Gegenseitiges Misstrauen in der Finanzwelt

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23.07.2010 12:05
#1
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Gegenseitiges Misstrauen in der Finanzwelt

Ich habe meine Bankkonten bei der Raiffeisenbank im Kanton Aargau (mein Hauptdomizil)und bei Swissquote. Beruflich bin ich während der Woche in der Westschweiz tätig.

Nun wollte ich kürzlich einen Scheck in EUR - ausgestellt durch eine der weltweit grössten Versicherungsgesellschaften (Allianz) - auf mein Devisenkonto bringen.

Ich bin ziemlich viel unterwegs innerhalb der Schweiz und so wollte ich dies auf der Raiffeisenbank in Delsberg vollziehen.

Aber hallo, das ging nicht!! Ich müsse bei meiner Raiffeisenbank im Kanton Aargau vorbeigehen, anders ginge das nicht.

Da ich zu den Büroöffnungszeiten nur selten an meinem Wohnort bin, habe ich den Scheck unterschrieben und per Post geschickt.

Heute, eine Woche später, erkundige ich mich, ob der Scheck angekommen sei, da ich bei der Abfrage meines Kontos noch nichts gesehen habe.

Der Scheck sei angekommen, aber bei grösseren Beträgen (in meinem Fall 16,000 EUR), warte man mit der Gutschrift zu, bis das Geld des Scheckausstellers eingegangen sei und dies könne bis zu 2 Wochen dauern.

Ist so ein Vorgehen normal? Ist das Misstrauen zwischen den Finanzinstituten immer noch derart präsent, dass man bei solchen Beträgen solch krämerhafte Vorgehensweisen antrifft?

Vielleicht sollte ich die Bank wecheln.

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17.08.2010 12:53
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Zorro est arrivé

Am Freitag, den 13.8.2010 habe ich die Kohle auf meinem Konto vorgefunden!!!!

Es sind also praktisch 4 Wochen verstrichen. Eine wahrliche Meisterleistung unserer Finanzwelt.

06.08.2010 20:41
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Gegenseitiges Misstrauen in der Finanzwelt

Ja da sieht man, wie sicher unsere Banken handeln. Da wird jede Aktion mehrmals abgesichert, so dass für niemand nie und nimmer ein Schaden entstehen kann. Ich bi Stolz auf unsere Banken.

Da da natürlich hin und wieder etwas schiefgehen kann ist nur selbstverständlich und natürlich. Aber bei solchen Ausnahmen steht dann der Staat zur Verfügung und hilft den Schaden von mehreren Milliarden zu decken. Aber eben wo Menschen sind passieren Fehler. :idea:

Geld stinkt, aber ich liebe den Geschmack

06.08.2010 18:00
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Arbeitsverweigerung

Ich war gestern und heute in 5 verschiedenen Geschäften verschiedener Tätigkeitsrichtung.

Fazit nach zwei verlorenen Tagen, wir konnten nichts erledigen von dem was wir vorhatten: Jeweils schon beim Betreten der Lokalität war ganz klar spürbar "Hilfe, ein Kunde kommt"....... Wink :? Ich glaube es lag an uns, dabei hatten wir jeweils frisch geduscht und die Zähne geputzt Lol

06.08.2010 15:23
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Zwischenbericht

Das Geld ist immer noch nicht eingetroffen. In der Zwischenzeit weiss ich, dass auch die Allianz nicht ganz unschuldig an der Angelegenheit ist.

Zu allem Verständnis sei hier der mir heute bekannte Ablauf aufgelistet:

Ich erlitt Ende letztes Jahr einen grösseren Wasserschaden in meinem Haus in Frankreich und die Schadenregulierung dauerte etwas lang, doch ich bin mit der Entschädigung eigentlich zufrieden. Nur muss ich solange bis das Geld eintrifft die Bank spielen, weil die Handwerker ja bezahlt werden mussten.

Ich gab bei der Allianz meine Bankverbindung mit der Raiffeisen an, damit die Entschädigung dort überwiesen werden könne. Da es sich für die Allianz um eine Auslandüberweisung handelt, war diese nicht bereit diese auszuführen und stellten mir einen Scheck aus, den ich dann bei meiner Bank einlösen könne.

Da ich beruflich ziemlich viel unterwegs bin und an meinem Domizil in der Regel nur am Wochenende bin, wollte ich den Scheck bei der Raiffeisenbank in Delsberg einlösen, was jedoch nicht gelang, da meine Raiffeisenbank (im Aargau) eine andere sei.

Am 16. Juli schicke ich den Bankscheck von etwas mehr als 15,000 EUR an meine Aargauische Raiffeisenbank ein.

Am 20. Juli bestätigt mir die Bank schriftlich den Eingang des Schecks. Weil es sich bei der Allianz-Bank um ein ausländisches Geldinstitut handle, werde der Betrag jedoch erst gutgeschrieben, wenn das Geld auch tatsächlich bei der Raiffeisenbank eingetroffen sei.

Die Raiffeisen hat den Scheck umgehend bei der Allianz präsentiert.

Am 30. Juli teilt die Allianz-Bank der Allianz-Versicherungsagentur mit, dass der Scheck (oh Schreck) von einer ausländischen Bank präsentiert werde und weist die Agentur an, beim Kunden nachzufragen, ob er diesen Scheck tatsächlich bei einer ausländischen Bank präsentiert habe.

Die Agentur fragt mich am gleichen Tag telefonisch an, ob dies so in Ordnung sei, was ich natürlich bestätigen konnte. Umgehend teilt die Agentur der Allianzbank mit, dass der Scheck freigegeben werden könne.

Nun ging wiederum 1 Woche durchs Land und die Kohle sei immer noch nicht bei der Raiffeisen angekommen, obwohl mir die Allianz bestätigt, dass der Scheck sofort freigegeben worden sei.

Fazit:

Es gibt hüben und drüben zuviele Technokraten, die zwar sehr gut ausgebildet sind, aber meinstens noch gar nie einen Kunden aus der Nähe gesehen haben.

Der Kunde ist König,

wir sind jedoch strikte gegen die Monarchie!

Wie schon von anderer Seite in einem Posting erwähnt wurde, muss ich froh sein, dass in Delsberg nicht der Ueberfall-Alarmknopf gedrückt wurde (AG = Achtung Gefahr)

Ich komme mir vor wie jener Kunz aus Bünzen bei Boswil, der vorübergehend im Haus von Freunden war und ziemlich viel auswärts telefonieren musste. Er fragte deshalb bei der Post an ob er eine eigene Telefonrechnung haben könne (Altes Sketch von Cäsar Keiser).

Hoch lebe die Arbeit!

So hoch, dass keiner rankommt!

27.07.2010 08:46
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Gegenseitiges Misstrauen in der Finanzwelt

Also Pesche, Du müsstest doch eigentlich am Geschmack erkennen, ob es ein gedeckter Scheck ist.... Lol

27.07.2010 07:37
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Gegenseitiges Misstrauen in der Finanzwelt

Also Chrigu, stell Dir vor Du bist hinter dem Schalter einer klein Bank. Ein Kunde kommt, greift in die Jackentasche und zieht ein.......Scheck raus. Du hast zwar schon gehört, dass sowas im dümmsten Fall vorkommen kann. Die Bankinterne Regelung sagt: Bleiben Sie ruhig. Merke jeder kann behaupten, dass dieses Papier mit 4 Unterschriften ein Scheck sei, aber ist dieses Papier ein Scheck? Ich kann auch auf ein Papier "10000 Schweizer Franken" schreiben, aber ist das eine 1000 Fr Note????

usw usw.........

Ich als Bank würde auch nur die eigenen Scheck, nach Kontokontrolle, anerkennen. Alle anderen Schecks, auch und vorallem von einer Deutschen Versicherung, nur nach Rückversicherung und Gutschrift.

Geld stinkt, aber ich liebe den Geschmack

26.07.2010 19:57
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Gegenseitiges Misstrauen in der Finanzwelt

Ich sehe, dass unterschiedliche Meinungen herrschen.

Von wegen fairer Behandlung....es handelte sich um einen Scheck von einer potenten Unternehmung. Ich darf doch schon davon ausgehen, dass ein Bänkler den gesunden Menschenverstand einschalten kann und die Allianz nicht gleich mit einer Betrügerbande vergleicht.

Ich hatte im voraus bei der Allianz meine Bankdaten angegeben für eine Ueberweisung. Die Agentur hat mir jedoch gesagt, dass sie nur mit Schecks arbeiten.

So gesehen war ich einfach das Opfer von zwei Partnern, die eine gewisse Unflexibilität an den Tag legten und ich werde in einem ähnlichen Fall das nächste Mal keine Schecks mehr akzeptieren.

Ich bedanke mich für die angeregte Diskussion

26.07.2010 18:05
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Re: Gegenseitiges Misstrauen in der Finanzwelt

Fine-Tuner wrote:

Im Zeitalter von Kreditkarten, paypal und e-banking gehören Cheks abgeschafft.

Dann hast Du wohl noch nie mit Möbel-Märki Geschäfte gemacht Wink

Ich weiss nicht, wie es heute ist und ob der alte Märki noch lebt aber vor 20 Jahren, wurde nie ein Einzahlungsschein (wir waren Software-Lieferant) direkt bezahlt. Immer kam ein Check. Vom alten Märki höchstpersönlich unterschrieben. Lol

26.07.2010 09:47
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Re: Banken - Stresstest!

Karat1 wrote:

Der Test wurde von jedem Institut selber durchgeführt und offenbar wurden den Banken auch die Anforderungen überlassen.

...

Das einzige was mich an diesem Test wundert, dass man wenigstens 7 Institute opferte.

Was haben die bekommen, damit sie sich selbst geopfert haben? :roll:

Gruss

fritz

25.07.2010 11:10
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Banken - Stresstest!

Wenn man in der Finanzpresse liest, wie dieser Stresstest abgelauen ist, stehen einem die Haare gewaltig zuberg. Jedenfalls wenn man noch welche hat. Der Test wurde von jedem Institut selber durchgeführt und offenbar wurden den Banken auch die Anforderungen überlassen. Das einzige was mich an diesem Test wundert, dass man wenigstens 7 Institute opferte. Wenn man weis, was diese Optimierungskünstler auf dem geduldigen Papier alles fertig bringen, erstaut das Resultat ja nicht. Aber aufgrund der geforderten Kriterien ist der Test auch absolut wertlos und eine Frechheit gegenüber der Öffentlichkeit und den Anlegern.

Karat

24.07.2010 14:33
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Re: Gegenseitiges Misstrauen in der Finanzwelt

MarcusFabian wrote:

[........

....Wenn Du die Gutschrift hast, weisst Du wenigstens, dass die Transaktion gut über die Bühne gegangen ist.

Dann brauche ich aber gar keinen Check mehr...oder?..

Eine gute Bank ruft die gezogene Bank an und lässt den Betrag sperren...das dauert dann nur wenige Minuten und ich kann das Geld sofort mitnehmen....was ja der Sinn des Checks wäre. Wie auch immer, ich verstehe sowieso nicht wesshalb man sich heute noch an solch antiquierte Zahlungsmittel hält. Im Zeitalter von Kreditkarten, paypal und e-banking gehören Cheks abgeschafft.

Fine-Tuner

24.07.2010 03:59
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Re: Gegenseitiges Misstrauen in der Finanzwelt

Chrigu49 wrote:

Der Scheck sei angekommen, aber bei grösseren Beträgen (in meinem Fall 16,000 EUR), warte man mit der Gutschrift zu, bis das Geld des Scheckausstellers eingegangen sei und dies könne bis zu 2 Wochen dauern.

Deine Bank hat sich ausserordentlich fair und gut verhalten!

In Deutschland - war kürzlich in den Medien - läuft das sehr viel schlimmer. Denn dort wird das Geld Deinem Konto sofort gutgeschrieben aber wenn der Check platzt, wird die Gutschrift wieder rückgebucht!

Das nützen Betrügerbanden aus: Sie bestellen Waren, zahlen mit ungedeckten ausl. Checks, der Lieferant sieht die Gutschrift auf seinem Konto, meint alles sei in Ordnung, liefert die Ware und ist dann völlig aus dem Häuschen, wenn das Geld wieder vom Konto abgezogen wird!

Da hast Du es offenbar besser. Wenn Du die Gutschrift hast, weisst Du wenigstens, dass die Transaktion gut über die Bühne gegangen ist.

24.07.2010 03:31
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Gegenseitiges Misstrauen in der Finanzwelt

Geh an den Schalter...schau dem Typ an der Kasse tief in die Augen.....und dann zieh!!!!....einen Wechsel aus deiner Tasche...damit kannst du heute eine moderne Bank lahmlegen...auch das durfte ich schon erleben.

Das sind doch wirklich Hinterbänker. Kennen die einfachsten Zahlungsmittel nicht mehr....dafür können sie dir das Delta irgendeiner fuXXing Option im Kopf ausrechnen. Super.:(

Fine-Tuner

23.07.2010 14:35
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Gegenseitiges Misstrauen in der Finanzwelt

Chrigu49 wrote:

Ich war mir schon bewusst, dass ich gefilmt wurde....habe extra freundlich gelächelt.... Lol

Von wegen Konto am richtigen Ort...ich glaubte, dass im Zeitalter vom Elektronischen Sex der Ort nicht mehr eine wichtige Rolle spiele... Biggrin

Versuche das mal den Steuerflüchtlinge in den USA und Deutschland zu erzählen, einige würden Dich Lynchen. Das mit dem Elektronischen Sex und der Ort nicht mehr so wichtig, versuche das mal Deiner Frau schonend beizubringen Blum 3

Geld stinkt, aber ich liebe den Geschmack

23.07.2010 13:55
Bild des Benutzers Chrigu49
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Gegenseitiges Misstrauen in der Finanzwelt

Ich war mir schon bewusst, dass ich gefilmt wurde....habe extra freundlich gelächelt.... Lol

Von wegen Konto am richtigen Ort...ich glaubte, dass im Zeitalter vom Elektronischen Sex der Ort nicht mehr eine wichtige Rolle spiele... Biggrin

23.07.2010 13:49
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Gegenseitiges Misstrauen in der Finanzwelt

Ja, als Bänker hätte ich da so meine Ängste:

Ein Scheck in €

16'000€

Von einer Versicherung der Allianz

Von Deutschland

Bei uns ins Delsberg

Von einem Aargauer

Kein Konto am richtigen Ort.

Ich wundere mich, dass der Typ hinter dem Schalter nicht den Überfallalarm ausgelöst hat.

Geld stinkt, aber ich liebe den Geschmack

23.07.2010 13:39
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Gegenseitiges Misstrauen in der Finanzwelt

Ich hatte eigentlich meine Bankreferenz angegeben, doch bei der Versicherung gehört es zum Prozess, dass sie Checks ausstellen.

Kommt jetzt noch dazu, dass es mich noch mindestens 60 EUR Gebühren kostet um das Geld auf mein Fremdwährungskonto zu bringen.

Ich könnte das Misstrauen noch begreifen, wenn der Aussteller zum Beispiel Ghadaffi wäre.... Lol

Es störte mich auch, dass ich den Scheck nicht in Delsberg deponieren konnte. Das Mindeste an Service wäre gewesen, dass sie den Scheck entgegengenommen hätten um ihn dann auf ihren internen Irrwegen weiterzuleiten.

Das Beispiel mit dem Priester ist treffend....in etwa so ist es mir ergangen.

Der Kunde ist König, aber es sind halt nur noch wenige für die Monarchie!!

23.07.2010 13:32
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Checks meiden, sonst gehts dir wie Priester Don Francesco Bachmann

http://www.mythen-post.ch/datei_mp_12_02/scheck_einloesen_mp_12_02.htm

...Cheks sind heute derart ungewöhnlich, dass junge Bankbeamte Angst kriegen, wenn sie einen sehen...ich selbst habe schon für die Einlösung eines €6 cheks Fr.10.- Gebühren bezahlt Sad

Fine-Tuner

23.07.2010 12:43
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Gegenseitiges Misstrauen in der Finanzwelt

Nein Du brauchst Die Bank nicht zu wechseln. Es ist grundsätzlich so dass alle Auslandschecks in der Schweiz das grösste Misstrauen auslösen. Ich konnte noch nie ohne Probleme ein £,$,€ Scheck einlösen.

Das war und ist in Frankreich anders. Da haben die Leute bis vor ein paar Jahren, anstatt mit der Karte mit Schecks bezahlt und Du konntest bei jeder Bank auch ohne Konto Dir dafür Geld geben lassen.

Du musst dafür sorgen dass Dir das Geld auf Dein Konto überwiesen wird, bei Bedarf halt schnell ein Fremdwährungs-Konto einrichten.

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