GIABO: Global Insurection Against Banker Occupation

321 posts / 0 new
Letzter Beitrag
Ramon Lull
Bild des Benutzers Ramon Lull
Offline
Zuletzt online: 19.08.2015
Mitglied seit: 07.04.2009
Kommentare: 149
GIABO: Global Insurection Against Banker Occupation

CME gibt grossen Margin CUT bei hoch volatilen Finanztiteln bekannt:

http://www.zerohedge.com/news/soaring-financial-vol-leads-cme-announce-3...

So werden Finanztitel künstlich am Leben gehalten, während bei den Edelmetellen die Margins (mit der gleichen Begründung von erhöhter Volatilität) dauernd erhöht werden.

Derweil werden Kunden durch die Polizei an einem "bank run" auf Bank of America gehindert:

http://www.youtube.com/watch?v=Db_P0wHsSz0

:shock: :shock: :shock:

Ramon Lull
Bild des Benutzers Ramon Lull
Offline
Zuletzt online: 19.08.2015
Mitglied seit: 07.04.2009
Kommentare: 149
GIABO: Global Insurection Against Banker Occupation

Die Welt ist in der Tat aus den Fugen geraten....

http://www.zerohedge.com/news/epic-grotesquely-surreal-friday-humor

So viel zum Thema und zur Aussagekraft einer hohen "Tier 1 Capital Ratio" bei Banken.

Es kommt eben bei Banken wie überall sonst auch letztlich nur auf das Eigenkapital an. Alles andere ist Augenwischerei.

Zur Erinnerung, UBS und CS haben etwa 3% EK....

equity holder
Bild des Benutzers equity holder
Offline
Zuletzt online: 08.01.2013
Mitglied seit: 24.07.2009
Kommentare: 2'841
GIABO: Global Insurection Against Banker Occupation

Hallo Zusammen

Genau in einer Lage, wo Banken an Mittel verlieren ist die EK vorallem in der Rezession extrem wichtig. Ich habe schnell noch einen kleinen Artikel bezüglich der UBS und Credit Suisse gefunden, für den, den es interessiert:

http://www.conviva-plus.ch/index.php?page=160

Ich durchstöbere nun noch einige Berichte und gehe dann schlafen, bei dem kühlen Wetter in Zürich. Denn bezüglich Rating, hat sich einiges geändert, wie ich gesehen habe. Ich denke, die Ratings werden mehr an Bedeutung gewinnen, wenn sie auch wirklich seriös gemacht werden.

EDIT: formeller Schreibfehler

Wer nach vorne schauen will, muss erst mal zurück schauen:



http://www.youtube.com/watch?v=wdzzYkAfpDU

Ramon Lull
Bild des Benutzers Ramon Lull
Offline
Zuletzt online: 19.08.2015
Mitglied seit: 07.04.2009
Kommentare: 149
GIABO: Global Insurection Against Banker Occupation

equity holder wrote:

Hallo Zusammen

Genau in einer Lage, wo man den Banken an Mittel verlieren ist die EK vorallem in der Rezession extrem wichtig. Ich habe schnell noch einen kleinen Artikel bezüglich der UBS und Credit Suisse gefunden, für den, den es interessiert:

http://www.conviva-plus.ch/index.php?page=160

Ich durchstöbere nun noch einige Berichte und gehe dann schlafen, bei dem kühlen Wetter in Zürich. Denn bezüglich Rating, hat sich einiges geändert, wie ich gesehen habe. Ich denke, die Ratings werden mehr an Bedeutung gewinnen, wenn sie auch wirklich seriös gemacht werden.

Auch gemäss dieser Rangliste von S&P war Dexia noch auf Rang 2.

Na, dann ist ja alles paleti! :roll:

Bullish
Bild des Benutzers Bullish
Offline
Zuletzt online: 18.09.2014
Mitglied seit: 27.03.2007
Kommentare: 2'932
GIABO: Global Insurection Against Banker Occupation

Ramon Lull wrote:

equity holder wrote:
Hallo Zusammen

Genau in einer Lage, wo man den Banken an Mittel verlieren ist die EK vorallem in der Rezession extrem wichtig. Ich habe schnell noch einen kleinen Artikel bezüglich der UBS und Credit Suisse gefunden, für den, den es interessiert:

http://www.conviva-plus.ch/index.php?page=160

Ich durchstöbere nun noch einige Berichte und gehe dann schlafen, bei dem kühlen Wetter in Zürich. Denn bezüglich Rating, hat sich einiges geändert, wie ich gesehen habe. Ich denke, die Ratings werden mehr an Bedeutung gewinnen, wenn sie auch wirklich seriös gemacht werden.

Auch gemäss dieser Rangliste von S&P war Dexia noch auf Rang 2.

Na, dann ist ja alles paleti! :roll:

Die Eigenkapitalhöhe ist im Verhältnis zu der Qualität der Aktiva zu sehen. Wenn Staatsanleihen fallen, aber es für diese gemäss EigenkapitalGEWICHTUNGSvorschriften kein Eigenkapital braucht, dann ist klar, was mit den Banken passiert, die Staatsanleihen haben, wenn Staatsanleihen sinken.

Wink

Für jene, die sich mit den Bilanzierungsvorschriften nicht auskennen:

Nicht jedes Aktiva verlangt gleich viel Eigenkapital.

MarcusFabian
Bild des Benutzers MarcusFabian
Offline
Zuletzt online: 18.11.2016
Mitglied seit: 19.05.2006
Kommentare: 16'379
GIABO: Global Insurection Against Banker Occupation

Bullish wrote:

Für jene, die sich mit den Bilanzierungsvorschriften nicht auskennen:

Nicht jedes Aktiva verlangt gleich viel Eigenkapital.

Kurz zur Erklärung:

http://www.cash.ch/node/4189#comment-262632

Ramon Lull
Bild des Benutzers Ramon Lull
Offline
Zuletzt online: 19.08.2015
Mitglied seit: 07.04.2009
Kommentare: 149
GIABO: Global Insurection Against Banker Occupation

Bullish wrote:

Für jene, die sich mit den Bilanzierungsvorschriften nicht auskennen:

Nicht jedes Aktiva verlangt gleich viel Eigenkapital.

Bilanzierungsvorschriften für Banken braucht es nur solange Banken (irrtümlicherweise) als TBTF angesehen werden. Andernfalls sorgen doch Management, Verwaltungsräte und Aktionäre aus eigenem Interesse dafür, dass Ihre Bilanzen risiko- und termingerecht strukturiert bleiben.

Das Problem sind nicht die Bilanzierungsvorschriften für Banken der BIZ und der nationalen Bankenausfsichtsbehörden, sondern die Tatsache, dass die meisten Banken von Regierungen immer noch als TBTF angesehen werden und deshalb der "Moral Hazard" völlig ausgehebelt bleibt.

Bullish
Bild des Benutzers Bullish
Offline
Zuletzt online: 18.09.2014
Mitglied seit: 27.03.2007
Kommentare: 2'932
GIABO: Global Insurection Against Banker Occupation

Ramon Lull wrote:

Bullish wrote:

Für jene, die sich mit den Bilanzierungsvorschriften nicht auskennen:

Nicht jedes Aktiva verlangt gleich viel Eigenkapital.

Bilanzierungsvorschriften für Banken braucht es nur solange Banken (irrtümlicherweise) als TBTF angesehen werden. Andernfalls sorgen doch Management, Verwaltungsräte und Aktionäre aus eigenem Interesse dafür, dass Ihre Bilanzen risiko- und termingerecht strukturiert bleiben.

Das Problem sind nicht die Bilanzierungsvorschriften für Banken der BIZ und der nationalen Bankenausfsichtsbehörden, sondern die Tatsache, dass die meisten Banken von Regierungen immer noch als TBTF angesehen werden und deshalb der "Moral Hazard" völlig ausgehebelt bleibt.

Sehe ich nicht so. Das ist kein "Moral Hazard" sondern der Zwang, mitzutanzen, weil man als Bank sonst sowieso einpacken könnte. Wenn ein Fussballspiel 90 Minuten dauert, kann man nicht nach 50 Minuten aufhören zu spielen, auch wenn man vernünftigerweise weiss, dass das längerfristig für den Körper besser wäre, denn sonst verliert man jedes Spiel.

Der institutionelle Rahmen für die Banken setzen nun mal die Notenbanken und die Politik und die Politiker wissen genau, dass sie ohne TBTF Banken dann wieder höhere Zinsen für Kredite zahlen oder Steuern erhöhen müssten. Die Steuern können nicht mehr erhöht werden, ohne dass gleich noch stärkerer deflationärer Druck entstünde (Laffer).

Die Banken sind in Schwierigkeiten, weil sie wegen den maroden Staaten (Staatsanleihen fallen) Eigenkapital verlieren. Die Staaten retten mit den Bankenrettungen nicht die Banken sondern sich selber.

equity holder
Bild des Benutzers equity holder
Offline
Zuletzt online: 08.01.2013
Mitglied seit: 24.07.2009
Kommentare: 2'841
GIABO: Global Insurection Against Banker Occupation

Bullish wrote:

Die Banken sind in Schwierigkeiten, weil sie wegen den maroden Staaten (Staatsanleihen fallen) Eigenkapital verlieren. Die Staaten retten mit den Bankenrettungen nicht die Banken sondern sich selber.

Gut getroffen mit diesen Sätzen. Ein Zwischenstück der ganzen Kette und bricht dieses, hält Sie nicht mehr.

Wer nach vorne schauen will, muss erst mal zurück schauen:



http://www.youtube.com/watch?v=wdzzYkAfpDU

weico
Bild des Benutzers weico
Offline
Zuletzt online: 20.07.2015
Mitglied seit: 16.11.2007
Kommentare: 4'550
GIABO: Global Insurection Against Banker Occupation

equity holder wrote:

Bullish wrote:

Die Banken sind in Schwierigkeiten, weil sie wegen den maroden Staaten (Staatsanleihen fallen) Eigenkapital verlieren. Die Staaten retten mit den Bankenrettungen nicht die Banken sondern sich selber.

Gut getroffen mit diesen Sätzen. Ein Zwischenstück der ganzen Kette und bricht dieses, hält Sie nicht mehr.

...und je mehr man die Kette zu flicken versucht ,desto bruchanfälliger wird Diese.

Fazit:

NEUE KETTE !

weico

MarcusFabian
Bild des Benutzers MarcusFabian
Offline
Zuletzt online: 18.11.2016
Mitglied seit: 19.05.2006
Kommentare: 16'379
GIABO: Global Insurection Against Banker Occupation

Bullish wrote:

Sehe ich nicht so. Das ist kein "Moral Hazard" sondern der Zwang, mitzutanzen, weil man als Bank sonst sowieso einpacken könnte.

Dem steht gegenüber, dass es durchaus Banken gab, die dieses Spiel nicht mitgemacht haben und die haben das nicht nur überlebt sondern stehen nun besser da als jemals zuvor. Nicht zuletzt, weil sie Kunden/Gelder von den grossen Zombi-Banken übernommen haben.

Bullish
Bild des Benutzers Bullish
Offline
Zuletzt online: 18.09.2014
Mitglied seit: 27.03.2007
Kommentare: 2'932
GIABO: Global Insurection Against Banker Occupation

MarcusFabian wrote:

Bullish wrote:

Sehe ich nicht so. Das ist kein "Moral Hazard" sondern der Zwang, mitzutanzen, weil man als Bank sonst sowieso einpacken könnte.

Dem steht gegenüber, dass es durchaus Banken gab, die dieses Spiel nicht mitgemacht haben und die haben das nicht nur überlebt sondern stehen nun besser da als jemals zuvor. Nicht zuletzt, weil sie Kunden/Gelder von den grossen Zombi-Banken übernommen haben.

Prinzipiell hängen alle Banken da drin, auch wenn sie konservativ waren, das ist ja der Fluch.

Reine Vermögensverwalter, die die Kundengelder in Anlagen stecken und selbst keinen Eigenhandel betreiben, müssten gut dastehen - ihre Kunden nach dem Knall dann weniger.

Banken, die Kredite vergeben, würde ein Knall aber so oder so treffen; auch solide scheinende Banken wie Raiffeisen, KBen, etc.

Läuft's dumm, gehen deren Schuldner auch unter Wasser.

..

Das Problem mit dem "Moral Hazard" gibt es natürlich schon, aber das ist eine Stufe weniger systemgefährdend.

Dann gibt es noch all die Betrüger.

melchior
Bild des Benutzers melchior
Offline
Zuletzt online: 07.06.2017
Mitglied seit: 11.08.2011
Kommentare: 696
GIABO: Global Insurection Against Banker Occupation

Bullish wrote:

Das Problem mit dem "Moral Hazard" gibt es natürlich schon, aber das ist eine Stufe weniger systemgefährdend.

Dann gibt es noch all die Betrüger.

Der Begriff, "Moral Hazard" ist mir neu.

Hab folgende Formulierung im Wikipedia, gefunden:

Moral Hazard droht, wenn es einen Widerspruch gibt zwischen dem,

was für das Kollektiv, und dem, was für das Individuum vernünftig ist.

Sind wir nicht schon lange mitten drin???

Wie das finanztechnisch funktionieren soll, ist mir aber nicht ganz klar geworden.

:oops:

Bullish
Bild des Benutzers Bullish
Offline
Zuletzt online: 18.09.2014
Mitglied seit: 27.03.2007
Kommentare: 2'932
GIABO: Global Insurection Against Banker Occupation

weico wrote:

equity holder wrote:
Bullish wrote:

Die Banken sind in Schwierigkeiten, weil sie wegen den maroden Staaten (Staatsanleihen fallen) Eigenkapital verlieren. Die Staaten retten mit den Bankenrettungen nicht die Banken sondern sich selber.

Gut getroffen mit diesen Sätzen. Ein Zwischenstück der ganzen Kette und bricht dieses, hält Sie nicht mehr.

...und je mehr man die Kette zu flicken versucht ,desto bruchanfälliger wird Diese.

Fazit:

NEUE KETTE !

Wie sollte denn die aussehen?

Ein grosser Teil der *Vermögen* sind rein durch das ständige Absenken der Zinsen entstanden. Das führte zu den hohen Preisen und den niedrigen Renditen.

D.h. ab jetzt können Vermögen fast nur noch aus Innovation entstehen.

Die Innovation kommen aus Uni-Spinnoffs über Risikokapital, das entweder ein Flop wird oder es schafft. Wenn Innovatoren entweder Gewinne erzielen können oder bestehende Marktanteile von Konzernen gefährden, werden die dann von den Konzernen übernommen, für die dies rentabel ist, weil sie sich günstiger refinanzieren können. Die Innovation wird aber nicht von den Konzernen (ausser in ihren Kernbereichen) ausgehen, weil dies ein ungewisser Kapitaleinsatz bedeutete, für volatilere Ergebnisse sorgte und so die Refinanzierung verteuerte.

Mit der Innovation ist es ja auch so eine Sache, sie kann auch Preise alter Produkte gefährden und so ganze Branchen zerstören. Nur so würde aber die zunehmende Staatsverschuldung a la Japan bewältigt werden können (wobei sich die Japaner immerhin etwas aus ihren Problemen raus exportieren).

Wir hätten dann wieder die gewohnten kurzschwingenden Boom-Bust-Zyklen bei zunehmender Staatsverschuldung. (Japan hat doch auch schon einen solchen Verlauf)

Einzig die Produktivität einzelner privater Sektoren würde den Vollsozialismus verhindern.

...

Eine andere Option wäre der massive Staatsausgabenabbau, vorallem von Ausgaben, die unter der Rubrik der Vetternwirtschaft laufen (also fast alle Ausgaben betreffen). Ohne Revolution scheint mir das aber nicht wahrscheinlich.

Bullish
Bild des Benutzers Bullish
Offline
Zuletzt online: 18.09.2014
Mitglied seit: 27.03.2007
Kommentare: 2'932
GIABO: Global Insurection Against Banker Occupation

melchior wrote:

Moral Hazard droht, wenn es einen Widerspruch gibt zwischen dem,

was für das Kollektiv, und dem, was für das Individuum vernünftig ist.

Sind wir nicht schon lange mitten drin???

Wie das finanztechnisch funktionieren soll, ist mir aber nicht ganz klar geworden.

2 Beispiele:

http://de.wikipedia.org/wiki/Moral_Hazard#Wirtschaftskrisen

Ramon Lull
Bild des Benutzers Ramon Lull
Offline
Zuletzt online: 19.08.2015
Mitglied seit: 07.04.2009
Kommentare: 149
GIABO: Global Insurection Against Banker Occupation

Bullish wrote:

Die Banken sind in Schwierigkeiten, weil sie wegen den maroden Staaten (Staatsanleihen fallen) Eigenkapital verlieren. Die Staaten retten mit den Bankenrettungen nicht die Banken sondern sich selber.

Nein, die Banken sind in Schwierigkeiten, weil wir seit ca. 10 Jahren negative Realzinsen haben, sprich eine viel zu lockere Geldpolitik in den USA (und UK).

Das hat zu riesigen Immobilienblasen in USA, UK und v.a. Ländern sowie einem weltweiten Volumen von illusorischen CDO's in Höhe von 1.5 Billionen US$ im Jahr 2005 (dem Höchststand ausstehender CDO's) geführt. Diese stehen heute zum grossen Teil massiv unter Wasser und mittlerweile zum grossen Teil in der Bilanz der FED, trotz der Tatsache, dass diese CDO's fast alle AAA gerated waren und so als Sicherheiten in den Bilanzen der Banken standen und entsprechend belehnt wurden. Ausserdem haben wir heute ein weltweites Volumen von OTC Derivaten von 600 Billionen Dollar jährlich, was dem 10-fachen globalen BSP entspricht - das meiste davon steht nicht in den Bilanzen der Banken und die damit verbundenen Risiken überblickt kaum noch jemand.

Seit spätestens 2008 sind die meisten Banken der Welt bankrott, sprich insolvent und nur noch am Leben, weil die Banken seit 2007 Ihre Aktiven nicht mehr "mark-to-market" mässig bewerten müssen, sondern nur noch gemäss "mark-to-model". Das ist ein Witz.

Um sich zu helfen, haben die Banken kurzerhand Staatspapieren (und damit souveränen Staaten) den Krieg erklärt. Und bis jetzt ist die Rechnung ja voll aufgegangen. TARP, EFSF, ESM etc sind alles nur Instrumente um Banken zu re-kapitalisieren. Den Staatshaushalten bringen diese Mittel gar nichts.

Griechenland, Portugal, Irland, Spanien, USA, UK etc hatten doch schon seit Jahren riesige Probleme mit ihren strukturellen Defiziten und deshalb wachsenden Schulden. Akut ist das jetzt nur geworden, weil die Banken dringend Kapital brauchen und keiner mehr in Banken investieren will. Also versteckt man das ganze als TARP, EFSF, ESM etc. Den EFSF will man jetzt auch noch hebeln. Das wird immer besser.

Aber das Volk beginnt langsam zu verstehen. Wenn es einmal verstanden hat, wird eine blutige Revolution folgen, von der sich niemand wird verstecken können.

Ramon Lull
Bild des Benutzers Ramon Lull
Offline
Zuletzt online: 19.08.2015
Mitglied seit: 07.04.2009
Kommentare: 149
GIABO: Global Insurection Against Banker Occupation

Von "Moral Hazard" spricht man in der Finanzwirtschaft wenn eine Partei von den negativen Konsequenzen ihres Handelns verschont bleibt, wie das bei den TBTF Banken der Fall ist. Gewinne werden privatisiert, Verluste sozialisiert. Der Akteur trägt m.a.W. kein eigenes Risiko und verhält sich deshalb insgesamt irrational, aber für ihn selber rational. Klassisches "principal/agent" Problem. So lange Banken irrtümlicherweise als TBTF angesehen werden, werden sie sich aus Sicht der Eigentümer (heute ja oft Staaten) weiterhin irrational verhalten und alleine Ihre Boni maximieren (anstatt den Wert der Aktien), weil sie wissen, dass sie im Falle eines Konkurses vom Staat gerettet werden.

http://en.wikipedia.org/wiki/Moral_Hazard

weico
Bild des Benutzers weico
Offline
Zuletzt online: 20.07.2015
Mitglied seit: 16.11.2007
Kommentare: 4'550
GIABO: Global Insurection Against Banker Occupation

Ramon Lull wrote:

Aber das Volk beginnt langsam zu verstehen.

Wäre ja schön,wenn langsam damit begonnen würden, aber..

...haben wohl noch etwas Mühe damit..

Lol :oops:

weico

CrashGuru
Bild des Benutzers CrashGuru
Offline
Zuletzt online: 21.07.2017
Mitglied seit: 21.11.2008
Kommentare: 2'264
Gier, Gewissenlos, Asozial

Für meinen Geschmack gibt es noch zuviel Verständnis für "die Banken".

Anlage b vor c lesen.

Und unbedingt auch die Zeitabläufe beachten :!:

Nicht alle sind Bankster, aber noch zu viele. Es handelt sich bei der CAM um eine Bank, die mitten in der grössten Bauboom-Zone liegt (Alicante, Costa Blanca). Interessant die Verbindung zur Regierung in Valencia mit Ex-Minister Camps, immerhin viele Jahre Ministerpräsident der Region Valencia.

Dieser ist auch angeklagt in der Correa-Affäre resp. Affäre-Gürtel. Der wohl grösste Korruptionsfall in Spanien. Überigens viele PP-Parteimitglieder die seit der Aznar-Zeit hohe Posten innehaben.

Die Verbindung mit dem als ein einfacher Stadtrat der spanischen Kleinstadt Majadahonda Ende 2007 den schillernden Unternehmer Francisco Correa anzeigte, löste er einen der spektakulärsten Korruptionsfälle aus, die Spanien je gesehen hat. Correa soll jahrelang öffentliche Gelder in Millionenhöhe von Behördenmitgliedern des konservativen Partido Popular kassiert haben – für Aufträge, die es gar nie gab.

In diesen Tagen kommen nun nach langwierigen Ermittlungen die Hintergründe der «Affäre Gürtel», wie der Fall in Spanien mit dem deutschen Wort für Correa bezeichnet wird, ans Licht. Correa, so schreibt die Zeitung «La Razon», hielt sich Hintermänner in Miami, Panama, auf der Isle of Man, auf den Antillen – und in Genf.

Dort sorgte ein Anwalt mit dem Namen Arturo Giancarlo Fasana dafür, dass Correas schmutzige Gelder sicher gelagert wurden. Mehr als 300 Millionen Euro soll Fasana gewaschen haben. Unter anderem soll Fasana über eine Holding mit dem Namen Ol Jogi 14 Millionen Euro in ein Anwesen in Kenia investiert haben, wie die spanische «Interviu» schreibt. Ein ganzes Dutzend Unternehmen soll der Schweizer betrieben haben, um die Gelder Correas zu verwalten. Er ist nun wegen Geldwäscherei angeklagt worden.

Hier ein Ausschnitt aus Wikipedia

Valencia

Francisco Camps, der Ministerpräsident der Region Valencia, trat in Folge der Affäre 2011 von seinem Amt zurück.

Auch in der Region Valencia hatte der Fall Auswirkungen. Schon bald wurde bekannt, dass der regionale Ministerpräsident Francisco Camps gemäß den Ermittlungen Garzóns Geschenke in Form teurer Anzüge und anderer Kleidungsstücke von Correa und anderen Mittätern erhalten hatte. Garzón warf zudem dem PP-Generalsekretär in der Region Valencia und Fraktionschef im regionalen Parlament, Ricardo Costa, sowie weiteren hochrangigen Parteimitgliedern eine Verwicklung in die Affäre vor.[16] Nachdem Camps zunächst erklärt hatte, die Anzüge selbst bezahlt zu haben, gestand er später das Geschenk ein, gab jedoch an, dafür keine Gegenleistung gebracht zu haben.

melchior
Bild des Benutzers melchior
Offline
Zuletzt online: 07.06.2017
Mitglied seit: 11.08.2011
Kommentare: 696
GIABO: Global Insurection Against Banker Occupation

Ramon Lull wrote:

Aber das Volk beginnt langsam zu verstehen. Wenn es einmal verstanden hat, wird eine blutige Revolution folgen, von der sich niemand wird verstecken können.

Ramon Lull, interessante Beiträge.

Das mit der blutigen Revolution, das befürchte ich auch.

Nicht morgen.

Aber die Folgen und Konsequenzen werden gravierend sein.

Doch ist das Kapitel erst eröffnet. Und so wird es sehr entscheidend sein, wie sich die Stimmung der Masse entwickelt.

Was oder wer, oder welche Gedanken werden sich durchsetzen.

Theoretisch lässt sich die gegenwärtige Lage, lösen.

Doch würde das einen drastischen Einschnitt erfordern.

Einer, bei dem alle verlieren würden. Oder alle müssten einen sehr grossen Beitrag bezahlen, um es anders zu formulieren.

Setzt sich die Stimmung durch, dass das Individuum eben in den sauren Apfel beissen muss, zugunsten des Kollektivs.

(und zugunsten der Zukunft, welche ja Teil des Kollektivs ist. Wir sind Herdentiere der 3. Dimension)

Allenfalls eine WährungsRevisionRevolution könnte eine echte Revolution noch verhindern.

Lustig würd das nicht. Aber es wäre lustiger als Mord und Todschlag.

es geht um die Moral bei Moral Hazard :?

Die Zukunft kann etwas sehr Gutes sein, wenn das Kollektiv das so will.

Das Individuum hat seine Zeit gehabt. The Party is over. Jetzt heissts aufräumen.

Los.....ihr Hirnzellen der Massen, heraus aus den Federn, genug gedöst, genug gefeiert. Es gibt viel zu tun. Wir müssten diese Planeten sanieren und unsere Ziele neu definieren, wenn es weitergehen soll.

Sonst wird es in Bälde sehr ernst. :?

Bullish
Bild des Benutzers Bullish
Offline
Zuletzt online: 18.09.2014
Mitglied seit: 27.03.2007
Kommentare: 2'932
GIABO: Global Insurection Against Banker Occupation

Ramon Lull wrote:

Bullish wrote:

Die Banken sind in Schwierigkeiten, weil sie wegen den maroden Staaten (Staatsanleihen fallen) Eigenkapital verlieren. Die Staaten retten mit den Bankenrettungen nicht die Banken sondern sich selber.

Nein, die Banken sind in Schwierigkeiten, weil wir seit ca. 10 Jahren negative Realzinsen haben, sprich eine viel zu lockere Geldpolitik in den USA (und UK).

Das widerspricht sich doch nicht. Schlussendlich sind die Staaten wegen der tiefen Zinsen zu ihren grossen Schulden gekommen, weil sie sich so günstig refinanzieren können.

Die tiefen Zinsen für die Refinanzierung beim FED führten doch dazu, dass alles aufgekauft und wieder beliehen wurde, was dazu führen muss, dass die Preise steigen und somit die Renditen sinken.

Jetzt geht es nicht mehr weiter und ohne die neuen Bilanzierungskünste, die natürlich ein Witz aber auch nötig sind, wäre alles längst zusammen geklappt.

Ich weiss es natürlich nicht, aber vermute mal, die Politik hat dieses Problem so dermassen unterschätzt, dass es gar keine Idee gab, was man machen sollte.

Deshalb wurde lediglich ein Zeitfenster geöffnet.

Ohne Zeitfenster hätten wir schon längst den deflationären Kollaps gesehen, der praktisch alles, was nicht auf Subsistenzwirtschaft beruht, mit sich gerissen hätte.

Wie hätte sich irgendeine Geschäftsbank diesem Strudel entziehen können? Irgendwann wird auch die beste Bank von den Gegenparteirisiken erfasst.

MarcusFabian
Bild des Benutzers MarcusFabian
Offline
Zuletzt online: 18.11.2016
Mitglied seit: 19.05.2006
Kommentare: 16'379
GIABO: Global Insurection Against Banker Occupation

Bullish wrote:

Ohne Zeitfenster hätten wir schon längst den deflationären Kollaps gesehen, der praktisch alles, was nicht auf Subsistenzwirtschaft beruht, mit sich gerissen hätte.

Einverstanden. Nur die aktuelle Lösung ist keine. Es wird auf Zeit gespielt und gleichzeitig die Fallhöhe erhöht.

Statt 2008 bekommen wir den deflationären Kollaps halt 2012, dafür allerdings weitaus dramatischer, weil jetzt auch Staaten und nicht nur Banken, kollabieren werden.

Ist das sinnvoll?

MarcusFabian
Bild des Benutzers MarcusFabian
Offline
Zuletzt online: 18.11.2016
Mitglied seit: 19.05.2006
Kommentare: 16'379
Willkommen in der Bananenrepublik USA

JPMorgan Chase Donates $4.6 Million To NYPD During #OWS Protests

http://ology.com/politics/jpmorgan-chase-donates-46-million-nypd-during-ows-protests

---

Gehört das nicht auch in die Sparte "Moral Hazard"?

Banken geben Geld aus, das sie von den Bürgern ergaunert haben, um sich vor eben jenen Bürgern zu schützen!?

Bullish
Bild des Benutzers Bullish
Offline
Zuletzt online: 18.09.2014
Mitglied seit: 27.03.2007
Kommentare: 2'932
GIABO: Global Insurection Against Banker Occupation

Ramon Lull wrote:

Um sich zu helfen, haben die Banken kurzerhand Staatspapieren (und damit souveränen Staaten) den Krieg erklärt. Und bis jetzt ist die Rechnung ja voll aufgegangen. TARP, EFSF, ESM etc sind alles nur Instrumente um Banken zu re-kapitalisieren. Den Staatshaushalten bringen diese Mittel gar nichts.

Ab hier bin ich nicht mehr einverstanden. Natürlich sind dies alles Bankenrettungsinstrumente. Aber wieso bringen sie den Staatshaushalten nichts? Das Bankensystem kann nicht von den Staaten getrennt werden, das sind Geschwister.

Denn die Alternative wäre doch der Haircut. Nur sind doch nicht die Banken die einzigen Gläubiger und die Banken selbst haben auch Gläubiger. Die Gläubigerketten sind ja lang, das ist das kompliziert. Wir alle sind auch in dieser Kette. Auch jeder von uns hat Schulden, ich z.B. für jeden Vertrag, der eine Kündigungsfrist hat. Das muss ich noch alles bezahlen auch wenn meine Assets auf Null fallen und meine Konten gefroren werden.

Ramon Lull wrote:

Griechenland, Portugal, Irland, Spanien, USA, UK etc hatten doch schon seit Jahren riesige Probleme mit ihren strukturellen Defiziten und deshalb wachsenden Schulden. Akut ist das jetzt nur geworden, weil die Banken dringend Kapital brauchen und keiner mehr in Banken investieren will. Also versteckt man das ganze als TARP, EFSF, ESM etc. Den EFSF will man jetzt auch noch hebeln. Das wird immer besser.

"Hebeln" heisst ja nichts anderes, als dass das Eigenkapital die Schwankungen (später Ausfälle) ausgleichen müssen kann.

Das Problem, das die Banken haben, wird bald die ganze Wirtschaft erfassen. Gläubiger werden bald Aktionäre machen, die ausstehenden Schulden sind einfach zu gross.

Im Grunde sind die Bankenrettungen nichts anderes. Man könnte auch die Bankkunden in Aktionäre wandeln, wenn nun der Staat dies als deren Repräsentant macht, ist das vergleichbar, gefriert aber nicht das ganze System.

Ramon Lull wrote:

Aber das Volk beginnt langsam zu verstehen. Wenn es einmal verstanden hat, wird eine blutige Revolution folgen, von der sich niemand wird verstecken können.

Das Volk versteht es eben gerade nur teilweise, leider nicht ausreichend genug und wird so blinde Wut entwickeln. Historiker werden rückblickend wieder nicht verstehen, was passiert ist. Die Frage, die dann wieder gestellt wird, lautet: "Wie konnte dass Volk nur so blind den Parolen von [Demagoge] folgen und [Gruppe(n) von Menschen] in Lagern zusammentreiben und industriell vernichten"?

Ramon Lull
Bild des Benutzers Ramon Lull
Offline
Zuletzt online: 19.08.2015
Mitglied seit: 07.04.2009
Kommentare: 149
GIABO: Global Insurection Against Banker Occupation

Bullish wrote:

Ramon Lull wrote:
Bullish wrote:

Die Banken sind in Schwierigkeiten, weil sie wegen den maroden Staaten (Staatsanleihen fallen) Eigenkapital verlieren. Die Staaten retten mit den Bankenrettungen nicht die Banken sondern sich selber.

Nein, die Banken sind in Schwierigkeiten, weil wir seit ca. 10 Jahren negative Realzinsen haben, sprich eine viel zu lockere Geldpolitik in den USA (und UK).

Das widerspricht sich doch nicht. Schlussendlich sind die Staaten wegen der tiefen Zinsen zu ihren grossen Schulden gekommen, weil sie sich so günstig refinanzieren können.

Ich glaube du zäumst den Karren vor den Gaul. Wegen den grossen Schulden haben wir tiefe Zinsen, speziell jetzt, wo durch 'Quantitative Easing' in USA und UK die Zinsen durch die künstliche Nachfrage der Zentralbanken tief gehalten werden. Warum eigentlich? Warum lässt man nicht den Markt die Zinsen bestimmen? Wo blieben dann die Deflation und die Wechselkurse?

Die grossen Schulden in den Defizitländern haben nichts mit den Zinsen zu tun, sonder mit einem Versagen der (Steuer-)Politik, und ein paar teuren und unmoralischen Kriegen (Irak, Afghanistan, Libyen etc).

MarcusFabian
Bild des Benutzers MarcusFabian
Offline
Zuletzt online: 18.11.2016
Mitglied seit: 19.05.2006
Kommentare: 16'379
GIABO: Global Insurection Against Banker Occupation

Bullish wrote:

Historiker werden rückblickend wieder nicht verstehen, was passiert ist. Die Frage, die dann wieder gestellt wird, lautet: "Wie konnte dass Volk nur so blind den Parolen von [Demagoge] folgen und [Gruppe(n) von Menschen] in Lagern zusammentreiben und industriell vernichten"?

Nicht unbedingt. Auch 1776 begann die Opposition gegen die Briten unkoordiniert und "aus dem Volk heraus" und das Ergebnis war die wohl bemerkenswerteste Nation, die unser Planet je gesehen hat.

Es geht aktuell ja auch nicht darum, den Kapitalismus abzuschaffen (auch wenn logischer Weise jetzt alle Kommunisten aus ihren Löchern gekrochen kommen). Aber der Kapitalismus hat in den letzten Jahren übertrieben. Der Sündenfall liegt in der Abschaffung der Gesetze und Regeln, die lange Zeit ein Überborden verhindert haben. Namentlich z.B. Glass Steagall II und andere Regularien, die von der Wallstreet bzw. deren Polit-Marionetten im Laufe der letzten 30 Jahre Stein für Stein demontiert wurden.

Vielleicht wäre es an der Zeit, einen eigenen Thread zum Thema "Occupy Wallstreet", "American Revolution", oder so zu eröffnen.

Oder wir verwenden weiterhin diesen Thread, um die aktuelle US Protestbewegung zu diskutieren, falls der Initiator dieses Threads, Ramon Lull, damit einverstanden ist.

Ramon, wie siehst Du das?

Bullish
Bild des Benutzers Bullish
Offline
Zuletzt online: 18.09.2014
Mitglied seit: 27.03.2007
Kommentare: 2'932
GIABO: Global Insurection Against Banker Occupation

MarcusFabian wrote:

Bullish wrote:

Ohne Zeitfenster hätten wir schon längst den deflationären Kollaps gesehen, der praktisch alles, was nicht auf Subsistenzwirtschaft beruht, mit sich gerissen hätte.

Einverstanden. Nur die aktuelle Lösung ist keine. Es wird auf Zeit gespielt und gleichzeitig die Fallhöhe erhöht.

Statt 2008 bekommen wir den deflationären Kollaps halt 2012, dafür allerdings weitaus dramatischer, weil jetzt auch Staaten und nicht nur Banken, kollabieren werden.

Ist das sinnvoll?

Nach dem "Sinn" haben schon ganz andere als wir gesucht.

Es ist doch nur logisch, dass die Fallhöhe jeder Zivilisation zunimmt, je weiter sich die Zivilisation entwickelt.

Bakterien Populationen:

Jeder "Rettungsversuch" treibt weitere Blüten, die dann zu welken beginnen.

Zuletzt konnten plötzlich "Arme" eigene Häuser erhalten. Dass viele dieser Häuser nun zerfallen, wo sie doch da sind, ist schlussendlich genau so ein "Polikversagen", wie die Ursachen dafür, dass sie überhaupt gebaut wurden.

Ramon Lull
Bild des Benutzers Ramon Lull
Offline
Zuletzt online: 19.08.2015
Mitglied seit: 07.04.2009
Kommentare: 149
GIABO: Global Insurection Against Banker Occupation

Bullish wrote:

Natürlich sind dies alles Bankenrettungsinstrumente. Aber wieso bringen sie den Staatshaushalten nichts?

Weil das Geld nicht dazu verwendet wird die Staatsschulden zurück zu zahlen oder gar direkt in die Staatshaushalte fliesst. Das Geld wird dazu verwendet, den Banken Liquidität und Kapital zur Verfügung zu stellen. Sarkozy hat schon angemeldet, dass er den EFSF anzapfen will um französische Banken zu re-kapitalisieren.

Die Spreads auf griechischen, irischen, portugiesischen, spanischen und italienischen Anleihen werden davon nicht kleiner werden.

Die werden erst reduziert, wenn diese Länder ihre Defizite massgeblich abbauen. Das sieht man ja jetzt mit der Troika in Griechenland

Bullish wrote:

Denn die Alternative wäre doch der Haircut.

Die Renditen auf Griechischen 1 und 2 Jahres Anleihen ist meines Wissens bereits über 100%! Der Markt hat den Haircurt schon lange vorweg genommen. Nur in den Bankbilanzen ist dieser noch nicht angekommen. Deshalb die Rettungsschirme für die Banken.

Bullish wrote:

"Hebeln" heisst ja nichts anderes, als dass das Eigenkapital die Schwankungen (später Ausfälle) ausgleichen müssen kann.

Hebeln heisst, dass der Staat sein Risiko als "Investor" in den Banken erheblich vergrössert, sprich den Banken noch mehr Kapital zur Verfügung stellt mit welchem sie - wegen fehlendem 'Moral Hazard' - auf unsere Kosten spekulieren können, ohne selber irgendwelche Risiken zu tragen. Die Ursache des Problems wird als Lösung herangezogen. Das zeugt nicht von grosser Intelligenz.

Bullish wrote:

Das Problem, das die Banken haben, wird bald die ganze Wirtschaft erfassen. Gläubiger werden bald Aktionäre machen, die ausstehenden Schulden sind einfach zu gross.

Richtig, die Schulden sind zu gross. Schulden kann man auf drei Arten abbauen:

1. Durch Wirtschaftswachstum. Aber ohne weitere Expansion des globalen Kreditvolumens ist dies unmöglich und deshalb keine Lösung.

2. Durch Schuldenerlass/ -schnitt. Das wäre theoretisch ein Ansatz, aber ob China, die Erdölstaaten, Deutschland etc. so etwas zustimmen würden ist fraglich. Weshalb sollten sie auch?

3. Inflation: Die Geldmenge wird einfach übermässig erweitert dadurch verlieren die Währungen, und damit auch die Schulden, real an Wert. Ausserdem muss der Gläubiger hierzu nicht zustimmen. Das ist die Geldpolitik der USA und UK seit ca. 2000. Darum die Immobilienblasen und die signifikante Abwertung des US$ und des £ seither. Seit ca. 2008 ist dies übrigens auch die Geldpolitik der EZB und der SNB. Darum die Immobilienblase die sich in der CH gerade aufbläht.

Bullish wrote:

Das Volk versteht es eben gerade nur teilweise, leider nicht ausreichend genug und wird so blinde Wut entwickeln. Historiker werden rückblickend wieder nicht verstehen, was passiert ist. Die Frage, die dann wieder gestellt wird, lautet: "Wie konnte dass Volk nur so blind den Parolen von [Demagoge] folgen und [Gruppe(n) von Menschen] in Lagern zusammentreiben und industriell vernichten"?

Richtig, die Ursache für den 2. Weltkrieg (und z.B. die Französische Revolution) war genau gleich: Eine Hyperinflation, von (Zentral-)Banken durch übermässige Spekulation herbeigeführt.

"The few who understand the system, will either be so interested from it's profits or so dependant on it's favors, that there will be no opposition from that class." Rothschild Brothers of London, 1863

bengoesgreen
Bild des Benutzers bengoesgreen
Offline
Zuletzt online: 24.02.2013
Mitglied seit: 27.03.2008
Kommentare: 1'214
GIABO: Global Insurection Against Banker Occupation

Hast du nicht das Wichtigste vergessen Ramon?

4. Man bedient die Schulden nicht. aka Konkurs. Geordnet oder nicht ist die einzige Frage.

Greek bonds:

1Y: http://www.bloomberg.com/apps/quote?ticker=GGGB1YR:IND

2Y http://www.bloomberg.com/apps/quote?ticker=GGGB2YR:IND

3) Φιλαργυρία

melchior
Bild des Benutzers melchior
Offline
Zuletzt online: 07.06.2017
Mitglied seit: 11.08.2011
Kommentare: 696
GIABO: Global Insurection Against Banker Occupation

Ramon Lull wrote:

Die Renditen auf Griechischen 1 und 2 Jahres Anleihen ist meines Wissens bereits über 100%! Der Markt hat den Haircurt schon lange vorweg genommen. Nur in den Bankbilanzen ist dieser noch nicht angekommen. Deshalb die Rettungsschirme für die Banken.

Kürzlich hab ich irgendwo gelesen:

Ein Problem seien auch die Ausfallversicherungen auf griechischen Staatsanleihen.

Da sind sehr grosse Summen im Spiel und niemand weiss genau bei wem die Risiken liegen würden bei einem Haircut.

Ramon Lull
Bild des Benutzers Ramon Lull
Offline
Zuletzt online: 19.08.2015
Mitglied seit: 07.04.2009
Kommentare: 149
GIABO: Global Insurection Against Banker Occupation

MarcusFabian wrote:

Es geht aktuell ja auch nicht darum, den Kapitalismus abzuschaffen (auch wenn logischer Weise jetzt alle Kommunisten aus ihren Löchern gekrochen kommen). Aber der Kapitalismus hat in den letzten Jahren übertrieben. Der Sündenfall liegt in der Abschaffung der Gesetze und Regeln, die lange Zeit ein Überborden verhindert haben. Namentlich z.B. Glass Steagall II und andere Regularien, die von der Wallstreet bzw. deren Polit-Marionetten im Laufe der letzten 30 Jahre Stein für Stein demontiert wurden.

Richtig. Die Depression in der wir uns befinden hat nichts mit einem gescheiterten Kapitalismus zu tun. Nur gibt es leider nirgends auf dieser Welt einen reinen Kapitalismus. Selbst der amerikanische Kapitalismus ist weit davon entfernt, ein offener, liberaler und rein marktwirtschaftlicher Kapitalismus zu sein. Am allerwenigsten trifft dies übrigens auf die Banken zu. Die sind von einem marktwirtschaftlichen Kapitalismus am weitesten entfernt - und genau das ist das Problem!

MarcusFabian wrote:

Vielleicht wäre es an der Zeit, einen eigenen Thread zum Thema "Occupy Wallstreet", "American Revolution", oder so zu eröffnen.

Oder wir verwenden weiterhin diesen Thread, um die aktuelle US Protestbewegung zu diskutieren, falls der Initiator dieses Threads, Ramon Lull, damit einverstanden ist. Ramon, wie siehst Du das?

Ursprünglich wollte ich den ersten Beitrag in diesem Thread im 'Gold' Thread posten, habe dann aber fälschlicherweise einen neuen Thread eröffnet. Im Nachhinein finde ich das ok, wenngleich der Titel des Threads nicht viel aussagt. Aber ich glaube die Themen die wir hier besprechen betreffen nicht nur Amerika. Falls Du den Titel des Threads ändern kannst (oder kann ich das selber?) schlage ich "GIABO" als neuen Titel vor. "GIABO" ist ein Akronym von Max Keiser und steht für "Global Insurection Against Banker Occupation".

Seiten