Putin

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02.04.2014 20:54
#1
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Putin

Wladimir Putin: Einst als Spion in Deutschland

 

Russlands designierter Regierungschef ist ein erfahrener Geheimdienstler. Der damalige KGB hatte ihn unter anderem jahrelang als Agent in Deutschland eingesetzt. In der russischen Politik besitzt Putin den Ruf der "Grauen Eminenz" im Hintergrund.

Über seine Spionagetätigkeit hatte Putin Anfang der 90er Jahre ganz offen gesprochen. Damals gab er selbst bekannt, dass er zu KGB-Zeiten ein führender Mitarbeiter der sowjetischen Auslandsaufklärung in Deutschland gewesen war. Über seine Tätigkeit war auch der Verfassungsschutz der Bundesrepublik informiert, nach dessen Erkenntnissen Putin mehrere Jahre lang in der damaligen DDR eingesetzt war - wo genau, weiß man nicht, es wird gemunkelt in Dresden. Einzelheiten der Geheimdienst-Karriere Putins, der fließend Deutsch spricht, sind jedoch nicht bekannt.

 

Ganzer Beitrag  http://www.spiegel.de/politik/ausland/wladimir-putin-einst-als-spion-in-...

 

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Benjamin Franklin

18.04.2016 16:14
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Putins hybrider Krieg und die Schweiz

Der deutsche Journalist Boris Reitschuster beschreibt in seinem Buch, wie Moskau – in alter KGB- und Stasi-Manier – den Westen destabilisieren will. Auch die Schweiz sei betroffen.

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Putins Kampftruppen – auch in der Schweiz

Auch die Schweiz sei von Putins hybridem Krieg betroffen, sagt Reitschuster. Sie spiele beim Aufbau von geheimen Kampftruppen in Westeuropa eine besondere Rolle. «Als Tarnung für die Truppen dienen Clubs, wo der russische Kampfsport Systema praktiziert wird. Die Instruktoren sind meist ehemalige Kämpfer russischer Sondereinsatzkommandos.» Aus diesen Clubs würden interessante Leute – mit Bezug zu Russland – angeworben. Bis zu 250 Leute bekämen in Moskau eine entsprechende Ausbildung im Untergrundkampf.

Angefangen habe alles in der Schweiz: «Systema hat in der Schweiz begonnen und sich via Konstanz nach Deutschland ausgebreitet», so Reitschuster.

Ein kleines, neutrales Land wie die Schweiz sei ideal für den Aufbau solcher Geheimdienstoperationen, erklärt Reitschuster. «Ich habe mich zunächst auch gewundert, dass die massivste Kritik an meinen Büchern immer aus der Schweiz kam. Inzwischen bin ich sicher, dass dies nicht etwa daran liegt, dass die Schweizer besonders Putin-freundlich sind, sondern dass es mit diesen Geheimdienstoperationen zusammenhängt.» Das sei für die Schweiz als kleines, anfälliges Land eine grosse Gefahr, so die Warnung des Russland-Kenners.

(nag)

http://www.20min.ch/ausland/news/story/Putins-hybrider-Krieg-und-die-Sch...

 

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07.04.2016 08:58
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Panama-Daten und die Russen: Das System ist korrupt. Na und?

Putins Beliebtheit wird nicht leiden: Das Echo auf die Panama-Papiere ist in Russland verhalten. Für einen Saubermann hält den Staatschef eh niemand.

http://www.spiegel.de/politik/ausland/panama-daten-und-wladimir-putin-da...

 

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21.01.2016 11:01
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Putin soll Agenten-Mord genehmigt haben

Der Mord an Alexander Litwinenko soll im Auftrag des russischen Geheimdienstes FSB erfolgt sein. Das geht aus einem britischen Untersuchungsbericht hervor.

(dia/sda/afp)

http://www.20min.ch/ausland/news/story/Putin-soll-Agenten-Mord-genehmigt...

 

 

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13.01.2016 09:58
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«Heute ohne Hose, morgen ohne Putin?»

Unten ohne U-Bahn fahren: Beim diesjährigen No Pants Subway Ride machten auch Russen mit. Sehr zum Missfallen der Behörden

http://www.20min.ch/panorama/news/story/-Heute-ohne-Hose--morgen-ohne-Pu...

 

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11.09.2015 10:26
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Russlands Rolle in Syrien: Putins gefährliches Spiel

Der Westen ist irritiert: Russische Schiffe und Flugzeuge sind nach Syrien unterwegs. Plant Kreml-Chef Putin sogar eine Militärintervention, um Diktator Assad zu helfen?

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Moskau profitiert von der Allianz: Syrien ist ein wichtiger Kunde russischer Waffenschmieden. Obwohl das Land klein ist, gilt es als einflussreich im Nahen Osten, weil es großen Schaden anrichten kann - denn Damaskus pflegt gute Beziehungen zu Terrorgruppen der Region. Dank des russischen Militärstützpunktes im syrischen Tartus hat Moskau Einfluss auf die Mittelmeerregion.

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http://www.spiegel.de/politik/ausland/russlands-rolle-in-syrien-wladimir...

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07.08.2015 14:57
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Präsidentenerlass:

Die wahren Gründe für Putins Lebensmittelverbrennungen

Fleisch ins Krematorium, Käse unter den Bulldozer: Der Kreml geht rabiat gegen West-Waren vor. Die Aktionen offenbaren eine Schwäche Russlands - der Staat kann den Importstopp auf zivilisierte Art nicht durchsetzen.

Dinge zu verbrennen bringt einen schnell in zweifelhafte Gesellschaft. Nur ein paar Jahre ist es her, dass in Somalia Milizen Lebensmittel in Brand setzten, weil sie aus dem Ausland kamen. Die Terrororganisation "Islamischer Staat" hat neulich das gleiche mit Hilfspaketen aus den USA getan.

Moskau kann das Importverbot an seinen Grenzen nicht mit zivilisierten Mitteln durchsetzen. Das radikale Vorgehen kaschiert die Schwächen des Systems. Der unter Putin angeblich so stark gewordene Staat zeigt Anzeichen von Staatsversagen.

http://www.spiegel.de/politik/ausland/russland-wladimir-putin-laesst-leb...

 

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06.08.2015 13:43
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Putin fackelt Lebensmittel ab

Obwohl Millionen Russen in Armut leben, lässt Russlands Präsident seit heute verbotene Lebensmittel aus dem Westen zerstören. Und löst damit in der Bevölkerung Empörung aus.

114 Tonnen Schweinfleisch in Samara, 20 Tonnen Käse in Orenburg, drei Lastwagenladungen Nektarinen in St. Petersburg – alles muss entsorgt werden. Die russischen Zöllner und Lebensmittelinspektoren haben eine neue Aufgabe. Seit heute gilt ein Erlass des russischen Präsidenten Wladimir Putin, wonach jegliche Lebensmittel aus dem Ausland, deren Einfuhr nach Russland verboten ist, sofort zu zerstören sind. Bislang wurden sie nach ihrer Entdeckung am Zoll in die Ursprungsländer zurückgeschickt. Betroffen sind primär Fleisch, Fisch, Milchprodukte sowie Früchte und Gemüse aus dem Westen. Als Reaktion auf die Wirtschaftssanktionen des Westens hat Russland vor einem Jahr deren Import untersagt. Lediglich die private Einfuhr von Kleinstmengen ist noch erlaubt.

Das Problem ist, dass es findigen Importeuren seither doch immer wieder gelungen ist, grosse Mengen dieser westlichen Produkte illegal in die Läden zu bringen. Gemäss dem russischen Zoll sind in den ersten sechs Monaten dieses Jahres über 500 Tonnen sanktionierte Lebensmittel entdeckt worden. Und das, obwohl nur ein Zehntel der Lebensmittelimporte nach Russland überprüft werden konnte. Es komme einfach viel zu viel durch, beklagte sich der russische Landwirtschaftsminister Aleksandr Tkatschjow kürzlich. Auf dessen Mist ist die Idee für das neue radikale Vorgehen gewachsen.

http://www.tagesanzeiger.ch/ausland/europa/brennende-schweinebaeuche/sto...

 

 

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06.08.2015 11:16
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Protestwelle gegen Putin: Russen wütend

Wladimir Putin will hart durchgreifen: Russlands Präsident will Hunderte Tonnen Lebensmittel vernichten, die trotz Importverbot aus dem Westen kamen. Das Volk protestiert ungewöhnlich drastisch.

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Einfuhrverbot für Kondome geplant

Die Gegenmassnahmen von russischer Seite gegenüber den Sanktionen aus dem Westen treiben auch kuriose Blüten. Das Handelsministerium hatte am Mittwoch bekannt gegeben, auch die Einfuhr von medizinischen Materialien beschränken zu wollen. Dazu zählen auch Kondonme aus westlicher Produktion.

Laut Russlands oberstem Gesundheitskontrolleur, Gennady Onishchenko, wäre das aber weniger problematisch als sogar ein Segen, berichtet die Moscow Times.  Stop Ohne Kondome würden die Russen mehr für die demographische Entwicklung tun, so die Hoffnung. Sprich: Mehr ungeschützter Sex könnte die dümpelnde Geburtenrate steigen lassen. Kritiker befürchten allerdings, dass nicht nur mehr Babys, sondern auch mehr Krankheiten bei dem gewagten Experiment herauskommen könnten.

http://www.handelszeitung.ch/politik/protestwelle-gegen-putin-russen-wue...

 

Bim Sitesprung im Minimum än Gummi drum....

 

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08.07.2015 13:36
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Putin beginnt Doppelgipfel in Ufa - Konfrontation mit dem Westen

08.07.2015 13:07

UFA (awp international) - Angesichts zunehmender Konfrontation mit dem Westen treibt Russland bei einem Doppelgipfel in Ufa seine Bündnisse mit China, Indien, Brasilien und anderen Staaten voran. In der Stadt rund 1'300 Kilometer südöstlich von Moskau trafen am Mittwoch unter anderem Chinas Staatschef Xi Jinping und Indiens Premier Narenda Modi ein.

Kremlchef Wladimir Putin lud als Gastgeber zunächst zum Gipfel der aufstrebenden Schwellenländer Brasilien, Russland, Indien, China und Südafrika (Brics) ein. An diesem Donnerstag schliesst sich nahtlos der Gipfel der Shanghaier Kooperationsorganisation an (SCO).

Ein gutes Dutzend Staats- und Regierungschefs werde bis Freitag erwartet, sagte Putins Berater Anton Kobjakow. Putin treffe an diesem Donnerstag auch den iranischen Präsidenten Hassan Ruhani, dessen Land eine SCO-Mitgliedschaft anstrebt. Bei den Gesprächen in Ufa soll es auch um das umstrittene iranische Atomprogramm, die Finanzkrise in Griechenland und um den Konflikt in der Ukraine gehen.

Die Gipfelgäste, unter ihnen die brasilianische Präsidentin Dilma Rousseff, seien der "beste Beweis" dafür, dass der Westen mit seinen Versuchen einer Isolation Russlands gescheitert sei, sagte Kobjakow. Russland will bei dem Doppelgipfel mit Unterstützung Chinas seine Vorstellung von einer multipolaren Weltordnung vorantreiben./mau/DP/fbr

(AWP)

 

Ich verliere nie! Entweder ich gewinne oder ich lerne!

30.06.2015 10:38
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Putin verspricht Syriens Regierung weitere Hilfe

Russland steht weiterhin an der Seite von Syriens Präsident Baschar al-Assad. Gemeinsam wolle man den islamistischen Terror bekämpfen. Die US-geführten Luftangriffe lehnt die syrische Führung ab.

http://www.handelszeitung.ch/politik/putin-verspricht-syriens-regierung-...

 

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05.06.2015 11:37
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Chodorkowski glaubt an russischen Wandel

Michail Chodorkowski hat am Swiss Economic Forum (SEF) überraschend eine Rede gehalten. Das SRF durfte allerdings nicht übertragen. Den Anwesenden erläuterte er, warum er für Russland Hoffnung hat.

http://www.handelszeitung.ch/politik/chodorkowski-glaubt-russischen-wand...

 

 

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29.05.2015 09:40
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Putin stützt Blatter und verurteilt Handeln der USA

Russlands Präsident geißelt in einer TV-Ansprache das Vorgehen der USA gegen die Fifa. Es handele sich um einen Versuch, Sepp Blatters Wiederwahl zu verhindern – und den Russen die WM 2018 zu nehmen.

http://www.welt.de/sport/article141590988/Putin-stuetzt-Blatter-und-veru...

 

 

«Regierungschefs wie Putin laufen dem Sepp Blatter nach»

(Erstellt: 06.11.2014, 14:37 Uhr)

http://www.tagesanzeiger.ch/ausland/europa/Regierungschefs-wie-Putin-lau...

 

 

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11.05.2015 11:48
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«Nach Putin kann alles nur besser werden»

Michail Chodorkowski über den Umbruch in Russland, Nationalchauvinismus in der Ostukraine und «Der Pate».

Berlin Michail Chodorkowski kommt im Taxi vorgefahren, mit seinem Presseberater und einem Dolmetscher, ohne Sicherheitsleute. Auf diesem Kurzbesuch in Berlin präsentiert sich der frühere Oligarch im blauen Anzug mit Krawatte. In seiner Wahlheimat Rapperswil-Jona SG, wo er seit Januar 2014 wohnt, trägt er meistens Pullover und Jeans. Der 51-jährige Unternehmer und Putin-Gegner, der jahrelang Russlands prominentester Gefangener war, spricht ruhig und leise. Er verliert für keine Sekunde die Selbstkontrolle. Seine Thesen sind scharf und provokant: Sogar zu Zeiten der Sowjetunion gab es mehr Gewaltenteilung und Rechtsstaat als im heutigen Russland.

In Russland konzentriert sich die staatliche Macht sehr auf Wladimir Putin. Wie stark ist der Präsident wirklich?

Putin kann eine begrenzte Anzahl von Vorgängen direkt steuern.
Er kann sich persönlich um eine grosse Krise kümmern, vielleicht sogar um zwei gleichzeitig, selbst wenn sie sehr ernsthaft sind. Das ist der Vorteil eines autoritären Systems, aber es hat auch enorme Nachteile. Putin ist nicht in der Lage, viele Probleme gleichzeitig zu lösen. In einem Land, in dem reguläre staatliche Institutionen vernichtet wurden – die unabhängige Justiz, das Parlament, die lokalen Selbstverwaltungen –, können die Machthaber keine komplexen gesellschaftlichen Herausforderungen mehr managen. Unser Staat ist hochzentralisiert, aber schwach.

Seit Oppositionsführer Boris Nemzow ermordet wurde, spricht man in Russland von einem Konflikt zwischen dem tschetschenischen Präsidenten Ramsan Kadyrow und Moskaus Sicherheitsstrukturen. Wie ernst muss man das nehmen?
Dieser Konflikt hat Systemcharakter. Wenn die Wirtschaft schrumpft, beginnen Konflikte zwischen unterschiedlichen Gruppierungen, die um Einflussbereiche und Geldquellen kämpfen. Kadyrow will mehr Unabhängigkeit für seine Vasallenstruktur in Tschetschenien, ohne seine persönliche Treue zu Putin aufzugeben. Dabei ist die Gruppe von Kadyrow eine ethnisch-kriminelle, die in Konflikt mit einem in sich schwachen russischen Staat tritt. Diejenigen, die eigentlich das Gesetz verteidigen müssten, können sich nicht einmischen, weil Kadyrows Leute von Putin geschützt werden. Er ist ihr oberster Patron.

Hat Putin diese Gruppen noch unter Kontrolle, oder ist er in Wahrheit zu deren Geisel geworden?
Ich bin sicher, dass Putin mit dem Mord an Nemzow äusserst unzufrieden war.

Was kann Putin gefährlich werden?
Ist eine Palastrevolte möglich? Eine Palastrevolte ist nur bei einem Konflikt möglich, an dem Sicherheitsstrukturen beteiligt sind. Andere Akteure sind dazu nicht fähig. Wie die Situation mit Kadyrow zeigt, kann ein solcher Konflikt durchaus entstehen. Viele haben Angst, dass nach Putin alles noch schlimmer wird. Ich glaube, Putin wird seine Sache noch selbst zu Ende führen. Nach ihm kann alles nur besser werden.

Ist im heutigen Russland ein gewaltfreier Machtwechsel möglich?
Es wird keinen unblutigen Regimewechsel geben. Tausende Menschen wissen, dass sie sich persönlich werden verantworten müssen für das, was sie unter Putin getan haben. Aber der Umbruch in Russland ist nicht wirklich das Problem. Er wird ohne Zweifel noch zu unseren Lebenszeiten stattfinden. Viel gefährlicher ist die Lage, die durch die Politik des Regimes an den Grenzen Russlands entsteht. In der Ostukraine baut sich eine Armee von Nationalchauvinisten auf, die auch in Russland immer mehr Anhänger findet, und weil Putin in der russischen Teilrepublik Tschetschenien seinen Vasallen Kadyrow gewähren lässt, erkämpft dieser sich immer mehr Autonomie. Wenn diese Kräfte in Russland aufeinanderprallen, wird es wirklich gefährlich, weil das zu einem Bürgerkrieg führen kann.

Wie bewerten Sie die Lage in der Ukraine – hat sie sich beruhigt, oder ist das nur Schein?
Ich möchte glauben, dass es keine neue Eskalation gibt, aber die Wahrscheinlichkeit ist gering. Die grosse offene Frage ist doch, ob die bewaffneten russischen Staatsbürger aus der Ostukraine abziehen und die Separatisten nicht mehr durch Moskau unterstützt werden. Aber genau das ist gefährlich für das Regime in Russland. Die Rückkehr der Kämpfer würde die Lage dort explosiv machen. Putin wird alles dafür tun, damit diese bewaffneten russischen Bürger so lange wie möglich in der Ostukraine bleiben.

Was für ein Interesse kann der Präsident daran haben, den Konflikt mit der Ukraine einzufrieren statt weiter vorzurücken?
Putin will keine ständige Eskalation. Er hat verstanden, dass er für seine Kämpfer nicht mehr die ideale Führungsfigur ist. Für seinen Machterhalt wäre ein eingefrorener Konflikt gut. Der hält seine Kräfte in der Ostukraine beschäftigt, ohne dass sie grösser werden. Das ist auch aus einem anderen Grund wichtig. Ein Erfolg der Ukraine wäre ein Vorbild für demokratische Veränderungen in Russland. Leider versteht das auch Putin. Deshalb ist eine seiner Prioritäten das Scheitern des ukrainischen Experiments.

Ist die ukrainische Regierung denn auf dem richtigen Weg?
Ich würde mir wünschen, dass die Führung angesichts der militärischen Konfrontation geschlossen handelt. Das wirkt nicht immer so. Und ich würde mir wünschen, dass die Ukraine in Sachen Korruptionsbekämpfung zum Modell für Russland wird. Im Moment sind mir aber noch keine Beispiele für entschlossenes Handeln im Kampf gegen die Korruption bekannt. Sie sassen zehn Jahre im Gefängnis.

Wie hat Sie das verändert?
Wenn man mir sagt, dass man mit irgendjemandem keinen Dialog führen kann, erinnere ich mich an die vergangenen zehn Jahre meines Lebens und grinse. Einmal sass ich in einer Zelle mit dem Nationalisten Wladimir Kwatschkow, wir haben uns normal unterhalten und unsere Alltagsprobleme gelöst. In meinem früheren Leben habe ich nicht gedacht, dass ich einen Weg finden könnte, mit solchen Leuten zu kommunizieren. Aber man muss mit allen sprechen. Putin hat gesagt, seine Kindheit auf der Strasse sei seine Universität gewesen.

War Ihre Uni das Gefängnis?
Trotz meines komplizierten Verhältnisses zu Putin wünsche ich ihm nicht, dass er noch so ein Zweitstudium ablegen muss wie ich. Wir wuchsen unter gleichen Bedingungen auf. Wenn seine Erzählungen stimmen, hatten wir eine ähnliche Kindheit. Nur habe ich versucht, mir die «Strasse» systematisch auszutreiben. Putin dagegen hat angefangen, sie zu kultivieren, nachdem er Präsident wurde. Was lernt man auf Russlands Strassen? Erinnern Sie sich an den Film «Der Pate»? Das ähnelt dem, was Putin als seine Strassen-Universität beschreibt.

Wie oft erinnern Sie sich an die Haft?
Ich habe eine stabile Psyche und denke nicht zurück an die Zeit im Gefängnis. Ich erzähle öfter Beispiele aus dem Gefängnisleben. Das war eine wichtige Erfahrung. Aber emotional berührt mich das nicht mehr. Als Sie Ende 2013 aus dem Gefängnis kamen, kündigten Sie an, sich politisch zurückzuhalten. Nun können Sie sich sogar vorstellen, im Krisenfall Präsident zu werden. Woher dieser Sinneswandel? Das war eine ganz andere Situation. Damals bestand noch die Hoffnung, dass sich unser politisches System noch einmal öffnen würde. Diese Hoffnung hat der Ukrainekrieg zunichtegemacht. Wir bewegen uns jetzt auf eine ganz andere Gesellschaftsordnung zu. Wir erleben de facto einen Zerfall der staatlichen Institutionen, der an die Auflösung der Sowjetunion erinnert. Sollte der Moment kommen, da dieses Regime zerbricht, muss jeder bereit sein, alles für sein Land zu geben.

Wie nehmen Sie die Menschen in Rapperswil-Jona auf?
Gelassen. In der Schweiz spielen die Gemeinden eine grosse Rolle. Ich würde mir wünschen, dass wir in Russland auch so ein System haben. Innerhalb der Gemeinde habe ich normale Beziehungen, Leute haben mich besucht. Meine Familie hat sie kennen gelernt. Wenn wir uns Salz oder Streichhölzer ausleihen müssen, wissen wir, an wen wir uns wenden können.

Sie bekennen sich offen dazu, die Opposition in Russland zu unterstützen. Gab es deswegen Probleme mit den Schweizer Behörden?
Nein. Wir haben darüber gesprochen, was für eine Position ich einnehmen will. Ich habe erklärt, dass ich kein Anhänger von Gewaltaktionen bin, aber die Opposition unterstütze, die das Land auf einen anderen Weg bringen kann. Mir wurde gesagt, die Schweiz sei ein freies Land und meine private politische Haltung sei meine Sache .

Quelle Sonntagszeitung

 

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04.05.2015 12:06
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Russland vs. USA

Eine sehr interessante Analyse auf englisch:

What does Putin want?

Kurz: Der Ukraine-Konflikt ist ein Konflikt zw. USA und Russland. Was die Ukrainer, die Regierung in Kiev oder die separatistischen russischen Ost-Ukrainer zu sagen haben, ist irrelevant. Ebenso Europa.

Krieg oder Frieden? Wem nützt, schadet was? Wer verfolgt welche Ziele?

Absolutes Must Read!

 

29.04.2015 08:14
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MarcusFabian hat am 28.04.2015 - 20:46 folgendes geschrieben:

Das einzige, was den USA langfristig gefährlich werden könnte ist ein Zusammenschluss von Deutschland und Russland.

Entsprechend spielt aus Sicht der USA Polen eine wichtige Rolle, um Deutschland und Russland voneinander zu trennen.

Ein Zusammenschluss unter Putin ist undenkbar. Die Opposition hat er Mundtot gemacht oder umbringen lassen und in der Ukraine treibt er auch ein übles spiel.

Kirgistans Beitritt zur Eurasischen Wirtschaftsunion
Moskau bittet zur Zwangsehe

http://www.nzz.ch/wirtschaft/moskau-bittet-zur-zwangsehe-1.18530994

 

Heim ins Reich holen, hiess das mal früher

 

 

Russische Rocker fürchten Berliner Kampfradler

Wird die Deutschlandtour des russischen Rocker-Klubs "Nachtwölfe" zu einem Total-Reinfall? Experten rechnen damit, dass die Biker in Berlin auf Widerstand von rücksichtslosen Radlern stoßen werden.

http://www.welt.de/satire/article140213802/Russische-Rocker-fuerchten-Be...

 

 

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28.04.2015 20:46
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Elias hat am 28.04.2015 - 08:18 folgendes geschrieben:

 Russland verlangt Erklärung von Polen

An der polnischen Grenze war Schluss für die russischen Rocker: Die Regierung in Warschau hat die Fahrt der "Nachtwölfe" zum Weltkriegsgedenken nach Berlin gestoppt.

 

Das Problem geht weit tiefer.

Beachte das Interview mit George Friedman, dem Gründer und CEO von Stratfor (Strategic Forecasting Inc.), einem der Thinktanks der US-Regierung.

Kurz zusammengefasst:

Das einzige, was den USA langfristig gefährlich werden könnte ist ein Zusammenschluss von Deutschland und Russland. Deutsches know-how gepaart mit russischen Ressourcen.
Entsprechend spielt aus Sicht der USA Polen eine wichtige Rolle, um Deutschland und Russland voneinander zu trennen.

Schau's Dir mal an, denn die Schlussfolgerung von Friedman ist schlüssig: "Sag mir, wie sich Deutschland entscheiden wird und ich sage Dir, wie sich die Weltgeschichte der nächsten 20 Jahren entwickeln wird.".

 

28.04.2015 08:18
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Gestoppte "Nachtwölfe"-Rocker

 Russland verlangt Erklärung von Polen

An der polnischen Grenze war Schluss für die russischen Rocker: Die Regierung in Warschau hat die Fahrt der "Nachtwölfe" zum Weltkriegsgedenken nach Berlin gestoppt. Das Außenministerium in Moskau zeigt sich empört.

Es sollte eine "Siegesfahrt" von Moskau nach Berlin werden. Doch sie wurde an der polnischen Grenze ausgebremst. Teilnehmer der umstrittenen Motorradtour des russischen Rockerklubs "Nachtwölfe" wurden an der Einreise gehindert.

http://www.spiegel.de/politik/ausland/nachtwoelfe-russland-verlangt-von-...

 

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28.04.2015 08:15
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Motorradklub: Putin und die "Nachtwölfe"

 

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30.03.2015 09:04
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Putins Troll

Der Blogger Marat Burkhard arbeitete in Putins Propagandafabrik. Und verriet danach ihre Geheimnisse.

Er tippte endlos. Die Vorgabe war mörderisch. 135 Postings pro Schicht, jedes mindestens 200 Zeichen lang. Also drei Seiten «Tages-Anzeiger» in 12 Stunden. Wenigstens musste er nicht viel dabei nachdenken. Denn was er zu schreiben hatte, wurde ihm gesagt: Propaganda.

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Damals in der Schweiz war sein Traum, Schriftsteller werden. Heute, nach der endlosen Schichtarbeit in der Agentur, schrieb er in seinem Blog, er habe nun Stoff für ein Buch.

http://www.tagesanzeiger.ch/ausland/europa/Putins-Troll/story/28883655

 

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21.03.2015 18:24
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Beograd hat am 20.03.2015 - 16:47 folgendes geschrieben:

warum soll die reintegration der krim ein problem darstellen?

Kommt drauf an, aus welcher Perspektive man das betrachtet:

* Historisch gehört die Krim schon "immer" zu Russland.

* Für die Menschen auf der Krim ist Russland wichtiger als die Ukraine. Aus drei Gründen:
- Viele sind vom Tourismus abhängig. Die meisten Touristen sind Russen.
- Grosser Arbeitgeber ist die russische Marine, die auf der Krim ihren wichtigsten Stützpunkt hat.
- 67% der Krim-Bewohner sind ethnische Russen.

* Für die Ukraine ist die Krim zwar auch touristisches Ziel aber langfristige Verträge mit Russland (bis 2042) machen klar, dass die Krim in den russischen Einflussbereich gehört. Die Russen dürfen dort bis zu 25'000 Soldaten stationieren und die Ukrainer bekommen als Gegenleistung (Miete) von Russland dafür einen günstigeren Gas-Preis.

* Für Europa (EU) ist das absolut irrelevant. Urlaub auf der Krim macht kaum jemand und ist sowohl unter ukrainischer wie auch russischer Ägide möglich. So lange das russische Gas durch die Pipelines fliesst ist die Zugehörigkeit der Krim also  "Jacke wie Hose".

* Für die USA wäre es ein geostrategischer Vorteil, Russland vom einzigen eisfreien Hafen im Westen abzuschneiden, Russland zu isolieren, die Ukraine in die NATO zu holen, den militärischen Druck also näher an Russlands Kernland zu bringen und die Ukraine durch den IWF finanziell zu sterilisieren, abhängig zu machen.
Wenn die Russen also durch die Integration der Krim den US-Plänen einen Strich durch die Rechnung machen, ist das aus Sicht der USA "GROSSE SCHEISSE!"

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Nun, wir leben in einer Welt, wo das Imperium USA die Deutungshoheit hat und bestimmt, was richtig oder falsch, gut oder böse ist.
Im Klartext: Es ist scheissegal, was die Menschen auf der Krim, die Ukrainer, die Russen, die Nachbarn der Krim oder die Europäer denken und wollen. Entscheidend sind einzig und alleine die Interessen des Imperiums.

Entsprechend ist nachvollziehbar, dass das Imperium sich nicht kampflos geschlagen gibt und seinen Einfluss auf Europa wie auch die ukrainischen Vasallen geltend macht, um seine Ansprüche durchzusetzen.

 

 

 

21.03.2015 18:00
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@weico,
Schöne Karte, die Du da reingestellt hast!


Wenn man die hell-violett gefärbten Gebiete der Ostukraine mit meiner Karte der Transportwege (hier) vergleicht, dann würden die neu zu Russland gehörenden Gebiete (oder "russland freundlichen" Gebiete) um Charkov, Dnjepropetrovsk just die beste Verbindung Moskau-Krim beinhalten, was ein enormer logistischer Vorteil für Russland wäre.

Allerdings: Wenn Odessa in die Hände Russlands fällt, hat die Ukraine keinen Meer-Zugang mehr. Nicht, dass Odessa pro-russisch oder pro-ukrainisch wäre. Odessa ist jüdisch und somit tendenziell jenem am meisten zugewandt, der die besten wirtschaftlichen Voraussetzungen schafft.

 

21.03.2015 10:14
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Beograd hat am 20.03.2015 - 16:47 folgendes geschrieben:

warum soll die reintegration der krim ein problem darstellen? verstehe ich nicht ganz

...besonders unverständlich,wo ja Neurussland das erklärte Ziel ist und die ganze "Gegend" ja früher schon zum Zarreireich/Russland  gehörte..

 

 

 

http://diepresse.com/home/politik/aussenpolitik/3863961/Ukraine_Putins-V...

 

Die NATO/EU usw. werden sich ,mit Russland,sicherlich einig werden.

Die lange europäische Tradition, der veränderlichen Grenzen, muss doch weitergehen... :angel:

https://www.youtube.com/watch?v=iqUJYosu0FE

 

 

weico

 

 

 

20.03.2015 16:47
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warum soll die reintegration der krim ein problem darstellen? verstehe ich nicht ganz

Београд - Град будућности јужне Европе

http://t1.sw4i.com/

20.03.2015 15:47
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Hmmmm ....

Aus Sicht des Jahres 2010 mit Freundschaft zw. der Ukraine und Russland (Janukovich - Medvedev) gab es keine politische Notwendigkeit, die Krim durch die Kerch-Brücke an Russland direkt anzubinden.

Da vermute ich deshalb eher wirtschafliche Gründe. Dazu müsste man allerdings wissen, wie viele Waren von Sibirien oder Georgien her via Kerch in die Krim fliessen bzw. damals geflossen sind.

 

20.03.2015 15:15
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MarcusFabian hat am 20.03.2015 - 14:19 folgendes geschrieben:

Die Brücke ist übrigens schon seit 2010 in Planung: http://en.wikipedia.org/wiki/Kerch_Strait_Bridge

Was für ein Zufall, dass das 2010 geplant wurde

 

Die Bestrebungen einer Annäherung Kiews an die NATO während der Amtszeiten der Präsidenten Leonid Kutschma und Wiktor Juschtschenko waren durch den Wechsel an der Staatsspitze durch Viktor Janukowitsch abrupt beendet worden. Dieser sah die Beziehungen zur Militärallianz im Rahmen der Partnerschaft für den Frieden (diese pflegt auch die österreichische Regierung zur NATO, Anm.) für vollkommen ausreichend :bye: und beschloss 2010 ein Gesetz, das die Blockfreiheit der Ukraine garantiert. Diese Bestimmung will nun der amtierende Poroschenko kippen.

http://www.krone.at/Welt/Ukraine_setzt_historischen_Schritt_hin_zur_NATO...

 

 

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Der Weise gewinnt mehr Vorteile durch seine Feinde als der Dummkopf durch seine Freunde.
Benjamin Franklin

20.03.2015 14:19
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Das wäre dann wohl diese Brücke bei Kerch:

Link auf die Google-Map

Die Brücke ist übrigens schon seit 2010 in Planung: http://en.wikipedia.org/wiki/Kerch_Strait_Bridge

 

Wenn ich schon dabei bin, mit Google Maps zu spielen:

 

Die Umgehung der Ukraine via Kerch ist etwa 350km länger als der direkte Weg durch die Ukraine.

Das Gebiet in der Ostukraine, das jetzt umkämpft ist (also Luhansk, Donetsk, Mariupol) würde den Russen allerdings keinen Strecken-Vorteil bringen.

Wenn wir also das Argument der kürzest möglichen Verbindung Moskau-Krim aufgreifen, müsste Russland die Ostukraine bis und mit der blau markierten Strasse erobern.

Oder natürlich - wie bisher - sich mit der Ukraine über ein Durchfahrtsrecht einigen.

 

20.03.2015 09:03
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MarcusFabian hat am 19.03.2015 - 17:43 folgendes geschrieben:

Einen direkten Zusammenhang zwischen der Angliederung der Krim und den Abspaltungsbemühungen im Donezk-Becken sehe nicht.

Abwarten. Er braucht einen Zugang zur Krim. Entweder baut er die Brücke oder er verschafft sich den Landzugang.
Die Kämpe gehen ja immer noch weiter. Nur die schweren Waffen wurden abgezogen.

Abgesehen davon will Russland die Nato nicht direkt an seinen Grenzen.

Es ist schon interessant. Dort wo es keinen Zusammenhang gab, hast du noch lange an den Treppchen festgehalten. Und da, wo sie strategisch auf der Hand liegen, willst du sie nicht sehen.

 

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Benjamin Franklin

19.03.2015 17:43
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Elias hat am 19.03.2015 - 09:19 folgendes geschrieben:


Wenn es korrekt gelaufen wäre, wäre es keine Annexion. Wenn Putin das sauber durchgezogen hätte und Wahlbeobachter zugelassen hätte, wäre er ein angesehener Mann. Dann hätte es wohl auch keinen Bürgerkrieg gegeben, weil er weder Waffen noch Menschen geschickt hätte.

Ich meine, Du vermischst hier einige Dinge.

Wahlbeobachter gab es: https://www.youtube.com/watch?v=AoouMLNZfxA
Ob man die für glaubwürdig hält oder nicht, ist ein anderes Thema.

Einen direkten Zusammenhang zwischen der Angliederung der Krim und den Abspaltungsbemühungen im Donezk-Becken sehe nicht.

Ich meine, die ethnisch russischen Ost-Ukrainer hatten wohl Angst, dass die neue ukrainische Regierung (zur Zeit der Krim war es ja noch eine unlegitimierte Putsch-Regierung) die Russen unterdrücken würde. So wurde zum Beispiel russisch als zweite Amtssprache verboten. Das Verbot wurde zwar nach Protest zwei Tage später wieder aufgehoben aber da dürfte bereits viel Porzellan zerschlagen worden sein.

Auch die Beteiligung rechtsextremer Gruppen in der neuen ukr. Regierung dürfte für Sorgenfalten gesorgt haben.

Und schliesslich: Ein Putsch, eine Revolution bringt immer eine Zeit der Unsicherheit mit sich. Und Menschen lieben nunmal keine Unsicherheiten.

Ohne Angliederung der Krim hätten wir deshalb wahrscheinlich auch einen Bürgerkrieg. Allerdings einen, an dem sich auch die Krim-Russen beteiligen.

19.03.2015 16:35
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MarcusFabian hat am 18.03.2015 - 17:23 folgendes geschrieben:


Ich bin mit Dir durchaus einverstanden, dass das offizielle Ergebnis mit über 96% der Stimmen nicht realistisch ist.

...auch in der Schweiz gab es, erst vor kurzer Zeit, ein offizielles Ergebnis,dass 92% erreichte.

Besonders gute - oder dumme Ideen, können also durchaus hohe Werte erreichen.

 

 

"In mindestens 33 Schweizer Gemeinden gab es 100 Prozent Nein-Stimmen."

http://www.tagesanzeiger.ch/abstimmungsresultate/GLPInitiative-stuerzt-a...

 

 

Der Rekordhalter in Sachen Volksabstimmung 97,3% NEIN :

http://www.admin.ch/ch/d/pore/va/19290303/index.html

 

weico

19.03.2015 09:19
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MarcusFabian hat am 19.03.2015 - 06:22 folgendes geschrieben:

 

Der Vergleich mit 1940 hinkt ein bisschen, denn damals war Russland noch kommunistisch.

Andererseits könnte ich mir auch vorstellen, dass die baltischen Staaten 1940 den Schutz der UdSSR suchten, da ja Hitler am 1.9.1939 Polen angegriffen hatte und sie die UdSSR als das kleinere Übel betrachteten.

Mal angenommen, die Krim-Abstimmung 2014 wäre absolut sauber gelaufen und "nur" 70% der Einwohner hätten sich für Russland entschieden. Würde die westliche Presse dann nicht mehr von Annektion sprechen?

Ob Linksextrem oder Rechtsextrem macht für mich keinen Unterschied. Der Unterschied zwischen SP und SVP ist das V

Schutz durch die UDSSR: steht alles im obigen Artikel. Molotov hiess der Drahtzieher, Nach ihm wurde auch ein Cocktail benannt.

Wenn es korrekt gelaufen wäre, wäre es keine Annexion. Wenn Putin das sauber durchgezogen hätte und Wahlbeobachter zugelassen hätte, wäre er ein angesehener Mann. Dann hätte es wohl auch keinen Bürgerkrieg gegeben, weil er weder Waffen noch Menschen geschickt hätte. Dann hätten die extremen Kräfte (auf beiden Seiten) keine Chance gehabt.


Es war schon falsch, was Kruschtchow (Ukrainer) seinerzeit mit der Krim gemacht hatte.

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