Frankenstärke bekämpfen, aber wie?

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10.01.2011 21:39
#1
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Frankenstärke bekämpfen, aber wie?

Hallo zusammen

Ich habe mir Gedanken zum viel zu starken Franken gemacht, der unsere Wirtschaft arg in Bedrängnis bringt. Kunden der Firma in der ich arbeite denken laut über eine Produktionsverlagerung in die EU nach.

Wäre es nicht möglich, eine Schwächung des Frankens herbeizuführen, indem man gezielt Staatsanleihen von europäischen Staaten wie Griechenland, Irland, Portugal u.s.w kauft? Das sollte man dann unbedingt auch medienwirksam kommunizieren.

Dies würde:

- das Vertrauen in die Schweiz etwas schwächen da sie ja dann schlechte Schuldner hat und somit etwas instabiler ist.

- das Wohlwollen der EU sichern, da man ja mithilft und die krieselnden Staaten unterstützt (gut für zukünftige Verhandlungen mit der EU).

Aus meiner Sicht wären einige wenige Milliarden CHF dahin besser investiert als die Interventionen der Zentralbank am Geldmarkt. Die unvermeidbaren Verluste werden jedoch volkswirtschaftlich bestimmt kleiner sein, als wenn unsere Exportwirtschaft zu leiden beginnt.

Was meint Ihr dazu? Könnte das funktionieren? Was wären sonst Möglichkeiten?

In der Presse wurden ja so ziemlich alle Ideen in der Luft zerrissen und die Regiereung braucht ja noch den Einen oder Anderen Denkanstoss, bis Freitag. Wink

Gruss

Guard

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25.01.2011 08:09
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Frankenstärke bekämpfen, aber wie?

Bullish wrote:

Würde dies nicht dazu führen, dass die Immos im Preis weiter hochschiessen würden und sich die Verschuldung erhöhen würde? Dann käme ein Gesetzt für Beleihungsobergrenzen...

Ich verstehe die Frage nicht: Würde was dazu führen?

Abwarten, was EZB/FED tun und die Zinsen bestehen lassen?

Solange in der Schweiz das Zinsniveau konstant bleibt, ändert sich (zumindest aus diesem Grund) nichts an den Immopreisen.

Guard wrote:

@MF:

Hast Du mal da gearbeitet?

Aber sonst geht's Dir gut? Biggrin

Soll ich meine Seele verkaufen?

24.01.2011 21:06
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Frankenstärke bekämpfen, aber wie?

Hallo zusammen

Die Antwort, welche mir unsere zuständige Abteilung der Regierung übermittelte, deckt sich doch recht stark mit den Aussagen von MF. Das wollte ich Euch nicht vorenthalten.

@MF:

Hast Du mal da gearbeitet? Wenn nicht, für einen Resortleiter würde es reichen Wink

Gruss Guard

Sehr geehrter Herr xxxx

Das Eidgenössische Volkswirtschaftsdepartement hat uns Ihre E-Mail zur Beantwortung weitergeleitet, was ich hiermit gerne tue.

Die Idee, die Sie ansprechen hatte ich schon während der letzten Frankenstärke in den Neunzigerjahren als interessant empfunden. Bei näherem Überlegen zeigt sich aber, dass sie nicht funktionieren kann.

Die Frankenstärke erklärt sich zu einem wichtigen Teil durch fundamentale Faktoren, wie eine wettbewerbsfähige Wirtschaft, eine niedrige Verschuldung sowie eine hohe Stabilität des Systems. Wollte man den Franken schwächen, müsste man mindestens einen dieser Faktoren schwächen.

Was passiert nun aber, wenn die Schweiz (nehmen wir an, die Notenbank könnte dies im Rahmen der bestehenden Gesetze tun) ausländische Staatspapiere kaufen würden? Die Verschuldung steigt nicht, die Schweiz hätte ja die Staatspapiere im Portfolio! Zugegeben, die Papiere hätten eine weniger gute Bonität, aber dafür würde ein hoher Zinssatz entrichtet. Möglicherweise wäre die Anleihe, welche Portugal zu 6,7 Prozent herausgegeben hat sogar ein gutes Geschäft.

Ich finde es aber sehr gut, dass Sie sich über die Lösung aktueller politischer Probleme Gedanken machen.

Freundliche Grüsse

yyyyy

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15.01.2011 16:31
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Frankenstärke bekämpfen, aber wie?

MarcusFabian wrote:

Onky wrote:
Wie wäre es mit warten, bis die EU und Amerika ihre Zinsen erhöhen, die Schweiz diese aber tief lassen?

Das würde funktionieren. Aber FED und EZB werden die Zinsen nicht erhöhen. Die kämpfen ja auch um die Abwertung ihrer Währungen.

Würde dies nicht dazu führen, dass die Immos im Preis weiter hochschiessen würden und sich die Verschuldung erhöhen würde? Dann käme ein Gesetzt für Beleihungsobergrenzen...

15.01.2011 16:21
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Frankenstärke bekämpfen, aber wie?

Onky wrote:

Wie wäre es mit warten, bis die EU und Amerika ihre Zinsen erhöhen, die Schweiz diese aber tief lassen?

Das würde funktionieren. Aber FED und EZB werden die Zinsen nicht erhöhen. Die kämpfen ja auch um die Abwertung ihrer Währungen.

15.01.2011 15:14
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Wie wäre es mit warten, bis die EU und Amerika ihre Zinsen erhöhen, die Schweiz diese aber tief lassen?

15.01.2011 13:48
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Bullish wrote:

Die SNB hat die Möglichkeit einer Verzerrung der Bilanzrealität unterschätzt und ihre Aktiven aus den Augen verloren. Sie muss die Aktiven stärken und das kann sie mMn nur mit Goldkäufen, weil die Preiselastizität dafür sorgen wird, dass Gold immer teuerer wird und sich somit die alten Bestände aufwerten werden. Schon jetzt betrug der Aufwertungsgewinn des Goldes 6Mrd und hat die EUR Verluste etwas kompensiert.

Um den CHF gegen den EUR zu schwächen muss die SNB Gold und EUR kaufen.

Abenteuerliche Strategie. Der Goldpreis müsste sehr unelastisch sein. Falls das so wäre, würden jetztige Goldbestände tatsächlich aufgewertet aber neu wären teuer eingekaufte Bestände in den Büchern. Durch die vergrösserte Bilanz entstünden enorme Risiken und Verluste wenn Gold fällt.

15.01.2011 12:41
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Frankenstärke bekämpfen, aber wie?

felix.w wrote:

Nominal Wechselkurse können wir nicht beeinflussen.

Wir nicht, die SNB schon. Nur kann die SNB nicht den EUR stützen, sondern lediglich den CHF schwächen. Die Restiktion, der die SNB unterworfen ist, ist die Bewertung der EUR in ihrer Bilanz in CHF gerechnet. Hat sie zu starke Verluste, muss sie diese verbuchen und kann nicht weiter agieren.

Diese Situation ist eigentlich unlogisch, denn wenn die SNB in ihren Aktiven einzig 100Mrd EUR hätte und dagegen 100Mrd CHF ausgegeben hätte (Passiven), würde man einen 1:1 Kurs erwarten.

Die SNB hat die Möglichkeit einer Verzerrung der Bilanzrealität unterschätzt und ihre Aktiven aus den Augen verloren. Sie muss die Aktiven stärken und das kann sie mMn nur mit Goldkäufen, weil die Preiselastizität dafür sorgen wird, dass Gold immer teuerer wird und sich somit die alten Bestände aufwerten werden. Schon jetzt betrug der Aufwertungsgewinn des Goldes 6Mrd und hat die EUR Verluste etwas kompensiert.

Um den CHF gegen den EUR zu schwächen muss die SNB Gold und EUR kaufen.

felix.w wrote:

Doch die reale Wechselkurse können durch die Inlandpreise beeinflusst werden. Die Löhne sollen sinken. Die Lebenskosten werden so weiter runtergehen (neben dem Effekt durch billigere Importe). Das wäre das einzige Mittel gegen um der Industrie zu helfen ohne gleichzeitig dem Land und den Banken zu schaden.

Absinken der Löhne wäre eine Katastrophe, weil im internationalen Vergleich die CH-Haushalte am höchsten verschuldet sind: http://www.youblisher.com/p/7800-McKinsey-Debt-and-Deleveraging/page-20

Dies, weil die Immobilien international recht teuer sind. Sänken die Löhne, könnten die Hypotheken nicht mehr bedient werden und wir würden uns selber in einer debt deflation killen.

felix.w wrote:

Dazu muss der Arbeitsmarkt flexibler werden. Vertragsänderungen müssen vereinfacht werden. Löhne gewisser Branchen (Export mit hohem Personalaufwand relativ zu Kapitalaufwand) und gewisser Personen (Grenzgänger, temporär anwesende Ausländer...) müssen teilweise an Euro gebunden werden können. Es kann nicht sein dass ein Grenzgänger der alle Ausgaben in Euro hat plötzlich 30% mehr verdient.

Wir haben in der Schweiz keine Planwirtschaft; zum Glück ist unser Arbeitsmarkt recht flexibel und es erlaubt den Unternehmen hohe Löhne an Ausländer zu zahlen, die in eine hochproduktive Wirtschaft passen.

felix.w wrote:

Leider versteht das Daniel Lampart das nicht.

D. Lampart ist ein Interessenvertreter und hat eine Agenda.

Im Übrigen herrscht Wettbewerb um beschränkte Ressourcen, was dazu führt, dass wir nur Interessenvertreter hören. Objektive Kommentatoren gibt es nicht.

felix.w wrote:

@Bullish: Mit mehr Goldbesitz würde der Save-Heaven Effekt(Run auf Anlagen in CHF) noch verstärkt

Das ist nicht das Problem. Wie von Herrn Hildebrand richtig erkannt, geht es momentan nur noch um die Stärkung der Aktiven. Hier nochmals:

Quote:

http://www.tagesanzeiger.ch/wirtschaft/agenturen-ticker/Franken-Fuer-die...

Für die Nationalbank hat nun die Stärkung ihrer Bilanz Vorrang

Das müsste auch die EZB machen: Schrott-Staatsanleihen aufkaufen und abschreiben und die Verluste mit Aufwertung der Goldbestände kompensieren.

Dies funktioniert nur mit Gold (und etwas schlechter mit anderen EMs), denn obwohl man es auch mit Aktien machen könnte, sind Aktien schlussendlich an eine nominelle Performance gebunden; Gold erhält einen in Währung gemessenen Preis, muss aber im Gegensatz zu den den Aktien unterliegenden Unternehmen nicht in Währung performen und kann somit nicht objektiv bewertet werden. Gold ist am besten, weil Gold keinen richtigen produktiven Nutzen hat und dadurch nicht gleich die Produktionskosten verzerrt.

Dies ist kein Plädoyer für einen Goldstandard. Es ist simple Bilanzenmechanik unter Berücksichtigung der Bewertungsveränderungen.

14.01.2011 22:14
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Frankenstärke bekämpfen, aber wie?

Nominal Wechselkurse können wir nicht beeinflussen.

Doch die reale Wechselkurse können durch die Inlandpreise beeinflusst werden. Die Löhne sollen sinken. Die Lebenskosten werden so weiter runtergehen (neben dem Effekt durch billigere Importe). Das wäre das einzige Mittel gegen um der Industrie zu helfen ohne gleichzeitig dem Land und den Banken zu schaden.

Dazu muss der Arbeitsmarkt flexibler werden. Vertragsänderungen müssen vereinfacht werden. Löhne gewisser Branchen (Export mit hohem Personalaufwand relativ zu Kapitalaufwand) und gewisser Personen (Grenzgänger, temporär anwesende Ausländer...) müssen teilweise an Euro gebunden werden können. Es kann nicht sein dass ein Grenzgänger der alle Ausgaben in Euro hat plötzlich 30% mehr verdient.

Leider versteht das Daniel Lampart das nicht.

@Bullish: Mit mehr Goldbesitz würde der Save-Heaven Effekt(Run auf Anlagen in CHF) noch verstärkt

14.01.2011 19:37
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Frankenstärke bekämpfen, aber wie?

http://www.tagesanzeiger.ch/wirtschaft/agenturen-ticker/Franken-Fuer-die...

Aktiven stärken und Frankenstärke bekämpfen? Dafür gibt es eine einfache Formel, die ich schon im Geldsystem-Thread beschrieben habe: Gold kaufen!

Die SNB kann den EUR durch Käufe nicht bewegen, den CHF könnte sie aber mit massiven Verkäufen schwächen. Das hätte aber zur Folge, dass in der CH Inflation ausbrechen (v.a. Immos) und die SNB-Bilanz unter Wasser geraten würde.

Durch den Kauf und physische Auslieferung von Gold würde die SNB den Goldpreis in die Höhe treiben; und damit jedes Kilo, das bereits in ihren Aktiven vorhanden ist, höher bewerten. Gleichzeitig hätte es einen auf den CHF dämpfenden Einfluss, der aber egal ist, da die SNB v.a. ihre Bilanz verbessern muss.

Dasselbe könnte auch die EZB machen: alle GR,IR, etc Anleihen kaufen, dann einen Schuldenschnitt durchführen, den Verlust in der Bilanz verbuchen und ihn mit dem cornern des Goldmarktes durch eine Höherbewertung der Goldbestände in den Aktiven ausgleichen. Sehr einfach.

Einzig: die Grossbanken sollten nicht shorten, sonst müssten sie schon wieder gerettet werden.

Alles in allem sehr einfach und schmerzlos mit dem Effekt, dass niemand nominell verliert und alle Goldbugs vergoldet würden.

14.01.2011 18:58
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Frankenstärke bekämpfen, aber wie?

Johnny P wrote:

Das Thema ist in aller Munde und auch schon am STAMMTISCH ANGEKOMMEN! Ich glaube mehr muss man als Trader nicht wissen LolLolLol

Ich trade nicht, sehe mich aber langsam nach tiefbewerteten Euro-Titeln um, die gute und stabile Dividenden zahlen. zB E.ON

14.01.2011 18:25
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Frankenstärke bekämpfen, aber wie?

Was wäre wenn wir uns dem Euro anschliessen würden. Anders gesagt wir werden ein Euroland ohne dass wir in die EU gehen.

Ist das überhaupt möglich??? Sollte doch gehen......

Geld stinkt, aber ich liebe den Geschmack

14.01.2011 09:36
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Frankenstärke bekämpfen, aber wie?

Das Thema ist in aller Munde und auch schon am STAMMTISCH ANGEKOMMEN! Ich glaube mehr muss man als Trader nicht wissen LolLolLol

„Alles was die Sozialisten vom Geld verstehen, ist die Tatsache, dass sie es von anderen haben wollen.“

Konrad Adenauer

14.01.2011 00:31
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Frankenstärke bekämpfen, aber wie?

Die NZZ macht sich auch schon Gedanken Wink

Kontroverse um Frankenstärke

http://www.nzz.ch/nachrichten/wirtschaft/aktuell/kontroverse_um_frankens...

12.01.2011 13:15
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Frankenstärke bekämpfen, aber wie?

@rph

Hut ab, finde Deinen obigen Kommentar super gut, wichtige, zentrale Fragen sind das!

Schaffen wir es vielleicht doch einmal auch in der Breite umzudenken? Nach wie vor wird doch an den Unis gelernt, dass wirtschaftliches Wachstum das A & O ist, Wachstum um jeden Preis und auf Teufel komm raus!

Freiwillig hat doch unsere (vorallem die westliche kapitalistische) Gesellschaft das noch immer nicht so richtig kapiert mit den endlichen Ressourcen, der Nachhaltigkeit, alternative Umsetzungsmöglichkeiten von Effizienz- &Produktivitätssteigerungen als Wachstum, etc.

Ist doch so oder?

Dass wir z.b. Ressourcen, Umwelt & Klima schonen müssen wissen wohl Alle, Bemühungen sind sicher da, den Bonus Ende Jahr wollen natürlich aber Alle haben (ich auch), auch ein Konzern darf nicht stagnieren, er MUSS wachsen, sonst wird er von der Börse, den Aktionären abgestraft.

Werden wir mit unserem heutigen Wirtschaftssystem irgendwann einmal begreifen, dass unsere Erde, unsere Ressourcen (wie auch unser Leben) ENDLICH sind?!

Wurde und wird ja auch in vielen anderen Threads mehrfach und detaillierter thematisiert

Werden uns (leider auch unseren, für die Misere nicht verantwortlichen Kinder) womöglich die (wahrscheinlich) etwas turbulenteren nächsten paar Jahre etwas mehr Zwang auferlegen zur Findung von alternativen, nachhaltigen Existenzformen?

...da kommen mir doch glatt die Indianer in den Sinn, der Film "der mit dem Wolf tanzt" kam letztens gerade wieder mal im TV, immer wieder schön und traurig dieser 3Stünder

12.01.2011 09:21
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Re: Frankenstärke bekämpfen, aber wie?

MarcusFabian wrote:

CrashGuru wrote:

Das Wohlwollen der EU hat die Schweiz schon immer gehabt.

Und was ist mit Steinbrück???

Vordergründiges und Hintergründiges. Was gegen aussen kommuniziert wird ist nicht was zählt.

Wobei Wohlwollen eigentlich sowieso der falsche Begriff ist. Denn geschenkt bekommt niemand etwas.

"Achtung" wäre wohl richtiger.

11.01.2011 23:41
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Frankenstärke bekämpfen, aber wie?

@Guard,

Du gehst in Deinen Überlegungen von der Voraussetzung aus, dass der Franken im Wert gestiegen ist.

Das bestreite ich. Der Franken verliert nur weniger schnell an Wert als der Dollar oder Euro (im Moment).

Beachte hierzu auch http://www.cash.ch/node/2934#comment-374153

Was Du also im Wesentlichen propagierst ist, dass sich die SNB parallel zu FED, EZB, BoE etc. darum bemüht, im Abwertungswettlauf der Währungen ganz vorne mitzumischen. Damit bist Du in guter Gesellschaft, denn die SNB hat tatsächlich seit Roth/Hildebrand (also seit 2000) nicht mehr die Stabilität des Franken als Ziel sondern dessen Parität zum Dollar und Euro.

Kurzfristig betrachtet durchaus mit gutem Grund, denn es schadet tatsächlich der Exportindustrie, wenn ihre Produkte bei gleichem Franken-Preis in Dollar oder Euro mehr kosten.

Aber eben. So ganz stimmt auch das nicht, denn durch die niedrigeren Zinsen und günstigeren Rohstoffpreise bei starker Währung, verringern sich ja auch die Produktkosten. Natürlich von Fall zu Fall unterschiedlich, je nachdem wie hoch der Anteil der Lohnkosten, Rohstoffkosten an einem Produkt ist.

Halten wir also fest:

* Ein starker Franken schadet der Exportindustrie.

* Ein starker Franken nützt der Importindustrie.

* Ein starker Franken nützt dem Konsumenten.

* Ein starker Franken stärkt das Vertrauen des Auslandes und somit die Investitionsbereitschaft.

Man darf sich also nicht alleine auf die Exportindustrie focusieren sondern muss auch alle anderen Aspekte im Auge behalten, um dann die Vor- und Nachteile gesamthaft gegeneinander abzuwägen.

Dann weiter:

Deine Aussage: "Wieso steigt der Benzinpreis in den letzten ca. 6 Monaten um ca. 9%, wenn doch der Dollar um ca. 10% fällt und der Ölpreis um ca. 10% zunimmt? " ist faktisch falsch:

Richtig ist, dass der Dollar um 10% gegenüber dem Franken verloren hat. Aber der Ölpreis ist in Dollar von rund 80 auf 96 um 20% gestiegen (Anfang Januar bis Ende Dezember 2010). Insofern passen die 9% Benzinpreiserhöhung also durchaus.

Dennoch will ich natürlich nicht in Abrede stellen, dass uns die Spritindustrie regelmässig verarscht. Stichwort: "Benzinpreiserhöhungen vor jedem Oster-Wochenende".

Guard wrote:

Wenn es nun also erstrebenswert wäre den CHF etwas abzwerten, wie könnte man dies denn erreichen, als kleines Land wie wir? Haben wir da überhaupt Möglichkeiten, ausser über Manipulation des Image, Vertrauen usw.? "Hardwaretechnisch" (SNB und Intervention am Devisenmarkt) sehe ich unsere Möglichkeiten sehr begrenzt.

Nichts leichter als das. Robert Mugabe hat es ja schon vorgemacht: Die SNB druckt im Auftrag des Staates einfach Fr. 370 Mrd. (verdoppelt also die aktuelle Geldmenge), verteilt das Geld unter das Volk und schickt uns somit auf Shopping-Tour. Was meinst Du, wie schnell der Franken gegenüber anderen Währungen um 50% einbüsst?

Wie ich selbst zur SNB-Politik stehe und warum ich für einen starken statt schwachen Franken einstehe, habe ich ja bereits vor 2 Jahren geschrieben.

http://www.cash.ch/node/#comment-

11.01.2011 23:24
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Re: Frankenstärke bekämpfen, aber wie?

CrashGuru wrote:

Das Wohlwollen der EU hat die Schweiz schon immer gehabt.

Und was ist mit Steinbrück???

11.01.2011 21:41
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Frankenstärke bekämpfen, aber wie?

Wir können nichts machen! Ausser unser Land in die Scheisse reiten, was ja nicht Ernsthaft in Erwägung zu ziehen ist. Der Trend an den Devisennmärkten wird auch wieder drehen. Es macht keinen Sinn wegen kurzfristigen Schwankungen nervös zu werden.

„Alles was die Sozialisten vom Geld verstehen, ist die Tatsache, dass sie es von anderen haben wollen.“

Konrad Adenauer

11.01.2011 21:32
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Frankenstärke bekämpfen, aber wie?

@MF und Crash

Nun ja, ich kann alle Eure Argumente auf der einen Seite verstehen und tendiere ja selbst gerne auch dahin. Das soll heissen, dass meine Idee von oben bei mir selbst nicht unbestritten ist. Trotzdem bin ich überzeugt, dass die rasante Aufwertung des Stutz der Wirtschaft einigen Schaden bringen wird. Es ging einfach zu schnell, als dass dem mit Effiziensteigerung zu entgegnen ist. Eine Aufwertung in diesem Ausmass kann man verteilt auf 5 Jahre sicherlich kompensieren. Dies ging aber zu schnell. Der Vorteil dabei, wir müssen uns noch mehr anstrengen um besser als der Rest der Welt zu sein und dies lässt uns bekanntlich nicht auf dem Erreichten ausruhen (continuous improvement).

Wie MF richtig sagt, verkauft die Schweiz über Qualität und nicht über den Preis (dies wird und soll auch so bleiben). Deshalb machen die Rohstoffe dieser Produkte auch meist nur einen kleinen Teil der Herstellkosten aus. Der Grossteil der Kosten unserer qualtativ hochstehenden Produkte entstehen durch F&E, Produktveredelung, Produktionskosten, usw. Diese sind dann mindestens alle in Franken zu rechnen. Wenn nun Arbeitsplätze ins Ausland verlagert werden, hat die Schweiz als Ganzes nicht gewonnen. Es braucht einen gesunden Mix aus Entwicklung, Produktion und Dienstleistung im Lande.

Zu den Energiepreisen:

Wieso steigt der Benzinpreis in den letzten ca. 6 Monaten um ca. 9%, wenn doch der Dollar um ca. 10% fällt und der Ölpreis um ca. 10% zunimmt? Sollte dies sich nicht egalisieren, so wie von MF erwähnt und somit dank dem sinkenden Dollar zumindest nicht teurer werden? Oder verarscht uns da jemand aus der Spritindustrie? :?

Ja, Vertraue ist schneller verspielt als aufgebaut und ja, es ist riskant damit zu spielen. Aber ein wenig? Mit gesunder Dosierung?

Der Franken sollte zum € auf mindestens 1.45 zurück, um Abwanderung der Arbeit zu verhindern und trotzdem zwingt uns dieser Kurs, effizienter zu werden. Ach ja, Simbabwe hat da wohl noch andere Handicaps und Argentinien hatte zuviel Vertrauen verspielt und verspielt es weiterhin.

Wenn es nun also erstrebenswert wäre den CHF etwas abzwerten, wie könnte man dies denn erreichen, als kleines Land wie wir? Haben wir da überhaupt Möglichkeiten, ausser über Manipulation des Image, Vertrauen usw.? "Hardwaretechnisch" (SNB und Intervention am Devisenmarkt) sehe ich unsere Möglichkeiten sehr begrenzt.

Gruss

Guard

Die Technik zum Wohle der Menschheit dienstbar machen!

11.01.2011 11:10
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Re: Frankenstärke bekämpfen, aber wie?

Guard wrote:

Dies würde:

- das Vertrauen in die Schweiz etwas schwächen da sie ja dann schlechte Schuldner hat und somit etwas instabiler ist.

Richtig, das Vertrauen würde schwinden. Wollen wir das wirklich? Vertrauen aufbauen ist langwieriger als Vertrauen verlieren. Kontrolliertes abbremsen des Verlustes von Vertrauen....

Ein viel zu gefährliches Spiel! Denn wenn der Vertrauensverlust mal anfängt, dann werden die Spekulanten darauf aufmerksam und der Tsunami startet.

Guard wrote:

- das Wohlwollen der EU sichern, da man ja mithilft und die krieselnden Staaten unterstützt (gut für zukünftige Verhandlungen mit der EU).

Das Wohlwollen der EU hat die Schweiz schon immer gehabt. Damit ist kaum ein Kranz zu gewinnen bei Verhandlungen. Die EU wird immer ihre Ziele durchdrücken (wollen), egal wieviel Wohlwollen da ist

Müssen wir den Franken überhaupt schwächen? Ich bin der Meinung, da wir ein hohes Mass an Importen aus EU und USA haben (auch Material und Produkte für die Exportindustrie), dürfte das Ungleichgewicht sich in Grenzen halten. Zudem scheinen viele Firmen die Probleme mit den Währungsdifferenzen ganz gut im Griff zu haben. Als der Franken schwach war, wurden von der gleichen Industrie überigens die hohen Preise der Zulieferer beklagt..... Wink

11.01.2011 01:56
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Frankenstärke bekämpfen, aber wie?

Kommt drauf an, ob Du kurzfristige Kosmetik bei den Kursen anstrebst oder eher langfristige Stabilität anstrebst.

Grundsätzlich gilt:

Starke Währung = Starke Wirtschaft

Schwache Währung = Schwache Wirtschaft

Beispiele hierzu:

Starke Währung: Schweiz, Schweden, Kanada, Australien, Singapore

Schwache Währung: Argentinien, Mexico, Russland

Wäre eine schwache Währung ein Auslöser für Wirtschaftswachstum wäre Simbabwe heute Wirtschaftsmacht #1 Blum 3

Warum ist das so?

Weil langfristig denkende Grossinvestoren in erster Linie auf langfristige Stabilität und Sicherheit Wert legen. Deshalb investieren sie in Länder mit starker Währung lieber als in Länder mit schwacher Währung.

Das klassische Argument der Exportindustrie hat durchaus seine Berechtigung. Nur: Die Schweiz exportiert nicht nur, sie importiert auch. Ein schwächerer Franken bedeutet demnach höhere Kosten für den Konsumenten (denke nur alleine an den Benzinpreis) und somit weniger Konsum. Das dürfte unter dem Strich die Nachteile der Exportindustrie in etwa aufwiegen.

Hinzu kommt, dass Konsumenten wie auch Unternehmen bei starker Währung von niedrigen Zinsen profitieren können.

Zudem ist die Schweiz ein Land, das über Qualität verkauft, nicht in erster Linie über den Preis.