Holdings in CH - Angriff aus USA

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13.09.2009 12:57
#1
Bild des Benutzers Jodellady
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Holdings in CH - Angriff aus USA

"Sonntag"-Leser haben es sicher bemerkt.

Laut dem Wirtschafts-/Börsen-Kolumnist wird Barak Obama Anfangs Dezember erneut gegen die Schweiz hetzen.

Bekanntlich siedeln sich viele ausländische Grossfirmen in der Schweiz an, und operieren von da aus als deren europäischen Sitz. Bekannteste Beispiele sind sicher McDonalds, Kraft Food, Procter & Gamble, Cargill, Google, Ebay, Gillette, Starbucks und viele mehr.

Gelegentlich sind sogar nur die Holdings in der Schweiz, währenddessen alles andere in den USA stationiert ist.

Wegen tieferen Lizenz- und Dividendenbesteuerungen ist das für viele Grosskonzerne lohnenswert. Zudem hängen gemäss "Sonntag" 110'000 Jobs von angelsächsisch-schweizerischen Unternehmen (u.a. auch Holdings) in der Schweiz ab.

Was ich schon länger erwartete, tritt nun wohl oder übels ein... Ich hoffe, diesmal bleibt die schweizer Politik unantastbar und beharrt auf ihren Steuergesetzen.

Denn schliesslich betrifft dies das SCHWEIZER Steuergesetz. Können wir denn etwas dafür, wenn die Firmen sich für deren Europa-/Holdingsitz für die Schweiz entscheiden, weil der schweizer Standort sich ideal für die EU erweist (Zoll, Wettbewerbsfähigkeit, Ausbildungsniveau)?

Die umliegenden Länder (besonders Frankreich, die einen hohen Abfluss französischen Unternehmens nach Genf verzeichnet) würden Obama sicher unterstützen.

Ich gehe davon aus, dass Obama wieder indirekt mit Wirtschaftssankionen droht. Könnte mir vorstellen, dass er die Firmen mit zusätzlichen Steuern belasten wird, die in der Schweiz über einen Holdingsitz verfügen.

Grund genung, die Schweiz für die Firmen noch attraktiver zu gestalten, damit sie auch den Hauptsitz des Konzerns (und ihre Teile) in die Schweiz umziehen.

Bisher hielt ich Merz's Handeln eigentlich als für das Richtige, denn viel andere Möglichkeiten blieben ihm nicht übrig. Würde er sich aber FÜR Obama entscheiden, könnte der Wirtschaftsstandort (und dessen letzte Woche ausgezeichnete Wettbewerbsfähigkeit für den Platz 1) ernsthaft gefährden.

Ziel Obamas? Mehr Steuern, Konkurrenz schwächen, Protektionismus stärken... Frei nach dem Motto "Demokratie und Menschenrechte"

Eure Meinungen sind gefragt. Ich hoffe jedoch, dass ihr etwa ähnlich denkt wie ich Wink

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22.05.2011 23:34
Bild des Benutzers technischer
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Holdings in CH - Angriff aus USA

Ich gebe michael z.T. recht.

Das Unternehmen hat eine Bilanz nach OR zu erstellen wenn es in der Schweiz steuerpflichtig ist.

Aus meiner Sicht nicht nur weil die Steuerbehörde nach US Gaap nichts versteht, sondern auch weil nach US Gaap zwar alles geregelt ist, aber man trotzdem die fantasivollsten Anwendungen machen kann (siehe Enron).

Es ist ja auch das Gleichstellungsprinzip. Sonst müsste eine Firma unterschiedlich Steuern zahlen, obschon sie genau das selbe Geschäft gemacht hätten... Nur weil die eine anders bewertet.

Das OR geht nach dem Vorsichtsprinzip.

Hingegen ist die OR Bilanz normalerweise die Steuerbilanz. Wozu brauchst du den sonst die OR Bilanz???

Wenn du eine Bilanz nach OR aufstellst, dann muss die Steuerverwaltung die akzeptieren.

Es kann zwar Bewertungsdifferenzen geben, das ist aber meistens der Grund weil die Steuerverwaltung etws nicht akzeptiert das die Revisionsstelle akzeptiert hat. Dadurch entstehen versteuerte stille Reserven. Aber die entstehen durch einen "Fehler" und nicht eigentlich mit Absicht.

Niederstwertprinzip gilt übrigens fürs OR.

21.05.2011 13:38
Bild des Benutzers Equilibrium
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Holdings in CH - Angriff aus USA

Vielen Dank für deine Auführungen. Dies hilft mir weiter 8) Wünsche dir einen schönen Tag.

21.05.2011 12:17
Bild des Benutzers michael_100
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auch noch in OR

Ja, die Unternehmung muss auch noch einen Abschluss nach OR machen. IFRS hat ganz andere Verbuchungspraktiken etc. Etwas böse gesagt, die Steuerverwaltung würde kein Wort davon verstehen.

Viele Unternehmen unterscheiden dabei noch nach Steuerbilanz und nach OR. Dies vor allem aus Bewertungsgründen.

Nach OR gibt es Höchstbewertungslimiten. Da der Gesetzgeber nicht möchte, dass man sich nach Aussen zu gut darstellt und so seinen Stakeholder falsche Angaben macht.

In der der Steuerbilanz gibt es Niederstbewertungslimiten. Also man darf sich nicht zu schlecht darstellen, da das Steueramt nicht möchte, dass man sich zu schlecht darstellt und somit zuwenig Steuern bezahlt.

Hoffe dies reicht kurz und bündig.

19.05.2011 21:43
Bild des Benutzers Equilibrium
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Holdings in CH - Angriff aus USA

Wollte nicht extra ein neues Thema aufmachen und dieses scheint mir angemessen für meine Frage.

Wenn ein in der Schweiz ansässiges Unternehmen nach einem International anerkannten Rechnungslegungsstandard (IFRS,US GAAP), Buch führt, muss diese für die Steuerverwaltung das ganze auch noch nach OR machen?

13.09.2009 15:21
Bild des Benutzers Bullish
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Holdings in CH - Angriff aus USA

Genau.