Geldsysteme

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MarcusFabian
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Elias hat am 02.02.2015 - 17:40 folgendes geschrieben:


Wie stark nimmt den dein Bankkonto zu?


 

So stark (oder schwach) wie meine Auftragslage ist und ich im Monat zuvor effektiv gearbeitet habe.

D.h. Im Gegensatz zu Dir kann ich leider von der Gelddruckaktion der SNB nicht profitieren. Ich bin keine Geschäftsbank und kann somit auch nicht zu negativem Zinssatz Kredite aufnehmen. Kurz: Ich bin - anders als Du - nur ein Otto Normalverbraucher und bekomme keine Banknotenlieferungen von SNB, FED oder EZB.

Und ich unterstelle mal, dass dies für die meisten Leser in diesem Forum gilt.

Das mag der Unterschied zwischen uns beiden sein: Mein Einkommen ist abhängig von realer Leistung, weil ich (leider) keinen Zugang zu den virtuellen Gelddruckaktionen der diversen ZB habe.

So gesehen bleibt die Frage nach Geldmenge vs. Gütermenge im Raum stehen.

Elias
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MarcusFabian hat am 02.02.2015 - 17:47 folgendes geschrieben:

So gesehen bleibt die Frage nach Geldmenge vs. Gütermenge im Raum stehen.

Nein, darüber wurde schon mehrfach hier im Forum gepostet.

1. Die Geldmenge trifft nicht auf Güter

2. Die Märkte sind vorallem in der 1. Welt gesättigt

3. Shared Economy kommt immer mehr auf

4- Japan kommt trotz Geldschwemme seit Jahrzehnten nicht in Fahrt

 

Du diskutierst immer wieder über den gleichen Sachverhalt. M1, M2, M3.

 

Auch schon mehrfach erwähnt. Bei den Nationalbanken handelt es sich nur um einen Aktiventausch, welcher Zinsen abwirft. Das heisst: Die Nationalbanken bekommen mehr, als sie gegeben haben. Ausser bei Bankrott oder Schuldenschnitt.

Beim Bürger kommt kaum was an.

 

 

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MarcusFabian
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Schauen wir mal, was Teetasse dazu meint. Das Posting war ja an ihn gerichtet.

Elias
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TeeTasse83 hat am 02.02.2015 - 21:43 folgendes geschrieben:

Die Antwort ist ganz einfach... unser Geld kommt nicht von der Zentralbank.

So ist es. Und das wurde schon mehrfach so beantwortet.

Kommt dazu, dass gerade dieses Forum voll von Menschen ist, die Vermögen anhäufen wollen. Dazu gehöre auch ich. Dieses Geld fehlt im Kreislauf.

 

Oxfam-Studie: Das reichste Prozent besitzt mehr als alle anderen zusammen
http://www.spiegel.de/forum/wirtschaft/oxfam-studie-das-reichste-prozent...
 

Auch dieses Geld fehlt im Kreislauf. Es ist blockiert in Villen, Autos, Yachten, etc. Also muss neues Geld her.

 

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MarcusFabian
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@TT,

Danke für die Zusammenfassung. Lass uns mal prüfen, wie weit ich Dich verstanden habe. Das heisst, ich drehe den Spiess mal um und versuche mit meinen Worten auszudrücken, was Du sagen willst. Somit hast Du einen besseren Angriffspunkt.
Ich nummeriere mal meine einzelnen Behauptungen, sodass Du direkt darauf Bezug nehmen kannst.

1. Geld wird zum geringen Teil durch die ZB geschöpft. Aka. Zentralbankgeldmenge oder Banknoten.

2. Die ZB schöpft Geld, um Staatsanleihen zu kaufen oder wie jetzt bei Fed und EZB (was aber nicht der Normalfall sein dürfte) um auch andere notleidende Papiere aufzukaufen.

3. Der grösste Teil der Geldschöpfung findet bei den Geschäftsbanken statt (Fractional Reserve Banking). Wie hoch dieses Giralgeld ist, wissen wir nicht aber die theoretisch mögliche geschöpfte Geldmenge wird durch zwei Faktoren limitiert:

3a. Das Eigenkapital der Banken. Siehe hierzu Fine-Tuner, der mich hier freundlicher Weise korrigiert hat: Bei einem Mindestreservesatz von 2.5% kann eine Bank mit 10 Eigenkapital maximal 400 an Krediten vergeben.

3b. Banken vergeben Kredite nur gegen Sicherheiten. Also gegen einen Sachwert. Entsprechend meine Behauptung: "Die Summe der Kredite" kann niemals die Summe aller Sachwerte übersteigen.

3c. Ausnahme von 3b sind Staaten, die Kredite auch ohne Pfand bekommen.

4. Mir ist durchaus bewusst, dass die Zentralbanken nur deshalb vermehrt Geld schöpfen um die Abstinenz der Banken zu kompensieren. Oder wie ich es hier ausführlich beschrieben habe, um die gesunkene Umlaufgeschwindigkeit zu kompensieren.
Aus dem Verlinkten Artikel stammt auch dieser Chart, der eigenlich alles aussagt:

 

5. Ich komme ähnlich wie Du zu der Schlussfolgerung, dass ZB und Banken ihre Geldmenge zurückfahren müssen, sobald die Umlaufgeschwindigkeit wieder steigt. Wenn sie dies nicht tun, bekommen wir eine hohe Teuerung. Allein - und hier scheiden sich die Geister - halte ich das Herunterfahren der Geldmenge für unmöglich. Wir bekämen dann nämlich eine monetäre Deflation. Und wie sollen all die Schulden und Zinsen bezahlt werden, wenn es nicht mehr genügend Geld dafür gibt?
Das Resultat wäre dann eine Krise wie um 1836/37 als die Banken in den USA den Bauern keine Kredite mehr gaben, die Geldmenge herunterfuhren, die Bauern ihre Schulden nicht mehr bedienen konnten und Farmen entsprechend von den Banken kassiert wurden.

6.

TeeTasse83 hat am 03.02.2015 - 11:40 folgendes geschrieben:

Dadurch kann es dann von der Zentralbank, sowie durch Steuern, wieder abgeschöpft werden. Bis dies passiert... haben wir einfach totes Geld dass zwar theoretisch da ist, in der Praxis aber doch nicht zählt. Am besten... vergesst die ganze Geld- Theorie einfach, sie ist der reinste Schwachsinn.
 

Es gibt viele Fälle in der Geschichte, wo die Staaten/Zentralbanken "Geld gedruckt" haben um eine vermeintlich kurzfristige Liquiditäts- oder Solvenzkrise zu überbrücken. Vermutlich hatten die alle die Absicht, dereinst - wenn die Krise vorbei ist - ihre Geldmenge zurückzufahren. Mir sind aber nur wenige Fälle bekannt, wo dies geklappt hat. Namentlich nach dem US-Sezessionskrieg, als danach der Greenback zum Dollar wurde und der Staat tatsächlich seine Kriegsschulden in Gold abgestottert hat.
Weiterhin USA nach 1945, wo die Kriegskosten deshalb bezahlt werden konnten, weil die USA als einzige unbeschädigte Nation ihre Produkte ins zerstörte Europa verkaufen konnte.
Ansonsten gibt es (zu) viele Fälle, wo Gelddruckerei zu einem Kollaps geführt hat.
Deshalb halte ich es für unverantwortlich, diese Möglichkeit gänzlich auszuschliessen und als "reinsten Schwachsinn" abzutun.

7. Zum Abschluss ein Rückblick auf die bailouts von 2008: Die Banken haben kein Geld also brauchen sie Geld vom Staat. Der Staat hat auch kein Geld. Also leiht er es sich. Wo? Bei den Banken. Ein Zirkelschluss, wie es ihn schöner kaum geben könnte. Dein Kommentar hierzu?

 

Elias
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Mein Kommentar dazu: seit einer halben Stunde bastelst du jetzt an diesem Posting herum.

So hat es bei igwt auch angefangen.

 

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Nebukadnezar
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Lesenswert! Im Gelben gesehen.

STAATSSCHULDEN/Staatsanleihen i.d.R. NICHT besichert, schon gar nicht durch Steueraufkommen - durch Zentralbank 'garantiert'!

http://www.dasgelbeforum.net/forum_entry.php?id=340679

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Die Welt hat genug für jedermanns Bedürfnisse, aber nicht für jedermanns Gier.

Elias
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Vollgeld – was die Schweiz schon immer wollte

Häufig wird der Vollgeldinitiative, für die derzeit Unterschriften gesammelt werden, eine bedrohliche Radikalität attestiert. So bezeichnete SNB-Präsident Thomas Jordan das Vollgeldsystemunlängst als «ein gigantisches Experiment, für das historische Erfahrungs- und Vergleichswerte fehlen» (Rede am Ustertag, 23. November 2014). Doch ein historischer Rückblick auf die Entwicklung der Schweizer Geldordnung zeigt das Gegenteil: Über hundert Jahre lang war der Schweizer Franken im Grunde genommen als Vollgeld konzipiert.

Die von der Vollgeldinitiative geforderte monetäre Modernisierung hat bekanntlich drei zentrale Elemente: Erstens soll nur noch die Schweizerische Nationalbank befugt sein, Geld zu emittieren, sei es in barer oder elektronischer Form. Die Geldemission soll zweitens nicht länger an die Verschuldung von Wirtschaft und Gesellschaft gekoppelt sein. Und drittens soll der Gewinn aus der Geldemission die öffentlichen Kassen entlasten und der Allgemeinheit zugutekommen. Diese drei Elemente sind in der Schweiz historisch verankert.

Die Elemente der Vollgeldinitiative sind in der Schweiz historisch verankert.

Der Schweizer Franken entstand 1848 als eine Silberwährung, deren Emission der neu geschaffene Schweizer Bundesstaat überwachte. Der Silberfranken stellte sicheres und schuldfreies Geld dar, indem sein Wert aus seinem Edelmetallgehalt entsprang.

Später, in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts, fanden auch Banknoten als Zahlungsmittel allgemeine Akzeptanz. Jede Bank durfte damals eigene Banknoten drucken, welche in Münzen einlösbar waren und aus rechtlicher Sicht lediglich einen Geldersatz darstellten. Dabei kam es vor, dass einzelne Banken keine ausreichende Münzdeckung hatten, um ihre eigenen Banknoten einzulösen. Um diesen Missstand zu beenden und die Nachteile einer Vielfalt von Notenbanken zu beheben, verlieh das Schweizer Stimmvolk dem Bund am 18. Oktober 1891 das Monopol der Banknotenemission.

Der damals neu eingeführte Banknotenartikel der Bundesverfassung beginnt mit dem Satz: «Das Recht zur Ausgabe von Banknoten und andern gleichartigen Geldzeichen steht ausschliesslich dem Bunde zu.» Das entspricht genau dem, was heute die Vollgeldinitiative in die Verfassung schreiben will. Aber wieso eigentlich, wenn das schon längst beschlossen wurde? Weil inzwischen der Zusatz «und andern gleichartigen Geldzeichen» aus der Verfassung gestrichen worden ist, und zwar bei der Revision des Banknotenartikels im Jahr 1999.

Es ist verblüffend: Von 1891 bis 1999 hatte die Schweiz gemäss Bundesverfassung im Grunde genommen ein Vollgeldsystem. Der Bund verfügte in dieser Zeit nämlich über ein vollständiges Monopol der Geldemission, und auch die Beteiligung der Kantone am Gewinn der SNB war bereits seit 1891 in der Bundesverfassung verankert.

In der Praxis missachteten die Banken jedoch das Geldschöpfungsmonopol des Bundes, als sie bargeldlose Zahlungsinstrumente einführten und dabei anfingen, elektronisches Geld zu emittieren. Der Bund duldete dies über viele Jahre hinweg. Mit der erwähnten Revision des Banknotenartikels von 1999 wurde schliesslich die Verfassung an die Praxis angepasst, ohne dass die Frage der Geldschöpfung in der Öffentlichkeit diskutiert worden wäre.

Seither hat die Emission von elektronischem Buchgeld durch die Banken enorm zugenommen. Es macht rund 90 Prozent des in der Schweiz zirkulierenden Geldes aus und wird dem Bargeld vollkommen gleichgestellt, obwohl es aus rechtlicher Sicht – wie früher die Banknoten – nur ein Geldersatz ist.

Die Probleme und Gefahren, die sich aus der Emission von Geldersatz durch viele verschiedene Banken ergeben, sind heute beim elektronischen Buchgeld die gleichen wie früher bei den Banknoten. Deshalb gelten die Argumente, die das Schweizer Stimmvolk 1891 zur Schaffung eines Banknotenmonopols bewogen haben, auch heute, wenn es im Sinn der Vollgeldinitiative um die Einführung eines Buchgeldmonopols für die SNB geht. Das Ziel ist auch heute, die Krisenresistenz des Zahlungsverkehrs zu gewährleisten, die Kundengelder bei den Banken zu schützen und eine adäquate Geldversorgung der Wirtschaft im Rahmen einer weitsichtigen, demokratisch legitimierten Geldpolitik zu ermöglichen.

http://politblog.tagesanzeiger.ch/blog/index.php/28924/vollgeld-was-die-...

 

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Elias
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Island liebäugelt mit der Geldrevolution

Die Wikingerinsel hat bereits alles erlebt: Hyperinflationen, Finanzcrashs, Bankenpleiten. Jetzt steht mit dem Vollgeldsystem eine radikale Reform zur Debatte, die auch in der Schweiz Anhänger hat.

http://www.tagesanzeiger.ch/wirtschaft/konjunktur/Island-liebaeugelt-mit...

 

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Namor
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Aktiv werden statt nur depatieren

Verfasst am: 

31.05.2010 - 18:05

Der erste Kommentar in diesem Thread ist sehr aufschlussreich und spannend geschrieben. Die letzten drei-vier Meinungen zeigen, dass der erste an nichts verloren hat. Ich schreibe ab und zu politische etc. Leserbriefe in unserem Gemeindewochenblatt und bediene oder genauer werde beeinflusst von Aussagen im Forum vom Cash. Leider stehen mir nur 1300 Zeichen inkl. Leerschläge zur Verfügung. Neu werde ich mich in den Kantonalblätter etc. einbringen und wäre dankbar, wenn man am Ende einer langen Berichtskette eine kurze Zusammenfassung einfügt. Meiner Meinung nach hat das normale Volk schon lange resigniert. Die einzige Möglichkeit ist an der Urne oder als Volksvertretung in politischen Gremien Einfluss zu nehmen. Die traditionellen Parteien haben eine Trägheit und Prostitution erreicht in einer Abhängigkeit als Marionetten der erpresserischen Finanzgilde. Ihr erkennt und habt es selber gelebt diese Machenschaften. Wieso schliesst man sich nicht zu einem "Bund von Neutralen" zusammen "ohne gerade eine Partei zu gründen" um in verschiedenen Kantonen beginnend für einen National- oder Ständeratsitz zu kandidieren? Denkt daran, dass dieses ja bezahlt wird. Nationalrat ca 135'000.--, Ständerat ca. 145'000.-- / Jahr mit GA etc. Auftritte in der Arena etc. wären hilfreich.

 

 

Elias
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Namor hat am 10.04.2015 - 11:16 folgendes geschrieben:

Der erste Kommentar in diesem Thread ist sehr aufschlussreich und spannend geschrieben.

Welchen Thread meinst du, diesen?

Wenn ja, dann hast du sicher auch gemerkt, dass die Aussage  "Jegliches Geld wird von der Zentralbank gedruckt und gegen Zinsen an die Banken verliehen." nicht stimmt. Siehe auch http://www.20min.ch/finance/news/story/23134297

Gerade beim gedruckten Geld stimmt es nicht. Beim Giralgeld schon eher. Aber auch dort muss man differenzieren: Bis vor kurzem haben Banken Zinsen von der SNB bekommen, wenn sie es bei der SNB parkiert haben.

Und für die SNB-Franken, die wegen den Mindestkurs-Devisenkäufen in Umlauf gekommen sind, zahlt auch keine Bank Zinsen.

Das Giralged hat es in sich. Durch Zinseinnahmen entsteht neues Giralgeld, ohne dass die SNB im Spiel ist. Jegliches Geld kommt also nicht von der SNB.

 

Kommenrare aus dem Link im vorhergehenden Posting

Tobias Meier

 

vor 5 Std.

Stimmt nicht ganz....
Die Zentralbank steuert die Geldmenge durch die entsprechend festgelegten Leitzinsen.....

  • Stefan Meier

    vor 5 Std.

    Stimmt nicht ganz.... die Zentralbank steuert die Ausgabe von Noten- und Bargeld. Eine Bank darf kein Notengeld ausgeben, jedoch darf sie Geld elektronisch ausgeben. Es ist verboten, Geld nachzudrucken, aber es ist nicht verboten, Geld zu erfinden. Und das haben die Banken gemacht bis zum Tag, wo sie auf unserem Buckel Kasse gemacht haben.

 

Meine Meinung: bevor man längere Abhandlungen schreibt, sollte man das Basiswissen haben. Würde man noch die Behauptungen mit Quellenangaben untermauern, kämen viele Postings anders heraus. Guttenberg der Plagiator lässt grüssen.

Von daher sind die 1'300 Zeichen-Limite eine gute Idee.  Es würde den Verfasser dazu bringen, auf den Punkt zu kommen. Und es spart enorm Zeit.

 

 

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Namor
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Vom Beginn

31.05.2010 in diesem Thread der erste Bericht. Klar ist mir, dass Geld drucken und Münzen herstellen und in Umlauf bringen den Nationalbanken vorbehalten ist. Parallelwährungen wie Bitcom, WIR oder andere virtuelle Möglichkeiten wie Kreditkarten, Leasings und sonstige Abzahlungsvereinbarungen nicht mit Hartgeld gehandelt werden muss. Man bekommt eine Ware die ursprünglich gekostet hat um es später zu bezahlen. Lerne immer was dazu. Vielen Dank

MarcusFabian
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Um es klar zu stellen:

Münzen werden ausschliesslich von der Eidgenossenschaft geprägt. swissmint

Banknoten werden ausschliesslich von der SNB gedruckt. Das nennt sich auch "Zentralbankgeld".

Giralgeld: Banken können Kredite in Franken erzeugen. Somit ist der Einwand von Elias berechtigt. Das ist aber kein offizielles Geld sondern streng genommen "nur" ein "Versprechen auf Zentralbankgeld". Das grundsätzliche Problem ist, dass die Menge an Giralgeld weitaus höher ist als die Menge an Zentralbankgeld. Es gibt also mehr Versprechen auf eine Ware als Ware vorhanden ist.

Du kannst ebenfalls Giralgeld erzeugen. Dann nämlich, wenn Du die 100-Franken-Rechnung im Restaurant nicht in bar (Zentralbankgeld) bezahlst sondern mit Deiner Visa-Card. Damit erhöhst Du die Geldmenge um Fr. 100.- und anerkennst eine Schuld gegenüber Visa. Erst wenn Visa die 100.- an das Restaurant bezahlt hat und Du wiederum die 100.- an Visa ist die Schuld und damit das Geld vernichtet.

---

Gehen wir nochmals zurück zum von den Banken erzeugten Giralgeld, denn das ist der am wenigsten verstandene Punkt:

Wenn Dir Deine Bank einen Kredit von 50'000 für ein neues Auto einräumt, dann sind diese Fr. 50'000 nie das Geld eines Sparers, wie die meisten Menschen meinen. Das Geld wird neu erzeugt.

Wie?

Ganz einfach durch einen Buchungssatz. Und der lautet: "Forderung an Verbindlichkeit". Die Bank bucht auf ihrer Aktivseite eine Forderung an Dich über 50'000 ein und auf der Passivseite schreibt Sie Dir auf Deinem Konto 50'000 gut (Verbindlichkeit, also eine Schuld der Bank gegenüber Dir).

Guckst Du hier https://www.youtube.com/watch?v=Tp8BQgr1Tc4
ab Minute 0:50

 

 

weico
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MarcusFabian hat am 11.04.2015 - 12:09 folgendes geschrieben:

Um es klar zu stellen:

Münzen werden ausschliesslich von der Eidgenossenschaft geprägt. swissmint

Banknoten werden ausschliesslich von der SNB gedruckt. Das nennt sich auch "Zentralbankgeld".

Giralgeld: Banken können Kredite in Franken erzeugen. Somit ist der Einwand von Elias berechtigt. Das ist aber kein offizielles Geld sondern streng genommen "nur" ein "Versprechen auf Zentralbankgeld". Das grundsätzliche Problem ist, dass die Menge an Giralgeld weitaus höher ist als die Menge an Zentralbankgeld. Es gibt also mehr Versprechen auf eine Ware als Ware vorhanden ist.

Du kannst ebenfalls Giralgeld erzeugen. Dann nämlich, wenn Du die 100-Franken-Rechnung im Restaurant nicht in bar (Zentralbankgeld) bezahlst sondern mit Deiner Visa-Card. Damit erhöhst Du die Geldmenge um Fr. 100.- und anerkennst eine Schuld gegenüber Visa. Erst wenn Visa die 100.- an das Restaurant bezahlt hat und Du wiederum die 100.- an Visa ist die Schuld und damit das Geld vernichtet.

---

Gehen wir nochmals zurück zum von den Banken erzeugten Giralgeld, denn das ist der am wenigsten verstandene Punkt:

Wenn Dir Deine Bank einen Kredit von 50'000 für ein neues Auto einräumt, dann sind diese Fr. 50'000 nie das Geld eines Sparers, wie die meisten Menschen meinen. Das Geld wird neu erzeugt.

Wie?

Ganz einfach durch einen Buchungssatz. Und der lautet: "Forderung an Verbindlichkeit". Die Bank bucht auf ihrer Aktivseite eine Forderung an Dich über 50'000 ein und auf der Passivseite schreibt Sie Dir auf Deinem Konto 50'000 gut (Verbindlichkeit, also eine Schuld der Bank gegenüber Dir).

Guckst Du hier https://www.youtube.com/watch?v=Tp8BQgr1Tc4
ab Minute 0:50

 

 

..und ALLE sollten immer daran denken :

"Während Banknoten und die Sichtguthaben bei der Nationalbank unbeschränkte gesetzliche Zahlungskraft besitzen, d.h. in beliebiger Höhe zur Schuldentilgung benützt werden können bzw. an Zahlung zu nehmen sind, ist die gesetzliche Zahlungskraft bei Scheidemünzen auf 100 Stück beschränkt. Jubiläums- und Gedenkmünzen sind keine gesetzlichen Zahlungsmittel und müssen darum nicht angenommen werden. Auch privat emittierte Zahlungsmittel – wie Checks, Garantie- und Zahlungskarten, Bank- und Postkontoguthaben oder elektronisches Geld – entfalten keine gesetzliche Zahlungskraft. Sie sind deshalb im WZG nicht geregelt. Ihre Ausgabe ist dem Spiel der Marktkräfte überlassen. "

http://www.efv.admin.ch/d/themen/waehrung/oeff_zahlungsmittel.php

 

weico

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Dank und noch eine Frage

Vielen Dank für die umfassenden Erklärungen. Wie sieht es aus mit der Intervention der Nationalbank in Euro. Ich nehme an, dass ca. 350 Milliarden in Devisen, Schuldbriefe etc. gekauft wurden für die Stützung gegenüber dem Franken. Da wurden sicher keine Euro Noten-Bündel ins Depot genommen und Schuldbriefe etc. sind auch kein realer Wert. Oder verstehe ich da was falsches?

MarcusFabian
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Gute Frage.

Gemäss Bilanz der SNB vom Februar 2015 hier, Seite 8 hält die SNB Währungsreserven im Wert von Fr. 553'631 Mio, davon 472 Mrd. in "Wertschriften".
In welcher Form diese "Wertschriften" vorliegen wird nicht erwähnt. Die SNB definiert zwar hier, was sie als Repofähige Wertschriften definiert aber über die konkrete Zusammensetzung der Devisen (also ob Staatsanleihen, Obligationen, Zentralbankgeld oder Aktien) habe ich nichts gefunden.
Ich vermute, dass der grösste Teil Staatsanleihen sein dürften.

weico
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Namor hat am 11.04.2015 - 18:54 folgendes geschrieben:

 Oder verstehe ich da was falsches?

Viel Lesenswertes und gute Zusammenstellungen,Kommentare,Aussichten usw.,zum besseren Verständnis,  findest du in den SNB-Quartalheften:

 http://www.snb.ch/de/mmr/reference/quartbul_2015_1_komplett/source/quart...

 

http://www.snb.ch/de/iabout/pub/oecpub/id/pub_oecpub_quartbul

 

weico

 

 

MarcusFabian
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Original hier: http://www.cash.ch/comment/610241#comment-610241

sarastro hat am 31.03.2015 - 20:12 folgendes geschrieben:

Der andere Einwand, dass es vom 12. bis 15. Jahrhundert zinsfreies Geld existiert haben soll, kann diese ökonomische Aussage ebenfalls nicht widerlegen. Zur damaligen Zeit gab es weder Geld im heutigen Sinne, noch Banken in der heutigen Funktion.

Folgendes noch als Nachtrag zum Themenkreis "Goldenes Mittelalter", also der Zeit von 1100 bis 1399.

Damals gab es als Geld Blechmünzen, mit eingeprägtem Jahresstempel. Die Münze wurde vom Fürsten ausgegeben und hatte nur eine Gültigkeit während des eingeprägten Jahres.
Am Ende des Jahres musste man die auslaufenden Münzen gegen Münzen des Folgejahres tauschen, wobei man für 100 alte Münzen 80 neue bekam. Das nennt sich Demurrage. Von dieser 20%-Steuer haben die Fürsten ihren Lebensunterhalt finanziert plus Polizei, Militär zum Schutz des Fürstentums, Infrastruktur wie Strassen etc.

Da die Mittelständischen Unternehmen keine Lust hatten 20% Steuern zu zahlen, haben sie das Geld also möglichst vor Ablauf des Jahres ausgegeben. Stichwort: "Fliessendes Geld". Also haben sie sich Häuser gebaut. So sind viele alte Städte mit wunderschönen Fachwerkhäusern entstanden.
Später, als ihre Häuser gebaut waren und sie immer noch Geld hatten, haben sie sich gefragt, was sie denn sonst noch mit dem Geld anfangen könnten und kamen zum Schluss, etwas für die Ewigkeit und ihren Seelenfrieden zu bauen. Und so haben sie jene Münster, Kathedralen, Dome etc. finanziert, die wir heute noch bewundern können.

Mittelständische Unternehmen waren damals Handwerksbetriebe. Also Schmieden, Schreinereien, Schneidereien etc. Ein Betrieb hatte damals neben dem Meister (Inhaber)  vielleicht 10-20 Gesellen und die soziale Aufgabe, neben den eigentlichen direkten Angestellten auch deren Verwandtschaft zu versorgen. Also die Kinder, Ehegatten und Eltern der Gesellen. Somit hingen an einem einzelnen Betrieb locker 100-200 Menschen, die versorgt werden mussten. Natürlich halfen die Frauen mit: Sie versorgten ihre eigenen Kinder und Eltern aber auch fremde Kinder und Eltern, wenn es die Situation erforderte, führten auch den Haushalt des Meisters etc.
Unter dem Strich war so ein mittelständischer Handwerksbetrieb ein in sich geschlossenes Sozialsystem mit eingeschlossener Pflege- und Rentenversicherung.

Wenn man die Technologie (bzw. das Fehlen selbiger) der damaligen Zeit betrachtet, dann - so die erste Überlegung - muss die Arbeitszeit sehr hoch gewesen sein. Denn es musste ja durch die Arbeitsleistung nicht nur die eigene Familie versorgt werden sondern auch Bau der Fachwerkhäuser und Kathedralen, nicht zu vergessen den 20% Steuern für den Fürsten. Richtig?

Falsch!

Die wöchentliche Arbeitszeit damals betrug im Schnitt 30 Stunden. Die meisten Orte hatten 5-Tagewoche, einige sogar nur eine 4-Tagewoche (Samstag, Sonntag und "blauer" Montag waren arbeitsfrei).

Der Grund, weshalb wir heute über die Zeit von 1100 bis 1399 nichts mehr in der Schule lernen (Gründung der Eidgenossenschaft 1291 mal ausgenommen) ist der, dass es nur wenig über diese Zeit zu berichten gibt. Unsere Geschichtsschreibung ist ja im Wesentlichen eine "Kriegsberichterstattung" mit Zusatzinformationen, was zum Krieg geführt hat. Das goldene Mittelalter war aber relativ Kriegs-frei. Die Menschen haben einfach glücklich und zufrieden gelebt.

---

Wenn wir nun überlegen, was schon vor 800 Jahren mit einer 30-Std-Woche erreicht worden ist und was wir heute, mit all den technischen Möglichkeiten aus so einer 30-Std-Woche machen könnten, dann wird schnell klar, dass wir heute durchaus die Möglichkeiten hätten, den Hunger in der Welt, die sozialen Probleme, die Altersversorgung locker mit den bestehenden Ressourcen zu lösen. Und vermutlich würden wir nicht einmal mehr 30 Stunden Arbeitszeit pro gesundem Menschen (im Alter 20-60) in Anspruch nehmen müssen.

Aber eben. Zitat Sarastro: "Zur damaligen Zeit gab es weder Geld im heutigen Sinne, noch Banken in der heutigen Funktion."
Das ist der springende Punkt und es ist der Punkt, der verhindert, dass wir unsere ökonomische Leistung zu 100% in Wohlstand investieren können. 42% der wirtschaftlichen Leistung fliessen in Zinsen und somit stehen nur noch 58% für Wohlstand, Bildung, Sicherheit, Infrastruktur und Soziales zur Verfügung. Das ist unser Problem. Geld "im heutigen Sinne" bedeutet, dass wir nicht nur das Geld, das in der Realwirtschaft zirkuliert, verzinsen müssen sondern auch das Geld, das im Finanz-Casino zirkuliert verzinsen müssen. Die Geldmenge die derzeit existiert ist etwa 10 mal so hoch wie die Geldmenge, die wir benötigen. (70 Billionen Dollar globales GDP vs. 714 Billionen Dollar Geldmarkt). Salopp ausgedrückt: "Es gibt etwa 10 mal so viel Geld wie Dinge, die man dafür kaufen kann." Das ist also so als müssten wir für einen Kredit von Fr. 1000 Zinsen wie auf einem Kredit von Fr. 10'000 bezahlen.
Tatsächlich ist das auch so: Dank der niedrigen Zinsen zahlen die USA im Moment nur noch etwa 2.7% Zinsen auf ihren Staatsschulden. Diese Zinszahlungen machen aber immer noch 21% des Staatshaushaltes aus.

Und genau deshalb schaffen wir es heute trotz aller Technologie, Produktivität und Effizienz nicht mehr, ein "goldenes Zeitalter" zu erschaffen!

weico
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Deutscher Wirtschaftsweiser fordert Abschaffung des Bargelds

 

Der Ökonom Peter Bofinger hält Münzen und Geldscheine für einen Anachronismus. Auch die Schweiz solle auf Bargeld verzichten, findet er.

 

http://www.tagesanzeiger.ch/wirtschaft/konjunktur/Deutscher-Wirtschaftsw...

 

Hoffentlich liest der deutsche Wirtschafts"weise" die Kommentare der  "Tagi"-Leser....er kann dabei noch etwas lernen.Zum Glück beraten solche Leute die Deutsche EU-Regierung .... 

ROFL

 

 

N.B...irgendwie haben auch der Spiegel-Leser keine Freude an diesem Berater und seiner Idee....

http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/bargeld-peter-bofinger-will-mu...

 

weico

 

 

Domtom01
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Bargeld = Demokratie

Für mich gehört die persönliche Kontrolle über das Geld zu den Grundfreiheiten des Menschen und ist somit Teil der unverzichtbaren Freiheitsrechte eines Menschen. Es ist somit ein Grundrecht, das der Staat aus welchen auch immer (gut?) gemeinten Gründen nicht ausser Kraft setzen darf. Tut er es dennoch, beraubt er sich seiner Legitimität der Machtausübung! Revolution wäre für mich in diesem Fall legitim - oder Auswanderung. Es geht um Freiheitsrechte und nicht um die Frage, was wir zu verstecken haben. Der Staat muss uns vertrauen, tut er es nicht, ist er unser nicht würdig! Mehr gibt es da aus meiner Sicht zurzeit nicht zu sagen. 

weico
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Zinsen, Kurse, Staatsanleihen: Die Zuckungen der Zocker

 

Über Jahre haben die Notenbanken die Kurse an den Finanzmärkten aufgeblasen. Nun scheint diese Entwicklung an ihr Ende zu kommen. Steht die Wirtschaft vor dem nächsten Crash, diesmal an den Märkten für Anleihen?

 

Jahrzehntelang folgten die Zinsen einem Abwärtstrend (siehe Grafik). Spiegelbildlich stiegen die Kurse. Zunächst schien das gerechtfertigt. Doch dann trug die allzu üppige Geldversorgung durch die amerikanische Notenbank Fed, die EZB, die Bank von Japan und andere dazu bei, dass sich in den Nullerjahren die größte Kreditblase der Geschichte aufbauen konnte: Billiges Geld, niedrige Zinsen, steigende Kurse, steigende Schulden - bis in der Finanzkrise das Kartenhaus ins Wanken geriet.

Seither haben sich die Notenbanken alle Mühe gegeben, die Finanzstatik zu stabilisieren - indem sie noch mehr Geld unter die Leute brachten und die Zinsen noch weiter drückten.

Anleihen wurden immer teurer. Seit die EZB im Januar angekündigt hatte, bis Herbst 2016 mehr als eine Billion Euro an Anleihen aufzukaufen, gab es kaum jemanden, der noch auf fallende Kurse wetten mochte. Mit anderen Worten: Viele wollten Schuldscheine kaufen, aber nur wenige verkaufen.

Dieses Spiel geht solange gut, wie alle Welt darauf spekuliert, dass die EZB die Kurse immer höher treibt. Kommen Zweifel daran auf, so wie aktuell, kommt es zu wilden Ausschlägen - Zuckungen der Zocker.

Hier ist eine Vorhersage: Sollten die Zinsen stark steigen, wäre das der Auslöser für das nächste ökonomische Desaster. Dann würden reihenweise Unternehmen, Privatbürger und ganze Staaten in die Pleite rutschen.

 

Hoch verschuldete Volkswirtschaften sind auf niedrige Zinsen angewiesen. Die Notenbanken, vor allem die EZB, werden deshalb alles daran setzen, einen starken Anstieg zu verhindern. Dass es zwischenzeitlich zu heftigen Anfällen von Nervosität kommt, können sie allerdings nicht unterbinden.

 

http://www.spiegel.de/wirtschaft/staatsanleihen-und-zinsen-kommt-der-nae...

 

N.B..die Notenbanken haben schlicht keine Chance gegen den logischen Trend. Die wirtschaftliche Stagnation wird sich verschärfen und die Deflationsspirale verstärken.... bis die künstliche Konkursverschleppung endlich vorüber- und der Markt bereinigt ist. Walter Bagehot lässt grüssen...

 

weico

 

 

Nebukadnezar
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Beim “Krieg gegen das Bargeld” geht es um Profit und Kontrolle

Überwachung der Bürger endet nicht bei Daten und Konto. Jetzt soll sogar das Bargeld abgeschafft werden.

„Wer die Freiheit aufgibt, um Sicherheit zu gewinnen, der wird am Ende beides verlieren.“ Dieses Zitat wird Benjamin Franklin zugeschrieben, dessen Konterfei bis heute die 100-Dollar-Note schmückt – auch wenn man eine solche heutzutage immer seltener zu Gesicht bekommt.

Die USA sind der „bargeldlosen Gesellschaft“ nämlich schon viel näher als Europa, wo tendenziell mehr Bargeld eingesetzt wird, je weiter man sich gegen Süden bewegt. Die Tendenz ist aber auch hier klar: Karte statt Bargeld. Auch in Österreich sind die Worte „Mit Bankomat bitte“ an der Supermarktkassa immer häufiger zu hören.

Es stimmt zwar, dass 89 Prozent aller Zahlungen immer noch mit Münzen und Scheinen getätigt werden. Aber das liegt vor allem daran, dass viele kleine Einkäufe so abgewickelt werden. Gesamtwirtschaftlich betrachtet spielt Bargeld kaum noch eine Rolle: Laut der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) in Basel stehen die Banknoten und Münzen im Umlauf in Europa nur noch für neun Prozent der Wirtschaftsleistung. In Schweden sind es gar nur drei Prozent.

 

Bargeld unter Generalverdacht

Und trotzdem tobt gerade in Nordeuropa ein „Krieg gegen das Bargeld“. So hat sich die dänische Regierung ins Programm geschrieben, den geltenden gesetzlichen Annahmezwang für Bargeld aufzuheben. Davon verspricht man sich eine Ankurbelung der Konjunktur, gilt die Bezahlung mit Karte doch als „effizienter“ und sogar als günstiger. Denn obwohl für Karten Gebühren anfallen, gibt es Studien, die auf die Vorteile von Kartenzahlungen verweisen. Immerhin spare man sich den Weg zum Bankomaten, lautet eines der Hauptargumente.

Als Gründe für den Kampf gegen das Bargeld werden sonst aber immer Schwarzarbeit, Steuerhinterziehung und kriminelle Machenschaften genannt. In allen drei Bereichen spielt Bargeld wegen seiner Anonymität eine Rolle. Mithilfe des lila 500-Euro-Scheins lassen sich sogar ein paar hunderttausend Euro in der Sakko-Tasche transportieren.

Deswegen werden Bargeld-Nutzer jetzt von einigen massiv überschuldeten Staaten unter Generalverdacht gestellt. In Frankreich gilt schon heute eine Obergrenze von 1500 Euro für Barzahlungen. Bald soll sie auf 1000 Euro gesenkt werden. In Italien gilt dieses Limit bereits. Und in Griechenland, wo die Menschen aus verständlichen Gründen weder den Banken noch dem Staat trauen, liegt die Grenze schon jetzt bei nur 500 Euro. Angeblich gibt es sogar Überlegungen, sie auf bis zu 70 Euro zu senken. In Österreich ist das Thema in dieser Woche angekommen. Staatssekretär Harald Mahrer setzte am ÖVP-Parteitag kurzfristig ein „Bekenntnis zum Bargeld“ auf die Agenda – und die Mitglieder der Volkspartei stimmten prompt dafür, womit dieses Bekenntnis es auch ins Parteiprogramm schaffen wird. Dem Staatssekretär ist die Sache ernst: Bei einer Abschaffung des Bargelds sei es „mit der Freiheit der Bürger vorbei“. Da schließt sich die Klammer zwischen Benjamin Franklin und Harald Mahrer.

 

Potenzieller Missbrauch

Tatsächlich scheinen die Argumente für den „Krieg gegen das Bargeld“ auf den zweiten Blick so dünn wie ein Geldschein. Denn Schwarzarbeiter und Drogenhändler werden sich kaum um Bargeld-Obergrenzen scheren, sie befinden sich ja bereits im Bereich des Verbotenen. Mahrer hat Recht. Tatsächlich geht es beim Kampf gegen das Bargeld um Kontrolle – und um Profit.

Die Staaten versprechen sich eine Eindämmung der Steuerhinterziehung, wenn sie immer und überall nachvollziehen können, wer was womit bezahlt. Datenschutz und Privatsphäre erleiden aus dieser Perspektive Kollateralschäden. Der potenzielle Missbrauch der Daten wird ignoriert. Die Banken haben auch kein Interesse an Bargeld: Die Kontoinhaber und Kreditkartennutzer müssen nicht nur Gebühren zahlen – sie sind auch potenzielle Kreditnehmer. Und Überziehungszinsen sind bekanntlich nicht die niedrigsten. Dafür gibt es auf dem Sparbuch kaum Zinsen – und hier wird der Krieg gegen das Bargeld wirklich bizarr.

Die Zentralbanken haben die Zinsen bereits seit sieben Jahren praktisch abgeschafft und haben zudem noch mehr als zehn Billionen Euro frisches Geld aus der Notenpresse nachgeschossen, um zumindest die Illusion einer funktionierenden Finanzwirtschaft zu wahren. All das reicht nicht aus, weshalb Negativzinsen der nächste Schritt sind. Aber solange die Kunden ihr Geld auch einfach in bar abziehen können und zuhause bunkern, können die Banken diese Negativzinsen nicht einfach an die Kunden weitergeben.

http://www.jilnik.com/2015/05/beim-krieg-gegen-das-bargeld-geht-es-um-pr...

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Die Welt hat genug für jedermanns Bedürfnisse, aber nicht für jedermanns Gier.

weico
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Höchstgrenzen für Bargeldzahlungen

 

http://www.eu-verbraucher.de/de/verbraucherthemen/bezahlen-in-der-eu/bez...

 

 

Bargeld verboten!Geld soll zur blossen digitalen Spur werden. Und doch können kontrollierende Staaten nicht verhindern, dass die Bürger zuletzt in reale Werte fliehen, in die Untergrundwirtschaft, in den Tausch, in Goldklauseln in den Verträgen. Sie halten sich an den Wahlspruch der 68er: Rebellion ist berechtigt.

 

http://www.schweizermonat.ch/artikel/bargeld-verboten

 

 

weico

Goldbuggy
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Der Staat kann problemlos neben der Konfiszierung von Gold auch die Immobilien und Firmen verstaatlichen. Kommt nur darauf an was genau die sogenannten "fünf Familien" des establishments wollen werden. 

MarcusFabian
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Ich selbst verwende auch kaum noch Bargeld. Selbst das Zug-Ticket für SBB und DSB hole ich mir über die App direkt auf das iPhone.

Bargeldloser Zahlungsverkehr hat also durchaus sehr viel mehr Vorteile als Nachteile.

Dennoch bin ich gegen die Abschaffung des Bargeldes. Und zwar aus folgenden Gründen:

1. Bargeld ist Zentralbankgeld. Die Giralgeldschöpfung der Banken ist durch die Zentralbank-Geldmenge limitiert, denn jede Giralgeldschöpfung muss in der Schweiz mit 2.5% Bargeld abgedeckt sein (EU= 1%, USA=10%). Die Banken können also maximal 40 mal so viel Giralgeld schöpfen wie sie Zentralbankgeld besitzen.
Und hier sehe ich ein Problem: Wenn Zentralbankgeld abgeschafft wird, wo bleibt dann der Anker, der die Giralgeldmenge limitiert?

2. Bargeldloser Zahlungsverkehr hinterlässt elektronische Spuren und es gibt Situationen, da will man nicht unbedingt elektronische Spuren hinterlassen. Wink
Wenn Papi dem armen Studenden ein paar Tausend Franken zusteckt, damit dieser - an der Steuer vorbei - ein Auto kaufen und ebenso bar bezahlen kann, funktioniert das nur mit Bargeld. Der Ehebrecher, der seiner Geliebten einen Ring kauft will auch keine Spuren hinterlassen. Beispiele findet man genügend.

3. Erpressbarkeit. Das ist der wichtigste Punkt: In einer bargeldlosen Welt ist Jedermann von den Banken, dem Staat erpressbar. Wem das Konto gekündigt wird und er - aus welchen Gründen auch immer - kein neues Konto bei einer anderen Bank bekommt, ist aus der Gesellschaft ausgeschlossen. Er kann nicht mehr einkaufen, nicht mehr Zug fahren ... er kann höchstens noch ein Leben als Selbstversorger fristen oder Tauschhandel betreiben.
Hier sehe ich zwar in der Schweiz kein Problem aber es gibt durchaus Länder, wo dies als Machtmittel missbraucht werden könnte, um unliebsame Oppositionelle schnell, bequem und einfach schachmatt zu setzen.

 

Grundsätzlich bin ich gegen jegliche Art von Zwang oder Verbot. Der Markt soll entscheiden. In den USA gibt es schon seit Jahrzehnten Geschäfte, die während der Nachtschicht kein Bargeld akzeptieren aus Angst vor Überfällen. Das klappt so weit sehr gut und ist auch in Ordnung.
Wenn also die Banken neue Systeme einführen, die das bargeldlose Zahlen noch attraktiver machen, vollzieht sich automatisch der Schritt weg vom Bargeld.

Hier in Dänemark haben wir ein System, das es meines Wissens in der Schweiz noch nicht gibt: MobilePay, der direkte Transfer von Geld von Handy auf Handy, von Bankkonto auf Bankkonto. Die Transaktionen finden sofort statt und im Gegensatz zu EC oder Kreditkarte ist das Geld sofort auf dem Konto verfügbar bzw. dort abgebucht und nicht erst nach einigen Tagen.

Bargeld wird also weiterhin an Bedeutung verlieren. Und das ist auch gut so. Aber ein Verbot? Nein danke. Schliesslich will man einen Plan B haben, wenn die elektronischen Systeme ausfallen, eine Bank pleite geht, die Karte beschädigt ist, der Smartphone-Akku leer ist ... und ... und ... und ...

Wenn ich in die Migros einkaufen gehe und weiss, dass ich etwa Fr. 200.- ausgeben werde, zahle ich natürlich mit Plastik. Dennoch habe ich immer Fr. 300.- im Portemonnaie. Könnte ja sein, dass das elektronische Zahlungssystem versagt. Das Bargeld gibt mir ein Gefühl der Sicherheit. Auch wenn ich nicht plane, es einzusetzen.

 

 

MarcusFabian
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Goldbuggy hat am 19.05.2015 - 08:55 folgendes geschrieben:

Der Staat kann problemlos neben der Konfiszierung von Gold auch die Immobilien und Firmen verstaatlichen.

Technisch argumentiert kann man wohl festhalten: "Je computerisierter ein Asset verwaltet wird um so einfacher kann man es abzocken."

Grundbucheinträge, Aktienregister, Bankkonten sind hochgradig computerisiert. Da genügt eine Nachtschicht eines Programmierers, um etwas zu "zypern".

Firmen zu verstaatlichen wird heiss. Ich meine: Wem gehören denn die Politiker? Wer bezahlt sie? Kleine une mittlere Betriebe könnte man wohl noch verstaatlichen. Aber bei den grossen, lohnenswerten Brocken ist Schluss.

Beim direkten Besitz von Physischem (Bargeld, Gold) geht Konfiszierung fast gar nicht. Da kann man als Staat nur beim Ein/Verkauf einhaken, sofern man auf landesweite Hausdurchsuchungen verzichten will.

Notabene: Während des Goldverbots in den USA musste immer ein staatlicher Beamter dabei sein, wenn jemand sein Schliessfach öffnete. Man stelle sich nur die Kosten vor: Ein Beamter pro Bankfiliale!

weico
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MarcusFabian hat am 23.05.2015 - 13:35 folgendes geschrieben:

 

Bargeldloser Zahlungsverkehr hat also durchaus sehr viel mehr Vorteile als Nachteile.

Absolut.

Es ist auch viel älter als das Bargeldsystem . Es wurden schon immer Forderungen und Verbindlichkeiten,gegeneinander  verrechnet.

 

Wenn die Schweden ihre Freiheiten aufgeben wollen,dann sollen sie. Sie haben ja schon Mühe mit der Freiheit und Umgang von...... Alkohol,Prostitution,Waffen usw. .... ROFL

 

weico

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Renminbi unter Top Fünf  Der Renminbi (RMB) gehört weltweit zu den fünf am meisten gehandelten Währungen. Die chinesische Währung hat damit im globalen Handel CAD, AUD und CHF hinter sich gelassen. Die chinesischen Behörden sind seit geraumer Zeit bemüht, die Landeswährung bei internationalen Transaktionen für Investoren schmackhaft zu machen, durch schrittweise Öffnung der Finanzplätze wie z.B. Schanghai und Shenzhen, wie Morgan Stanley berichtet. Chinas Regierung engagiert sich 2015 um Konvertibilität der Kapitalverkehrsbilanz. Das Ziel ist, die Kapitalverkehrsbilanz wahlweise mit makroprudenziellen Instrumenten zu liberalisieren. 

Peking ist bereits Mitglied beim IWF und will nun, dass der Renminbi in den IWF-Währungskorb (SDR: Special Drawing Rights) aufgenommen wird. Ein wichtiger Schritt auf diesem Weg wäre, ausländischen Fonds zu erlauben, in inter-bank Bond Markt zu investieren.

 

 

China verfügt über Devisenreserven in Höhe von fast 4‘000 Mrd. USD. Zur Zeit werden mehr als 20% der exportierten und importen Güter Chinas in RMB abgewickelt.

 

 

China hat ausserdem den viertgrössten Anleihemarkt weltweit, im Moment mit relativ hohen Renditen angesichts der Landesbonität. Die ausländischen Investoren haben jedoch keinen Zugang zum Rentenmarkt so weit.

 

 

http://acemaxx-analytics-dispinar.blogspot.ch/2015/05/renminbi-unter-top...

 

 

weico

 

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MarcusFabian
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.... Stell Dir vor, Du stehst vor dem Bancomat und es geht Dir wie diesem Griechen ...

 

 

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MarcusFabian hat am 24.05.2015 - 10:28 folgendes geschrieben:

.... Stell Dir vor, Du stehst vor dem Bancomat und es geht Dir wie diesem Griechen ...

 

 

 

 

vielleicht geht's den Griechen ja schon im Juni so....

 

Griechenland kann im Juni nicht mehr zahlen

 

1,6 Milliarden Euro müsste Athen schon bald dem IWF überweisen. Das Geld habe man nicht, sagt der Innenminister.

http://bazonline.ch/ausland/Griechenland-kann-im-Juni-nicht-mehr-zahlen/...

 

N.B..aber vermutlich geht die Konkursverschleppung ja (noch einwenig) weiter...

 

weico

 

 

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