Digitale Revolution / Industrie 4.0

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Digitale Revolution / Industrie 4.0

Der Begriff Digitale Revolution (auch Elektronische Revolution) bezeichnet den durch die Digitalisierung und Computer ausgelösten Umbruch, der seit Ausgang des 20. Jahrhunderts einen Wandel sowohl der Technik als auch (fast) aller Lebensbereiche bewirkt, ähnlich wie die Industrielle Revolution 200 Jahre zuvor. Heinrich Klotz spricht von einer „Zweiten Moderne“.

 

Soziale und ökonomische Folgen

Weltweit führte die digitale Revolution zu großen Mentalitätsänderungen, besonders durch ihre Auswirkung auf die Kinder- und Jugendkultur.

Sie hatte als weltumspannende wirtschaftliche, soziale und kulturelle Konkurrenz und Kommunikation bedeutenden Anteil an der Richtung des Prozesses der Globalisierung.

Nach Auffassung des US-Ökonomen Jeremy Rifkin wird durch die digitale Revolution langfristig die Arbeit verschwinden, da selbst die billigste menschliche Arbeitskraft teurer sei als die Maschine.[10] Auf Grundlage dieser Annahme argumentiert ein Teil der Befürworter eines Grundeinkommens.

Internet und Mobiltelefonie werden von Entwicklungspolitikern und Hilfsorganisationen mittlerweile als Aspekt der Grundbedürfnisse definiert, da diese Demokratie förderten. Die Entwicklung in der Informationswirtschaft führt auch zur Stabilisierung der Marktwirtschaft und dem Erreichen von Wohlstand: „Informationen bringen Märkte zum funktionieren, und Märkte schaffen Wohlstand“. Zugleich macht sich zunehmend eine „digitale Polarisierung“ (Thiede) bemerkbar: Immer mehr Menschen sehen nicht nur die Vorteile, sondern auch die Einschränkungen und „Freiheitsfallen“ (z. B. „Digitale Demenz“ [Manfred Spitzer]), die die digitale Revolution desto mehr mit sich bringt, je mehr sie weiterentwickelt wird.

Rechtliche und politische Auswirkungen

Die massenhafte Sammlung, Speicherung und Übertragung digitaler Daten erschuf einen status quo der Überwachung, wie er in der Geschichte der Menschheit zuvor unbekannt war. Die durch die digitale Revolution eröffneten technischen Möglichkeiten, ihre potenziellen Gefahren für das Recht auf Privatsphäre und die Möglichkeit eines weitgehend gläsernen Bürgers waren noch weitgehend unbekannt, als die grundlegenden Menschenrechtsabkommen der Vereinten Nationen einschließlich des UN-Zivilpakts abgeschlossen wurden.

Die völkerrechtlichen Fragen, die durch die digitale Revolution aufgeworfen werden, rückten im Zuge der Überwachungs- und Spionageaffäre 2013 sprunghaft in den Fokus der gesellschaftlichen und politischen Diskussion. Dies schließt weitgehend ungelöste Fragen bezüglich der Menschenrechte, der Spionageabwehr und der staatlichen Souveränität ein.

Auswirkungen auf die Wissenschaft

Nach Ansicht von Pieter Drenth, Ex-Präsident der All European Academies, hat die digitale Revolution Fortschritte der Wissenschaft auf verschiedensten Gebieten ermöglicht: Erfolge in der Genom-Entschlüsselung, Voraussagen der Klimaforschung, komplexe Modelle in Physik und Chemie, Nanotechnologie, neurophysiologische Grundlagen der Sprachentwicklung und der kognitiven Funktionen, ökonomische Simulationen sowie vergleichende Studien in Sprach- und Literaturwissenschaften. Eigentlich habe jede wissenschaftliche Disziplin von den Entwicklungen der Computertechnologie profitiert.

https://de.wikipedia.org/wiki/Digitale_Revolution

 

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Digitalisierung: Versicherer noch "ganz am Anfang"?

Harte Worte von Peter Sany und 'CIO.de'.

 

Das deutsche IT-Magazin 'CIO.de' hat einen Artikel über Gespräche mit einigen CIOs von Grossunternehmen zum Thema Digitalisierung veröffentlicht. Die Gespräche wurden vor etwas mehr als einem halben Jahr geführt. Die CIOs wurden unter anderem gebeten, den Reifegrad ihrer Unternehmen in punkto Digitalisierung in einer Note zusammenzufassen. Die meisten gaben sich dabei recht optimistische Bewertungen: Auf einer Sklala von Eins bis Fünf lag der Durchschnitt bei 3,7. Die vier, also die zweitbeste Note, wurde am Häufigsten gewählt.

 

Aus Schweizer Sicht springt aber die Bewertung von Peter Sany ins Auge, zum Zeitpunkt des Gesprächs noch CIO von Swiss Life. Sany war der einzige, der sich selbst beziehungsweise seinem Unternehmen eine Eins, die schlechtestmögliche Note gab. An seine Kollegen in der Versicherungsbranche gerichtet sagte er laut 'CIO.de': "Jungs, ihr steht erst ganz am Anfang der Digitalisierung."

 

Obwohl eigentlich prädestiniert dafür, ein Vorzeigekandidat der Digitalisierung zu werden, kommentiert 'CIO.de', würden die Versicherer es nicht schaffen, ihre ohnehin digitalen Services auch als solche zu verkaufen. Lieber würden die CIOs dieser Branche ihre Cobol-Systeme pflegen als ernsthaft neue Online-Angebote anzugehen.

 

Anfang dieses Jahres verliess Sany aufgrund "unterschiedlier Auffassungen" den Versicherer. Der Swiss Life-CEO Ivo Furrer sowie der neue IT-Leiter Beat Marbach erklärten übrigens in einem kürzlichen Interview mit inside-it.ch, dass Digitalisierung für Swiss Life sehr wohl ein "absolutes Kernthema" sei.

 

Schindler sieht sich auf gutem Weg
Unter den CIOs, die im CIO.de-Artikel zu Wort kommen, ist auch Michael Nilles, CIO der Schindler Group und CEO von Schindler Digital Business. Dieser sieht den Digitalisierungsstand seines Unternehmens weit positiver und zog die Note Vier. Der Trend in der ganzen Fertigungsindustrie gehe weg von Produkten und hin zu Services. Schon heute verdiene Schindler deutlich mehr mit der Wartung von Aufzügen und Rolltreppen als durch Neuinstallationen.

 

Digitalisierung, so Nilles, helfe Schindler unter anderem dabei, die Ausfallzeiten der Lifte zu verringern. Zudem sei man nun daran, auch komplett digitale Services zu entwickeln. Man habe bei Schindler beispeislweise eine App entwickelt, die den Fahstuhl mit den Handys von Usern kommunizieren lässt. Wenn sie ein Gebäude betreten, wisse der Aufzug so bereits, wer sie sind und wohin sie wollen.

http://www.inside-it.ch/articles/40795

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An die Arbeit, Roboter

Die Digitalisierung verändert Berufe radikal oder bringt sie ganz zum Verschwinden – sogar solche, die bis anhin als sicher galten.

Kaum irgendwo sonst werden wir so unmittelbar mit der Zukunft der Arbeit konfrontiert wie beim Einkaufen. Immer öfter müssen wir uns entscheiden: Stellen wir uns bei der bedienten Kasse an, wo ein Angestellter für uns das Tippen übernimmt? Ober erledigen wir das selbst, per Self-Scanning? Und wenn wir uns gegen den Verkäufer entscheiden, verliert er dann irgendwann unseret­wegen seinen Job?

Ja, sagen die Pessimisten, die vor allem in den USA gerade viel Aufmerksamkeit bekommen. Sie sind der Ansicht, dass wegen der Automatisierung und der Digitalisierung in den nächsten Jahrzehnten Millionen von Menschen ihre Jobs verlieren und nur schwer einen neuen finden werden.

Nicht unbedingt, sagen die Optimisten. Sie glauben, dass zwar Jobs verloren gehen, aber gleichzeitig so viele neue entstehen, dass die Arbeitslosigkeit sich nicht dramatisch erhöhen wird.

Geschichte versus Statistik

Die Optimisten haben die Geschichte auf ihrer Seite. Ihrer Ansicht nach erleben wir die vierte industrielle Revolution, nach der Einführung der Dampfmaschine, der Elektrizität und des Computers. Sie sprechen von der Industrie 4.0: Maschinen übernehmen nicht nur immer mehr Tätigkeiten von Menschen, sie vernetzen sich auch mit ihnen und untereinander, werden immer intelligenter und lernfähiger. Die Menschen fürchten diese Maschinen, wie sie einst die mechanischen Webstühle fürchteten, sagen die Optimisten – aus Angst vor dem Neuen. Dabei hätten die ersten drei Revolutionen für die Angestellten fast nur Gutes gebracht: bessere Ausbildungen, bessere Jobs, mehr Wohlstand.

Die Pessimisten widersprechen ihnen in dieser Hinsicht nicht. Doch sie glauben, dass die heutige, digitale Revolution anders verläuft als die früheren. Bisher beeinflusse sie Menschen, die routinemässige, strukturierte Entscheidungen fällen wie Büroangestellte, Buchhalter oder Fertigungsmonteure, sagt Erik Brynjolfsson von der US-Eliteuniversität MIT. Doch sie werde noch viel weiter gehen: «Immer mehr sind jetzt auch Arbeiten betroffen, für die man bislang eine höhere Ausbildung brauchte – etwa in Anwaltskanzleien.» Die Oxford Martin School berechnete, dass in den USA in den nächsten 20 Jahren 45 Prozent aller Jobs automatisiert werden könnten. Gleichzeitig nimmt die Ungleichheit laut Brynjolfsson zu. «Neue Jobs gibt es vor allem für unqualifizierte und für hoch qualifizierte Arbeitskräfte. Die Mittelklasse wird ausgehöhlt.»

Eine Studie der Universität Zürich weist für die Schweiz in dieselbe Richtung. Sie stellt fest, dass viele Mittelstandjobs zwischen 1980 und 2010 verloren gegangen sind. Die Zahl der Maschinenmonteure ist um mehr als 4 Prozent zurückgegangen, jene der Handwerker um 12 Prozent und jene der kaufmännischen Büroangestellten um 8 Prozent. Die Zahl der Wissenschaftler und Techniker hat dafür um bis zu 9 Prozent zugenommen, und insgesamt gibt es heute 6 Prozent mehr Führungskräfte als noch vor 30 Jahren. Diese Veränderungen sind laut der Studie auf externe Faktoren zurückzuführen – zum Beispiel die Frankenstärke –, zu einem grossen Teil aber auch auf die Automatisierung.

In Symbiose mit Maschinen

Von einer «Polarisierung der Jobs» spricht auch Joël Luc Cachelin, Gründer des Schweizer Thinktanks Wissens­fab­rik und Autor mehrerer Studien zum Thema «Digitale Gesellschaft». Entsprechend würden sich die Jobprofile und die Art der Arbeit stark verändern. «Der Mensch wird in der Arbeitswelt der Zukunft in Symbiose mit Maschinen zusammenarbeiten» – mit Robotern, Algorithmen, Drohnen und Automaten. Die Maschine wird die repetitiven Aufgaben übernehmen, der Mensch wird die Maschine weiterentwickeln und kontrollieren. Er ist für die Koordination zuständig, für das Kreative – und für die Arbeiten, die eine Maschine nicht ausführen kann. Welche Arbeiten das noch sein werden, lässt sich nur schwer abschätzen. Denn die Maschinen schaffen heute bereits viel mehr, als man noch vor wenigen Jahren gedacht hätte. Sie können Flugzeuge fliegen, Züge fahren, Lastwagen und Autos lenken. In Australien gibt es sogar einen Roboter, der Häuser baut. Das Gerät namens Handrian erstellt die Mauern eines Einfamilienhauses in zwei Tagen – ein Maurer braucht für dieselbe Arbeit vier bis sechs Wochen. Handrian schneidet die Backsteine selbst zu und trägt auch den Mörtel zwischen den Steinen auf. In einer Stunde verarbeitet er bis zu 1000 Steine, pro Jahr kann er bis zu 150 Häuser bauen. Möglich also, dass in ein paar Jahren die Baufirmen ihre Maurer durch die viel effizientere Wundermaschine ersetzen.

Wie Bauleute, Chauffeure, Piloten und Lokführer müssen auch Sachbearbeiter um ihre Jobs fürchten, weil eine Maschine ihre repetitive Arbeit schneller erledigen kann. Daneben gibt es zahlreiche Berufe, die zwar weiter existieren werden, deren Inhalt sich aber komplett verändern wird. Ein Banker etwa verwaltet künftig nicht mehr Geld oder vergibt persönlich Kredite. «Der Banker wird zum IT-Spezialisten, der die Algorithmen bedient, welche die Anlagestrategie ausarbeiten», sagt Cachelin. Oder er ist Spezialist in Sachen IT-Sicherheit oder wird engagiert, um bei den seltenen Gelegenheiten, bei denen er seine Kunden persönlich trifft, einen Schwatz abzuhalten. Selbst beim Förster besteht, obwohl schwer vorstellbar, Digitalisierungspotenzial. «Der Förster geht nicht mehr mit der Motorsäge durch den Wald, sondern mit einem Tablet, das ihm zeigt, in welchem Zustand der einzelne Baum ist. Denn jeder von ihnen wird ans Internet der Dinge angeschlossen sein», sagt Cachelin. Im Internet der Dinge werden nicht nur Bäume, sondern möglichst viele Gegenstände miteinander verknüpft sein und kommunizieren.

Arbeitsmarkt hinkt hinterher

Solche Veränderungen werden sich nicht erst in 50 Jahren einstellen. «Das sind Szenarien für die nächsten 10 Jahre», sagt Cachelin. Umso wichtiger ist es, dass der Schweizer Arbeitsmarkt sich vorbereitet. Denn im Moment hinkt er der Entwicklung offenbar hinterher – dies vor allem in der Industrie, wie eine Studie der Beratungsfirma Deloitte unter 50 Schweizer Industriefirmen vor einigen Monaten gezeigt hat. Lediglich 4 Prozent der Mitarbeiter der befragten Unternehmen sind demnach auf die Industrie 4.0 vorbereitet. 80 Prozent der Mitarbeiter haben teilweise das notwendige Talent, um sich auf die neuen Technologien einstellen zu können, 16 Prozent haben dies nicht. «Das heisst: 80 Prozent der Mitarbeiter können die Anforderungen der Industrie 4.0 theoretisch erfüllen, müssen aber weitergebildet werden», sagt Studienleiter Ralf Schlaepfer, Industry Leader bei Deloitte.

Nicht nur die fachlichen Qualifikationen müssen sich ändern. Die rasante Entwicklung und die verstärkte Vernetzung verschiedener Bereiche werden von den Arbeitnehmern auch persönlich mehr abverlangen. «Die Selbstkompetenzen werden wichtiger», sagt Cachelin. In der digitalen Arbeitswelt müssen sich Menschen gut vermarkten und organisieren können. Sie müssen sich selber rasch neues Wissen aneignen. Auch die Selbstreflexion und die Vernetzung werden an Bedeutung gewinnen. «Und nicht zuletzt brauchen wir auch mehr Selbstvertrauen, um uns in dieser komplexen Welt behaupten zu können», so Cachelin.

Vielen Angestellten werde es nicht gelingen, sich an diese komplexe Welt anzupassen, glauben die Pessimisten. In der Schweiz bestehe aber etwas weniger Anlass zur Sorge als in anderen Ländern, glaubt Michael Siegenthaler, Arbeitsmarktexperte bei der ETH-Konjunkturforschungsstelle KOF. «Je besser der durchschnittliche Angestellte mit neuen Technologien umgehen kann, des­to eher kann er sich an die Entwicklungen anpassen.» Zumindest junge Arbeitnehmer seien hierzulande relativ gut qualifiziert. Das Berufsbildungssystem stehe der Wirtschaft zudem nah. «Es kann so schneller auf Veränderungen reagieren.»

Das wird jetzt immer dringlicher. Und nicht nur die Berufs-, auch die Weiterbildung muss sich anpassen. Denn nur so findet der Verkäufer im Ernstfall einen neuen Job, sollten wir alle uns dereinst beim Einkaufen für die Self-Scanning-Kasse entscheiden.

http://www.tagesanzeiger.ch/wirtschaft/an-die-arbeit-roboter/story/18167095

 

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T15
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Ja... 

Das Thema ist so gross... und das Mooreschegesetzt gilt immernoch... alle 2 Jahre verdoppelt sich die Leistung (Transistoren, berechnungen usw.)

Bereits in 2Jahren wird die welt ganz anders aussehen...  wie beim Aktienmarkt, ganz genau weiss es niemand auch kein Ökonom oder Informatiker Wink

Aber ich (als Informatiker) sage ganz einfach, KI (künstliche Intelligenz) wirds nicht geben.  Es werden viele Arbeiten übernommen, aber auch wie bei den "Soldaten" die das Drohnenzeug fliegen... es braucht bei all den Maschinen noch jemand der es steuert. Ich behaupte auch das ein "fühlen" fehlt und nicht nachgestellt werden kann von den Maschinen... 

Steuermann brauchts dann immernoch.

Und für "BIG DATA" da gibts noch ein "grösseres" Problem... wer sortiert den ganzen Mist? es wird sekündlich soviel müll an Daten produziert... Wie Facebook... eine cooole idee... aber vermarkten kannst du den mist schwer... da wird Whatsupp gekauft wegen den "Mobilenummern" aber hier kannst du Prepaid registrieren und wenn du jetzt noch ne UK Prepaid hast dann nützt dir whatsapp auch nix... => keine Registriegung von Regierungsseite erforderlich Wink

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T15 hat am 20.07.2015 - 13:44 folgendes geschrieben:

Aber ich (als Informatiker) sage ganz einfach, KI (künstliche Intelligenz) wirds nicht geben. 

Und für "BIG DATA" da gibts noch ein "grösseres" Problem...  Scratch one-s head  wer sortiert den ganzen Mist?

Simplifizierung nennt sicht das. Man vereinfacht das, was einem nicht passt.

 

Dass der Computer jemals den Menschen im Schach schlagen würde, wurde bis Anfangs der 80er Jahre bezweifelt.

Aus dem Jahr 2001 Hawking: Computer werden intelligenter als Menschen

 

Big-Data: Aufregung um neues Coop-Preismodell
Big Data im Detailhandel

Klar ist: Die Auswertung der Kundendaten und ist im Detailhandel ein grosses Thema.
http://www.20min.ch/finance/news/story/Aufregung-um-neues-Coop-Preismode...

 

 

Zu sortieren gibt es da nichts. Algorithmen für die Auswertung braucht es. Damit lässt sich als Informatiker viel Geld verdienen. Sofern man versteht, worum es geht.....

 

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Big Data: Das grosse Vermessen

GPS-Daten via Handy, Herzschlag via Jogger-App, Google-Suche, Facebook-Freunde, NSA-Feinde: Unsere Datenspuren werden immer breiter. Was lässt sich damit anstellen? Wer darf sie wofür auswerten? Wer tut es schon? Und was bedeuten Zahlen für unser Leben? Antworten und Denkanstösse im Webspecial.

http://www.srf.ch/wissen/big-data-das-grosse-vermessen

 

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Auswirkung von Big Data auf das Börsengeschäft

In den vergangen Jahren haben sich zunehmend die revolutionären technischen Errungenschaften der IT Branche, sowohl im Wertpapierhandel an der Börse als auch bei den Unternehmen und Aktionären durchgesetzt. Neue Trends wie die Homogenisierung der IT-Infrastruktur haben in vielen Unternehmen erstmals die zentrale Verwaltung von Daten ermöglicht. Genau diesen zentralen Ansatzpunkt verfolgt auch Big Data, wobei die zentrale Aufarbeitung und Analyse von Daten im Vordergrund steht.
Big Data beschreibt die Auswertung von einer Vielzahl an Daten, mit denen unbekanntes und neuartiges Wissen auf Grund der Gesamtheit an Daten generiert werden kann.
Im Folgenden untersucht die Fallstudie “Die Auswirkungen von Big Data auf das Börsengeschäft” die strategischen, strukturellen und technischen Veränderungen des Börsenhandels.

http://winfwiki.wi-fom.de/index.php/Auswirkung_von_Big_Data_auf_das_B%C3...

 

Man könnte zu Big-Data einen eigenen Thread eröffnen

 

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«Reine Routinejobs werden verschwinden»

Viele Bürojobs sollen bald verschwinden. Dorothea Tiefenauer vom Kaufmännischen Verband sagt, weshalb sich das KV trotzdem noch lohnt.

http://www.20min.ch/finance/news/story/-Reine-Routinejobs-werden-verschw...

 

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Digitalisierung bedroht fünf Millionen Jobs

Die vierte industrielle Revolution wird bis im Jahr 2020 netto etwa fünf Millionen Jobs kosten. Gemäss den Experten des WEF sind alle Branchen und Länder betroffen, doch einige sind für den Wandel besser aufgestellt.

In Länder Südostasiens, in Mexiko, Grossbritannien, den USA oder auch in der Türkei werden verlorenen gegangenen Jobs eher kompensiert mit der Schaffung von neuen Stellen. Vor allem Arbeitsplätze in Zusammenhang mit Mathematik, Computer oder Ingenieurtätigkeiten haben Potenzial.

Dies komme Branchen wie etwa Kommunikation, Information, Unterhaltung oder Medien zugute, heisst es in der am Montag publizierten Studie des Weltwirtschaftsforums Davos (WEF).

Durch durch den nächsten technologischen Wandel und die Digitalisierung gehen weltweit mehr als sieben Millionen Jobs verloren. Doch im Zuge der Entwicklung werden auch etwa zwei Millionen neue Jobs geschaffen.

Gesundheitswesen, Finanzindustrie und Energiesektor

Vor den grössten Herausforderungen stehen Brachen wie das Gesundheitswesen, die Finanzindustrie oder auch Energiesektor. WEF-Gründer Klaus Schwab warnt in der Mitteilung vor zunehmender Arbeitslosigkeit, wenn Mitarbeiter nicht bald für die Zukunft aus- oder weitergebildet werden.

Ein Grossteil der für die Studie befragten Experten will dem Wandel denn auch mit Aus- und Weiterbildung begegnen. Zudem wollen sie Frauen besser in die Arbeitswelt einbeziehen.

Für diese Studie haben die Experten die Entwicklungen von neun grossen Branchen in 15 Ländern untersucht. Die Schweiz ist nicht unter den analysierten Ländern.

Die vierte industrielle Revolution ist das Hauptthema des WEF, das am kommenden Mittwoch beginnt. Darunter versteht man grundlegende Veränderungen in der Arbeitswelt, welche die Informatisierung und Digitalisierung mit sich bringen. Zum Beispiel müssen Menschen und IT-Systeme besser aufeinander abgestützt arbeiten.

(AWP)

http://www.cash.ch/news/front/digitalisierung_bedroht_fuenf_millionen_jo...

 

 

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Das ist das Gesicht der Industrie 4.0

Verkaufs-Roboter, Aufzüge 4.0, intelligente Bohrmaschinen. Während das WEF über die vierte industrielle Revolution diskutiert, ist sie bei Schweizer Firmen bereits Tatsache.

http://www.20min.ch/finance/news/story/Das-ist-das-Gesicht-der-Industrie...

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Was Schweizer KMU unterschätzen

Zwischen Grosskonzernen und dem Mittelstand klafft ein digitaler Graben: Das zeigt eine Umfrage. Was das für den Mittelstand bedeutet.

http://www.tagesanzeiger.ch/wirtschaft/mittelstaendische-betriebe-unters...

 

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Brettspiel-Turnier: Software schlägt Go-Genie mit 4 zu 1

Die Entscheidung ist klar: Go-Profi Lee Sedol hat auch die fünfte und letzte Partie gegen die Google-Software AlphaGo verloren. Der Sieg der Künstlichen Intelligenz markiert einen historischen Wendepunkt.

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Das Ergebnis des Turniers überraschte Go-Kenner, nicht aber die Protagonisten der wiedererstarkten Forschung im Bereich künstliche Intelligenz. Der Grund: AlphaGo beruht zum Teil auf lernenden neuronalen Netzwerken (siehe Kasten unten). Solche Netzwerke werden zunächst mit großen Datenmengen - hier historische Go-Partien - gefüttert und anschließend weiter trainiert. AlphaGo hat viele Monate lang immer wieder gegen sich selbst gespielt und dabei augenscheinlich Go-Taktiken entwickelt, gegen die der menschliche Profi Lee Sedol machtlos war.

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Clapping  Der Turniersieg markiert einen Wendepunkt nicht nur in Sachen Computer-Go: Die Tatsache, dass lernende, künstliche neuronale Netze offenbar in der Lage sind, selbständig zu Problemlösungen zu kommen, auf die Menschen nicht gekommen sind, dürfte viele Lebensbereiche verändern, nicht zuletzt die Art und Weise, wie künftig wissenschaftliche Erkenntnisse zustandekommen.

http://www.spiegel.de/netzwelt/gadgets/alphago-besiegt-lee-sedol-mit-4-z...

 

 

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EU-Strategie zur Digitalisierung der Industrie

Mit der Wolke in die Zukunft

Die Digitalisierung der Industrie birgt erhebliches wirtschaftliches Potenzial. Doch Europa hat Nachholbedarf. Nun will Brüssel die Modernisierung anschieben.

Um mehr als 110 Mrd. € pro Jahr könnten Unternehmen in Europa ihre Umsätze durch die Digitalisierung ihrer Produkte und Dienstleistungen steigern. Dies zumindest erwartet die EU-Kommission unter Berufung auf einschlägige Studien. Am Dienstag stellte sie deshalb ein Bündel von Massnahmen vor, die die Digitalisierung der Industrie unterstützen und vorantreiben sollen. Der Strategieplan ist Teil der im Mai 2015 skizzierten Bestrebungen zur Schaffung eines digitalen Binnenmarkts.

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Unausgeschöpftes Potenzial

gvm. ⋅ Digitalisierte Geschäftsprozesse erschliessen ganz neue Wertschöpfungspotenziale Clappingoder luchsen sie der Konkurrenz ab, die schläft. Wie enorm das Potenzial in den kommenden zehn Jahren sein kann, versucht eine neue Studie des US-Technologiekonzerns Cisco Systems zu quantifizieren («Where to Begin Your Journey to Digital Value in the Private Sector»). Ausgehend von konkreten Einsparungen bzw. dem Mehrertrag durch digitalisierte Prozesse kommt die Untersuchung in den 16 untersuchten Branchen auf einen Betrag von insgesamt 23,8 Bio. $. Mehr als 350 Nutzungsszenarien wurden dafür durchgespielt und dann pro Sektor extrapoliert.

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http://www.nzz.ch/wirtschaft/wirtschaftspolitik/eu-strategie-zur-digital...

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Strategieplan der EU-KommissionMilliarden für die Digitalisierung Mit einer «Wissenschaftswolke», Innovations-Hubs, gemeinsamen Standards und anderem will die EU-Kommission der Digitalisierung der Wirtschaft auf die Sprünge helfen. Ist der Kraftakt kräftig genug? Strategieplan der EU-KommissionMilliarden für die Digitalisierungvon René Höltschi, Brüssel20.4.2016, 07:26 UhrMit einer «Wissenschaftswolke», Innovations-Hubs, gemeinsamen Standards und anderem will die EU-Kommission der Digitalisierung der Wirtschaft auf die Sprünge helfen. Ist der Kraftakt kräftig genug?

Die Möglichkeiten zur digitalen Vernetzung von Produktion, Produkten und Dienstleistungen lässt Experten seit Jahren auf eine neue industrielle Revolution, auf die «Industrie 4.0», hoffen. Doch in Europa haben nach Einschätzung der EU-Kommission vor allem traditionelle Sektoren wie der Bau, die Agro- und Ernährungswirtschaft, die Textil- und die Stahlbranche sowie KMU noch Nachholbedarf. Am Dienstag und damit pünktlich vor der Industriemesse Hannover von nächster Woche hat die Brüsseler Behörde eine Strategie vorgelegt , die Abhilfe schaffen soll.

Laut dem Strategieplan schwebt der Kommission zum Beispiel die Schaffung einer europäischen Cloud für offene Wissenschaft vor, einer virtuellen Umgebung mit Hochleistungs-Infrastruktur, über die Forscher Daten speichern, austauschen und wiederverwenden können. Auch will sie mit Innovations-Hubs, der Koordination nationaler Initiativen und mit Fördergeldern die Digitalisierung unterstützen. Gemeinsame Normen sollen sicherstellen, dass Smartphones, Computer und Sensoren überall in Europa problemlos miteinander kommunizieren können. Auch stellt Brüssel ein rechtliches Umfeld in Aussicht, das zum Beispiel Haftungsfragen für den Fall klärt, dass ein selbstfahrendes Auto in einen Unfall verwickelt wird.

Die Kommission geht davon aus, dass mit den Plänen während fünf Jahren insgesamt über 50 Milliarden Euro an öffentlichen und privaten Investitionen mobilisiert werden. Davon soll ein Teil direkt aus dem EU-Haushalt kommen, den Rest müssten die Mitgliedstaaten und die Wirtschaft aufbringen.

Die teilweise noch recht vagen Pläne stiessen auf ein verhalten positives Echo. Lob kam zum Beispiel von der britischen Regierung. Die Strategie konzentriere sich auf die richtigen Prioritäten, erklärte der Wirtschaftsdachverband Business Europe. Die Kommission habe sich schwergetan, ihre Rolle in diesem wichtigen Zukunftsbereich zu finden, doch habe sie nun zumindest die richtigen Themen benannt, hielt Martina Werner, industriepolitische Sprecherin der deutschen Sozialdemokraten im EU-Parlament, fest. Kritik kam vom Bundesverband der Deutschen Industrie: 50 Milliarden Euro seien «nur ein Tropfen auf den heissen Stein».

http://www.nzz.ch/wirtschaft/wirtschaftspolitik/milliarden-fuer-die-digi...

 

  

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Industrie 4.0: «Es braucht eine gute Fehlerkultur»

Revolution

Die digitale Transformation verlangt ein fundamentales Umdenken. Der Chef von Switzerland Global Enterprise über die Wirtschaft der Zukunft – und Nachholbedarf bei Schweizer Firmen.

Industrie 4.0 ist das Schlagwort der Stunde. Die Schweizer Wirtschaft ist auf dem Weg in die digitale Welt. Daniel Küng, CEO des Handelsverbands Switzerland Global Enterprise (S-GE), sieht die hiesigen Firmen gerüstet für die Herausforderungen der Zukunft. Nachholbedarf sieht der Fachmann dennoch: Die Schweizer Unternehmen könnten ihre Produkte besser und – «mutiger an den Markt bringen», sagt er im Interview (siehe Video unten). «Dort haben wir noch etwas Aufholbedarf.»

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http://www.handelszeitung.ch/digitalisierung/industrie-40-es-braucht-ein...

 

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Technologie soll 30'000 UBS-Mitarbeiter ersetzen

Aufgrund der Digitalisierung könnte jede dritte Stelle der Schweizer Grossbank wegfallen. Konzernchef Sergio Ermotti erwartet eine Verschiebung innerhalb von zehn Jahren.

Bei der Schweizer Grossbank UBS könnte Technologie in den kommenden Jahren rund ein Drittel der Stellen überflüssig machen. In Zahlen wären das knapp 30'000 Menschen.

Einschliesslich externen Mitarbeitern beschäftige das Institut zurzeit fast 95'000 Personen, erklärte Konzernchef Sergio Ermotti in einem Interview dem Magazin «Bloomberg Markets». «Man kann 30 Prozent weniger haben, aber die Jobs werden viel interessanter sein», sagte er. Statt 50 Kunden könnten die Mitarbeiter dann 100 Kunden bedienen, und das auf eine viel ausgefeiltere Weise.

«Die Technologie wird helfen, die Kostenbasis zu reduzieren.» Gleichzeitig müsse aber ein grosser Teil der Einsparungen reinvestiert werden, um technologisch auf dem neusten Stand zu bleiben, erklärte Ermotti.

Er erwartete keinen «Big Bang», sondern eine graduelle Verschiebung über die kommenden zehn Jahre.

(sda)

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Wie Roboter die Arbeit von Anwälten verändern

Recht

Es ist das dominante Thema in der Anwaltsbranche: Legal Tech. Derzeit sorgen neue Formen intelligenter Software bei Schweizer Juristen für Aufsehen.

Die Meldung sorgt für Gesprächsstoff unter Zürcher Wirtschafts­anwälten: Baker McKenzie, eine der grössten Kanzleien der Welt (6100 Mitarbeiter, 2,7 Milliarden Dollar Umsatz), rollt in den nächs­ten Wochen unter anderem in der Zürcher Niederlassung ein digitales Tool aus, das fähig ist, selbständig die Rechtsrisiken in Verträgen aller Art zu bewerten. Was junge ­Anwälte mit Stundenansätzen von 300 bis 500 Franken heute bei einem M&A-Prozess während Tagen, wenn nicht Wochen beschäftigt, übernimmt neu die Maschine – schneller, günstiger und erst noch weniger fehleranfällig. Due Diligence per Knopfdruck.

Kollega Dr. iur. LL.M. Roboter: Kein anderes Thema treibt die Anwaltsbranche zurzeit derart um wie Legaltech. Der Grund: Diesmal geht es nicht um Automatisierung, sondern darum, wie weit Softwareprogramme in den Arbeitsbereich des Anwalts vordringen. «Die Frage ist nicht, ob das passieren wird, sondern nur wann und in welchem Umfang», sagt Ben Allgrove, Partner im Londoner Büro von Baker McKenzie und so etwas wie der Mister Artificial Intelligence (AI) der Anwaltsszene.

Die internationalen Grosskanzleien legen vor

Baker McKenzie ist kein Einzelfall. Bei den internationalen Wirtschaftskanzleien ging es in den letzten Monaten Schlag auf Schlag in Sachen Legaltech. Die Londoner Grosskanzlei Freshfields Burckhaus Deringer mit Kunden wie ­Novartis, LafargeHolcim, VW oder Maersk Oil ging im Januar eine Kooperation mit Neota Logic ein, einem Provider für intelligente Software im Bereich Recht und Regulatorien. Die ebenfalls in London ansässige Kanzlei Slaughter and May mit 115 Partnern, 1164 ­Angestellten und Kunden wie Credit Suisse, Cathay Pacific und Tata Steel ist seit März mit 5 Prozent an Luminance beteiligt, einem führenden Anbieter für intelligente Software im Bereich Due Diligence, Compliance, Versicherung und Vertragsmanagement an der Cambridge University. Und Dentons – mit rund 7000 Anwälten die grösste Kanzlei weltweit – hält sich mit Nextlaw Labs gleich einen eigenen Legaltech-­Inkubator – in Partnerschaft mit IBM.

Baker McKenzie wieder hat sich für seine AI-­Zukunft EBrevia ins Boot geholt. EBrevia ist ein Spin-off von Wissenschaftern der University of Columbia, das sich auf die Analyse von Verträgen in M&A-Prozessen fokussiert. Das Software-Tool wird fürs Erste neben Zürich in den Baker-Büros in Chicago, Toronto, Hongkong, Kuala Lumpur, Singapur, Frankfurt, München, Berlin und Düsseldorf installiert. Bis Ende Jahr soll der globale Rollout erfolgen.

Viel Bewegung auch auf dem Platz Zürich

Loyens & Loeff, eine seit kurzem in Zürich mit ­einem Büro präsente internationale Kanzlei, betreibt ein internes, interdisziplinäres Legal-Lab. Mit von der Partie sind ein Linguist, ein Mathematiker von der Sorbonne und ein Astronom. Getüftelt wird an «machine learning». Zwei Tools sind bereits im Einsatz, wie Beat Baumgartner, Partner im Zürcher Büro, sagt. Beide haben klingende Namen: Laila ist ein Programm zur Analyse von Aktienverkaufsver­trägen, Olena ist ein intelligentes Tool zur Organisationsanalyse international tätiger Unternehmen.

Doch auch die grossen Schweizer Wirtschaftskanzleien  haben das Thema künstliche Intelligenz auf dem Radar. «Die Awareness ist da», bestätigt Lukas Morscher von Lenz & Staehelin, der Nummer eins auf dem Schweizer Markt. Der für die Digitalisierung verantwortliche Partner sieht neben der Due Diligence auch bei der Vertragsredaktion ­Potenzial. Das Thema: Intelligente Software, die vor ­allem bei komplizierten Transaktionsverträgen aus einem Fundus erprobter Vertragsklauseln Vorschläge macht: eher käuferfreundlich, eher verkäuferfreundlich, ausgeglichen. Dazu komme der intelligente ­Research, insbesondere die Vernetzung von eigenem Know-how mit externen Datenbanken, sagt Morscher – wobei: «Vernetzung heisst immer auch mögliches Einfallstor für Hacker und damit Sicherheitsrisiko.»

Schweizer Grosskanzleien holen sich Legaltech ins Haus

Bereits auf Tuchfühlung mit Legaltech ist man bei Schellenberg Wittmer. Die Kanzlei hat seit einiger Zeit eine Tochter, FlexLaw by Schellenberg Wittmer. FlexLaw bietet projektbezogene Unterstützung bei der Sichtung grosser Mengen von Dokumenten, wie sie bei grossen Rechtsfällen anfallen, E-Discovery und Vertragsmanagement.

Sehr konkret ist die Sache auch bei Homburger. Die Kanzlei hat im Juni bekannt gegeben, dass sie mit Ravn zusammenarbeitet, einem führenden Anbieter von intelligenter Software. Die Kanzlei beobachte die Entwicklung sehr genau, insbesondere die Systeme, die mit Smart Contracting und Datenanalyse zu tun hätten, sagt Daniel Daeniker, Managing Partner bei Homburger.

Legaltech – ein Vorteil für die Grossen?

Auch die Schweizer Matadoren der Anwaltsszene haben das Thema demnach genau im Blick. Auf einem anderen Blatt steht, ob die im internationalen Vergleich kleinen Schweizer Grosskanz­leien genügend PS auf den Boden bringen, um mithalten zu können. Das Problem: Die Kosten für Anschaffung und Implementierung sind bei intelligenter ­Software nur die eine Seite. Die andere ist der Nutzen, der mit jeder Anwendung grösser wird. Mit anderen Worten: Der Nutzen intelligenter Software ist auch eine Frage der Grösse einer Anwaltskanzlei.

«Wir sind überzeugt, dass wir hier aufgrund un­serer globalen Präsenz einen Vorteil haben», sagt Marnin Michaels, Mitglied des Management Committee von Baker McKenzie in Zürich. Lukas Morscher formuliert vorsichtiger: «Der Faktor Kanzleigrösse wird in den nächsten Jahren wichtiger werden.» Entscheidend sei, dass die Kanzlei nach der Implementierung intelligenter Software effizienter arbeite als vorher.

Risiko oder Chance?

«Klar, die Skaleneffekte sprechen für die grossen Kanzleien», sagt Manuel Liatowitsch, Geschäftsleitungsmitglied von Schellenberg Wittmer. Er glaube aber nicht, dass die Schweizer Wirtschaftskanzleien bei diesem Wettbewerb deswegen von vornherein im Nachteil seien. «Richtig ist, dass wir gefordert sind, uns mit Legaltech zu beschäftigen», doch das sehe er als vergleichsweise junger Partner positiv. Die Anwaltsbranche habe sich lange schwer getan mit neuen Technologien, er sei deshalb froh, «dass es endlich losgeht». Und so Neuland seien neue Technologien nun auch wieder nicht. Der grosse Schub in Sachen Digitalisierung liege bei Schellenberg Wittmer bereits drei bis vier Jahre zurück. «Dass wir weiter am Ball bleiben, ist für uns eine Selbstverständlichkeit.» AI als Chance: Das sieht man auch bei Homburger so. «Intelligente Systeme werden uns helfen, noch besser auf Klientenbedürfnisse ­einzugehen», sagt M&A-Spezialist Daeniker.

Verhalten skeptisch äussert sich Hans Rudolf Trüeb, Partner und Mitglied der Geschäftsleitung bei Walder Wyss. Grösstes Problem sei die Investitionssicherheit: «Wer weiss, welche dieser Plattformen, in die wir nun ­beträchtliche Ressourcen investieren, in drei Jahren noch da ist?» Dazu komme, dass die meisten AI-Lösungen nur in Englisch oder allenfalls noch in Spanisch angeboten werden. «Für Inhalte in deutscher Sprache beginnen Sie auf der grünen Wiese.»

Der Druck von Seiten der Kunden nimmt zu

Trotzdem, auch bei Walder Wyss ist die neue Zeit angebrochen. Die Schweizer Nummer zwei testet zurzeit das Tool von Luminance zur Dokumentenanalyse sowie eine schweizerische Lösung zur Automatisierung von Dokumenten. Ziel sei es, die Programme produktiv einzusetzen und einen Mehrwert für die Klienten zu schaffen, sagt Hans Rudolf Trüeb. «Doch das ist ein steiniger Weg.»

Doch die Technologie ist nur ein Treiber der Entwicklung. Wichtig ist auch der Druck vonseiten der Kunden. Der Trend geht in Richtung «more for less». Immer mehr Klienten drängen auf All-inklusive-Packages. Viele Leistungen lassen sich nicht mehr verkaufen, sondern müssen gratis angeboten werden.

Schlechtere Anwälte in den Rechtsabteilungen – das war einmal

Baker McKenzie zum Beispiel stellt ihren Klienten Apps zur Verfügung für grenzüberschreitende Kotierungen und mit Informationen zum Wettbewerbsrecht in 47 Staaten. Einfach in Stunden abzurechnen, wie das die meisten Anwälte gewohnt waren, wird schwieriger. Und wenn eine Kanzlei darauf besteht, bekommt sie es auf Klientenseite mit einem digitalen Tool zu tun, das sämtliche Rechnung auf deren Plausibilität überprüft. Peinlich, wer dabei hängen bleibt.

Dazu kommt, dass vor allem Grosskunden in den letzten Jahren viel Geld in eigene Rechtsabteilungen und deren Wissen investiert haben. Heute begegnen sich Inhouse-Teams und externe Anwälte auf Augenhöhe. Bevor man ins Geschäft kommt, wird hart verhandelt. Der alte Juristenspruch, dass die besten Anwälte zu den Kanzleien gehen und die mäs­sigen in den Rechtsabteilungen der Unternehmen unterkommen, hat sich überlebt.

Gefährdete Junganwälte?

Dazu kommt die exponentielle Entwicklung der ­Datenmengen, welche die menschlichen Kapazitäten schlicht an ihre Grenzen bringen. Grosse Fälle wie die Schweizer Schwarzgeld-Cases oder die Dieselgate-Verfahren von VW generieren Datenvolumen, die eine computergestützte Bewältigung unabdingbar machen.

Bleibt die Frage, was die künstliche Intelligenz auf ­lange Sicht mit dem Beruf des Anwalts anstellen wird. Common Sense in der Szene ist, dass die Programme als Erstes die Jobs von Associates – so werden die Berufseinsteiger genannt – übernehmen werden. Die Hamburger Bucerius Law School und Boston Consulting gingen 2016 in einer Untersuchung davon aus, dass Maschinen in den nächsten Jahren 30 bis 50 Prozent der Jobs von Associates erledigen werden. Doch das ist umstritten. Dana Remus und Frank Levy, zwei Wissenschafter der University of North Carolina School of Law, die sich die Mühe gemacht haben, das Ganze empirisch zu untersuchen, sind vorsichtiger. Ergebnis: Nur 13 Prozent der Arbeiten von jungen Associates sind digitalisierbar. Zudem konnten sie keinen «signifikanten Zusammenhang» zwischen der Stellung eines Anwalts innerhalb der Kanzlei und den Auswirkungen technologischer Neuerungen feststellen.

Es wird immer um die Alternative Anwalt mit oder ohne digitales Tool gehen

Klar ist: Die künstliche Intelligenz steckt noch immer in den Kinderschuhen. Bei allen Extrapolationen bleibt sie die grosse Unbekannte. Ben Allgrove sagt es in Anlehnung an Henry Ford, den legendären Autobauer: «Wir sind noch immer in der Phase, in der wir uns schnellere Pferde wünschen und uns das Auto noch nicht vorstellen können.»

Zwei Dinge werde künstliche Intelligenz zudem nie ersetzen können, ist der Topanwalt überzeugt: die Identifikation des rechtlichen Problems – es ist das Herzstück dessen, was ein Anwalt macht – und die mensch­liche Beziehung. Es werde deshalb immer um die Frage gehen: Anwalt mit oder ohne digitale Helfer. Und nicht um die Frage Anwalt oder Software.

http://www.handelszeitung.ch/unternehmen/wie-roboter-die-arbeit-von-anwa...

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Der Weise gewinnt mehr Vorteile durch seine Feinde als der Dummkopf durch seine Freunde.
Benjamin Franklin