Geldsysteme

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Jeremias
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Interessant woher der Text stammt

 

 

  Stoff zum Nachdenken: Der Zinseszinseffekt

Darüber sind sich selbst die Fachleute selten einig. Ist es die Finanzpolitik? Sind es die nationalen oder internationalen Zentralbanken? Nein, es ist ein Konstruktionsfehler in unserem Geldsystem: der Zins auf Zins.

Wir befinden uns in einem soliden „Denkgefängnis“, in dem wir uns in Bezug auf das Thema „Geld“ eingerichtet haben. Die Kritik am Geldsystem stimmt zwar, aber wir verfügen nicht über die Macht und den Willen, es zu ändern. Der Zins gehört zum Eingangsparadigma, das alle Ökonomen akzeptieren müssen – vom Bankberater bis zum anerkannten Experten der Betriebs- und Volkswirtschaftslehre. Alle ökonomischen Modelle und Berechnungen setzen den Zins als gegeben voraus.

Die Frage hierbei ist: Wollen wir ein Geldsystem, das Stabilität gewährleistet? Oder bevorzugen wir ein System, das großen Wohlstand auf Kosten anderer ermöglicht? Langfristig wird jedes Geldsystem durch Zins und Zinseszins zusammenbrechen.

Doch unser Geldsystem ist nicht gottgegeben. Wir Menschen haben es geschaffen und könnten es auch wieder verändern. Es gibt Lösungsansätze und Geldentwürfe (z.B. das Regionalgeld-Projekt „Chiemgauer“), die einen Nutzen optimieren und helfen, Geld zu schaffen, das weder einem krankhaften Wachstumszwang unterliegt, noch eine ständige Umverteilung von der großen Mehrheit der Menschen zu einer kleinen Minderheit verursacht. Der Trend hält unvermindert an, wie aus dem aktuellen Armuts- und Reichtumsbericht der Bundesregierung hervorgeht.

Geld ist eine der genialsten Erfindungen der Menschheit. Ohne Geld gäbe es keine Spezialisierung und damit keine arbeitsteilige Zivilisation. Aber wir haben ein völlig festgefahrenes Verständnis davon entwickelt, was Geld ist – als sei das heutige das einzig denkbare oder akzeptable Geld.



Jeder natürliche, gesunde Organismus hört ab einer bestimmten Größe auf zu wachsen. Im Hinblick auf das Geld trifft dies jedoch nicht zu. Das auf Zins und Zinseszins basierende Geldsystem ist kein natürlicher Organismus. Dieses künstliche Konstrukt folgt einem grundlegend anderen Wachstumsmuster – dem sogenannten exponentiellen oder Verdoppelungswachstum – verursacht durch den Zinseszinseffekt.

Anfangs wächst das verzinste Geld um sehr geringe Beträge, dann aber kontinuierlich schneller und schließlich verläuft die Wachstumskurve fast senkrecht. Geld verdoppelt sich in regelmäßigen Abständen durch Zins und Zinseszins.

Je höher der Zins, desto schneller, je niedriger der Zins, desto langsamer führt es zum Kollaps. Das gilt spiegelbildlich auch für die Schulden. Sehr dramatisch zeigt sich da die Situation in den „Entwicklungsländern“. Ein afrikanischer Präsident äußerte sich 2008 auf einem Gipfeltreffen wie folgt:

„Wir haben 1985/1986 fünf Milliarden Dollar geliehen. Bis jetzt (2008) haben wir 16 Milliarden Dollar zurückgezahlt. Jetzt wird uns gesagt, dass wir immer noch Schulden haben, wegen der Zinsraten mit seinem Zinseszinseffekt der Kreditgeber“.

Ist ein immer größeres Wachstum, gemessen am Bruttoinlandsprodukt (BIP), wirklich der ultimative Wohlstandindikator? Oder sollte man nicht Bedingungen schaffen, die das Streben nach möglichst hohem Bruttoinlandsglück fördern? Darüber sollten wir nachdenken.

MarcusFabian
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Verschoben vom Thread: http://www.cash.ch/comment/566122#comment-566122

 

sime hat am 17.05.2014 - 12:30 folgendes geschrieben:

weico hat am 17.05.2014 - 12:08 folgendes geschrieben:

sime hat am 17.05.2014 - 11:51 folgendes geschrieben:

 

Der ist gut. smiley Aber ich gebe weico teilweise recht, wobei es an sich nicht die Schuld des Bürgers ist, sondern wird er eben nicht wahrheitsgetreu informiert, bzw. bewusst desinformiert, um das Spiel am Laufen zu halten.

Also ich persönlich finde die Information,über unser gesetzliches Zahlungsmittel, absolut ausreichend und wahrheitsgetreu.

http://www.efv.admin.ch/d/themen/waehrung/oeff_zahlungsmittel.php

http://www.admin.ch/opc/de/classified-compilation/19994336/index.html

 

 

Alle (Mit)"Spielende" sollten immer an die "wichtigste" Spielregel  denken:

ignorantia legis non excusat

 

smiley

 

weico

 

 

 

In der Schule ist meines Wissens das Geldsystem kein Pflichtfach und der Jürgen macht dann eine Maurerlehre. Wie soll er jemals ädaquat das Geldsystem so verstehen wie Johnny, welcher Investmentbanker wird. Hier herrscht doch ein totales Ungleichgewicht, welches weder von den Polizicker, noch von den Medien nur im Ansatz ausgeglichen wird. Geld ist eine Religion geworden, wo alle dran glauben, doch nur die Hohepriester wissen Bescheid. Was hat Jürgen also für eine Wahl da nicht mitzuspielen, denn gesagt, wie es ist, hat ihms niemand und er würde als Ketzer dastehen, wenn er nicht dran glauben würde und würde zwar nicht an den Pranger gestellt, doch von der Gesellschaft aussortiert. Entweder macht er mit oder er landet in der Gosse.

Schön erkannt. Die Frage ist nun, in wie weit wir versuchen, diese Erkenntnisse auch anderen Lesern dieses Forums näher zu bringen (mein Approach) oder sie einfach stillschweigend zu unserem eigenen Vorteil nutzen, um gegenüber der unwissenden Masse (aka Maurerlehrling Jürgen) dereinst einen Vorteil heraus zu schlagen.

In der Tat ist es erschreckend, in privaten Gesprächen festzustellen, dass die meisten Menschen der Überzeugung sind, sie hätten Geld auf ihrem Bankkonto. Haben sie nicht! Sie haben nur den Anspruch auf Geld (genauer: Zentralbankgeld) auf ihrem Bankkonto. Und da bekanntlich die Summe aller "Ansprüche auf Geld" etwa 100 mal so hoch ist wie effektives Geld, haben wir das Spiel Reise nach Jerusalem mit 100 Kindern und nur einem Stuhl!

 

Elias
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MarcusFabian hat am 17.05.2014 - 13:07 folgendes geschrieben:

In der Tat ist es erschreckend, in privaten Gesprächen festzustellen, dass die meisten Menschen der Überzeugung sind, sie hätten Geld auf ihrem Bankkonto

Das sind sicher die selben, welche sich wundern, warum nichts aus dem Bankomaten raus kommt.

Die haben am Ende des Geldes noch zu viel Monat.

 

 

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Zyndicate
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Elias hat am 21.05.2014 - 16:16 folgendes geschrieben:

MarcusFabian hat am 17.05.2014 - 13:07 folgendes geschrieben:

In der Tat ist es erschreckend, in privaten Gesprächen festzustellen, dass die meisten Menschen der Überzeugung sind, sie hätten Geld auf ihrem Bankkonto

Das sind sicher die selben, welche sich wundern, warum nichts aus dem Bankomaten raus kommt.

Die haben am Ende des Geldes noch zu viel Monat.

 

 

DIE HABEN AM ENDE DES GELDES NOCH ZU VIEL MONAT

Haha, you made my day!!! ROFL

Ich verliere nie! Entweder ich gewinne oder ich lerne!

Elias
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Zyndicate hat am 21.05.2014 - 16:20 folgendes geschrieben:

Elias hat am 21.05.2014 - 16:16 folgendes geschrieben:

MarcusFabian hat am 17.05.2014 - 13:07 folgendes geschrieben:

In der Tat ist es erschreckend, in privaten Gesprächen festzustellen, dass die meisten Menschen der Überzeugung sind, sie hätten Geld auf ihrem Bankkonto

Das sind sicher die selben, welche sich wundern, warum nichts aus dem Bankomaten raus kommt.

Die haben am Ende des Geldes noch zu viel Monat.

 

 

DIE HABEN AM ENDE DES GELDES NOCH ZU VIEL MONAT

Haha, you made my day!!! ROFL

ja, ist doch schön, wenn man wenigstens von irgend etwas noch föhrig (öberflössig) hat.

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Elias
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Die Voll-/Leergeld-Reform

Demnächst soll in der Schweiz die Vollgeld-Initiative lanciert werden. Die Geldschöpfung «aus dem Nichts» durch Banken hat aber nichts Verwerfliches. Und um Universalbanken sicherer zu machen, braucht es keine Vollgeld-Reform.

Das Vollgeld-Projekt ist eine Variante des in der Grossen Depression von einigen bekannten amerikanischen Ökonomen vorgeschlagenen Chicago-Plans zur Reform der kapitalistischen Finanzarchitektur. Der Plan entsprang der Einsicht in – und (berechtigten) Besorgnis über – die systemische Fragilität des Bankgeschäftsmodells «Universalbank». Man geht indessen kaum fehl in der Annahme, dass die heutigen Vollgeld-Reformer die Idee auch und vor allem deshalb attraktiv finden, weil sie darin ein geniales Instrument erblicken, um erstens die gesamte bestehende Staatsschuld, für deren Bedienung im Moment noch die Steuerzahler einzustehen haben, mit einem kühnen Federstrich vollumfänglich und schmerzlos zu entsorgen und zweitens, nach dem Stichtag Jahr für Jahr – ebenso schmerzlos –, neue, bedeutende Beiträge für das Staatsbudget zu erhalten.

 

 

Naives Projekt

Entgegen der Annahme der schweizerischen Vollgeldproponenten liegt das Hauptproblem der bestehenden Kapitalismusarchitektur nicht in einer mangelnden Kontrolle der Zentralbanken über eine Geldmenge. Eine solche Kontrolle liesse sich schon heute hinreichend genau bewerkstelligen, falls die Zentralbanken dies wirklich wollten und nicht aus theoretischen oder pragmatisch-opportunistischen Gründen andere Regeln, Ziele und Zwischenziele für überlegen hielten.

Die schleichende Inflation, die die reale Kaufkraft selbst der stabilsten Währung der Welt seit 1914 um mehr als 90 Prozent erodiert hat, steht in keinem Zusammenhang mit einer irgendwie «unkontrollierbaren Geldschöpfung» von Banken, sondern reflektiert ziemlich getreu die Entwicklung von Gesellschaft, Politik und Wissenschaft in diesem Jahrhundert. Überflüssig, beizufügen, dass sämtliche Hyperinflationen der Weltgeschichte durch Staaten mit Budgetproblemen und nicht durch private Banken verursacht wurden.

Wenn die Kontrolle der Geldmenge nicht das wirkliche Problem ist und die Monetative eine eher fragwürdige «Gewalt» darstellt, stellt sich die Frage, ob der irreversible Radikalumbau der Finanzarchitektur und die Errichtung einer dicken Chinesischen Finanzmauer ihre Kosten in Form beträchtlicher Übergangsrisiken und fühlbarer Beeinträchtigung der bankmässigen Kreditintermediation wirklich wert sind oder ob es nicht Reformen gibt, die schrittweise und mit weniger Transitionserschütterungen kurz- und langfristig bessere Gesamtwirkungen entfalten könnten. Zu diesen zählen prominent die schrittweise Erhöhung der Eigenkapitalerfordernisse der Universalbanken sowie ein glaubwürdiger Mechanismus für die geordnete Abwicklung ungenügend kapitalisierter Banken ohne übermässige Systemerschütterungen.

 

Ganzer Beitrag: http://www.nzz.ch/wirtschaft/wirtschafts-und-finanzportal/die-voll-leerg...

 

 

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Bullish
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Perry Mehrling erklärt Shadow Banking (etwas worüber viele sprechen, aber das nur wenige verstehen):

http://www.youtube.com/watch?v=hoqC5-lP4X8

 

 

weico
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Bullish hat am 04.06.2014 - 21:19 folgendes geschrieben:

Perry Mehrling erklärt Shadow Banking (etwas worüber viele sprechen, aber das nur wenige verstehen):

http://www.youtube.com/watch?v=hoqC5-lP4X8

 

 

..Draghi scheint Shadow Banking  ebenfalls nicht zu verstehen.. ROFL

 

Lachhaft und Hilflos ..wie die EZB reagiert...

http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/ezb-entscheidung-kredite-un...

 

 

weico

 

aprecio
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Piketty and his coauthors estimate that back before 1914 the wealth-to-annual-net-income ratio for northwest European economies was on the order of 700%: the total holdings of property by the economy’s wealthholders amounted to seven times annual income. They also calculate a northwest European rate of growth of income of 1.2%/year–about half from population and labor force, and about half from labor productivity.

http://equitablegrowth.org/2014/06/05/trying-yet-communicate-arithmetic-...

anhäuffungs-verhältnis durch kapital und einkommen vor dem 1. weltkrieg um ca. 700%.

danach tiefer fall auf ca. 300% und der bau von hässlichen wohnblöcken (vermutlich weil von ehemaligen millionären gehandwerkelt).

aktuell auf bestem weg zurück in gute alte verhältnisse.

Drinks

weico
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weico

Elias
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Das große Rätsel um das Geld ist entschlüsselt

Die Bundesbürger lieben ihre schlecht verzinsten Tagesgeld- und Girokonten. Sie lassen sich damit faktisch enteignen. Wissenschaftler haben nun den Grund für diese Geldillusion herausgefunden.

n der vergangenen Woche war viel von der kalten Progression die Rede und von dem überfälligen Abbau dieser kalten Enteignung. Doch nicht nur Berufstätige leiden unter einer kalten Enteignung, auch Sparer. Bei ihnen ist es der negative Realzins, der am Vermögen knabbert, wie ein unermüdlicher Nager.

Der Zins auf Tagesgeld ist mit 0,5 Prozent nicht mal halb so hoch wie die Geldentwertung, und nach Abgeltungsteuer sieht die Bilanz noch schlechter aus. Die deutschen Sparer stört es wenig, sie haben mit 1,9 Billionen Euro so viel Kapital auf schlecht verzinsten Bankkonten liegen wie noch nie.

Doch die kalte Enteignung ist nur ein Aspekt einer viel größeren Phänomens, das Wissenschaftler Geldillusion nennen.    GoodMenschen denken nicht in Kaufkraft oder realen Werten. Sie orientieren sich an nominalen Beträgen und lassen sich von ihnen viel stärker in die Irre leiten, als ihnen bewusst ist.

Die Magie der hohen Zahlen

Forscher der Uni Bonn haben jetzt herausgefunden, dass dafür eine bestimmte Hirnregion verantwortlich ist, der ventro-mediale präfontale Cortex. In einem Versuch mit Spielgeld war dieser Bereich unseres Denkorgans besonders aktiv, wenn es um höhere Geldsummen geht, auch wenn der reale Wert des Betrags gar nicht höher war.

DWO_FI_Tageskonten_as_3x2_3x2.jpgFoto: Infografik Die Welt

Die Probanden fielen in dem Experiment (das von einem Hirnscanner dokumentiert wurde) selbst dann auf die Magie der hohen Zahlen herein, wenn ihnen vorher ausdrücklich gesagt wurde, dass deren Kaufkraft nicht höher ist.

Sind wir also machtlos gegen die Geldillusion?

Nur Willensstärke hilft

Nein, doch um sich gegen die Geldillusion zu immunisieren, braucht es Willenskraft. Und gute Informationen. Denn nur wer den Durchschnittszins und die Inflation kennt, kann die Realrendite überhaupt ermitteln.

http://www.welt.de/finanzen/verbraucher/article127775371/Das-grosse-Raet...

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Elias
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Das will die Vollgeldinitiative erreichen

Was will die Initiative erreichen?

Der Verein Monetäre Modernisierung (MoMo) fordert, dass nur noch die Schweizerische Nationalbank SNB und nicht wie bislang die Geschäftsbanken künftig elektronisches Geld, sogenanntes Giralgeld, erzeugen darf. Der Hintergrund: Banken bringen Geld in Umlauf, indem sie ihren Kunden Kredite geben. Doch ein Kredit wird nicht aus Einlagen geschaffen, sondern laut den Initianten ist genau das Gegenteil der Fall: Kredite schaffen erst die Einlagen. Das Geld wird also von der Bank quasi aus dem Nichts geschaffen. So betrug die Geldmenge M1 der SNB im April 2014 rund 567 Milliarden Franken. Davon sind aber nur gut 65 Milliarden Franken effektiv in Noten und Münzen vorhanden.

Welche Motivation steckt hinter der Initiative?

Die Erzeugung von neuem Geld aus dem Nichts ist nach den Befürwortern die Hauptursache für die Entstehung von Finanzblasen. Den Initianten zufolge werden diese Kredite oft für unproduktive, spekulative Zwecke verwendet. Um diesen Mechanismus zu unterbrechen, sollen Banken nur noch effektive Sparguthaben ausleihen dürfen. Damit wird die Macht der Geldschöpfung den Banken entrissen und vollständig auf die SNB übertragen.

Wer würde von der Initiative profitieren?

Die Volkswirtschaft als Ganzes, sagen die MoMo-Initianten. Wirtschaftseinbrüche und Blasen an den Finanzmärkten, wie zum Beispiel in Teilen des hiesigen Immobilienmarktes, würden verhindert, "weil die Banken nicht mehr durch übermässige eigene Geldherstellung Finanzblasen und Spekulationen aufblähen können". Teure Rettungsaktionen von systemrelevanten Banken durch Staaten, wie damals bei der UBS in der letzten Finanzkrise 2007/2008, würden obsolet. Ein Nebeneffekt wäre der Seigniorage-Gewinn für die öffentliche Hand: Das ist der Profit, welcher der Notenbank bei der Geldschöpfung zufällt. Die Vollgeldreformer gehen davon aus, dass der SNB und letztlich dem Staat bei einer Umwandlung in Vollgeld 300 Milliarden Franken zufliessen. Geld, das zur Schuldenreduktion eingesetzt werden könnte.

Für wen wäre die Initiative nachteilig?

Verlierer wären in erster Linie die Investmentbanken. Sie können nicht mehr mit selbst geschaffenem Geld in Finanzprodukte investieren, sondern müssten dieses gegen Zinsen von der SNB beziehen. Sorgen um die Finanzbranche müsse man sich aber trotzdem nicht machen. Als erstes Vollgeld-Land hätte die Schweiz den mit Abstand krisensichersten Finanzplatz der Welt, so MoMo-Präsident Hansruedi Weber.

Wie sieht der Umsetzungsplan aus?

Damit dem Bankensystem nicht über Nacht 300 bis 500 Milliarden Franken entzogen werden, sollen die Geschäftsbanken von der SNB einen Übergangskredit im gleichen Umfang erhalten, der zum Beispiel über 15 Jahre zu tilgen wäre. Jede Tilgung lässt die Geldmenge schrumpfen, was die SNB kompensiert durch neues Geld – Vollgeld, das an den Staat oder an die Bürger verteilt wird.

Wer zählt zu den Kritikern und was sagen sie?

Zu den lautesten Kritikern zählt die liberale Denkfabrik Avenir Suisse. Sie hält die Risiken einer Vollgeld-Reform für schwer kontrollierbar und bezeichnete in einer Analyse den Umbau des Finanzsystems als "Hochrisikosprung" mit irreversiblen Schäden. Die Schwächen im Finanzsystem liessen sich durch steuerbare schrittweise Reformen zuverlässiger beheben als durch einen gigantischen Totalumbau mit ungewissem Ausgang. Dazu gehöre die schrittweise Erhöhung der Eigenkapitalquoten, so die Autoren. Andere Kritiker stossen sich an den "kommunistisch" gefärbten Zügen der Initiative. Nicht eine staatliche Institution, sondern nur der Markt, in den das Wissen aller Teilnehmer einfliesse, könne die benötigte Geldmenge bestimmen. Klaus Armingeon, Professor für Politikwissenschaft an der Uni Bern, bemängelt jüngst im "Tagesanzeiger" die Komplexität der Initiative, welche nur schwer fassbar und vermittelbar sei.

Wer sympathisiert mit der Initiative?

Die Initiative kann auf ein Potpourri an Unterstützern zurückgreifen. Dazu zählen zum Beispiel Hans Herren, Schweizer des Jahres (2013) in der Rubrik Gesellschaft, oder der Kabarettist und Schriftsteller Emil Steinberger. Auch Wissenschaftler unterstützen das Vorhaben. So etwa die emeritierten St. Galler Wirtschaftsprofessoren Peter Ulrich oder Hans-Christoph Binswanger. Das Spektrum der Befürworter reicht auch durch alle politische Parteien. Insgesamt zählt der Verein rund 300 Mitglieder und gut 2000 aktiv Interessierte.

Wie geht es weiter?

Die Vollgeld-Initianten starteten am 3. Juni mit der Unterschriftensammlung. Um die Initiative vors Volk zu bringen, müssen in eineinhalb Jahren 100'000 gültige Unterschriften eingehen. Laut Angaben des Vereins sind bereits 68'000 Unterschriften zugesichert. Beobachter räumen dem Anliegen an der Urne wegen  der grossen Komplexität der Materie keine grossen Chancen ein. Allerdings haben Abstimmungen in jüngster Vergangenheit die Prognostiker nicht selten eines besseren belehrt.

http://www.cash.ch/news/top_news/das_will_die_vollgeldinitiative_erreich...

 

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Benjamin Franklin

weico
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Sehr gute Zusammenfassung des Debitismus

 

http://www.dasgelbeforum.net/img/up/user/Ein_Buch_fuer_Keinen-Der_Kapita...

 

 

weico

aprecio
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weico hat am 16.07.2014 - 00:48 folgendes geschrieben:

Sehr gute Zusammenfassung des Debitismus

 

http://www.dasgelbeforum.net/img/up/user/Ein_Buch_fuer_Keinen-Der_Kapita...

 

 

weico

"Das Gewinnstreben, das wir bereits als eine treibende Kraft für das Schuldenwachstum erkannt haben, ist also hier ebenfalls für den Zwang zum Wirtschaftswachstum verantwortlich, das ja das Schuldenwachstum decken muss, wenn der Crash nicht sofort kommen soll. Wir haben ebenso geklärt, dass der Zins auch nur eine Form des Gewinns des Unternehmens »Bank« ist und nicht eine böse Erfindung der Hochfinanz. Und beides zusammen ist ein Derivat der Abgabenschuld an den Staat. Dies sollte zumindest all jenen (durchaus sympathischen) Weltverbesserern den Wind aus den Segeln nehmen, die glauben, durch Zinsverbote einen statischen, d.h. funktionierend en Kapitalismus implementieren zu können. Für die Widerlegung aller anderen Theorien, von Regionalwährungen bis hin zum Freigeld der Freiwirte, fehlt in diesem Buch schlichtweg der Platz und es ist auch gar nicht dessen Thema. Wer den Debitismus begriffen hat, begreift auch die Absurdität dieser Konzepte und ein großer Teil der Denkfehler der Zinskritiker und Gesellianer lässt sich von ökonomisch Versierten durchaus aus dem Geschriebenen ableiten." S. 35

kannst du mir folgendes erklären, weico?

- gemäss dem "buch für keinen" führt der aktuelle debitismus wie beschrieben zu schuldenschnitt, unruhen, enteignung, globale kriege etc., wenn unverändert weitergeführt. verstehe ich das richtig?

- wie sollte es die sicht auf die "vollgeldreform" verändern - ist eine (solche) reform gut oder schlecht?

übrigens, ich finde den beitrag in allen threads gleichmässig interessant.

es fehlt aber dann doch ein bisschen an zeit, um alle lesen.

weico
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aprecio hat am 16.07.2014 - 10:28 folgendes geschrieben:


kannst du mir folgendes erklären, weico?

- gemäss dem "buch für keinen" führt der aktuelle debitismus wie beschrieben zu schuldenschnitt, unruhen, enteignung, globale kriege etc., wenn unverändert weitergeführt. verstehe ich das richtig?

Richtig. Das Geldsystem hat nun einmal ,ganz Systembedingt ,eine beschränkte Dauer,in der es gut funktioniert.Dann fängt es an zu stocken und anschliessend folgt ein reinigender Prozess.Dann wird ein "Neues Geldsystem"   geboren...und das "Spiel" beginnt von vorne  . Aufmerksame Leute werden dann bemerken,dass es eigentlich nur eine Wiedergeburt des Alten ist....

 

Daher sollte niemand ein wirklich völlig "Neues Geldsystem" erwarten!

 

Schon zu Römerzeiten wurden nämlich Kreditvergaben und Schulden aufgeschrieben (CODEX ACCEPTI ET EXPENSI) ....

http://www.perseus.tufts.edu/hopper/text?doc=Perseus:text:1999.04.0063:e...

http://books.google.com.ph/books?id=pHcKAwAAQBAJ&pg=PA230&lpg=PA230&dq=c...

 

....Zahlungsanweisungen gemacht (Delegatio)

http://de.wikipedia.org/wiki/Delegatio

 

Das römische Recht befasste sich in grossem Umfang  mit Rechtgeschäften über Eigentum,Besitz usw...

http://de.wikipedia.org/wiki/R%C3%B6misches_Recht#R.C3.B6misches_Recht_u...

 

 ..und man konnte sein Recht mit Klagen natürlich auch Durchsetzen.

http://de.wikipedia.org/wiki/Liste_der_actiones_des_R%C3%B6mischen_Priva...

 

Soll also niemand wirklich behaupten,wir wären in unserem "Neuen" Geldwesen viel weiter, als die Römer mit ihrem "Alten"..... :oops:

 

- wie sollte es die sicht auf die "vollgeldreform" verändern - ist eine (solche) reform gut oder schlecht?

übrigens, ich finde den beitrag in allen threads gleichmässig interessant.

es fehlt aber dann doch ein bisschen an zeit, um alle lesen.

Vollgeldreform bringt eigentlich ,in der REALE Welt, nur Nachteile.Würde die SNB diese Reform einführen,wäre dies schlicht ihr Untergang,weil sie im Wettbewerb gegen Andere ZB's .....schlicht keine Chance hätte.

https://blog.malik-management.com/geld-und-vollgeld/

http://think-beyondtheobvious.com/geld-ist-privat-vollgeldmonopol-und-pr...

 

weico

 

Bullish
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weico hat am 16.07.2014 - 15:16 folgendes geschrieben:

Daher sollte niemand ein wirklich völlig "Neues Geldsystem" erwarten!

 

weico hat am 16.07.2014 - 15:16 folgendes geschrieben:

 

aprecio hat am 16.07.2014 - 10:28 folgendes geschrieben:

- wie sollte es die sicht auf die "vollgeldreform" verändern - ist eine (solche) reform gut oder schlecht?

übrigens, ich finde den beitrag in allen threads gleichmässig interessant.

es fehlt aber dann doch ein bisschen an zeit, um alle lesen.

Vollgeldreform bringt eigentlich ,in der REALE Welt, nur Nachteile.Würde die SNB diese Reform einführen,wäre dies schlicht ihr Untergang,weil sie im Wettbewerb gegen Andere ZB's .....schlicht keine Chance hätte.

https://blog.malik-management.com/geld-und-vollgeld/

http://think-beyondtheobvious.com/geld-ist-privat-vollgeldmonopol-und-pr...

 

weico

q.e.d.:

Für "Vollgeld" benötigt man gar keine unabhängige Notenbank mehr; sie wäre lediglich eine Zahlstelle des Finanzdepartements.

Die Banken würden dieses Vollgeld treuhänderisch verwalten und nicht in der Bilanz führen. Das wird dann natürlich teuer für die Kunden (Zahlungsverkehr und Aufbewahrung).

Die Banken würden aber doch einen Weg finden, um wieder "Banken" zu werden. Sie würden den Kunden die Möglichkeit geben, Bankanleihen zu kaufen, spezielle "notes", möglicherweise werden diese dann "bank notes" heissen, die man auch für elektronische Transaktionen einsetzen könnte. Mit der Ausgabe dieser Anleihen werden die Banken nicht Kredite, aber Darlehen gewähren, z.B. zur Finanzierung von Immobilien. Diese "bank notes" werden sehr beliebt werden, denn sie sind in der Praxis so gut wie Vollgeld.

Irgendwann werden einige Banken ein Solvenzproblem haben, weil die ausgegebenen "bank notes" den Bilanzwert ihrer Assets übersteigen werden. Die Kunden aller Banken werden sehr besorgt sein und auf die Banken rennen, um "bank notes" in Vollgeld auszahlen zu lassen. Das wird sehr chaotisch werden.

Man wird dann auf die Idee kommen, eine zentrale Bank zu schaffen, die den in Vollgeld illiquiden, aber noch nicht insolventen Banken die Möglichkeit geben wird, Vollgeld zu erhalten, indem sie bei dieser zentralen Bank ihre besten Assets als Sicherheit einreicht.

Da diese zentrale Bank nun quasi "Vollgeld drucken" kann, was eigentlich dem Staat vorbehalten ist, wird die zentrale Bank jährlich die Gewinne an den Staat auskehren müssen.

 

aprecio
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demokratie ist mitbestimmung

wenn ich selber für mich einen kredit aufnehme, geschieht es mit meinem einverständnis - per unterschrift.

aber wenn jemand hinter meinem rücken etwas für mich beschliesst und mich zur begleichung von fremden schulden verpflichtet, dann ist es folgendes:

Schuldknechtschaft, d. h. eine Rechtsstellung oder eine Lage, die dadurch entsteht, dass ein Schuldner als Sicherheit für eine Schuld seine persönlichen Dienstleistungen oder diejenigen einer von ihm abhängigen Person verpfändet, wenn der in angemessener Weise festgesetzte Wert dieser Dienstleistungen nicht zur Tilgung der Schuld dient oder wenn diese Dienstleistungen nicht sowohl nach ihrer Dauer wie auch nach ihrer Art begrenzt und bestimmt sind;

Leibeigenschaft, d. h. die Stellung einer Person, die durch Gesetz, Gewohnheitsrecht oder Vereinbarung verpflichtet ist, auf einem einer anderen Person gehörenden Grundstück zu leben und zu arbeiten und dieser Person bestimmte entgeltliche oder unentgeltliche Dienste zu leisten, ohne seine Stellung selbständig ändern zu können;

http://www.admin.ch/opc/de/classified-compilation/19560177/index.html

rechtshilfe können staaten unter sich gewähren. das heisst, wenn mir ein staat eine geldschuld aufdrückt, kann er von einem anderen staat verlangen, das geld ein zu treiben, auch wenn es unter kriminellen umständen geschuldet wird.

solange die inneren instanzen nicht durchlaufen sind, kann man sich als kläger nicht an ein externes gericht wenden. die internen gerichte haben eine ganz eigene auslegungsart, um sich schützen zu können und verkomplizieren aus versehen oder mutwillig.

deshalb muss man gegen die privatpersonen vorgehen und nicht gegen die behörden:

Das Ministerkomitee beschloss das Protokoll auf seiner 715. Sitzung am 26. Juni 2000 und legte es am 4. November 2000 in Rom zur Unterzeichnung auf. Es trat am 1. April 2005 allgemein in Kraft. Die Schweiz hat es bisher nicht unterzeichnet. Deutschland, Liechtenstein und Österreich haben es unterzeichnet, aber bisher noch nicht ratifiziert.

http://de.wikipedia.org/wiki/Europ%C3%A4ische_Menschenrechtskonvention#1...

also, wer sich gegen fremde richter wehrt und überhaupt nichts vor der eigenen haustüre kehren möchte, der steuert bewusst und böswillig richtung kollaps des finanzsystems - mit all den möglichen konsequenzen.

verstehe ich das richtig?

weico
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aprecio hat am 17.07.2014 - 09:48 folgendes geschrieben:


verstehe ich das richtig?

..du hast,deinen Ausführungen nach ,den wichtigsten Punkt in einem Geldsystem .....das MACHTMONOPOL ...jedenfalls schon einmal verstanden.

Jetzt ist es nur noch ein relativ  kleiner Schritt,auch noch den Rest unseres Geldsystems,  zu verstehen.

 

http://www.dasgelbeforum.net/img/up/user/Ein_Buch_fuer_Keinen-Der_Kapita...

 

 

weico

 

 

aprecio
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weico hat am 17.07.2014 - 13:34 folgendes geschrieben:

aprecio hat am 17.07.2014 - 09:48 folgendes geschrieben:

 

verstehe ich das richtig?

..du hast,deinen Ausführungen nach ,den wichtigsten Punkt in einem Geldsystem .....das MACHTMONOPOL ...jedenfalls schon einmal verstanden.

Jetzt ist es nur noch ein relativ  kleiner Schritt,auch noch den Rest unseres Geldsystems,  zu verstehen.

 

http://www.dasgelbeforum.net/img/up/user/Ein_Buch_fuer_Keinen-Der_Kapita...

 

 

weico

 

 

ich verstehe die provokation.

und ich versichere dir, dass ich meine angesparte pensionskasse einsetzen würde, wenn ich nicht wüsste, dass man mich berauben will (mich bereits beraubt hat) und dass ich meinerseits unfair auf dem markt mitspielen müsste und dabei verlieren könnte.

auf die ebene eines raubtiers möchte ich mich nicht begeben, auch wenn es das ultimative ziel des systems ist.

ich bin stolz, ein mensch zu sein und dass ich es bis zum ende sein werde.

weico
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aprecio hat am 17.07.2014 - 13:46 folgendes geschrieben:

weico hat am 17.07.2014 - 13:34 folgendes geschrieben:

aprecio hat am 17.07.2014 - 09:48 folgendes geschrieben:

 

verstehe ich das richtig?

..du hast,deinen Ausführungen nach ,den wichtigsten Punkt in einem Geldsystem .....das MACHTMONOPOL ...jedenfalls schon einmal verstanden.

Jetzt ist es nur noch ein relativ  kleiner Schritt,auch noch den Rest unseres Geldsystems,  zu verstehen.

 

http://www.dasgelbeforum.net/img/up/user/Ein_Buch_fuer_Keinen-Der_Kapita...

 

 

weico

 

 

ich verstehe die provokation.

warum provokation..?

 

 

auf die ebene eines raubtiers möchte ich mich nicht begeben, auch wenn es das ultimative ziel des systems ist.

homo homini lupus --„Der Mensch ist des Menschen Wolf“

 

 

ich bin stolz, ein mensch zu sein und dass ich es bis zum ende sein werde.

Schön....aber pass dabei auf,wenn andere Menschen ihre Natur ausleben...!

 

weico

 

 

 

 

aprecio
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weico hat am 17.07.2014 - 14:10 folgendes geschrieben:

aprecio hat am 17.07.2014 - 13:46 folgendes geschrieben:

weico hat am 17.07.2014 - 13:34 folgendes geschrieben:

aprecio hat am 17.07.2014 - 09:48 folgendes geschrieben:

 

verstehe ich das richtig?

..du hast,deinen Ausführungen nach ,den wichtigsten Punkt in einem Geldsystem .....das MACHTMONOPOL ...jedenfalls schon einmal verstanden.

Jetzt ist es nur noch ein relativ  kleiner Schritt,auch noch den Rest unseres Geldsystems,  zu verstehen.

 

http://www.dasgelbeforum.net/img/up/user/Ein_Buch_fuer_Keinen-Der_Kapita...

 

 

weico

 

 

ich verstehe die provokation.

warum provokation..?

 

 

auf die ebene eines raubtiers möchte ich mich nicht begeben, auch wenn es das ultimative ziel des systems ist.

homo homini lupus --„Der Mensch ist des Menschen Wolf“

 

 

ich bin stolz, ein mensch zu sein und dass ich es bis zum ende sein werde.

Schön....aber pass dabei auf,wenn andere Menschen ihre Natur ausleben...!

 

weico

 

 

 

 

ist mir schon klar, dass du der meinung bist, dass der meinsch seit 10'000en von jahren den fortschritt nur durch mord und totschlag erreicht hat.

deine meinung hört sich an, als wäre die polizei und die justiz nur dazu da, diebe und mörder zu schützen, was auch den erfolg der schweiz ausmache.

du bist schon in vollem bewusstsein darauf gespannt deine geölte waffe hervorzuholen, um das was du rechtsstaat nennst zu verteidigen. das ist ja gemäss deiner definition sinn und zweck der menschheit.

pass nur auf, dass fremde richter da evtl. anderer meinung sind.

Nebukadnezar
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Der KapitalismusAdam Smith und der freie Markt

http://www.arte.tv/guide/de/044979-001/der-kapitalismus-1-6?autoplay=1?a...

 

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Die Welt hat genug für jedermanns Bedürfnisse, aber nicht für jedermanns Gier.

weico
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Goldstandard und die Hoffnungen der österreichischen Schule

 

Prof. Dr. Dr. Gunnar Heinsohn, Bremen am 04.11.2014:

 

Ein Goldstandard ist dadurch gekennzeichnet, dass die Geldnoten nicht mit einer Vielzahl von Vermögensvarianten besichert werden dürfen (Immobilien, Wälder, Felder, Seen, Aktien etc.), sondern allein mit Goldvermögen gedeckt, also gegen physisches Goldvermögen einlösbar sind. Gold ist gleichwohl nicht automatisch aus sich heraus Geld, sondern kann zur Generierung von Geld erst beitragen, wenn es einen Eigentumstitel hat, also für die reinen Businessoperationen des Bepreisens, Belastens, Verpfändens, Kreditierens, Verzinsens, Verkaufens und Vollstreckens aktivierbar ist.

Wo nur Besitz existiert, Eigentum aber fehlt, kann Gold (wie in der mykenischen Feudalgesellschaft) zu Totenmasken oder (wie im Inkareich) zu Priesterpektoralen verarbeitet werden und höchstes Prestige verleihen. Als aber mit den Spaniern farbige Glasperlen eintreffen, die in der Neuen Welt niemand machen oder finden kann, verleihen sie noch mehr Reputation, weshalb Gold bereitwillig für sie hergegeben wird. Als man an der Universität von Salamanca über die Menschenqualität der neu entdeckten Indios diskutiert, argumentiert deshalb die antimenschliche Fraktion bekanntlich mit den beiden Beobachtungen, dass die Frauen nackt herumlaufen und Gold kein Geld ist. Indem sie Gold und Geld gleichsetzen, verstehen die Spanier ihr eigenes Geld nicht, weil sie ihre heimische Eigentumsgesellschaft mit ihren Potenzen des Kredits nicht unterscheiden können von der jetzt angetroffenen Besitzgesellschaft, die nur Befehl, Planproduktion und Verteilung kennt.

Ein Goldstandard braucht aber nicht nur Eigentum zusätzlich zum Besitz, sondern funktioniert erst, wenn der Preis des notenbesichernden Goldvermögens gepflegt wird. Ist der Preis für ein Gramm Gold etwa bei einem Pfund fixiert, ist eine Pfundnote gegen ein Gramm Gold einlösbar. Die Halter solcher Pfundnoten werden sie aber aus der Zirkulation ziehen, wenn der Marktpreis für ein Gramm Gold auf – sagen wir – zwei Pfund steigt. Sie werden dann ihre Pfundnote gegen ein Gramm Gold einlösen und dieses auf dem Markt für zwei Pfundnoten verkaufen. Die Emissionsbanken müssen deshalb durch Goldverkäufe dafür sorgen, dass der Marktpreis nahe bei einem Pfund bleibt, um nicht durch Einlösungen ruiniert zu werden. Diese Operation kann misslingen, weil Gold nicht beliebig vermehrbar ist und deshalb womöglich gerade dann fehlt, wenn es für das Erreichen des Ausgangspreises auf den Markt geworfen werden muss. Es muss dann mit überbesicherten Pfundnoten gearbeitet werden, was zur Preisdeflation führt, weil die Halter und Annehmer der Noten um diese Überbesicherung wissen und sie einpreisen.

Für den Fall, dass der Marktpreis für ein Gramm Gold auf – sagen wir – ein halbes Pfund fällt, ist die Währung unterbesichert. Kunden wollen ihre Pfundnote dann nicht mehr für ein Gramm einlösen und sie auch nicht in generellen Kaufoperationen einsetzen, weil sie mit ihr jetzt auf dem Goldmarkt zwei Gramm kaufen können. Andere Warenverkäufe werden erschwert. Unternehmer landen dadurch im Ruin, während die unproduktive Goldspekulation blüht. Die Emissionsbanken müssen deshalb durch Goldankäufe erreichen, dass der Preis pro Gramm wieder nahe an ein Pfund hochgetrieben wird. Nur das kann die Noten in der Zirkulation halten.

Nun gibt es nicht nur mit Goldeigentum besicherte Währungen, sondern auch aus genau gewogenen Goldmengen gefertigte Geldnoten. Vor allem für den Fernhandel erweist sich eine mit einlösbarem Vermögen gedeckte Währung, deren Bargeldmaterial im Preis nahe Null liegt, als Nachteil, weil die fremden Annehmer, die für solche Noten etwas verkaufen (also Vermögen hergeben), praktisch nicht in der Lage sind, die intrinsisch fast wertlose Note am Emissionsort in das sie besichernde Vermögen einzulösen. Wenn etwa ein Korinther als Fremder in Athen nicht über Grundeigentum verfügen darf, kann er dort von ihm akzeptierte Noten auch nicht in geldbesicherndes Grundeigentum einlösen.

Um dennoch Fernhandel treiben zu können, wird das geldbesichernde Goldvermögen gewissermaßen gleich an die Note angeklebt, woraus sich die Edelmetallmünze ergibt. Auch das funktioniert nur, wenn der Goldpreis stabil bleibt. Selbst wenn das der Fall ist, wird durch Wippen und Klippen von der Goldmünze etwas abgefeilt und gesondert verkauft, wodurch der Münzverleiher bei Tilgung durch seine Schuldner von diesen weniger Goldvermögen zurückbekommt als er in Umlauf gegeben hat und so womöglich ruiniert wird. Steigt aber der Goldpreis, wird die Münze eingeschmolzen und als Goldware verkauft oder es kommt wiederum zur Deflation der Preise, weil alle Marktteilnehmer um das Steigen des Goldpreises der Münze über ihren Nennwert hinaus wissen.

Überdies hat das Ankleben des besichernden Vermögens an die Geldnote den Nachteil, dass seine Besitzseite mit in den Umlauf geht und nicht genutzt werden kann. Das Gold lässt sich nicht einmal mehr in einen samtausgeschlagenen Kasten legen, wo man es für eine Gebühr bewundern kann. Besichert man hingegen das emittierte Geld mit Vermögen in Form von Gebäuden, Gerstenäckern oder Viehweiden, so blockiert man nur ihre Eigentumsseiten, für deren Verfügungsverlust man Zins erhält. Gleichzeitig aber kann man die physischen Besitzseiten der Vermögen weiter nutzen, also in den Bauten wohnen und produzieren, die Getreideernten einfahren oder die Kühe melken und schmackhaften Käse gewinnen.

Volkswirtschaftlich zeigen sich im Geldsystem also solche Vermögensarten als dynamisch überlegen, die zeitgleich zur Geldbesicherung aus ihren Eigentumsseiten zusätzlich auf ihren Besitzseiten ungehindert weiter für die Warenproduktion genutzt werden können. Edelmetallvermögen eignet sich dazu am allerschlechtesten.

Weil Geld – in deutlichem Widerspruch zu den neoklassischen Schulen bis hin zu ihren österreichischen Varianten – gerade kein physisches Besitzgut, sondern eine Forderung gegen die rechtlich-unphysische Eigentumsseite des Vermögens seines Emissionärs darstellt, wird es automatisch dadurch knapp gehalten, dass der Emissionär erstklassiges Vermögen (Eigenkapital) für die Besicherung seiner Währung aktivieren muss und das Vermögen, aus dessen Eigentumsseite sein Schuldner in voller Höhe der Summe aus Leihvolumen plus Zins Pfand stellt, ebenso erstklassig ist.

Da für eine genuine Geldschaffung immer Gläubiger die Eigentumsseiten ihrer stets begrenzten Vermögen blockieren und zugleich immer Schuldner Pfand, Zins und Vollstreckung aus ihren ebenso begrenzten Vermögen zusagen müssen, ist Geld knapp. Methoden zu seiner weiteren Verknappung sind durchweg kontraproduktiv. Wenn bestens mit Pfandmasse versehene Unternehmen für die Verteidigung ihres Vermögens durch innovative Betriebsmodernisierung oder durch von der Konkurrenz erzwungene Umrüstung plötzlich Kredit benötigen, aber nicht bekommen, weil allein Gold als Bares gilt und nicht ausreichend zur Verfügung steht, reißen die Kreditketten, und viele daran hängende Betriebe gehen unter. Solon hat sich den Ehrentitel eines Weisen verdient, weil er solche Beschränkungen des Wirtschaftens überwinden wollte.

Knapp ist immer die Bereitschaft, Eigentum zu verpfänden, also für die Vollstreckung vorzuhalten. Deshalb darf das Bargeld – also die Forderung gegen das geldbesichernde Eigentum des Geldschaffers – niemals aus einem Material angefertigt werden, das unvorhergesehen knapp werden kann und aus diesem Grund Marktoperationen unmöglich macht. Noch besser als Papier eignet sich als Bargeld deshalb ein kostenloses digitales Signal.

Prekär – und das gänzlich unabhängig von der Bargeldmaterie – wird das Geldsystem, wenn seine für Knappheit sorgenden Eigentumsgrenzen umgangen werden. Das geschieht, wenn Zentralbanken schlechte, also mangels Steuermasse nichtbedienbare Staatschulden im geldbesichernden Eigenkapital halten und/oder solche Titel mit beliebig aufdruckbaren Nennwerten von den Geschäftsbanken als Pfand für frisches Geld in Höhe dieses Aufdrucks hereinnehmen. Dieses Problem spürt unter den neoklassischen Richtungen die österreichische Schule von Friedrich Hayek bis Ludwig von Mises besser als andere. Sie verkennt aber die Lage, wenn sie glaubt, die zugrundeliegende Eigentumsaushebelung sei mit Barem aus Goldmetall überwindbar.

Man muss das Geldsystem durch Bestehen auf erstklassigem Vermögen in – gegen Zinseinkünfte belasteten – Eigenkapitalen der Emissionsbanken und Insistieren auf nicht minder guten Pfändern der Schuldner heilen statt es abzuschaffen. Niemandem – außer Goldspekulanten – ist geholfen, wenn die dynamischen Potenzen der Eigentumsökonomie dadurch zerstört werden, dass man mit marktbremsenden und schwer beschaffbaren Metallen operieren soll, die zu dem prinzipiell nicht vorhersehbaren Kreditbedarf preisverteidigender Unternehmen in keinerlei Beziehung stehen.

 

https://blog.malik-management.com/goldstandard-und-die-hoffnungen-der-oe...

 

 

weico

MarcusFabian
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weico hat am 04.11.2014 - 17:33 folgendes geschrieben:


Ein Goldstandard ist dadurch gekennzeichnet, dass die Geldnoten nicht mit einer Vielzahl von Vermögensvarianten besichert werden dürfen (Immobilien, Wälder, Felder, Seen, Aktien etc.),

Interessant: Gibt es eine Währung, die durch Immobilien, Wälder, Felder, Seen, Aktien besichert ist?

Meines Wissens war die deutsche Rentenmark (1923-48) die einzige jemals durch Immobilien besicherte Währung. Aber ich kann mich auch irren.

 

weico
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MarcusFabian hat am 04.11.2014 - 18:47 folgendes geschrieben:


Interessant: Gibt es eine Währung, die durch Immobilien, Wälder, Felder, Seen, Aktien besichert ist?

Meines Wissens war die deutsche Rentenmark (1923-48) die einzige jemals durch Immobilien besicherte Währung. Aber ich kann mich auch irren.

 

Zur Besicherung unseres Frankens:

 

http://www.snb.ch/de/iabout/assets/id/assets_reserves

http://www.snb.ch/de/mmr/reference/repo_mb26/source/repo_mb26.de.pdf

 

P.S:.. zum (besseren..) Verständnis einfach nach Anleihe,Pfandbrief,Grundpfandrecht,Effekten usw. ------ googeln-------

 

...und für "spielerische Naturen" , die verschiedenste SNB-repofähige Effekte selber ermitteln möchten (bzw. als kleiner Anlagetipp für sicherheitsbedürftige Zeitgenossen..):

http://www.snb.ch/de/ifor/finmkt/operat/snbgc/id/finmkt_repos_instr

 

 

weico

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Nebukadnezar
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Hans Meiser im Gespräch mit Hans Scharpf Anwalt im Steuer- und Schuldenstreik

https://www.youtube.com/watch?v=garq87A-4gE

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Die Welt hat genug für jedermanns Bedürfnisse, aber nicht für jedermanns Gier.

Elias
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Für ein internationales Geldsystem

Das gegenwärtige internationale Währungssystem funktioniert offensichtlich nicht. Es weist eine Reihe von Schwächen auf, die sehr gefährlich werden können. Ein Kommentar von William White.

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Wir müssen die Suche nach einem effizienten und stabilen internationalen Geldsystem wieder aufnehmen. Die fundamentalen Annahmen der neuen Lehre sind falsch. Entsprechend ist jeglicher Versuch, basierend auf diesen Prämissen das «Nicht-System» auszubessern, zum Scheitern verurteilt. Der Weg zu einer Einigung über die Lösung für die Probleme von heute wird lang und steinig. Der erste Schritt muss sein, darüber Einigkeit zu schaffen, welcher Art diese Probleme sind.

http://www.fuw.ch/article/fur-ein-internationales-geldsystem/

 

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Der Weise gewinnt mehr Vorteile durch seine Feinde als der Dummkopf durch seine Freunde.
Benjamin Franklin

Nebukadnezar
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Zwei Kanadier und eine Organisation names COMER (Committee on Monetary and Economic Reform) erheben Klage gegen die Regierung von Kanada. Die Kläger fordern, dass die Bank of Canada wie vor 1974 der Regierung zinslose Kredite für Infrastrukturprojekte und ähnliches gewähren solle.
Der Anwalt der Kläger, Rocco Galati behauptet, dass die kanadische Regierung die dortigen Medien angewiesen habe nicht über den Fall zu berichten.

https://www.youtube.com/watch?v=40Jz0LPQAQY

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MarcusFabian
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TeeTasse83 hat am 01.02.2015 - 16:07 folgendes geschrieben:

MF: Ich fürchte dass Du das Geldsystem auch nicht wirklich verstehst... wenn wir schon dabei sind und Du sowas dem iGwT umbedingt vorwerfen musst. Ansonsten, wenn Du das Geldsystem verstehen würdest - dann verständest Du auch dass uns viel eher eine Deflation droht und nicht eine Inflation. 

Lass uns mal versuchen, das abzugrenzen.

Wenn ich von "Geldsystem verstehen" spreche, geht es mir in einem ersten Schritt darum, dass der Leser versteht ....

* .. wie Geld überhaupt erzeugt wird (entsteht) und welche Varianten es dabei gibt (Durch die Zentralbanken, durch Fractional Reserve Banking der Geschäftsbanken)

* dass Geld in unserem aktuellen System nicht durch Leistung sondern durch Kredit entsteht.

* dass Geldvermögen und Schulden immer gleich hoch sind und dass ein Schuldenabbau entsprechend nur mit exakt gleichem Vermögensabbau möglich ist.

* dass egal wie schnell die Geldmenge auch erweitert, inflationiert wird, das Geld für die Zinsen und Zinseszinsen immer fehlen muss.

* dass entsprechend "Kreditsammelbecken" gibt, also Vermögenspools, die durch den Zinseszinseffekt zwangsläufig immer grösser werden und sich somit das Kapital auf immer weniger Vermögenspools konzentriert.

Wenn obenstehendes soweit erfasst ist, bin ich schon ziemlich zufrieden.

Du gehst einen Schritt weiter, indem Du die Auswirkungen von zu viel Geld beobachtest und daraus Rückschlüsse ziehst. Das ist natürlich richtig, wobei sich bei den Rückschlüssen bereits unterschiedliche Meinungen ergeben können. Hinzu kommen unterschiedliche Begriffsdefinitionen, die die Diskussion über die Auswirkungen erschweren:

* Inflation/Deflation ist per ursprünglicher Definition Ausweitung/Schrumpfung der Geldmenge.

* Inflation/Deflation wird landläufig aber auch für steigende/sinkende Preise verwendet. Wobei es auch hier wiederum die Unterscheidung gibt zwischen guter Inflation (sinkende Energie- und Lebensmittelpreise, die dem Einkommen mehr Kaufkraft verleihen) und schlechter Inflation, die von Investitionen abhält.

* Inflation/Deflation in Deinem Sinn (Asset-Inflation/Deflation) meint steigende/sinkende Preise von Finanz-Assets wie Anleihen, Aktien, Immobilien, Gold.

Ab hier wird es komplex, denn wir können durchaus eine Inflation im Sinne einer steigenden Geldmenge haben und gleichzeitig eine Deflation im Sinn von Sparen, Schulden abbauen, Konsum-Boykott und sinkenden Preisen. Das ist ja die Situation, die wir seit einigen Jahren hautnah miterleben.

Noch verwirrender wird dann die Erkenntnis, dass Deflation und Hyperinflation nicht etwa das absolute Gegenteil voneinander sind sondern recht nahe beieinander liegen.

Und wenn man schlussendlich zur Erkenntnis gelangt, dass eine Währungsreform nichts anderes ist als eine Hyper-Deflation, hat man den Leser endgültig verloren.

Deshalb meine ich, dass es sinnvoll ist (wenn überhaupt!) Schritt für Schritt vorzugehen. Es ist im übertragenen Sinn nicht sinnvoll, auf Schritt 3 einzugehen, bevor Schritte 1 und 2 antizipiert und verstanden wurden.

Um das also bis hierher mal zusammenzufassen: Es macht keinen Sinn, über Farben zu sprechen, solange nicht jedem klar ist, was mit rot, weiss oder blau gemeint ist.

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Was nun Deine Asset-Deflation betrifft, so scheiden sich da unsere Geister. Gebe ich zu!

Aus meiner Sicht: Wir haben eine exponentiell steigende Geldmenge. Geld ist ungebunden, kann beliebig vermehrt werden und alle Zahlen sprechen dafür, dass es dies in den letzten x Jahren getan hat und auch weiter tun wird.

Sprich: Die Geldmenge steigt weitaus schneller als die reale Gütermenge und es steht mehr Geld den Gütern gegenüber. Alles also Anzeichen dafür, dass das Verhältnis Geld:Güter steigen sollte --> aka. steigende Preise für Güter.

Entsprechend lautet meine Schlussfolgerung, dass die Preise eher steigen denn fallen sollten. So wie sie das in den letzten 100 Jahren getan haben.

Du hingegen propagierst eine Asset-Deflation und somit das Halten von Währungen (also Papiergeld, nicht etwa Gold).
Anders ausgedrückt: Du gehst davon aus, dass Papiergeld gegenüber realen Gütern an Wert gewinnen wird. Und das, obschon sich die Menge an Papiergeld weitaus stärker vermehrt als die Menge an Gütern.

Das verstehe ich nicht! Erklär's mir bitte!

 

 

Elias
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MarcusFabian hat am 02.02.2015 - 17:16 folgendes geschrieben:

Und das, obschon sich die Menge an Papiergeld weitaus stärker vermehrt als die Menge an Gütern.

Das verstehe ich nicht! Erklär's mir bitte!

Wie stark nimmt den dein Bankkonto zu?

 

Ich habe gerade heute wieder eine Lieferung von der SNB, EZB und FED bekommen. Frisch gedruckt und aufsteigend durchnummeriert.

Ich weiss nicht, was ich damit noch alles kaufen soll.

 

Wie geht es eigentlich der Kreditklemme? Ist sie immer noch in Griechenland in den Ferien?

 

 

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