« Ich bin ein Bauer ! »

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27.12.2006 18:37
#1
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« Ich bin ein Bauer ! »

Hoert sie, wie sie wetteifern, unsere Politiker aller couleurs, wer der Scholle, dem Agro-Industriellen Komplex am naechsten steht. Sie ueberschlagen sich fast, Milliarden, die ihnen nicht gehoeren, zu verteilen an den Agro-Bettel-Adel.

Das ist zynisches Wahl-Stimmen buhlen. So verzoegern sie das Gesundschrumpfen. So machen sie das Leid nur noch groesser fuer die CH Bauern wenn dann einmal Schluss angesagt wird von WTO, EU, USA und man den 3. Welt Laender endlich eine ehrliche und nachhaltige Entwicklunschance gibt und fuer sie den Agroimportmarkt oeffnet.

Generoese Sozialplaene fuer die CH Aussteigebauern koennten mit einer fraction der ueber Jahre noch zu verlochenden Subventions-Milliarden bezahlt werden und den Weg breit und frei machen fuer eine kleine aber feine, wirklich freie Spezialitaeten Spitzenlandwirtschaft und umweltgerechte Landnutzung und Pflege.

Fuer jene die taeglich vom rauhen Wind der internationalen Konkurrenz gefordert sind und auch etwas an die Natur in diesem Land denken, ist es einfach surreal was da so ab geht.

Spieglein, Spieglein an der Wand wer ist der Staende- und Volksvertreter im ganzen Land, der oder die am besten eifert, dass:

• der Schweizer Konsument fuer Lebensmittel weiterhin fast 12 Milliarden Franken im Jahr mehr ausgibt verglichen mit der EU

• die gesamte Stuetzung des Agrarsektors, inklusive Zollschranken 7,5 bis 8 Milliarden CHF pro Jahr kostet (Luzius Wasescha, WTO, Efta Botschafter)

• Nur gerade 10 % aller Bauernbetriebe auf Bio machen aber immer vorgeschoben werden um die Milliarden Pfruendlis zu rechtfertigen

• die Schweizer Landwirtschaft pro Jahr 40 Tonnen Antibiotika verbraucht, mehr als die Humanmedizin.

• durch die Guelle auch antibiotikaresistente Bakterien in den Boden gelangen und via Regen in die Gewaesser (Verbreitung ist „noch unklar“... Eawag News, Maerz 05)

• die Landwirtschaft Hauptverursacher der Umweltverschmutzung in der Luft ist durch Stickstoff (Ammoniak) und Methan (Umwelt 4/04, Bafu)

• 2005 fuer verkaeste Milch (Milchpreisstuetzung) 287 Millionen CHF Subvention vom Steuerzahler bezahlt wurden, neben 40 anderen Subventionen, aber im gleichen Jahr gerade mal 280 Millionen CHF fuer Grundlagenforschung bewilligt wurden durch den Nationalfonds. Die Konkurrenzfaehigkeit des Forschungsstandorts Schweiz ist bedroht (ETH).

Aber wie sagte Frau Marianne Slongo, Staenderaetin (C, NW) anlaesslich der Landwirtschaftsmilliarden Debatte in der 10. Wintersession vom 19 Dezember 2006

• “Sie pflegen und hegen mit unendlicher Geduld und intensiver koerperlicher Arbeit, meist in Handarbeit, die paradiesisch anzusehenden, praechtig bunt bluehenden Alpweiden“.

Prosit Neujahr!

bye

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Pers Meinung, e & o moeglich
24.03.2014 08:29
Bild des Benutzers Elias
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Man weiss nicht, in welchen Lagen der Hanf wächst-
Man weiss nicht, wie die Qualität sein wird, wenn es denn jemals wirklich produziert wird.

Aber man findet schon im Vorfeld immer was negatives. Es gibt auch Tote im Strassenverkehr, trotzdem macht jeder mit.

In den USA funktioniert es bis jetzt nicht schlecht.

 

:roll:  In Rapperswil gibt es das Hanfländer-Schulhaus und die Hanfländerstrasse.  Hanfländereien waren früher kein Problem. Im Mittelalter wurde Hanfbier gebraut.

 

Die Pflanze hat auch übrigens Potential in der Medizin und hilft z.B. bei MS. Auch bei gewissen Krebsarten scheint es zu wirken. In diesen Fällen werden Pflanzen gezüchtet, die praktisch ohne THC sind.

 

 

 

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Der Weise gewinnt mehr Vorteile durch seine Feinde als der Dummkopf durch seine Freunde.
Benjamin Franklin

23.03.2014 17:12
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Legalize

Was die Bergbauern mit dem ganzen Gestürm zu tun haben ist mir völlig schleierhaft.

je abgelegener diese Pflanzen angebaut werden,desto schwieriger und teurer wird es , das Zeugs zu bewachen.

Denkt doch an den Toten im Sensegraben.

Suchtmittelpreise verhalten sich nicht anders als Alle übrigen handelbaren Güter. Das geht vom Sex über Kartoffeln bis zu Aktien oder Gold.

Da es auf der Welt viele verschiedene Gesetzte und Regeln gibt,wird es auch immer ein Gefälle geben, das zum HANDELN anregt (in welcher Form auch immer )

 

Warum soll nicht eine IG Hanf im Seeland Gras anbauen dürfen.

 

Jedenfalls gehört die Einteilung:  BERGBAUER  - ÜBRIGE SCHWEIZER  auf den Misthaufen der Geschichte.

23.03.2014 15:56
Bild des Benutzers Elias
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Experten legen Kiffer-Konzept vor

Bergbauern sollen jährlich 100 Tonnen Cannabis im Wert von einer Milliarde Franken anpflanzen

Die Schweiz macht Dampf bei der Cannabis-Regulierung. Nächste Woche legen Experten den Mitgliedern der Eidgenössische Kommission für Drogenfragen zwei Konzepte für eine schweizweite Regulierung von Hanfprodukten vor. Beide Papiere wollen Konsum und Anbau von Cannabis legalisieren. Damit beginnt in der Debatte eine neue Phase: Zum ersten Mal seit der Ablehnung der Legalisierungsinitiative 2008 findet sie wieder auf nationaler Ebene statt.

Die Autoren der beiden Berichte sind Olivier Guéniat, Chef der Neuenburger Kriminalpolizei, und Thomas Kessler, ehemaliger Drogendelegierter der Stadt Basel. Während Guéniat dem Vernehmen nach die Vergabe von Produktionslizenzen an Private vorschwebt, geht Kesslers Studie in eine andere Richtung. Der ehemalige Drogenbeauftragte des Kanton Basel-Stadt hatte bereits vor 20 Jahren einen Plan für die Regulierung von Cannabis erarbeitet. Das neue Konzept lehnt sich daran an: Bergbauern sollen im Auftrag des Staates jährlich rund 100 Tonnen Cannabis anbauen. Geschätztes Marktvolumen: 1 Milliarde Franken. Daraus sollen über Abgaben 850 Millionen Franken an den Staat zurückfliessen und unter anderem für die AHV und die Prävention verwendet werden. Gemäss Berechnungen Kesslers bleiben den einzelnen Bauernbetrieben so bis zu 30 000 Franken jährlich.

In der Schweiz konsumieren 500 000 Personen Cannabis

Beim Bauernverband gibt man sich denn auch vorsichtig neugierig. Falls es dafür eine gesetzliche Grundlage geben würde, würden sich genügend interessierte Bauern finden, glaubt Thomas Jäggi vom Bauernverband. So weit ist es noch nicht: Laut Toni Berthel, Präsident der EKDF, dienen die Konzepte der Kommission dazu, Informationsgrundlagen zu schaffen, «falls Bundesverwaltung oder Bundesrat mit Fragen an uns herantreten».

Die Fragen werden kommen. Denn: Die Cannabispolitik ist global in Bewegung. Uruguay und mehre US-Bundesstaaten haben das Kraut legalisiert. In Genf, Basel, Zürich, Bern und Winterthur arbeiten die Verwaltungen an eigenen Regulierungskonzepten. Für die Experten in den Städten ist klar: Es besteht Handlungsbedarf. Schätzungen gehen in der Schweiz von 500 000 Cannabiskonsumenten aus. Die Zahl blieb in den letzten Jahren konstant. Gemäss Philipp Waibel, Leiter der Gesundheitsdienste Basel, ist der Cannabiskonsum in Städten vielerorts «gesellschaftliche Realität». Die Probleme, die aus dem verbreiteten Konsum entstehen, seien dagegen gering, sagt Michael Herzig, Leiter Sucht und Drogen der Stadt Zürich. «Es wird wieder Zeit, nüchtern an das Thema heranzugehen.»

Handlungsbedarf sieht auch die Polizei. Denn der Cannabismarkt hat sich stark verändert: Noch vor zehn Jahren waren die meisten Produzenten «wie KMU organisiert», sagt Jürg Zingg, stellvertretender Kommandant der Stadtpolizei Zürich. Heute seien die Strukturen verdeckter und die Polizei stelle eine Zunahme von ausländischen Banden fest, die sich im Handel ausbreiten. Der Grund: hohe Margen, geringe Strafen.

Während früher ein grosser Teil des Stoffes auf Feldern angebaut wurde, bauen die Drogenproduzenten heute praktisch nur noch in Lagerhallen und Hinterzimmern an. Mit verheerenden Folgen, wie Gerichtschemiker Werner Bernhard vom Institut für Rechtsmedizin Bern weiss. In sichergestelltem Stoff weist er oft Spuren von Pestiziden nach. «Konsumenten rauchen diese Stoffe. Das kann stark gesundheitsschädigend sein.»

http://epaper3.sonntagszeitung.ch/ee/sonze/_main_/2014/03/23/009/

 

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Der Weise gewinnt mehr Vorteile durch seine Feinde als der Dummkopf durch seine Freunde.
Benjamin Franklin

04.03.2014 18:55
Bild des Benutzers weico
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Das Thema schlägt zurzeit auch "Wellen" in der BauernZeitung.....wenn auch sehr Kleine... :oops:

 

Umfrage in der BauernZeitung:

http://www.bauernzeitung.ch/mehr/umfragen/sollte-sich-der-schweizer-baue...

 

weico

04.03.2014 01:21
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Ich hätte einfach vom SBV ein Zeichen im Form einer freiwilligen Spende in der Höhe von CHF 100'000.-- erwartet, aber zwingen kann und soll man den Verband nicht. Vielleicht denken die dortigen Entscheidungsträger ja, wenn der Bauern-Kanton Bern schon CHF 620'000.-- freiwillig resp. aus dem Finanzausgleich bezahlt, reicht das für die noch lebenden ehemaligen Verdingkindern in Not.


Es wäre schön, wenn sich Widerstand aus den eigenen Reihen gegen diesen Entscheid formieren würde. Es ist noch nicht zu spät!

Überheblich, arrogant oder eben doch "nur" genial?

03.03.2014 10:15
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weico hat am 02.03.2014 - 14:43 folgendes geschrieben:

...und da soll jetzt der Bauernverband schuld daran sein und zahlen....

nein nein, Schuld ist niemand. Ist einfach saublöd gelaufen. Der Verband ist total unbeteiligt, genau so wie seine Mitglieder. Der Verband wird sich weiter um die Subventionen kümmern, weil seine Mitglieder keine Sklaven mehr haben.

 

Oscar-Gewinner: «12 Years a Slave» bester Film

Die Verdingkinder waren es praktisch ein Leben lang.

Und das in der Schweiz.

 

 

 

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Der Weise gewinnt mehr Vorteile durch seine Feinde als der Dummkopf durch seine Freunde.
Benjamin Franklin

02.03.2014 14:43
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Elias hat am 02.03.2014 - 13:47 folgendes geschrieben:

Viele dieser Verdingkinder (aber nicht alle) wurden gedemütigt und ihrer Würde beraubt.

 

 

Schweiz verweigert Wiedergutmachung

Und so etwas in der heilen Schweiz: Während Jahrzehnten zwangen Vormundschafts- und Fürsorgebehörden Männer und Frauen zur Sterilisation oder gar Kastration.

http://www.beobachter.ch/dossiers/administrativ-versorgte/artikel/zwangs...

 

 

...und da soll jetzt der Bauernverband schuld daran sein und zahlen.... Crazy

 

weico

02.03.2014 13:47
Bild des Benutzers Elias
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Für jemanden, der sich mit Kinder brüstet, hätte ich jetzt einen anderen Beitrag erwartet.

Viele dieser Verdingkinder (aber nicht alle) wurden gedemütigt und ihrer Würde beraubt.

 

 

Schweiz verweigert Wiedergutmachung

Und so etwas in der heilen Schweiz: Während Jahrzehnten zwangen Vormundschafts- und Fürsorgebehörden Männer und Frauen zur Sterilisation oder gar Kastration.

http://www.beobachter.ch/dossiers/administrativ-versorgte/artikel/zwangs...

 

 

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Der Weise gewinnt mehr Vorteile durch seine Feinde als der Dummkopf durch seine Freunde.
Benjamin Franklin

02.03.2014 13:39
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Cambodia hat am 27.02.2014 - 10:50 folgendes geschrieben:

 

Ich mag Bauern, wohne im Kanton Bern, also in einem Bauernkanton und sehe die Bauern als eigentliches Rückgrad der Schweiz und als geschätze Teilversorger unseres Landes. Ich will hier keinesfalls generalisieren, aber die untenstehende Tatsache empört zu recht grosse Teile der Schweizer Bevölkerung.
 
Es kann nicht sein, dass die grössten Profiteuren und teilweise Ausbeutern von Verdingkinder keinen Beitrag an einen Fonds beitragen, der nur im Promillebebereich etwas die Not lindern kann, die ein Mensch für eine zerstörte Jugend erhalten müsste! Ich rufe hiermit den Bauernverband auf, seinen Entscheid zu überdenken und zeitnah zu korrigieren!
 
gez. User Cambodia

 

 

Verdingkinder: Die Verantwortlichen müssen entschädigen

 

Die Opfer von fürsorgerischen Zwangsmassnahmen verlangen einen Fonds zur Unterstützung von Härtefällen. Der Schweizer Bauernverband unterstützt diese Forderung. Da aber weder er noch einzelne Bauernfamilien, Kinder ihren Eltern weggenommen und fremdplatziert haben, sieht er für die Äufnung, jene Stellen mit aktiver Verantwortung in der Pflicht.

Im Rahmen von fürsorgerischen Zwangsmassnahmen ist vielen Menschen grosse Ungerechtigkeit und Leid widerfahren. Könnte man die Vergangenheit ändern, würde man es hier sicher tun. Einige Verdingkinder, die in oft arme Bauernfamilien fremdplatziert wurden, mussten hart arbeiten oder waren gar Opfer von Misshandlungen. Für geschehenes Unrecht hat sich der Schweizer Bauernverband (SBV) als Dachorganisation der Landwirtschaft und damit im Namen aller Bauernfamilien entschuldigt.

Bauernfamilien waren in verschiedenen Fällen Teil der menschlichen Tragödien. Für den SBV ist es aber wichtig festzuhalten, dass weder er als Verein, noch andere bäuerliche Organisationen oder die Bauernfamilien selbst, jemals Kinder ihren leiblichen Eltern weggenommen haben. Im Gegensatz zu den Behörden von Gemeinden und Kantonen oder der Kirche haben sie aber nie eine aktive Rolle bezüglich Zuweisungen innegehabt. Sie hatten keinerlei Einfluss darauf, wer als Verdingkind fremdplatziert wurde. Da die Landwirtschaft schon immer sehr arbeitsintensiv und auf viele helfende Hände angewiesen war, waren die Bauern bereit, Verdingkinder bei sich aufzunehmen, um als Gegenleistung eine zusätzliche Hilfe auf dem Betrieb zu haben. Es waren aber bei weitem nicht nur die Bauernfamilien, die Verdingkinder als Arbeitskräfte aufnahmen. Wohlhabende Familien waren ebenso darunter, wie Gewerbebetriebe, und in Heimen gab es ebenso tragische Schicksale.

Es ist korrekt, dass einzelne Bauernfamilien von Verdingkindern wirtschaftlich profitiert haben können. Dies war aber auch bei den eigenen Kindern der Fall, die ebenfalls ohne Entgelt mitarbeiten mussten. Daraus lässt sich keine Solidarhaftung mit finanziellen Forderungen gegenüber allen Bauernfamilien oder dem SBV ableiten. Er ist sich aber durchaus bewusst, dass es Härtefälle gibt und dass die Forderung nach einem entsprechenden Fonds berechtigt ist. Es ist an jenen, welche diese menschlichen Dramen ausgelöst haben, die entsprechende Verantwortung wahrzunehmen, die Fonds zu äufnen und eine Verteilung der Gelder an die Betroffenen sicherzustellen. Der Einsatz von Mitteln aus den Lotteriefonds, die öffentlichen Geldern entsprechen, ist deshalb das richtige Vorgehen und wird vom SBV begrüsst. Er unterstützt auch die historische Aufarbeitung, die unentgeltliche Beratung und Unterstützung oder die vollständige Akten- und Dossiereinsicht.

 

http://www.sbv-usp.ch/medien/medienmitteilungen/archiv-2014/250214-verdi...

 

weico

27.02.2014 10:50
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Schade!

Ich mag Bauern, wohne im Kanton Bern, also in einem Bauernkanton und sehe die Bauern als eigentliches Rückgrad der Schweiz und als geschätze Teilversorger unseres Landes. Ich will hier keinesfalls generalisieren, aber die untenstehende Tatsache empört zu recht grosse Teile der Schweizer Bevölkerung.
 
Es kann nicht sein, dass die grössten Profiteuren und teilweise Ausbeutern von Verdingkinder keinen Beitrag an einen Fonds beitragen, der nur im Promillebebereich etwas die Not lindern kann, die ein Mensch für eine zerstörte Jugend erhalten müsste! Ich rufe hiermit den Bauernverband auf, seinen Entscheid zu überdenken und zeitnah zu korrigieren!
 
gez. User Cambodia
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Die Schweizer Bauernverband (SBV) will kein Geld an ehemalige Verdingkinder zahlen, die sich heute in finanzieller Notlage befinden. Er hat entschieden, sich nicht am kürzlich eingerichteten Soforthilfefonds für Opfer fürsorgerischer Zwangsmassnahmen zu beteiligen.
 
Der SBV-Direktor Jacques Bourgeois bestätigte auf Anfrage eine entsprechende Meldung der "Zentralschweiz am Sonntag". Der Bauernverband halte es zwar für richtig, das Leiden dieser Personen anzuerkennen, sagte Bourgeois. "Aber unsere Organisation hat diese Politik von fürsorgerischen Zwangsmassnahmen nicht beschlossen und hat auch selbst keine Kinder verdingt."

Der Bauernverband sieht vielmehr den Bund, die Kantone und die Organisationen, die Kinder verdingt hatten, in der Pflicht. Den Missbrauch in diesem Bereich müsse man zwar anerkennen, doch könne man nicht "die ganze Welt beschuldigen", sagte Bourgeois.

7 bis 8 Millionen Soforthilfe


Bis über die Mitte des 20. Jahrhunderts hinaus wurden in der Schweiz zahlreiche Kinder aus armen Familien an Bauernbetriebe verdingt. Administrativ versorgt wurden Menschen noch bis zu Beginn der 1980er-Jahre.


Im letzten Oktober wurde beschlossen, einen Soforthilfefonds zu schaffen für Opfer fürsorgerischer Zwangsmassnahmen, die sich heute in einer finanziellen Notlage befinden. Der Fonds soll über insgesamt 7 bis 8 Millionen Franken verfügen; die ersten Zahlungen sollen diesen Herbst erfolgen.


Gespiesen wird der Fonds mit 5 Millionen Franken aus Lotteriegeldern, wie das Bundesamt für Justiz (BJ) Ende Januar bekannt gab. Weiter sollen sich auf freiwilliger Basis Kantone, Städte, Gemeinden, weitere Organisationen und Private daran beteiligen.


Weiterer Fonds geplant


Der Runde Tisch für die Betroffenen von fürsorgerischen Zwangsmassnahmen hatte letzten Herbst die Einrichtung eines Soforthilfefonds empfohlen. Mittelfristig will der Runde Tisch zudem einen Härtefall- oder Solidaritätsfond einrichten. Die Grundzüge dazu will das Gremium an seiner nächsten Sitzung vom 21. März beraten.


Ziel des Runden Tischs, der im Frühling 2013 von Bundesrätin Simonetta Sommaruga eingesetzt worden war, ist die Aufarbeitung fürsorgerischer Zwangsmassnahmen in der Schweiz.


Sommaruga hatte sich vor knapp einem Jahr an einem Gedenkanlass in Bern im Namen des Bundesrates bei ehemaligen Verdingkindern und all jenen Menschen entschuldigt, die im vergangenen Jahrhundert Opfer von fürsorgerischen Zwangsmassnahmen geworden sind.


 

Überheblich, arrogant oder eben doch "nur" genial?