Langfristiger Ausblick auf die Märkte

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13.11.2007 16:02
#1
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Langfristiger Ausblick auf die Märkte

Vorwort

Ich erhalte ab und zu private Nachrichten von Lesern, die danach fragen, welche Risiken und Chancen ich für die nächsten paar Jahre sehe.

Ich halte es für sinnvoll, diese Anfragen in einem eigens dafür geschaffenen Thread zu beantworten. Somit kommt die Antwort nicht einem sondern hunderten von Lesern zu Gute.

Um den Thread "sauber" zu halten gebe folgende Rahmenbedingungen vor:

Wir diskutieren ausschliesslich langfristige Bewegungen der Märkte, Zinsen, Rohstoffe und Währungen. Sowie politische und wirtschaftliche Einflüsse.

Der Zeitrahmen liegt bei 1 Jahr aufwärts in der Regel 5-10 Jahre.

Ich möchte keine Einzeltitel diskutieren und auch keine Anfragen lesen, wie ich xy in der nächsten Woche sehe. Dafür gibt es andere Threads.

Kondratieff

Nickolai Kondratieff war eine russischer Ökonom, der in den 1920er Jahren die Wirtschaft und deren Zyklen bis zurück ins Jahr 1789 analysierte und dabei auf interessante Rhytmen zwischen Hausse und Baisse, Inflation und Deflation aufmerksam wurde.

Diese Rhytmen wurden bekannt unter dem Namen "Kondratieff Zyklen".

Jeder Zyklus dauert etwa 50-60 Jahre und wird wie in der Natur in vier Jahreszeiten Frühling, Sommer, Herbst und Winter aufgeteilt.

Jeder Zyklus hat seine eigenen Investment-Chancen und -Risiken. So ist es für einen Langfristinvestor lebenswichtig zu wissen, in welchem Zyklus der Wirtschaft er sich momentan befindet.

Was ist das richtige Investment? Aktien? Obligationen? Gold? Rohstoffe?

Besonders schwierig wird's beim Wechsel der Jahreszeiten: Was die letzten 10 Jahre das richtige Investment war, wird für die nächsten 10 Jahre das falsche sein. Wird der Investor den Umstieg rechtzeitig schaffen?

Grund genug also, sich die vier Jahreszeiten des Kondratieff-Zykus etwas genauer anzuschauen.

Frühling (1949-1966)

Der Frost des Winters hat unter den Firmen gewütet und tüchtig aufgeräumt. Nur die besten und stärksten haben überlebt. Schulden wurden abgebaut. Geldgeber (Banken, wie auch Anleger) sind nach dem strengen Winter verunsichert und vergeben kaum Kredite.

Die Wirtschaft muss sich also selbst helfen und Investitionen mit Eigenmitteln und aus Gewinnen finanzieren. Die Aktien sind extrem billig. KGV von 6-8 sind die Regel, die Dividendenrenditen liegen bei 8-10% aber keiner will die Aktien kaufen, obschon jetzt der ideale Zeitpunkt wäre, um langfristige Investments aufzubauen.

Nun, die überlebenden Unternehmen haben den Vorteil, dass der Markt recht ausgetrocknet ist. Nachfrage ist da und Konkurrenz ist zum grossen Teil Pleite gegangen. Die Wirtschaft steigt anfangs langsam und stetig an. Neue Arbeitsplätze werden geschaffen. Langsam kehrt das Vertrauen in die Wirtschaft zurück. Es herrscht Frühlingsstimmung. Man gönnt sich wieder Luxus und die Börsenkurse steigen und steigen.

Die Kreditvergabe wird immer lockerer. Investitionen können nun getätigt werden und neue Firmen schiessen aus dem Boden. Zinsen und Inflation steigen.

Bestes Investment: Aktien

Sommer (1967-1982)

Immer neue Investitionen, neue Schulden (auch im Privatsektor) werden aufgebaut. Es herrscht Aufbruchstimmung. Die Inflation erreicht zweistellige Bereiche. Aktien sind bereits so teuer geworden, dass sich die Kurse kaum noch bewegen. Zwar liegen die Renditen von Aktien immer noch bei stolzen 8-12% aber die Inflation erreicht noch höhere Werte.

In dieser Situation macht es keinen Sinn, in Aktien oder Obligationen zu investieren. Die Inflation frisst die Gewinne mehr als weg.

Profitabel sind Rohstoffe und Gold, da alle Langfrist-Anleger nach einer Anlage suchen, die zumindest werterhaltend ist.

Beispiel aus den 70er Jahren: Gold kostete 1970 $50/oz und 1982 zeitweise bis $850/oz.

Wir erinnern uns auch an die Erdölkrise von 1973 und die autofreien Sonntage. Die boomende Wirtschaft benötigt mehr und schneller Rohstoffe als die Produzenten in der Lage sind zu liefern.

Beste Investments: Gold und Rohstoffe

Herbst (1982-2000)

Aus der Rohstoffknappheit der 70er Jahr wurden die Konsequenzen gezogen und zeigen nun Wirkung. So wurden einerseits neue Ölquellen erschlossen, um der ständig steigenden Nachfrage gerecht zu werden und andererseits sparsamere Autos produziert. 1985 sank der Ölpreis wieder auf das Niveau der 60er Jahre.

Dies gilt analog für alle Rohstoffe.

Politisch ist der Herbst geprägt durch den Kampf gegen die Inflation. Zinsen und Teuerung sinken wieder in den niedrigen einstelligen Bereich (2-4%). Dadurch werden Aktien und Obligationen wieder interessant und erleben einen Boom.

Rohstoffe und Gold hingegen werden billig. Das Horten von Gold bringt keine Rendite. Ganz im Gegensatz zum boomenden Aktienmarkt.

Die niedrigen Zinsen erlauben weitere Investitionen. Neue Firmen werden gegründet und dank der niedrigen Schuldzinsen verschulden sich auch Privathaushalte immer mehr. Die Schulden wachsen ins Unermessliche. Dies wird aber nicht als Gefahr erkannt, da ja die Aktien schneller steigen als die Schulden.

Vermehrt werden deshalb auch Aktien auf Schulden gekauft. Wer könnte dem auch widersprechen? Macht es nicht Sinn, Für einen Kredit 6% Zinsen zu zahlen, wenn man mit Aktien 40% Gewinn einstreichen kann?

Der Aktienmarkt überhitzt mehr und mehr. Aktien sind extrem überbewertet, werden aber weiterhin höher und höher getrieben.

Beste Investments: Aktien und Obligationen

Schlussendlich kommt es wie es kommen muss: Börsencrash! Über Nacht ist der Winter da.

Winter (2000- 201?)

Die Aufgabe des Winters besteht in der Bereinigung. Rezessionen, Konkurse, Platzen von Blasen und faulen Krediten prägen das Bild dieser düsteren Jahre.

Wer Aktien auf Kredit gekauft hatte, muss nun zwangsverkaufen und steht mit Schulden da. Schulden müssen bezahlt werden, der Konsum wird entsprechend eingeschränkt.

Dies führt dazu, dass die Wirtschaft weniger Gewinne erwirtschaftet und Arbeitsplätze streicht, was den Teufelskreis weiter verstärkt. Abspecken ist angesagt. Bei Firmen wie den Privaten.

Wer das nicht mehr kann, geht Konkurs.

Für Kreditgeber wie Banken aber auch Investoren (Obligationen und Aktien sind schliesslich auch Kredite) brechen ebenfalls schwierige Zeiten an. Sie müssen viele faule Kredite abschreiben bzw. Kursverluste hinnehmen, können aber andererseits ihr Risiko auch nicht absichern, da die Zinsen und Dividenden zu niedrig sind. Wer in dieser Situation noch Geld übrig hat, wird es in Gold anlegen, das im Winter einen neuen Boom erfährt.

Die Krise an den Finanzmärkten führt den Menschen vor Augen, dass Papier häufig nichts anderes ist als eben dieses: wertloses Papier.

Aktien, Obligationen, Hypothekarverträge, Schuldscheine werden über Nacht wertlos. Auch Papiergeld als solches wird mit mehr und mehr Misstrauen betrachtet. Man besinnt sich auf die wahren Werte: Gold und Rohstoffe.

Währungskrisen und -reformen fallen immer in den Winter des Kondratieff-Zyklus.

Wegen dieser Unsicherheiten, werden Kredite nur noch dann gewährt, wenn sich der Gläubiger durch hohe Zinsen gegen die Risiken wie Zahlungsunfähigkeit oder Währungsverlust ausreichend abgesichert glaubt. "Entweder Du gibst mir mindestens xx% Zinsen oder Du kannst den Kredit vergessen und ich kaufe Gold"

In der zweiten Winterhälfte werden deshalb die Zinsen am langen Ende sehr stark ansteigen.

Beste Investments: Gold, nach Anstieg der Zinsen auch Obligationen

Irgendwann ist auch der strengste Winter vorbei, sind alle Altlasten bereinigt, die Schulden abgebaut, überlebens-unfähige Firmen pleite gegangen und die Börsen liegen am Boden.

Die Aktienbewertungen liegen auf historisch niedrigem Niveau, die Überlebenden sind allesamt seriöse und unterbewertete Firmen aber keiner will noch Aktien kaufen.

Investoren, insbesondere Kleinanleger, wurde 10 Jahre lang in regelmässigen Abständen durch Scheinrallys dazu bewegt, ihre sauer verdienten Ersparnisse in Aktien zu investieren, die vielleicht noch 1 Monat lang stiegen, nur um danach neue Mehrjahres-Tiefs zu markieren. Am Ende des Winters hat auch der hinterste und letzte Kleinanleger das Vertrauen in die Börse verloren, die Nase gestrichen voll und schwört sich hoch und heilig, nie mehr an der Börse zu investieren.

Schade eigentlich, denn genau jetzt wäre der ideale Zeitpunkt, um im grossen Stil in die Märkte einzusteigen. Jetzt, nur jetzt kriegt man die Perlen für ein Butterbrot.

Die Börsen liegen am Boden, der Tiefpunkt ist erreicht und es geht langsam wieder aufwärts. Ein neuer Frühling ist da, der Zyklus beginnt von vorne.

Handeln im Kondratieff

Zugegeben, es ist schwierig, den Wechsel der Jahreszeit zu erkennen. Sind wir noch im Winter oder schon im Frühling? Wo ist die Grenze zwischen Sommer und Herbst?

In der Regel erkennt man dies erst Jahre zu spät. Den Frühling beispielsweise erst, wenn die Kurse über 1-2 Jahre stetig nach oben gelaufen sind.

Einzig den Winter erkennt man sehr deutlich, denn der Herbst endet mit einem Crash.

Umso unverständlicher ist, weshalb so viele Kleinanleger trotz Winterzeit immer noch das genau falsche tun, nämlich langfristig in Aktien zu investieren und den Goldbullen zu verschlafen.

Zugegeben, wir Menschen sind Gewohnheitstiere. Wir haben vielleicht 10 Jahre lang die positive Erfahrung gemacht, dass Aktien immer steigen und Rückschläge nur kurzfristig sind. Nun kurzfristig den Umstieg von Aktien in Gold zu wagen dürfte wohl in erster Linie ein psychologisches Problem sein.

Das hängt sicher auch damit zusammen, dass ein Kondratieff-Zyklus mit 50-60 Jahren so lange dauert, dass kaum ein Investor einen ganzen Zyklus aktiv an der Börse miterlebt. Wären die Zyklen kürzer - zum Beispiel ein Jahr - kämen wir damit sehr gut zurecht und wären alle Top-Spekulanten:

Ersetzen wir einmal Börsenkurse durch Temperaturen und nehmen wir an, wir könnten auf steigende Temperaturen spekulieren, wie mit Aktien. Wohl jeder von uns würde in einer kalten Januar-Nacht Temperatur-Aktien kaufen und Ende Juli zur Mittagszeit wieder verkaufen. Dabei wären uns die Eisheiligen oder die Hundstage ziemlich schnuppe, denn wir wären uns ganz sicher, dass es Ende Juli wärmer ist als im Januar und wir dann unsere Aktien an einem sonnigen Tag um die Mittagszeit veräussern könnten.

Schliesslich hat jeder von uns, diesen Temperatur-Zyklus namens "Jahr" bereits zig mal erlebt und somit haben wird die langfristigen Verläufe wie auch die kurzfristigen Rückschläge sehr gut im Griff.

Jeder von uns wäre aber auch so intelligent, seine Temperatur-Aktien im Juli, spätestens August zu verkaufen. Niemand käme auf die Idee, sie bis zum Oktober oder gar Dezember zu halten.

Nun gut, ein Kondratieff-Zyklus dauert 50-60 mal länger. Ein Monat Kondratieff entspricht 4-1/2 Jahren und ich behaupte mal, dass die meisten Kleinanleger höchstens 1-2 Kondratieff-Monate erlebt haben.

Entsprechend verhalten wir uns auch: Wir steigen vielleicht im Juli in die Börse ein, nachdem wir erkannt haben, dass seit März die Temperaturen gestiegen sind und die Zeitungen von einer kommenden Hitzewelle sprechen. Der August erreicht noch höhere Temperaturen und gibt uns mit unserer Entscheidung Recht. Die ersten kalten Tage des Septembers nutzen wir dazu, günstig Temperatur-Aktien nachzukaufen, im Oktober beschliessen wir, unsere Verluste auszusitzen aber spätestens im Dezember werfen wir das Handtuch.

Wir betrachten das Kondratieff-Jahr durch die Lupe einer Fliege, die im natürlichen Jahr durch den ersten Frost völlig überrascht und tödlich getroffen wird.

Zugegeben, wir konnten nie einen ganzen Kondratieff-Zyklus persönlich durchleben. Genau so wenig, wie eine Fliege mehr als ein Jahr überleben kann. Aber im Gegensatz zur Fliege können wir lesen, die Geschichte verstehen und in unsere Erfahrung einfliessen lassen.

Machen wir doch Gebrauch von dieser Fähigkeit und nutzen wir sie zu unserem Vorteil.

... (Fortsetzung folgt) ...

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17.01.2016 01:30
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Goldbuggy hat am 06.01.2016 - 22:58 folgendes geschrieben:

Ja, und die erdölexportierenden Länder werden solange den USD akzeptieren, solange sie die US Navy am Hals haben. Also die rund 900 amerikanischen Militärbasen in der Welt. Any other questions, comrads? 

Nicht ganz fair: In der Tat haben die Saudis wie auch die UAE die US-Streitkräfte "gemietet" um ihre Küsten, den persischen Golf und insbesondere die Strasse von Hormus zu schützen. Dubai alleine zahlt den USA pro Jahr eine Milliarde Dollar, damit die Amis - die sich ja als Söldner- und Krieger-Nation bewährt haben - diese Aufgabe übernehmen.

Ist ja auch nicht ganz unlogisch: Wenn ich selber schwach aber reich bin, dann zahle ich dem dummen aber kräftigesten Schul-Schläger regelmässig ein paar Franken, damit er mich einerseits und Ruhe lässt und andererseits alle verprügelt, die mir dumm kommen wollen.

Man kann gegen die Amis sagen was man will aber sie haben sich als das aggresivste Volk mit der besten Kampf-Effizienz durchaus bewährt. So gut bewährt, dass ihnen derzeit in Puncto "effizientes Menschen-töten" niemand das Wasser reichen kann.

So gesehen macht es durchaus Sinn, dass sich die reiche, produktive Länder dieser 1A-Schlägertruppe bedienen.

15.01.2016 11:36
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Wenn ich mit euch fertig bin, seid ihr ein Joghurt

Industrie 4.0

Die Arbeitswelt steht vor einem dramatischen Umbruch: Maschinen und Dinge reden miteinander und vernetzen sich zur klugen Fabrik. Und was haben wir davon? Ein schöneres Leben?

Softwareagent an Glas: Mach Granatapfel-Zitrone-Joghurt

Zur Vorbereitung auf die nächste industrielle Revolution haben einige Universitäten beschlossen, gemeinsam Joghurt zu produzieren. Auf einer Webseite der Universität Stuttgart darf man seinen Wunschjoghurt zusammenstellen. Es stehen vier Rahmstufen zur Auswahl, zwanzig Fruchtsorten sowie diverse Toppings wie Streusel und Müsli. Die Kunden können zwischen biologischer, lokaler und CO₂-reduzierter Produktion wählen, Frucht oben, unten oder gemischt, Verpackung aus Plastik oder Glas, insgesamt gibt es rund elf Millionen Kombinationsmöglichkeiten. Gut möglich also, dass das bestellte Exemplar ein Unikat wird. Ein Granatapfel-Zitrone-Sahnejoghurt mit Schokostreuseln und auf Sonderwunsch Chiliflocken zum Beispiel. Bestellung absenden? Klick.

Das Besondere an diesem Joghurt ist, dass anschließend nicht Menschen, sondern Softwareagenten miteinander kommunizieren. Ein Einkaufsagent nimmt die Bestellung auf; Koordinationsagenten der Fabriken verhandeln, wer den Auftrag bekommt; Produktionsagenten in der Fabrik organisieren die Herstellung. Auf dem Glas klebt ein Mikrochip, der den Joghurt mit dem Netz verbindet. Unterwegs durch die Fabrik kommuniziert er mit Robotern und Abfüllmaschinen

Es geht dabei nicht wirklich um Joghurt. Die Universität Stuttgart will mit anderen zeigen, wie die Fabrik der Zukunft funktionieren könnte, die smarte Fabrik. Es geht um das nächste große Ding: die digitalisierte, vernetzte industrielle Produktion. Maschinenbau trifft Big Data. In der Autoproduktion sollen autonome Roboter Seite an Seite mit Menschen arbeiten, nicht mehr im Sicherheitskäfig. Werkzeugmaschinen sollen dank unzähliger Sensoren und Messdaten besser vorhersagen, wann sie eine Wartung brauchen. Und die Arbeiter laufen künftig mit Tabletcomputern durch die Fabrik wie Mr. Spock durch das Raumschiff Enterprise.

"Technik als Motor positiver Visionen? Das hatten wir lange nicht mehr", sagt die Industriesoziologin Sabine Pfeiffer von der Universität Hohenheim. "Seit Jahrzehnten kam Technik als Veränderungsinstanz fast nur ins öffentliche Bewusstsein, wenn es um ihre bedrohlichen Nebenfolgen ging." Nun aber scheine sie wieder "Auslöser eines großen und alle gesellschaftlichen Bereiche berührenden Prozesses zu sein".

Die Deutsche Akademie der Technikwissenschaften (acatech) hat schon mal die "vierte industrielle Revolution" ausgerufen. Die erste Revolution datieren die Techniker auf das Ende des 18. Jahrhunderts, als mechanische Produktionsanlagen, angetrieben von Dampf- und Wasserkraft, viel Handarbeit ersetzten; die zweite Revolution ging um 1900 mit Fließbandarbeit und Massenproduktion einher. Die dritte Revolution war die Computerisierung der Maschinen ab 1970. Und als Nächstes steht die Vernetzung der Maschinen an. Deshalb reden Politiker, Ökonomen und Verbände hierzulande von "Industrie 4.0". Nun diskutieren Arbeitskreise im ganzen Land: Was bedeutet die große Digitalisierung für die Kunden? Für die Arbeiter und Angestellten? Für die Unternehmen? Für den Standort Deutschland und, nun ja, für den Kapitalismus?

Produktionsagent an Abfüllung: Arbeitest du heute?

Könnten wir hören, wie die Maschinen miteinander reden, würden wir ein anschwellendes Getöse vernehmen: Im Jahr 2012 waren erstmals so viele Dinge – Spielzeug, Rauchmelder, Maschinen – mit dem Internet verbunden, wie es Menschen auf der Erde gibt, im Jahr 2020 sollen es 50 Milliarden Dinge sein. Ihre elektronischen Kleinhirne speisen Daten ins Netz und empfangen Steuerungsbefehle. Das ist das Internet der Dinge, und es wird in der vernetzten Industrie auf Anlagen wie Werkzeugmaschinen, Lackierautomaten und Milchmaschinen erweitert, oft ist von "cyberphysikalischen Systemen" die Rede. Anlagen und Werkzeugmaschinen sind zwar heute schon computergesteuert. Neu ist, dass sie in der vernetzten Fabrik miteinander Kontakt aufnehmen. Jede Maschine wird in der Cloud von einem digitalen Zwilling repräsentiert. Die Zwillinge kommunizieren miteinander in der virtuellen Fabrik. Abfüllanlage an Produktionsagent: Ich bin heute mit Sahnejoghurt beschäftigt und habe noch 900 Liter davon vorrätig; in zehn Tagen werde ich wegen Wartungsarbeiten sechs Stunden lang pausieren.

"Jede Maschine hat zwar ein eigenes Steuerungssystem und eine eigene Sprache", sagt Birgit Vogel-Heuser von der Technischen Universität München, "aber der jeweilige Softwareagent ist eine Art Übersetzer. Deshalb können wir auch Altanlagen ertüchtigen." Ein Familienbetrieb muss also keine nagelneuen Industrie-4.0-Geräte kaufen. Stattdessen kann er seine altbewährten Anlagen mithilfe neuer Software aufrüsten, sodass sie mit anderen Maschinen und Softwareagenten kommunizieren können. Das ist ungefähr so, wie wenn die Großeltern anfangen zu skypen. Vogel-Heuser leitet den Lehrstuhl für Automatisierungstechnik und koordiniert das myJoghurt-Forschungsprojekt, sie redet von Maschinen wie von Menschen. Sie sagt: "Die Softwareagenten vertreten die Interessen der Maschinen."

http://www.zeit.de/zeit-wissen/2016/01/industrie-4-0-kuenstliche-intelli...

 

 

 

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Der Weise gewinnt mehr Vorteile durch seine Feinde als der Dummkopf durch seine Freunde.
Benjamin Franklin

06.01.2016 22:58
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Ja, und die erdölexportierenden Länder werden solange den USD akzeptieren, solange sie die US Navy am Hals haben. Also die rund 900 amerikanischen Militärbasen in der Welt. Any other questions, comrads? 

06.01.2016 22:43
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"Reagiert die Fed falsch, droht eine Rezession"

Ja elias, das bedarf wirklich grosser ökonomischer Weitsicht. Bravo, elias!

06.01.2016 21:26
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"Wellenreiter" rechnet (beim DAX) dass die Korrektur gut und gern 20% betragen kann.

MfG
Schnitthelm Wachtvogel

01.01.2016 11:11
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Signal des Gebert-Index Jan. 2016!

Der Gebert-Index startet im Januar mit 4 Punkten, was als positives Signal verstanden werden darf. Dieser positive Start in das neue Börsenjahr darf uns aber keinenfalls Sand ins Börsenauge streuen. Ob diese 4 Punkte gerechtfertigt sind werden wir dann sehen. Es kann durchaus eintreffen, dass es mit der Börse noch weiter aufwärts geht. Ich meine es könnte noch etwas aufwärts gehen im 1 Halbjahr 2016. Aber ich denke, dass es unbestritten sein wird, dass die Börse sich noch nicht endgültig entschieden hat wohin die Reise geht. Allerdings sind Aktien bester und guter Qualität praktisch alternativlos. Kursgewinne im Jahr 2016 sind für Langfristanleger höchstwahrscheinlich. Es gilt aber auch die Augen offen zu halten und auf sich anbahnende Trendwenden zu reagieren. Ebenso könnten weltweite kriegerische Konflikte die Aktienrenditen auf den Kopf stellen. Das Börsenjahr 2016 kann also eine positive wie negative Entwicklung nehmen. Ich gehe davon aus, dass mindestens die Dividenden gehalten werden können.

Ich werde also mit den gleichen Titeln ins 2016 steigen, wie ich das Jahr 2015 beendet habe. Das Depot ist "ziemlich" grün und ich hoffe, dass sich auch die wenigen darbenden Pflänzchen auch bald ergrünen.

Allen Börsianern und Börsianerinnen wünsche ich für 2016 ein glückliches Händchen bei ihrer Depotpflege. Selbstverständlich sollt ihr alle gesund bleiben und Euch des Lebens freuen.

 

E guet's Neu's Jahr

Karat1

04.11.2015 10:20
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Angst vor dem Abschwung: «Notenbanken in der Falle»

Der globale Abschwung ist Realität – und verschärft sich, glaubt Didier Saint-Georges. Der Carmignac-Experte sieht Finanzblasen und fürchtet Deflationsgefahren. Was das für Anleger bedeutet.

«Ich möchte Ihnen ja nicht den Tag verderben», sagt Didier Saint-Georges und beginnt seinen Vortrag. Über die verpuffende Wirkung der Notenbankspritzen, über die Deflationsgefahren rund um den Globus. Über die mögliche Rezession in den USA und was das für die Börsen bedeutet. Und darüber, wie ein Investor Geld anlegt, wenn er für die kommenden Jahren ein sogenanntes japanisches Szenario erwartet, in dem Wirtschaft und Aktienmärkte als Ganzes kaum noch vom Fleck kommen.

Geht es nach Saint-Georges, Mitglied des Investmentkomitees beim Asset Manager Carmignac, müssen sich Unternehmer und Anleger auf harte Zeiten einstellen. Zwei grosse Trends macht der Börsenexperte in diesem Spätherbst aus: Zum einen, so sagt er, ist der globale Abschwung inzwischen Realität – und wird sich weiter verschärfen. «Alle Indikatoren zeigen Richtung Süden.» Vor allem die beiden grössten Volkswirtschaften geben demnach Grund zur Beunruhigung.

China wird für den Westen eine harte Landung

Für China sieht Saint-Georges zwar keine «harte Landung». Die Wirtschaft als ganze werde weiter mit ansprechenden Raten wachsen. Doch die westlichen Ökonomien werden seiner Auffassung nach das «rapide Rebalancing» der Wirtschaft zu spüren bekommen. Während der Dienstleistungssektor in der vergangenen Dekade um rund 10 Punkte auf heute fast 50 Prozent des Bruttoinlandprodukts gewachsen ist, sinkt der Anteil der Industrie: Machte das verarbeitende Gewerbe vor der Finanzkrise 2008 noch fast die Hälfte der Wirtschaftsleistung aus, sind es mittlerweile nur noch gut 40 Prozent – mit weiterer Tendenz nach unten.

Diese massiven Umwälzungen sind heute zwar nicht für China gefährlich, so Saint-Georges, könnten aber vom Rest der Welt aber als «harte Landung» wahrgenommen werden. Denn die westliche Exportwirtschaft profitierte vom Investitionsboom in den vergangenen Jahren mehr als sie es nun vom Aufschwung des Konsums tut. Die Überkapazitäten im Reich der Mitte führten in diesen Monaten zu Preissenkungen. Das Land exportiert Deflationsprobleme in den Rest der Welt, sagt Saint-Georges. Hinzu kommt: Für westliche Firmen werde es zunehmend schwerer, am Aufschwung in China teilzuhaben.

US-Firmen haben zu wenig investiert

Doch nicht nur in Fernost zeigen die Indikatoren nach unten: Neben China ist die US-Wirtschaft nach Ansicht von Carmignac der grösste Problemfall. Das Konsumentenvertrauen sinkt. Schlimmer noch sei, dass das Investitionsumfeld von den Finanzmärkten massiv unterschätzt werde, so Saint-Georges. Die Firmen hätten die geldpolitische Lockerung (QE) in den USA nicht genutzt, um in neue Maschinen und Anlagen zu investieren, sondern um «financial engineering» zu betreiben – also die Zahlen aufzupeppen und so die Aktionäre zufriedenzustellen.

Laut dem Carmignac-Experten wird an den Finanzmärkten heute noch unterschätzt, dass die ausbleibenden Investitionen die wirtschaftlichen Aussichten der grössten Volkswirtschaft der Welt beeinträchtigen. «Die Analysten sind dabei, ihre Gewinnerwartungen zunehmen nach unten zu schrauben.» Das dürfte sich zunehmend auch an den Aktienmärkten spiegeln, glaubt man bei Carmignac.

Reagiert die Fed falsch, droht eine Rezession

Liefen in der Vergangenheit Indizes wie der S&P 500 weitgehend im Gleichschritt mit den realen Einkommen der privaten Haushalte, hat sich seit Start des ersten QE-Programms in den USA im Jahr 2009 eine ungewöhnliche Schwere aufgetan: An den Börsen ging es stetig bergauf, die Löhne indes legten kaum zu (siehe Grafik, Quelle: Carmignac). Wahrscheinlich sei, dass die beiden Kurven sich in Zukunft wieder annäherten – eher aber über sinkende Börsenkurse als steigende Einkommen, so Saint-Georges.

Der Carmignac-Experte geht davon aus, dass die Notenbanken angesichts dieser Aussichten weiter eine expansive Politik verfolgen. Denn ein Umschwung könnte grössere Verwerfungen nach sich ziehen, befürchtet er: Mit einer falschen Reaktion der US-Notenbank Fed steige die Rezessionsgefahr für die amerikanische Wirtschaft . Das Problem jedoch: Mit jeder neuen Runde geldpolitischer Lockerung werden die QE-Effekte kleiner und kleiner.

«Man kauft keine zyklischen Aktien»

So habe das erste Programm 2009 in den USA noch «die Welt gerettet». Der Vorstoss der Europäischen Zentralbank indes zeige heute kaum noch Wirkung, allenfalls an den Kreditmärkten. Saint-Georges befürchtet so manche Finanzmarktblase: Etwa bei hochverzinslichen US-Unternehmensanleihen, an den Rohstoffmärkten oder bei kürzer laufenden Staatsanleihen. «Die Notenbanken stecken in der Falle.» Und an den Märkten dürfte man laut Saint-Georges zunehmend merken, dass die Währungshüter nicht die Lösung der Probleme sind.

Was bedeutet das für Investoren? Wenn man für die Zukunft von einem Szenario wie im Japan der 1990er Jahre ausgeht, so Saint-Georges, «kauft man keine zyklischen Aktien». Nach einem Crash am Bankenmarkt kam der Tokioter Leitindex Nikkei über Jahre nicht vom Fleck. Aus den Erfahrungen von damals will Carmignac heute lernen: Firmen mit Preismacht, die noch dazu in einer Nische agieren, könnten für die Zukunft eine gute Investition sein. Etwa aus dem Pharmabereich, wenn sie die klinische Phase III neuer Wirkstoffe überstanden haben. «Dort kümmert man sich nicht um wirtschaftliche Abschwünge oder Deflationsprobleme.»

Gewinner und Verlierer driften auseinander

Heute ebenfalls attraktiv, was es im Japan der 90er Jahre jedoch noch nicht gab: Aktien grosser Tech-Unternehmen. Der Online-Versandhändler Amazon reinvestiere seine Geld seit Jahren und sei heute Marktführer, sagt der Carmignac-Experte. Ähnliches gelte für die kalifornischen Giganten Google und Facebook. Es werde ein grosses Auseinanderdriften zwischen Gewinnern und Verlierern geben, ist Saint-Georges überzeugt. Ebenfalls gute Chancen haben angesichts des steigenden Wohlstands in den grossen Schwellenländern wie China offenbar auch Luxus-Firmen wie Richemont. «Diese Story bleibt stark, weil die Chinesen reicher werden und diese Marken kaufen.»

http://www.handelszeitung.ch/invest/boerse/angst-vor-dem-abschwung-noten...

 

 

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Der Weise gewinnt mehr Vorteile durch seine Feinde als der Dummkopf durch seine Freunde.
Benjamin Franklin

25.09.2015 15:59
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Die «Nifty Fifty»-Blase

Ende der 1960er-Jahre setzen Anleger euphorisch auf wachstumsstarke Qualitätsaktien. Auch die höchsten Preise wirken nicht abschreckend – mit fatalen Folgen.

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1. Finanzielle Repression

Die Aktienmärkte reflektieren die erfreuliche Wirtschaftslage. Von 1958 bis Ende 1965 avanciert der US-Leitindex S&P 500 um rund 140%. Das sind 11% pro Jahr. Doch in der zweiten Hälfte des Jahrzehnts macht sich plötzlich Inflationsdruck bemerkbar, der Börsenmotor stottert.

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2. Einfache Entscheidung

Aktien dieser Unternehmen, so die Überzeugung, kauft man und hält sie für immer im Depot. Deshalb werden sie auch «One Decision»-Aktien genannt: Anleger müssen demnach lediglich eine Entscheidung – nämlich den Kauf – fällen und sich keine weiteren Gedanken mehr über ihr Investment machen.

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3. I’m a Believer

Die Rechnung geht auf, die Investoren werden für ihre Titelselektion belohnt: Allein 1965, als der Gesamtmarkt in eine breite Seitwärtsbewegung übergeht, überflügeln die Nifty Fifty den S&P 500 um rund 20%. Im folgenden Jahr schneidet die Gruppe um fast 25% besser ab. Die Monkees singen «I’m a Believer» und immer mehr Investoren werden ebenfalls zu Gläubigen. Auch im folgenden Jahr steigen die Nifty. 1968 folgt erstmals ein Rückschlag, der den Aufwärtstrend jedoch nicht nachhaltig zu bremsen vermag. Bereits 1969 nimmt die Aufwärtsbewegung wieder Fahrt auf, die Nifty Fifty schlagen den S&P 500 um über 30%. Die Bewertungen stossen in immer höhere Sphären vor.

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4. Hohe Bewertung, tiefer Fall

Im Höhepunkt der Euphorie Ende 1972 zeigt sich jedoch ein krasses Auseinanderdriften in den Bewertungen zwischen Nifty-Fifty-Aktien und Gesamtmarkt. Mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) von durchschnittlich beinahe 45, einem Kurs-Buch-Verhältnis von über acht und einer Dividendenrendite von mickrigen 1% erreicht die Bewertung extreme Werte. Zum Vergleich: Der S&P 500 handelt damals zu einem KGV von 18 und wirft eine Dividendenrendite von 2,7% ab.

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5. Schick in den Abgrund

Erst im Oktober 1974 findet der S&P 500 bei 62,28 Punkten den Boden – ein Verlust von 48%. Obschon sie im Ruf stehen, solide und verlässlich zu sein, erwischt es die Nifty Fifty noch viel heftiger als den breiten Markt. Die Aktie Coca-Cola, Inbegriff der Stabilität, büsst vom Ende 1972 erreichten Höchst innerhalb von zwei Jahren rund 70% ihres Werts ein. Mit einem Einbruch von knapp 60% muss auch IBM kräftig Federn lassen. Avon (–86%), Polaroid (–91%) und Xerox (–71%) ergeht es nicht besser. Über die folgenden acht Jahre bleiben die Nifty Fifty 33% hinter dem S&P 500 zurück und geben damit einen Grossteil der in den Jahren zuvor erzielten Outperformance wieder preis.

Der Börsenkurs von Polaroid, der mit Abstand teuersten Aktie Ende 1972, fällt in den folgenden Jahren auf gerade noch 5 Cents. Im Oktober 2001 meldet das Unternehmen Konkurs an.

Viele Anleger lernen auf schmerzhafte Weise, dass ein gutes Unternehmen nicht gleichbedeutend ist mit einer guten Investition. Es kommt immer auf den dafür bezahlten Preis an.

http://www.fuw.ch/article/die-nifty-fifty-blase/

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Der Weise gewinnt mehr Vorteile durch seine Feinde als der Dummkopf durch seine Freunde.
Benjamin Franklin

11.05.2015 12:57
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weico hat am 20.11.2007 - 06:33 folgendes geschrieben:

 

MarcusFabian wrote:

Jetzt kommt es dennoch zur Sprache. Die Arabischen Emirate (der Dirham ist an den Dollar gekoppelt) diskutieren offen, den Dirham an einen neuen Währungskorb zu binden (Dollar, Euro, Yen), um die Inflation und Geldentwertung im Lande einzudämmen. Entsprechend kommt auch hier das Thema Erdölfakturierung wieder aufs Parkett.

Interessant dabei: Kaum jemand scheint die Bedeutung zu erkennen, die eine Umstellung der Erdölfakturierung haben würde.

Dabei ist dies wohl die heisseste Nachricht seit Beginn der Subprime-Krise im August 2007!!!

[/b]

..wie marcusfabian in seiner schönen Ausführung richtig schreibt,wird dieser heissen Nachricht ,leider auch von den Medien, viel zuwenig beachtung geschenkt.

Wie Ich im Dollar-Thread geschrieben habe,sollte man dabei ,in nächster Zeit,vorallem das Datum 3+4 Dezember im Auge haben.

Das die freie Erdölfaktuierung sich durchsetzten wird,ist wohl keine Frage mehr . :!:

Die Frage lautet nur noch WANN...

 

 

Erdölfakturierung

pro memoria

 

 

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Benjamin Franklin

08.04.2015 12:31
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weico hat am 08.04.2015 - 00:05 folgendes geschrieben:

Wie sagte Greenspan so schön in seiner Biografie:

"Ich hatte mir nie vorstellen können, wie eine Deflation unter einer Fiat-Währung zustande kommen sollte."

Auch für ihn war es wohl sicherlich bitter,als die Theorie und sein Glaube ...an der Realität zerbrach.


 

 

 

Tja, hat sich Greenspan geirrt? Haben sich alle Monetaristen geirrt oder irren sich immer noch?

Es gibt eine alte Studie von Milton Freedman. Darin hat er 113 Länder untersucht. Mit zwei Ausnahmen führte eine Erweiterung der Geldmenge zu Inflation. Die beiden Ausnahmen sind Japan und Oman. Im Schnitt führt eine Ausweitung von 1% zu einer Teuerung von 0.9%

Die Frage muss jetzt lauten: Was ist diesmal anders als bei den anderen, früheren Gelddruck-Aktionen der Zentralbanken? Was ist in Japan anders als in anderen Ländern?

Ich meine, wir haben die Antworten teilweise schon aus anderen Diskussionen hergeleitet:

1. Japan konnte in den 1990er Jahren trotz Krise im eigenen Land seine Produkten im boomenden Westen verkaufen und somit einen enormen Exportüberschuss erzielen. Durch den Import von Devisen wurde der Yen gestärkt und die zusätzlich gedruckte Yen-Menge absorbiert.
Oder anders ausgedrückt: Die überschüssigen Yen sind als Kredite ins Ausland geflossen und konnten somit im japanischen Binnenmarkt keine Inflation auslösen.

2. Die aktuelle Deflation in allen Industrienationen kann man darauf zurückführen, dass das zusätzliche Geld nicht nach Gütern und Dienstleistungen nachfragt sondern ausserhalb der Realwirtschaft auf Bankkonten schlummert, als Reserve bei den Zentralbanken oder im virtuellen Cyberspace des Finanzcasinos rumgeistert.

 

Ich meine, über diese beiden Punkte dürften wir uns soweit einig sein. Zumindest zu Punkt zwei, den ich unter der Prämisse zusammenfasse:
"Zusätzlich gedrucktes Geld wirkt nur inflationär (auf die Preise), wenn es in der Realwirtschaft nach Gütern nachfragt."

Überprüfen können wir diese These mit folgender Antithese: Inflation zu erzeugen ist eigentlich kein Problem. Man muss das Geld nur dort hin bringen, wo es in der Realwirtschaft ausgegeben wird. Gib jedem Einwohner 1 Million (oder 5 Millionen oder 10 Millionen) und Du hast morgen Inflation.

 

Ausgehend von dieser These sehe ich zwei Möglichkeiten, wie es weiter geht. Ohne jedoch eine Aussage zum "Wann" abgeben zu können:

1. Das derzeit geparkte Geld fliesst in die Realwirtschaft, es wird ausgegeben. In diesem Fall bekämen wir Monetaristen doch noch recht und eine hohe Inflation würde einsetzen.

2. Es gelingt den ZB, dieses Geld marktschonend wieder abzuziehen, ohne dass es in die Realwirtschaft fliesst. Es würde dann bei seinem Abzug genau so wenig Schaden in der Wirtschaft anrichten wie es bei seiner Entstehung keinen Nutzen gebracht hat. In diesem Fall ginge der Punkt an Dich.

Ich kann nicht beurteilen, welches dieser beiden Szenarien schlussendlich eintreten wird, obschon ich persönlich zu Szenario 1 tendiere. Ich behaupte allerdings, dass wir im Moment noch nicht wissen, was mit der vagabundierenden Pumpenkohle passieren wird. Erst wenn dieses überschüssige Geld auf die eine oder andere Weise verschwunden sein wird, werden wir wissen, welches der Szenarien eingetreten sein wird! (Ich verwende hier absichtlich Futur 2)

 

08.04.2015 00:05
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MarcusFabian hat am 07.04.2015 - 20:42 folgendes geschrieben:


Du kannst nun zu recht argumentieren, dass die Geldmengenausweiten der Fed um Faktor 4 oder der SNB um Faktor 2 noch nicht - und ich betone: noch nicht - zu einer Teuerung geführt haben.

..dann solltest du wohl noch einen variablen Zeitverzögerungsfaktor ,in deine "Geldmengen-Teuerungs-Theorieformel", einbauen.

Für Japan nimmst du am besten gleich  einen 2-stelligen... Dirol

 

N.B: .. die "Geldmengen-Teuerungs-Theoretiker" werden zurzeit schlicht von der Realität eingeholt . Wie sagte Greenspan so schön in seiner Biografie:

"Ich hatte mir nie vorstellen können, wie eine Deflation unter einer Fiat-Währung zustande kommen sollte."

Auch für ihn war es wohl sicherlich bitter,als die Theorie und sein Glaube ...an der Realität zerbrach.

 

 

weico

 

 

 

07.04.2015 20:42
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Na aber hallo!

Fangen wir an mit Geldmengen-Theorie: Die besagt, dass wenn die Geldmenge stärker steigt als das Wirtschaftswachstum, die Menge an zur Verfügung stehenden Gütern, sich Geld gegenüber den Gütern im Wert verringert.
Es gibt unzählige Beispiele in der Geschichte, die das belegen. Wo also genau das passiert ist. Simbabwe 2008 ist also nur das neuste, keineswegs aber das einzige Beispiel.

Du kannst nun zu recht argumentieren, dass die Geldmengenausweiten der Fed um Faktor 4 oder der SNB um Faktor 2 noch nicht - und ich betone: noch nicht - zu einer Teuerung geführt haben. Daraus aber abzuleiten, dass wir nunmehr in "neuen Zeiten" leben, wo die Geldmenge keine Rolle mehr spielt und Geld ohne Auswirkung auf seinen Wert straffrei beliebig gedruckt werden darf ist - zumindest: sportlich. Es wurde in der Geschichte mehrere Tausend mal versucht, die Wirtschaft durch Gelddruckerei anzukurbeln, Kriege kostenlos durch Gelddruckerei zu finanzieren oder Staatsschulden durch die Druckerpresse zu bekämpfen.

Erfolgsquote? 0% Erfolg, 100% Fail!
 

Warum es ausgerechnet diesmal anders sein soll, musst Du also schon besser begründen. Die Geschichte steht gegen Dich.

 

Umlaufgeschwindigkeit: Wie erwähnt keine direkt ermittelbare Zahl. Berechenbar über GDP, Teuerung und Geldmenge, direkt aber nicht objektiv messbar.

Subjektiv betrachtet ist es eine Quote, die besagt, wie die Menschen mit Geld umgehen: Wird Geld gespart (extrem niedrige Umlaufgeschwindigkeit), wird es eins-zu-eins ausgegeben (mittlere Umlaufgeschwindigkeit) oder wird sogar neues Geld als Kredit aufgenommen und ausgegeben (hohe Umlaufgeschwindigkeit).

Wie gesagt nicht direkt messbar. Wir wissen (oder fühlen) allerdings, dass die Zeit des "auf Pump Lebens" der Jahre vor 2008 irgendwie vorbei ist und die Menschen tendenziell eher sparen oder Schulden abbauen. Oder auf deutsch: "Das Geld sitzt den Menschen nicht mehr so locker in der Tasche". Wir sehen das beispielsweise an der Kreditvergabe der Banken untereinander, im Geschäft mit Unternehmen wie auch mit Privaten, dass die Kreditvergabe stagniert.

Aber wie gesagt, es ist subjektiv. Einige merken das, spüren das. Andere können es vielleicht sogar in Formel kleiden und die Dritten wiederum spüren das gar nicht.

07.04.2015 18:32
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MarcusFabian hat am 07.04.2015 - 16:55 folgendes geschrieben:

Na ja, unter "... man mit Freude "zerpflücken" darf." hätte ich mir mehr vorgestellt als ein (durchaus korrekter) Hinweis auf die Nicht-Berechenbarkeit der Umlaufgeschwindigkeit.

..wie soll ich etwas "zerpflücken",wenn du immer neue "Formeln" in deine "Geldmengen-Teuerungs-Theorie" einbaust...und du selber ja nicht an die Berechenbarkeit der Umlaufgeschwindigkeits glaubst... :oops:

N:B..möglicherweise fliesst ja als nächstes noch der reziproke Wert der Sonnescheindauer von Guadalajara  ..  im Verhältnis zur Bärenpopulation von Süd-Tibet ..in deine "Theorie-Rechnung" hinein.  :angel:

 

weico

 

07.04.2015 17:18
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Kannst mir gerne auch im Trader-Forum antworten.

Alternative: Wir ziehen uns mal ein paar Bier rein und philosophieren Auge in Auge an einem Stammtisch. Drinks

07.04.2015 16:55
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Na ja, unter "... man mit Freude "zerpflücken" darf." hätte ich mir mehr vorgestellt als ein (durchaus korrekter) Hinweis auf die Nicht-Berechenbarkeit der Umlaufgeschwindigkeit.

Da hätte ich schlimme.... - ähh - besseres von Dir erwartet. Blum 3

Also: Hau rein, Junge! Ich weiss, Du kannst das besser! Wink

 

 

06.04.2015 22:06
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MarcusFabian hat am 06.04.2015 - 19:45 folgendes geschrieben:


Gerne. Guckst Du hier: http://www.trader-forum.ch/topic/1244-gold/page-154#entry46438

Insbesondere von TeeTasse würde mich eine Stellungnahme zu diesem verlinkten Posting interessieren.

 

..da du für das weiterleben deiner "Geldmengen-Teuerungs-Theorie" nun noch die "Geldumlaufgeschwindigkeit" zu Hilfe nehmen willst,verweise ich auf folgendes (sehr aufschlussreiches !) Posting:

http://www.trader-forum.ch/topic/1280-smi-im-januar-2012/page-15#entry2194

:oops:

 

N:B:...auf der SNB-Webseite ist "Umlaufgeschwindigkeit" bzw. "Geldumlaufgeschwindigkeit" jedenfalls schon seit "längerem" (man beachte die Jahre...) kein Thema mehr .

http://www.snb.ch/de/system/search?q=geldumlaufgeschwindigkeit

http://www.snb.ch/de/system/search?q=umlaufgeschwindigkeit

 

 

weico

06.04.2015 19:45
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Geldmenge, Umlaufgeschwindigkeit

Kopiert von http://www.cash.ch/comment/610676#comment-610676

weico hat am 06.04.2015 - 19:10 folgendes geschrieben:

MarcusFabian hat am 06.04.2015 - 18:40 folgendes geschrieben:

 

Beispiel 1970er Jahre: Um den Vietnamkrieg zu finanzieren haben die USA die Geldmenge um 25% ausgeweitet. Die Folge waren schlussendlich Teuerungsraten bis 20% und diese wiederum konnte Volcker 1980/81 nur mit einer schweren Rezession wieder auf Sinkflug bringen.
Merk' Dir für den Moment mal die beiden Zahlen 25% Inflation der Geldmenge ==> max. 20% Teuerung.
Seit 2008 haben die USA ihre Geldmenge vervierfacht, die Schweiz ihre verdoppelt. Also Inflation von 300% bzw. 100% der Geldmenge.

..wer glaubt den Heutzutage und in diesem Umfeld,noch an die "Geldmengen-Teuerungs-Theorie" ..ausser Politiker und den unbelehrbaren Geldmengenanhängern ?

 

Die Geldmengenanhänger sollten sich mal die Geldmengen-verX-fachung der Schweiz anschauen  ...und versuchen einen Zusammenhang mit der Teuerung zu "basteln".

 

http://www.bfs.admin.ch/bfs/portal/de/index/themen/12/02/blank/kennzahle...

 

N:B:.. bin schon sehr gespannt, welche "Logik" (sic!) dann zu Tage tritt und man mit Freude "zerpflücken" darf. :yes:

 

weico

 

Gerne. Guckst Du hier: http://www.trader-forum.ch/topic/1244-gold/page-154#entry46438

Insbesondere von TeeTasse würde mich eine Stellungnahme zu diesem verlinkten Posting interessieren.

 

09.03.2015 10:13
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«Das ist eine total verkehrte Welt»

MarcusFabian hat am 03.02.2011 - 12:00 folgendes geschrieben:

Am beliebtesten ist aber das weg-inflationieren der Schulden. Meist passiert das aber schleichend.

 

Schuldenmachen belohnt

Mehr Arbeitslose, höhere Risiken bei Banken und Pensionskassen: Die Auswirkungen der Negativzinsen werde mindestens so gravierende Folgen haben wie die Aufhebung des Mindestkurses, lautet das Fazit der Studienverfasser.

«Negativzinsen führen zur Enteignung der Sparer und belohnen das Schuldenmachen», sagte Gähwiler. Ironie des Schicksals: Es seien just die zu hohen Schulden gewesen, die zur Krise und damit letztlich zur Einführung von Negativzinsen geführt hätten

http://www.20min.ch/finance/news/story/-Das-ist-eine-total-verkehrte-Wel...

 

Statt Inflation sind wir nahe an der Deflation. Japan versucht seit 20 Jahren aus diesem Umfeld raus zu kommen.

Jetzt kommt die digitale Revolution und was in Sachen Robotik und künstlicher Intelligenz kommt, stellt alles in den Schatten.

 

Wird das Roboter-Auto schon 2016 legal?

http://www.20min.ch/finance/news/story/Wird-das-Roboter-Auto-schon-2016-...

 

Nur ein Beispiel. Man weiss nicht, welche Technologie(en) sich durchsetzen.

 

 

 

 

 

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Der Weise gewinnt mehr Vorteile durch seine Feinde als der Dummkopf durch seine Freunde.
Benjamin Franklin

05.12.2014 09:26
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MarcusFabian hat am 13.01.2008 - 02:23 folgendes geschrieben:

Was also wird der Boom ab 2015 sein? Gesundheit, Energie, Ökologie?

Ich persönlich tippe auf Gesundheit.

Energie und Ökologie werden die Renner der nächsten Jahre sein. Wenn die Rohstoffpreise weiter steigen, wird Recycling zum lohnenden Geschäftszweig.

Mit steigenden Energiekosten werden sogar die Amerikaner einsehen, dass man beim Auto und der Klimaanlage auch mit weniger auskommt.

Ein ellenlanger Beitrag http://www.cash.ch/comment/231506#comment-231506

 

Man mag die schwarzen Schwäne belächeln, aber mit dem aktuellen Szenario hat niemand gerechnet

 

 

 

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Der Weise gewinnt mehr Vorteile durch seine Feinde als der Dummkopf durch seine Freunde.
Benjamin Franklin

12.09.2014 18:04
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Interessanter Artikel über Blasen (allgemein):

Deutsche Übersetzung ist zwar auf Goldseiten.de aber mit Gold hat der Artikel wenig zu tun (könnt ihn also ruhig lesen Blum 3 )

http://www.goldseiten.de/artikel/218797--Ueberall-Bubbles-Teil-1~2.html?...

 

20.08.2014 09:15
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Gross verkündet Ende der Kapitalgewinne

Anleger sollten laut Bill Gross von Pacific Investment Management der Aussicht auf künftige Kapitalgewinne an Märkten für Vermögenswerte «gute Nacht» sagen.

"Der globalen Wirtschaft bleibt nur ihre Abhängigkeit vom Wirtschaftswachstum übrig, um weiter voranzukommen - und das Wachstum ist und war zuletzt historisch betrachtet mangelhaft", schreibt der Manager von Pacific Investment Management (Pimco) in einem Kommentar. "Nachdem die Renditen ihre Tiefpunkte erreichten und nun vom Markt erwartet wird, dass sie schrittweise ansteigen, kommt es auf das Wachstum an - und das ist mit einem Fragezeichen versehen."

Seit der Grossen Rezession habe sich das reale Wachstum auf zwei Prozent belaufen und dies sei nichts, womit man "prahlen" könne, erklärt Gross weiter. Es gebe noch immer eine "klaffende Lücke" zwischen aggregierter Nachfrage und aggregiertem Angebot.

Anleger sollten "Anleihen und auch einen durchschnittlichen Anteil an Aktien halten", empfiehlt Gross und fügt an, dass qualitativ hochwertige US-Staatsanleihen und Firmenanleihen fair bewertet seien, wenn auch nicht billig.

Ein Anstieg bei den Preisen von Vermögenswerten "wird schwerer beizukommen sein", erklärt er. "Ohne den Rückenwind sinkender Zinssätze, die die Gewinnmargen erhöht sowie die Cap- Rates verringert haben, werden sie stattdessen strukturellen Gegenwind verspüren."

Die Wahrscheinlichkeit einer Fed-Zinserhöhung bis Juli auf mindestens 0,5 Prozent liegt gemessen an den Terminkontrakten bei 66 Prozent.

"Die Fed wird bis Mitte 2015 stillhalten und nur schrittweise die Zinsen anheben, bis 2017 unsere Neue Neutralität von zwei Prozent erreicht wird", sagte Gross.

http://www.cash.ch/news/alle-news/gross_verkuendet_ende_der_kapitalgewin...

 

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19.06.2014 13:19
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Fed senkt Wachstums-Prognose deutlich

Die US-Notenbank Fed hat ihre Konjunkturprognose für die Vereinigten Staaten deutlich gesenkt. Statt 2,8 bis 3,0 Prozent Wachstum erwartet sie nun für dieses Jahr nur noch 2,1 bis 2,3 Prozent.

Zinswende erst nächstes Jahr

Die Zinswende peilen die meisten Geldpolitiker erst für nächstes Jahr an. In ihren individuellen Prognosen für den angemessenen Zeitpunkt einer geldpolitischen Straffung nannten zwölf Zentralbanker das Jahr 2015. Drei Fed-Führungsmitglieder wollen die Zinsen erst 2016 erhöhen, nur ein Notenbanker plädiert für 2014.

http://www.20min.ch/finance/news/story/Fed-senkt-Wachstums-Prognose-deut...

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28.03.2014 15:30
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Wirtschaftsklima im Euroraum hellt sich markant auf

Der Economic Sentiment Indicator der EU-Kommission hat im März den höchsten Stand seit 2011 erreicht.

 

Die Wirtschaftsstimmung im Euroraum hat sich im März überraschend stark aufgehellt. Der Economic Sentiment Indicator (ESI) stieg um 1,2 auf 102,4 Punkte, wie die EU-Kommission am Freitag in Brüssel mitteilte. Das ist der höchste Stand seit Juli 2011. Erwartet worden war nur ein leichter Anstieg auf 101,4.

In allen Wirtschaftsbereichen zeigte sich ein positives Bild, ausser im Bausektor. Besonders stark verbesserten sich die Stimmung im Dienstleistungssektor und das Konsumentenvertrauen. Experten hatten sich zuletzt optimistischer für die weitere konjunkturelle Entwicklung im Währungsraum gezeigt.

Die Umfrage wird regelmässig in verschiedenen Branchen durchgeführt. Befragt werden Experten aus Industrie, Dienstleistungen, Detailhandel und dem Bausektor.

http://www.fuw.ch/article/wirtschaftsklima-im-euroraum-hellt-sich-markan...

 

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21.03.2014 10:19
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Industrieaktivität in Philadelphia zieht kräftig an

Der Philly-Fed-Index hat sich im März unerwartet deutlich erholt. Auch der Index of Leading Economic Indicators lässt auf eine wachsende Dynamik der US-Wirtschaft schliessen.

http://www.fuw.ch/article/industrieaktivitat-in-philadelphia-zieht-kraft...

 

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14.03.2014 03:05
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Ballard Power

Brennstoffzellen gehört die Zukunft, Heute ein + von 11.58 % auf 5.98 $. Good  Drinks  Wacko

Da tanzt der Luigi (einer pro 5 %  Kursplus) für alle Investierten - besonders bei diesem miesen allg. Börsenumfeld,

gerne eine Freudentänzchen;

===============

So wie einem das Licht nicht ohne die Dunkelheit bewusst würde, so gibt es keine Situation, in der nicht etwas POSITIVES zu entdecken wäre.

Frei nach I Ging

13.02.2014 14:03
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Das neuralgische Jahr 2016

Immobilienmarkt, Geldpolitik, Zuwanderung: Wenn sich mehrere Treiber der hiesigen Wirtschaft simultan abschwächen, droht der süsse Wachstumscocktail der letzten Jahre ins Saure zu kippen.

Es war die Credit Suisse, die die Idee vom «Superzyklus» vergangenen April ins Spiel brachte. Die Forscher der Grossbank wollten damit auf das Zusammenspiel dreier Faktoren hinweisen: tiefe Zinsen, hohe Zuwanderung, steigende Immobilienpreise. Diese Faktoren hatten in jüngster Vergangenheit dazu beigetragen, dass die Schweizer Volkswirtschaft verglichen mit den Nachbarländern sehr positiv abschnitt. Vielleicht eine Spur zu positiv, wie Ökonom Claude Maurer damals zu Tagesanzeiger.ch/Newsnet sagte: Würden die ausserordentlichen Wachstumstreiber wegfallen, so könne die Dynamik in ihr Gegenteil kippen.

Ein Blick auf die drei Faktoren offenbart heute: Das Ende des Superzyklus zeichnet sich ab. Als neuralgisches Jahr kristallisiert sich das Jahr 2016 heraus. Dies einerseits, weil nach Ablauf dieses Jahres die dreijährige Frist zur Umsetzung der Masseneinwanderungsinitiative endet. Sehr wahrscheinlich wird die Zuwanderung ab diesem Zeitpunkt tiefer als heute ausfallen. Andererseits steht dann ein geldpolitischer Umschwung an: 2016 gilt unter Ökonomen als Jahr, in dem die Nationalbank an eine Aufhebung der Kursuntergrenze und an Zinserhöhungen denken kann. Zwei von drei Treibern der Positivspirale dürften damit ab 2016 wegfallen.

Überangebot an Immobilien

Die dritte Zutat zum Superzyklus war der Immobilienboom der letzten Jahre. Zu seinem Entstehen trugen die anderen beiden Faktoren wesentlich bei: Tiefe Zinsen befeuerten das Hypothekenwachstum, die konstante Zuwanderung unterstützte die Nachfrage nach Wohnraum. Der Immobilienboom wirkte auch positiv auf die Volkswirtschaft: Arbeitsplätze entstanden in der Baubranche, Steuereinnahmen fielen beim Staat an, der gefühlte Reichtum stimulierte die Konsumlust. Auf rund fünf Milliarden Franken bezifferte die UBS in einem Forschungspapier vom vergangenen Frühjahr die jährlich durch den Immobilienboom erzeugte volkswirtschaftliche Zusatznachfrage.

Eine Korrektur auf dem Immobilienmarkt würde diese Aktivität infrage stellen. Auch der dritte Faktor im Superzyklus wäre damit dahin. Mit welcher Heftigkeit die Korrektur eintritt, hängt vom Verhalten der hochtourigen Bauwirtschaft und der künftigen Immigration ab. «Es besteht die Gefahr, dass wir am Wohnimmobilienmarkt durch eine zu restriktive Immigrationspolitik in eine Situation des schädlichen Überangebots schlittern», schreiben die Immobilienberater bei Jones Lang LaSalle in einem Papier vom Montag. Angehängt ist die Warnung, dass bereits die 70er- und 90er-Jahre schmerzlich gezeigt haben, wie rasch dass Mieten und Immobilienbewertungen bei einem deutlichen Nachfragerückgang sinken können.

Fragile Exportbranche

Beobachter sind sich einig, dass die Eigenheimpreise neben der Migration hauptsächlich durch die Nullzinspolitik nach der Finanzkrise befeuert wurden. Historisch betrachtet ist dies ein Ausnahmezustand: Für den CS-Ökonomen Claude Maurer ist es deshalb naheliegend, dass die Schweizer Volkswirtschaft in der zweiten Hälfte des Jahrzehnts neue Treiber braucht. «Dem Binnenkonsum geht langsam, aber sicher der Schnauf aus», sagt er. Ob die Exportwirtschaft ab 2016 wieder stärker als Zugpferd fungieren könne, ist laut Maurer unsicher. «Gerade Exportfirmen dürften sensibel auf die politischen Veränderungen der Masseneinwanderungsinitiative reagieren.»

Der Credit-Suisse-Ökonom warnte bereits im vergangenen Jahr davor, die hiesige Volkswirtschaft zu mystifizieren: Das «Land der KMU» sei längst nicht so fleissig und reformfreudig, wie dies oft dargestellt werde. Heute hat Maurer Bedenken, ob die Schweiz ihre Standortattraktivität aufrechterhalten kann. «Die politische Zuteilung von Arbeitskräften ist ein sehr heikles Unterfangen», sagt er. Ausschliesslich hoch qualifizierte Zuwanderer zuzulassen, sei dabei auch nicht der Weisheit letzter Schluss. Gerade Exportunternehmen seien auf einen schwer abschätzbaren Qualifikationsmix angewiesen, damit sich sowohl die Produktentwicklung als auch die Fertigung in der Schweiz lohnen würden.

Fundamentale Vorteile

Weil die Zinsen derzeit noch tief sind, die Personenfreizügigkeit noch nicht ausser Kraft gesetzt ist und die Weltwirtschaft sich in einer Aufholphase befindet, könnte 2014 zu einem trügerischen Übergangsjahr werden. Prognostiziert wird ein Wachstum von knapp zwei Prozent. Um ganze fünf Prozent sollen die Exporte wachsen, besagt der jüngste (noch vor der Abstimmung verfasste) Ausblick der UBS. Bernd Aumann, Ökonom bei der Bank, warnt vor verfrühter Hoffnung. «Die Exportquote ist seit einigen Jahren rückläufig», meint er, «und ich erwarte nicht, dass es hier zu einer starken Trendumkehr kommt». Laut der UBS hat die Wechselkursabhängigkeit der Exporte abgenommenen: Ob ein schwächerer Franken allenfalls den Exporten helfen könnte, ist ungewiss.

Dezidiert optimistisch zeigt sich der Chefökonom von Raiffeisen, Martin Neff. Er glaubt nicht, dass die Nationalbank in den kommenden Jahren so stark an der Zinsschraube drehen kann, dass verschuldete Eigenheimbesitzer dadurch in die Bredouille geraten. «Die Zinsen werden in den nächsten Jahren nicht das historische Mittel von fünf Prozent erreichen», sagt er. «Globalisierung und Zähmung der Inflation haben die Zinsniveaus generell gesenkt» Neff kann der These des endenden Superzyklus nicht viel abgewinnen und verweist auf die fundamentalen Stärken der Schweiz: fiskalische Stabilität, Innovationskraft, Preisstabilität und flexible Arbeitsmärkte. «Diese Vorteile fallen nicht über Nacht weg, auch nicht nach dem jüngsten Abstimmungsergebnis.» Welche Ökonomen recht behalten, wird sich spätestens 2016 weisen.

http://www.tagesanzeiger.ch/wirtschaft/konjunktur/Das-neuralgische-Jahr-...

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15.01.2014 09:53
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Die Weltwirtschaft erholt sich

Der Konjunkturausblick der Weltbank ist rundweg positiv. Nicht nur die Schwellenländer, sondern auch die Industriestaaten würden sich aus der jahrelangen Krise befreien.

Die Schwellenländer bleiben die globalen Wachstumsmotoren, aber auch die Industriestaaten geben wieder Gas. Sie würden sich endlich aus ihrer jahrelangen Krise befreien, urteilt die internationale Finanzorganisation in ihrem heute veröffentlichten Bericht zur Lage der Weltwirtschaft.

Nach einer Zunahme des Bruttoinlandproduktes (BIP) um 2,4 Prozent 2013 dürfte es in diesem Jahr insgesamt um 3,2 Prozent steigen. 2015 werde das globale Wachstum 3,4 Prozent betragen und 2016 dann 3,5 Prozent, teilte die Weltbank mit.

Auch die Eurozone erholt sich

Für die Eurozone geht es laut der Weltbank ebenfalls aufwärts: In diesem Jahr erreiche sie ein Wachstum von 1,1 Prozent, 2015 sollen es 1,4 Prozent sein, und 2016 liege das Plus beim BIP dann bei 1,5 Prozent. Deutlich besser sieht es in den USA aus. Für die grösste Volkswirtschaft rechnet die Weltbank in diesem Jahr mit 2,8 Prozent, für 2015 mit 2,9 und für 2016 mit 3,0 Prozent.

Die Organisation warnt aber auch vor globalen Risiken. Vor allem die Möglichkeit steigender Zinsen durch eine strengere Geldpolitik der Notenbanken könnte den aufstrebenden Ländern Probleme bereiten.

http://www.tagesanzeiger.ch/wirtschaft/Die-Weltwirtschaft-erholt-sich/st...

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16.12.2013 08:07
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Zunehmende Angst vor einem Crash bei Tech-Aktien

Die Kurse an den Börsen steigen immer weiter. Längst sind viele Aktien im Verhältnis zu prognostizierten Gewinnen sehr teuer geworden. Das gilt unter anderem für die Papiere von Twitter, Yelp, Linkedin und Facebook.

http://www.nzz.ch/finanzen/aktien/uebersicht_aktien/zunehmende-angst-vor...

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16.09.2013 10:56
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Den Wachstums-Junkies geht der Stoff aus

Der renommierte US-Ökonom Robert J. Gordon prognostiziert das Ende des rapiden Wirtschaftswachstums. Auch die digitale Revolution werde die Geschichte nicht umschreiben.

http://www.20min.ch/finance/news/story/Den-Wachstums-Junkies-geht-der-St...

 

Dass es kein ewiges Wachstum gibt, unsere Märkte ziemlich gesättigt sind und der demographische Wandel zusätzlich dämpfend wirkt, schreibe ich schon seit langem.

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10.09.2013 12:33
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CS sieht unsere Wirtschaft im «Super-Zyklus»

Die Schweizer Wirtschaft scheint beinahe immun gegen Kriseneinflüsse aus dem Ausland: Die CS spricht darum von einem «Super-Zyklus» und prognostiziert ein Wachstum von 2 Prozent.

Das Wirtschaftswunder geht weiter. Die Schweizer Wirtschaft scheint momentan beinahe immun gegen Kriseneinflüsse aus dem Ausland zu sein. Die Ökonomen der Grossbank Credit Suisse sprechen darum von einem «Super-Zyklus» und erwarten ein Wachstum des Bruttoinlandproduktes von 2,0 Prozent im nächsten Jahr.

Damit beliessen sie die Prognose gegenüber Juni unverändert. Den Aufschwung im laufenden Jahr haben die CS-Auguren aber wohl unterschätzt: Statt auf 1,5 Prozent veranschlagen sie das Wachstum für 2013 neu auf 1,8 Prozent.

Die Exportindustrie profitiere von der Erholung der Weltwirtschaft. Zudem befinde sich die Binnenwirtschaft in einem «Super-Zyklus» aus tiefen Zinsen und starker Einwanderung.

Wachstum Dank Zuwanderung

Rund ein Viertel des Konsumwachstums seit 2008 berufe auf der Zuwanderung, heisst es in der am Dienstag veröffentlichten Konjunkturanalyse. Gleichzeitig hätten die tiefen Zinsen Hauseigentümern im Schnitt Entlastungen von rund 18'000 Fr. gebracht.

Hinzu kommen Rückkoppelungseffekte und Wechselwirkungen: Mehr Konsum erhöht die Zahl der Stellen, was die Einwanderung begünstigt. Auch der Immobilienboom schafft Arbeitsplätze, was wiederum Einwanderer anzieht und möglicherweise positive Vermögenseffekte nach sich zieht, womit sich der Kreis abermals schliesst, wie es hiess.

Steigende Kreditverschuldung

Nebeneffekt des «Super-Zyklus» sei die steigende Kreditverschuldung der Haushalte. Dem Konsumwachstum «gewisse Grenzen» setzten auch wahrscheinliche Sättigungseffekte: So seien beispielsweise Autokäufe angesichts von «Eurorabatt-Aktionen» vorgezogen worden, weshalb die Nachfrage nun fehle. Auch dürfte auch im kommenden Jahr nur ein geringes Reallohnplus zu verzeichnen sein.

http://www.20min.ch/finance/news/story/CS-sieht-unsere-Wirtschaft-im--Su...

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