Gehen unsere Vorsorgegelder den Bach ab?

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26.12.2006 01:58
#1
Bild des Benutzers Fine-Tuner
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Gehen unsere Vorsorgegelder den Bach ab?

Der Bundesrat will uns dies auf jeden Fall weissmachen. Er möchte das Rentenalter auf 67 setzen, um so die AHV auch für künftige Generationen zu erhalten. Damit impliziert der Bundesrat, dass wenn wir nicht jetzt und sofort das Rentenalter auf 67 setzen, die nächsten Generationen nichts mehr haben werden bzw. die AHV lanfristig Bankrott geht.

Schändlich diese Angstmacherei und Lügerei. Die AHV ist sicher und könnte mittels eines Beitragsprimates noch viel sicherer gemacht werden. Ein System das heute die meisten Firmen für die 2. Säule bereits anwenden und das das einzige zukunftsfähige Rentensystem überhaupt ist. Es macht keinen Sinn, dass die Jungen die Alten finanzieren. Jeder sollte sich selber finanzieren, eben Beitragsmethode. Doch was macht dieser Bundesrat, der seinen Zenit schon längst überschritten hat und von dem nicht mehr viel zu erwarten ist? Einfaltslos wie er ist, will er das Rentenalter auf 67 setzen.

67?? Was soll das? Heute findet doch bereits ein 50-jähriger keinen Job mehr. Keine Firma dieser Welt stellt einen 60 jährigen ein. Ein absoluter Witz. Wie ich bereits in einem anderen thread ausgeführt habe wird sich die Arbeitsmarksituation in der CH wohl weiter verschlechtern und selbst für junge, hochqualifizierte, dynamische und felxible Streber wird die Luft dünner. Sorry, aber was soll da ein 60-jähriger, geschweige denn ein 67-jähriger? Der Bundesrat vergisst wohl, dass wir lediglich biologische Wesen mit einer biologischen Uhr sind und die läuft nun mal (und wird auch in Zukunft nicht viel länger laufen) nur rund 78 Jahre (statistischer Wert).

Und die Sache mit der Demografie? M.E. eine weiter Lüge und Angstmacherei. Weniger Junge mehr Alte? OK, aber wer finanziert den die Alten? die Jungen? so ein Witz! Die finanzieren sich selber. Wer hat den das Vermögen? die Jungen? Wohl eher nicht. Die Jungen können nur hoffen, dass die Alten ihnen noch was übrig lassen und nicht alles dem Sanatorium abliefern müssen. Die AHV, das heisst das Rentensystem hat damit im Grunde gar nichts zu tun.

Warum ist es nicht möglich, dass einer bereits mit 40 in Rente geht?

Wenn einer mit 40 CHF 300'000 in die Vorsorge (1.2. und 3. Säule) einbezahlt hat und nach Statistik noch rund 40 Jahre zu leben hat, ist es doch ein Leichtes seine Rente auszurechnen (in diesem Beispiel 7'500 pro Jahr; ohne Zins und Zinseszins).

Wenn jemand mit 7'500 im Jahr auskommt und keine zusätzlichen sozialen Kosten verursacht, warum kann dieser nicht mit 40 in Rente? Seine Rente hat nichts mit der aktuellen Demografie zu tun. Sie, die Rente, ist rein mathematisch und auch gesichert, wenn es keinen einzigen Jungen mehr geben würde.....aber dies funktioniert natürlich nur beim Beitragsprimat......mit dem Umlageverfahren, wie wie wir es jezt in der AHV haben, wird der Tag der Pensionierung bald identisch mit unserem Todestag sein.

Ich finde auch die Gewerkschaften haben wenig Phantasy. Auch Sie verlangen keinen Systemwechsel. Immerhin wollen die eine Flexibilisierung, was ein Schritt in die richtige Richtung, jedoch noch keine Lösung, ist. Für eine richtige Flexibilisierung (das heisst, dass rein theoretisch bereits nach der ersten Einzahlung eine frühzeitige Pensionierung möglich wäre), brauchen wir den Systemwechsel zur Beitragsmethode.

Damit würden wir einerseits den Arbeitsmarkt entlasten und wären anderseits immun gegen die demografische Entwicklung.

Wie sehen andere das Problem, das ja letztlich jeden von uns betrifft.

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10.04.2012 15:19
Bild des Benutzers Elias
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«Sozialsystem kerngesund»: Bleibt AHV-Alter bei 65?

Je nach Massnahmenmix könnte das Rentenalter bei 65 Jahren bleiben. Dieser Auffassung ist der abtretende Direktor des Bundesamts für Sozialversicherung (BSV) Yves Rossier.

n einem am Dienstag veröffentlichten Interview im "Tages-Anzeiger" und im "Bund" räumt Rossier ein, dass es für die Beibehaltung des Rentenalters 65 zusätzliche Einnahmen bräuchte. Dafür gebe es nur drei zuverlässige Quellen: Lohnbeiträge, Konsumsteuern und die Bundeskasse. "Alle anderen Quellen sind eher Kuriositäten, so etwa die Casino-Steuer."

AHV-Schreckensszenarien haben ihren Ursprung laut Rossier im Umstand, das "wir nicht wissen, wie es in 20 Jahren sein wird". Aber: "Es gibt keinen Grund, Angst zu haben." Die Zukunft sei zwar immer noch unsicher, "doch unser Sozialsystem ist kerngesund". Es gebe kein anderes OECD-Land, in dem die Sozialversicherungen so gut dastünden.

Wohl zeichneten sich für das nächste Jahrzehnt auch in der Schweiz Probleme ab, sagte Rossier. "Aber die Griechen, Engländer, Iren oder Spanier haben bereits heute ein Problem und kürzen die Leistungen zum Teil massiv." In der Schweiz würden die Massnahmen jedoch weder auf der Leistungs- noch auf der Einnahmenseite so drastisch sein.

"Erträge heute höher als in den goldenen Zeiten"

Zur zweiten Säule sagte Rossier, früher habe es zwar eine Periode gegeben, in welcher der Umwandlungssatz bei 7,2% lag und es 4% Zins gab. "Aber wir hatten 5 bis 7% Inflation." Heute gebe es zwar nur noch 1,7% Zins, aber die Inflation liege unter 1%. "Also sind die Erträge heute höher als in den goldenen Zeiten."

Auf die Frage, ob die künftigen Rentner nur mit einem Teilzeitjob über die Runden kommen würden, sagte Rossier, das hänge von den Erwartungen an den Lebensstandard ab. Er finde es richtig, wenn man auch mit 65 noch etwas arbeite, wenn man dazu in der Lage sei.

Schon heute arbeite rund ein Drittel der 65- bis 70-Jährigen. "Niemand tut das, weil er sonst verhungern würde, sondern um sich einen bestimmten Lebensstandard zu leisten." Gleichzeitig sei das ein Segen für den Sozialstaat, weil diese Leute auch weiterhin Sozialbeiträge zahlten.

Verschiedene Modelle ausgearbeitet

Zum flexiblen Rentenalter sagte Rossier, dass das BSV verschiedene Modelle ausgearbeitet habe. Am schwierigsten sei die Differenzierung nach Berufsgruppen, weil die Abgrenzung heikel sei. "Bisher fehlt jedoch der Konsens, dass man bei der AHV überhaupt etwas machen muss."

Die Sozialversicherungen AHV, IV und EO haben im letzten Jahr zum ersten Mal seit mehreren Jahren wieder den gesamten Aufwand mit den Einnahmen decken können. Grund dafür sind vor allem Mehreinnahmen bei der IV und der EO aus Mehrwertsteuer- und Beitragserhöhungen.

Rossier ist seit 2004 BSV-Direktor. Am 1. Mai wird er Staatssekretär im Departement für auswärtige Angelegenheiten. Wer sein Nachfolger wird, ist noch nicht bekannt.http://www.cash.ch/news/front/sozialsystem_kerngesund_bleibt_ahvalter_be...

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Der Weise gewinnt mehr Vorteile durch seine Feinde als der Dummkopf durch seine Freunde.
Benjamin Franklin

09.02.2007 14:26
Bild des Benutzers Fine-Tuner
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Gehen unsere Vorsorgegelder den Bach ab?

Oh my dear, ES GIBT AUCH LEUTE, DIE VOR DEM ERRECHNETEN STATISTISCHEN STERBEDATUM STERBEN.

Der Systemwechsel ist kein Füllhorn, sondern die einzige Möglichkeit die AHV über die demografische Bombe hinweg zu retten.

Gibt es wirklich Menschen, die das nicht nachvollziehen können!

FT

09.02.2007 12:00
Bild des Benutzers Viremar
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Gehen unsere Vorsorgegelder den Bach ab?

Was ist, wenn jemand länger lebt als errechnet und das ganze Kapital aufgebraucht ist? Muss er dann von der Brücke springen oder soll er aufs Sozialamt und neue Unterstützung beantragen?

05.02.2007 01:09
Bild des Benutzers Fine-Tuner
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Gehen unsere Vorsorgegelder den Bach ab?

Unser aller geliebter Pascal kanns nicht lassen und nimmt einen erneuten Versuch das Rentenalter auf 67 zu erhöhen.

Der sollte besser das cash.ch forum lesen, dann wüsste er, dass dies unsinnig, phantasielos und nicht nachhaltig ist.

Nur ein SYSTEMWECHSEL (Beitragsprimat) ist langfristig nachhaltig und sichert eine faire Altersvorge ohne vorgängigen entwürdigenden Gang zum RAF.....was der Bundesrat will ist einfach die AHV entlasten und die ALV belasten....unterm Strich ein dummes und menschenunwürdiges Nullsummenspiel. Pfui!!

FT

01.01.2007 00:21
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Ich glaub da ist ein Teil des Textes verlorengegangen...

Bin nicht der Ansicht, dass das Beitragsprimat zu Härtefällen führen würde. Im Gegenteil, alle hätten ein Konto, auch solche, die nie einbezahlt haben, (Hausfrauen, Behinderte, Erwerbs- und Arbeitslose...........).

Diese Konti werden durch die Arbeitenden geäufnet, wie ja bereits jetzt die Arbeitenden die Minimalrente von Personen die nie einbezahlt haben, finanzieren. Auf diese Konti würde ein monatlicher Minimalbetrag einbezahlt. Man müsste einzig diese Minimalbeträge berechnen, so wie man jetzt die Minimalrenten berechnet. Das Ganze ist ein rein mathematisches Problem!

Es geht letztlich um die Verfügbarkeit unseres Kapitals. Wer bestimmt, wann ich meine Ersparnisse beanspruchen darf?

Der Staat? Die Banken? Die Versicherungen? Mit dem Umlageverfahren ja. (Insbesondere der Staat hat ein Interesse, dass diese Milliarden ihm nicht entzogen werden (Liquidität)!)

Mir sind alle nicht ganz geheuer. Darum gibt’s nur eine Lösung:

Ein Konto für jeden Schweizer Bürger mit jederzeitiger Möglichkeit zur Verrentung! Wobei die Rente auf der aktuellen Sterbetafel berechnet wird. Es wäre sehr einfach, wenn man nur wollte.

Von wegen Ausland: Die ausländischen Rentensysteme sind veraltet und basieren vornehmlich auf dem untauglichen Umageverfahren (wie unsere AHV). Gerühmt wird nicht die AHV sondern das 3-Säulen System, insbesondere die innovative 2. Säule, die ja de facto bereits jetzt "jederzeit" bezogen werden kann (beispielsweise als Pfand).....jedoch unverständlicherweise nicht jederzeit verrentet werden kann.

Cheers

FT

01.01.2007 00:19
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Gehen unsere Vorsorgegelder den Bach ab?

Bin nicht der Ansicht, dass das Beitragsprimat zu Härtefällen führen würde. Im Gegenteil, alle hätten ein Konto, auch solche, die nie einbezahlt haben, (Hausfrauen, Behinderte, Erwerbs- und Arbeitslose...........).

Diese Konti werden durch die Arbeitenden geäufnet, wie ja bereits jetzt die Arbeitenden die Minimalrente von Personen die nie einbezahlt haben, finanzieren. Auf diese Konti würde ein.

Die ausländischen Rentensysteme sind veraltet und basieren vornehmlich auf dem untauglichen Umageverfahren (wie unsere AHV). Gerühmt wird nicht die AHV sondern das 3-Säulen System, insbesondere die innovative 2. Säule, die ja de facto bereits jetzt "jederzeit" bezogen werden kann (beispielsweise als Pfand).....jedoch unverständlicherweise nicht jederzeit verrentet werden kann.

Cheers

FT

27.12.2006 21:52
Bild des Benutzers Heinz.
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Antwort an Fine-Tuner

Hello Fine-Tuner

Deine Ausführungen sind interessant. Kann mich aber gleichwohl Deiner Meinung nicht anschliessen. Würde man bei der AHV das Beitragsprimat einführen, so würde höchstwahrscheinleich unser Sozialsystem auf die Länge zusammenbrechen. Der Solidaritätsgedanken bei der AHV-Rente (Mindest- und Maximalrente (1105/2210) wäre somit eliminiert. Zehntausende von angehenden AHV-Rentner könnte man die Mindestrente nicht mehr entrichten. Danke mal an die weibliche Belegschaft, wo viele davon das ganze Leben lang nie gearbeitet (Kindererziehung, etc) oder nur sehr wenig verdient haben. Denke auch an die vielen Arbeitslosen, die beim Beitragsprimat schlussendlich unter die Räder kämen. Die AHV ist sicher verbesserungsfähig und sollte mit AHV-Revisionen immer wieder angepasst und verbessert werden. Die umliegenden EU-Länder sind heute noch auf die im Jahre1948 (Bundesrat Tschudi) entstandene AHV in der Schweiz neidisch. Wenn heute ein Arbeitnehmer sich früh genug (siehe gutes Beispiel Vontobel) mit der Problematik "Pensionierung" auseinander setzt, so hat er genügend Möglichkeiten (2. + 3. Säule) eine Frühpension "à la carte" vorzuprogrammieren. Wie früher man anfängt, desto besser.

Gruss. Heinz

27.12.2006 14:02
Bild des Benutzers Vontobel
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Gehen unsere Vorsorgegelder den Bach ab?

Interessante Gedanken Fine-Tuner...

Ich persönlich bezahle bereits seit meinem 18. Lebensjahr (also seit 2 Jahren) in die 3. Säule ein. Daneben versuche ich mir mit Aktien ein Polster aufzubauen.

Bis jetzt habe ich mir noch nicht allzu viele Gedanken über die AHV gemacht. Ob man nun das Rentenalter auf 65 oder 67 ist mir persönlich nicht so wichtig. Hauptsache man hat Freude an seiner Arbeit, dann spielen diese 2 Jahre keine grosse Rolle.

Fact ist: Die Menschen werden immer älter & das muss irgendwie finanziert werden.

Wenn du genügend finanzielles Polster hast, kannst du ja immernoch früher in den Ruhestand gehen...?

Ich weiß, dass ich nichts weiß!



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