kreditkarten-krise-usa

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25.10.2008 10:34
#1
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T15
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kreditkarten-krise-usa

Hallo Zusammen

wie die panik so umsichschlägt hört man wieder das eine oder ander... und es gibt ja behauptungen und solche besser wisser usw.

also wir haben jetzt die immokrise und die finanzkrise

und jetzt kommt die kreditkartenkrise....

ich habe gedacht die sei eingeschlossen in der finanzkrise.... allerdings gibts da solche die sagen nein die kommt erst noch...

http://www.finanzblog24.de/kreditkarten-krise-usa/

das problem stellt hier wiedereinmal der "mensch" der nicht genug bekommt.... sprich genau wie in der hypo könnte das ganze jetzt auch noch die credit krise werden?

was denkt ihr wie schwer wird das? wird das überhaupt uns betreffen? wie triffts ubs cs usw.? wirds nochmals ein börsen sturz geben?? was denkt ihr?

hat da jemand mehr infos?

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www.soyez.ch

25.10.2008 21:22
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kreditkarten-krise-usa

obwohl es sicher allen bekannt sein dürfte möchte ich gerne nochmals die enstehung der kreditkrise aufzeigen - damit soll ersichtlich sein, dass wir von einer krise in die nächste wandern - danke der politik, dank den machthabern:

ausgang war die new economy kirse, also die dot com blase, welche infolge überspekulation und einem unvergleichbaren run in die neuen so erfolgsverspechenden technologien und unternehmungen viele spekulanten lockte.

bereits mit der grundlagenforschung, damals noch vom staat getragen (da ja grundlagenforschung zumeist öknomisch nicht nutzbar ist - dies erst durch die angewandte oder industrieforschung möglich) begannen die ersten spekulaten aufzuspringen. verbreitet durch die medien gelang es dann auch der gesamten welt eine investmentchance unvergleichlichen ausmasses vorzugaukeln, welche am schluss ganz einfach verpuffte.

folge waren erhebliche verluste und die gefahr einer rezession. so nun kommen wir der sache näher. bush und greenspan, nicht alleine, aber massgebend, haben beschlossen die zinsen auf ein fast historisches tief zu senken. damit soll der konsum angerecht werden, hypotheken erhöht und damit geld in den markt gespült werden, damit der konsum - die hauptantriebskraft der us wirtschaft - wieder aufblüht. weiter hat man das so genannte schuldensystem begründet, welches auf einem massiven handelsbilanzdefizit und einem stark negativen staatshaushalt basiert. grund dafür waren steuergeschenke und praktisch uneingeschränkter support des staates.

die amis haben sich also auf kosten des auslandes über wasser gehalten - nein sogar einen boom, einen konjunkturellen aufschwung geschaffen. dies ist aber nicht nachhaltig und wird wie alle anderen übertreibungen irgendwann ins negative drehen.

zurück zu den zinsen: es ist nun auch dem armen schlucker aus dem ghetto möglich sich ein haus zu kaufen. die zinsen sind historisch tief, die hauspreise steigen. banken und broker sehen einträgliche margen welche dazu führten, dass nur noch das geschäft, aber nicht mehr die geschäftsbasis ausschlaggebend war. schuldnerqualität spielte keine rolle - nein etwas schlechter darf es ja auch sein, denn damit würde die rendite ja nochmals steigen.

dass höhere rendite in jedem fall höheres risiko nach sich zieht vergassen wieder mal alle.

zusammenbruch des systems;

durch die tiefen zinsen sanken auch die sparquoten und waren zwischenzeitlich sogar negativ - heute betragen sie um die 0.4 prozent. auch die möglichkeiten die hypotheken aufzustocken waren alswann ausgeschöpft... es werden nun die häuser zum verkauf angeboten - aber niemand will sie.

gut, in amerika wird der hausverkauf, resp. die schuld auf dem haus, objektiv abgehandelt. wenn man den kredit nicht mehr bezahlen kann, wird einfach das objekt zurückgegeben und die sache ist geritzt - bei uns wird ein schuldschein ausgestellt, welcher mind. 20 jahre von gesetzes wegen eingefordert werden kann -.

die banken sahen sich nun gezwungen ganze quartiere zu übernehmen - eine schwemme von häusern die bis zum obersten ziegel auf dem dach belehnt waren. der mithergehende preiszerfall veschlimmerte die situation.

wieso gab es nun bei den investmentbanken konkurse? universalbanken, ala ubs, cs, deutsche bank usw. haben eine polster an kundengeldern, an langfristigen anlagen, fixiert, fest. investmentbanken leben quasi aus laufenden erträgen, aus margen und kommissionen. deshalb erfolgen bei diesen häusern in zeiten von börsenbooms enorme gewinne - in baissen und zeiten von kleinen investments grosse verluste. absolut abstrakt ist nun, dass man genau diese, risikobehafteten bankengruppen mit tieferen eigenkapital-vorschriften behaftete. diese mussten nicht einmal die hälfte aufbringen, was eine herkömmliche bank musste. grund? ganz einfach, die investmentbank hält ja praktisch keine kundengelder, hat keine direkten kreditgeschäfte und stellt damit keine wesentliche gefahr für die grosse bevölkerung dar.

da zwischen den banken nun das misstrauen aufkam und der interbanken kredit bereich zum stillstand kam kamen genau diese banken unter die räder, welche selsbt nur über geringe polster verfügten. illiquidität war die folge - und genau wie in der industrie kann auch eine bank, welche die rechnungen nicht mehr zahlen kann, nicht mehr weiterexistieren. doch? sie hat ja noch kundengelder die man nehmen könnte oder? nein hat sie nicht, denn diese sind auch auf eine fixe laufzeit fixiert und wurden dementsprechend weiterinvestiert - streng nach der fristenkongruenz. da man die kohle sofort braucht hilft es nicht, wenn man in 2 wochen wieder 20 mrd hätte....

also ging mit lehman brothers einer der grössten derivate und emittent von strukturierten produkten konkurs. der schaden beim anleger und vor allem auch bei anderen banken beläuft sich auf mehrere hundert milliarden franken - der indirekte schaden, welcher folgte bewegt sich in den billionen.

als man das ausmass dieses konkurses zu erfassen schien beschlossen die staaten schnellstmöglich mittels finanzspritzen und rettungsaktionen weitere konkurse von banken und versichereren zu verhindern. dies, weil es sich um das rückgrat unserer wirtschaft handelt denn ohne die banken und versicherer funktioniert unser wirtschaftssystem grundlegend nicht.

trotz massiven instvestments in die märkte, trotz unheimlich hoher garantieren vertrauen sich die banken noch immer nicht. die lage im bereich der inter banken kredite entspannt sich etwas doch nun kommt die nächste sorge...

der schaden durch den vertrauensverlust, durch zurückgehaltene investments und durch die miserable lage der usa itself (sparquote, arbeitslosigkeit, bankenkonkurse, billionen an den börsen verpufften unternehmenswerten) droht die weltwirtschaft in eine rezession abzurutschen. einige erwarten sogar eine depression (ausweitung der rezession, welche zumeist nur wenige monate dauert auf mehrere jahre).

die weltbörsen schlittern erneut, historische kursverluste auf mehrtages und wochenbasis folgen. panikverkäufe erfolgen - die verunsicherung ist komplett.

fluchtartige währungsaktionen folgen, der chf wird enorm aufgewertet, der dollar, durch die rückführung von investments in rohstoffe steigt massiv an.

erste anzeichen dass pensionskassen welche nun vielfach einen deckungsgrad von 90 oder weniger prozent erreicht haben, zwangsliquidieren sind existent. viele statuten schreiben vor, dass ab einem bestimmten grad die investments zurückgefahren werden müssen. andere tun es aus vorsorge - denn was soll man ende jahr den versicherten sagen, wenn die börsen weiter sinken? wir haben noch eine deckung von 70, 60 oder gar 50%... nein besser jetzt mit 80, 90 prozent realisieren... diese verkäufe belasten den markt denn es wird alles verkauft - egal ob es aig oder roche, oder nestle ist.

panikaktionen bei den kleinanlegern lassen nicht lange auf sich warten und unterstützen den allg. sell off.

politisch: nun wird die allg. öffentliche stimme laut, dass der staat durch massive regulierung eingreifen soll. managerlöhne sollen beschränkt, direkter einfluss bei den banken soll erzwungen werden. dies mittels aktienkapitalbeteiligung oder durch gesetzliche vorschriften. ein grosser orndungsstaat droht. dies obwohl man aus vergangenen beispielen weiss, dass staatliche marktformen nicht überlebensfähig sind. komunismus oder auch generell der sozialstaat im sinne der planwirtschaft widerspricht der menschlichen natur nach gewinnstreben, das einzig und allein persönliche interessen folgt. der egoismus herrscht natürlicherweise vor und ist unser überlebensgarant.

unsere poltischen instrumente sind einfach zu langsam, zu träge und zumeist zu allgemein, als dass man damit die märkte beinflussen sollte. einflussnahme des staates in diesem masse - wie gefordert - würde wohl die lähmung des freien marktes für ein jahrzehnt bedeuten. man vergleiche dazu nur mal die auswirkungen der 80er auf südamerikanische staaten nach der ölblase. ein verlorenes jahrzehnt. besser wäre vermutlich wenn der markt sich selbst regulieren könnte und dürfte. schmerzlich sehr wohl - aber kurz. das hinauszögern, verschleppen und aufschieben bessert die lage auf keinen fall.

wie es ausgeht? ich weiss es ehrlich gesagt auch nicht. rosig sind die aussichten auf keinen fall

diese story is to be continued

freue mich auf feedback oder weitere ausführungen - es handelt sich bei obigem text um meine eigene meinung und auffassung die sehr wohl von anderen board mitgliedern varieren kann und soll Wink

WOMEN & CATS WILL DO AS THEY PLEASE, AND MEN & DOGS SHOULD GET USED TO THE IDEA.

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