Etwas zum nachdenken...

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11.05.2008 14:34
#1
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Etwas zum nachdenken...

Das hab ich gefunden und dachte ich muss es hier reinstellen.

Habe kein passendes Thema zu dem gefunden.

Stellen Sie sich vor, für eine Firma zu arbeiten, die etwas mehr als 500 Angestellte mit folgender Statistik hat:

- 29 sind angeklagt wegen Vergewaltigung in der Ehe

- 7 sind wegen Betrugs eingesperrt

- 19 sind angeklagt wegen der Ausstellung ungedeckter Schecks

- 117 sind direkt oder indirekt in mindestens zwei Fällen bankrott gegangen

- 71 erhalten keine Kreditkarte wegen überzogener Konten

- 14 sitzen wegen Drogen-Delikten in Untersuchungshaft

- 8 sitzen hinter Gittern wegen Ladendiebstahl

- 21 sind gegenwärtig in Gerichtsverfahren angeklagt

- 84 wurden im vergangenen Jahr wegen Trunkenheit am Steuer eingesperrt

Welche Firma, glauben Sie, ist das? Das sind die 535 Mitglieder des US-Kongresses. Dieselben, die alljährlich Hunderte neuer Gesetze verabschieden, um die Amis unter Kontrolle zu halten.

Gefunden: www.wahrheitssuche.org

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10.02.2014 18:48
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«Die EU tut, als würden wir zu ihr gehören»

 

Herr Blocher, es muss ein gutes Gefühl sein, schon wieder als Sieger aus einer solch richtungsweisenden Abstimmung hervorgegangen zu sein.
Ob ich glücklich darüber bin oder nicht, ist nicht entscheidend. Aber die Schweiz kann aufatmen, dass das Volk so mutig Stellung zur Selbstentscheidung bezogen hat – und das, obwohl man den Leuten im Abstimmungskampf dermassen Angst gemacht hat. Jetzt gilt es, die Handlungsfreiheit in Sachen Zuwanderung wieder zu erlangen. Mit der Annahme der Zuwanderungsinitiative steht jetzt in der Verfassung, dass die Schweiz die Zuwanderung selbst steuert. Wir sind nicht Mitglied der EU und wollen es nie sein.

Behauptet denn heute jemand, dass wir das sind?
Ja. Zumindest die EU tut so, als würden wir zu ihr gehören und der Bundesrat akzeptiert dies – trotz klarem EWR-Nein von 1992. Ebenso die Mehrheit des Parlaments. Die Verantwortlichen haben die Europäische Union bis heute im Glauben gelassen, dass die Schweiz der EU zumindest beitreten wolle. Und die EU hat es geglaubt. Deshalb haben wir jetzt einen solchen Salat! Mit der Übernahme der Personenfreizügigkeit hat die Schweiz ihre Unabhängigkeit faktisch preisgegeben. Jetzt ist das korrigiert.

Dass sich das Volk für eine Neuverhandlung der Personenfreizügigkeit ausgesprochen hat, muss für Sie ein ähnlicher Triumph wie das EWR-Nein 1992 sein.
Der Entscheid gegen den EWR-Beitritt war natürlich viel umfassender. Aber wie 1992 hat das Volk auch gestern realisiert, dass die Unabhängigkeit unseres Landes auf dem Spiel steht. Die Bevölkerung, die unter den Folgen der explosiven Zuwanderung leidet, hat ihre Stimme erhoben, während die Classe politique und der Bundesrat die Gefahr nicht ernst nahmen.

Der Bundesrat ist es aber, der nun für die Umsetzung verantwortlich ist.
Ja, weil er sich als Regierung wählen liess, um den Auftrag der betroffenen Bürger zu erfüllen. Und wenn er das nicht kann, muss man ihn auswechseln. Sicher ist, dass der Bundesrat keine Strategie hat, wie er der EU entgegentreten soll. Er weiss ja nicht einmal selber, was er will. Seit dem 9. Februar 2014 sollte er aber wissen, was er muss.

Wie sollte seine Strategie denn aus Ihrer Sicht aussehen?
Es ist doch ganz einfach! Zuerst – nun sag ich es noch einmal – ist der EU endlich klar mitzuteilen, dass die Schweiz nicht Mitglied ist und auch nicht werden will. Sie ist ein ausserhalb der Europäischen Union liegendes Land. Für sie gilt die Rechtsordnung der Schweiz und nicht der EU. Die schweizerische Unabhängigkeit ist in Artikel 2 der Schweizerischen Bundesverfassung festgeschrieben. Darum ist endlich das Beitrittsgesuch von 1992 für gegenstandslos zu erklären. Und die dritte Botschaft ist: Die Schweiz ist auch kein Mitglied des Europäischen Binnenmarktes und will es auch nicht sein. Sonst müssten wir nämlich alle EU-Regelungen übernehmen – in der Steuerpolitik, in der Aussenpolitik, bis hin zur Währung.

Die FDP hat ja bereits vorgeschlagen, dass Sie die Verhandlungen mit der EU führen sollen. Wären Sie dazu bereit?
Ich danke natürlich vielmals für den grosszügigen Vorschlag einer eher hilflosen FDP. Es ist aber schon ein wenig merkwürdig, dass man der grössten Partei, die bei wichtigen Fragen über 50 Prozent der Stimmen auf sich vereint, keinen zweiten Bundesratssitz zugestehen will. Und dann deren Hilfe will, wenn man selbst in der Tinte sitzt. Aber auch ein fähiger Diplomat kann nur gute Resultate erzielen, wenn er Verhandlungs-Vollmacht hat, und wenn auf keinen Fall der Bundesrat selber verhandeln will!

Weshalb soll der Bundesrat nicht selber verhandeln?
Der Bundesrat hat ja das Gefühl, er müsse immer sagen, was die EU hören will. Dabei macht das kein normaler Mensch: Mit jemandem verhandeln, der die gleiche Meinung vertritt. Es braucht Diplomaten, die hart auftreten können. Wenn sie keine Einigung mit der EU erzielen können, können sie immer noch sagen: «Ich habe zu Hause einen Chef, der will das so, ich kann Ihnen nicht weiter entgegenkommen.» Der Bundesrat hingegen kann das nicht.

Diese Theorie gehört ja quasi zum kleinen Einmaleins der Diplomatie. Weshalb glauben Sie, dass der Bundesrat das nicht weiss?
Bis in die 80er-Jahre wusste das unsere Landesregierung. Der Bundespräsident ging prinzipiell nie ins Ausland, weil er sich nicht auf die Forderungen einlassen wollte. Heute scheint von diesem Bewusstsein nichts mehr übrig zu sein. Dabei wäre es so einfach: Wenn man sich nur auf diesen eisernen Grundsatz zurückbesinnen würde, wäre man mit der EU viel erfolgreicher. So oder so: Die anstehenden Verhandlungen sind kein Zuckerschlecken, aber wir sind in einer starken Position. Die EU ist die Bittstellerin: Sie hat ein Interesse daran, dass wir in der Unternehmensbesteuerung, in Energiefragen oder bei der Zinsbesteuerung, im Datenaustausch und so weiter mit ihr zusammenarbeiten.

Sie gehen davon aus, dass die Schweiz ein attraktiver Handelspartner bleibt. Die Gegner Ihrer Initiative befürchten aber ein wirtschaftliches Tief in der Schweiz, wie wir es nach dem EWR-Entscheid schon einmal erlebt haben.
Das EWR-Nein hat uns keine wirtschaftlichen Schwierigkeiten beschert, das ist dummes Zeug. Am Tag nach der Abstimmung ist die Börse und der Franken gestiegen. Auch die Zinsen haben positiv nach unten reagiert, die Leute wollten also mehr Geld anlegen. Der Punkt ist, dass die Abstimmung mitten in einer Rezession stattgefunden hat. Die Immobilienkrise, die grosse Teuerung und Steuererhöhungen sind dafür verantwortlich, dass die 90er-Jahre wirtschaftlich schwierig waren, nicht das EWR-Nein.

Dieses Mal ist die Situation anders. Es wäre keine bestehende Krise schuld, sollte die Umsetzung Ihrer Initiative zu wirtschaftlichen Schwierigkeiten führen.
Natürlich kann es in den nächsten Jahren wieder zu wirtschaftlichen Schwierigkeiten kommen, die Situation in ganz Europa ist alles andere als stabil. Aber ich sage Ihnen etwas: In einer solchen Situation stünde die Schweiz mit dem Kontingentssystem besser da als mit der Personenfreizügigkeit, wie wir sie heute haben. Mit der Personenfreizügigkeit bleiben die Ausländer – und es kommen erst noch zusätzliche – nämlich auch, wenn es im Land Probleme gibt. In einem Kontingentsystem gehen die meisten dagegen wieder nach Hause, wenn es sie nicht braucht. Vielleicht wird der gesamte Kuchen mit dem Kontingentssystem etwas kleiner, aber die einzelnen Stücke werden grösser.

Dann hat künftig jeder Schweizer ein fettes Tortenstück auf dem Teller?
Zuerst muss die Initiative umgesetzt werden. Aber dann gibt es für jeden ein dickeres Kuchenstück, ja.

 

http://www.20min.ch/schweiz/news/story/-Die-EU-tut--als-wuerden-wir-zu-i...

weico

09.02.2014 04:05
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@ weico

 

Dann ist die sicher auch mit ihrem père Steinangel Merkelbrück im siebten Monat schwanger... äh im siebten Grad verwandt. Biggrin

08.02.2014 18:15
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sime hat am 07.02.2014 - 22:27 folgendes geschrieben:

Zufälle gibts....

http://www.bluewin.ch/de/entertainment/people/artikel-redaktion/2014/02/...

 

Mit wem die wohl verwandt ist?

 

 

 

..mit  Peergola Steinmerkel..

 

weico

07.02.2014 22:27
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Zufälle gibts.... Biggrin

http://www.bluewin.ch/de/entertainment/people/artikel-redaktion/2014/02/...

 

Mit wem die wohl verwandt ist? Biggrin

 

09.09.2008 12:41
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Einbruch in der Zeitungsbranche?

Man spricht davon, man kann es lesen - etwas Negatives mehr, das nun aber genau die Medien betrifft, die doch so gerne speziell das Negative verbreiten. Dazu gab es in den vergangenen ca. 18 Monaten genügend Stoff, Zündstoff. Man informierte, desorientierte, verdrehte, manipulierte, schlachtete aus, verbreitete noch mehr Panik und mehr und mehr und Leser saugte gierig auf, fand Gefallen daran, sich schocken zu lassen - Horror live. Sobald irgendwo irgendwie eine positive Mitteilung sich traute aufzutauchen, ward diese sofort zum Fressen für Presse und TV-Sender; man suchte das Schlechte daran. Nur Schlechtes, Brutales, Katastrophales verkauft sich gut. Die Schlagzeilen ziehen, ziehen an, muss man lesen. Lange, lange, lange. So lange bis es einem zum Hals raushängt und zum Ko... langweilt. Ja, und dann stolpert man über solche Schlachtzeilen wie z.B. die Folgende:

Man beachte das Wort Rezession Smile

Zeitungsbranche steckt bereits in der Rezession

Werbeeinnahmen bilden sich in ganz Westeuropa zurück – USA signalisieren noch keine Erholung – Ungelöste strukturelle Probleme

< zurück 06.09.2008 , Ausgabe: 71 , Seiten: 12 , Rubrik: IM FOKUS

Von Dominik Feldges

Falls es noch eines Beweises bedarf, dass sich die Konjunktur europaweit abkühlt, hier ist er: Die Zeitungsbranche, die erfahrungsgemäss besonders empfindlich auf einen Wirtschaftsabschwung reagiert, steckt von Sizilien bis zum Nordkap in der Krise. Überall ist von fallenden Werbeeinnahmen die Rede, und niemand erwartet in der zweiten Jahreshälfte eine Besserung. Hinzu kommen strukturelle Probleme, die das Überleben verschiedener Verlagshäuser langfristig in Frage stellen.

Entzauberte Gratiszeitungen

Besonders angespannt ist die Situation in Grossbritannien, den Niederlanden, in Spanien und Skandinavien. Die britische Zeitungsgruppe Trinity Mirror (unter anderem «Daily Mirror») verbuchte im ersten Semester 6% geringere Werbeeinnahmen als im Vorjahr und erlitt einen Verlust von 16,6 Mio.£ (knapp 33 Mio. Fr.). Ebenfalls defizitär war das Geschäft der Regionalzeitungsgruppe Johnston Press (u.a. «The Scotsman») und des ebenfalls britischen Unternehmens Mecom, das vor allem in Deutschland («Berliner Zeitung» und «Hamburger Morgenpost») sowie in den Niederlanden und in Norwegen aktiv ist. Telegraaf Media, die die auflagenstärkste niederländische Tageszeitung «De Telegraaf» herausgibt, verlor im ersten Halbjahr 176 Mio. Euro und kündigte den Abbau von mindestens 425 Stellen respektive über 10% der Belegschaft an.

Unter der Flaute im Werbemarkt leiden auch die Verleger von Gratiszeitungen. Die in diesem Segment europaweit führende Verlagsgesellschaft Metro International wies einen Semesterverlust von 2Mio. Euro aus. Die Gewinnschwelle im Gesamtjahr wie angestrebt zu erreichen, ist gemäss Unternehmensleiter Per Mikael Jensen ein «ehrgeiziges Vorhaben». Es ist zu befürchten, dass Metro wie in den meisten Jahren zuvor – nur 2006 resultierte ein Gewinn – rote Zahlen schreiben wird. Daran dürfte auch die geplante Reduktion der Belegschaft um 14% nichts ändern.

Die Erfahrungen von Metro sind ernüchternd für all diejenigen Verleger, die angesichts sinkender Abonnentenzahlen das Heil in kostenlosen Pendlerzeitungen suchen. Die Hoffnung, dass Gratisblätter einem Wirtschaftsabschwung weniger ausgesetzt sind als Bezahlzeitungen, scheint sich nicht zu erfüllen. In werbearmen Zeiten leiden sie unter einem noch ausgeprägteren Einnahmenschwund als abonnierte Zeitungen, denen wenigstens Geld aus dem Abo- und dem Kioskverkauf zufliesst. Die Kosten für Redaktion, Druck und Vertrieb fallen für beide unvermindert an.

Störende Online-Werbung?

Kritisch zu beurteilen ist auch der Umgang der Zeitungsbranche mit dem Internet. Ermutigt durch die gute Konjunktur und steigende Einnahmen aus dem Anzeigenverkauf im traditionellen Zeitungsgeschäft haben viele Verlagshäuser in den letzten drei bis vier Jahren massiv in neue Online-Auftritte investiert. Das für die Nutzer in weiten Bereichen kostenlose Angebot ist derart reichhaltig, dass sich viele Leser fragen, ob es sich noch lohnt, eine Zeitung zu abonnieren. Sie erhalten den Eindruck, als sässen sie in einem Restaurant, wo an der Bar für den Schnellkonsum alles gratis ist, im Sitzplatzbereich für das fast gleiche Menü aber kassiert wird.

Den Ausbau des Online-Angebots verbinden die Verleger oft mit der Erwartung, neue und vor allem jüngere Leser zu gewinnen und damit attraktiver für Anzeigenkunden zu werden. Ob diese Rechnung aufgeht, ist offen. Um eine Website mit Werbung nicht zu überladen, können nur sehr beschränkt Anzeigen aufgeschaltet werden. Konsumentenbefragungen in den USA, wo das Internet noch fleissiger als in Europa genutzt wird, haben zudem gezeigt, dass Online-Werbung als störender empfunden wird als Zeitungsannoncen.

Viele Verlagshäuser entwickeln im Internet einen erstaunlichen Aktivismus. Weil niemand weiss, was am besten ankommt, wird scheinbar wahllos in Plattformen für die unterschiedlichsten Zielgruppen investiert. Die britische Mecom-Gruppe lanciert derzeit pro Woche eine neue Website. Ziel ist es, den Anteil des Internets an den Werbeeinnahmen von gegenwärtig 4% bis Ende 2009 auf – noch immer bescheidene – 10% zu steigern.

Kein Anreiz für Engagements

Äusserst umtriebig ist auch der deutsche Grossverlag Axel Springer, der in letzter Zeit zahlreiche Beteiligungen an Internet-Plattformen aufgestockt oder ganz erworben hat. Konzernchef Mathias Döpfner verspricht sich davon, dem Abschwung in der Zeitungsbranche aus dem Weg zu gehen. Der Markt scheint seinen Beteuerungen indes nicht zu glauben. Die Aktien des mit 2,4 Mrd. Euro bewerteten Verlagskolosses haben seit Anfang Jahr 27% eingebüsst und sich damit ähnlich schlecht wie die meisten europäischen Zeitungswerte entwickelt.

Vergleichsweise gut gehalten haben sich die Papiere des Zürcher Medienunternehmens Tamedia (–11%), zu dem auch «Finanz und Wirtschaft» gehört. Das passable Abschneiden ist wohl auf die bisher noch gute Konjunktur in der Schweiz zurückzuführen. Sie begünstigte vor allem das Geschäft mit Stellenanzeigen.

Der Kursverlauf von Zeitungsaktien aus den USA, deren Wirtschaft meist der europäischen vorauseilt, signalisiert keine Entspannung. Die Papiere von amerikanischen Verlagshäusern wie Gannett («USA Today») haben im Gegenteil seit Anfang Jahr nochmals deutlich Terrain eingebüsst. Aufgrund der ungelösten strukturellen Probleme im Zeitungsgeschäft besteht dies- und jenseits des Atlantiks vorläufig kein Anreiz für Engagements.

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Also eigentlich bin ich erst durch diesen Artikel auf die Idee gekommen, inskünftig zwei Zeitungsabos nicht mehr zu erneuern und die Werbeinserate nur noch in einem Blatt erscheinen zu lassen.

Blum 3 Wann ich den TV abzügle, weiss ich noch nicht genau.-

Aber auch das wäre durchaus denkbar. Es gibt nämlich Leute, die bewusst kein solches Gerät besitzen und trotzdem ganz glücklich und zufrieden leben - vor allem zufrieden. Smile

Heute ist übrigens schönes Wetter im Raum Zürich. Smile

Gruss,

Simona

13.07.2008 13:22
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Amero...

Ich habe da noch einen geilen Artikel gefunden über den Dollar und über die Taten der Amis.

http://de.biz.yahoo.com/30052008/390/kommende-weltwaehrung-amero-zwische...

Es wird spanend die nächsten Jahre...

17.05.2008 01:25
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Brillianter offener Brief an Bush

Anlässlich seiner Rede heute vor der israelischen Knesset, verglich Bush seine demokratischen Gegner (Obama und Clinton) mit den Nazis.

Hier eine sehr lange aber wie ich finde absolut brilliante Antwort:

http://www.huffingtonpost.com/larisa-alexandrovna/all-the-presidents-nazis_b_102022.html

13.05.2008 23:32
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Etwas zum nachdenken...

Problematisch wird's bei den jeweils führenden Nationen eigentlich immer erst gegen Ende.

Beginnen wir mit Grossbritanien: Da ging es um Eroberungskriege und den Zugang zu Rohstoffen. Der Untergang Englands als Weltmacht #1 aber ging nach dem 2. WK friedlich von statten. England begann schon vor dem1. WK an seinem Imperium zu zerbrechen. Das Imperium zu unterhalten, zu verteidigen und eine entsprechend grosse Armee zu finanzieren brach England finanziell das Rückgrad. Die beiden Kriege taten dann nur noch das übrige.

Die USA kamen als stärkste und einzig nicht zerstörte Nation 1945 gratis zu ihrer Rolle als Hegemon. Schliesslich hatten die USA sich die Warenlieferungen während des Krieges mit Gold bezahlen lassen und waren somit die einzige Nation mit grossen Goldreserven. In den Jahrzehnten nach 1945 haben die Amis ja eigentlich keinen schlechten Job gemacht. Mit Ausnahme von Vietnam.

Erst mit der Verschuldung, geplatzten Blasen und wirtschaftlichen Problemen begannen die USA mit Eroberungskriegen und militärischem Mehrfronten-"Krieg". Das Problem ist also weniger, dass China die neue Vormachtstellung friedlich übernehmen könnte sondern, dass sich die Amis weigern, sie sang- und klanglos abzugeben.

Die Chinesen werden also erst in ein paar Jahrzehnten zum Problem, wenn sich dieselben Fehler machen, wie andere Imperien vor ihnen.

Im Zeitalter der Globalisierung glaube ich allerdings nicht, dass es nach den USA wieder einen von allen anerkannten Hegemon geben wird. China wird zweifellos eine zunehmend wichtigere Rolle spielen aber nicht die Stellung Amerikas einnehmen.

Denkbar und wünschenswert wäre eine Stärkung der UNO und somit eine bessere Zusammenarbeit aller Nationen. Kriege nur in Allianzen und mit Segen der UNO. So wie Desert Storm.

13.05.2008 19:23
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Etwas zum nachdenken...

MarcusFabian wrote:

China wird auf alle Fälle in Zukunft eine wichtigere Rolle spielen. Ob sie dabei ihre Politik der Nicht-Einmischung in fremde Länder aufgeben, ist ungewiss. Aber eine Vorherrschaft auf der Welt bedeutet nicht zwingend imperiale Eroberungsgelüste.

Meines Wissens hat China seit dem 2. Weltkrieg keine Kriege geführt. (Tibet ist ein interner Konflikt). Dies ganz im Gegensatz zu den USA die immer irgendwo am Prügeln sind. Vielleicht wäre die Welt unter chinesischer Führung ja um einiges friedlicher.

Früher oder später hat noch jede Weltmacht Ihren Einfluss durch das Militär zu vergrösser versucht bzw.vergrössert.

Persönlich sehe Ich in China dann eine Gefahr,wenn der wirtschaftlich Aufschwung nur einen kleinen Bevölkerungsanteil in den Megastädten erreicht und die "normale" Landbevölkerung nur an den gestiegenen (Lebens)Kosten teilhaben "darf".. :oops:

Politische und soziale Unruhen könnten von den "Politoberen" dann schnell auf Bahnen gelenkt werden,die den Sündenbock und das Übel im (nahen)Ausland sieht..!

Nationalistische Beweggründe und "Rachegedanken" (an Japan und westliche Besatzungsmächte) sowie wirtschafliche (Öl)Interessen (Paracel und Spratley Inseln..) könnten beim Mob dann schnell auf fruchtbaren Boden fallen ..! :cry:

Wie sagte der Ex-Verteidigungsminister Chi Haotian:

„Der Krieg ist nicht weit von uns, er ist die Geburtshilfe des chinesischen Jahrhunderts“

http://www.china-intern.de/page/politik-hintergrund/1125223388.html

weico

13.05.2008 01:38
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Etwas zum nachdenken...

Der Amero alleine ist keine Lösung. Die Kanadier werden sich wohl hüten, ihre starke Währung mit dem schwachen Dollar und Peso zu verwässern. Wie sähe es dann mit der Geldmengenausweitung aus? Da dürfte das FED nicht mehr alleine entscheiden, beliebig viele Ameros zu drucken. Kanada und Mexiko müssten gefragt werden.

Wenn eine Vormachtstellung Chinas und ein Szenario wie von weico beschrieben vermieden werden soll, brauchen die USA auf alle Fälle die Hilfe Europas und Japans. Im Idealfall gibt es dann eine neue, globale Währung (ich nenne sie mal Globo), die Dollar, Euro, Yen, GBP, CHF etc. ersetzt.

Um zu verhindern, dass die Globos wie wild gedruckt werden, muss es einen Mechan geben, der die Zentralbank(en) in die Schranken weist. Zum Beispiel den, dass Geld nur im Verhätlnis zur Steigerung des BIP neu gedruckt werden darf. Oder eine Bindung an Rohstoffe. Nur so lässt sich eine Inflation kontrollieren.

China wird auf alle Fälle in Zukunft eine wichtigere Rolle spielen. Ob sie dabei ihre Politik der Nicht-Einmischung in fremde Länder aufgeben, ist ungewiss. Aber eine Vorherrschaft auf der Welt bedeutet nicht zwingend imperiale Eroberungsgelüste.

Meines Wissens hat China seit dem 2. Weltkrieg keine Kriege geführt. (Tibet ist ein interner Konflikt). Dies ganz im Gegensatz zu den USA die immer irgendwo am Prügeln sind. Vielleicht wäre die Welt unter chinesischer Führung ja um einiges friedlicher.

12.05.2008 18:57
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Amerika...Amerika...

Ich denke aber auch, dass die Amis schon einen Plan haben wie sie am besten da raus kommen, die Frage ist welcher?

So z.B. mit dem "Amero", die neue Währung von USA,Canada und Mexico. Was passiert den mit den Schulden und wie hoch wird der Wert der neuen Währung sein, gegenüber Franken/Euro und wie wird das gerechnet? Ich kann mich schon gar nicht mehr daran erinnern wie es beim Euro gelaufen ist, aber die Schulden bei Deutschland blieben die gleichen?! Aber was bringt den die neue Währung, ist es nur die neue gute Hoffung und Glauben, dass mit dem Amero nicht das gleiche passiert wie beim Dollar? Wird wenigstens die FED danach verstaatlicht, aber das liesen wohl die Banken nicht zu.

Die andere Lösung wäre, Krieg führen und wie bis jetzt, jeden dazu zu zwingen, das Öl weiterhin in Dollar zu handeln, aber auch das sehe ich nicht mehr als so gute Lösung. Denn Russland, China, Schweden und Grossbritannien lassen sich das nicht gefallen wie der Irak oder Iran.

Wenn sie weiter den Dollar entwerten, zieht doch das die Amerikanische Wirtschaft herunter und für die grosse Mehrheit wird alles zu teuer. Die Exporte ziehen dann zwar an und die Importe gehen zurück,aber bis der Dollar so tief ist, dass das Handelsdefizit bei null oder stark im plus ist, damit sie die Schulden tilgen können, ist doch das BIP schon längst zu tief um noch eine Vormachtstellung in den Industrienationen zu haben.

12.05.2008 13:29
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MarcusFabian wrote:

Diese Rolle dürften in der nächsten Phase wohl die Chinesen übernehmen.

Wäre das so schlimm?

Vielleicht ja schon.

Wenn China wirklich den Lebensstandart wie Europa oder "Amiland" erreichen will,werden auch Sie auf lange Sicht nicht um solche Eroberungskriege und "wirtschaftliche Einmischungen" in (zuerst) Nachbarländern herumkommen.

Die chinesischen Minderheiten (bzw.die grosse wirtschaftliche Macht dieser Gruppe) in den regionalen Nachbarländern (z.B. Malaysia,Thailand,Indonesien Philipinnen usw.) werden durch Ihr "Mutterland" dann sicherlich vor Prognomen des Mobs geschützt werden müssen.Landgewinn wird dann natürlich gerne von China in Kauf genommen... :oops:

Taiwan wird sich sicherlich dem "Reich" anschliessen (müssen).. :roll:

Japan und Korea werden sich dann nochmehr auf die USA "abstützen" müssen, um nicht unter (Gross)Chinas "Allmachtsgelüste" (und Revanchegedanken a la 2.Weltkrieg) zu kommen.

Indien und Pakistan werden sich sicherlich um verbleibende Reste streiten und Iran und Israel werden um die Vorherrschaft im Mittleren Osten Ihre "Spielchen" spielen...! :twisted:

Schlussendlich werden vielleicht sogar die USA und Russland als wirtschaftliche Gewinner aus dem Szenario hervorgehen... Lol 8)

Das China ja seinen Einfluss zurzeit stark ausbaut..

http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,551271,00.html

http://www.sinodefence.com/

Aber eins ist sicher:

Wir werde es sicherlich irgendwann "erfahren", ob es gut oder schlecht war,dass China die Leaderrolle von den "bösen" USA übernimmt/übernahm... Lol 8)

weico

12.05.2008 12:43
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Etwas zum nachdenken...

Yankee wrote:

ja und was dann?? wenns mit den yankees bergab geht, gehts auch mit uns runter. wäre doch eine weltwirtschaftskrise die folge, oder etwa nicht?

die usa wird das wichtigste land der welt bleiben...wir sind doch alle nur zulieferer.

Ja, eine Weltwirtschaftskrise wird es dann geben. In wie weit Europa/die Schweiz davon betroffen ist, hängt von der Abhängigkeit von den USA ab.

Die USA werden als Käufer für unsere Waren ausfallen. Aber die Asiaten, allen voran die Chinesen werden einsteigen. Denn China hat einen enormen Nachholbedarf. Es ist also die Frage, wie schnell

a) China seinen Binnenmarkt fördern und seine Exportabhängigkeit von den USA runterfahren kann.

b) Wie schnell es unserer Industrie gelingt, in China Fuss zu fassen.

Es ist nicht das erste Mal in der Geschichte, dass eine Weltmacht sich auf Kosten der Restwelt verschuldet, dann eine Weile lang Eroberungskriege führt und schlussendlich ihre Vormachtstellung aufgeben muss.

Das römische Reich, Griechenland, Spanien im Spätmittelalter, Grossbritanien bis etwa 1920 und nun die USA.

Das Problem in den USA liegt ganz kurz zusammengefasst darin, dass dieses Volk mehr verbraucht als es erwirtschaftet. Zu erkennen ist das am Handelsdefizit. Die Amis geben derzeit pro Arbeitstag $2 Mia (oder $1.4 Mia pro Kalendertag) mehr aus als sie verdienen. Diese $2 Mia pro Tag werden den USA vom Rest der Welt in Form von auf Dollar lautenden Krediten zur Verfügung gestellt.

Alles in allem fliessen derzeit 80% des weltweiten Sparkapitals in die USA. Konkretes Beispiel: Der durchschnittliche Chinese verdient pro Monat $220. Davon spart er 10%. Es braucht derzeit das Sparkapital von 37 Chinesen, um 1 Amerikaner bei Laune zu halten.

Nun stellt sich natürlich die Frage, ob und wie lange noch die Chinesen bereit sein werden, ihr Sparkapital den Amis zu leihen. Vor allem auch deshalb, weil sich schon seit Jahren abzeichnet, dass die Amis niemals in der Lage sein werden, diese Schulden zu tilgen. Schliesslich liegt die Schuldenlast bei derzeit 450% des BIP.

Nominal werden die Schulden natürlich eines Tages bezahlt. Aber in Dollars, die bedeutend weniger Wert (= Kaufkraft) haben als zum Zeitpunkt der Kreditaufnahme.

Mit anderen Worten: Amerika entschuldet sich, indem es den Dollar entwertet und somit seine globalen Gläubiger entreichert.

Der "Untergang Amerikas" - so es denn einen geben wird - löst also einen massiven aber kurzen Schock in der Welt aus. Denn wir werden erkennen, dass unsere jahrelang angesparten Pensionskassengelder und AHV-Gelder um den Dollar-Anteil vernichtet werden.

Wer also in irgend einer Form Sparkapital in den USA hat, wird um dieses Geld entreichert. Das Gesamtvolumen der US-Kredite der Schweiz beträgt etwa Fr. 200 Milliarden oder Fr. 28'500 pro Schweizer. Dies ist der Beitrag, den wir für die Erhaltung des amerikanischen Ungleichgewichtes dereinst werden zahlen müssen.

Unter dem Strich brauchen wir uns aber keine allzugrossen Sorgen machen: Wer fleissig und sparsam ist und mehr erwirtschaftet als er verbraucht (ob Volk oder Individuum) wird überleben und hat die Chance, aus der Krise wie Phönix aus der Asche aufzustehen und in einem neuen Finanzsystem das Spiel von vorne zu beginnen.

Es wird also vielleicht eine Weltfinanzkrise geben. Sparvermögen werden vernichtet werden. Aber kein Land wird deshalb untergehen. Auch die USA nicht. Schliesslich gibt es auch heute noch Römer, Griechen, Spanier und Briten. Und die leben auch nicht schlecht. Sie sind nur nicht mehr die Nummer 1 auf dem Planeten. Diese Rolle dürften in der nächsten Phase wohl die Chinesen übernehmen.

Wäre das so schlimm?

12.05.2008 10:28
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Yankee wrote:

Quote:
Fazit: Es ist nur eine Frage der Zeit bis Amerika als Weltmacht untergeht....

ja und was dann?? wenns mit den yankees bergab geht, gehts auch mit uns runter. wäre doch eine weltwirtschaftskrise die folge, oder etwa nicht? die usa wird das wichtigste land der welt bleiben...wir sind doch alle nur zulieferer.

ein kollege hat mal gesagt: wir sollten beten, dass es den amis gut geht, denn alles hängt schlussendlich von ihnen ab.

emerging markets hin oder her, auch europa ist nur ein kleiner klags gegen diese schiesswütigen cowboys.

ps.: wenns dann mit dem dollar so richtig runtergeht, sind wir wieder beim gold-thema :twisted:

Das ist die Denkweise des vergangenen Jahrhunderts. Wer etwas die Welt bereist und Kontakte nicht nur mit den Yankees pflegt, sieht, welche gewaltigen und rasche Verschiebungen bezüglich wirtschaftlicher Potenz und damit verbundenem politischen Einfluss zur Zeit stattfinden.

Es ist müssig, diese Länder aufzuzählen. Die USA werden bis auf weiteres im Chor der Grossen mitsingen, ihre Stimme aber wird allmählich von anderen übertönt werden.

Und wir "Kleinen" im Herzen Europas werden davon profitieren, wenn wir uns klug darauf eintunen.

11.05.2008 22:37
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Quote:

Fazit: Es ist nur eine Frage der Zeit bis Amerika als Weltmacht untergeht....

ja und was dann?? wenns mit den yankees bergab geht, gehts auch mit uns runter. wäre doch eine weltwirtschaftskrise die folge, oder etwa nicht?

die usa wird das wichtigste land der welt bleiben...wir sind doch alle nur zulieferer.

ein kollege hat mal gesagt: wir sollten beten, dass es den amis gut geht, denn alles hängt schlussendlich von ihnen ab.

emerging markets hin oder her, auch europa ist nur ein kleiner klags gegen diese schiesswütigen cowboys.

ps.: wenns dann mit dem dollar so richtig runtergeht, sind wir wieder beim gold-thema :twisted:

Gold ist kitschig, Platin glänzt nicht genug, aber Silber, es strahlt und ist elegant, kühl und sportlich...

11.05.2008 19:01
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Fazit: Es ist nur eine Frage der Zeit bis Amerika als Weltmacht untergeht....

Ich weiß, dass ich nichts weiß!



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11.05.2008 17:25
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Daytrader wrote:

Ein Dollarkrieg im Irak, sonst nichts

Das hatte ich auch schon mal geschrieben: http://board.cash.ch/bb/viewtopic.php?p=45321#45321

Ganz interessant, wie Saddam just die Trendwende bei USD/EUR eingeleitet hat:

Allerdings sieht es so aus, als würde sich das Petrodollar Monopol auf friedliche Weise aufweichen.

Nehmen wir als Beispiel den Erdölexporteur Norwegen. Wenn Norwegen dem Euro beitritt, ist es logisch, dass es für sein Öl von seinen Nachbarn Euro statt Dollar verlangen wird.

Der nächste im Bunde wäre dann Grossbritanien. Der Brent Benchmark würde dann in Euro statt in Dollar gemessen.

Kuwait steht auf der Kippe. In den arabischen Emiraten wurde zwar kürzlich (März 08) offiziell bestätigt, dass die Bindung des Dirham an den Dollar aufrecht erhalten werden soll. Aber innerhalb der Geschäftswelt werden Preisangaben (vor allem bei grösseren Summen und längeren Lieferfristen) vermehrt in Euro ausgehandelt.

Venezuela verkauft Öl nur noch in Euro. Iran in Euro und Yen. Ich schätze mal, dass auch Russland Öl bald in Euro verkaufen wird, wenn es das nicht bereits tut.

Da die Amerikaner weder Norwegen noch Grossbritanien und Russland angreifen werden, dürften sich auch andere Öl-Exporteure in Sicherheit wiegen.

Und wenn Saudi Arabien alleine am Petrodollar festhält, nützt dass den USA relativ wenig.

11.05.2008 16:09
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Etwas zum nachdenken...

Hier noch etwas was mir manches erklärte...

Die Gründe für einen Irankrieg

Zum ersten Mal in der Geschichte konnte Amerika im 20. Jahrhundert die Welt indirekt durch Inflation besteuern. Es brauchte keinen Anspruch auf direkte Zahlungen erheben, wie es alle Vorgänger-Imperien zu tun pflegten, sondern die USA verteilen statt dessen ihr eigenes Papiergeld, den US-Dollar, an andere Länder und erhalten dafür reale Güter. Das alles geschieht mit der Absicht, den US-Dollar durch Inflationierung abzuwerten und damit jeden Dollar später mit weniger Gütern zurückzuzahlen - die Differenz entspricht der US-amerikanischen imperialen Steuer. Und so spielte sich der Prozeß ab:

Papier ohne Gold bleibt Papier

Im frühen 20. Jahrhundert begann die amerikanische Wirtschaft die Weltwirtschaft zu dominieren. Der US-Dollar war an Gold gebunden, d.h. weder erhöhte noch reduzierte sich der Wert eines Dollars, sondern er entsprach fortwährend derselben Menge Gold. Die Weltwirtschaftskrise, mit der in den Jahren 1921 bis 1929 vorausgehenden Inflation und den nachfolgenden explodierenden Budgetdefiziten, erhöhte die im Umlauf befindlichen Banknoten signifikant, was die Deckung des Dollars mit Gold unmöglich machte. Folglich entkoppelte Roosevelt 1932 den Dollar vom Gold. Bis zu diesem Punkt mögen die USA wohl die Weltwirtschaft dominiert haben, aus einer ökonomischen Perspektive waren die USA jedoch kein Imperium. Die Bindung an das Gold erlaubte es den Amerikanern nicht, sich auf Kosten anderer Länder zu bereichern.

Seine ökonomische Geburtsstunde erlebte das amerikanische Imperium mit dem Bretton-Woods Abkommen im Jahre 1945. Der US-Dollar war nicht mehr voll in Gold konvertierbar, sondern nur mehr für ausländische Regierungen in Gold konvertierbar. Das begründete den Status des Dollars als Weltwährungsreserve. Dies war möglich, weil die Vereinigten Staaten während des 2. Weltkrieges gegenüber ihren Verbündeten darauf bestanden, dass Güterlieferungen mit Gold bezahlt werden mußten, wodurch die USA einen Großteil des weltweit verfügbaren Goldes akkumulieren konnten. [...]

In der Realität eine Form des Bankrotts

Als die Ausländer 1970-1971 ihre Dollarbestände in Gold wechseln wollten, bezahlte die amerikanische Regierung per 15. August 1971 ihre Schulden nicht mehr. Während die vox populi die Geschichte von der ”Trennung der Verbindung von Dollar und Gold” erzählt, ist die Weigerung der amerikanischen Regierung Dollar in Gold einzulösen, in der Realität eine Form des Bankrotts. Im Wesentlichen erhoben sich damit die USA zum Imperium. Die USA konsumierten eine Unmenge an ausländischen Gütern, ohne jemals die Absicht oder die Fähigkeit zu haben, diese Güter eines Tages zurückzusenden, und die Welt hatte nicht die Macht, ihre Ansprüche durchzusetzen - die Welt wurde besteuert und konnte nichts dagegen tun.

Um das amerikanische Imperium aufrecht zu erhalten und um den Rest der Welt weiter zu besteuern, mußten die Vereinigten Staaten seither die Welt dazu zwingen, den beständig an Wert verlierenden Dollar im Austausch für Güter zu akzeptieren und immer größere Menge des beständig an Wert verlierenden Dollar zu halten. Die USA mußten eine ökonomische Begründung finden, warum die Welt Dollar halten sollte, und diese Begründung war das Rohöl.

1971 wurde es immer offensichtlicher, daß die amerikanische Regierung nicht mehr imstande war, ihre Dollar mit Gold zurückzukaufen, und so traf sie 1972/73 mit Saudi Arabien die unumstößliche Vereinbarung, daß die USA das Königshaus Saud fortan unterstützen würden, wenn dieses als Gegenleistung nur mehr US-Dollar für ihr Rohöl akzeptiert. Die restlichen Mitglieder der OPEC taten es Saudi Arabien gleich und akzeptierten ebenfalls nur mehr Dollar. Weil die Welt Öl von den Arabischen Ländern kaufen mußte, bestand ein Grund, Dollar für die Bezahlung des Öls zu halten. Weil die Welt immer größere Mengen an Öl benötigte, konnte die Nachfrage nach Dollar nur steigen. Auch wenn Dollar nicht mehr länger in Gold gewechselt werden konnte, waren sie nun gegen Öl wechselbar.

Die ökonomische Quintessenz dieser Vereinbarung war, daß der Dollar nun von Öl gedeckt wurde. Solange dies der Fall war, mußte die Welt Unmengen an Dollar akkumulieren, weil sie diese Dollar für den Einkauf von Öl benötigten. Solange der Dollar die einzig akzeptierte Währung im Ölgeschäft war, war die Dominanz des Dollars in der Welt gesichert und das amerikanische Imperium konnte den Rest der Welt besteuern.

Falls, aus welchem Grund auch immer, der Dollar seine Öldeckung verlöre, würde das amerikanische Imperium untergehen. Der Überlebensdrang des Imperiums diktiert daher, daß Öl nur für Dollar verkauft werden darf. Er diktiert auch, daß die verschiedenen Länder mit Ölreserven nicht stark genug sein dürfen, politisch oder militärisch, um für die Bezahlung des Öls etwas Anderes als Dollar zu verlangen. Falls jemand ein anderes Zahlungsmittel verlangte, mußte er entweder mit politischem Druck oder militärischen Mittel überzeugt werden, seine Meinung zu ändern.

Ein Dollarkrieg im Irak, sonst nichts

Der Mann, der tatsächlich Euro für sein Öl verlangte, war Saddam Hussein im Jahr 2000. Zunächst wurde seiner Forderung mit Spott und Hohn begegnet, später mit Gleichgültigkeit, aber als es klarer wurde, daß er es ernst meinte, wurde politischer Druck ausgeübt, damit er seine Meinung ändert. Als andere Länder, wie der Iran, die Bezahlung in anderen Währungen, insbesondere in Euro und Yen, verlangten, war die Gefahr für den Dollar offensichtlich und gegenwärtig und eine Strafaktion stand an. George W. Bushs Operation ”Schock und Ehrfurcht” [shock and awe] im Irak drehte sich nicht um Saddams nukleares Potential, nicht um die Verteidigung der Menschenrechte, nicht um die Verbreitung der Demokratie und auch nicht darum, die Ölfelder zu erobern; es ging allein darum, den Dollar zu verteidigen, sprich das amerikanische Imperium. Es sollte ein mahnendes Exempel statuiert werden, daß jeder, der andere Währungen als den US-Dollar akzeptieren wollte, auf die selbe Art bestraft würde. [...]

Die iranische Ölbörse Die iranische Regierung hat schlußendlich die ultimative “nukleare” Waffe entwickelt, die über Nacht das Finanzsystem zerstören kann, auf dem das amerikanische Imperium aufgebaut ist. Diese Waffe ist die iranische Ölbörse, die laut Plan im März 2006 starten soll. Die Börse wird auf einem Euro-Öl-Handelssystem basieren, was natürlich die Bezahlung in Euro impliziert. Dies stellt eine viel größere Bedrohung für die Hegemonie des Dollars dar als seinerzeit Saddam, weil es jedermann ermöglicht, Öl für Euro zu kaufen und zu verkaufen und damit den US-Dollar völlig zu umgehen. Es ist wahrscheinlich, daß fast jeder das Euro-Öl-System übernehmen wird. [...]

Sollte die iranische Ölbörse erfolgreich starten, sind in jedem Fall die Eigeninteressen der bedeutenden Mächte – die der Europäer, Chinesen, Japaner, Russen und Araber – so gelagert, daß diese Länder den Euro auf schnellstem Wege übernehmen werden und damit das Schicksal des Dollars besiegeln. Die Amerikaner können es niemals erlauben, daß das passiert und, falls notwendig, werden sie auf eine Vielzahl an Strategien zurückgreifen, um die Inbetriebnahme der Börse zu stoppen oder zu behindern. [...]