Putin

170 posts / 0 new
Letzter Beitrag
MarcusFabian
Bild des Benutzers MarcusFabian
Offline
Zuletzt online: 18.11.2016
Mitglied seit: 19.05.2006
Kommentare: 16'379

Elias hat am 10.04.2014 - 09:35 folgendes geschrieben:


In den USA mehren sich Stimmen, die den Export von Erdgas als strategisches Mittel gegen den russischen Präsidenten Wladimir Putin einsetzen wollen.

 

Interessanter Ansatz, der aber folgende Fragen aufwirft. Vielleicht kann jemand diese Fragen beantworten:

Aus Sicht des Westens:

1. Wie hoch ist der Gas-Überschuss der USA, der hierfür eingesetzt werden könnte?

2. Wie hoch ist entsprechend der Gas-Bedarf der Ukraine, oder von West-Europa?

3. Wie hoch wäre der Gaspreis von amerikanischem LNG im Vergleich zu russischem Gas aus der Pipeline?

Aus russischer Sicht:

4. Wie lange würde der Bau einer Pipeline nach China dauern (= Durststrecke für Gazprom), wenn sich Russland entsprechend gegen Osten orientiert, um die schwindenden Absatzmärkte in der Ukraine und Europa aufzufangen?

5. Kommt Westeuropa überhaupt so schnell aus Verträgen mit Gazprom raus? Bestehen da nicht gegenseitige Abnahme-/Lieferverpflichtungen über Jahrzehnte?

 

 

Elias
Bild des Benutzers Elias
Offline
Zuletzt online: 14.02.2019
Mitglied seit: 02.10.2006
Kommentare: 17'007
Wie lange dauert es, bis ....

Neuer Superakku lädt Handys in 30 Sekunden

 

Markteinführung bis 2016

"Wir erwarten von unseren Smartphones ständig mehr Leistung und ärgern uns über die mangelnde Autonomie der Geräte. Das wollen wir radikal verbessern", führte Meyersdorf weiter aus. Derzeit werden die neuen Akkus demnach mit Galaxy-Modellen von Samsung optimiert; sie sollen aber kurzfristig für alle Smartphone-Marken verfügbar sein. Die Markteinführung der Hochleistungs-Batterien ist spätestens 2016 geplant.

http://www.focus.de/digital/handy/innovation-aus-israel-in-30-sekunden-a...

 

 

Auf den ersten Blick hat das nichts mit Gas zu tun. Aber als Batterie im Auto oder Zwischenspeicher im Haus (Stromschwankungen ausgleichen, Autobatterie laden) bleibt das nicht ohne Wirkung.

 

 

Droht die «Carbon Bubble»?

Es gab die Internetblase, es gibt die Immobilienblase und am Horizont taucht schon die nächste bedrohliche Blase auf: Die Kohlenstoffblase. Ökonomen und Rating-Agenturen warnen, dass Öl- und Kohlekonzerne massiv unter Druck kommen, wenn die Staaten beim Klimaschutz nicht vorwärtsmachen.

http://www.srf.ch/player/radio/echo-der-zeit/audio/droht-die-carbon-bubb...

 

 

 

----

Der Weise gewinnt mehr Vorteile durch seine Feinde als der Dummkopf durch seine Freunde.
Benjamin Franklin

Bullish
Bild des Benutzers Bullish
Offline
Zuletzt online: 18.09.2014
Mitglied seit: 27.03.2007
Kommentare: 2'932

MarcusFabian hat am 11.04.2014 - 13:03 folgendes geschrieben:

Elias hat am 10.04.2014 - 09:35 folgendes geschrieben:

 

In den USA mehren sich Stimmen, die den Export von Erdgas als strategisches Mittel gegen den russischen Präsidenten Wladimir Putin einsetzen wollen.

 

Interessanter Ansatz, der aber folgende Fragen aufwirft. Vielleicht kann jemand diese Fragen beantworten:

Aus Sicht des Westens:

1. Wie hoch ist der Gas-Überschuss der USA, der hierfür eingesetzt werden könnte?

2. Wie hoch ist entsprechend der Gas-Bedarf der Ukraine, oder von West-Europa?

3. Wie hoch wäre der Gaspreis von amerikanischem LNG im Vergleich zu russischem Gas aus der Pipeline?

Das sei totaler Nonsens, meint ein möglicher Exporteur:

http://www.ft.com/intl/cms/s/0/96f9e220-c0cb-11e3-bd6b-00144feabdc0.html...


The head of Cheniere Energy, which is due to become the US’s first new natural gas exporter next year, said the ability of US energy to save Europe from its dependence on Russian supplies had been overstated.


Asked if Cheniere’s terminal could rescue eastern European countries from their dependence on Russia, Mr Souki said: “It’s flattering to be talked about like this, but it’s all nonsense. It’s so much nonsense that I can’t believe anybody really believes it.”

 

MarcusFabian hat am 11.04.2014 - 13:03 folgendes geschrieben:

Aus russischer Sicht:

4. Wie lange würde der Bau einer Pipeline nach China dauern (= Durststrecke für Gazprom), wenn sich Russland entsprechend gegen Osten orientiert, um die schwindenden Absatzmärkte in der Ukraine und Europa aufzufangen?

Die Alternativen können nur lokale Shale Gas Vorkommen, AKW's, Kohlekraftwerke oder konkurrierende Pipelines sein.

 

MarcusFabian hat am 11.04.2014 - 13:03 folgendes geschrieben:

5. Kommt Westeuropa überhaupt so schnell aus Verträgen mit Gazprom raus? Bestehen da nicht gegenseitige Abnahme-/Lieferverpflichtungen über Jahrzehnte?

Die Verträge bestehen natürlich nicht mit "Westeuropa" sondern mit Konzernen, aber ja, über Jahrzehnte:

http://www.nzz.ch/aktuell/wirtschaft/wirtschaftsnachrichten/bessere-gasp...

Das Erdgasgeschäft war für E.On – neben dem deutschen Atomausstieg – zuletzt die grösste Belastung gewesen. Wegen langfristiger, teilweise über 2030 hinausreichender Gaslieferverträge musste E.On das Erdgas teurer von seinem grössten Lieferanten Gazprom einkaufen, als es der Konzern wegen stark gesunkener Spotmarkt-Preise selbst an die Endkunden verkaufen konnte. Das Erdgasgeschäft war deshalb für E.On zuletzt stark defizitär gewesen. Gazprom pochte aber auf die langfristigen vertraglichen Vereinbarungen. Durch die jetzt erzielte Einigung verbessert sich die Gewinnlage von E.On deutlich.

 

MarcusFabian
Bild des Benutzers MarcusFabian
Offline
Zuletzt online: 18.11.2016
Mitglied seit: 19.05.2006
Kommentare: 16'379

Bullish hat am 11.04.2014 - 20:08 folgendes geschrieben:


Die Alternativen können nur lokale Shale Gas Vorkommen, AKW's, Kohlekraftwerke oder konkurrierende Pipelines sein.

http://www.cash.ch/comment/562233#comment-562233

(Wir haben so viele Doppel- und Dreifach- Threads zum gleichen Thema .... )

 

Bullish
Bild des Benutzers Bullish
Offline
Zuletzt online: 18.09.2014
Mitglied seit: 27.03.2007
Kommentare: 2'932

"Rom ist für Putin":

 

http://www.lagazzettadelmezzogiorno.it/english/right-wing-anti-obama-pos...

Pro-Russia, anti-United States posters signed by right-wing associations appeared in Rome Wednesday ahead of a visit by US President Barack Obama, who lands at Fiumicino airport later in the day. "Rome is with Putin.
 

 

(sorry für automatische smileys)

http://anton-shekhovtsov.blogspot.se/2014/03/italian-fascists-love-putin...

Italian fascists love PutinItalian fascists simply love Russian president Vladimir Putin:

 

 

 

 

Fronte nazionale ( http://en.wikipedia.org/wiki/National_Front_(Italy) ) auch:

http://anton-shekhovtsov.blogspot.co.uk/2013/12/european-extreme-right-a...
 

European extreme right and Russian imperialism

 

 

 

Das ist nicht unbedingt subtil.

weico
Bild des Benutzers weico
Offline
Zuletzt online: 20.07.2015
Mitglied seit: 16.11.2007
Kommentare: 4'550

Nato Raketenschild..einfach köstlich..! ROFL

 

https://www.youtube.com/watch?v=cvD4XtOcxs4

 

weico

 

 

 

Elias
Bild des Benutzers Elias
Offline
Zuletzt online: 14.02.2019
Mitglied seit: 02.10.2006
Kommentare: 17'007
Putin spricht von "Hilferufen" aus Ostukraine

Die Lage in der Ostukraine spitzt sich weiter zu. Der Westen gibt Russland die Schuld an der instabilen Lage. Putin wiederum lässt mitteilen, er habe viele "Hilferufe" aus der Region bekommen.

http://www.welt.de/politik/ausland/article126950881/Putin-spricht-von-Hi...

 

----

Der Weise gewinnt mehr Vorteile durch seine Feinde als der Dummkopf durch seine Freunde.
Benjamin Franklin

Bullish
Bild des Benutzers Bullish
Offline
Zuletzt online: 18.09.2014
Mitglied seit: 27.03.2007
Kommentare: 2'932

Elias hat am 15.04.2014 - 08:52 folgendes geschrieben:

Putin wiederum lässt mitteilen, er habe viele "Hilferufe" aus der Region bekommen.

http://www.welt.de/politik/ausland/article126950881/Putin-spricht-von-Hi...

 

Die Fussball Fans aus Donezk haben aber eine andere Botschaft an Putin gesendet, rivalisierende Metalist und Shakhtar Fans veranstalten einen "Putin - Huylo" Fanmarsch:

http://www.youtube.com/watch?v=bNwBv7p59tM

Fine-Tuner
Bild des Benutzers Fine-Tuner
Offline
Zuletzt online: 21.05.2016
Mitglied seit: 25.05.2006
Kommentare: 886

Putin will in die EU....im innersten seines Herzens.... Eine absolute Horrorvision für die Amis....die dann im Konzert der Grossen plötzlich den letzen Platz einnehmen würde ....zur Bedeutungslosigkeit verdammt.

Die europäische Union wird zur eurasischen Union, von Portugal bis Kamtschaka.......zum mächtigsten Machtblock der Geschichte......föderalistisch - nach schweizerischem Muster strukturiert......inkl. Initiativ- und Referendumsrecht.......

warum nicht?

Happy day

Fine-Tuner

MarcusFabian
Bild des Benutzers MarcusFabian
Offline
Zuletzt online: 18.11.2016
Mitglied seit: 19.05.2006
Kommentare: 16'379

weico hat am 13.04.2014 - 10:20 folgendes geschrieben:

Nato Raketenschild..einfach köstlich..! smiley

 

https://www.youtube.com/watch?v=cvD4XtOcxs4

 

weico

 

 

 

Yep, wirklich köstlich !!! Clapping

MarcusFabian
Bild des Benutzers MarcusFabian
Offline
Zuletzt online: 18.11.2016
Mitglied seit: 19.05.2006
Kommentare: 16'379

Fine-Tuner hat am 17.04.2014 - 12:43 folgendes geschrieben:

 

Die europäische Union wird zur eurasischen Union, von Portugal bis Kamtschaka.......zum mächtigsten Machtblock der Geschichte......föderalistisch - nach schweizerischem Muster strukturiert......inkl. Initiativ- und Referendumsrecht.......

warum nicht?

Na ja, es ist halt so, dass historisch gesehen in Europa immer dann die grösste Prosperität und der stabilste Frieden herrschte, wenn Deutschland mit Russland verbündet war. Siehe auch hier: Youtube, 13 Min

Entsprechend ergibt sich konsequenter Weise, dass es für die Anglosachsen im ureigensten Interesse ist, möglichst einen Keil zw. Deutschland und Russland zu treiben, um genau dies zu verhindern! (Mackinder-Theorie, auch im oben verlinkten Youtube Video)

Und da in Deutschland die "Frau mit Haaren aber ohne Frisur" das offensichtlich nicht kapiert, lässt sie sich von den Anglosachsen vor den Karren spannen. Ungeachtet der Tatsache, notabene, dass Deutschland bei einem Ausfall russischer Gaslieferungen weitaus mehr zu verlieren hat als die USA oder GB.

Wie auch immer: Solange "Frau mit Gesicht wie Landkarte von Finnland" es nicht schafft, demokratische Referenden und Mehrheitsentscheide in Russland/Krim/Ost-Ukraine zu akzeptieren, wird sich daran auch nicht gross etwas ändern.

 

weico
Bild des Benutzers weico
Offline
Zuletzt online: 20.07.2015
Mitglied seit: 16.11.2007
Kommentare: 4'550

MarcusFabian hat am 17.04.2014 - 18:17 folgendes geschrieben:


Na ja, es ist halt so, dass historisch gesehen in Europa immer dann die grösste Prosperität und der stabilste Frieden herrschte, wenn Deutschland mit Russland verbündet war.

..wobei du aber sehr lange zurückschauen musst..als diese beiden so etwas wie eine Partnerschaft hatten..

https://de.wikipedia.org/wiki/Deutsch-russische_Beziehungen

 

Entsprechend ergibt sich konsequenter Weise, dass es für die Anglosachsen im ureigensten Interesse ist, möglichst einen Keil zw. Deutschland und Russland zu treiben, um genau dies zu verhindern! (Mackinder-Theorie, auch im oben verlinkten Youtube Video)

Die Herzlandtheorie stammt noch aus Kolonialzeiten.

Die Kolonialmächte musste aber bitter lernen,dass eine kulturübergreifende (Zwangs)Herrschaft mehr Probleme bringt, als Gewinn.

Viele dieser Kolonialmächte wären heute wohl sehr froh,wenn sie nie Kolonien gehabt hätten.

 

 

Wie auch immer: Solange "Frau mit Gesicht wie Landkarte von Finnland" es nicht schafft, demokratische Referenden und Mehrheitsentscheide in Russland/Krim/Ost-Ukraine zu akzeptieren, wird sich daran auch nicht gross etwas ändern.

 

Exakto.

Leider herrschen in allen Kulturen noch Grossmachtsfantasien vor , die schon im Voraus zum Scheitern verurteilt sind,weil sie historisch gewachsene bzw. selbst bestimmte Unterschiede vernachlässigen.

Eine kleine Auswahl an Greater.. und Pan-Utopien :

https://en.wikipedia.org/wiki/Eurasianism#See_also

 

Eine Annexion funktioniert aber nur dann auf Dauer,wenn die Kultur schon vorherrscht und die Menschen gewillt sind (Krim/Ostukraine)  bzw.wenn sie schnell eingeführt wird (Massenumsiedlung/Sinisierung  in Tibet) .

 

 

P.S:..

Demokratische Mehrheitsentscheide können aber durchaus auch schnell ins Verderben führen  . Demokratie und Ochlokratie sind wie Zwillinge.

 

Mal schauen ob die "Massen" , in der "grössten Demokratie der Welt" ,dem "Führer"  (von der hindu-nationalistischen BJP-Partei) zum Sieg verhelfen. Dann wird der neue "Medien-Welt-Krisenherd" geboren sein...und wohl etwas blutiger werden als das Krim-und Ostukrainengeplänkel... :angel::oops:

 

weico

 

 

 

Gerard
Bild des Benutzers Gerard
Offline
Zuletzt online: 20.11.2017
Mitglied seit: 28.01.2013
Kommentare: 2'027

Ich betreibe zwar keine Politik, aber wer drängt wo: Ist es Russland nach Westen oder EU mit Hilfe der USA nach Osten. Wer ist der Angreifer, wer der Angegriffene???

Brauchte die EU wirklich All die Oststaaten, die jetzt ihrem Bund angehören????

Ich persönlich stelle mich die Frage.

Gruss Gerard

Bullish
Bild des Benutzers Bullish
Offline
Zuletzt online: 18.09.2014
Mitglied seit: 27.03.2007
Kommentare: 2'932

Gerard hat am 18.04.2014 - 14:04 folgendes geschrieben:

Ich betreibe zwar keine Politik, aber wer drängt wo: Ist es Russland nach Westen oder EU mit Hilfe der USA nach Osten. Wer ist der Angreifer, wer der Angegriffene???

Brauchte die EU wirklich All die Oststaaten, die jetzt ihrem Bund angehören????

Die Frage ist leicht zu beantworten:

Die EU dehnt sich nicht aktiv aus, sondern Staaten beantragen Mitgliedschaft und wenn sie die Bedingungen erfüllen, können sie beitreten resp. wie im Falle der Ukraine ein Assoziierungsabkommen abschliessen. Das gleiche gilt für die NATO.

MarcusFabian
Bild des Benutzers MarcusFabian
Offline
Zuletzt online: 18.11.2016
Mitglied seit: 19.05.2006
Kommentare: 16'379

Bullish hat am 18.04.2014 - 23:41 folgendes geschrieben:


Die EU dehnt sich nicht aktiv aus,

Ich meine, die EU ist durchaus aktiv. Schliesslich hat sie den Putsch am Maidan mit-organisiert und mit-finanziert.

Es gibt auch die bekannten strategischen Interessen der USA (z.B. Russland vom Schwarzen Meer abzuschneiden). Hier fungiert die EU gegen die eigenen wirtschaftlichen Interessen als Handlanger der USA.

 

Bullish
Bild des Benutzers Bullish
Offline
Zuletzt online: 18.09.2014
Mitglied seit: 27.03.2007
Kommentare: 2'932

MarcusFabian hat am 19.04.2014 - 14:22 folgendes geschrieben:

Bullish hat am 18.04.2014 - 23:41 folgendes geschrieben:

 

Die EU dehnt sich nicht aktiv aus,

Ich meine, die EU ist durchaus aktiv. Schliesslich hat sie den Putsch am Maidan mit-organisiert und mit-finanziert.

Mitorganisiert??? Du meinst, als Politiker aus der EU in Kiew erschienen, als Janukowitsch Notrecht erlassen und die Demonstrationen mit Gewalt auflösen wollte, um an die 15Mrd Kredit zu kommen, die Putin für die Beendigung der Proteste bot? Die Präsenz westlicher Politiker hat ein Massaker verhindert.

Proteste, die begannen, weil Janukowitsch, dessen politisches Programm jederzeit die Unterzeichnung des Assoziationsabkommens versprach, wegen des russischen Drucks plötzlich nicht mehr unterzeichnen wollte?

 

Es gibt auch die bekannten strategischen Interessen der USA (z.B. Russland vom Schwarzen Meer abzuschneiden). Hier fungiert die EU gegen die eigenen wirtschaftlichen Interessen als Handlanger der USA.

Wie soll die EU denn so gehandelt haben und wie möchten die USA Russland vom Schwarzen Meer abschneiden? Russland hat einen riesigen Küstenabschnitt am Schwarzen Meer und Sewastopol als Flottenstützpunkt war ihnen auf Jahrzehnte zugesichert. Im Gegenteil, durch Putins militärische Offensive wird die Ukraine gezwungen, mit Russland auf Distanz zu gehen. Russland selber hat nun den Flottenvertrag aufgehoben.

 

Putin schafft sich einen Feind, unterstellt, dass Russland nicht genügend Tribut gezollt werde. Putin will unter allen Umständen verhindern, dass in der Ukraine rechtmässige Wahlen stattfinden können. Deshalb sendet er auch die Saboteure in die Ukraine, hier ein Mitglied der Duma:

http://news.liga.net/news/politics/1408798-v_ukraine_est_rossiyskie_dive...

“There are Russian saboteurs in Ukraine,” says Russian State Duma Deputy

“There is no large-scale intervention, but there are special forces (of the Main Intelligence Directorate?) and subversive groups that are carrying out the task of directing and organizing the forces of the so-called ‘self-defence’,” said Ilya Ponomarev.

 Many residents of Donetsk do not want to join Russia, particularly the miners. They are aware that all of the shafts have been closed down in the Rostov Oblast of Russia, except the four remaining ones that belong to Rinat Ahmetov, and people have ended up without jobs.

Moreover, Ilya Ponomarev stated that it will take a long time to restore friendly relations with Ukraine, following the immoral acts committed by the Russian authorities in Crimea. “All of these stories about the Banderite revolution and Ukrainian fascism are scary fairy tales narrated by our television broadcasts to intimidate and brainwash the population, and for this reason the role of the ‘Right Sector’ was greatly exaggerated. And of course, the Russian leadership has turned a large portion of the Ukrainian society against it.  Fortunately, most of them aren’t branding the Russians, but are directing all of their negativity towards Putin. However, to draw the line between the Russian people and the actions of Russia as a state is difficult, sociologically, which is why it will take a very very long time to restore relations,” he stressed.

 

Werden die Wahlen nicht verhindert, dann wird sichtbar, wie marginal die ukrainischen Nationalisten sind und wie übertrieben die russische Propaganda wirkte. Das will Putin verhindern.

MarcusFabian
Bild des Benutzers MarcusFabian
Offline
Zuletzt online: 18.11.2016
Mitglied seit: 19.05.2006
Kommentare: 16'379

Bullish hat am 19.04.2014 - 18:45 folgendes geschrieben:


Mitorganisiert??? Du meinst, als Politiker aus der EU in Kiew erschienen, als Janukowitsch Notrecht erlassen und die Demonstrationen mit Gewalt auflösen wollte,

Nein, ich hake da schon viel früher ein, bei der Vorbereitung, Ausbildung und Finanzierung des Maidan-Aufstandes und der Sniper, die auf Zivilisten geschossen haben.

Guckst Du: https://www.youtube.com/watch?v=ZJQW_0utHKY

und zu den Snipern: https://www.youtube.com/watch?v=5H8lwazZWic

Alles in allem hatten die USA ein Budget von $5 Mrd., um die Maidan-Revolution vorzubereiten und zu finanzieren. Schlussendlich hat jeder Demonstrant aus diesen Fonds zwischen $20-30 für seine Teilnahme bekommen. Die Sniper bis zu $500. https://www.youtube.com/watch?v=4odSXLSxuvQ

 

Bullish hat am 19.04.2014 - 18:45 folgendes geschrieben:


Wie soll die EU denn so gehandelt haben und wie möchten die USA Russland vom Schwarzen Meer abschneiden?

Idealszenario aus Sicht der USA:
In der Ukraine putscht sich eine anti-russische Koalition ukrainischer Nationalisten an die Macht (soweit hat das ja auch geklappt) und löst die Flottenabkommen mit Russland auf. Russland verliert somit die Krim, Sevastopol und seinen Zugang zum Schwarzen Meer. Letzteres hat bekanntlich nicht geklappt, weil sich die Bevölkerung der Krim mehrheitlich von der Ukraine losgesagt hat und eine Anlehnung an Russland anstrebt.

 

 

 

Bullish
Bild des Benutzers Bullish
Offline
Zuletzt online: 18.09.2014
Mitglied seit: 27.03.2007
Kommentare: 2'932

MarcusFabian hat am 20.04.2014 - 13:47 folgendes geschrieben:

Bullish hat am 19.04.2014 - 18:45 folgendes geschrieben:

 

Mitorganisiert??? Du meinst, als Politiker aus der EU in Kiew erschienen, als Janukowitsch Notrecht erlassen und die Demonstrationen mit Gewalt auflösen wollte,

Nein, ich hake da schon viel früher ein, bei der Vorbereitung, Ausbildung und Finanzierung des Maidan-Aufstandes und der Sniper, die auf Zivilisten geschossen haben.

Guckst Du: https://www.youtube.com/watch?v=ZJQW_0utHKY

und zu den Snipern: https://www.youtube.com/watch?v=5H8lwazZWic

Wieso behauptest Du immer noch von Bildern, auf denen irgendwelche Typen mit Luftgewehren zu sehen sind, dass dies Scharfschützen seien?

Es wurde vom 18 - 20 Februar auf Aktivisten geschossen, nicht nur an jenem Tag, den das Video zu analysieren versucht.

Ich kenne nur 2-3 Bilder auf denen Aktivisten zu sehen sind, die eventuell eine richtige Waffe tragen *könnten*. Eines zeigte Sasha White, der aber getötet wurde.

 

Wer all die Sniper waren, wird kaum rauszufinden sein, denn es waren ja Sniperteams von Alpha, Omega, etc. im Einsatz, die unter der Kontrolle jenes SBU standen, das nun an der Aufklärung aktiv mitarbeiten soll... aber auch andere Teams, was eher darauf schliessen lässt, dass die Übersicht verloren gehen sollte... und sogar wenn man Videobeweise hätte, die einen Alpha-Mann zeigten, wie könnte man wissen, ob nicht dennoch jemand anders in der Uniform steckt?

Dann aber "die Sniper" der EU oder USA anzudichten, ist schon ein dickes Ding.

 

Was man hingegen sicher weiss, ist, dass Janukowitsch zu mehreren Zeitpunkten versucht hatte, die Armee unter Notrecht und mit scharfer Munition einzusetzen. Dagegen waren aber sogar viele seiner eigenen Partei und er erhielt dafür nie eine parlamentarische Mehrheit. Die Versuche hatten viele Parteiaustritte zur Folge und Spitzenpolitiker aus der Partei kritisierten das öffentlich, sogar Sergei Tigipko, der unter Janukowitsch für mehrere Jahre stellvertretender Ministerpräsident war:

http://www.bne.eu/story5708/Ukraine_president_kills_off_amnesty_compromise_as_oligarchs_rebel
[...] reports that it was only thanks to [...] and former deputy PM Serhiy 
Tihipko – both leaders of factions within the Party of Regions that support the president -- the country is not now under a state of emergency 
that would ensure an escalation of violence.

 

"The Presidential Administration led by Andriy Klyuyev attempted to convince the Party of Regions parliamentary faction on Jan. 28 to support a state of emergency scenario, former faction member Inna Bohoslovska told the 5 Kanal news network on January 28. The proposal was rejected by 40 MPs loyal to Rinat Akhmetov and 38 MPs loyal to Serhiy Tihipko," [...]

Janukowitsch hatte also schon zuvor versucht, mit scharf Bewaffneten den Maidan zu räumen, doch seine eigene Partei hinderte ihn daran.

Tigipkos Meinung findet man, wenn man suchen mag, auch auf seinem Facebook Profil: https://www.facebook.com/Tigipko - er ist ja einer, der wohl drei aussichtsreichsten Präsidentschaftskandidaten.

 

Alles in allem hatten die USA ein Budget von $5 Mrd., um die Maidan-Revolution vorzubereiten und zu finanzieren.

Auch hier, wie kannst Du eine solche Behauptung zu verbreiten?

"Since Ukraine's independence in 1991 ... over 5 billion ..." http://www.youtube.com/watch?v=eaR1_an9CnQ

Haben die Amis den Maiden seit 1991 vorbereitet?

Schwerpunkt für die Amis war dabei immer, dass die Ukraine ihre Atomwaffen abgibt und auch Ausgaben hinsichtlich der Folgen von Tschernobil wurden zum Teil von ihnen getragen.

 

Deine These macht überhaupt keinen Sinn, weil Russland auch ohne Sewastopol Zugang zum Schwarzen Meer hat.

 

Bullish hat am 19.04.2014 - 18:45 folgendes geschrieben:

 

Wie soll die EU denn so gehandelt haben und wie möchten die USA Russland vom Schwarzen Meer abschneiden?

Idealszenario aus Sicht der USA:
In der Ukraine putscht sich eine anti-russische Koalition ukrainischer Nationalisten an die Macht (soweit hat das ja auch geklappt) und löst die Flottenabkommen mit Russland auf.

Wie sollten sie dieses Abkommen einfach auflösen, ohne ihrerseits unter massiven internationalen Druck zu geraten?

 

Russland verliert somit die Krim, Sevastopol und seinen Zugang zum Schwarzen Meer.

Nochmal: schau doch mal auf eine Karte. Russland hat einen riesigen Küstenabschnitt inkl. Hafen am Schwarzen Meer. Auch ohne Sewastopol. Die Krim hätten sie nicht verlieren können, die gehörte nicht ihnen.

 

Letzteres hat bekanntlich nicht geklappt, weil sich die Bevölkerung der Krim mehrheitlich von der Ukraine losgesagt hat und eine Anlehnung an Russland anstrebt.

Die Krim wurde annektiert. Die Bevölkerung hat sich nicht losgesagt. Um die Krimbevölkerung einzuschüchtern, wurden Rockerbanden, Kosaken und militärische Spezialeinheiten auf die Krim geschickt. Putin hat das mittlerweile sogar zugegeben.

 

Wenn Russen der eigenen Propaganda auf dem Leim gehen, dann kann ich das noch verstehen, weil deren Informationsmöglichkeiten zum Teil beschränkt sind, aber dass auch im Westen soviele darauf hereinfallen, ist unbegreiflich. Vor allem nach all den Lügen und verdrehten Tatsachen, die bereits entlarvt wurden. Zeig mir im Gegenzug einen Fehler, der die NZZ begangen hatte?

Btw, die Hitlergrussbilder verschwinden jetzt auch von den Alternativmedien-Blogs, seit man weiss, aus welchem Kontext sie gerissen worden sind: http://www.youtube.com/watch?v=JOuta6LmRg0#t=1580 - Bilder, die gar nicht vom Maidan stammten sondern älter sind und aus Kharkov kommen.

 

Aber egal, die Putinisten verzeihen Putins Propagandapresse alle Fehlschüsse, gerade heute gab es einen Überfall mit Toten, unter anderem wurde eine Visitenkrate des "Rechten Sektors" (Pravyi Sektor) von Yarosch gefunden:

Wenn das kein neuer Beweis für die Gefährlichkeit des Rechten Sektors ist!

Dummerweise lautet die Transliteration für die Email-Adresse "pravyisektor@..." und nicht "praviysektor@...".

 

Eigentlich wäre es eine perfekte false flag Aktion gewesen, wäre der Fehler mit der Visitenkarte nicht unterlaufen:

http://rt.com/news/slavyansk-checkpoint-shooting-killed-640/

Weitere solcher Aktionen sind zu erwarten, um die Wahlen zu verhindern und Putin weiter behaupten kann, es gäbe keine legitime Regierung.

 

Also, wieviele solcher Aktionen wie Luftgewehre, "grüne Männchen", Visitenkarten, etc braucht es noch, bis Du das Spiel der russischen Propaganda erkennst?

weico
Bild des Benutzers weico
Offline
Zuletzt online: 20.07.2015
Mitglied seit: 16.11.2007
Kommentare: 4'550

Bullish hat am 20.04.2014 - 20:41 folgendes geschrieben:


Die Krim wurde annektiert. Die Bevölkerung hat sich nicht losgesagt. Um die Krimbevölkerung einzuschüchtern, wurden Rockerbanden, Kosaken und militärische Spezialeinheiten auf die Krim geschickt.

..die mehrheitlich russische Bevölkerung der Krim,hat in einem Referendum ihre Meinung deutlich zum Ausdruck gebracht.

https://de.wikipedia.org/wiki/Krim#Bev.C3.B6lkerung

 

Die Zustand der ukrainischen Streitkräfte ,ist auch aus Sicht der westlichen Medien, absolut erschütternd.

http://www.spiegel.de/politik/ausland/ukraine-regierung-will-marodes-mil...

 

Machen wir uns also nichts vor. Die Ukraine steht schlichtweg vor einer weiteren Abspaltung...!Die Leute,Hier wie Dort, erwarten doch schon die folgende Aufteilung ...

 

Ukraine Spaltung

 

 

 

Ein anderer Grenzverlauf, würde wohl jeden überraschen... :oops:

 

weico

 

 

 

MarcusFabian
Bild des Benutzers MarcusFabian
Offline
Zuletzt online: 18.11.2016
Mitglied seit: 19.05.2006
Kommentare: 16'379

Bullish hat am 20.04.2014 - 20:41 folgendes geschrieben:


 

Also, wieviele solcher Aktionen wie Luftgewehre, "grüne Männchen", Visitenkarten, etc braucht es noch, bis Du das Spiel der russischen Propaganda erkennst?

Man kann natürlich immer false-flag Operationen unterstellen. Man wird sie nie beweisen können und das Gegenteil auch nicht. Es stellt sich allerdings wie immer die Frage nach dem Sinn: Was hätte es Janukowitsch gebracht, eigene Soldaten in zivile Kleidung zu stecken um auf ihre Kameraden zu schiessen? Die moralische Rechtfertigung, härter gegen die vermeintlichen Chaoten vorzugehen?

 

MarcusFabian
Bild des Benutzers MarcusFabian
Offline
Zuletzt online: 18.11.2016
Mitglied seit: 19.05.2006
Kommentare: 16'379

Hier noch ein interessanter Artikel von einem Rohstoff-Experten zum Thema "Kann die USA die Gaslieferungen Russlands an Europa ersetzen?"

http://www.zerohedge.com/news/2014-04-20/us-gas-will-never-replace-russi...

Kurzzusammenfassung:

Nein, die USA haben kaum genügend Gas für den Eigenbedarf. Europa würde die Hälfte des US-Gases benötigen.
Weiterhin benötigt die Verflüssigung von Erdgas sehr viel Energie. Etwa 25% des Gases. Sprich: Man muss 5 Kubikmeter Gas aufwenden, um 4 Kubikmeter Flüssiggas zu erhalten.

Weiterhin wäre das sehr teuer: $9 US-Gas vs. $0.50 russisches Gas pro 1000 Kubik-Fuss.

 

 

weico
Bild des Benutzers weico
Offline
Zuletzt online: 20.07.2015
Mitglied seit: 16.11.2007
Kommentare: 4'550

Lustig und lukrativ ist das Demonstrantenleben....

https://www.youtube.com/watch?v=-qLWJRLHfkE

:secret::mamba:

weico

Bullish
Bild des Benutzers Bullish
Offline
Zuletzt online: 18.09.2014
Mitglied seit: 27.03.2007
Kommentare: 2'932

MarcusFabian hat am 21.04.2014 - 13:30 folgendes geschrieben:

Bullish hat am 20.04.2014 - 20:41 folgendes geschrieben:

 

 

Also, wieviele solcher Aktionen wie Luftgewehre, "grüne Männchen", Visitenkarten, etc braucht es noch, bis Du das Spiel der russischen Propaganda erkennst?

Man kann natürlich immer false-flag Operationen unterstellen. Man wird sie nie beweisen können und das Gegenteil auch nicht. Es stellt sich allerdings wie immer die Frage nach dem Sinn: Was hätte es Janukowitsch gebracht, eigene Soldaten in zivile Kleidung zu stecken um auf ihre Kameraden zu schiessen? Die moralische Rechtfertigung, härter gegen die vermeintlichen Chaoten vorzugehen?

 

Wieso in zivile Kleidung gesteckt? Die Zivilisten, die Du mit Luftgewehren und Gummigeschosspistolen siehst, sind keine Scharfschützen. Auf dem Maidan wurde mit Gummigeschossen gegeneinander geballert, deshalb auch die Aluschilder und -brustpanzer.

RT benutzte diese Symbolbilder als "Beweise" für eine Behauptung und Du glaubst das noch.

Bullish
Bild des Benutzers Bullish
Offline
Zuletzt online: 18.09.2014
Mitglied seit: 27.03.2007
Kommentare: 2'932

weico hat am 21.04.2014 - 11:17 folgendes geschrieben:

Bullish hat am 20.04.2014 - 20:41 folgendes geschrieben:

 

Die Krim wurde annektiert. Die Bevölkerung hat sich nicht losgesagt. Um die Krimbevölkerung einzuschüchtern, wurden Rockerbanden, Kosaken und militärische Spezialeinheiten auf die Krim geschickt.

..die mehrheitlich russische Bevölkerung der Krim,hat in einem Referendum ihre Meinung deutlich zum Ausdruck gebracht.

https://de.wikipedia.org/wiki/Krim#Bev.C3.B6lkerung

Was auch immer "ethnische Russen" sind. Daraus ein Abstimmungergebnis abzulesen, ist gerade aus eigener demokratischer Erfahrung naiv.

Die Krim wurde militärisch erobert, das ist die militärische Medaille dafür:

Der Einsatz startete am 20.02, also genau dann, als die Schüsse am Maidan fielen, noch bevor Janukowitsch nach Kharkov flüchtete und weit bevor er um Hilfe für auf der Krim bat.

 

Machen wir uns also nichts vor. Die Ukraine steht schlichtweg vor einer weiteren Abspaltung...!Die Leute,Hier wie Dort, erwarten doch schon die folgende Aufteilung ...

 

Ein anderer Grenzverlauf, würde wohl jeden überraschen... smiley

 

Diese Grenze gibt es nicht, sie wird einfach farblich hervorgehoben, sobald die 50% überschritten sind. Das imaginiert eine Art "Röstigraben" oder eine Sprachgrenze wie in Belgien. In der Ukraine gibt es diese Grenze nicht, die Verbreitung von Sprache etc ist graduell und weist natürlich an den Polen West und Ost die Extremwerte auf.

Aber ja, es könnte ein Grenzverlauf sein, wenn es zu einer Spaltung käme, schon deshalb, weil so viele so argumentieren wie Du es tust. Das ändert aber nichts daran, dass es eine konstruierte Grenze ist, die es in Wirklichkeit nicht gibt.

Diese Grenze ist ebenso eine Imagination wie der Status der russischen Sprache im Südosten. Der Status der russischen Sprache ist fast allen egal, das lässt sich sogar an den neusten Umfragen erkennen:
http://zn.ua/UKRAINE/mneniya-i-vzglyady-zhiteley-yugo-vostoka-ukrainy-ap...

An der Einführung einer 2. Landessprache sind nur 11% im hauptsächlich russischsprachigen Südosten interessiert, während aber 70% die Legitimität der Regierung bezweifeln.

Was die Leute wollen, sind Wahlen, die aber Putin verhindern will. Auch im Südosten ist Poroshenko klarer Front-runner vor Tigipko und Dobkin. Putin will aber unbedingt verhindern, dass sich das an der Urne manifestiert.

 

Bullish
Bild des Benutzers Bullish
Offline
Zuletzt online: 18.09.2014
Mitglied seit: 27.03.2007
Kommentare: 2'932

weico hat am 21.04.2014 - 18:56 folgendes geschrieben:

Lustig und lukrativ ist das Demonstrantenleben....

https://www.youtube.com/watch?v=-qLWJRLHfkE

smileysmiley

weico

Nix neues. Kannst auch Organe kaufen.

 

 

 

weico
Bild des Benutzers weico
Offline
Zuletzt online: 20.07.2015
Mitglied seit: 16.11.2007
Kommentare: 4'550

Bullish hat am 21.04.2014 - 19:45 folgendes geschrieben:


Aber ja, es könnte ein Grenzverlauf sein, wenn es zu einer Spaltung käme, schon deshalb, weil so viele so argumentieren wie Du es tust. Das ändert aber nichts daran, dass es eine konstruierte Grenze ist, die es in Wirklichkeit nicht gibt.

..die Zeit wird es ja dann aufzeigen, ob die konstruierte Grenze dann eine Reale wird.

 

Was die Leute wollen, sind Wahlen, die aber Putin verhindern will. Auch im Südosten ist Poroshenko klarer Front-runner vor Tigipko und Dobkin. Putin will aber unbedingt verhindern, dass sich das an der Urne manifestiert.

 

 ..und wenn die Leute dann wirklich an die Urne gehen dürfen und das Resultat wie im Krimreferendum ausfällt...dann geht die Jammerei der Verlierer wieder von vorne los.. Secret

 

 

weico

Bullish
Bild des Benutzers Bullish
Offline
Zuletzt online: 18.09.2014
Mitglied seit: 27.03.2007
Kommentare: 2'932

weico hat am 21.04.2014 - 20:05 folgendes geschrieben:


 ..und wenn die Leute dann wirklich an die Urne gehen dürfen und das Resultat wie im Krimreferendum ausfällt...dann geht die Jammerei der Verlierer wieder von vorne los.. smiley

 

Nein, auch Janukowitsch's Wahl wurde akzeptiert.

Das Problem mit ihm war, dass er Leute verprügeln liess, nachdem die Demos starteten, weil er den jahrelang vorbereiteten Vertrag in letzter Sekunde platzen liess.

Wäre der Vertrag in der Ukraine wirklich so unpopulär gewesen, dann hätte Janukowitsch selber ein Referendum darüber abhalten können und alles wäre paletti gewesen. Er konnte es aber nicht, weil er 10-15 Mrd benötigte, um den Bankrott zu verhindern.

Und da haben wir den wirklichen Fehler der EU - Janukowitsch versuchte die Kredite von der EU zu kriegen, die die Situation nicht erkannte und ihn nicht stützen wollte. Klar war aber, dass er als Präsident einen Staatsbankrott politisch nicht überlebt hätte. Er musste also Putin um Hilfe bitten und Putin hat den Preis genannt.

Putin will die EU schwächen, weil ein Europa der Nationalstaaten viel schwächer ist und von Russland dominiert würde. Der Hass auf die EU vereint Putin mit den nationalistischen europäischen Parteien. Das ist viel gefährlicher, als sich diese nationalistischen Kreise bewusst sind.

Hoffentlich droht dem Donbass nicht, was Tschetschenien drohte, denn ich habe Familie im Donbass. Putin ist zu allem fähig, Grozny als es störrig war und danach, als es willig wurde:

 

Die Ukraine hat für die OSZE ein riesiges Dossier angelegt, das belegen soll, wer die "grünen Männchen" sind, viele wurden als Speznas erkannt, die bereits in Georgien 2008 im Einsatz waren. Ein paar Beispiele wurden auch den Medien übergeben, NYT brachte das:

 

Wer in der Realität lebt, sollte diese Fakten anerkennen.

Allerdings sollten ebenso 2 Fragen beantwortet werden?

1.) Wie sollte der Westen reagieren? - Da kann er keinen grossen Einfluss nehmen.

2.) Würde die Ukraine derzeit in die EU passen? - No way.

Daran sieht man, dass westliche Realpolitiker im Grunde "Deinen" Grenzverlauf bevorzugen müssten, auch wenn sie es nicht zugeben. Damit wäre das Problem schnell gelöst. Das Problem ist aber, dass dieser Grenzverlauf real nicht existiert und für diese Lösung eine echte und blutige Amputation erforderlich wäre.

Jeder, der die Ukraine kennt, weiss auch, dass man dort etwa 2500 Mrd reinbuttern müsste (und in Weissrussland nochmals so viel). Und damit ist es noch nicht getan. Die Leute sind extrem roh und brutal, ich kenne nur den Donbass und der kommt mir mindestens so krass vor wie Jugoslawien.

Btw "Jugoslawien": Tschetniks ( http://de.wikipedia.org/wiki/Tschetnik#Tschetniks_im_Jugoslawienkrieg_19... ) sind auch auf der Krim im Einsatz gewesen - extrem schräg:
http://www.youtube.com/watch?v=pFlLN9E2kcY

weico
Bild des Benutzers weico
Offline
Zuletzt online: 20.07.2015
Mitglied seit: 16.11.2007
Kommentare: 4'550

Bullish hat am 21.04.2014 - 20:59 folgendes geschrieben:


1.) Wie sollte der Westen reagieren? - Da kann er keinen grossen Einfluss nehmen.

Richtig.

2.) Würde die Ukraine derzeit in die EU passen? - No way.

..darum will sich die EU auch keinesfalls die Finger verbrennen.Sie hat schon genug Probleme.. :angel:

 

Daran sieht man, dass westliche Realpolitiker im Grunde "Deinen" Grenzverlauf bevorzugen müssten, auch wenn sie es nicht zugeben. Damit wäre das Problem schnell gelöst.

Exakto. Zugeben werden sie es nicht,sondern einfach auf die Faktenlage verweisen.

 

 

Das Problem ist aber, dass dieser Grenzverlauf real nicht existiert und für diese Lösung eine echte und blutige Amputation erforderlich wäre.

..ich zweifle daran,ob die Amputation wirklich so blutig werden wird. Heute entscheiden die Politik und Kreditgeber die neuen Grenzen . Das Militär ist doch nur noch ein Handlanger und Drohmittel... in einem Wirtschaftskrieg .

 

 

 

 

 

 

 

Russland gibt der Ukraine einen Monat Zeit, um mit der Bezahlung des gelieferten Gases zu beginnen. Wenn bis dahin kein Geld kommt, liefert Russland Erdgas nur gegen Vorkasse, wie Präsident Wladimir Putin am Donnerstag ankündigte.

http://de.ria.ru/politics/20140417/268298001.html

 

 

 

EU-Energiekommissar Günther Oettinger will einen neuen „Gaskrieg“ zwischen Russland und dem Westen verhindern und setzt sich für eine Unterstützung der Ukraine bei der Tilgung ihrer Schulden gegenüber Moskau ein, schreibt die Zeitung "Nowyje Iswestija" am Montag.

Oettinger zufolge müsste sich Europa um seine Energiesicherheit für den kommenden Winter für den Fall kümmern, dass Moskau von Kiew Vorauszahlungen für die Gaslieferungen fordert.

http://de.ria.ru/zeitungen/20140421/268323282.html

 

Ukraine still needs to take three important reform steps to meet the EU’s conditions for signature at Vilnius including: passage of legislation reforming its Prosecutor General’s Office; passage of legislation reforming its parliamentary election code; and the release of jailed former Prime Minister Yuliya Tymoshenko for medical treatment. Since its independence in 1991, the American people have supported Ukraine’s transition to democracy and a free market economy with over $5 billion in assistance. In FY2013, our assistance topped $100 million, and much of it went to help Ukraine meet European standards in law enforcement, electoral reform, business climate and the judicial sector, including key support for Ukraine’s newly adopted Criminal Procedure Code. If Ukraine meets the EU’s conditions and signs in Vilnius, it will be able to export its goods to the largest single market in the world, tariff-free, by early 2014.

 

http://www.state.gov/p/eur/rls/rm/2013/nov/217576.htm

 

 

 

weico

 

 

 

MarcusFabian
Bild des Benutzers MarcusFabian
Offline
Zuletzt online: 18.11.2016
Mitglied seit: 19.05.2006
Kommentare: 16'379

weico hat am 21.04.2014 - 21:34 folgendes geschrieben:

Wenn bis dahin kein Geld kommt, liefert Russland Erdgas nur gegen Vorkasse,

Was - um hier allfälliger Kritik von Anfang an den Wind aus den Segeln zu nehmen - durchaus gängige Geschäftspraxis im Westen ist, wenn man es mit säumigen Zahlern und >1 Jahr fälligen Rechnungen zu tun hat!

 

Elias
Bild des Benutzers Elias
Offline
Zuletzt online: 14.02.2019
Mitglied seit: 02.10.2006
Kommentare: 17'007
Wladimir Putins braune Lehrmeister

Die Besetzung der Krim durch Russland hat in vielerlei Hinsicht ein Vorbild in den Raubzügen Hitlers gegen Österreich und die Tschechoslowakei. Auch die feige Haltung des Westens gegenüber der Machtpolitik Wladimir Putins ist keineswegs neu.

Der Griff Wladimir Putins nach der Halbinsel Krim hat nicht nur die europäische Staatenordnung erschüttert, sondern ein Politikverständnis enthüllt, das noch lange Nachwirkungen haben könnte. Schon seit langem hatte Putin mit antiwestlichen Parolen und Aktionen hantiert, die man getrost als Attribute des Kalten Kriegs bezeichnen konnte. Mit der Besetzung der Krim hat er das ost-westliche Verhältnis wieder in die Zeit der grossen Konfrontationen zurückgeworfen. Man hatte glauben wollen, die Bilder von Panzern und Gewehrläufen zur Durchsetzung nationalistischer Interessen und egomanischer Machtambitionen vergessen zu können. Nun sind sie wieder da als Zeichen einer neo-sowjetischen Herrschaftspolitik, die auf die Kultur des Völkerrechts, des Rechtsstaats und der Demokratie keinerlei Rücksicht nimmt.

Viel gelernt

Im Westen reagiert man auf die Putinschen Abenteuer mit Abscheu, noch mehr aber mit anbiedernder Verharmlosung und illusionärem Wunschdenken. Wer freilich Gestik und Semantik des Kreml-Chefs bei seinen Auftritten auf der Weltbühne durchschaute, kann über die jüngsten Schachzüge kaum erstaunt sein. Putin hat Vorbilder, von denen er viel gelernt hat; vor allem hat er begriffen, wie man mit der Schwäche satter Wohlstandsgesellschaften, der Trägheit demokratischer Entscheidungsstrukturen und der Blindheit selbstverliebter Konsumkulturen umgeht. Solch totalitärem Denken und Handeln kann mit gutem Zureden nicht begegnet werden. Das zeigt ein Blick auf die Geschichte, die sich trotz den Erwartungen von 1990 eben doch wiederholt. Die Geschichte müsste aber auch zeigen, wie man dem Machtgehabe Putins Schranken setzen könnte.

Als Putin russisches Militär in die ukrainische Krim einmarschieren liess, machte er russische Interessen und das Schutzbedürfnis der dort lebenden russischen Bevölkerung geltend. Wäre die damit zusammenhängende Kampagne von Einschüchterung, Propagandalügen und direkten Eingriffen nicht schon ein klassisches Werkzeug sowjetischen Herrschaftsstrebens gewesen, müsste man annehmen, Putin habe seine Methoden mit Hitlers «Mein Kampf» verfeinert. Aber auch die damaligen Versuche westlicher Verharmloser, den Machthunger der Schergen des Dritten Reichs zu stillen, können ihm als Anschauungsunterricht dienen.

Mit grösster Rücksichtslosigkeit spielte Hitler die Protagonisten jener Länder an die Wand, die er zu erobern trachtete. So schuf er fünfte Kolonnen, förderte nationalsozialistische Bewegungen und Parteien, rüstete Wehrverbände oder simple Schlägertrupps aus, fabrizierte Zwischenfälle und konstruierte «Hilferufe», die nicht überhört werden durften. Das ganze Instrumentarium einer gezielten Destabilisierung wurde zur Zermürbung demokratischer und rechtsstaatlicher Institutionen angewandt, bis der Zeitpunkt gekommen war, mit regulären Truppen einzumarschieren und die Zielgebiete einzuverleiben.

Zwei Reiche des Bösen

Wie Putin im Falle Abchasiens oder der Krim konnte sich Hitler auf eine willfährige Presse und seinen Propagandaapparat verlassen, und man riecht förmlich das Potenzial, welches Putin im Falle weiterer Gebiete wie Transnistriens oder gar der baltischen Staaten entfalten könnte. Die Lüge angeblicher Not russischer Bürger in fremden Ländern gemahnt penibel genau an Hitlers Sorge um die Sudetendeutschen oder deutsche Minderheiten in Polen, deren wahre oder angebliche Unterdrückung Ende der dreissiger Jahre durch die jeweiligen nationalen Behörden nur dazu diente, die eigenen Eroberungspläne zu kaschieren.

Mit diesem Ziel verleibte Hitler sich auch Österreich ein und entfesselte er schliesslich den Zweiten Weltkrieg mit dem Überfall auf Polen, wobei er sich nicht scheute, sich mit dem andern Grossverbrecher jener Zeit, dem roten Despoten Josef Stalin, die Beute zu teilen. Beide, Hitler und Stalin, gaben dabei vor, angebliches Unrecht im Gefolge des Ersten Weltkriegs korrigieren zu wollen. Aber beiden ging es nur darum, ihre Herrschaftsansprüche ausdehnen zu können.

Putin, der KGB-Mann und nun praktizierende Christ, braucht nicht so weit zu gehen. Er ist ideologisch weniger fassbar als Stalin oder Hitler, die beide offen ihren Weltherrschaftsphantasien nachhingen. Immerhin operiert auch er mit Grossmachtkomplexen, ethnografischen Maximen und panslawischen Glaubenssätzen, und sein berühmtes Diktum, wonach der Untergang der Sowjetunion die «grösste geopolitische Katastrophe des 20. Jahrhunderts» gewesen sei, mag andeuten, was er zu tun bereit wäre, wenn er nur könnte.

Für Hitler stand es nie ausser Frage, dass die Verträge von Versailles und die Satzungen des Völkerbundes, die die Neuordnung der Trümmerlandschaften des Ersten Weltkriegs regelten, reine Makulatur waren. Konsequent arbeitete er auf den Bruch dieser Vertragswerke hin. Auf das Völkerrecht, welches auch das Selbstbestimmungsrecht der jungen Nationen in Ost- und Südosteuropa regelte, gab er keinen Pfifferling. Genauso wenig kümmerte er sich um Rüstungsbeschränkungen und andere vertragliche Grenzen, die Deutschland gesetzt worden waren.

Als Hitler 1938 die deutschen Truppen in Österreich und wenig später im Sudetenland einmarschieren liess, hatte er die europäische Friedensordnung mit ihren Grenzziehungen, die nicht so schlecht waren wie oft behauptet, längst zerstört. Die Zeichen standen auf Sturm – jenen Sturm, den Hitler längst hatte entfachen wollen. Aber noch musste Polen überfallen werden, ehe die westlichen Mächte begriffen, mit welch krimineller Energie Nazideutschland seine Ziel verfolgte.

OSZE als Hüterin des Rechts

Die Greuel des Zweiten Weltkriegs führten zu einer Stärkung und Verfeinerung des Völkerrechts, das durch die Beendigung des Kalten Kriegs eine weitere Festigung und einen verbindlichen Kodex erfuhr. Mit Michail Gorbatschew war es ausgerechnet ein russischer Kommunist gewesen, der das Prinzip der Selbstbestimmung auf die osteuropäischen Vasallenstaaten ausdehnte und so 1989 deren Loslösung vom Sowjetreich ermöglichte.

Die Charta von Paris, auf welcher die Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE), die heutige Form der KSZE, beruht, legt ein «unerschütterliches Bekenntnis zu einer auf Menschenrechten und Grundfreiheiten beruhenden Demokratie» ab. Die Sowjetunion trat dieser Charta 1990 bei, und nach dem Zerfall dieses Riesenreichs wurde 1991 neben Russland auch die Ukraine Mitglied der KSZE. Wer heute die Charta von Paris nochmals liest, wird schnell erkennen, wie weit sich Russland unter Putin seither den Verpflichtungen aus diesem Dokument wieder entzogen hat.

In den schicksalsschweren Monaten des Jahres 1938 versuchten Frankreich und vor allem Grossbritannien, den von Hitler gewollten Krieg zu verhindern, indem sie zwischen Berlin und Prag zu vermitteln suchten. Schnell mussten sie erfahren, wie wenig Hitlers Wort galt und wie übermächtig die Drohkulissen der Panzerarmeen seiner Wehrmacht wirkten. Das Abkommen von München im September 1938, welches die Zerschlagung der Tschechoslowakei einläutete, war nicht das Papier wert, auf dem es festgehalten wurde.

Worüber verhandeln?

Schon knapp ein halbes Jahr später marschierte Hitler in Prag ein, und weitere sechs Monate danach überfiel er Polen. Das Völkerrecht, das Recht auf Selbstbestimmung, die Kraft der Bürgerrechte und der rechtsstaatlichen Prinzipien – all dies hatte sich als allzu verletzlich erwiesen. Hitler kaschierte seinen grossdeutschen Herrschaftsanspruch mit der Korrektur der «Schande von 1918». Putin wiederum scheint sich auf die «grösste Katastrophe des 20. Jahrhunderts» zu kaprizieren und deren Auswirkungen tilgen zu wollen.

Erstaunlich, ja erschütternd ist die Erkenntnis, wie viel Verständnis diesem hinterhältigen Bestreben, vor allem jetzt wieder im Falle der Krim, in weiten Teilen Westeuropas entgegengebracht wird. Gerade in Deutschland manifestiert sich bis in höchste Kreise eine Grundstimmung, die einen erschreckenden Mangel an Demokratie- und Rechtsstaatsverständnis offenbart. Die verhängnisvollen Illusionen der Verharmloser und Apologeten von Raub- und Gewaltpolitik hat in Europa schon einmal einer Diktatur den Weg bereitet. Wladimir Putin hat diese Lektion zweifellos sehr gründlich gelernt und kunstvoll umgesetzt.

Wenn es eine Lehre aus der Katastrophe von 1938 und dem Scheitern der damaligen Vermittler Chamberlain und Daladier gibt, dann jene, dass es gegenüber den Anmassungen von Despoten und Kriegstreibern nichts zu vermitteln gibt. Das Völkerrecht ist nicht verhandelbar, Rechtsstaatlichkeit und freiheitliche Demokratie dulden keine Konzessionen. Man fragt sich deshalb, was die OSZE unter ihrem Schweizer Vorsitz angesichts des flagranten Bruchs ihrer Satzungen durch das OSZE-Mitglied Russland bei dem Kremlchef noch vermitteln will. Nur eine kompromisslose Haltung wird längerfristig wirksam sein und den Frieden garantieren. Wenn diese Frage aber beiseitegeschoben würde, hätte die Geschichte wirklich ihren Sinn verloren.

Die Sudetenkrise als publizistische Mutprobe

de. ⋅ Die Sudetenkrise von 1938 ist nicht zu trennen von der Hitlerschen Eroberungspolitik gegen Osteuropa, welche direkt in den Zweiten Weltkrieg führte. Ähnlich, wie Putin das Ende der Sowjetunion als «grösste geopolitische Katastrophe des 20. Jahrhunderts» bezeichnet, schrieb Hitler in «Mein Kampf» vom deutschen Zusammenbruch von 1918 und den Versailler Verträgen als einem «verheerenden Unglück», dessen Schande getilgt werden müsse.

Die NZZ hatte von Beginn weg einen untrüglichen Sinn für die wahren Ziele der Hitlerschen Expansionspolitik. Nach der Machtübernahme von 1933 hegte sie unverhohlenes Misstrauen gegenüber Hitler, auch als dieser vier Jahre lang «aussenpolitisches Stillesitzen» übte und mit seinen innenpolitischen Massnahmen auch hierzulande nicht wenig Eindruck hinterliess. Aber spätestens nach den «Säuberungen» an der Spitze der Wehrmacht von Anfang 1938, als die Partei die militärischen Schalthebel unter Kontrolle brachte, war offenkundig geworden, dass die Zeit der Täuschungsmanöver vorüber sei.

So war es für die NZZ keine Überraschung, dass Hitler schon im März 1938 mit einer fast unglaublichen Bruta- lität Österreich «heim ins Reich» zwang und unter militärischer Gewalt gleichschaltete. Die verbreitete Abneigung der Österreicher gegen die durchsichtigen Motive der Nazis war einfach zu schwach für den grossdeutschen Impetus, dessen verlogenes Pathos die NZZ ganz offen als zynisches Manöver entlarvte.

Noch klarer fiel das Urteil über die darauffolgende Zertrümmerung der Tschechoslowakei aus. Diese wurde nach dem ruchlosen Münchner Abkommen vom September 1938, mit dem Hitler die Eroberung des deutschsprachigen Sudetenlandes besiegelt hatte, innerhalb von sechs Monaten vollzogen. Die NZZ zollte dem britischen Vermittler Chamberlain zwar viel Respekt, sah im einseitigen Vertrag von München aber keine Vermittlung, sondern ein Diktat. Offen hielt sie fest, dass Hitlers Wort nichts galt und die Rest-Tschechoslowakei kein Hindernis mehr für die deutschen Aufmarschpläne im Osten darstellte. Man hatte, im Gegensatz zur allgemeinen westlichen Erleichterung über die Atempause, keinerlei Illusionen über Hitlers Absichten. Der nächste Raubzug des «totalitären Reiches im Norden» sei nur eine Frage der Zeit, liess sie verlauten. Noch weniger glaubte man an die Standhaftigkeit jener, die mit ihren Vermittlungsversuchen Einfluss auf die Pläne Berlins zu nehmen versuchten.

In den letzten Monaten vor Hitlers Überfall auf Polen Anfang September 1939, welcher den Zweiten Weltkrieg auslöste, verliess die NZZ mit viel Mut den Pfad einer insgesamt ausgewogenen Berichterstattung. Sie hatte erkennen müssen, dass sie im Schatten Hitlerdeutschlands kein Forum internationalen Dialogs mehr bieten konnte. Für eine falsch verstandene Neutralität war, wie der spätere Chefredaktor Fred Luchsinger in einem Rückblick festhielt, in der Zeitung kein Platz mehr.

http://www.nzz.ch/aktuell/international/reportagen-und-analysen/putins-b...

 

 

----

Der Weise gewinnt mehr Vorteile durch seine Feinde als der Dummkopf durch seine Freunde.
Benjamin Franklin

Seiten