Art Fahrzeug es sich handelt, die Messwerte werden dann der entsprechenden Kategorie zugeordnet. Die Autofahrer haben von der Messung auf Distanz nichts zu befürchten, die Daten dienen ausschliesslich der Überwachung der Gesamtsituation.

Die weltweit längste Messreihe, die auf den Daten von 500'000 Fahrzeugen beruht, findet nicht nur das Interesse kantonaler und Bundesbehörden, sondern auch von Wissenschaftlern im In- und Ausland. An der Gockhauserstrasse werden genau die Daten erhoben, um die es bei der internationalen Diskussion um die Dieselabgase der Personenwagen geht, nämlich Messwerte nicht aus dem Labor, sondern von der Strasse.

Abgasnormen wirken wenig

Die zentrale Erkenntnis der Zürcher Luft­hygienefachleute: Dieselfahrzeuge sind zwar effizienter, was den Treibstoffverbrauch und damit den CO2 betrifft, doch sie stossen bis zu 18-mal mehr Stickstoffmonoxid aus als Fahrzeuge mit Benzinmotor. Könnte man auch das sogenannt primäre NO2 messen, wäre das Verhältnis noch krasser. Schlimmer noch: «Dieselfahrzeuge entfernen sich bezüglich ihrer NOx-Werte immer weiter von den vorgeschriebenen Grenzwerten», schreibt das Awel. Anfang der 90er-Jahre entstanden pro Kilogramm Dieseltreibstoff 10 Gramm NOx (Stickoxide), im Jahr 2000 waren es 22 Gramm, 2012 immer noch 15 Gramm, obwohl der Grenzwert inzwischen auf unter 5 Gramm gesenkt wurde.

Die Beobachtungen der Zürcher Techniker decken sich mit den Feststellungen der Fachleute überall: Die Abgaswerte allgemein haben sich zwar in den letzten Jahren verbessert, doch das Problem der Stickoxide haben die meisten Autohersteller derzeit überhaupt nicht im Griff. Dass es sehr wohl Fahrzeuge gibt, welche die Normen einhalten, beweist, dass die Technik vorhanden ist. Die NO-Probleme lassen sich jedoch nur mit einer sehr guten Abgasreinigung lösen – bei entsprechenden Kosten.

 

Die im Laufe der Jahre verschärften Abgasnormen wirkten sich bis zur Stufe Euro 4 deutlich aus, die seitherigen Verschärfungen hingegen kaum noch. «Ein klares Indiz für die Unzulänglichkeiten des aktuellen Fahrzyklus» sei das, schreibt das Awel. Ein neuer Testzyklus dränge sich auf. Die Abgaswerte, wie sie für die Zulassung eines Fahrzeugtyps entscheidend sind, werden heute unter standardisierten Laborbedingungen gemessen. Daran ist an sich nichts auszusetzen, denn nur so lassen sich verschiedene Motoren- und Fahrzeugmuster korrekt vergleichen. Mit der realen Welt haben die auf diese Art ermittelten Werte aber wenig zu tun. Dass in der Autowerbung Verbrauchszahlen genannt werden, die der Durchschnittsfahrer niemals erreicht, wird von Umwelt- und Konsumentenverbänden seit Jahren kritisiert. Was für den Treib­stoffverbrauch gilt, gilt genauso für die Abgasbelastungen.

Generelle Angaben über Verbrauch und Abgase sind immer falsch. Zu viele Faktoren spielen da mit, der gewichtigste ist der Mensch am Gaspedal, der auch das genügsamste Auto zum Schluckspecht machen kann. Die Zahlen haben bei einigen Kunden einen gewissen Werbewert bei der Modellwahl. Wichtiger sind sie für die Behörden, welche die Luftqualität überwachen sollen.

Wissenschaft und Behörden sind alarmiert

Dass die Laborwerte immer mehr von den Werten im tatsächlichen Verkehr abweichen, hat längst auch die Wissenschaft und die Behörden alarmiert. Die Arbeiten an einem neuen, realistischeren Zyklus für die Messfahrten, welche die tatsächlichen Verhältnisse besser ­simulieren, laufen bereits. Am Sitz der UNO-Wirtschaftskommission für Europa (Unece) in Genf sowie bei der EU sind zahlreiche Experten- und Interessengruppen am Werk, darunter auch Fachleute vom Bundesamt für Umwelt (Bafu) und der Forschungsorganisation Empa.

Die Ausarbeitung neuer Regeln für die Verbrauchs- und Abgasmessung ist ein ausserordentlich kompliziertes Geschäft. Das getestete Fahrzeug fährt auf dem Prüfstand ein genau definiertes Programm ab. Nach Vorschrift wird beschleunigt, gebremst, gestoppt, langsam oder schnell gefahren. Das künftige Verfahren läuft unter der Bezeichnung WLTP (Worldwide Harmonized Light Vehicle Test Procedures) und unterscheidet sich stark vom heutigen NEFZ (Neuer Europäischer Fahrzyklus). Die Testfahrt dauert nun 1800 Sekunden (bisher 1180 Sekunden) und führt über 23 Kilometer (bisher 11 Kilometer), der Standzeitanteil beträgt künftig 13 Prozent (bisher 25 Prozent), die Höchstgeschwindigkeit 131 km/h (bisher 120 km/h), die ganze Fahrt ist viel dynamischer als vorher, es gibt mehr Phasen von Beschleunigung und Verzögerung. Viele heutige Modelle dürften nach der neuen Methode deutlich schlechter abschneiden.

Einfluss der Klimaanlage

Neu geregelt werden müssen auch die Ausstattung des Prüfstandes und die Bedingungen für das zu testende Fahrzeug. Dabei geht es um Details wie die Raumtemperatur, den Abnützungsgrad und den Luftdruck der Reifen oder den Einbezug von Zusatzausstattungen, das alles kann die Ergebnisse beeinflussen.

Nach wie vor unberücksichtigt wird wohl die Klimaanlage bleiben, die einen erheblichen Einfluss auf den Treibstoffverbrauch hat. Kompliziert wird das Ganze durch technische Neuheiten wie etwa den Hybridantrieb. Grundlegend neu soll sein, dass die Autos nicht mehr nur auf dem Prüfstand unter die Lupe genommen werden, sondern zusätzlich auch auf der Strasse. Allerdings ist eine Testfahrt im Freien nur schwer objektiv durchzuführen, da sich zentrale Faktoren wie das Wetter und die Verkehrslage nicht kontrollieren lassen.

http://www.tagesanzeiger.ch/wissen/technik/hersteller-von-dieselautos-ha...

 

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31.08.2015 14:19
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Goldbuggy hat am 29.08.2015 - 08:20 folgendes geschrieben:

Ein Rassist ist einer, der sich nicht in dem Sinn äussert, wie es einem die mainstream- Medien tagtäglich vortröten und es wagt, die heutige globale Politik nicht voller Begeisterung und Hingabe als seinen eigenen Lebensweg, als seine lang ersehnte Rettung schlechthin, anzusehen. Also äussern wir uns nur noch über Spekulationen des zukünftigen Goldpreises, denn wir sind ja keine Rassisten.

"Wir" sind keine Rassisten, sondern nur Mitläufer. Darum fühlen "wir" uns bei Nazi immer irgendwie angesprochen und äussern "uns" nur noch zum Gold. "Wir" geben uns auch keine Mühe, "uns" von der braunen Sauce zu distanzieren.

"Wir" äussern uns nicht im Sinn vom Mainstream, sondern im Unsinn der Subkultur.

Darum hat in der Demokratie nicht der Hauptstrom recht, sondern der Kriechstrom.....

 

 

Er pinkelte auf Migranten-Kind – nun ist er entlarvt

Er ist 32 Jahre alt, gilt als Mitläufer der Neonazi-Szene und zeigt keine Reue. «Spiegel TV» entlarvt den Rassisten, der auf Kinder uriniert.

http://www.20min.ch/ausland/news/story/Er-pinkelte-auf-Migranten-Kind---...

 

Golden-Shower nennt sich das. Das ist auch nicht Mainstream. Er äussert das gelbe Zeug auch reuelos.

 

 

 

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29.08.2015 08:20
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Ein Rassist ist einer, der sich nicht in dem Sinn äussert, wie es einem die mainstream- Medien tagtäglich vortröten und es wagt, die heutige globale Politik nicht voller Begeisterung und Hingabe als seinen eigenen Lebensweg, als seine lang ersehnte Rettung schlechthin, anzusehen. Also äussern wir uns nur noch über Spekulationen des zukünftigen Goldpreises, denn wir sind ja keine Rassisten.

Pleasantry

28.08.2015 11:35
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Wann man Rassisten kündigen darf

Fremdenfeindliche Äußerungen können also ein Kündigungsgrund sein. Einige Beispiele.

http://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/reaktion-von-arbeitgebern-wann-man...

Ok

 

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13.08.2015 09:07
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Massive Beleidigungen nach ARD-Kommentar

ARD-Moderatorin Anja Reschke prangerte Fremdenfeindlichkeit im Internet an. Jetzt erhält sie eine Flut von Hassmails.

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Trotz allem erhalte sie aber auch viele positive Zuschriften, erzählt die Moderatorin: «Menschen, die sich bei mir bedanken, die sich offen gegen Rassismus aussprechen – auch aus dem Ausland: Frankreich, England und der Schweiz.»

Die Satire-Sendung «Extra 3» des NDR hat einige der Kommentare in einem «Bullshit-Bingo» zusammengestellt:

http://www.20min.ch/ausland/news/story/Massive-Beleidigungen-nach-ARD-Ko...

 

Da haben sich einige von Reschke angesprochen gefühlt. Das ist das, was auch mich immer wieder erstaunt. Ich rufe "Depp" und und es stehen immer ein paar auf und rufen laut und deutlich "hier".

 

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06.08.2015 13:30
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Es ist wieder einmal Zeit für einen Aufstand der Anständigen

Ein Ereignis mit Seltenheitswert: Ein Kommentar über Flüchtlinge der ARD-«Tagesthemen» wird innert kürzester Zeit zum totalen Quoten-Knüller im Internet.

«Es ist wieder einmal Zeit für einen Aufstand der Anständigen» – das ist die Kernbotschaft des Kommentars von Anja Reschke, Chefredaktorin des Politmagazins «Panorama».  ClappingReschke bezieht klar Stellung: Den rassistischen Kommentaren im Internet, für die es gar Beifall gebe, müsse man entschieden entgegentreten. Schweigen reiche nicht.

Das kurze Video mutiert innert kürzester Zeit zum Hit im Internet: Über zwei Millionen Views in kurzer Zeit, über 60'000 Likes, über 50'000 Shares, Tendenz nach wie vor rasant steigend. Hier finden Sie das Video auf Facebook.

http://www.20min.ch/ausland/news/story/ARD-Kommentar-findet-Millionen-Pu...

 

 

Prädikat: Hörenswert Ok

 

 

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31.07.2015 12:03
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Die Aversion gegen Grenzgänger erreicht in der

Romandie Linke und Akademikerkreise

Die Vorfälle zeigen: Die Aversion gegen Grenzgänger ist in der Westschweiz längst kein Gedankengut rechtsbürgerlicher Kreise wie dem Mouvement Citoyen Genevois (MCG) mehr, sondern hat breite Bevölkerungsschichten erfasst.

http://www.tagesanzeiger.ch/schweiz/standard/Von-den-Patrons-gebraucht-v...

 

 

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06.07.2015 16:37
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Aramis lenkt die Züge

Nicht mehr der Mensch, sondern Computer stellen Weichen: In Österreich findet der radikalste Wandel in der Geschichte der Eisenbahn statt.

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«ÖBB sind führend in Europa»

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Die Digitalisierung macht dieses Prinzip obsolet. Computer stellen Weichen und geben Fahrwege frei, sie über­wachen die Züge auf ihrer Fahrt und bestimmen deren Geschwindigkeit, sie informieren die Fahrgäste – optisch und akustisch. Der Mensch macht Fahrpläne und greift nur mehr ein, wenn es nicht rund läuft. Wenn etwa ein Lastwagen eine Brücke streifte. Und selbst für ­solche Krisensituationen wird gerade ein Computerprogramm entwickelt.

Für Pausch ist die Digitalisierung eine Voraussetzung für schnelle und zuverlässige Betriebsführung. Die SBB hätten schon früh Spurplanstellwerke eingeführt, um Weichen und Signale fernzubedienen. Aber: «Bei der automatischen Zuglenkung sind die ÖBB führend in Europa.» In zehn Jahren soll der Betrieb im ganzen österreichischen Streckennetz, mit Ausnahme einiger Regionalbahnen, über Computerprogramme abgewickelt werden. Dafür wurden in Innsbruck, Villach, Salzburg, Linz und Wien Betriebsführungszentralen eingerichtet. Alle ­anderen Büros verschwinden. Selbst ein Knotenpunkt wie der Hauptbahnhof St. Pölten mit täglich fast 600 Zugfahrten braucht kein Zentralstellwerk mit 15 Fahrdienstleitern mehr. Es wird im Herbst stillgelegt, der Betrieb vom 60 Kilometer entfernten Wien aus gesteuert.

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http://www.tagesanzeiger.ch/wirtschaft/standard/Aramis-lenkt-die-Zuege/s...

 

passt zum obigen Beitrag

 

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06.07.2015 13:22
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Am Anfang einer gewaltigen Revolution

Neue Technologien schaffen ungeahnten Fortschritt – machen künftig aber auch gut qualifizierte Jobs überflüssig.

Cray-2 war 1985 eine Sensation. Clapping Der so genannte Vektorsupercomputer war der schnellste Rechner, der bis dahin hergestellt wurde. Mit einem Gewicht von 2,5 Tonnen war er deutlich leichter als seine Vorgänger. Nur dreissig Jahre später kann selbst ein Smartphone mehr als Cray-2. Während dieser noch über 35 Millionen Dollar (in aktuellen Preisen) kostete, bekommt man ein Smartphone für einige Hundert Franken.

Technologische Entwicklungen treiben den Fortschritt schon seit Jahrhunderten an. Erfindungen wie die Dampfmaschine, der Benzinmotor, die Elektrizität oder die Wasserspülung haben die Art, wie Menschen leben, produzieren und arbeiten in den letzten rund 200 Jahren komplett umgepflügt. Bis zur industriellen Revolution war die Erde für die Menschen ein Jammertal: Die Einschätzung des Pfarrers und Ökonomen Thomas Malthus zu Beginn des 19. Jahrhunderts, Elend und Hunger werde die Menschheit immer wieder dezimieren, war durch Jahrtausende lange Erfahrung belegt. Seither hat sich das Einkommen eines Westeuropäers verfünfzigfacht, die Lebenserwartung verdreifacht. Und trotz des Reichtums und der Möglichkeiten, die vor wenigen Generationen noch undenkbar waren, arbeiten wir sehr viel weniger als unsere Vorfahren.

Angst vor kreativer Zerstörung

Bahnbrechende Innovationen ver­bessern aber nicht nur die Lebensbedingungen, sie führen auch zu «kreativer Zerstörung», wie der Ökonom Joseph Schumpeter in den 1940er-Jahren schrieb. Mit ihnen geht eine gewaltige wirtschaftliche und gesellschaftliche Umwälzung und Umverteilung einher: Hergebrachtes Wissen, Erfahrung, Arbeits­gewohnheiten, Einkommensmöglichkeiten, Machtpositionen werden obsolet. Ganze Berufsgattungen verschwinden, gänzlich neue entstehen: «Alle festen eingerosteten Verhältnisse mit ihrem Gefolge von altehrwürdigen Vorstellungen und Anschauungen werden aufgelöst, alle neugebildeten veralten, ehe sie verknöchern können.» Mit dieser Mischung aus Bewunderung und Anklage haben schon Karl Marx und Friedrich Engels im «Kommunistischen Manifest» 1848 die Dynamik der technologischen Entwicklung beschrieben.

Diese kreative Zerstörung hat schon immer Ängste ausgelöst: Gefährdet sind all jene, die ihre Existenz und ihren Einfluss den hergebrachten Strukturen und Produktionsmethoden verdanken – also die Mehrheit. Schon zu Beginn der industriellen Revolution führte das dazu, dass Arbeiter Fabriken und Maschinen zerstörten. Auch in der Schweiz.

Totalersatz von Arbeitskraft

Die atemberaubende Entwicklung der Computer-, IT- und Robotertechnologie der letzten Jahre verleiht diesen alten Ängsten neue Dringlichkeit. Die Konkurrenz durch den internetbasierten Taxidienst Uber treibt Taxifahrer weltweit auf die Strassen. Hotels fürchten sich vor Airbnb. Autoren, Musiker, Journalisten, selbst Lehrer sorgen sich, weil ihre Dienste billig oder sogar kostenlos be­zogen werden können.

«Millionen von Arbeitsplätzen werden bereits durch Roboter und Software ersetzt», sagt Ökonom Erik Brynjolfsson, einer der führenden Experten für die Folgewirkungen der IT-Entwicklung. Mit seinem Kollegen Andrew McAfee hat er mit «The Second Maschine Age» (Das zweite Maschinenzeitalter) einen Weltbestseller zum Thema verfasst.

Während neue Technologien bisher vor allem Berufe verdrängt haben, die keine höhere Qualifikation erfordern, sind zunehmend auch hochqualifizierte Jobs betroffen: Computer können immer besser analysieren, Sprachen erkennen, kommunizieren, Entscheidungen fällen, lernen.

In der Vergangenheit haben die durch die technologische Entwicklung neu ­gewonnene Freiheit und der wachsende Wohlstand stets neue Bedürfnisse und Kaufkraft hervorgebracht – und damit neue Berufe und Jobs geschaffen, die die alten mehr als ersetzt haben.

Was aber, wenn es dieses Mal anders ist? Wenn die neuen Bedürfnisse dereinst ebenfalls von Computern oder Robo­tern befriedigt werden können? Ökonomen wie Brynjolfsson und McAfee sind überzeugt, dass diese Gefahr real ist. Sie glauben, dass es in Zukunft weniger Arbeitsplätze geben wird. Halten werden sich am ehesten noch jene Jobs, bei denen der zwischenmenschliche Kontakt für das Angebot wesentlich ist: Wer will schon von einem Roboter frisiert werden. In einem aktuellen Artikel in der US-Zeitschrift «Foreign Affairs» vergleichen die Ökonomen das Schicksal der menschlichen Arbeit mit jenem der Pferde: In der ersten Phase der industriellen Revolution erlebten sie einen Boom: Sie wurden gebraucht, um das Wachstum zu bewältigen – bis der Benzinmotor ihre wirtschaftliche Funktion weitgehend ersetzt hat.

Die neue Ungleichheitsdebatte

Klar ist: Das Computer- und Roboterzeitalter sorgt nicht von sich aus für einen sozialen Ausgleich – im Gegenteil. Das zeigt sich heute schon auf dem Arbeitsmarkt. Das Internet hat zudem einen Weltmarkt geschaffen, der dem Modell der perfekten Konkurrenz der Ökonomen so nahe kommt wie nichts vor ihm. Wer sich hier – wie Google, Facebook, Twitter oder Apple durchsetzt, lässt alle anderen hinter sich. Ökonomen sprechen vom «The winner takes it all»-Phänomen. Der Sieger räumt ab. Das zeigt sich auch bei Musikern, Sportlern oder Unternehmensführern. Gewinner sind jene Akteure mit genug Kapital – sei das nun Finanz- oder Humankapital –, die sich schnell genug mit dem gefragtesten Angebot positionieren.

Das Risiko, das mit solchen sozialen Umwälzungen einhergeht, mischt sich seit der Finanzkrise zudem mit der Sorge vor einem Zeitalter mit einer schwachen Wirtschaftsentwicklung. Mit seiner Warnung vor einer Jahrhundert­stagnation («Secular Stagnation») ist der Ökonom und Ex-US-Finanzminister Larry Summers zum wichtigsten Ver­treter dieser Angst geworden. Gemäss seiner Analyse sind es vor allem zu wenig Investitionen im Vergleich zu früher, die diesen Pessimismus begründen.

Robert Gordon, ein anderer US-Ökonom von Weltrang, fokussiert dagegen auf den Umstand, dass trotz aller technologischen Fortschritte die Produktivität zurückgegangen ist. Er nimmt das als Hinweis dafür, dass das Computer­zeitalter letztlich die Leistungsfähigkeit der Wirtschaft nicht wie erhofft steigert, während andere Entwicklungen, wie etwa die zunehmend Alterung der Gesellschaft, die hohe private und öffent­liche Verschuldung und die wachsende Ungleichheit den Gang der Wirtschaft weltweit bremsen.

Das Problem heutiger Messsysteme für Wirtschaftswachstum und Produktivität ist allerdings, dass die Möglichkeiten neuer Technologien damit nur ungenügend erfasst werden – auch weil viele Produkte in der digitalen Welt ganz oder fast gratis zu haben sind. Doch selbst Ökonomen wie Erik Brynjolfsson ge­stehen ein, dass Investitionen im neuen Zeitalter im Vergleich zu den einstigen kapital- und arbeitsintensiven Produktionsmethoden eine geringere Bedeutung haben: «Heute beeinflussen Internetkonzerne zwar das Leben von Milliarden von Menschen. Sie brauchen dafür aber viel weniger Arbeitskräfte oder Kapital als frühere Produzenten.»Mit einer schwächeren Wirtschaftsentwicklung verschärft sich das Problem einer geringeren Arbeitsnachfrage und grösseren Ungleichheit zusätzlich. Das ist allerdings kein taugliches Argument gegen den technischen Fortschritt, sondern vielmehr eins für eine Politik, die für Ausgleich sorgen muss – damit möglichst alle an den neuen Möglichkeiten partizipieren.

http://www.tagesanzeiger.ch/wirtschaft/Am-Anfang-einer-gewaltigen-Revolu...

 

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Benjamin Franklin

01.07.2015 13:12
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Video: Torsten Sträter: Pressesprecher von Sigmar Gabriel

Die Technik, mit der Herr Gabriel die Gegner der Vorratsdatenspeicherung überzeugte, hat er aus "Der Pate". Deswegen heißt er ja auch Sigmar, und nicht Verliermar. Mosking

http://www.daserste.de/unterhaltung/comedy-satire/extra-3/videosextern/t...

 

Prädikat: sehenswert

 

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Benjamin Franklin

22.05.2015 17:14
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In Kims Nordkorea herrscht längst nackter Kapitalismus

 

Schon jetzt lebt die Hälfte der Nordkoreaner in einer Art kapitalistischem System. In den Städten gibt es westliche Medien und Mobiltelefone. Und man kann fast alles kaufen. Wenn man Geld hat.

 

Das Buch "North Korea Confidential" – "Nordkorea streng vertraulich" – kommt also zur rechten Zeit, um den Menschen diesen Staat näher zu bringen, der so oft als abgeschottet und isoliert beschrieben wird.

James Pearson hat zusammen mit seinem Freund und Journalistenkollegen Daniel Tudor mit vielen Flüchtlingen und Experten gesprochen und mit diesen 180 Seiten das wohl derzeit wichtigste Standardwerk über den nordkoreanischen Alltag geliefert. In sieben Kapiteln geht es um den Umgang mit Medien, um die politische Struktur, natürlich auch um die Arbeitslager, aber vor allem um den Alltag derjenigen, die oft beim Reden und Schreiben über Nordkorea vergessen werden: die Einwohner.

Pearson macht gleich zu Beginn des Gesprächs klar, dass es Tudor und ihm genau darum ginge. "In den meisten Texten über das Land wird das Seltsame und Verrückte hervorgehoben", sagt er, "aber es leben gleichzeitig 24 Millionen Koreaner in dem Land, die trotz der stalinistischen, albtraumhaften Verhältnisse ein normales Leben führen wollen." Es gebe eine Wissenslücke, die sie füllen wollen.

Es gehe nicht nur um die exzentrischen Nachrichten und verrückten Gesetze in dem Land, sondern darum, wie sich die Menschen damit arrangierten. "Viele sind überrascht, wenn sie hören, dass jugendliche Nordkoreaner in Abbruchhäusern Tanzpartys feiern wie im Berlin der 80er-Jahre oder dass sie inzwischen fast in Echtzeit Zugang zu südkoreanischen TV-Serien haben." Die Geschichte vom abgeschlossenen Land lasse sich schon lange nicht mehr halten.

 

http://www.welt.de/politik/ausland/article141353228/In-Kims-Nordkorea-he...

http://www.amazon.com/North-Korea-Confidential-Dissenters-Defectors/dp/0...

 

weico

22.05.2015 16:39
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Frankreichs Supermärkte müssen Lebensmittel spenden

In Frankreich dürfen Supermärkte unverkaufte Lebensmittel bald nicht mehr wegschmeissen. So sollen Milliarden gespart werden. In der Schweiz ist das Wegwerfproblem noch grösser.

Französische Supermärkte mit einer Fläche von über 400 Quadratmetern dürfen unverkaufte Lebensmittel künftig nicht mehr einfach wegwerfen und ungeniessbar machen. Stattdessen müssen die Reste künftig gespendet, kompostiert oder als Tierfutter verwendet werden.

Eine entsprechende Regelgung verabschiedete die Nationalversammlung in Paris einstimmig. Grosse Märkte sollen dafür mit karitativen Organisationen zusammenarbeiten.

Handel kritisiert Massnahme

Regierung und Parlament wollen auf diese Weise die Verschwendung von Lebensmitteln bekämpfen. Pro Kopf werden in Frankreich jährlich 20 bis 30 Kilo Lebensmittel weggeschmissen. Ziel der Regierung ist es, diesen Abfall im Gesamtwert von 12 bis 20 Milliarden Euro bis 2025 zu halbieren.

Der Handel kritisierte, dass die Massnahmen ihr Ziel verfehlten, denn Handelsketten seien lediglich für 5 Prozent der verschwendeten Lebensmittel verantwortlich, schreibt «Die Welt». Zudem sei der Grosshandel bereits jetzt der grösste Spender und arbeite eng mit Hilfsorganisationen zusammen.

Schweizer schmeissen mehr weg

In der Schweiz ist das Wegwerfproblem offenbar deutlich grösser: Laut Angaben des Bundesamt für Landwirtschaft aus dem Jahr 2011 wirft jede Schweizerin und jeder Schweizer pro Jahr im Schnitt 94 Kilo Nahrung weg. Die «Schweizer Tafel» geht sogar von 117 Kilo aus.

http://www.handelszeitung.ch/politik/frankreichs-supermaerkte-muessen-le...

 

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31.03.2015 17:55
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Nebukadnezar hat am 31.03.2015 - 13:10 folgendes geschrieben:

Drinks .

http://www.handelszeitung.ch/vermischtes/dieses-raetsel-loesen-kinder-le...

 

weico

31.03.2015 13:10
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Drinks .

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Die Welt hat genug für jedermanns Bedürfnisse, aber nicht für jedermanns Gier.

31.03.2015 08:52
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Dieses Rätsel lösen Kinder leichter als Erwachsene

Welche Nummer verdeckt das parkende Auto? Menschen rund um den Globus rätseln

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25.03.2015 15:11
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Das enorme Glück der schwedischen Fussballer

Die Kicker des Fussballklubs Dalkurd FF sollten mit Germanwings von Barcelona über Düsseldorf nach Hause fliegen. Eine kurzfristige Entscheidung rettete ihnen allen das Leben.

http://www.20min.ch/ausland/news/story/Das-enorme-Glueck-der-schwedische...

 

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26.01.2015 15:06
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weico hat am 25.01.2015 - 16:49 folgendes geschrieben:

Entschädigungen der Bundeswehr: 5000 Dollar für ein Menschenleben, 10.000 Dollar für ein Auto

Müsste man nicht eigentlich so vorgehen?:

Man rechne: Wie alt war der Mensch, den man getötet hat? Wie lange hatte er noch bis zu seiner Pensionierung? Wieviel hat er verdient?

Daraus errechne man, wie viel er noch bis zur Pensionierung verdient hätte und kommt somit auf die Entschädigungssumme, die - zumindest finanziell - den Schaden für Frau und Kinder ausgleichen soll.

Somit wäre logischer Weise die Entschädigung bei jungen und gut ausgebildeten Leuten höher als bei alten und schlecht ausgebildeten.

 

25.01.2015 16:49
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Entschädigungen der Bundeswehr: 5000 Dollar für ein Menschenleben, 10.000 Dollar für ein Auto

 

Durchschnittlich 5000 Dollar zahlte die Bundesregierung für Zivilisten, die versehentlich im Afghanistan-Krieg getötet wurden. Für zerstörte Fahrzeuge zahlte sie laut einer neuen Auswertung teils das Doppelte.

 

Die 5000 Dollar aus Deutschland sind für afghanische Verhältnisse viel Geld. Die Summe entspricht dem achtfachen jährlichen Durchschnittseinkommen von 585 Dollar. Zum Vergleich: Die Angehörigen gefallener Bundeswehrsoldaten erhalten mit 100.000 Euro das Dreifache von dem, was ein Deutscher im Durchschnitt pro Jahr verdient.

 

http://www.spiegel.de/politik/ausland/afghanistan-bund-zahlt-5000-dollar...

 

 

weico

19.01.2015 12:01
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MarcusFabian hat am 18.01.2015 - 20:49 folgendes geschrieben:

... wie das Christentum nach Saudi Arabien

Wärst Du einverstanden mit dem Prinzip der Reziprozität?

Sprich: für jede Mosche, die die Muslime im Abendland bauen dürfen, dürfen die Christen eine Kirche im Morgenland bauen!?

 

Anstatt zu bauen könnte man die bestehenden auch abrechen.

Auge um Auge -- Zahn um Zahn.

 

CHEERS

19.01.2015 09:23
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der stift hat die svp verraten?

Paris attacks: Jean-Marie Le Pen says French terror attacks were work of Western intelligence

http://www.independent.co.uk/news/world/europe/paris-attacks-jeanmarie-l...

18.01.2015 23:41
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MarcusFabian hat am 18.01.2015 - 20:49 folgendes geschrieben:


Wärst Du einverstanden mit dem Prinzip der Reziprozität?

Sprich: für jede Mosche, die die Muslime im Abendland bauen dürfen, dürfen die Christen eine Kirche im Morgenland bauen!?

 

Nein. Ich respektiere doch den Wahlentscheid.Die Mehrheit der Schweizer Stimmbürger,die an die Urne ging, hat gegen den Minarett-Bau  gestimmt.

 

Aber für jeden Koran der hier verteilt wird....könnten Islamversteher ja dort eine Bibel verteilen... Drinks

 

 

weico

 

18.01.2015 20:49
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weico hat am 18.01.2015 - 19:25 folgendes geschrieben:

Wie sagte Merkel so schön:

Der Islam gehört zu Deutschland...


 

 

... wie das Christentum nach Saudi Arabien Wink

Wärst Du einverstanden mit dem Prinzip der Reziprozität?

Sprich: für jede Mosche, die die Muslime im Abendland bauen dürfen, dürfen die Christen eine Kirche im Morgenland bauen!?

 

18.01.2015 19:25
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Wie sagte Merkel so schön:

Der Islam gehört zu Deutschland...

 

..nur Hamed ist und bleibt wohl ein unbelehrbarer ... :oops:

 

http://www.handelsblatt.com/politik/deutschland/islam-bekenntnis-der-kan...

 

 

 

Die Volksvertreter schreiten dem Volk voraus...

 

 

 

 

 

...und zwar gaaaaanz weit voraus...(oder gleich in eine andere Richtung).. :oops: Dirol

 

weico

 

 

11.01.2015 22:51
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«Wir kotzen auf all unsere neuen Freunde»Tausende solidieren sich mit dem Satiremagazin «Charlie Hebdo» – «Je suis Charlie» nennt sich die Bewegung. Hebdo-Karikaturist Bernard Holtrop findet das heuchlerisch.

 

http://www.20min.ch/ausland/news/story/-Wir-kotzen-auf-all-unsere-neuen-...

 

 

«Die Heuchlerparade von Paris»Tausende Menschen gingen heute in Paris für die Redefreiheit auf die Strasse – auch etliche Staatsoberhäupter waren dabei. Doch unter ihnen befanden sich einige schwarze Schafe.

 

http://www.20min.ch/ausland/news/story/-Die-Heuchlerparade-von-Paris--19...

 

 

Nach Terror in Paris: Seehofer fordert Stopp der Pegida-Märsche

 

http://www.spiegel.de/politik/deutschland/pegida-csu-chef-seehofer-forde...

 

 

Und wer wirklich tief betroffen ist und lange marschieren will...Fahnemarsch..Marsch!!

https://www.youtube.com/watch?v=x5-Di_-oTJU

 

ROFL

 

 

weico

 

08.01.2015 12:45
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«Charlie Hebdo» wird auch nächste Woche erscheinen

Die Karikaturisten schlagen zurück

 

 

 

Quelle http://www.20min.ch/ausland/news/story/Die-Karikaturisten-schlagen-zurue...

 

 

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Der Weise gewinnt mehr Vorteile durch seine Feinde als der Dummkopf durch seine Freunde.
Benjamin Franklin

17.12.2014 08:58
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Sanktionen

Sanktionen und ihre Auswirkungen. 


Gemäss den neueren News haben ja die westlichen Sanktionen nicht nur negative Auswirkungen in Russland sondern auch im Westen, als Bumerang, und weltweit.


Man könnte noch wenden, könnte man, wenn man wollte und etwas zurückdenken würde. Aber will man, oder ist man bereits zu festgefahren auf dem Weg des vermeintlichen Sieges, der zur allgemeinen Niederlage führen muss? Etwas zerstören, das geht immer rasch, etwas wiederaufbauen, das dauert.- Der Wiederaufbau nach dem zweiten Weltkrieg hat auch gedauert. Erinnert sich noch jemand? Nö, ich glaube, man hat vergessen? Hat man(n), hat sie? Es wäre noch Zeit für ein gegenseitiges Entgegenkommen, falls man will. Der Streitpunkt, den man bereits vergessen zu haben scheint, war der es wert, in diese desolate Situation zu gelangen. Echt ja? Ein aufeinander Zugehen ist kein Verlust an Prestige, im Gegenteil. Es kann von Grösse und Reife zeugen.


Ich wünsche sie allen Beteiligten sehr.


Frohe Festtage, wie auch immer.


 

22.11.2014 13:06
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Die Türkei verändert sich von einer laizistischen Republik zu einem islamisch-konservativen Staat.

 

http://www.spiegel.de/politik/ausland/tuerkei-eine-moschee-in-jeder-univ...

 

 

 

weico

19.11.2014 11:29
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Elias hat am 19.11.2014 - 11:07 folgendes geschrieben:



Slawa Polunin zählt zu den grossen zeitgenössischen Clowns.


http://www.nzz.ch/panorama/der-schneekoenig-von-crecy-1.18422367


 


Und der Russe tut etwas, was ich leider nur in den Ferien mache: angeblich liest und hört er keine Nachrichten. Das sagte er jedenfall in einem Interview mit dem Schweizer Fernsehen.


 


Manchmal frage ich mich, ob ich nicht zu viel Informationen habe und ob sie überhaupt relevant sind.


 


 


 


 Das Leben wird auf alle Fälle einfacher, wenn man sich nicht auf alle Informationen stürzt. Denn ein Grossteil dieser Infos sind falsch, einseitig oder aus der Mücke wird ein Saurier wo über kurz oder land ausstirbt.


 

Geld stinkt, aber ich liebe den Geschmack

19.11.2014 11:07
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Der Schneekönig von Crécy

Slawa Polunin zählt zu den grossen zeitgenössischen Clowns.

http://www.nzz.ch/panorama/der-schneekoenig-von-crecy-1.18422367

 

Und der Russe tut etwas, was ich leider nur in den Ferien mache: angeblich liest und hört er keine Nachrichten. Das sagte er jedenfall in einem Interview mit dem Schweizer Fernsehen.

 

Manchmal frage ich mich, ob ich nicht zu viel Informationen habe und ob sie überhaupt relevant sind.

 

 

 

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Der Weise gewinnt mehr Vorteile durch seine Feinde als der Dummkopf durch seine Freunde.
Benjamin Franklin

17.11.2014 15:01
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So kann man es auch formulieren. Wink

Ich könnte jetzt noch etwas über den Bruttolebensstandard von Frau/Tochter vs. meinem Nettoverdienst labern - aber lassen wir das Biggrin

 

17.11.2014 13:20
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MarcusFabian hat am 17.11.2014 - 13:18 folgendes geschrieben:

Diese Glückspilze: Ich habe schon vor Bezahlung aller Rechnungen kein Geld mehr!   

Mit anderen Worten: du hat am Ende des Geldes noch zu viel Monat

 

 

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Der Weise gewinnt mehr Vorteile durch seine Feinde als der Dummkopf durch seine Freunde.
Benjamin Franklin

17.11.2014 13:18
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Diese Glückspilze: Ich habe schon vor Bezahlung aller Rechnungen kein Geld mehr! Biggrin   Blum 3

17.11.2014 13:03
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Jeder Vierte hat nach Bezahlung der Rechnungen kein Geld mehr

Eine von der Inkassofirma Intrum Justitia in Auftrag gegebene Befragung gibt Aufschluss über die Zahlungsmoral und Geldsorgen in der Schweiz und in Europa. Innerhalb Europas gibt es grosse Unterschiede.

Auch in der Schweiz kämpfen viele Menschen mit finanziellen Engpässen. Laut einer Studie hat ein Viertel Ende Monat nach Bezahlung der Rechnungen kein Geld mehr übrig. :shock:   Und rund 45 Prozent haben ihre Rechnungen in den letzten sechs Monaten aus Geldmangel nicht rechtzeitig bezahlen können.

http://www.tagesanzeiger.ch/wirtschaft/konjunktur/Jeder-Vierte-hat-nach-...

 

Wer also Geld zum Spekulieren hat, gehört zu den Privilegierten.

 

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Der Weise gewinnt mehr Vorteile durch seine Feinde als der Dummkopf durch seine Freunde.
Benjamin Franklin

08.10.2014 09:42
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Die Welt aus den Fugen – aber es geht uns gut

Trotz Konflikten, Krisen und Katastrophen: Noch nie ist es den Menschen so gut gegangen wie heute. Zu diesem erstaunlichen Schluss kommt eine neue Studie der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD), die das Wohlergehen der Menschen zwischen 1820 und 2010 untersucht hat.

Unterschiede zwischen den Regionen

Die Daten der OECD zeigen aber auch, dass es grosse Unterschiede zwischen den verschiedenen Ländern und vor allem auch zwischen verschiedenen Weltregionen gibt.

http://www.20min.ch/finance/news/story/Die-Welt-aus-den-Fugen---aber-es-...

 

Und trotzdem sind hier im Forum einige nicht zufrieden und haben an allem was auszusetzen. http://www.youtube.com/watch?v=I8QUrAItVj8

 

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Benjamin Franklin

01.10.2014 11:22
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Auch Metzger gehen vegetarisch essen

Der 1. Oktober ist Weltvegetariertag. Rolf Hiltl leitet das älteste Vegi-Restaurant der westlichen Welt in Zürich und verrät 20 Minuten, welche Gäste zu ihm kommen.

http://www.20min.ch/finance/news/story/-Auch-Metzger-gehen-vegetarisch-e...

 

Wir konsumieren zu viele tierische Produkte (also auch Milchprodukte). Wenn alle den Verbrauch reduzieren würden, wäre viel erreicht.

 

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Der Weise gewinnt mehr Vorteile durch seine Feinde als der Dummkopf durch seine Freunde.
Benjamin Franklin

03.09.2014 15:49
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Warren Buffett & Co. kopieren

 Warum Huckepack-Investieren keine gute Idee ist

 

Die Idee klingt simpel - die Anlageideen von Starinvestoren wie Warren Buffett einfach zu kopieren. Doch wer ein Portfolio nachbildet, stößt bald auf ein erhebliches Problem.

..

..

Alles in Ordnung also mit dem Huckepack-Investieren, dem Abkupfern fremder Ideen?

Nein. Denn zum einen bezieht sich die Untersuchung nur auf Aktien und auch nur auf deren Long-Positionen. Ein Großteil der Strategien der Hedgefonds wurde also nicht untersucht. Außerdem fehlen jene Hedgefonds in der Untersuchung, die durch ungeschickte Geldanlagen Pleite gegangen sind. Nur die Überlebenden sind dort aufgelistet. Das bedeutet, dass es sich nicht lohnt, einfach von allen abzukupfern, sondern nur von ausgewählten Fonds. Und diese künftigen Überlebenden zu finden, ist eine Kunst für sich.

http://www.manager-magazin.de/finanzen/alternativegeldanlage/warren-buff...

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Der Weise gewinnt mehr Vorteile durch seine Feinde als der Dummkopf durch seine Freunde.
Benjamin Franklin

31.08.2014 10:14
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Dieses Video beweist, dass man sich beim Urteilen doch etwas Zeit lassen sollte.

 

http://bazonline.ch/panorama/vermischtes/Verrueckt-oder-genial/story/109...

 

weico

30.08.2014 12:00
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Willkommen in der Wirklichkeit

 

Deutschland entdeckt die Mühen der freien Zuwanderung. Es war eine Frage der Zeit. Ein Kommentar.

 

Vielleicht ist diese Meldung, die in den vergangenen Tagen zuerst in der NZZ erschienen ist, etwas untergegangen: Das deutsche Kabinett denkt über Massnahmen nach, wie es den sogenannten Sozialtourismus vermeiden kann, also die Tatsache, dass offenbar auch in Deutschland nicht nur Leute ein wandern, die Arbeit suchen und finden, sondern auch zusehends Immigranten aus der EU auftauchen, die geradewegs ins Sozialsystem wechseln.

Wir leben in interessanten Zeiten. In Deutschland, wo das Volk noch nie darüber abstimmen durfte, ob es die Personenfreizügigkeit mit Europa will oder nicht: Selbst in Deutschland ist 
das Thema Immigration zu einem politischen Gegenstand erster Ordnung aufgerückt. Wie dramatisch die Lage eingeschätzt wird, lässt sich daran ablesen, dass die Regierung überhaupt reagiert. Üblich ist es in Berlin nicht, auf allfälliges Rumoren in der Bevölkerung allzu rasch einzugehen. Selbst verständlich stellt die Regierung die Personenfreizügigkeit nicht zur Dis­position. Man sieht sich zu Korrekturen gezwungen.

Alarm im Land des Fehlalarms

An einer Pressekonferenz stellten die zuständigen Minister diese Woche in Berlin die Vorschläge ihrer Regierung vor und bemühten sich, jedes Anzeichen von Panik zu zerstreuen. ­Deutschland «profitiere» von diesem Zuzug, sagte Innenminister Lothar 
de Maizière, dessen Vorfahren im 17. Jahrhundert als hugenottische Flüchtlinge aus dem französischen Metz nach Preussen gekommen waren, doch man dürfe auch die «Augen 
nicht verschliessen vor der schwierigen Lage», unter der bestimmte Städte litten. Für deutsche Verhältnisse, wo man sich mit der Frage der Fremden sehr schwertut, seit die Nazis das Land im Zeichen des Rassenhasses verwüstet haben, kommt das einem recht alarmierten Eingeständnis gleich. Nun will man Leuten nach sechs Monaten das Aufenthaltsrecht entziehen, falls 
sie keine Stelle angenommen haben. Ob sich das aber durchsetzen lässt, 
ist offen. Es braucht harte Beamte, 
die das tun, und Gerichte, die das akzeptieren.

Prinzipiell ist es zwar nicht vorgesehen, dass EU-Bürger Arbeitslosengeld oder Sozialhilfe erhalten, die noch nie in Deutschland gearbeitet haben, doch grau ist alle Theorie und grün des Lebens goldner Baum: Manche Richter entschieden für die arbeitslosen Einwanderer, andere gegen sie, derzeit wartet Berlin auf ein Urteil des Euro päischen Gerichtshofs, der diese Frage ein für allemal klären soll oder zu klären versucht. Die Zeit drängt.

Der Zuwanderungsschock

Seit Januar 2014, also erst seit gut sechs Monaten, besteht die volle Freizügigkeit zwischen Deutschland, Rumänien und Bulgarien, was zu einem signifikanten Zuzug aus diesen Ländern geführt hat. Vor diesem Schritt, Ende 2013, lebten 414'000 Rumänen und Bulgaren in Deutschland. Allein dieses Jahr dürften 120'000 dazukommen. Mit wachsendem Un behagen beobachten manche Ein heimische diese an sich junge Entwicklung, zumal in gewissen Städten viele dieser Zuwanderer aus dem Balkan arbeitslos geblieben sind. Wohl versuchen die deutschen Behörden, ihre Bürger zu beruhigen. Laut Zahlen des Forschungsinstituts der Bundesanstalt für Arbeit in Nürnberg sollen zwischen 73 und 78 Prozent der Rumänen und Bulgaren einer Arbeit nachgehen, was auf den ersten Blick zufriedenstellend wirkt.

Doch bei näherer Betrachtung ist das ein schwacher Trost: Grundsätzlich entspricht es ja nicht Sinn und Zweck der Personenfreizügigkeit in der EU, dass Leute von Land zu Land ziehen und ohne Arbeit bleiben. Eigentlich müsste nach Hause fahren, wer in Deutschland kein Glück gefunden hat. Tatsächlich findet das selten statt. So gesehen sind schon 22 Prozent Arbeitslose einige Prozente zu viel. Überdies beruhen diese Zahlen bloss auf Schätzungen – man weiss es nicht genau.

Duisburg, Endstation

Besonders in gewissen Städten, 
wo man besser Bescheid weiss, sind die Zahlen unerfreulich: In Duisburg – keine blühende Stadt – sind 34 Prozent der Rumänen und Bulgaren ohne Stelle, in Dortmund 27 Prozent, in Berlin 23 Prozent. Weil in Deutschland die Gemeinden für die Schulen, die Wohnungen und die Gesundheits kosten dieser arbeitslosen Immigranten aufkommen müssen, hat sich hier auch zuerst Widerstand geregt. Wenn eine verarmte Stadt wie Duisburg für Leute Geld ausgeben muss, die als Arbeits suchende gekommen sind, aber als Sozialhilfeempfänger bleiben, dann fällt es den lokalen Politikern schwer, das ihren Wählern zu erklären. Warum Duisburg, warum nicht Bukarest? Haben wir nicht genug eigene Probleme? Seit den Sechzigerjahren hat der einstige Kraftort der deutschen Stahl industrie gegen einen Drittel seiner Einwohner verloren. Die Stadt weist eine der höchsten Arbeitslosenquoten Westdeutschlands aus. Lichterlöschen im Ruhrgebiet.

Bemerkenswert sind aus schweizerischer Sicht verschiedene Dinge. Hat nicht ein deutscher Sozialdemokrat nach dem 9. Februar 2014, als die Schweizer Stimmbürger die Massen­einwanderungs-Initiative der SVP knapp gutgeheissen haben, uns Schweizer als «Spinner» bezeichnet? Haben nicht überhaupt manche deutsche Politiker den Eindruck erweckt, die Eidgenossen seien nun endgültig im Reich des Bösen angelangt?

Die spinnen, die Schweizer!

Mit einer gewissen Erheiterung beobachte ich, wie eilfertig und besorgt nun die deutschen Politiker ihrerseits sich des Themas annehmen, das in der Schweiz seit Jahren die Debatte beherrscht. Wer spinnt denn hier? In Berlin sitzt die SPD in der Regierung. Bloss sechs Monate unbeschränkte Personenfreizügigkeit mit Rumänien und Bulgarien haben in Deutschland gereicht, dass die Regierung bereits Abhilfe verspricht, wogegen in der Schweiz der Bundesrat aus Angst vor grimmigen Gesichtern in Brüssel lange Zeit jegliche negativen Begleiterscheinungen des freien Personenverkehrs in Abrede gestellt hat. In der deutschen Politik ertönen die Sirenen, wenn 120'000 Rumänen und Bulgaren einzuwandern drohen – in der Schweiz wurde den Bürgern eingebläut, 80'000 Zuwanderer pro Jahr für normal zu halten. Es war nicht normal.

Hätte Deutschland, das eine viel grössere Bevölkerungszahl aufweist, im gleichen Verhältnis wie die Schweiz Immigranten aufzunehmen, entspräche das einem jährlichen Zuzug von 700'000 Menschen. Tatsächlich wuchs das Land zwischen 2002 und 2012 jedes Jahr um bloss durchschnittlich 100'000 Leute. Zwar erwarten die Statistiker für 2013 einen Rekord: über 400'000 Zuwanderer, was in der deutschen Presse bereits für nervöses Raunen gesorgt hat. Prozentual zur Gesamtbevölkerung aber ist das immer noch nur halb so viel wie in der Schweiz seit Jahren üblich. Wir Spinner sind allein.

Abwimmeln, abtempieren

Kurz vor der Abstimmung vom 9. Februar, als die Meinungen längst gemacht waren, räumte der schweizerische Bundesrat ein, dass es gewisse Probleme gebe, die man nun aber schleunigst angehe. Würden Sie einem solchen Händler einen Gebraucht wagen abkaufen? Fast alle Beobachter sind sich heute einig, dass die Regierung den Kampf gegen die SVP-Initiative hätte gewinnen können, wäre sie um einiges früher und effizienter auf die Schwierigkeiten eingetreten. Am Ende entschieden die Tessiner, deren Nöte man in Bern schlicht ignoriert hatte. Man sah nichts, man hörte nichts, man tat nichts, weil man den Skeptikern der Zuwanderung, der verhassten SVP, um keinen Preis recht geben wollte.

Hochmut kommt vor dem Fall – doch zum Fall wäre es ohnehin ge kommen. Selbst wenn der Bundesrat vor dem 9. Februar entschlossener gehandelt hätte, wäre auf Dauer nicht viel gewonnen gewesen. Wäre die Masseneinwanderungs-Initiative nicht angenommen worden, hätte wahrscheinlich die Ecopop-Initiative den Durchbruch erzielt – oder dann ein drittes Volksbegehren, das Beschränkungen des Personenverkehrs verlangte: Auf lange Sicht können Bundesrat und Parlament diese Frage nie im Sinne der EU entscheiden – und vermutlich wird auch die EU, ohne dass sie es je offen ausspricht, von der vollständigen Personenfreizügigkeit wieder abrücken.

Formal wird diese Errungenschaft zwar ewig gelten, aber in der Praxis werden die Behörden allerlei administrative Schikanen erfinden, um unerwünschte Immigranten abzuweisen. Grenzenlos ist die Fantasie der Bürokraten, wenn die Chefs vorgeben, in welche Richtung man den Menschen das Leben schwer machen soll.

Politisch nicht haltbar

Denn eine Zuwanderung von Arbeitslosen in die nach wie vor grosszügigen Sozialsysteme Westeuropas lässt sich schlicht nicht ausschliessen, solange die Unterschiede zwischen armen und reichen Ländern in der EU so gross bleiben. Was hindert einen mittellosen Bulgaren daran, in Belgien unterzukommen? Ob Kindergeld, 
Sozialhilfe oder Arbeitslosenunter stützung: Zu mannigfaltig ist das Angebot, zu schwer die Kontrolle.

Gewiss, es sind Minderheiten, die keine Stelle finden und so dem Steuerzahler zur Unterstützung zugewiesen werden – und es muss sich dabei keineswegs um Betrüger handeln, sondern um ehrliche Leute, denen es miserabel geht: Aber politisch lässt sich ein solches Arrangement auf die Dauer nicht halten. Wie vermittelt man einem deutschen Stahlarbeiter in Duisburg, dessen Betrieb ums Überleben kämpft, dass er mit seinen Steuern auch noch einen Rumänen ernähren soll? Seit mehr als zwanzig Jahren bezahlt der Duisburger Stahlarbeiter bereits den Lebensunterhalt seiner ostdeutschen Brüder. Die freuen sich immerhin über die gleichen Siege der deutschen Nationalmannschaft.

Vom Scheitern einer Idee

Je länger ich über den freien Personenverkehr in der EU nachdenke, desto mehr erinnert mich die Idee an den Euro. Ein triumphales Unterfangen endet im Chaos. Wie haben wir von der Revolution geträumt! Berauschend und bestechend: Eine einzige Währung für ganz Europa sollte überwinden, was Europa seit Jahrhunderten plagt, zerreisst und zugleich befruchtet: diese unermessliche Vielfalt auf einem 
kleinen Kontinent.

Nun, ein paar Jahre des Rausches später erleben wir – wenn wir den Gedanken zulassen –, wie dieses grosse Projekt des Euros ausgerechnet an dem scheitern dürfte, was zu beseitigen es sich vornahm: an den vielen Unterschieden zwischen den Ländern, die nicht vergehen, weil man es in Brüssel so beschlossen hat. Die griechische Volkswirtschaft lässt sich nicht per Beschluss auf deutsches Niveau stemmen.

Was ziehen Sie vor?

Auch der Personenverkehr ist eine solche grosse Idee, scheinbar, nein, eindeutig liberal: aber nur, wenn man sie so umsetzt, wie es Milton Friedman, der grosse Ökonom, einst empfahl. Man kann nicht beides haben: 
Wer die freie Zuwanderung wünscht, muss den Sozialstaat aufheben. 
Wer diesen Mut nicht aufbringt, wird bald von den Wählern dazu gezwungen, die Immigration wieder zu steuern. Denn der Sozialstaat ist immer und überall beliebter als der freie Personenverkehr.

Dass die Schweizer Stimmbürger diesen Auftrag als Erste ihrer Regierung erteilten, hat nichts damit zu tun, 
dass wir besonders xenophob wären, sondern es liegt nur daran, dass man uns – wenn auch widerwillig – danach gefragt hat, was wir vom freien Per sonenverkehr halten. Solange in den übrigen Ländern der EU noch demokratisch entschieden wird, ist es 
daher nur eine Frage der Zeit, bis auch sie dem Schweizer Vorbild folgen. 
Bern vor Berlin. So abnormal ist die Lage inzwischen.

 

http://bazonline.ch/ausland/europa/Willkommen-in-der-Wirklichkeit/story/...

 

 

weico

28.08.2014 16:00
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«Habe noch neun Monate zu leben»

 Offenbarung

Ende August tritt Robert Benmosche als AIG-Chef zurück. Der Amerikaner hatte den Versicherer nach der grössten Krise in der Konzerngeschichte wieder stark gemacht. Nun ist klar, weshalb der er geht.

http://www.handelszeitung.ch/unternehmen/habe-noch-neun-monate-zu-leben-...

 

20 Jahre Anlagehorizont sind ja lieb und nett.... man sollte einfach noch was vom Leben gehabt haben.

Turbo ist mir ein Mahnmal.

 

 

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Der Weise gewinnt mehr Vorteile durch seine Feinde als der Dummkopf durch seine Freunde.
Benjamin Franklin

10.08.2014 10:30
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folge dem weisen rüebli

“Avarice and usury and precaution must be our gods for a little longer still,” he wrote in the concluding remarks of his essay. “For only they can lead us out of the tunnel of economic necessity into the daylight.”

http://kingsreview.co.uk/magazine/blog/2014/07/29/tracking-keynes-throug...

04.08.2014 16:27
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Der Rassist in uns

http://www.youtube.com/watch?v=8B3xt8XejMc

 

Der Mensch braucht ein Feindbild.

 

Wer Zeit hat, sollte sich den Beitrag mal ansehen. Habe ihn gestern im ZDF-Neo gesehen.

 

 

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Der Weise gewinnt mehr Vorteile durch seine Feinde als der Dummkopf durch seine Freunde.
Benjamin Franklin

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