Milchproduktion

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12.04.2011 10:10
#1
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Milchproduktion

Ich eröffne dazu ein separates Thema

Kühe geben meines Wissens nicht ununterbrochen Milch.

Quote:

Trockenstehen

Während der Zeit des Trockenstehens (in der Regel wird ein Zeitraum von 8 Wochen angestrebt) kann sich das Alveolargewebe des Euters regenerieren. Zum Zwecke der Vergleichbarkeit wird die jährliche Milchleistung meistens als 305-Tage-Leistung ausgedrückt.

http://de.wikipedia.org/wiki/Milchproduktion#Laktationszyklus

Somatotropin wird beim Menschen eingesetzt.

Der schon mehrfach erwähnte Link http://de.wikipedia.org/wiki/Somatotropin ist nicht korrekt.

Der korrekte Link lautet http://de.wikipedia.org/wiki/Rinder-Somatotropin

Quote:

Von diesem Zeitpunkt an, bis die Kuh trocken ist, vermindert sich die Produktion langsam.

Auch damit gibt die Kuh nicht ununterbrochen Milch.

Richtiges Trockenstellen

http://www.google.ch/url?sa=t&source=web&cd=3&ved=0CCcQFjAC&url=http%3A%...

Aufklappen

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Der Weise gewinnt mehr Vorteile durch seine Feinde als der Dummkopf durch seine Freunde.
Benjamin Franklin

12.05.2016 10:59
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Geboren, um zu sterben

Kälber sollen mindestens 21 Tage auf dem Geburtsbetrieb bleiben: So will die Branche das Tierwohl stärken. Dennoch leben noch immer Tausende Kälber nicht mehr als drei Tage.

 

Selbst organisierte Freiwilligkeit statt staatlichen Zwangs: Unter diesem Motto steht der Versuch, den die Milch- und Fleischwirtschaft am 1. November letzten Jahres gestartet hat. Im Minimum 21 Tage, so das erklärte Ziel, sollen die Kälber von Milchkühen auf dem Geburtsbetrieb bleiben können, bevor sie in die Mast müssen. Dank dieser Zeit in vertrauter Umgebung sollen die Tiere möglichst gesund bleiben und so ohne Medikamente auskommen. Das stärkt nicht nur das Tierwohl. Auch die Produzenten können profitieren. So sind chronisch kranke Tiere potenzielle Träger einer Vielzahl krankmachender Keime, die das Wohlergehen der ganzen Kälbergruppe angreifen können.

Nun liegt eine erste Auswertung des Versuchs vor. Peter Schneider von Proviande, der Branchenorganisation der Schweizer Fleischwirtschaft, bestätigt auf Anfrage entsprechende Informationen von Tagesanzeiger.ch/Newsnet. «Die Situation hat sich verbessert», bilanziert er. «Es bleiben wieder mehr Tiere mindestens 21 Tage auf dem Geburtsbetrieb.» Laut Schneider sind im ersten Quartal dieses Jahres nur noch 10 Prozent aller Kälber, die den Standort gewechselt haben, jünger als 21 Tage gewesen. Das ist weniger als im gleichen Zeitraum in den Jahren zuvor: 2013 und 2014 waren es 12 Prozent, 2015 deren 13 Prozent. Schneider zeigt sich über diesen Fortschritt ebenso überrascht wie erfreut. «Die Branche hat den Ernst der Situation offenbar erkannt.»

Antibiotika reduzieren

Die Nachricht wird auch in Tierschutzkreisen positiv aufgenommen. «Das ist ein erster Schritt zur Reduktion des ­extremen Antibiotikaeinsatzes in der Kälbermast», sagt Hansuli Huber, Geschäftsführer des Schweizer Tierschutzes (STS). Nun gelte es, ein weiteres Problem anzugehen. So werden laut Huber Tränkekälber beim Verkauf auf die Mastbetriebe teilweise «exzessiv herumgekarrt». Am besten wäre es nach Hubers Ansicht, die Kälber würden gleich auf dem Geburtsbetrieb gemästet.

Offen ist, ob sich die Branche quantitative Ziele setzen und den Wert von 10 Prozent weiter drücken will, auf beispielsweise 5 Prozent. Abhängig ist dies nicht zuletzt vom weiteren Verlauf des Versuchs. Ob die nun vorliegende erste Bilanz Ausdruck eines neuen Trends ist, wird sich laut Schneider erst noch weisen müssen. Er spüre aber verbreitet eine grosse Motivation in der Milch- und Fleischwirtschaft. «Diese gilt es jetzt aufrechtzuerhalten.»

Leicht höhere Werte als 2014

Mit der Branchenlösung versucht die Milch- und Fleischwirtschaft nicht zuletzt, ihr Ansehen zu stärken. Ihr Image hat Schrammen erlitten, seit der Schweizer Tierschutz letztes Jahr die Problematik der sogenannten Eintagskälbchen ins Bewusstsein einer breiten Öffentlichkeit gerückt hat. Der Hintergrund: Die Milchwirtschaft rentiert kaum noch. Weil männliche Kälber von Milchkühen zu wenig schnell und zu wenig Fleisch ansetzen, können sie zur finanziellen Last für die Bauern werden – und werden nicht selten frühzeitig entsorgt, wie der STS mutmasst. Bis zu 10'000 Kälber von Milchkühen würden so kurz nach der Geburt getötet. In manchen Fällen geschehe dies sogar bereits vor der gesetzlich erlaubten Frist von sieben Lebenstagen, sagt der STS.

Hinweise darauf liefert die Tierverkehrsdatenbank des Bundes. Sie zeigt für die Hochleistungskuhrassen Red Holstein und Holstein eine vergleichsweise hohe prozentuale Zahl von Kälbern, die tot zur Welt kommen oder innert drei Tagen nach der Geburt sterben. 2014 waren es bei Red-Holstein-Kühen 7,16 Prozent aller Geburten in dieser Rasse. Dieser Wert liegt über dem Durchschnitt aller Rind­vieh­rassen (4,76 Prozent). Auch bei den Holstein-Kühen (6,71 Prozent) bewegte er sich 2014 über dem Mittel.

Versuch muss länger laufen

An diesem Bild hat sich letztes Jahr nichts geändert. Im Gegenteil, die Werte sind – wenn auch nur leicht – nochmals angestiegen auf 7,17 (Red Holstein) und 6,81 (Holstein). Total haben letztes Jahr knapp 11'500 Tiere der beiden Rassen keine vier Tage gelebt. Diese Zahlen zeigen Hansuli Huber vom STS, dass «es allerhöchste Eisenbahn war, dass die Branche diese Lösung im November eingeführt hat». Das Eintagskälbchen dürfe keinesfalls zur akzeptierten Begleiterscheinung der modernen Milchproduktion werden.

Ob es die Branche schafft, den Anteil von Totgeburten und Abgängen innert dreier Tage zu reduzieren, ist zum heutigen Zeitpunkt offen. Da der Versuch erst am 1. November letzten Jahres gestartet hat, dürften verlässliche Aussagen darüber frühestens nach Abschluss dieses Jahres möglich sein.

(Tages-Anzeiger)

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Benjamin Franklin

16.09.2015 09:31
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Bauern sehen rot: Deutsche Milch für die Schweiz

Eklat

Der Lebensmittelhersteller Hochdorf will tonnenweise deutsche Milch in der Schweiz verarbeiten. Dabei nutzt das Unternehmen eine Lücke im Zollgesetz. Die Bauern reagieren brüskiert.

http://www.handelszeitung.ch/unternehmen/bauern-sehen-rot-deutsche-milch...

 

 

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Benjamin Franklin

27.08.2015 09:37
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Tot sind sie billiger

Die Aufzucht männlicher Kälber rentiert nicht. Bis zu 10'000 pro Jahr werden deshalb kurz nach der Geburt getötet. Der Branchenverband will dagegen vorgehen.

 

Damit Kühe Milch produzieren, müssen sie kalbern. Männliche Nachkommen sind jedoch unerwünscht.

http://www.tagesanzeiger.ch/wirtschaft/tot-sind-sie-billiger/story/29369906

 

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17.06.2015 09:39
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Sie leben keine sieben Tage mehr

Die Milchwirtschaft rentiert kaum noch. Die Folge: Männliche Kälber werden zunehmend zum Abfallprodukt und kurz nach der Geburt getötet. Landwirte halten sich dabei angeblich nicht an die gesetzlichen Fristen.

http://www.tagesanzeiger.ch/schweiz/standard/Sie-leben-keine-sieben-Tage...

 

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Benjamin Franklin

30.01.2015 13:40
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Emmi und Co kürzen Bauern das Milchgeld

Emmi zahlt wegen des harten Frankens weniger Geld an die Milchbauern. Weitere Verarbeiter dürften folgen. Mancher Landwirt könnte jetzt das Handtuch werfen.

http://www.20min.ch/finance/news/story/Emmi-und-Co-kuerzen-Bauern-das-Mi...

 

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29.01.2015 08:31
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Hochdorf steigert Umsatz um 14% - Ertragszahlen 2014 auf Rekordniveau erwartet

29.01.2015 07:45



Hochdorf (awp) - Der Milchverarbeiter Hochdorf hat im vergangenen Geschäftsjahr 2014 den Umsatz um gut 14% auf 429,3 Mio CHF gesteigert. Das Wachstum resultierte dabei aus höheren Milchpreisen und entsprechend höheren Verkaufspreisen am Markt sowie aus höheren Mengen, wie das Unternehmen am Donnerstag mitteilte. Beim operativen Ergebnis werden Rekordwerte erwartet.

Insgesamt wurden in den Werken der Gruppe im Jahr 2014 knapp 507 Mio Kilogramm Milch, Molke und Permeat verarbeitet. Dies entspreche einer Steigerung um nahezu 12% gegenüber dem Vorjahr und sei unter anderem der allgemein höheren Milchmenge in der Schweiz und den Mengeneinschränkungen beim Emmentaler geschuldet, so die Mitteilung. Für den Standort Litauen habe dabei das Russlandembargo eine wichtige Rolle gespielt.

Mit dem vorgelegten Jahresumsatz hat Hochdorf das angekündigte Wachstum von 10% übertroffen. Die verkaufte Produktmenge konnte um 8,1% auf 99'155 Tonnen erhöht werden.

Auch das operative Ergebnis habe nach dem guten Geschäftsjahr 2013 im ersten Halbjahr 2014 weiter verbessert werden können, hiess es. "Die Ertragszahlen für das ganze Jahr dürften in der Hochdorf-Gruppe neue Rekordwerte setzen", lässt sich CEO Thomas Eisenring in der Mitteilung zitieren.

Etwas weniger zuversichtlich äussert sich der Geschäftsführer dagegen für das laufende Jahr. Der tiefe Milchpreis, die Unsicherheiten auf dem internationalen Milchmarkt und die Aufhebung der Eurokursuntergrenze durch die SNB verhiessen ein "anspruchsvolles 2015".

Das vollständige Ergebnis wird am 26. März vorgelegt.

ap/ys

(AWP)

 

Ich verliere nie! Entweder ich gewinne oder ich lerne!

19.11.2014 09:28
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Milch, die an den Bäumen wächst

Wenig Kalorien, kein Cholesterin, kein Zucker: Mandelmilch ist das neue Super-Food in den USA. Jetzt schwappt der Trend auch auf Europa und die Schweiz über. Händler verzeichnen Wachstumsraten von bis zu 90 Prozent.

http://www.tagesanzeiger.ch/wirtschaft/Milch-die-an-den-Baeumen-waechst/...

 

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Benjamin Franklin

05.12.2013 16:22
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Chinesen reissen sich um Schweizer Milch

Chinesen stehen auf qualitativ hochwertige Lebensmittel: Milch und Milchprodukte sind gefragte Luxusgüter. So tritt auch Premium-Milch aus der Schweiz eine lange Reise nach Fernost an.

http://www.handelszeitung.ch/unternehmen/chinesen-reissen-sich-um-schwei...

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Benjamin Franklin

05.12.2013 16:22
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Chinesen reissen sich um Schweizer Milch

Chinesen stehen auf qualitativ hochwertige Lebensmittel: Milch und Milchprodukte sind gefragte Luxusgüter. So tritt auch Premium-Milch aus der Schweiz eine lange Reise nach Fernost an.

http://www.handelszeitung.ch/unternehmen/chinesen-reissen-sich-um-schwei...

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Benjamin Franklin

06.09.2013 10:14
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Milchproduzenten sehen bei Marktöffnung Existenz bedroht

Bevor der Bundesrat seinen Bericht zur Marktöffnung für Milchprodukte vorlegt, haben die Milchproduzenten eine eigene Studie präsentiert. Ihr Fazit überrascht wenig: Für die meisten Milchbauern wäre eine Marktöffnung gegenüber der EU kaum tragbar.

Gerade spezialisierte und hochprofessionelle Milchproduzenten wären existenziell bedroht, heisst es in der Dokumentation zur Studie, welche die Schweizer Milchproduzenten (SMP) am Dienstag in Bern vorstellten. Dafür verantwortlich wäre den Autoren zufolge vor allem der Umstand, dass der Milchpreis zurückgehen würde, während die Produktionskosten etwa gleich hoch bleiben dürften.

Ohne Begleitmassnahmen würden die landwirtschaftlichen Einkommen stark zurückgehen - teilweise müssten die Milchbauern gar noch drauflegen. Die Studienautoren der Hochschule für Agrar-, Forst- und Lebensmittelwissenschaften (HAFL) in Zollikofen BE haben für die Auswirkungen auf die Milchproduzenten 14 Einzelbetriebe untersucht, die ihnen zufolge aus heutiger Sicht als «gut aufgestellt und zukunftsfähig» gelten.

Für die Analyse der Betriebe bedienten sich die Autoren Simulationsrechnungen mit verschiedenen Preisszenarien. Grundlage für die Szenarien war unter anderem der «OECD-FAO Agricultural Outlook 2012-2021» für den Europäischen Markt.

Chance für Produkte mit Swissness-Bonus

Die Ergebnisse legen nahe, dass eine Öffnung des Markts nicht nur den Milchbauern zusetzen dürfte, sondern der ganzen direkt betroffenen Wertschöpfungskette - also auch dem Milchhandel, der Milchverarbeitung und dem Detailhandel.

In Bezug auf den Milchhandel kommt die Studie zum Schluss, dass einzelne Vermarktungsorganisationen fusionieren oder aufgeben müssten. Dies deshalb, weil mit einem Druck auf die Handelsmargen und damit mit einer Beschleunigung des Strukturwandels zu rechnen sei.

Besser sieht die Lage für die Verarbeitungsindustrie aus. Die befragten Unternehmen sehen insbesondere eine Chance im Export von hochpreisigen Molkereiprodukten. Vor allem dann, wenn für die Swissness ein Zuschlag erhoben werden könnte.

Im Detailhandel dürfte sich eine Marktöffnung in einem veränderten Sortiment niederschlagen. Die Studienautoren gehen davon aus, dass nicht nur mehr billige Produkte, sondern auch mehr teure Markenprodukte importiert würden.

Allerdings dürften die Detailhändler auch künftig ein grosses Interesse an Schweizer Produkten haben, da die Konsumenten vor allem bei wenig verarbeiteten Produkten wie Milch und Butter auf die Herkunft achten.

Bericht des Bundesrats bis Ende Jahr

Die befragten Akteure würden im Falle einer Öffnung Begleitmassnahmen für die Milchbauern unterstützen, schreiben die Autoren. Darüber, wie diese auszusehen hätten, herrsche allerdings Unklarheit.

Die Studie untersuchte die ökonomischen Auswirkungen der Marktöffnung der sogenannten «weissen Linie», welche alle Milchprodukte umfasst ausser Käse und Quark. Der Käsemarkt - die «gelbe Linie» - ist bereits seit 2007 liberalisiert.

Die Wirtschaftskommission (WAK) des Nationalrats fordert vom Bundesrat mit einer Motion einen Bericht zur Option einer Marktöffnung für den gesamten Milchsektor. Ursprünglich sollte der Bericht bis im Sommer 2013 vorliegen, wegen der späten Beratung durch den Ständerat wurde die Frist jedoch bis Ende Jahr verlängert. (SDA)

http://www.blick.ch/news/wirtschaft/schweizer-milchproduzenten-sehen-bei...

 

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Benjamin Franklin

21.07.2013 15:30
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In der Schweiz wird die Milch knapp

Nach dem Überschuss folgt der Mangel: Obwohl Bauern erstmals mehr für ihre Milch erhalten, kehren viele Landwirte dem Milchmarkt den Rücken zu. Nun müssen sich Verarbeiter im Ausland eindecken.

Produziert in Litauen

«Lohnen würde sich das Melken meiner 43 Kühe erst, wenn ich für den Liter Milch zehn Rappen mehr, also 73.6 erhalten würde», sagt Milchbauer Martin Müller gegenüber der Zeitung. Die Sprecherin des Schweizerischen Bauernverbandes (SBV) bestätigt: «Realistisch gesehen ist Milch für viele Bauern immer noch ein Verlustgeschäft.» Dabei wären gerade jetzt Anreize zur Mehrproduktion gefragt. «Alles deutet auf eine drohende Milchknappheit hin», fügt sie an.

Erste Folgen hat die rückgängige Milchproduktion bereits: Die Milchpulverfabrikantin Hochdorf sieht sich gezwungen, zunehmend in Litauen zu produzieren, wie die «SonntagsZeitung» schreibt. Derzeit beschafft sich das Unternehmen 850 Tonnen Magermilchkonzentrat in Deutschland für seine Exportprodukte, wie Hochdorf-Chef Thomas Eisenring sagt.

Neue Preise im September

Die teureren Richt- und Produktionspreise zeigen sich auch für den Konsumenten. Migros und Coop haben ihre Preise für Milch, Schweizer Joghurt, Rahm und Butter im Schnitt um fünf bis zehn Rappen erhöht. Bisher war die Tendenz der Preise für einen Liter Pastmilch bisher immer sinkend. Während der Preis dafür im Jahr 2003 noch bei 1.53 Franken lag, zahlt man heute für dasselbe Produkt zehn Rappen weniger.

Die Lage scheint prekär. Die neuen Milchpreise werden im September bestimmt. Werden sie erhöht? «Das Milchangebot ist knapp, aber die Versorgung ist gewährleistet», sagt BOM-Geschäftsleiter Daniel Gerber. Nicht nur die Menge bestimme den Preis. «Die Differenz zwischen EU-Preisen und Schweizer Milchpreisen darf nicht zu gross werden», sagt er. Für Bauer Müller ist klar: «Wenn es im Herbst keine Preiserhöhung gibt, dann verstehe ich die Welt nicht mehr.»

http://www.tagesanzeiger.ch/schweiz/standard/In-der-Schweiz-wird-die-Mil...

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Benjamin Franklin

12.07.2013 11:46
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Und plötzlich spielt in der Milchwirtschaft der Markt

Lange hatte es in der Schweiz zu viel Milch, jetzt gibt es zu wenig. Die Bauern profitieren von steigenden Preisen. Nun kommen die Grossabnehmer unter Druck.

http://www.tagesanzeiger.ch/wirtschaft/Und-ploetzlich-spielt-in-der-Milc...

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Benjamin Franklin

21.05.2013 10:46
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Milch wird knapper – wegen schlechtem Wetter

Die mangelnde Sonne macht sich auf dem Milchmarkt bemerkbar: Schweizer Kühe produzieren wegen der schlechten Gras-Qualität weniger. Milchprodukte werden deshalb bald teurer.

erkehrte Welt auf dem Schweizer Milchmarkt: Während normalerweise viel mehr Milch produziert wird als benötigt, zeigt der Trend derzeit in die andere Richtung. Laut Zahlen des Landwirtschaftlichen Informationsdienstes (LID) haben Schweizer Bauern im Februar und März 2013 je sechs Prozent weniger Milch produziert als im Vorjahr.

Dass der sogenannte Milchsee immer mehr austrocknet, liegt unter anderem am garstigen Frühlingswetter. Der Mangel an Sonne hat sich negativ auf die Futterqualität ausgewirkt. «Die Vegetation ist dieses Jahr je nach Region zwei bis drei Wochen im Rückstand», sagt Stefan Hagenbuch, Vizedirektor der Schweizer Milchproduzenten (SMP). Analysen hätten ergeben, dass der Energiegehalt des Grases dieses Jahr qualitativ weniger gut ist.

Die Konsequenzen werden nun sichtbar: Da die Qualität des Grases einen grossen Einfluss auf die Milchmenge einer Kuh hat, gibt sie in der Folge weniger Milch. Zudem ist die Anzahl Kühe pro Bauer laut Hagenbuch aktuell deutlich tiefer als auch schon.

Teurere Milchprodukte

Wegen der knapper werdenden Milch können die Bauern ihr Produkt zu einem höheren Preis verkaufen. «Während die Preise vor einem Jahr noch am Boden waren, hat der Markt jetzt gedreht», erklärt Hagenbuch. Laut LID erhielten die Landwirte im Juli 2012 für ein Kilo Industriemilch 55,5 Rappen – so wenig wie noch nie seit Beginn der Aufzeichnung der Milchpreise. Die Branchenorganisation Milch BOM hat den Richtpreis per Juni 2013 nun auf 69 Rappen pro Kilo erhöht.

Das bekommen auch die Schweizer Konsumenten im Portemonnaie zu spüren. Coop bestätigt im Gespräch mit 20 Minuten, dass Milchprodukte bald teurer werden. «Als Mitglied der BOM sind wir dazu gezwungen», sagt Sprecherin Denise Stadler. Aus Konkurrenzgründen will die Nummer zwei im Schweizer Detailhandel aber noch nicht bekannt geben, welche Produkte konkret betroffen sind. Auch über das Ausmass der Preiserhöhungen und den Zeitpunkt gibt Coop keine Auskunft.

Bei der Migros blieb eine entsprechende Anfrage von 20 Minuten unbeantwortet.

Butterberg wird kleiner

Der Sinkflug bei der Milchproduktion hat auch Auswirkungen auf die Schweizer Buttervorräte: Von einem Butterberg kann nicht mehr die Rede sein. Im März 2013 waren die Butterlager noch mit 1334 Tonnen gefüllt – das sind 70 Prozent mehr also in der Vorjahresperiode, wie der LID schreibt.

Exportiert werden mussten im ersten Quartal nur noch 866 Tonnen, 75 Prozent weniger als im Vorjahr. «Die Butterreserven sind zurzeit am unteren Limit», bestätigt SMP-Vizepräsident Hagenbuch. Obwohl ein ausgeglichener Markt grundsätzlich positiv zu bewerten sei, berge das auch Gefahren. «Es wäre nicht wünschenswert, wenn die Schweiz plötzlich Butter aus dem Ausland importieren müsste – die Versorgung muss von den Schweizer Produzenten kommen.» http://www.20min.ch/finance/news/story/Milch-wird-knapper---wegen-schlec...

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Benjamin Franklin

26.03.2013 07:17
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Milchproduzenten streiten sich um Ausrichtung

Der Käsemarkt ist liberalisiert, der Milchmarkt geschützt. Noch – denn die politische Marschrichtung in Bern läuft Richtung Marktöffnung. Der Bundesrat soll die Folgen gegenüber der EU prüfen, das verlangt der Ständerat. Bernard Lehmann, Direktor des Bundesamtes für Landwirtschaft, rechnet bei Grenzöffnung  mit einem Einkommensverlust für die Milchproduzenten von 600 Millionen Franken jährlich.

Ein Szenario, das vielen Milchbauern Angst macht. Seit Jahren fällt der Produzentenpreis, allein 2012 um 3,5 Prozent. Gleichzeitig kämpfen die Bauern mit Überschüssen, weil sie zu viel Milch produzieren (s. Tabelle unten).

Verbands-Chef und -Präsident gemeinsam zurückgetreten

Anfang April sollen die Kandidaten für das künftige Präsidium im Verband der Schweizer Milchproduzenten (SMP) nominiert werden. Bereits versuchen die Fraktionen, ihre Kandidaten ins Spiel zu bringen. Vor wenigen Wochen waren der langjährige Präsident Peter Gfeller und sein Direktor Albert Rösti gemeinsam zurückgetreten. Gfeller und Rösti hatten jahrelang erfolglos versucht, den Milchmarkt zu regulieren, um Überproduktionen abzubauen.

Hinter den Rücktritten steht letztlich ein Richtungskampf. Die einen wollen die Milchmenge beschränken. Dieser Meinung ist etwa der Zürcher Milchbauer und SVP-Politiker Martin Haab. Damit sollen Überschüsse abgebaut werden.

Die anderen sehen ihre Chancen im freien Markt. So wie Roland Werner, Milchbauer und Milchhändler in einer Person und ebenfalls SVP-Mitglied. Er ist Verwaltungsratspräsident des Thur Milch Rings, einer Thurgauer Bauern- und Milchhandels-Organisation. Die Abnehmer von Thur Milch sind Unternehmen wie die Hochdorf-Gruppe, spezialisiert auf Babynahrung.

Mengenregulierung oder freier Markt? Ende Mai soll das Präsidium der Schweizer Milchproduzenten neu besetzt werden. Für den Vorstand des Schweizerischen Bauernverbandes muss der neue Präsident eine integrierende Persönlichkeit sein. Ein Richtungsstreit zwischen den unterschiedlichen Visionen würde den Verband der Schweizer Milchproduzenten weiter spalten und die Interessenvertretung der Milchproduzenten schwächen.

Schweizer Milchmarkt in Zahlen


ANZAHL MILCHPRODUZENTEN NACH GRÖSSE
Milchmenge 2012        Anzahl Betriebe
Über 1‘000‘000 kg             25
Über 500‘000 kg              388
Über 200‘000 kg             4191
Bis 200‘000 kg              19‘190
854 Betriebe stellten 2012 die Milchproduktion endgültig ein.


MILCHLEISTUNG
Jahr Milchleistung pro Kuh
1985 4710 kg
1995 5150 kg
2005 6237 kg
2011 6920 kg


ENTWICKLUNG DES PRODUZENTENPREISES
Jahr Preis pro kg
2001 80 Rp.
2003 76 Rp.
2006 72 Rp.
2009 65 Rp.
2012 61 Rp.

 

http://www.srf.ch/news/wirtschaft/milchproduzenten-streiten-sich-um-ausr...

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Benjamin Franklin

05.12.2012 17:06
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Zu wenig Milch - Preis steigt aber nur marginal

Als im Jahr 2007 weltweit drei bis vier Millionen Tonnen Milch weniger in den Handel gelangten, spielten die Märkte verrückt. Obwohl das Manko nicht einmal ein Prozent des weltweiten Handelsvolumens an Milch betrug, stieg der Weltmarktpreis innert Kürze um mehr als 100 Prozent.

Beim Rohstoff Milch herrscht Mangelsituation

Denn der Grat zwischen Unter- und Überversorgung mit Milch ist schmal, entsprechend hoch fallen die Pendelbewegungen aus. Jedenfalls weltweit. Nur in der Schweiz sieht es offenbar anders aus. Aktuell werden drei bis fünf Prozent weniger Milch angeliefert als letztes Jahr. Milch ist derzeit gesucht, wie schon seit Jahren nicht mehr. Daniel Gerber, Geschäftsführer der Branchenorganisation Milch (BOM), bestätigt: "Beim Rohstoff Milch besteht zur Zeit eine Mangelsituation."

Der Nordostmilch werden derzeit fünf Prozent weniger Milch angeliefert, bei den Zentralschweizer Milchproduzenten ZMP fehlen im laufenden Monat immer noch zwei Prozent gegenüber dem Vorjahr und die MIBA hat mindestens sechs Prozent Defizit gegenüber dem Vorjahresmonat – im Oktober waren es noch weniger. In einem Teilgebiet der MIBA ist die Milchmenge sogar um 20 Prozent eingebrochen, wie Geschäftsführer Christophe Eggenschwiler berichtet.

Milchpreis steigt nur schwach

Trotz der aktuellen Milchknappheit besteht für die Milchbauern wenig Grund zu Freude. Der Milchpreis ist nur um ein bis maximal drei Rappen gestiegen – und startete bei einem Tiefstpreisniveau von 55 bis 58 Rappen pro Kilo Milch.

Die Milchverarbeiter bemühen sich den Milchmangel kleinzureden. "Es gibt keinen Mangel, nur eine Flaute", heisst es bei Cremo. "Wir konnten bis jetzt alle Lieferverträge einhalten", meldet Hochdorf. Emmi gibt zwar zu, dass sie Milch zukaufen muss, betont aber gleichzeitig, dass sie derzeit weniger Regulierprodukte wie Butter herstelle. Die Mediensprecher von Coop wollen nichts von einem Milchmangel wissen, während der Schweizerische Bauernverband zeitgleich eine Medienmitteilung verschickt, dass Coop zusammen mit dem Bauernverband eine Richtpreiserhöhung bei der Milch aufgrund der tieferen Milcheinlieferungen für angebracht hält.

Während Brancheninsider berichten, dass die milchverarbeitende Migrostochter ELSA überall Milch zusammenkauft, heisst es bei der Migros Medienstelle lapidar: Man spüre keinen Mangel. Ein Produktionstief im Herbst sei normal.

Milchschwankungen sind normal, Extreme nicht

Ganz "normal" ist das aktuelle Milchloch allerdings nicht. Auch wenn zutrifft, dass die Milchmenge im Jahresverlauf stets schwankt. Im Frühjahr, wenn das Gras auf den Weiden saftig ist, gibt es naturgemäss am meisten Milch. Im Sommer nimmt die Milch ab, weil die Kühe entweder auf der Alp mehr Energie in Bewegung als in Milch umsetzen oder im Tal in der Hitze schmoren. Nach einem saisonalen Tief Ende Sommer steigt die Milchmenge in der Adventszeit langsam wieder an.

Dieses Jahr waren sowohl das Hoch im Frühling, als auch das Tief im Herbst extrem ausgeprägt. Letzteres hat mehrere Gründe. BOM-Präsident Markus Zemp zählte neulich an der Delegiertenversammlung der Branchenorganisation die wichtigsten auf: "Der heisse Sommer setzte den Kühen zu, das Futter hat eine deutlich schlechtere Qualität als im Vorjahr, der stark gestiegene Preis für Kraftfutter führt eher zu einer extensiveren Fütterung, der Milchkuhbestand ist gesunken und die tiefen Milchpreise waren wohl auch nicht motivierend, um die Milchproduktion zu steigern."

Einige Bauern müssen C-Milch liefern

Daran wird sich in nächster Zeit nicht viel ändern: Die schlechte Futterqualität ist bis nächsten Frühling konserviert, die Kraftfutterpreise bleiben hoch und die Motivation der Bauern, ihre Lieferverträge zu erfüllen, bleibt bei diesen Milchpreisen weiterhin tief. Das gilt vor allem für jene Bauern, die selbst in Milchmangelzeiten noch C-Milch für die Entsorgung auf dem Weltmarkt liefern müssen. Das gibt es tatsächlich, wie Daniel Gerber weiss: "Ich habe Kenntnis von Milchkaufverträgen, die im Jahresverlauf C-Mengen vorsehen und die Lieferanten verpflichten, auch in der aktuellen Situation C-Mengen abzuliefern." Dieser C-Milch-Preis, der die "Entsorgung" von Schweizer Qualitätsmilch auf dem Weltmarkt erlaubt, liegt je nach Organisation bei 20 bis 30 Rappen pro Kilo – und damit meilenweit von einem kostendeckenden Preis entfernt.

C-Milch und Konventionalstrafen

"Das Fatale ist, dass die Segmentierung oft prozentual zur eingelieferten Menge erfolgt und nicht in fixen Monatsmengen für A- und B-Milch", sagt Christoph Grosjean-Sommer von den Schweizer Milchproduzenten (SMP), "dabei ist die monatliche Nachfrage nach A- und B-Milch praktisch konstant." Mengenschwankungen im Jahresverlauf sollten demzufolge nur über C-Milch abgefangen werden.

Dass viele Verarbeiter lieber regelmässig C-Milch einkaufen, lässt vermuten, dass in den letzten Jahren neue Märkte für billige Milchprodukte erschlossen wurden, die weiterhin bedient sein wollen. Auch dass die Milchkaufvertragsmengen – welche seit drei Jahren vom Bundesamt für Landwirtschaft kontrolliert werden – stets mehr Milch vorsahen, als die Bauern überhaupt liefern konnten, deutet darauf hin, dass auf Seite der Verarbeiter ein veritables Interesse daran besteht mehr Milch einzukaufen – wenn auch nur zu tiefen Preisen.

Während in der Öffentlichkeit stets die Milchüberproduktion beklagt wird, sichern sich Handel und Verarbeitung hinter den Kulissen gegen Milchmangel ab. Längerfristige Milchkaufverträge sehen in aller Regel happige Strafabzüge vor, falls die vertraglich vereinbarte Liefermenge deutlich unterschritten wird. Dieser Abzug kann, je nach Vertrag, 10, 15 oder bis zu 20 Rappen pro Kilo Unterlieferung ausmachen.

Diese Art Konventionalstrafe bekam diesen Sommer vor allem die MIBA zu spüren. Bei dieser ging die Milchmenge seit Sommer nicht nur – wie im schweizweiten Durchschnitt – um bis zu fünf Prozent zurück, sondern um sechs Prozent und mehr, was happige Strafabgaben nach sich zog. Die MIBA-Lieferanten hatten deshalb auch im Oktober nur einen Milchgrundpreis von gerade mal 53 Rappen pro Kilo Milch – obwohl Milch so gesucht war, wie schon lange nicht mehr. http://www.schweizerbauer.ch/politik--wirtschaft/kampf-um-milchpreis/zu-...

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Benjamin Franklin

14.07.2012 16:16
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Das Dilemma der Milchbauern

Der Milchpreis ist auf den tiefsten Stand seit 13 Jahren gefallen – nicht einmal 60 Rappen erhalten die Produzenten derzeit pro Kilo Milch. Schuld daran tragen sie auch selbst: Nicht alle halten sich an die selbst gesetzten Regeln zur Regulierung der Preise.

58 Rappen erhielten die Bauern im Mai im Schnitt pro Kilo Milch – so wenig wie noch nie, seitdem das Bundesamt für Landwirtschaft diese Statistik führt. Dies sei bei Produktionskosten von einem Franken zu wenig, sagt Peter Gfeller, Präsident des Schweizerischen Milchproduzentenverbandes.

Die Direktzahlungen reichten nicht aus, die Lücke zu schliessen. Die wirtschaftliche Situation für die Milchproduzenten sei sehr angespannt, so Gfeller. «Sie ist eigentlich fast nicht mehr zumutbar.»

Konsumenten profitieren nicht

Für die Konsumenten in der Schweiz hat der tiefe Milchpreis zunächst keine Auswirkungen. Zumindest bei den beiden Detailhandelsriesen Migros und Coop bleiben die Preise in den Regalen unverändert. Beide begründen dies gegenüber «SF Online» damit, dass sich die Einstandspreise bei den Zwischenhändlern nicht verändert hätten. Der Preis, den die Verarbeiter zahlen, orientiert sich in der Regel am so genannten Richtpreis, den die Branchenorganisation Milch (BOM) festlegt. Dieser liegt seit Januar unverändert bei 66 Rappen pro Kilogramm Milch. Migros und Coop betonten, dass sie günstigere Einkaufspreise der Verarbeiter direkt an die Kundschaft weitergeben.

Mehr Milch auf dem Markt

Gfeller erklärt die tiefen Preise in erster Linie mit der Milchmenge. Seit Aufhebung der staatlichen Kontingentierung vor vier Jahren ist kontinuierlich mehr gemolken worden. Milchbauern und Verarbeiter versuchen seither, in einer Branchenorganisation die Preise gemeinsam zu regulieren.

Das sei bisher mangels Kooperation gescheitert, sagt Peter Gfeller. «Bis heute ist es einer Minderheit von Individualisten und Egoisten immer gelungen, jede Entscheidung zu unterlaufen», so Gfeller. Da manche Milchbauern darauf setzten, mehr Milch zu produzieren, hätten sie die Massnahmen zur Entlastung des Marktes nicht umgesetzt.

Milchpreis auf tiefstem Stand seit 1999

Die Milchproduzenten in der Schweiz haben im Mai so wenig Geld für ihre Milch erhalten wie noch nie seit Beginn der Preisbeobachtung durch das Bundesamt für Landwirtschaft (BLW) im Jahr 1999. Im Durchschnitt erhielten sie noch 58,11 Rappen pro Kilo Milch – gut 2 Rappen weniger als im Vormonat. Lässt man die verkäste Milch weg, so bleibt ein durchschnittlicher Industriemilchpreis von 55,54 Rappen pro Kilo. http://www.tagesschau.sf.tv/Nachrichten/Archiv/2012/07/13/Schweiz/Das-Di...

 

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Der Weise gewinnt mehr Vorteile durch seine Feinde als der Dummkopf durch seine Freunde.
Benjamin Franklin

02.04.2012 13:18
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Brünstige Kuh schickt SMS

Heutige Hochleistungskühe zeigen oft kein eindeutiges Brunstverhalten mehr. Entsprechend schwierig ist es für den Bauer, den richtigen Zeitpunkt für die künstliche Besamung festzustellen. Ein neues System mit Sensoren am Hals und in der Scheide der Kuh erkennt die Brunst und schickt ein SMS an Bauer. http://www.sendungen.sf.tv/einstein/Sendungen/Einstein

 

 

Antibiotika im Stall: So geht es ohne
Die Landwirtschaft steht unter dem Druck, möglichst kostengünstig zu produzieren. Deshalb setzen Bauern in der Tiermast viel Antibiotika ein. Völlig unnötig, denn es ginge auch mit weniger. Das beweisen Bauern, die nur in Ausnahmefällen zu Antibiotika greifen. http://www.tagesschau.sf.tv/Nachrichten/Archiv/2012/03/29/Vermischtes/An...

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Benjamin Franklin

06.05.2011 16:12
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Milchproduktion

arunachala wrote:

Johnny P wrote:
Im Ausland wo teilweise die männlichen Nachkommen sofort nach der Geburt getötet werden ist dies nicht der Fall.

ein argument für sperma-sexing.

Quote:

Schweizer Sperma ist begehrt

Wer nicht liefert, landet in der Pfanne

Das Ausland hat die Schweizer Stiere entdeckt: Seit 2002 hat sich der Export von Rindersperma verfünffacht. Züchter reisen teilweise gar aus Nordkorea an.

Kühe werden mit seinem Sperma befruchtet und man wartet ab, welche Leistung die Nachkommen in Sachen Milch, Fleisch und Körperbau zeigen.

http://www.20min.ch/finance/news/story/Schweizer-Sperma-ist-begehrt-1525...

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Benjamin Franklin

17.04.2011 22:19
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Liebe Sportsfreunde,

sobald alle Leser in diesem Forum wissen, was eine Standardlaktation beim eidgenössischen Milchvieh ist,kann ich mir steigende Aktienmärkte wohl abschminken.

Immerhin werden Cashleser langsam zu den best informierten Konsumenten.In Sachen Umwelt und Radioaktivität bin ich allerdings eher traurig dass alle meine Vorsagen derart fadegrad eintreffen.

Ich habe mich nochmals durch diesen unsäglichen Streit über milchabsondernde Lebewesen gelesen und fasse zusammen:

Besserwisserei, Rechthaberei und umbedingt immer das letzte Wort habende sind vermutlich die besten Kontraindikatoren für die Börse.Kaufe nie etwas was von solchen Leuten empfohlen wird.

Das donnersch Gstürm hat leider eine sehr zynische Note.

Wer bei unserem Johnny zwischen den Zeilen las,merkt dass das Superhochzuchtmilchvieh ohne Hilfsmittel nicht mehr vom Michproduzieren loskommt.

Damit eine Kuh beim Trockenstellen keine Euterentzündung bekommt,füllt man das Euter nach dem letzten Melken mit einer Antibiotikalösung.

Wer die Agrargeschichte kennt weis, das in der guten alten Zeit des Mangels das Gegenteil das Problem war,die Viecher gaben der Misere wegen viel zu wenig lang Milch.

In den Anfängen des biologischen Landbaus wurde diese Situation quasi wieder reproduziert.

In einem Grabeheimetli sind halt vorallem "siebe Monet Miesch u füf Monet Schnee" programiert.Sogar auf dem Oswaldhof kannte ich PraktikantInnen, die hungrig vom Tisch aufstanden.

Dann kam der Tag wo der Cooploosli beschloss, die Migrosbonzen zu überholen.Er griff zu seinem AllradBMW und nahm die Abkürzung mitten durch das schweizerische Biogärtli.

Als die Biofritzen zu Baasel die Besinnung wieder fanden,merkten sie dass dank den "Neubiobauern" plötzlich 60 % der "Biomilchkühe" auch mit Antibiotika trockengestellt werden.

E GUETE MITENANG

17.04.2011 16:20
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Milchproduktion

Johnny P wrote:

Im Ausland wo teilweise die männlichen Nachkommen sofort nach der Geburt getötet werden ist dies nicht der Fall.

ein argument für sperma-sexing.

seid schlang wie die klugen und schlug wie die klangen. (kasimir 487)

17.04.2011 13:43
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Milchproduktion

22. mai 2009: 10.55% fett ?? :shock:

seid schlang wie die klugen und schlug wie die klangen. (kasimir 487)

16.04.2011 23:10
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Sackhageli nomau,

Diner Chueleni gä emu tou Miuch.

Die donnersch Buure chönnte der Ankebärg ja usem Verkouf vo däm Miuchsee finanziere.

WENN Du solang miuchsch, bruchts emu weniger Drochesteuer.Dä Elias mit sir Gautperiodepredig überchont de no eis a Scheiche nüber, aber jetz bin ig mygottseu zmüed. U de sötti no eire ga intramuskulär Penizilin sprüze.

Auso häbit emu e hiube Hinech

16.04.2011 23:05
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Milchproduktion

Grundsätzlich wird hier in der Schweiz angestrebt, dass jede Kuh 1x pro Jahr kalbt. Bei 60 Tage Trockenstellen ergibt dies die genannte Standartlaktation von 305 Tagen.

Ca. 2-3 Monate nach dem Kalben ist die Wahrscheinlichkeit für eine erfolgreiche Besamung am höchsten (je mehr Milch die Kuh gibt, desto weiter nach hinten verschiebt sich dieser Termin). Da in der Schweiz ein Kalb bisweilen noch einen gewissen Wert hat, lohnt es sich die Kühe möglichst häufig abkalben zu lassen. Im Ausland wo teilweise die männlichen Nachkommen sofort nach der Geburt getötet werden ist dies nicht der Fall. Früher als die Genetik noch weniger entwickelt war und die Kühe weniger Milch gaben war nach 305 Tagen auch das Optimum erreicht und man konnte die Kühe einfach trockenstellen da der Milchdruck nicht mehr gross war. Bei meiner eher extensiveren Produktion gelten diese Vorteile noch immer und deswegen bleibt es auch mein Ziel das jede Kuh ein Kalb pro Jahr bringt. Erfahrungsgemäss verpätet sich jedoch trotzdem immer ca. ein Drittel der Kühe wegen Fruchtbarkeitsproblemen.

Auf Hochleistungsbetrieben sieht es heute jedoch anders aus. Diese Kühe geben nach einem Jahr immer noch so viel Milch, dass es fast unmöglcih ist sie trockenzustellen und zudem das volle Potential nicht ausgeschöpft würde. Daher macht dort der Jahreszyklus von früher keinen Sinn mehr. Vor allem bei sinkenden Kälberpreisen.

„Alles was die Sozialisten vom Geld verstehen, ist die Tatsache, dass sie es von anderen haben wollen.“

Konrad Adenauer

16.04.2011 22:47
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Milchproduktion

ui ui ui kaum macht man mal etwas forumurlaub.... LolLolLol

beginnen die Städter übers melken zu diskutieren.

Ich hab euch mal ein PDF mit den Leistungsdaten einer modernen (Ausnahme)kuh angehängt.

Einseitig auf Milch gezüchtete Kühe geben sehr sehr lange Milch...und es wäre sicher denkbar, das man sie 4 Jahre lang melken könnten. Das macht aber keinen Sinn da die Menge kontinuierlich abnimmt.

Und hier sieht man den Verlauf der letzten Laktation:

„Alles was die Sozialisten vom Geld verstehen, ist die Tatsache, dass sie es von anderen haben wollen.“

Konrad Adenauer

16.04.2011 20:59
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Re: Liebe Streithähne,

Brunngass wrote:

Ich danke Euch aber herzlich dass dieser unnötige Streit hier ausgetragen wird. Mir reicht es völlig dass dieser unsägliche God das MF - Forum zumüllt.

ps: wo begann denn dieser disput überhaupt? könnte meine sonntagslektüre werden. und es mag sein, dass es alleine in gottes hand liegt, ob und wie lange eine kuh milch gibt. was wohl der fachmann dazu meint?

seid schlang wie die klugen und schlug wie die klangen. (kasimir 487)

16.04.2011 20:55
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Milchproduktion

hmmm, mist, seit einem jahr habe ich rinder im stall, füttere und miste zwei mal täglich, besuche auch schön fleissig die landwirtschaftsschule, doch die zwanzig viecher geben einfach keine milch. ich schaue auch schön, dass sie auf dem trockenen stehen. brauchen die hormone? oder soll ich die mal auf die weide rauslassen? oder zu salsiz verarbeiten lassen?

seid schlang wie die klugen und schlug wie die klangen. (kasimir 487)

16.04.2011 18:02
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Re: Liebe Streithähne,

Ramschpapierhaendler wrote:

Nur du und ich wissen, wie das Zitat dieses Posts zustande gekommen ist:

Ramschpapierhaendler wrote:

16.04.2011 - 15:44

Elias wrote:

Du warst vor 11 Jahren auf dem Bauernhof

RIIIESENARSCHLOCH!!!

Ich überleg mir ernsthaft, gegen dich vorzugehen!

:evil:

Ich finde das einfach nur krank!

Dann lass es doch die anderen wissen, wie es zustande gekommen ist

Wer 6 Jahre auf dem Bauernhof lebt und nicht weiss, dass Kühe trocken stehen.....

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Benjamin Franklin

16.04.2011 17:51
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Re: Liebe Streithähne,

Ramschpapierhaendler wrote:

16.04.2011 - 15:44

Elias wrote:

Du warst vor 11 Jahren auf dem Bauernhof

RIIIESENARSCHLOCH!!!

Ich überleg mir ernsthaft, gegen dich vorzugehen!

:evil:

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16.04.2011 17:51
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Re: Liebe Streithähne,

Brunngass wrote:

mehr als ein Vierteljahrhundert war ich Milchkontrolleur des Schweizerischen Braunviehzuchtverbands in Zug.

Ich bezeuge vor allen Menschen und allen anarchistischen Heiligen, das jedes Jahr mindestens eine Kuh pro Bestand leer blieb also nicht kalbte und durch die integrale Milchkontrolle nachgewissenermassen trotzdem zweimal täglich Milch gab.Ich erinnere mich aber an keine die es pro Mal auf mehr als 5 - 6 Liter brachte.

DANKE lieber Brunngass. Endlich ein wirklicher Fachmann zum Thema, zwar hat Elias auch da noch etwas zu motzen, aber immerhin haben wir anderen nun Klarheit.

Einen schönen Sonntag nun allerseits..... Wink

16.04.2011 17:41
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Re: Liebe Streithähne,

Brunngass wrote:

... das jedes Jahr mindestens eine Kuh pro Bestand leer blieb also nicht kalbte und durch die integrale Milchkontrolle nachgewissenermassen trotzdem zweimal täglich Milch gab......

Das es Sonderfälle gibt, hatten wir vor 7 Monaten schon besprochen. Die Regel ist die, dass eine Kuh wieder ein Kalb braucht

Und das sie 60 Tage trocken steht und somit nicht ununterbrochen Milch gibt.

Ramschi meint aber, weil Frauen über Jahre Milch geben können, können das Kühe grundsätzlich auch.

Und es geht mir auch darum, dass jemand, der nicht Melker ist oder nur ab und zu mal melkt, wohl kaum dazu in der Lage ist zu wissen, wann welche Kuh wieder trächtig sein muss.

Ramschpapierhaendler wrote:

Ich wohnte bis vor etwa 11 Jahren auf dem Hof. Und es waren insgesamt etwa 6 Jahre. Das mit den Kühen hab ich allerdings erst nach 2, 3 oder 4 Jahren realisiert. So genau weiss ich das jetzt auch nicht.

Und wenn man doch melkt und bis 2000 auf einem Bauernhof gelebt hat, dann weiss man, dass Kühe trocken stehen und postet das von sich aus.

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