Globale Marktsituation

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09.07.2008 22:57
#1
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Globale Marktsituation

Wie im SMI Thread angekündigt wage ich den Versuch eines zweiten Threads und hab in mal "Globale Marktsituation" genannt, gemäss Vorschlag Fritz im User Disput Thread.

Ich hoffe mit einem zweiten Thread werden wir den unterschiedlichen Bedürfnissen besser gerecht und erzeugen dadurch einen Mehrwert für die Forumsgemeinde.

Was ist hier erwünscht?

- wichtige Konjunturdaten und deren Ergebnisse

- wichtige Zahlen von Unternehmen

- relevante News (möglichst mit Quelle)

- Chartanalysen

- Markteinschätzungen (keine Einzeiler, möglichst gut begründet)

- Sektor- und Intermarketanalysen

Was ist hier nicht erwünscht?

- Daytrades, Optionen, doofe Fragen (doch es gibt sie!!!)

- Off-topic gequatsche

- Hurra rufe

- Bauchgefühle

- User dispute

Das ist mein Vorschlag ich kann die Liste auf Wunsch beliebig editieren. Ich hoffe natürlich, das gerade diejenigen, die sich immer beschweren sich hier einsetzten werden und das die Mods zumindest in diesem Thread gnadenlos löschen was nicht erwünscht ist!

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„Alles was die Sozialisten vom Geld verstehen, ist die Tatsache, dass sie es von anderen haben wollen.“



Konrad Adenauer
24.02.2013 09:49
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safe assets

Safe debts – or what is often called information insensitive assets, as they do not suffer from the types of financial frictions that are characteristic to other financial assets – play a major role in facilitating transactions for institutional investors. And, as we have learned in the recent years, they also play a major role in triggering financial crises when they loose their safety status and turn into information sensitive assets. As central bankers start backpedalling on their commitments to increase the supply of safe assets and start worrying about the negative effects of the “search for yield”, there has been a renewed discussion in the blogosphere about the role of safe assets and whether they remain in short supply.

http://www.bruegel.org/nc/blog/detail/article/1023-blogs-review-the-safe...

13.02.2013 21:10
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Die Welt zerfällt in bilaterale Freihandelszonen

In seiner "State of the Union"-Rede gab US-Präsident Barack Obama grünes Licht für Verhandlungen mit der EU über den Abbau von Zöllen und Handelsschranken.

Das angestrebte Zusammengehen der beiden grössten Wirtschaftsräume der Welt mit rund 50 Prozent des Bruttoinlandsproduktes und einem Drittel des Welthandelsvolumens wäre eine entscheidende Wende in der internationalen Handelspolitik. Denn vor allem die EU hatte in den vergangenen Jahren eher auf den Abschluss des multilateralen Doha-Welthandelsabkommen gesetzt. Jetzt akzeptieren die Europäer offenbar eine unaufhaltsame Entwicklung: Die Welt zerfällt in lauter bilaterale Freihandelsabkommen.

Andere Kontinente machens vor

Die EU ist dabei eine Getriebene. Andere Staaten wie die USA, Japan, Südkorea oder südamerikanische Länder wie Chile sind seit längerem dabei, fleissig bilaterale Abkommen zu schliessen, die ihren Produzenten bevorzugten Zugang zu Märkten einräumen sollen. Seit einigen Monaten hat die EU-Kommission, aber auch die deutsche Regierung deshalb umgeschwenkt. Sie drängen nun ebenfalls auf den schnellen Abschluss der Europäer mit den wichtigen Handelspartnern wie den USA, Japan, aber auch den Asean-Staaten. Erst vor zwei Wochen hatte auch die deutsche Kanzlerin Angela Merkel auf dem EU-Celac-Gipfel mit den Staaten Lateinamerikas und der Karibik gefordert, dass endlich ein Abkommen mit dem Mercosur-Staatenverbund zustandekommen müsse.

Dabei war die Zustimmung in der EU gerade zu einem Abkommen mit den Vereinigten Staaten lange keineswegs sicher. Im Agrarland Frankreich sperrt man sich seit Jahrzehnten gegen mehr Lebensmittelimporte aus den USA. Und als 2006 die deutschen CDU-Politiker Elmar Brok und Matthias Wissmann eine transatlantische Freihandelszone (Tafta) vorschlugen, warnten die Fachleute in der Regierung vor negativen Folgen. "Wenn die beiden Grössten zusammen kommen - was ist dann noch der Antrieb für ein WTO-Abkommen?", hiess es damals im Wirtschaftsministerium. Auch EU-Handelskommissar Peter Mandelson warnte damals, der bilaterale Weg untergrabe zwangsläufig den multilaterale Ansatz.

Folgerichtig hatte Merkel dann 2007 in der deutschen EU-Ratspräsidentschaft mit US-Präsident George Bush auch nur eine abgespeckte Initiative für eine Transatlantische Wirtschaftspartnerschaft (TEC) auf den Weg gebracht - knapp unterhalb einer Freihandelszone. Auch heute gibt es warnende Stimmen wie etwa vom Aussenhandelsverband BGA. "Uns stört das Gerede um eine Wirtschafts-Nato", sagte der Geschäftsführer des Aussenhandelsverbandes BGA, Jens Nagel, zu Reuters. "Ein Freihandelsabkommen ist nicht dazu da, sich gegen Dritte abzuschotten nach dem Motto 'Jetzt verbünden wir uns gegen die bösen Chinesen'." Besser sei es, den gesamten Welthandel zu liberalisieren.

Die Vorteile überwiegen

Aber diese Bedenken sind nun - notgedrungen - immer mehr in den Hintergrund getreten. Angesichts des Aufstiegs Chinas und anderer Schwellenländer sinkt der Welthandelsanteil sowohl der EU als auch der USA stetig. Sowohl in Berlin, Brüssel als auch Washington räumt man ein, dass etwa die TEC-Idee einer gemeinsamen Standard-Setzung für Industriegüter eben bisher nicht gelungen sei. In der alten und der neuen Welt gibt es heute das Bewusstsein, dass man überhaupt nur noch Trends setzen kann, wenn man zusammen agiert. "Beim Welthandel sitzen Europäer und Amerikaner im selben Boot und müssen starkem Gegenwind aus aufsteigenden Wirtschaftsmächten wie Indien und China trotzen, um die Stellung als Export-Grossmächte zu halten", beschreibt etwa der handelspolitische Sprecher der konservativen EVP-Fraktion im Europäischen Parlament, Daniel Caspary, diese defensive Haltung.

Jetzt jubelt vor allem die Industrie über die Aussicht. Die deutsche Automobilindustrie etwa erwartet ein mögliches zusätzliches Wachstum von 1,5 Prozent und sinkende Autopreise. Die Chemiebranche sieht sich ebenfalls im Aufwind - zumal gerade die Grundstoffindustrie wegen der niedrigen Gas- und Energiepreise gerne stärker in den USA produzieren möchte und keine Einfuhrhürden zurück nach Europa braucht.

Der Teufel steckt im Detail

Allerdings garantiert der nun verkündete Start der Verhandlungen noch keinen Erfolg. Denn auch die TEC-Initiative stiess sehr schnell auf Widerstände, weil man sich etwa nicht über den Import von in Chlor getauchten US-Hühnchen einigen konnte. Der Teufel steckt also im Detail, weil auch in der EU jedes Land seine Einzelinteressen verteidigen will. Dazu kommt, dass aus Sicht der Europäer die US-Seite bisher nicht willens war, etwa Medikamente oder Chemikalien automatisch in den Vereinigten Staaten zuzulassen, wenn sie in der EU genehmigt wurden. Es geht auch um die Selbstbehauptung mächtiger Behörden auf beiden Seiten des Atlantiks.

Vielleicht hilft ist, dass es nur ein kleines Zeitfenster gibt. So mahnte US-Vize-Präsident Biden in bildhafter Sprache: "Wenn wir den Weg gehen, dann sollten wir versuchen, mit einer Tankfüllung auszukommen und lange Verhandlungsrunden zu vermeiden." Experten geben Obama in seiner zweiten Amtszeit nur etwa zwei Jahre, um ein solch grosses Projekt durch den US-Kongress zu bringen. Kein Wunder, dass auch EU-Handelskommissar Karel De Gucht am Mittwoch davon sprach, dass das Abkommen binnen 24 Monaten unter Dach und Fach sein sollte. http://www.cash.ch/news/top_news/die_welt_zerfaellt_in_bilaterale_freiha...

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Der Weise gewinnt mehr Vorteile durch seine Feinde als der Dummkopf durch seine Freunde.
Benjamin Franklin

10.09.2011 23:48
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Globale Marktsituation

Bullish wrote:

Nur kann man gemeinsam nicht gegeneinander abwerten. Gemeinsam könnte man höchstens gegen :idea: abwerten.

Passiert ja laufend. Wink Nur mit dem Yuan klappt's noch nicht so richtig ...

Die Amis und die EU tun sich trotz aller Rhetorik gegenseitig nicht weh. Von daher würde die Gründung einer Schuldner-Selbsthilfegruppe bestehend aus FED, EZB und BoE Sinn machen. Die würden dann auch gleich die gemeinsame Aussenpolitk übernehmen, was sie ja eigentlich bereits getan haben.

10.09.2011 20:29
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Globale Marktsituation

Denne wrote:

MarcusFabian wrote:
Elias wrote:
Quote:
Kommt eine gemeinsame Aktion der Zentralbanken?

So was ähnliches habe ich vor einem Monat auch schon gelesen.

Ich halte das für sehr plausibel. Es macht auch wenig Sinn, wenn sich die diversen ZB unabhängig voneinander einen Abrüstungswettlauf ihres Papieres liefern.

Nein, das tun sie besser gemeinsam. Wink

Also gleich eine neue internationale Behörde gründen, "worldbonds" auflegen und selber aufkaufen.

Nur kann man gemeinsam nicht gegeneinander abwerten. Gemeinsam könnte man höchstens gegen :idea: abwerten.

10.09.2011 12:32
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Globale Marktsituation

MarcusFabian wrote:

Elias wrote:
Quote:
Kommt eine gemeinsame Aktion der Zentralbanken?

So was ähnliches habe ich vor einem Monat auch schon gelesen.

Ich halte das für sehr plausibel. Es macht auch wenig Sinn, wenn sich die diversen ZB unabhängig voneinander einen Abrüstungswettlauf ihres Papieres liefern.

Nein, das tun sie besser gemeinsam. Wink

Also gleich eine neue internationale Behörde gründen, "worldbonds" auflegen und selber aufkaufen.

09.09.2011 18:30
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Globale Marktsituation

Elias wrote:

Quote:
Kommt eine gemeinsame Aktion der Zentralbanken?

So was ähnliches habe ich vor einem Monat auch schon gelesen.

Ich halte das für sehr plausibel. Es macht auch wenig Sinn, wenn sich die diversen ZB unabhängig voneinander einen Abrüstungswettlauf ihres Papieres liefern.

09.09.2011 13:49
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Globale Marktsituation

Quote:

Kommt eine gemeinsame Aktion der Zentralbanken?

Experten halten eine «konzertierte Aktion» der Notenbanken EZB, Federal Reserve, der Bank of England und der Bank of Japan bereits in unmittelbarer Zukunft für möglich.

Ein solches Vorgehen wäre nicht beispiellos. Die US-Notenbank Fed, die EZB und die Bank of England hatten mit vier weiteren Zentralbanken im Jahre 2008 im Zuge der sich verschärfenden Finanzkrise und der Pleite von Lehman Brothers koordiniert die Geldpolitik gelockert. Laut Morgan Stanley könnten die Zentralbanken auch nun dem Beispiel folgen und in einer gemeinsamen Koordination mit Zinssenkungen und quantitativen Lockerungen reagieren.

http://www.cash.ch/news/topnews/kommt_eine_gemeinsame_aktion_der_zentral...

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Benjamin Franklin

07.08.2011 10:37
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Globale Marktsituation

Hier ein paar interessante Eindrücke zum Zustand der USA in Zusammenhang mit der Abstufung:

http://www.tagesanzeiger.ch/ausland/amerika/Das-Selbstverstaendnis-der-A...

Gruss

fritz

13.06.2011 15:42
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Globale Marktsituation

@MF

Wir hatten in unserer Firma mal "legal issues" mit einer Firma in England. Unsere (grössere) Anwaltskanzlei hat dort einen "befreundeten" Solicitor (siehe Wikipedia gilt auch für Ireland als akkred. Anwalt). Grosse Kanzleien haben ein weltweites Netzwerk. Dies ist für den Kunden einfacher, als in jedem Land einen guten Anwalt zu finden.

N.B. Bin nicht Jurist (sehe auf dem Bild vielleicht nur so aus!)

"Das Fass ist übergelaufen"

13.06.2011 15:19
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Re: Investment Banking

Bullish wrote:

Es gibt eben VIEL zu wenig Geld, nicht zuviel.

Und dieses Geld ist am falschen Ort eingesetzt. Staatsanleihen konkurrieren mit Privatunternehmen und letztere haben in diesem Konkurrenzkampf keine Chance.

So wird das Geld verpulvert statt nachhaltig investiert.

---

Kurz mal Offtopic: Haben wir einen Juristen unter uns?

Eine Gruppe von Investoren, die Schuldpapiere des Kreditinstituts Bank of Ireland im Wert von rund 1 Mrd. Euro hält, hat eine US-Rechtsanwaltskanzlei eingeschaltet, um die geplante Wandlung von Anleihen in Aktien zu verhindern.

http://www.ftd.de/finanzen/maerkte/:streit-mit-der-regierung-anleiheglaeubiger-rebellieren-in-irland/60063932.html

Kann mir jemand erklären, was ein US Anwalt in Irland ausrichten kann?

Kennt der die Gesetze? Muss ein ausländischer Anwalt in einem Land nicht akkreditiert sein oder so was??? :?

13.06.2011 15:08
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weico wrote:

Denne wrote:
weico wrote:
Auf einen Weg, der in der aktuellen Debatte (noch) keine bedeutende Rolle spielt, in der Vergangenheit aber häufig beschritten wurde, verweisen die Ökonomen Carmen Reinhart und M. Belen Sbrancia."

Zwangsanleihen. Hamwer doch längst. Die beiden Damen scheinen vor längerer Zeit in Tiefschlaf gefallen zu sein.

Oder sieht irgendjemand Anzeichen eines Marktes auf den Bond-"markets"?

..einfach nochmals lesen.. 8)

weico

jaja 8)

13.06.2011 14:26
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Globale Marktsituation

Denne wrote:

weico wrote:
Auf einen Weg, der in der aktuellen Debatte (noch) keine bedeutende Rolle spielt, in der Vergangenheit aber häufig beschritten wurde, verweisen die Ökonomen Carmen Reinhart und M. Belen Sbrancia."

Zwangsanleihen. Hamwer doch längst. Die beiden Damen scheinen vor längerer Zeit in Tiefschlaf gefallen zu sein.

Oder sieht irgendjemand Anzeichen eines Marktes auf den Bond-"markets"?

..einfach nochmals lesen.. 8)

weico

13.06.2011 14:20
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Globale Marktsituation

weico wrote:

Auf einen Weg, der in der aktuellen Debatte (noch) keine bedeutende Rolle spielt, in der Vergangenheit aber häufig beschritten wurde, verweisen die Ökonomen Carmen Reinhart und M. Belen Sbrancia."

Zwangsanleihen. Hamwer doch längst. Die beiden Damen scheinen vor längerer Zeit in Tiefschlaf gefallen zu sein.

Oder sieht irgendjemand Anzeichen eines Marktes auf den Bond-"markets"?

13.06.2011 14:06
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Re: Investment Banking

Bullish wrote:

Ja, deshalb ist auch eine 25% EK-Rendite keine Wunderrendite. Eher sind 25% viel zu niedrig im Verhältnis zu den Risiken, die eingegangen werden.

Für Wertpapiere, Immobilien und/oder andere Assets, die die Bank im eigenen Bestand hat, muss sie schon heute bis zu 100% Eigenmittel hinterlegen.

Es ist offensichtlich, dass die Eigenmittelanforderungen für Hypothekarkredite viel zu tief sind!!!!

Für Hypokredite, die ja die ganze Misere ausgelöst haben, müssen Banken lächerliche:

3. Direkt und indirekt grundpfandgesicherte Positionen

3.1 Wohnliegenschaften in der Schweiz und im Ausland, bis zu zwei Drittel des Verkehrswertes 35 % x 8% = 0.028% (vgl. ERV Finma).

Das heisst für eine Hypo von Hansli Muster über eine Million, muss die Bank gerade mal CHf 28'000.-zurücklegen. LÄCHERLICHER BETRAG. Wohl eher ein esoterisches Feigenblatt, denn eine Risikorücklage, die diesen Namen verdient.

Schon die Berechnungsmethode zeigt den Verschleierungsversuch dieser lächerlichen Risikorücklage. Würde man das doppelte verlangen, und das wäre nun auch immer noch ein lächerlicher Betrag, könnten Banken wie Raiffeisen und oder die Kantonalbanken den Laden dicht machen, BZW. MÜSSTEN VON TAUSENDEN VON KREDITKUNDEN DIE HYPO ZURÜCKVERLANGEN...!!!!!

Die Banken in der CH bleiben hochrisikant. Die Risiken runterzufahren ist für sie gar nicht möglich, ohne massiven volkswirtschaftlichen Schaden anzurichten... und vermutlich Tausende von Existenzen in den Ruin zu treiben.

Die nächste Bankenkrise ist daher so sicher wie das Amen in der Kirche. Die Nati Bank hat den Point of Return längst verpasst.

Das gleiche gilt im Übrigen auch für alle anderen EU-Banken. Die Risikosätze sind maz y menos weltweit standardisiert. Wie dies grieschische oder andere südeuropäische Banken durchhalten, ist für mich ein Rätsel.

Fine-Tuner

13.06.2011 12:36
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Globale Marktsituation

"In Theorie und Praxis gibt es mehrere Möglichkeiten, wie Staaten mit hohen oder gar zu hohen Staatsschulden umgehen. Auf einen Weg, der in der aktuellen Debatte (noch) keine bedeutende Rolle spielt, in der Vergangenheit aber häufig beschritten wurde, verweisen die Ökonomen Carmen Reinhart und M. Belen Sbrancia."

http://www.faz.net/artikel/C30638/staatsschulden-und-bist-du-nicht-willi...

weico

13.06.2011 12:13
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Re: Investment Banking

MarcusFabian wrote:

MarcusFabian wrote:
Teilweise haben Banken sogar einen Hebel von 31.

Da war ich wohl noch zu optimistisch:

Bei der Leverage Ratio, welche die absolute Grösse der Bilanz ins Verhältnis zum Eigenkapital setzt, kommt die UBS auf lediglich 2,5 Prozent. Diese Zahl bedeutet, dass auf jeden eigenen Franken 40 Franken Schulden kommen. Bei der Credit Suisse liegt diese Quote nur leicht höher.

http://www.sonntagonline.ch/ressort/aktuell/1676/

Ja, deshalb ist auch eine 25% EK-Rendite keine Wunderrendite. Eher sind 25% viel zu niedrig im Verhältnis zu den Risiken, die eingegangen werden.

25% auf einen Franken sind 25 Rappen; auf 40 CHF sind 0.25 CHF 6.25 PROMILLE Gesamtkapitalrendite... das sollte sich bewerkstelligen lassen, sinken aber die Assets nur um 2.5%, dann ist das ganze Eigenkapital weg. (Was ja auch überall passierte)

Ist also klar, dass nicht riskante Jungunternehmen Kredite erhalten, sondern am besten nur Staaten, damit die Assets ja nicht schwanken.

Wie schon oft gesagt, das führt alles zu einer Verrentung des Systems, in dem die Reichsten nicht mehr in Unternehmen investieren, sondern von Zinsen ex Staatsanleihen leben möchten. Da die Zinsen auch wieder ex Neuverschuldung bezahlt werden, entsteht die Mega-Schere zwischen arm und reich.

Das System kippt, wenn es Streit gibt, wer von den am Staatstropf hängenden noch bedient werden soll: die Beamten, die Gläubiger, die Rentner, ...

Heute sind es die Gläubiger, die demonstrieren:

Quote:

http://www.ftd.de/finanzen/maerkte/:streit-mit-der-regierung-anleiheglae...

Streit mit der Regierung

Anleihegläubiger rebellieren in Irland

Somit siehst du auch, wieso die Euro-Banken soviel Reserven beim FED holen, sie haben duzendfach gehebelt Schuldpapiere erworben, die jetzt ausfallen. Es gibt eben VIEL zu wenig Geld, nicht zuviel.

13.06.2011 02:13
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Re: Investment Banking

MarcusFabian wrote:

Teilweise haben Banken sogar einen Hebel von 31.

Da war ich wohl noch zu optimistisch:

Bei der Leverage Ratio, welche die absolute Grösse der Bilanz ins Verhältnis zum Eigenkapital setzt, kommt die UBS auf lediglich 2,5 Prozent. Diese Zahl bedeutet, dass auf jeden eigenen Franken 40 Franken Schulden kommen. Bei der Credit Suisse liegt diese Quote nur leicht höher.

http://www.sonntagonline.ch/ressort/aktuell/1676/

12.06.2011 23:37
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Globale Marktsituation

MarcusFabian wrote:

Es ist also nicht - wie der Artikel impliziert - dass die Europäer nun auf Kosten der Amerikaner Kredite aufnehmen.

Nein, sie holen sich nur Geld zurück, dass sie den Amis in den letzten Jahrzehnten geliehen haben.

Richtig "zurückgeholt" haben sie es ja nicht. Statt zinsbringend anzulegen, halten sie jetzt Reserven.

Die Banken haben sich in einem richtig grossen Rahmen Liquidität besorgt.

Ich bin mit Dir einig, dass das FED nicht einfach so Kohle an die Europäer rausrückt, da müssen schon Kollaterale vorhanden sein oder adäquate Papiere werden direkt aufgekauft. Ich glaube z.B. nicht, dass das FED für 600Mrd EUR-Papiere kauft.

Es ist auch nicht so, wie der Artikel zu implizieren versucht, dass diese Kohle irgendwo in den USA fehlt und so einen Credit Crunch verursacht, denn jeder mit ausreichenden Kollateralen wird Kredit erhalten. Der Durchschnittsami erhält keinen Kredit, weil er nicht mehr kreditwürdig ist.

Die europ. Banken haben den Amis auch nichts "geliehen", sondern die Banken haben ihre Mittel dort angelegt. Wenn schon, dann erhielten europäische Firmen Gutschriften auf Banken in den USA (können auch ausl. Banken in den USA sein) und mit diesen Gutschriften wurden z.B. Staatsanleihen gekauft. Es sind die Ausländer, die unbedingt in die USA reinwollen und nicht die Amis, die Kredite bei Ausländern holen. "Leihen" würde heissen, die Amis würden sich in EUR verschulden, das machen die aber nicht.

CS und UBS sind super Beispiele, wie die Ausländer zu jedem Preis in die USA reindrängen. Nur dort lässt sich das grosse Rad drehen.

Zurück zum Artikel: wieso bauen die ausl. Banken so grosse Reserven auf?

MF wrote:

Was mich allerdings erstaunt ist, dass diese Gelder immer noch auf Dollarkonten in den USA sein sollen. Das macht nun wirklich keinen Sinn!

Wenn schon, dann gibt man diese Dollars aus und kauft sich dafür werthaltiges, solange die Dollars noch Kaufkraft haben.

12.06.2011 23:04
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Globale Marktsituation

Bullish wrote:

Passt auch hier rein.

Was sagt man denn dazu, die ganze QE2 Kohle floss an ausländische Banken (EU)?

Aus dem ZH Artikel: http://www.zerohedge.com/article/exclusive-feds-600-billion-stealth-bail...

Hier passt's meiner Meinung nach am besten rein. Also lass es uns hier diskutieren:

Kernaussage des Artikels: Die $600 Mrd. QE2 sind an EU Banken geflossen und nicht an amerikanische. Schlussfolgerung entsprechend: Wir (die Amerikaner) bezahlen die bailouts der marroden EU-Banken.

Das ist natürlich zu kurz gedacht. Aber der Reihe nach:

In den 30-40 Jahren vor der Finanzkrise hat Europa einen Handelsüberschuss mit den USA erwirtschaftet und dafür US-Schuldpapiere, Treasuries gekauft.

Durch QE2 hat sich die Fed praktisch als potenzieller Käufer von Treasuries angeboten. Wie ein Marktschreier und hochoffiziell: "Leute, wir sind bereit, zum aktuell hohen Preis Treasuries im Wert von $600 Mrd. aufzukaufen."

Entsprechend melden sich Verkäufer. Europäische Banken, die vermutlich nicht nur europäische sondern auch asiatische Gläubiger vertreten und in deren Namen Treasuries gegen Dollars verkaufen.

Das ist durchaus legitim und kein anderer Vorgang als wenn Otto Normalverbraucher sein Bankkonto auflöst, weil er seiner Bank nicht mehr traut oder eine bessere gefunden hat.

Was mich allerdings erstaunt ist, dass diese Gelder immer noch auf Dollarkonten in den USA sein sollen. Das macht nun wirklich keinen Sinn!

Wenn schon, dann gibt man diese Dollars aus und kauft sich dafür werthaltiges, solange die Dollars noch Kaufkraft haben.

Es ist also nicht - wie der Artikel impliziert - dass die Europäer nun auf Kosten der Amerikaner Kredite aufnehmen.

Nein, sie holen sich nur Geld zurück, dass sie den Amis in den letzten Jahrzehnten geliehen haben.

12.06.2011 22:38
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Re: Investment Banking

Bullish wrote:

Lass @MF ausrechnen, wo dann der Goldpreis sein würde.

Wink

Bei 100% Golddeckung der aktuellen Geldmenge?

USA: $ 51'384 / oz. (Allerdings immer unter der Voraussetzung, dass die ausgewiesenen 8'000t Gold auch tatsächlich im Besitz des Treasury sind. Ansonsten wäre der Goldpreis entsprechend höher).

Schweiz: Fr. 11'100 / oz

12.06.2011 21:47
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Re: Investment Banking

Meerkat wrote:

MarcusFabian wrote:

Beispiel: Ein Joe Sixpack in Ohio hat eine Hypothek von $500k, die er sich nicht leisten kann und die in den Büchern der UBS steht. Er macht pleite und die Hütte wird zu $200k zwangsversteigert. Die UBS hat also $300k verloren.

Wo ist dieses Geld?

Meine Meinung: Das hat niemand, das Geld ist weg.

Zuerst mal herzlichen Dank an Bullish und MarcusFabian für die ausführlichen Antworten. Ich muss das alles zuerst etwas verdauen!

Nun zu obigem Beispiel meine Rechnung. Bei der Kreditvergabe (Hypo) hat die Bank $500k ausbezahlt. Dieses "echte" Geld ging an Architekt, Bauunternehmer und vielleicht an einen Autohändler. Diese haben jetzt das Geld. Beim Zwangsverkauf bekommt die Bank $200k vom neuen Käufer. Bin vielleicht schwer von Begriff, aber ich sehe wirklich nicht, dass Geld "verschwunden" sein soll.

Muss nicht beim Architekt sein. Die meisten Hütten standen bereits und waren zu 100k abbezahlt. Während 10 Jahren schoss sie nun auf 500k hoch. Natürlich wurden während dieser Zeit auch viele Hütten gebaut, aber der grösste Teil wurde einfach durch den Marktpreis aufgewertet und dann beliehen, denn ab einem gewissen Zeitpunkt glaubten die Amis, die Schulden liessen sich sowieso "weginflationieren". Sie dachten, wer es zu einem Haus geschafft hat, könne nun für immer davon leben: jedes Jahr eine höhere Hypothek auf das Haus und den "Gewinn" verkonsumieren. Steigen nämlich die Hauspreise stärker als die zu zahlenden Zinsen, dann lassen sich die Zinsen stets durch eine weitere Hypothek bezahlen und es schaut noch ein zu verkonsumierender Teil raus.

Konsumiert wurden va chin. Produkte und der Wechselkurs blieb fix. Zusätzlich strebten ausländische Banken mit Kapital in die USA und kauften diese Hypotheken. Somit eine weitere USD Aufwertung. Leben im Schlaraffenland halt.

Zurück zu wo die Kohle nun ist und wo sie verschwinden sollte: die Kohle, die zuviel ist, sind die Guthaben der UBS Kunden, denn die UBS hat die sekurisierten Hypotheken den US-Häusern abgekauft und weil die Amis ihre Hypos nicht mehr bedienen können, müssten die Hütten zwangsversteigert werden, würden krass im Wert sinken, die UBS verlöre dadurch ihre Assets, wäre pleite und könnte die Guthaben ihrer Kunden nicht mehr zu 100% auszahlen.

Dieser Korrekturprozess wurde in den letzten Jahren massivst gebremst, denn die Schweizer wollen nicht, dass die Kunden alles verlieren und die Amis wollen nicht alle Immobesizter aus ihren Hütten jagen. Also kommt es zu einer internationalen Grossaktion, wo jeder jeden bailouted.

Die UBS lag dabei nicht völlig falsch, denn sie hatte einen Teil ihrer gekauften Hypos bei AIG gegen Ausfall versichert. Nützt aber nix, wenn AIG an den Forderungen auch gleich pleite geht.

Siehe oben, wie die Amis die ganze QE2 Kohle in ausländische Banken pumpen. Das ist dasselbe Spiel. Die Euro-Banken haben den ganzen Schuldenschrott in den Bücher... wahrscheinlich haben sie aber wiederum Versicherungen bei Ami-Banken abgeschlossen, womit die Staatenpleiten bei den Amis versichert wären, die Amis pleite gingen, dann die Eurobanken nicht bezahlen könnten, wobei die Eurobanken dann auch pleite wären und alle Einlagen der Kunden auch weg wären.

Somit ist dem FED klar, dass es auch am europäischen Problem mitarbeiten muss.

Cheers.

Am Ende wird ALLES in den Notenbankenbilanzen sein und eventuell abgeschrieben werden. Die Passiven der Notenbanken werden viel grösser sein als die Aktiven. Somit wären alle Notenbanken pleite, denn die übrigen Aktiven stünden riesigen Geldmengen gegenüber (Passivseite ist die Forderung an die Notenbank also auch der Geldumlauf).

Einzige Möglichkeit die Pleite zu verhindern, wäre die übriggebliebenen Aktiven so aufzuwerten, dass sie den Passiven entspricht. Ist auch logisch, denn bei Konkurs kriegen die Gläubiger maximal die übriggebliebenen Aktiven.

Einziges Aktivum von Relevanz wäre noch GOLD. Mit einem Schlag wären die Schuldenprobleme gelöst und ein Goldstandard da.

Lass @MF ausrechnen, wo dann der Goldpreis sein würde.

Wink

12.06.2011 21:21
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Globale Marktsituation

Passt auch hier rein.

Was sagt man denn dazu, die ganze QE2 Kohle floss an ausländische Banken (EU)?

Aus dem ZH Artikel: http://www.zerohedge.com/article/exclusive-feds-600-billion-stealth-bail...

12.06.2011 20:18
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Re: Investment Banking

Meerkat wrote:

Bei der Kreditvergabe (Hypo) hat die Bank $500k ausbezahlt. Dieses "echte" Geld ging an Architekt, Bauunternehmer und vielleicht an einen Autohändler. Diese haben jetzt das Geld. Beim Zwangsverkauf bekommt die Bank $200k vom neuen Käufer. Bin vielleicht schwer von Begriff, aber ich sehe wirklich nicht, dass Geld "verschwunden" sein soll.

Als Bank/Kreditgeber, möchte ich aber gerne die GANZE vergebene Summe (plus Zins) zurückerhalten (sonst "vernichte" ich nämlich mein Eigenkapital ..).

weico

12.06.2011 20:10
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Re: Investment Banking

MarcusFabian wrote:

Beispiel: Ein Joe Sixpack in Ohio hat eine Hypothek von $500k, die er sich nicht leisten kann und die in den Büchern der UBS steht. Er macht pleite und die Hütte wird zu $200k zwangsversteigert. Die UBS hat also $300k verloren.

Wo ist dieses Geld?

Meine Meinung: Das hat niemand, das Geld ist weg.

Zuerst mal herzlichen Dank an Bullish und MarcusFabian für die ausführlichen Antworten. Ich muss das alles zuerst etwas verdauen!

Nun zu obigem Beispiel meine Rechnung. Bei der Kreditvergabe (Hypo) hat die Bank $500k ausbezahlt. Dieses "echte" Geld ging an Architekt, Bauunternehmer und vielleicht an einen Autohändler. Diese haben jetzt das Geld. Beim Zwangsverkauf bekommt die Bank $200k vom neuen Käufer. Bin vielleicht schwer von Begriff, aber ich sehe wirklich nicht, dass Geld "verschwunden" sein soll.

"Das Fass ist übergelaufen"

12.06.2011 19:55
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Re: Investment Banking

Meerkat wrote:

1. Kann jemand so über den Daumen gepeilt sagen, wie von nun an die Gewinne jedes Jahr sein müssten, um z.B. über die nächsten 10 Jahre die Invest/Verluste wieder einzufahren (Zinssatz ?) ?

Das ist weniger eine Frage des Zinssatzes als des Risikos.

Eine vernünftige Bank hat bei 1 Mio Eigenkapital vielleicht 5 Mio an Krediten draussen. Vielleicht auch 10 Mio? Teilweise haben Banken sogar einen Hebel von 31. So lange das gut geht und diese 31 Mio. Zinsen reinbringen, macht die Bank einen hohen Gewinn. Aber andererseits reicht ein Abschreiber von nur 3% und die Bank ist insolvent.

Es stellt sich also die Frage, mit welchem Hebel CS und UBS in den nächsten Jahren zocken werden. Machen sie weiter mit hoher leverage und entsprechend hohem Risiko?

Oder werden sie Risikopositionen vermehrt abbauen und sich wieder auf seriösere Kreditgeschäfte konzentrieren?

Der zweite Weg wäre der sicherere aber entsprechend sinken die Gewinne.

Meerkat wrote:

2. Was mich eigentlich besonders interessiert aber ist, wenn z.B. die UBS in 10 Jahren 51 Mia verlocht, jemand anders das Geld bekommt, da es, so vermute ich, nicht verbrannt wurde.

Es wird immer behauptet, das Geld sei nicht weg, es habe einfach ein anderer. Aber das kann ich nicht nachvollziehen.

Beispiel: Ein Joe Sixpack in Ohio hat eine Hypothek von $500k, die er sich nicht leisten kann und die in den Büchern der UBS steht. Er macht pleite und die Hütte wird zu $200k zwangsversteigert. Die UBS hat also $300k verloren.

Wo ist dieses Geld?

Meine Meinung: Das hat niemand, das Geld ist weg.

12.06.2011 19:29
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Re: Investment Banking

Meerkat wrote:

wenn z.B. die UBS in 10 Jahren 51 Mia verlocht, jemand anders das Geld bekommt, da es, so vermute ich, nicht verbrannt wurde.

Die UBS hat ja verschiedene Dinge gekauft.

Da sind mal die teueren Übernahmen, da haben sicher die Verkäufer kassiert. Des weiteren wurde aus der CH in der USA eingekauft, was bedeutet, dass USD aus dem CHF Raum nachgefragt wurde, was die Kaufkraft aller im USD Raum tendenziell hebt (wenn auch unmerklich).

Somit haben einige viel und sehr viele wenig gewonnen - resp umgekehrt in der CH.

Wurden die Mittel im USD-Raum beschafft, wird es etwas komplizierter, hat aber immer noch denselben Effekt.

Am meisten verloren haben wohl die UBS Aktionäre.

Meerkat wrote:

Die gleiche Frage stellte ich mir bei der Immob. krise in den USA. Es war immer die Rede von den Verlierern, aber nicht von den Gewinnern. Waren dies im Endeffekt einige Zehntausend die je Millionen gewannen oder Millionen von Kleinen, die Tausende erhielten. Wäre letzteres der Fall (US-Häuschenbesitzer die sich mit der höheren Hypobelastung ein neues Auto kauften), so müssten doch eigentlich die Sozis jubeln, da Umverteilung von oben nach unten.

Zuerst waren die Gewinner jene, die durch blosse Erhöhung ihrer Hypotheken Waren aus China beziehen konnten. Weitere Gewinner waren jene, die durch Vermittlung von Immos und Krediten Provisionen kassierten. Weiter sind jene Gewinner, die die Waren aus China exportierten und jene, die sie in die USA importierten und verkauften.

Es wurden auch neue Hütten gebaut, ... zieht auch wieder eine Gewinnerkette nach sich.

Die Chinesen haben eigentlich zu billig exportiert, dennoch zähle ich sie zu den Gewinnern.

Die grössten Verlierer sind jene, die relativ spät Immos kauften. Die haben eine hohe Hypothek an der Backe während der Wert der Immo sinkt. Verkonsumieren konnten sie auch nocht nichts, weil sie noch keine Aufwertung ihrer Immo erfuhren.

Ebenso sind die Gläubiger dieser Schuldner im Seich, denn sie haben die allfälligen Verluste aus dem Eigenkapital zu tragen ... glücklicherweise wurden viele Kredite sekurisiert und an dritte wie zB die UBS verkauft Wink

Weitere Verlierer sind nun jene, die USD gespart haben, zB die Bauarbeiter der Hütten oder die chin Arbeiter, deren Einkommen aus Phase 1 jetzt wegen der USD Abwertung relativ verliert oder wegen der fixierten Kurse im Heimatland eine zu hohe Teuerung haben.

Die wirklichen "Netto"gewinner, die Du zu suchen scheinst, sind schwierig zu finden, denn Vorteile können sich immer wieder in Nachteile drehen.

Theoretisch fuhr jener am besten, der auf Kredit konsumierte und nun Pleite ist. Er hat am meisten aus seinen Mitteln herausgeholt.

Nur zählt der Konsum aus der Vergangenheit in der Gegenwart nicht viel... und so mag jener am besten dahstehen, der momentan nicht unter Schuldendruck steht, weil er wenig konsumierte.

12.06.2011 19:02
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Tipping-Point

Ist das nun die Kehrtwende in den Bärenmarkt, d.h. der tipping point?

- Die Nachfrage nach den beiden spanischen Staatsanleihen war schwächer als noch vor einigen Wochen. Die 10-jährige Anleihen belaufen sich auf 5.4%, bei 30-jähriger Laufzeit hingegen 6%! Wie wollen die Spanier noch mehr Geld zurückbezahlen können als anhin? Geht einfach nicht.

- Ministerpräsident Giorgos Papandreou hat den Verkauf von Grundbesitz und Firmenanteilen angekündigt. Im Blick stehen insbesondere Eisenbahngesellschaften, Versorger und der staatliche Glücksspielbetrieb. Privatisierungserlöse von 50 Milliarden Euro sollten bis zum Jahr 2015 realisiert werden, konkrete Pläne stehen aber noch nicht vor.

- Fitch, die Drittgrösste Ratingagentur hat USA gedroht, ihre Kreditwürdigkeit herabzustufen. Die US-Schuldenkrise wird noch einen weltweiten Schock auslösen sobald die Verschuldung der USA die festgesetzte Obergrenze von 14.3 Bio. Dollar übertrifft.

- die staatlichen Unterstützungsprogramme laufen aus diesen Sommer

Vielleicht könnt ihr noch weitere Schwerpunkte diesbezüglich benennen, welche gerade jetzt im Mai/Juni hervorgekommen sind?

Gruss Revinco

Vermögen strukturieren und sich möglichst für die unplanbaren Marktereignissen vorbereiten.

12.06.2011 18:49
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Investment Banking

Ich nehme an, dass ihr den TA Artikel

http://www.tagesanzeiger.ch/wirtschaft/unternehmen-und-konjunktur/Die-gr...

gelesen habt. Fachmännische Kommentare dazu würden mich sehr interessieren.

Die Kernaussagen sind zusammengefasst:

Von 2001 -2010 (10 Jahre) in CHF

CS: Investition: 20 Mia. Gewinn: 6,2 Mia

UBS: Investition: 20 Mia. Verlust: 31 Mia. (mit Private Banking)

Alles und für beide Banken zusammengezählt: 65 Mia. CHF verlocht. Meine Fragen:

1. Kann jemand so über den Daumen gepeilt sagen, wie von nun an die Gewinne jedes Jahr sein müssten, um z.B. über die nächsten 10 Jahre die Invest/Verluste wieder einzufahren (Zinssatz ?) ?

2. Was mich eigentlich besonders interessiert aber ist, wenn z.B. die UBS in 10 Jahren 51 Mia verlocht, jemand anders das Geld bekommt, da es, so vermute ich, nicht verbrannt wurde. Die gleiche Frage stellte ich mir bei der Immob. krise in den USA. Es war immer die Rede von den Verlierern, aber nicht von den Gewinnern. Waren dies im Endeffekt einige Zehntausend die je Millionen gewannen oder Millionen von Kleinen, die Tausende erhielten. Wäre letzteres der Fall (US-Häuschenbesitzer die sich mit der höheren Hypobelastung ein neues Auto kauften), so müssten doch eigentlich die Sozis jubeln, da Umverteilung von oben nach unten.

Ich erwarte nicht, dass nun jemand eine Diss zu Punkt 2 hier reinschreibt, aber vielleicht gibt es Literatur dazu.

"Das Fass ist übergelaufen"

12.06.2011 00:33
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Globale Marktsituation

Denne wrote:

und "bewältigt" haben sie militärisch schon seit Jahrzehnten nichts mehr.

Doch. Der Krieg gegen Grenada war ein voller Erfolg! Blum 3

11.06.2011 23:27
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Globale Marktsituation

weico wrote:

..langsam wird ,bzw. planen sie ja,zu sparen..:

"Gates' Nachfolger im Pentagon, Leon Panetta, wird vor allem ein Sparminister. Panetta soll 400 Milliarden Dollar über die kommenden zwölf Jahre kürzen, hat US-Präsident Barack Obama vorgegeben.

400 Milliarden über 12 Jahre, Potz-fuckin-blitz!

33 Milliarden pro Jahr. 2.2 Prozent der aktuellen jährlichen Neuverschuldung von 1500 Milliarden. 0.9 Prozent des Gesamtbudgets von 3800 Milliarden.

Tough Job für den "Sparminister". Hell yes.

weico wrote:

Die Probleme vor EURER "Haustür", müsst ihr bald selber bewältigen und bezahlen....:lol:

Naja, bezahlen können's die Amis ja auch nicht und "bewältigt" haben sie militärisch schon seit Jahrzehnten nichts mehr.

Was genau soll also Schlimmes passieren, was mit den Amis nicht passieren würde?

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