Eigenkapital einer Bank oder versteh ich Bankhof

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12.06.2010 02:55
#1
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Eigenkapital einer Bank oder versteh ich Bankhof

Viel geschrei um das eigekapital von banken. Alle finden, banken müssten mehr eigenkapital haben doch nur wenige verstehen, was das in realität bedeuted....weil sie nicht verstehen, wie eigenkapital bei banken berechnet wird....weil sie nicht verstehen, dass es bei einer bankbuchhaltung nicht mit der üblichen doppelten buchhaltung getan ist. Die wenigsten, wissen doch nur schon nicht, dass die bankbilanz vorwiegend (gilt zu 100% für reine kreditinstitute) eine umsatzrechnung ist....ähhh? kein problem, du bist nicht der einzigste.

Wie auch immer, das ist nicht so wichtig. Wichtig ist zu wissen, dass das EK der banken nach bestehenden (gemäss bilaz/ausserbilanz) RISIKEN bemessen wird. Eine bank ohne RISIKEN braucht de facto - ausser dem ordentlichen aktienkapital - kein weiteres EK. Und das macht auch absolut sinn. Das problem ist nun, die RISIKEN zu messen. Je höher ein RISIKO desto mehr EK muss die bank auf den tisch legen. Eine bank kann de facto jedes RISIKO eingehen (das mit einer wahrscheinlichkeit gemessen werden kann!), WENN sie über genügend EK verfügt.

Das problem ist also die RISIKOMESSUNG. Wenn diese gut ist, sollte die bank immer genug kohle haben, um ihre schexxxx selber aufzuräumen...wenn nicht, gehts dir wie lehman.

Das problem mit dem RISIKO ist, dass es sich nie genau messen lässt, denn wahrscheinlichkeiten sind wahrscheinlichkeiten, nicht mehr und nicht weniger.

Es gibt RISIKEN, die sich einigermassen gut berechnen lassen. So ist nicht anzunehemen, dass Seppli Meier (sorry) seine hypozinsen einfach so nicht mehr bezahlt (kleine ausfallwahrscheinlichkeit!)....aber wie sollen wir den umstand bewerten, dass Theresli Huber, die lehrtochter, die schalterkasse - für eine easy chillparty mit ihren freundinnen - räumt?

Wieviel muss die bank für dieses RISIKO hinterlegen?....oder wenn's Theresli ausgelehrt ist und jetzt bei der grossen ubs als kundenberaterin arbeiten darf und dabei 10Mio veruntreut? wieviel muss die ubs für dieses RISIKO hinterlegen?

Ok, die ubs ist jetzt kein gutes beispiel aber so ist das...durchs Band...neuste bestimmungen verlangen für jedes nur erdenkliche RISIKO ein fränkli. Dieses verfahren mag zwar recht smart klingen und ja, es ist vom mecano her ok....ABER die grenzen sind erreicht.

Warum? SCHAU: Heute muss die bank 8% der RISIKEN als EK halten (WICHTIGE ZAHL SOG. SOLVABILIÄTSKOEFFIZIENT...tönt so kompliziert, damit nur wenige ihn verstehen können).

Jetzt SCHAU: Wenn bank kein EK mehr für mehr RISIKEN hat, also die 8% überschritten werden, darf sie keine RISIKEN mehr eingehen (zB dir kredit geben). Das ginge ja noch. Aber schlimmer, wenn die bestehenden RISIKEN steigen muss sie mehr EK anschaffen (zB aktienkapitalerhöhung) oder RISIKEN abbauen. Und jetzt kommts ganz dick für dich. Nicht, dass du keinen kredit für dein gartenhäuschen bekommst, nein, mehr: SCHAUUUU: die bank muss dich anrufen und dir sagen, dass es ihr zwar extrem peinlich ist, aber wegen zu wenig EK muss sie dir die hypothek künden, damit sie die ominösen 8% wieder einhält (du wurdest vom Theresli ausgelost)..DA GUKST DU! ...aber so läufts (also in realität läufts dann meistens so, dass andere banken einspringen oder die FINMA ein auge zudrückt).

Wenn die EK-anforderungen steigen, bedeuted dies weniger kredite und folglich auch teurere kredite.

DAS SOLLTE SICH JEDER BEWUSST SEIN, DER HEUTE NACH MEHR EIGENKAPITAL SCHREIT.

WAS LANGFRISTIG VOLKSWIRTSCHAFTLICH SINNVOLLER IST, AB UND ZU EIN BANKENCHLÄPFLI ODER PERMANENT HOHE KREDITZINSEN (NATÜRLICH AUCH HYPO!) IST NICHT ERFORSCHT.

Mit dem chläpfli-system sind wir bis jetzt nicht schlecht gefahren. So sind in der ch ja auch schon mehrere banken pleite gegangen, sogar kantonalbanken. Auch kunden mussten bluten, das ist nichts neues. (ist natürlich wirklich hart wenns, dich trifft...auf die leute der thuner sparkasse wurde vor 20 jahren ja auch geschossen...also als banker kann man schon gefährlich leben. Viele haben wahrscheinlich schusssichere westen...oder wie hoch ist die wahrscheinlichkeit, dass die hält?);

Aber ich glaube permanent hohe kreditzinsen würden der wirtschaft langfristig mehr schaden...unser System ist nun mal - glücklicherweise - auf geld gebaut...sonst würden wir noch heute in höhlen leben und keulen tauschen.

Was ich aber voll unterstütze sind massiv höhere banksteuern. aufgrund ihres geschützen und volkswirtschaftlichen status, verstehe ich nicht wesshalb die banken, die gesamte soziale überrendite unter ihren angestellten verteilen (...je höher in der hierachy desto unverschämter...) und dabei diejenigen, die die ÜBERRISIKEN letztlich immer bezahlen- so oder so, entweder als anleger, als sparer, als schuldner und/oder als steuerzahler -, leer ausgehen sollen.

Ok, bei banken muss das EK wachsen, damit neue kredite (RISIKEN) eingegangen werden können, daher sollte alles was über dem ordentlichen steuersatz liegt, nicht abgezogen, sondern konserviert werden zB als nachrangiges kapital. So kann die bank einerseits weiterhin RISIKEN eingehen, was ja letztlich ihre einzigste volkswirtschaftliche aufgabe ist UND anderseits stellt man sicher, dass diejenigen, die drin sind, an der KURZEN LEINE gehalten werden; WAS - wie wir ja alle gesehen haben - absolut notwendig ist. Die leute da drin sehen so viele nullen den ganzen tag (...), da kann man schon mal die übersicht verlieren...ODER SICH SELBER GUTES TUN.

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14.06.2010 12:45
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Eigenkapital einer Bank oder versteh ich Bankhof

Quote:

Ich bin überzeugt, es ist nur eine Frage Zinses ob der Kredit bei einer Bank gesprochen wird.

Also wenn die 8% überschritten sind, spielts keine Rolle wieviel Zins die bank heuscht. Sie muss zwingend EK hinterlegen, unabhängig vom Zins den sie verlangt.

...bei einer Bank ... meinte damit einer andern, die die ( % noch nicht ausgeschöpft hat. Die "Ausgeschöpfte" solls bitte bleiben lassen.

Quote:

Ich mag kein Brot und auch keine Spiele. Ich mag faire Schuldzinsen und faire Zinsen auf meinem Lohnkonto. Ich mag nicht 2.- bezahlen für Bancomatbezüge, ich mag mich nicht von inkompetenten Kundenberatern anlabbern lassen und ich mag auch nicht meine Steuergelder für koksende Bankbeamte hinterlegen. Banken brauchen keine Dividende zahlen, nur die nötigsten Investitionen machen, keine Werbeartikel, Events etc., Löhne gemäss Beamtensalärliste und Entzug des gesamten Überschusskapitals. Das würde sofort Ruhe bringen.

Ok , isch geh auch nicht an jeden CSI. Wenn Du genügend Geld bei der Bank hast (UBS 20k) kosten selbst Bezüge an fremden Bancomaten nichts. Alternative Post mit einem kleinen Fond im Depot. Wink

Eine AG die Gewinne schereibt hat Dividenden zu zahlen oder zu investieren um Kurssteigerung zu erziehlen. Ich erwarte einen Dividende sonst verkauf ich das Teil.

Aber unsere Erwartung was eine Bank (oder generell AG ) ist klafft weit auseinander. Solange das Gesetz es zulässt, werden unternehmen wohl funktionieren wie die UBS/CS. Alternativ gibts das Geschäftsmodell der Genossenschaft, das ich übrigens sehr überzeugend finde. Eine Beteiligung daran hat aber meist andere Motivation.

Quote:

Also ich finde, dass bei 0.125% Zins ich sehr wohl massiv geschädigt bin als Sparer! Bitte sage mir jetzt nicht, dass ich mein Geld halt an der Börse anlegen soll.

Ernsthaft Sorgen über entgangener Sparvorteil muss sich ja nur der Besitzende machen , also willkommen im Club der gebührenfreien Bancomatbesitzer. Wink

Meine Grundregel lautet: Zinsen > Sparkonto erkauf ich mir mit Risiko > Sparkonto. Hierbei ist der unbeeinflusste Markt relativ fair. (Effizienz des Marktes) gilt als eine der Grundmechaniken des Marktes, aber das ist schlussendlich auch nur ne Glaubenssache.

Kauf halt ne Kassaobli, aber nicht jammern wenn die Zinsen steigen.

14.06.2010 09:36
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Eigenkapital einer Bank oder versteh ich Bankhof

ganz schön vill *Risiko* I-m so happy

14.06.2010 08:32
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Eigenkapital einer Bank oder versteh ich Bankhof

Das Eintreten eines Ereignisses kann nur als Wahrscheinlichkeit ausgedrückt werden. Uber eine genügend lange Zeit wird sich, sofern richtig gerechnet wurde, dies erfüllen.

Das ist so sicher wie das Amen in der Kirche. Mit der Unendlichkeit kann man alles erschlagen.

Das Problem ist, dass das Weltengeschick nichts von dieser Berechnung weiss und auch dass die Rechnungsgrundlagen Ereignisse bzw Ereignisketten nicht berücksichtigen können, die noch nie oder zu spärlich aufgetreten sind.

Können vielleicht schon, aber wie gewichten? Grundsätzlich muss man gar nicht jedes Ereignis kennen, man kann einfach über die Kreditäquivalente oder pauschal über den Solvabilitätskoeffizient den Preis für Risiken erhöhen.

Ich bin überzeugt, es ist nur eine Frage Zinses ob der Kredit bei einer Bank gesprochen wird.

Also wenn die 8% überschritten sind, spielts keine Rolle wieviel Zins die bank heuscht. Sie muss zwingend EK hinterlegen, unabhängig vom Zins den sie verlangt. Differenziert wird noch bei der Bonität des Kunden. Für Kunden mit nicht so guter Bonität, muss die Bank ein paar Fränkli mehr hinterlegen. Grundsätzlich gilt, dass kein Kredit EK-frei ist!! Wenn also alle Banken in der CH die 8% überschritten haben, darf – zumindest nach Gesetz, was ja sehr dehnbar in unserem Lande ist (vgl. UBS-Irs deAL) – kein Kredit mehr gesprochen werden. Markt hin Markt her (das ist ja gerade die sog. Marktregulation). Wahrscheinlich muss man dann seinen Kreditantrag bei Hans-Rudolf einreichen.

Die Bank gibt eigentlich alles via Dividende, Löhne, Investitionen, STEUERN, Sponsoring Spenden, Events , Werbeartikel (wer hatte damals keine SKA Mütze ?) aus.

……….und ich? Ich mag kein Brot und auch keine Spiele. Ich mag faire Schuldzinsen und faire Zinsen auf meinem Lohnkonto. Ich mag nicht 2.- bezahlen für Bancomatbezüge, ich mag mich nicht von inkompetenten Kundenberatern anlabbern lassen und ich mag auch nicht meine Steuergelder für koksende Bankbeamte hinterlegen. Banken brauchen keine Dividende zahlen, nur die nötigsten Investitionen machen, keine Werbeartikel, Events etc., Löhne gemäss Beamtensalärliste und Entzug des gesamten Überschusskapitals. Das würde sofort Ruhe bringen.

Sparer (ich red nicht von Lehman Papierhalter!) wurden doch überhaupt nicht geschädigt.

Also ich finde, dass bei 0.125% Zins ich sehr wohl massiv geschädigt bin als Sparer! Bitte sage mir jetzt nicht, dass ich mein Geld halt an der Börse anlegen soll.

Fine-Tuner

13.06.2010 10:47
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Keine neuen Belastungen für die Banken

Risiko

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Das Eintreten eines Ereignisses kann nur als Wahrscheinlichkeit ausgedrückt werden. Uber eine genügend lange Zeit

wird sich , sofern richtig gerechnet wurde, dies erfüllen.

Das Problem ist, dass das Weltengeschick nichts von dieser Berechnung weiss und auch dass die Rechnungsgrundlagen Ereignisse bzw Ereignisketten nicht berücksichtigen können, die noch nie oder zu spärlich aufgetreten sind.

Wie lange brauchts denn schliesslich, bis eine neue Tehorie erhärtet und anerkannt ist?

Ergo die ganze Wahrscheinlichkeitsberechnug bleibt in einer Wahrscheinlichkeit gefangen. Es wird immer die Black Swans geben!

8% Regel

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Wenn eine Bank mit riskanten Geschäften ihr Risikospielraum ausgeschöpft hat, dann soll und darf sie Hans meier keinen Kredit mehr geben. Tuts sies doch, sind wir eben im roten (wenn auch nur Wahrscheinlichteits- ) bereich. Hans Meier muss bei einer anderen Bank anklopfen. Ich bin überzeugt, es ist nur eine Frage Zinses ob der Kredit bei einer Bank gesprochen wird. Denn irgendwann übersteigt das

Risiko/Rendite Verhältnis vom Meier Kredit das andere was Verhältnis des anderen Geschäfts. UND der Kredit wird gesprochen.

Dies nennt man gemeinhin MARKT.

Aufgaben der Bank

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Die Aufgabe der Bank ist es, im Rahmen der Geseztgebung, aber under Ausnützung aller Möglichkeiten Gewinne zu erwirtschaften. Geschieht dies sozial verträglich, was heutzutage langfristig die einzige Option ist, umso besser. Hypo kredit, Zahlungsverkehr und andere populäre Dienstleistungen am Schweizervolk sind solche profitablen Möglichkeiten.

Da diese so populär geworden sind, erhielten sie nationale Bedeutung. Nun sollte wir aber nicht Bedeutung mit Aufgabe verwechseln.

Es ist nicht Aufgabe der bank Hans Meier eine Hypo zu 2% zu geben. Es ist möglich, dass die Bank sich entscheidet, dass die Meier Hypo das bessere geschäft ist und dieses zulasten eines riskanteren wahrnimmt.

Die Bank gibt eigentlich alles via Dividende,Löhne, Investitionen, STEUERN, Sponsoring Spenden, Events , Werbeartikel (wer hatte damals keine SKA Mütze ?) . Selbst Bradyboy gibt sein Geld wieder teilweise aus.

Die jungen Bangster investieren ihre Boni ja sowiso gleich in einen Porsche und Kokain (das belebt ja direkt das Business in der sonst unterprivilegierten Langstrasse.)

Von solchen Banken bin ich Aktionär. Gerne lasse ich mich auf anderslautende Statuten hinweisen.

Falls Raifeisen oder KB's anderes im Sinn haben - I don't care.

Ich als Sparer, Anleger(Investor/Spekulant) und als Steuerzahler fühle mich bis jetzt in keinster Weise Geschädigt. Meine "Schäden fahr ich ein, wenn ich Produkte mit hohem Coupon kaufe, die dann platzen, alles auf ein Pferd setze, auf meine Berater höre etc. also alles mein Versagen. Lehmann sollte eigentlich dazu führen, dass Investoren skeptisch gegenüber Papier werden und eine höhere Risikoprämie verlangen.)

Sparer (ich red nicht von Lehman Papierhalter!) wurden doch überhaupt nicht geschädigt. Sparen ist Geld auf dem Sparkonto bunkern. Der rest ist Investieren. Was waren die letzen Schweizer Bankenpleiten? Internationale Investment Banken oder eher kleine?

Führte Gesetzwiedriges Verhalten, nicht einhalten von internen Vorschriften oder ein Systemversagen (das ist ,wenn es aufgrung der Regelwerke zwangsläufig zur ungünstigen Endsituation kommt) zum kollaps.

Konklusion

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Es gibt Gesezte - lass sie uns einhalten.

Die Mechanik des Marktes begründet unser System , lasst sie Wirken.