Die Schweizer Hochseeflotte

3 Kommentare / 0 neu
24.09.2009 10:26
#1
Bild des Benutzers Elias
Offline
Kommentare: 5715
Die Schweizer Hochseeflotte

Quote:

Wachsende Bedeutung der Schweizer Hochseeflotte

Die Schweiz ist das einzige Binnenland der Welt, das eine recht grosse und in den letzten Jahren auch wieder wachsende Präsenz auf den Weltmeeren hat. In der Rangliste, die das Sekretariat der Uno-Konferenz für Handel und Entwicklung (Unctad) in ihrer «Review of Maritime Transport 2005» zusammengestellt hat, taucht die Eidgenossenschaft mit 324 (2003: 237) Hochseeschiffen mit einem Eigengewicht von zusammengenommen 11,4 Mio. t oder von 1,37 % der gesamten Welthandelsflotte bereits auf dem 16. Platz auf. Dies entspricht einer Positionsverbesserung um vier Ränge innerhalb zweier Jahre. Allerdings fahren nur 17 (12) Schiffe unter schweizerischer Flagge, während die restlichen 307 (225) Hochseeschiffe unter einer ausländischer Flagge - mehr als die Hälfte unter dem panamaischen und ein weiterer Zehntel unter dem maltesischen Emblem - betrieben werden.

http://www.nzz.ch/2005/11/18/wi/articleDC4UH.html

Quote:

Keine Schweizer bei Operation «Atalanta»

Der Nationalrat hat sich definitiv gegen ein Militärengagement vor den Küsten Somalias ausgesprochen. Damit ist die Vorlage endgültig vom Tisch. Der Ständerat hatte sich für den Einsatz ausgesprochen.

Mit 102 zu 81 Stimmen und 10 Enthaltungen folgte die grosse Kammer der Kommission, die sich knapp mit 13 zu 12 Stimmen bei einer Enthaltung für Nichteintreten auf die ausgesprochen hatte.

Die SVP argumentierte insbesondere, dass sich die Schweiz im Ernstfall eines Piratenangriffs nicht wie vorgesehen aus Offensivaktionen werde heraushalten können. Ulrich Schlüer (SVP/ZH) kritisierte die Vorlage deshalb als «unüberlegt und undurchdacht». Demgegenüber forderten die Gegner aus dem linken Lager ein verstärktes humanitäres Engagement. Die Schweiz solle ihr ziviles, nicht das militärische Friedenshandwerk zur Verfügung stellen, sagte Josef Lang (Grüne/ZG).

http://www.20min.ch/news/dossier/session/story/Keine-Schweizer-bei-Opera...

Es ist ein Trauerspiel.

Die SP will wie immer gut zureden und die SVP will nicht präventiv/offensiv mal zeigen, dass Schweizer Blut keine Buttermilch ist.

Aufklappen

----

Der Weise gewinnt mehr Vorteile durch seine Feinde als der Dummkopf durch seine Freunde.
Benjamin Franklin

21.04.2016 12:40
Bild des Benutzers Elias
Offline
Kommentare: 5715
75-Jahr-Jubiläum

Das Schweizer Kuriosum auf hoher See

Die Schweiz leistet sich eine beachtliche Hochseeflotte – ein Überbleibsel aus dem Zweiten Weltkrieg. Sie wird vom Bund mit Milliardenkrediten unterstützt.

Das Schweizer Selbstverständnis als stolze Seefahrernation hat in den letzten Jahren arg gelitten: Der berühmte Tiefseeforscher Jacques Piccard ist 2008 verstorben. Sein Sohn Bertrand, ebenfalls Visionär, hat aber nur das Fliegen im Kopf. Es bleibt die Alinghi – die Schweizer Jacht, die 2003 als erstes europäisches Schiff den America’s Cup gewann. Seit ein paar Jahren bröckelt jedoch der Nimbus des Bertarelli-Schiffes – die Alinghi ist nur noch ein Schatten ihrer selbst.

Mit Erleichterung darf auf die schweizerische Hochseeflotte verwiesen werden. Sie feiert in diesen Tagen ihr 75-Jahr-Jubiläum. Am 19. April 1941 wurde die Calanda als erstes Schiff unter die Schweizer Flagge gebracht. Bis 2015 ist die Flotte auf 47 Schiffe angewachsen, bis im Sommer sollen es gar 50 sein. Darunter Containerschiffe, Mehrzweckfrachter und Tankschiffe. Knapp 900 Personen arbeiten auf der Flotte, darunter nur drei Schweizer. Weltweit leistet sich nur noch eine Handvoll Binnenländer eine solche Institution – unter ihnen die Mongolei und Kasachstan.

Ihre Existenz hat die Flotte dem Zweiten Weltkrieg zu verdanken. Der Bundesrat schaffte damals unter Kriegsnotrecht die gesetzliche Grundlage für die Seeschifffahrt unter Schweizer Flagge. Weil wichtige Handelsadern blockiert waren, mussten wichtige Güter für die Versorgung der Schweiz auf dem Schiffsweg transportiert werden.

Die Landesversorgung ist immer noch offizieller Auftrag der Schweizer Hochseeschifffahrt. Zumindest auf dem Papier. Denn seit nunmehr 50 Jahren musste die Flotte nicht mehr für diesen Zweck eingesetzt werden. Auch wenn sie im Kriegsfall immer noch auf Abruf bereitsteht. Das wirft Fragen zu ihrer Existenzberechtigung auf. «Heute würde die Schweiz wohl keine Schifffahrtsflotte mehr gründen», sagt Reto Dürler zum Radio SRF – er ist Leiter des Schweizerischen Seeschifffahrtsamts (SSA), dem die Handelsflotte unterstellt ist.

Milliardenkredit bis 2017

Doch sie fährt – zu Handelszwecken und im Dienste von sechs privaten Reedereien. Diese profitieren von Bundeskrediten. Der sogenannte Bürgschaftsrahmenkredit, der seit 1978 existiert, wird zum Kauf neuer Schiffe und damit zur stetigen Erneuerung und Vergrösserung der Handelsflotte ausbezahlt. Im März 2008 erhöhte das Parlament den Kredit um 500 Millionen Franken auf nunmehr 1,1 Milliarden. Die Laufzeit dauert noch bis Juni 2017. Kredite können bis zu 85 Prozent des Kaufpreises für Schiffe gewährt werden. Bei neu gebauten Schiffen mit einer Laufzeit von bis 15 Jahren. Eigner müssen in der ersten Hälfte der Laufzeit die Hälfte des Kredites zurückzahlen.

Für die Reedereien ist dies ein lohnenswertes Geschäft. Sie profitieren gemäss Dürler dank der Kredite von einem Zinsnachlass bei den Banken von 2 bis 4 Prozent. Ausserdem können sie ungestört ihrem Handelsgeschäft nachgehen. Denn, dass sie ihre Flotte in nächster Zeit in den Dienst der Landesversorgung stellen müssen und es dadurch zu finanziellen Ausfällen kommt, erscheint zurzeit unwahrscheinlich. «Aber was nicht ist, kann ja vielleicht noch werden», sagt Dürler.

Bundesrat verlangte Überprüfung

Zurzeit steht der Kredit allerdings auf wackligen Beinen. Der Bundesrat hat das Wirtschaftsdepartement beauftragt, bis Ende Jahr eine Auslegeordnung zu erarbeiten. Dabei soll die Frage geklärt werden, ob es zur Sicherung der Landesversorgung tatsächlich eine Flotte von 50 Schiffen braucht. Zur Diskussion steht ein Moratorium, das entweder zur sofortigen Erneuerung oder zur umgehenden Abschaffung des Rahmenkredits führen würde.

Die Schweizer sind stolz, auf der See ihre Flagge zu sehen.Reto Dürler, Direktor des Schweizerischen Seeschifffahrtsamts

Fragwürdig erscheint die stetige Erweiterung der Flotte. Denn sie verläuft entgegen dem Trend der internationalen Hochseeschifffahrt. Seit der Wirtschaftskrise 2008 leidet die Schifffahrt an Überkapazitäten. Die meisten Länder reduzieren gemäss dem britischen Branchenexperten Ian Lewis ihre Flotte. Die Schweiz hat heute jedoch rund doppelt so viele Schiffe wie noch 2005. «Es gibt zu viele Schiffe. Noch mehr zu bauen, hilft niemandem», sagte Lewis vor vier Jahren zu Swissinfo.

Derzeit fahren die Schiffe unter Schweizer Flagge über die Weltmeere. Und das würden sie gemäss Dürler auch noch, wenn der Rahmenkredit gestrichen würde: «Wir haben eine beträchtliche Zahl an Schiffen, die nicht im Genuss des Bürgschaftsrahmenkredites stehen.» Als Pluspunkt gilt auch der positive Beitrag zum Schweizer Selbstverständnis als Seefahrernation: «Die Schweizer sind stolz, auf der See ihre Flagge zu sehen», sagt Dürler.

(Tages-Anzeiger)

http://www.tagesanzeiger.ch/schweiz/standard/das-schweizer-kuriosum-auf-...

----

Der Weise gewinnt mehr Vorteile durch seine Feinde als der Dummkopf durch seine Freunde.
Benjamin Franklin

19.04.2016 08:43
Bild des Benutzers Elias
Offline
Kommentare: 5715
Ihr Ort auf hoher See

Auf der Wetterkarte von SRF Meteo erscheinen immer wieder andere Ortsnamen. Am Montag sind es gleichzeitig auch die Bezeichnungen für Hochseeschiffe, die unter Schweizer Flagge auf den Weltmeeren unterwegs sind.

Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Wetterkarte Wetterkarte mit Ortsnamen von Hochseeschiffen unter Schweizer Flagge SRF Meteo

Auf der Wetterkarte in der TV-Sendung von SRF Meteo erscheinen immer wieder andere Ortsnamen. Die Grafik vom Dienstag, 19. April zeigt zum Beispiel Luzern, Andermatt oder Martigny. Aber Basilea? Diese Orte sind gleichzeitig auch Namen von Hochseeschiffen, die unter Schweizer Flagge unterwegs sind. Vor 75 Jahren wurde das erste Schiff CALANDA im Heimathafen Basel unter Schweizer Flagge gebracht. Weitere Hintergrundinfos finden Sie auf der Seite der Stiftung Swiss-Ships.

Aus Not wurde eine Tugend

Die Idee, Handelsschiffe auf den Weltmeeren unter Schweizer Flagge fahren zu lassen, entstand bereits Mitte des 19. Jahrhunderts. Im ersten Weltkrieg wurde es dann in der Schweiz zunehmend schwierig, an Rohstoffe aus Europa zu kommen, so dass Importe aus Übersee zum Thema wurden. Aber erst die starke Rationierung im zweiten Weltkrieg trieb das Projekt wieder voran. So wurde das Bundesgesetz über die Seeschifffahrt im April 1941 genehmigt.

Aktuelle Handelsflotte

Gemäss dem Schweizerischen Seeschifffahrtsamt umfasst die Schweizer Flotte aktuell 47 Handelsschiffe, die von sechs Reedereien betrieben werden. Eine Liste der aktuellen Schiffe finden Sie unter http://www.swiss-ships.ch/listen-see-aktuell/fr_ship-aktuell.htm, die gesamte Schweizer Flotte hier.

----

Der Weise gewinnt mehr Vorteile durch seine Feinde als der Dummkopf durch seine Freunde.
Benjamin Franklin