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09.04.2014 15:06
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IWF: Globales Finanzsystem muss 'Liquiditätskrücken' ablegen

09.04.2014 15:03
 

WASHINGTON (awp international) - Das weltweite Finanzsystem muss nach Auffassung des Internationalen Währungsfonds (IWF) wieder mehr auf eigenen Füssen stehen. Es sei an der Zeit, dass sich Industrie- und Schwellenländer von der jahrelangen Unterstützung der lockeren Geldpolitik durch die Notenbanken zusehends lösten. Dazu fordert der IWF in seinem am Mittwoch erschienenen Bericht zur Finanzstabilität auf. Im Kern gehe es darum, von "liquiditätsgetriebenen" zu "wachstumsgetriebenen" Finanzmärkten zurückzukehren, sagte Jose Vinals, Leiter der Finanzmarktsparte beim IWF.

Insgesamt hat sich aber die Stabilität der Finanzmärkte nach Einschätzung des Fonds in den vergangenen Monaten erhöht. Verwiesen wird unter anderem auf die konjunkturelle Erholung in den USA, ein grösseres Zutrauen in den Euroraum und erste Erfolge Japans im Kampf gegen Deflation und Wachstumsschwäche. Auch hätten zahlreiche Schwellenländer damit begonnen, auf den seit Mitte 2013 erfolgten Abzug von Kapital zu reagieren.

Dennoch sieht der IWF zahlreiche Herausforderungen. In den USA müsse sichergestellt werden, dass der Übergang von einer lockeren zu einer strafferen Geldpolitik reibungslos verlaufe, sagte Vinals. Nachdem die US-Notenbank Fed bereits Ende 2013 damit begonnen hat, ihre zur Konjunkturbelebung aufgelegten Wertpapierkäufe schrittweise zurückzufahren, rechnet der Fonds mit einer ersten Zinsanhebung Mitte 2015. Die Auswirkungen der Zinswende auf andere Industriestaaten und die Schwellenländer könnten beträchtlich sein, warnte der IWF.

In den USA sieht der Fonds unter anderem Risiken in den Märkten für hochverzinsliche Anleihen (High Yield Bonds) und für Bankkredite an Darlehensnehmer mit geringerer Bonität (Leveraged Loans). Die hohe Aktivität in diesen Märkten resultiere aus der Renditesuche der Investoren im aktuellen Niedrigzinsumfeld, was die Gefahr von Fehleinschätzungen der Risiken berge. Insbesondere aufsichtsrechtliche Regelungen könnten helfen, eine überbordende Risikoübernahme zurückzuführen, schreibt der IWF.

Die Schwellenländer sieht der IWF besonders anfällig gegen eine absehbare geldpolitische Straffung in den USA. Vinals verwies auf den jahrelangen Zustrom ausländischen Kapitals, den problemlosen Zugang zu internationalen Kapitalmärkten und das niedrige Zinsniveau. Steigende Zinsen und schwächere Landeswährungen könnten nun erheblichen Druck auf die aufstrebenden Staaten ausüben.

Für China nannte Vinals als grösste Herausforderung die Entschuldung des Schattenbankensektors, der für einen grossen Teil der landesweiten Kreditvergabe steht. Der Übergang zu Märkten, die mehr auf marktwirtschaftlich Prinzipien basierten, müsse geordnet und im richtigen Tempo erfolgen. "Kommt die Anpassung zu schnell, können Turbulenzen entstehen." Erfolge die Umstellung zu langsam, könnte sich die Anfälligkeit des Finanzsystems erhöhen.

Im Euroraum müssten Banken und Unternehmen ihre Bilanzen weiter stärken, fordert der IWF. Japan sollte seiner lockeren Geld- und Fiskalpolitik Strukturreformen folgen lassen. Die Auswirkungen der Krise zwischen der Ukraine und Russland hielten sich bislang in Grenzen. Die politischen Risiken seien aber hoch, eine Eskalation des Konflikts könnte die Finanzmärkte stark belasten./bgf/jkr

AWP

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08.07.2014 17:02
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obiges pdf von 68 seiten geht ebenfalls um ungleichheit.

dieses ist 30 seiten lang. es wird weico gefallen und ihn ein wenig ablenken, denn es geht unter anderem auch um umverteilung.

That equality seems to drive higher and more sustainable growth does not, in itself, support efforts to redistribute. In particular, inequality may impede growth at least in part because it calls forth efforts to redistribute through the fiscal system, efforts that themselves may undermine growth. In such a situation, even if inequality is bad for growth, taxes and transfers may be precisely the wrong remedy. While the literature on this score remains controversial, the notion of a tradeoff between redistribution and growth seems deeply embedded in policymakers’ consciousness. The negative effect of redistributive policies is indeed the central theme of Arthur Okun’s famous 1975 book on the tradeoffs between efficiency and equity and on the efficiency “leaks” that efforts to reduce inequality engender.

http://www.imf.org/external/pubs/ft/sdn/2014/sdn1402.pdf

 

22.04.2014 22:15
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http://www.imf.org/external/np/pp/eng/2014/012314.pdf

There is growing evidence that high income inequality can be detrimental to achieving macroeconomic stability and growth.
Recent empirical work finds that high levels of inequality are harmful for the pace and sustainability of growth (Ostry, Berg, and Tsangarides, forthcoming). Others have argued that rising inequality may have been an important contributing factor to the global financial crisis. Moreover, evidence from public surveys in various countries indicates that widening income inequality has been accompanied by growing public demand for income redistribution, especially in countries most strongly affected by the crisis. This comes at a time when high public debt ratios in the advanced economies, and emerging vulnerabilities in the developing economies, have made fiscal restraint an important priority, and point to the importance of sensitivity to distributional concerns in designing consolidation packages. In this light, income inequality can be of macroeconomic concern for country authorities, and the Fund should accordingly seek to understand the macroeconomic effects of inequality. In addition, in its policy advice, the Fund should be mindful of how macroeconomic policies (including fiscal policies) affect income distribution and their consistency with the distributional goals of country authorities.

http://www.imf.org/external/np/fad/inequality/