Mehrwertsteuer vereinfachen?

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24.06.2010 09:40
#1
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Mehrwertsteuer vereinfachen?

Die Mehrwertsteuer soll vereinfacht werden: Die heute geltenden drei Steuersätze sollen durch einen Einheitssatz ersetzt und die Mehrheit der Steuerausnahmen abgeschafft werden.

Der Bundesrat schlägt einen einheitlichen Steuersatz von 6,2 Prozent vor. Weiter sollen 21 von heute 29 Steuerausnahmen wegfallen. Mit der Reform steigt die Steuerbelastung auf Nahrungsmitteln und alkoholfreien Getränken, wie das Finanzdepartement (EFD) am Donnerstag mitteilte.

Auch in der Kultur, im Sport in der Bildung, der Beherbergung und im Gesundheitswesen soll der Steuersatz erhöht werden. Konsumenten profitierten dafür in anderen Bereichen von Steuererleichterungen, schreibt das EFD, zum Beispiel im öffentlichen Verkehr.

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20.02.2015 15:57
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Unternehmen wünschen sich den Einheitssatz

Forderungen nach einem Bürokratieabbau haben derzeit in der Schweiz Hochkonjunktur. Neben Vereinfachungen bei Bau- und Lebensmittelvorschriften steht die Mehrwertsteuer ganz oben auf der Wunschliste der Firmen.

http://www.nzz.ch/wirtschaft/unternehmen-wuenschen-sich-den-einheitssatz...

 

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30.01.2014 06:42
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Ich hatte mal eine Diskussion mit einem auf MWST spezialisierten Revisor:
Die MWST-Bestimmungen sind ein Heftchen von etwa 3mm Dicke.

Die Ausnahmebestimmungen ein Werk von 2.5 Metern!

29.01.2014 13:28
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Drei von vier Betrieben rechnen bei der Mehrwertsteuer falsch ab

Zurzeit laufen 84 Strafverfahren wegen Widerhandlungen gegen das Mehrwertsteuergesetz und das Bundesgesetz über das Verwaltungsstrafrecht.

Die Abrechnung der Mehrwertsteuer in der Schweiz bleibt ein ungelöstes Problem. Die Mehrheit der Betriebe patzt, wenn es darum geht, Formulare richtig auszufüllen und das Geld in den Steuerkreislauf zu transferieren. Konkret stellen die Revisoren in 73 Prozent der Fälle Ungereimtheiten fest.

Nachbelastungen, aber auch Gutschriften mit entsprechender Verzugszinsabrechnung werden fällig, wie das Eidgenössische Finanzdepartement auf Anfrage der BaZ bestätigt. Nicht immer handelt es sich nur um Fehler, die wider besseren Wissens geschehen. «Zurzeit führt der Strafdienst Mehrwertsteuer 84 Strafverfahren wegen Widerhandlungen gegen das Mehrwertsteuergesetz und das Bundesgesetz über das Verwaltungsstrafrecht durch», betont Anja Schuler vom EFD.

Massive Probleme bei der Abrechnung der Mehrwertsteuer hatte in der Vergangenheit auch die Wirtschaftskammer Baselland unter der Leitung von Hans Rudolf Gysin. Der frühere freisinnige Nationalrat musste sogar eine bittere Kröte schlucken und mehrere Zehntausend Franken nachzahlen. Der Kommunikationsbeauftragte im Haus der Wirtschaft in Liestal, Daniel Schindler, bestätigt entsprechende Informationen der BaZ. Informiert über die Steuerschelte aus Bern wurden die ­Mitglieder der Wirtschaftskammer nicht, da es sich gemäss Schindler «um eine rein operative Angelegenheit» ge­handelt hat.

Keine Zahlen in Basel-Stadt

In jener Zeit sei vieles noch nicht abschliessend geregelt gewesen und es habe sich eine Rechtspraxis entwickeln müssen, sagt Schindler. Die Umsätze der Wirtschaftskammer und der von ihr betreuten Unterverbände setzten sich naturgemäss aus einem ganzen Leistungskatalog zusammen. Bildungsleistungen und Mitgliederbeiträge seien von der Mehrwertsteuer ausgenommen, andere Bereiche aber nicht. «Dieses Wechselspiel verursachte damals komplexe Mehrwertsteuerfragen», betont Schindler. Die Verwaltungsanweisungen hätten nicht weniger als 2500 Seiten umfasst.

Auch der Gewerbeverband Basel-Stadt hatte in der Vergangenheit schon Besuch von Revisoren. «Über einen Zeitraum von fünf Jahren mussten wir lediglich 513 Franken nachzahlen; also sehr wenig», hält David Weber, Sprecher des Gewerbeverbandes fest.

Nachzahlungen wurden gemäss BaZ-Informationen in der Vergangenheit auch beim Kanton Basel-Stadt fällig. Im Finanzdepartement weiss man davon aber nichts. Es bestehe nämlich keine Übersicht über Kontrollen bei der Mehrwertsteuer, ist von Generalsekretär Kaspar Sutter zu erfahren. Man gehe zwar von Nachkontrollen aus, Einzel­fälle seien dem Departement aber nicht bekannt. Mehrwertsteuerpflichtig seien in Basel-Stadt nämlich die Dienststellen respektive Ämter. «Sie rechnen die Mehrwertsteuern direkt mit der Eidgenössischen Steuerverwaltung ab. Deshalb habe man von zentraler Stelle keinen direkten Überblick. In Basel-Stadt seien rund 20 Dienststellen mehrwertsteuerpflichtig. Insgesamt hätten sich 2011 die Mehrwertsteuern auf rund 2,3 Millionen Franken belaufen.

Wenige Prüfer

In der Schweiz gibt es nach Angaben des Eidgenössischen Finanzdepartements 350'000 mehrwertsteuerpflichtige Firmen. Ihnen stehen 165 Prüfer (Vollzeitstellen) gegenüber. Sie arbeiten vor Ort und kontrollieren, ob die Unternehmen oder Dienststellen konforme Abläufe in der Deklaration ausweisen und rechtsverbindliche Auskünfte der Steuerverwaltung korrekt umsetzen. Obwohl in den letzten Jahren die Zahl der mehrwertsteuerpflichtigen Firmen stetig gestiegen ist, blieb der Personalbestand stabil.

Der zusätzliche Arbeitsaufwand werde durch den Verzicht von Aufgaben und Effizienzsteigerungen erreicht, heisst es auf Anfrage. Insgesamt sind in der Hauptabteilung Mehrwertsteuer 600 Angestellte tätig. Die Eidgenössische Steuerverwaltung ist in zwei Hauptabteilungen gegliedert. Eine kümmert sich um die Belange der Mehrwertsteuer, die andere um die Verrechnungssteuer, aber auch um weitere Steuerarten wie die Stempelabgaben.

Wie immer, wenn es um Steuern geht, sind der Behörde in ihrer Kommunikation enge Grenzen gesetzt. Auskünfte zu konkreten Fällen werden mit Hinweis auf das Amts- und Steuergeheimnis nicht gegeben. Bekannt ist lediglich, dass jährlich 9000 Mehrwertsteuer-Kontrollen stattfinden. Bei 165 Prüfern ergibt dies rund 53 Prüfungen im Jahr. Die Prüfer stehen damit unter einem grossem Druck.

Hohe Summen

Einträglich für den Staat ist ihre Tätigkeit allemal. In den Jahren 2007, 2008 und 2009 wurde durchschnittlich Mehrwertsteuer in der Höhe von über 127 Millionen Franken pro Jahr nachbelastet. In diesen Beträgen waren sowohl Gutschriften als auch Ergänzungsabrechnungen berücksichtigt. Pro Prüfer ergab sich damit die erkleckliche Summe von fast 770'000 Franken. Dies ist der bundesrätlichen Antwort auf eine SP-Fraktion im Mai 2010 zu entnehmen. Abzüglich Lohn- und Arbeitsplatzkosten sowie dem Aufwand für Rechtsmittelverfahren und Steuerinkasso von 225'000 Franken habe der Netto-Nutzen für den Staat immer noch 545'000 Franken betragen. 2011 waren die Einnahmen aus der Mehrwertsteuer bei 21,7 Milliarden Franken gelegen. Sie übertrafen sogar die Einnahmen aus der Direkten Bundessteuer.

Die SP-Fraktion wollte in ihrer Motion Steuerbetrug, Steuerhinterziehung und Missbräuchen bei der Mehrwertsteuer ans Leder. Viel ist in der Zwischenzeit aber nicht passiert. Der Bundesrat beantragte, die Motion abzulehnen. Im März 2012 wurde die Motion stillschweigend abgeschrieben. Nach Ansicht der Landesregierung hätte der von der SP geforderte Steuermehrertrag von 650 Millionen Franken weitere 1100 Steuerfachkräfte erforderlich gemacht und wäre mit 150 Millionen Franken zusätzlichen Personalkosten verbunden gewesen. «Eine Personalaufstockung in diesem Umfang für Steuer­inspektoren widerspräche unserer Steuerkultur und ist nicht realisierbar», zeigte sich der Bundesrat überzeugt.

Aus Sicht der Betriebe, die mehrwertsteuerpflichtig sind, steht noch immer die administrative Belastung im Vordergrund, wie David Weber betont. «Dieser bürokratische Aufwand ist ein Dauerthema», sagt er. Ein Einheitssatz könnte für einen grossen Teil des Gewerbes eine Entlastung darstellen. Besondere Branchen wie das Gastgewerbe, die mit mehreren Sätzen abrechnen müssten, hätten Probleme.

http://www.tagesanzeiger.ch/wirtschaft/unternehmen-und-konjunktur/Drei-v...

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Benjamin Franklin

30.01.2013 17:57
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Bundesrat höhereren Mindest-Mehrwertsteuersatz

künftig soll es nur noch zwei statt drei Mehrwertsteuersätze geben. So wollte es das Parlament. Im Gegenzug will der Bundesrat jetzt den reduzierten Mehrwertsteuersatz erhöhen.

Das Parlament hatte die ursprünglichen Pläne des Bundesrates für eine Mehrwertsteuerreform abgelehnt und den Bundesrat beauftragt, ein Zwei-Satz-Modell vorzulegen, das die meisten heute geltenden Ausnahmen beibehält.

Nach dem Willen des Parlaments soll der tiefere der beiden Steuersätze wie bisher für Nahrungsmittel gelten. Neu davon profitieren sollen das Gastgewerbe, für das heute der Normalsatz von 8% gilt, sowie die Hotellerie, für die heute ein Sondersatz von 3,8% gilt. Steuererhöhungen seien zu vermeiden, verlangte das Parlament.

Steuerausfälle

Aus Sicht des Bundesrates ist es aber unumgänglich, die Steuerausfälle zu kompensieren, die mit der Neuerung verbunden sind: Werden Restaurants und Hotels entlastet, nimmt die Belastung für andere zu.

Die Besteuerung von gastgewerblichen Leistungen und Beherbergungsleistungen zum reduzierten Satz hätte nämlich jährliche Mindereinnahmen zwischen 760 und 810 Mio CHF zur Folge.

Dies könne der Bundeshaushalt kaum verkraften, hält der Bundesrat fest. Für ihn komme deshalb nur eine ertragsneutrale Umsetzung des Auftrages in Frage, und dafür sei eine Erhöhung des reduzierten Steuersatzes nötig.

Reduzierter Satz

Der Bundesrat schlägt zwei Varianten vor. Die Minimalvariante, die er als "Hauptvariante" bezeichnet, sieht nur für Nahrungsmittel sowie das Gastgewerbe und Beherbergungsleistungen den reduzierten Steuersatz vor.

Für die übrigen Leistungen - auch für heutige Ausnahmen wie Kultur, Sport, Zeitungen oder Medikamente - würde der Normalsatz von 8% gelten. Der reduzierte Satz würde mit dieser Variante von bisher 2,5 auf 2,8% angehoben.

Bei der Maximalvariante würde der tiefere Satz für alle bisher zum reduzierten Satz steuerbaren Leistungen sowie für das Gastgewerbe und die Hotellerie gelten. Damit die Steuerausfälle kompensiert werden könnten, müsste der reduzierte Satz aber von 2,5 auf 3,8% erhöht werden.

Belastung für Familien

Das Gastgewerbe würde laut dem Bundesrat bei beiden Varianten von einer "massiven Steuersenkung" profitieren, die Hotellerie würde vor allem bei der Minimalvariante profitieren. Anders die privaten Haushalte: Sowohl die Minimal- als auch die Maximalvariante würde für die meisten Haushalte eine Mehrbelastung bedeuten.

Am stärksten betroffen wären Haushalte in bescheidenen wirtschaftlichen Verhältnissen. Dies liegt daran, dass ärmere Haushalte - vor allem solche mit Kindern sowie Rentnerhaushalte - nur geringe Ausgaben für Restaurants und Hotels haben, aber überdurchschnittliche Ausgaben für Nahrungsmittel und andere Produkte, die neu mehr kosten würden. Für sie ergäbe sich nach der Minimalvariante eine Mehrbelastung von etwa 10 CHF pro Monat.

Für andere Haushalte mit einem Einkommen unter 6799 CHF pro Monat läge die Mehrbelastung nach den Berechnungen des Bundes bei 5 bis 6 CHF. Bei der Maximalvariante läge die Belastung etwas tiefer. Profitieren würden bei beiden Varianten nur Haushalte mit einem Einkommen von über 12'500 CHF pro Monat.

Weniger Geld für AHV

Das Zwei-Satz-Modell hätte auch Mindereinnahmen für die AHV und die IV zur Folge. Für die AHV betrügen die Ausfälle bis zu 84 Mio CHF, für die IV bis zu 44 Mio

Der Bundesrat hatte ursprünglich einen Einheitssteuersatz angestrebt. Zudem wollte er die meisten Ausnahmen aufheben. Nach dem neuen Vorschlag sollen nun lediglich die Ausnahmen für die reservierten Dienste der Post, den Verkauf amtlicher Wertzeichen und für die Schiedsgerichtsbarkeit in jedem Fall gestrichen werden.

Die ursprünglichen Ziele könnten damit nicht mehr verwirklicht werden, hält der Bundesrat fest. Mit der Reform liessen sich weder administrative Kosten der Wirtschaft senken noch die real verfügbaren Einkommen erhöhen.

Bundesrat dagegen

Der Bundesrat macht keinen Hehl daraus, dass er den reduzierten Satz für Gastgewerbe und Hotellerie ablehnt. Es handle sich nicht um lebensnotwendige Leistungen, gibt er zu bedenken. Entscheiden wird das Volk, da eine Verfassungsänderung nötig wäre.

Zuerst geht die Vorlage nun aber ans Parlament. Der Bundesrat hat auch weitere Änderungen eingebaut. So will er die Margenbesteuerung für Kunstgegenstände, Sammlungsstücke und Antiquitäten wieder einführen, wie es das Parlament mit einer Motion verlangt hatte. Weiter soll die absolute Verjährungsfrist für Mehrwertsteuerverfahren von 10 auf 15 Jahre verlängert werden. http://www.cash.ch/news/top_news/bundesrat_hoehereren_mindestmehrwertste...

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Benjamin Franklin

19.01.2011 11:22
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Mehrwertsteuer vereinfachen?

Wenigstens ist mal eine Vereinfachung in Sicht.

Quote:

Mehrwertsteuer-Initiative auf gutem Weg

GastroSuisse macht mobil gegen die höheren Mehrwertsteuersätze im Gastgewerbe. Die Initiative wird wohl zustande kommen.

Die Initiative verlangt, dass Speisen und Getränke unabhängig vom Verzehrort gleich besteuert werden. In Restaurants, Cafés und Bars werden heute Getränke und Speisen mit einem Mehrwertsteuersatz von 8,0 Prozent belegt - für die gleichen Getränke und Speisen in einem Take-away-Kiosk oder einem Laden sind es bloss 2,5 Prozent.

http://www.20min.ch/news/schweiz/story/Mehrwertsteuer-Initiative-auf-gut...

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13.10.2010 22:49
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der pragmatiker. mit minimalem aufwand das optimum (so steuerkonform wie unternehmerisch vertretbar) erreichen.

alles andere (wie sich über vollendete tatsachen beschweren und obrigkeitsdemut auf's komma genau zelebrieren) ist kinderkacke.

was nicht ausschliesst, dass eine kritische haltung zur (aktuellen) mwst-praktikabilität gerechtfertigt ist.

"Holzhacken ist deshalb so beliebt, weil man bei dieser Tätigkeit den Erfolg sofort sieht." A.E.

10.10.2010 22:47
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fort knox wrote:

der eine beschwert sich über die widrigen umstände. und der andere verucht das beste daraus zu machen.

Wer macht das Beste daraus? Bzw. was genau versucht er zu machen?

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10.10.2010 21:41
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wir finden glaub einen konsens, wenn wir feststellen, dass eine mwst(-konforme) abrechnung noch NIE eine produktive tätigkeit in einem unternehmen war.

nundenn, so stehen wir jetzt also da. und was machen wir daraus?

der eine beschwert sich über die widrigen umstände. und der andere verucht das beste daraus zu machen.

tönt wie philosphie. ist aber realer geschäftssinn.

"Holzhacken ist deshalb so beliebt, weil man bei dieser Tätigkeit den Erfolg sofort sieht." A.E.

23.09.2010 09:42
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lassen wir es so im Raum stehen.

Hier noch ein aktueller Beitrag vom August 2010

Quote:

Wir haben nach eingehender Prüfung der Ausführungen im Infoblatt Nr. 19 der Eidgenössischen Steuerverwaltung festgestellt, dass uns diese Regelung speziell im Bereich Softwarelizenzen vor schier unlösbare Probleme hinsichtlich IT-System, Ressourcen und Kosten stellt. Lizenzen müssten nach Laufzeit steuerlich aufgeteilt, d.h. ein Teil mit 7,6%, der andere Teil mit 8,0% verrechnet werden. Ebenso ist eine rückwirkende Korrektur bereits ausgestellter Rechnungen vorgesehen (!).

http://www.techdata.ch/uploads/country/ch/Download/August_2010/100818_In...

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23.09.2010 07:18
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1. Habe ich nie geschrieben, dass es ohne Programmanpassung geht... Bei einem "normalen" KMU besteht die aber einfach darin, dass neue MwSt. Codes angelegt werden müssen und die am richtigen Ort ins Formular müssen.

und

2. Wenn man den Anspruch hat, dass alles vollautomatisch geht, dann sprechen wir wohl eher von Gross-Konzernen oder solchen Firmen wo den Aufwand für eine solche Anpassung finanziell locker tragen können. Da kenne ich mich zuweinig mit dem "Produkt" Software aus und will nicht urteilen.

Aber das ist nicht ein Buchhaltungsproblem, sondern ein EDV Problem...

Und so wie du am Anfang argumentiert hast, ist es schon rein Buchhalterisch ein Problem oder eine Herausforderung. Und das stimmt eben nicht... Es ist vielleicht bei gewissen Firmen EDV-technisch eine Herausforderung.

22.09.2010 20:54
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Du wirst es nicht glauben, aber ich weiss was Sammelbuchungen sind.

Ich weiss auch was eine Nebenbuchhaltung ist.

Aber es ist doch schön, dass bei dir alles automatisch läuft.

Die Rechnungen sich von selber korrekt splitten, in den Debitoren die Rechnungsbeträge trotzdem als Einzelbetrag erscheinen und die Buchungen sich sammeln.

Was du schreibst, geht nur manuell, nie und nimmer ohne Programmanpassungen.

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22.09.2010 20:21
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Och nee Elias... Ich kenne absolut kein Buchhaltungssystem das nicht Sammelbuchungen erlaubt... Und bei einer Sammelbuchung ist dann bei einer solchen Buchung genau 1 Posten offen.

Und wie gesagt, es gibt ganze Branchen bei denen sind mehrere MwSt.-Sätze Tagesgeschäft...

Also bitte schön, so eine Satzänderung kann jetzt wirklich nicht das Problem sein.

22.09.2010 13:46
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Mehrwertsteuer vereinfachen?

Mit deinen Buchungen kriegt man die Mehrwertseuer hin.

In einer integrierten Buchhaltungen hat man dann aber 2 offene Posten.

Beim Fakturationslauf gibt es Rechnungen die gesplittet werden müssen, andere nicht.

Also geht das - wie ich oben schon erwähnt habe - bei euch über ein Biointerface.

Das mag ja bei wenigen Buchungen gehen.

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22.09.2010 07:42
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Sorry wenn das ein wenig arrogant tönt, aber wenn jemand dieses Problem Buchhalterisch nicht lösen kann, dann sollte er die Buchhaltung besser jemanden überlassen, der eine Ahnung hat davon. Darf ja gar nicht daran denken wie sojemand die Sozialversicherungen richtig abrechnet...

Aha Elias... Warum kriege ich das mit meinen Buchungen nie und nimmer hin? Bitte die Begründung warum dies nicht klappen soll? Komisch ist ja nur, dass wir mit dieser Methode alles buchen können und auch die MwSt.-Abrechnung passt...

Bin ja absolut kein Software-Crack. Bei den Buchhaltungen hier im Geschäft hat das natürlich der Fachsupport eingerichtet... Sind ja auch nicht grad eine Kleinfirma :-). Aber Zuhause bei meiner Software für das "Hobby" und den Nebenerwerb mache ich das selber... Und siehe da, auch da geht es...

Muss wohl magische Hände haben... Oder sonst ein Genie Smile .

Nochmals... Was kriege ich mit meinem Buchungssatz nicht hin?

Sammelbuchung per 15.08.2010

Soll - Materialaufwand 300 mit dem Code 7.6%

Soll - Materialaufwand 150 mit dem Code 8.0%

Haben - Kreditor 400

Erstens hat das neue Formular beim Umsatz alle Codes aufgelistet... Also musst du nur noch schauen, dass die verschiedenen Codes ins richtige Feld laufen.

Bei der Vorsteuer musst du ja keinen Vorsteuernachweis erbringen (höchstens Plausibilisierungsprüfung). Also muss einfach der richtige Betrag gebucht werden...

Und was ist genau bei der OP-Buchhaltung anders, ausser das der Buchungszeitpunkt nicht bei Rechnungserstellung, sondern bei Zahlungseingang ist? Auch die Abgrenzung Ende Jahr dürfte ja nicht soooo schwierig sein.

Und was bitteschön hat das Ganze mit deinem Mahnwesen zu tun????

Sorry... Aber ich verstehe es absolut nicht...

Vielleicht sollte ich mal einen Kurs in Bauernmalerei oder Kochen für Anfänger machen... Dann würde ich klarer sehen Smile .

Nein im Ernst, kann mir mal jemand ein konkretes Problem schildern?

Edit: Ist mir noch grad in den Sinn gekommen... Wie verrechnen wohl die Firmen solche Sachen, welche vom Geschäftsbereich her regelmässig Umsätze mit 2.4, 7.6, ohne MwSt. und wenn möglich auch noch 3.6 haben? Kann ja wohl doch nicht so ein Problem sein... Oder?

22.09.2010 05:59
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Nein, es ist nicht nur die OP-Buchhaltung.

Irgendwie muss auch die Kleinstfirma ihre Debitoren bewirtschaften.

Dazu gehört ein Mahnwesen.

Ein Problem ist die MwSt-Abrechnung und das Erstellen der Rechnungen.

Die Rechnung muss anteilsmässig gesplittet werden (= für Mehrwertsteuer)

Auf dem Einzahlungsschein muss das Total stehen (= offener Posten)

Und wer keine Saldobesteuerung hat, braucht die einzelnen Summen für die MwSt-Abrechnung. Die setzen sich uaus den gesplitteten Rechnungen zusammen. Die Summe der Rechnung Ist der offene Posten und entspricht dem erwarteten Zahlungseingang

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Benjamin Franklin

21.09.2010 23:35
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elias, du plagst dich offenbar mit op-buchhaltungen rum. da kenn ich mich nicht so aus. op-buchhaltung verwenden nur kleinstfirmen mit relativ tiefem usatz. da kann man sich ja schon fast überlegen, ob man sich die ganze steuersatzabgrenzung überhaupt antun will. unterm strich ist nämlich das risiko einer steuernachzahlung bei einem umsatz von bsp 1 mio und einem steuerbaren aufwand von 750'000 ganze 1000 franken, maximal! da kommen einem nur schon die ganzen softwareanpassungen schnell einmal teurer.

ich hab diesen sommer bei uns in der firma die einpflegung der neuen steuersätze für eine tochtergesellschaft betreut, welche einjährige dienstleistungen (service-abos, umsatz 100 mio) im voraus verrechnet, also auch bereits schon für 2011. das ist ohne weiteres machbar, mit der ordentlichen buchhaltungsmethode. man muss nur bei der rechnungsstellung die leistung für 2010 und 2011 entsprechend abgrenzen.

bei der op-buchhaltung kann das natürlich komplizierter sein. aber wie gesagt, bei unternehmen mit op-buchhaltung gibt's für die ESTV generell auch weniger zu holen (ist nicht abschätzend gemeint), von daher würd ich mir wegen ein paar hundert franken noch keine gedanken machen. minimier deinen (unproduktiven) aufwand für mwst-konformität einfach auf ein minimum! - ausser du lebst davon. Smile

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21.09.2010 21:29
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Ich mache einerseits die Buchhaltungen selber und zum anderen habe ich Aufträge, die Software der Kunden anzupassen.

Das Erstellen der neuen Rechnungen (MwSt-konform aufsplitten), das Zuordnen zu den offenen Posten und das Erstellen der neuen Mehrwertsteuerabrechnung mit den korrekten Umsätzen (nach Steuerschlüssel) ist nicht ganz ohne.

Mit deinen Buchungen kriegst du das nie und nimmer hin.

Wie willst du damit eine Mehrwertsteuerabrechnung erstellen?

Wie sieht deine Offenpostenbuchhaltung aus?

Welchen Betrag willst du z.B. mahnen?

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21.09.2010 08:39
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@Elias

Noch eine Frage hätte ich... Machst du deine Buchhaltung den selber? Von was für einer Firma den? Welches Volumen? Machst du alles, inkl. Abschluss und Abrechnungen mit den Sozialämtern selber?

21.09.2010 08:19
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Mehrwertsteuer vereinfachen?

Sorry Elias

Ich behaupte jetzt mal einfach hier raus, dass ich wohl mehr Buchhaltung mache als du... Ausser du wärst ein beruflicher Treuhänder. Dann nehme ich meine Behauptung zurück.

Also punkto Buchungssatz (den liefere ich dir jetzt, ohne das ich dafür ein Honorar verlange :-)).

Materialaufwand / Kreditor 300 - Code 7.6%

Materialaufwand / Kreditor 150 - Code 8.0%

Edit: Das Buchungsdatum ist natürlich beim gesamten Buchungsfall z.B. 15.08.2010

Das Ganze erfolgt natürlich mit einer Sammelbuchung auf dem Kreditor, so das der Kreditor nur eine Buchung über 450 aufweist.

Und der Aufwand ist dann (300/1.076 + 150/1.08) 417.70.

Du musst halt deine Buchhaltungssoftware anpassen, so das beide Buchungscodes zulässig sind.

Und was genau bitte schön soll beim Rechnungsstellen kompliziert sein?

20.09.2010 22:45
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technischer wrote:

Gebe da also fortknox recht... Die Vorsteuer sollte wirklich nicht das Problem sein.

Klar gibt es bei diesen zwei Rechnungen zwei Aufwandsbuchungen (inkl. MwSt.). Aber diese zwei Buchungen (mit einem Kreditor) wird ja wohl für keine Firma oder Treuhänder wirklich eine Herausforderung sein.

Und punkto Abrechnungsformular der Behörde haben die sich wohl schon was einfallen lassen.

haben die Formulare eigentlich im Haus, habe aber noch keinen Blick darauf geworfen...

Ich habe mehr als nur einen Blick auf DAS Formular geworfen.

Das Formular ist nicht das Problem.

Habe mich mit der Vorsteuer befasst (Rechnungsempfang)und mir dem Erstellen solcher Rechnung und dem Verbuchen.

Ihr erstellt offensichtlich keine Rechnungen, die das 2011 betreffen Und habt selber noch keine solche Rechnung erhalten. Und macht di Buchhaltung wohl nicht selber.

Sonst schreibt doch bitte mal die Buchungssätze mit Konti und Datum auf.

Quote:

Das Buchungsfenster ist ein Zeitabschnitt innerhalb des Geschäftsjahres. Es soll verhindern, dass irrtümlich Buchungen in völlig andere Perioden gebucht werden

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Benjamin Franklin

20.09.2010 17:39
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Gebe da also fortknox recht... Die Vorsteuer sollte wirklich nicht das Problem sein.

Klar gibt es bei diesen zwei Rechnungen zwei Aufwandsbuchungen (inkl. MwSt.). Aber diese zwei Buchungen (mit einem Kreditor) wird ja wohl für keine Firma oder Treuhänder wirklich eine Herausforderung sein.

Und punkto Abrechnungsformular der Behörde haben die sich wohl schon was einfallen lassen.

haben die Formulare eigentlich im Haus, habe aber noch keinen Blick darauf geworfen...

20.09.2010 12:16
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Mehrwertsteuer vereinfachen?

fort knox wrote:

die vorsteuer geltend zu machen ist nicht das problem, solange man nur soviel in abzug bringt, wie auf der rechnung (ob korrekt oder nicht) ausgewiesen ist.

so so, ist kein Problem.

Allein die Abgrenzung wird schon buchhalterisch interessant.

Rechnung und Vorsteuerabzug betreffen die Perioden 2010 und 2011.

Die Rechnung wird im 2010 gesamthaft (Summe der Einzelbeträge) bezahlt, was wieder zu 2 Buchungen führt, obwohl nur eine Überweisung stattgefunden hat.

Mir ist nicht bekannt, dass das die Softwareprogramme automatisch hinkriegen. Das geht nur über ein Biointerface.

Quote:

Abrechnung mit der ESTV

Auf den Abrechnungsformularen bis zum 30. Juni 2010 sind nur die alten Steuersätze aufgeführt. In diesen Abrechnungen sind demnach sämtliche Umsätze der betreffenden Abrechnungsperiode zu den alten Steuersätzen zu deklarieren, ungeachtet dessen, ob darin auch solche enthalten sind, die bereits zu den neuen Sätzen steuerbar sind (Leistungen ab dem 1. Januar 2011).

Auf den Abrechnungsformularen ab dem 1. Juli 2010 sind sowohl die alten als auch die neuen Steuersätze aufgeführt. In diesen Abrechnungen sind demnach sämtliche Umsätze je nach Datum der Leistung zu den alten oder den neuen Steuersätzen zu versteuern und die notwendigen Berichtigungen aus dem ersten Semester vorzunehmen.

Das war mir bis heute nicht bewusst. Somit bin ich auf die ersten Abrechnungen gespannt.

Quote:

Grundzüge des Übergangs von den alten zu den neuen Steuersätzen

1. Grundsatz

Massgebend für den anzuwendenden Steuersatz ist weder das Datum der Rechnungsstellung noch das Datum der Zahlung, sondern der Zeitpunkt resp. der Zeitraum der Leistungserbringung. Wird die Leistung teilweise vor und teilweise nach der Steuersatzerhöhung erbracht, so ist der auf die Zeit nach dem 31. Dezember 2010 entfallende Teil der Leistung zu den neuen Sätzen steuerbar.

2. Rechnungsstellung

Für Leistungen, die ab dem 1. Januar 2011 erbracht werden, sind ab sofort die neuen Steuersätze zu fakturieren. Leistungen, die zu den alten und Leistungen, die zu den neuen Sätzen steuerbar sind, können in der gleichen Rechnung aufgeführt werden, wobei das Datum oder der Zeitraum der Leistung klar ersichtlich sein muss. Werden die Leistungen, die in den beiden betroffenen Jahren erbracht werden, nicht auseinander gehalten, ist die Gesamtleistung zum neuen Satz steuerbar.

3. Vorauszahlungen

Ist anlässlich der Rechnungstellung für eine Vorauszahlung bereits bekannt, dass die Lieferung oder Dienstleistung ganz oder teilweise nach dem 31. Dezember 2010 erbracht wird, ist der auf die Zeit ab dem 1. Januar 2011 entfallende Teil der Leistung gesondert und zum neuen Satz aufzuführen.

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Benjamin Franklin

18.09.2010 00:19
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Mehrwertsteuer vereinfachen?

Elias wrote:

Nächstes Jahr wir die Mehrwertsteuer erhöht.

Der Normalsatz steigt von 7.6% auf 8%, der reduzierte Satz von 2.4% auf 2.5% und der Beherbergungs-Sondersatz von 3.6% auf 3.8%.

Was hat das im 2010 für folgen?

Alle Rechnungen, welche das 2011 betreffen (z.B. Abonnemente), müssen die Rechnung aufteilen.

Zum Beispiel

5/6 des Rechnungsbetrages 1.3 2010 - 31.12.2010 7.6%

1/6 des Rechnungsbetrages 1.1.2011 - 28.02.2011 8%

Und der Rechnungsersteller muss die Rechnungen korrekt abgrenzen

Was bedeutet das für den Rechnungsempfänger?

Er muss sie auch so verbuchen (Vorsteuerabzug, sofern nicht Saldosteuer) und korrekt abgrenzen.

Das wird ein Fressen für die Mehrwertsteuerrevision.

Habe in den Buchhaltungen schon massenhaft falsch erstellte Rechnungen entdeckt.

das risiko einer steurenachzahlung aufgrund falsch/mit zu niedrigem satz (7.6% statt 8%) verrechneten dienstleistungen beträgt im allerschlimmsten fall 0.04% des umsatzes. sprich, bei einem jahresumsatz von 10 mio sind das 40'000 franken. aber auch nur, wenn man wirklich alles verschläft und noch am silvesterabend 2010 all seine diensteleistungen für 2011 mit 7.6% verrechnet. aber dann hat man eh noch andere probleme als die mwst-erhöhung...

die vorsteuer geltend zu machen ist nicht das problem, solange man nur soviel in abzug bringt, wie auf der rechnung (ob korrekt oder nicht) ausgewiesen ist.

als privatkonsument kommt man unter umständen sogar noch besser weg, wenn die dienstleister es nicht raffen und zuwenig steuer verrechnen.

"Holzhacken ist deshalb so beliebt, weil man bei dieser Tätigkeit den Erfolg sofort sieht." A.E.

17.09.2010 13:34
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Mehrwertsteuer vereinfachen?

Ja das stimmt - aber was müsste man dann alles umstellen? Wäre das System einfacher? (Dann würde man ja das Vermögen separat versteuern müssen?) Oder nicht?

17.09.2010 08:18
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Direktbesteuerung

Smith2000 wrote:

In gewissen EU Ländern werden ja die Löhne direkt besteuert, Quellenbesteuerung.

Was haltet ihr davon? Vereinfacht, doch ich bin zufrieden mit unserem System.. Auch was die MWST betrifft.

Das wegen der Direktbesteuerung der Löhne würde ich begrüssen. Wie mancher von uns neigt in eine leichte Depression zu verfallen wenn eine Steuerrechnung ins Haus flattert? Wenn die Steuern direkt dem Lohn abgezogen würden, hätten wir eine grosse Sorge weniger...

16.09.2010 22:27
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Mehrwertsteuer vereinfachen?

Nächstes Jahr wir die Mehrwertsteuer erhöht.

Der Normalsatz steigt von 7.6% auf 8%, der reduzierte Satz von 2.4% auf 2.5% und der Beherbergungs-Sondersatz von 3.6% auf 3.8%.

Was hat das im 2010 für folgen?

Alle Rechnungen, welche das 2011 betreffen (z.B. Abonnemente), müssen die Rechnung aufteilen.

Zum Beispiel

5/6 des Rechnungsbetrages 1.3 2010 - 31.12.2010 7.6%

1/6 des Rechnungsbetrages 1.1.2011 - 28.02.2011 8%

Und der Rechnungsersteller muss die Rechnungen korrekt abgrenzen

Was bedeutet das für den Rechnungsempfänger?

Er muss sie auch so verbuchen (Vorsteuerabzug, sofern nicht Saldosteuer) und korrekt abgrenzen.

Das wird ein Fressen für die Mehrwertsteuerrevision.

Habe in den Buchhaltungen schon massenhaft falsch erstellte Rechnungen entdeckt.

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Der Weise gewinnt mehr Vorteile durch seine Feinde als der Dummkopf durch seine Freunde.
Benjamin Franklin

16.08.2010 19:04
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Mehrwertsteuer vereinfachen?

Die Mehrwertsteuer fällt um so geringer aus, je tiefer die Preise sind. Der Endpreis könnte trotz des Einheitssatzes tiefer sein, als mit dem heutigen reduzierten Satz.

Quote:

Preise in der Schweiz viel höher als in der EU

Schweizer haben 2009 rund ein Drittel mehr für Waren und Dienstleistungen bezahlt als Bürger der 27 EU-Staaten. Besonders teuer ist Fleisch.

Ein Agrar-Freihandelsabkommen zwischen der Schweiz und der Europäischen Union könnte für günstigere Preise sorgen, wie der Verbandssprecher erklärte. Ein Abkommen würde den Import erleichtern. Die Schweizer Bauern wiederum könnten günstiger produzieren, weil sie weniger für Futtermittel und andere Rohstoffe bezahlen müssten.

Bei einigen Produkten lag das Schweizer Preisniveau aber nahe beim EU-Durchschnitt (100 Indexpunkte). Ähnliche Preise berechnet wurden namentlich für Tabakwaren (104), private Verkehrsmittel (101), Nachrichtenübermittlung (96), alkoholfreie Getränke (112) und alkoholische Getränke (112).

http://www.cash.ch/news/topnews/preise_in_der_schweiz_viel_hoeher_als_in...

Quote:

Was Indexpunkte

Fleisch 197

Speisefette und Öle 168

Fisch 150

Brot und Mehlwaren 138

Gaststätten und Hotels 132

Obst, Gemüse, Kartoffeln 131

Verkehrsdienstleistungen 130

Haushaltsgeräte 123

Milch, Käse, Eier 121

Bekleidung 115

Innenausstattung, Ausrüstungsgegenstände und Haushaltsführung 114

Alkoholische Getränke 113

Alkoholfreie Getränke 112

Schuhe 111

Verkehr 109

Tabakwaren 104

Elektrizität, Gas und andere Brennstoffe 103

Private Verkehrsmittel 101

Audiovisuelle, fotografische und Informationsverarbeitungsgeräte und Zubehör 100

Nachrichtenübermittlung 96

Einrichtungsgegenstände, Teppiche und andere Bodenbeläge 94

http://www.tagesanzeiger.ch/wirtschaft/konjunktur/Preise-in-der-Schweiz-...

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Benjamin Franklin

18.07.2010 12:34
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Mehrwertsteuer vereinfachen?

Wieder einer, der sich für tiefere Preise einsetzt.

Meinen Segen hat er.

Quote:

Konsumenten sollen vom tiefen Euro profitieren

Neuer Weko-Präsident möchte gerne ein Exempel statuieren

Der neue Präsident der Wettbewerbskommission (Weko), Vincent Martenet, sagt den hohen Preisen in der Schweiz den Kampf an: So sollen die Schweizer Konsumenten vom derzeit tiefen Eurokurs besser profitieren können. Martenet will dazu Exempel statuieren.

(sda) «Wenn der Euro sinkt, erwarten wir, dass die Währungsdifferenzen beim Konsumenten ankommen - zumindest, wenn der Markt spielt», sagte Martenet der «NZZ am Sonntag». Seine Behörde interveniere, wenn sie Hinweise zu Marktabschottungen finde, betonte der seit Anfang Juli amtierende Weko-Präsident.

Suche nach exemplarischen Fällen

Wenn die Preise in der Schweiz höher seien, nur weil man den hiesigen Konsumenten eine stärkere Kaufkraft zubillige, sei das inakzeptabel. Dann drohe eine Untersuchung: «Wir suchen nach exemplarischen Fällen, an denen sich der Markt orientieren kann», sagte Martenet.

Das Cassis-de-Dijon-Prinzip der EU, das seit 1. Juli auch in der Schweiz gilt, bringt nach Ansicht des neuen obersten Wettbewerbshüters langfristig positive Impulse. Die Richtlinie hält fest, dass ausländische Produkte, die in der EU zugelassen sind, auch in der Schweiz verkauft werden dürfen.

Mehr Macht bei Telecom

Zu einem Beitritt zur EU, wie ihn sein Vorgänger Walter Stoffel gefordert hatte, äusserte sich Martenet nicht. Martenet wünscht sich zwecks Verkürzung der Verfahren mehr Macht für den Regulator. Eine «Hauptsorge» sei für ihn hinsichtlich der Telecom-Anbieter auch der faire Zugang zu den Glasfasernetzen.

Der Regulator müsse auf dem Telecom-Markt von sich aus aktiv werden und Preise festsetzen können und nicht auf die Beschwerde eines Wettbewerbers warten müssen, sagte Martenet. «Die Politik wollte das aber nicht», gab er seinem Bedauern Ausdruck.

http://www.nzz.ch/nachrichten/wirtschaft/aktuell/konsumenten_sollen_vom_...

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Benjamin Franklin

15.07.2010 11:24
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Mehrwertsteuer vereinfachen?

CrashGuru wrote:

Elias wrote:
CrashGuru wrote:
ok, ich geb es auf, pfffffff.... Du willst nicht begreifen :roll:

Ich gebe nicht auf, solange bis es jeder begreift.

LESEN. Ich habe geschrieben : Du WILLST NICHT begreifen.

Also was soll's.

Du befürwortest halt die "Brosamen-Politik" und ich die Menschenwürde. Diskussion sinnlos, daher lass ich es jetzt zu diesem Thema. Aber mach Du ruhig weiter.....

wie oben geschrieben: das alte Lied. Du wiederholst dich mit den gleichen leeren Sprüchen.

Ich begreife sehr wohl. Vorallem diese Vorlage.

Du musst den Fehler bei dir suchen, nicht bei mir.

Keine meiner Fragen konntest oder wolltest du bisher beantworten.

Ich habe das Gütesiegel "Sozi" hier im Forum erhalten, weil ich damals auch an die UBS-Mitarbeiter und deren Angehörige gedacht habe. Wenn jemandem die Menschenwürde nahe liegt, dann mir.

Die Menschenwürde wird auch in Irland mit dem Null-Prozenter nicht verbessert.

Du vermauschelst da wieder Sachen und musst am Schluss zurückkrebsen und dich rausreden wie bei der Sozialkompetenz / Empathie. Es zieht sich bei dir durch wir der berühmte rote Faden.

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Benjamin Franklin

15.07.2010 10:48
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Mehrwertsteuer vereinfachen?

Elias wrote:

CrashGuru wrote:

ok, ich geb es auf, pfffffff.... Du willst nicht begreifen :roll:

Ich gebe nicht auf, solange bis es jeder begreift.

LESEN. Ich habe geschrieben : Du WILLST NICHT begreifen.

Also was soll's.

Du befürwortest halt die "Brosamen-Politik" und ich die Menschenwürde. Diskussion sinnlos, daher lass ich es jetzt zu diesem Thema. Aber mach Du ruhig weiter.....

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