Schiefergas / Fracking

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05.08.2012 14:05
#1
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Schiefergas / Fracking

Es ist Zeit, diesem Rohstoff bzw. dem Fracking einen eigenen Thread zu widmen.

Die USA sind zum zweitgrössten Erdgasproduzenten der Welt aufgestiegen und andere Länder fangen erst an, diesen Rohstoff auszubeuten. Das hat bis jetzt noch ungeahnte Einflüsse auf die Volkswirtschaften und die Umwelt.

Schiefergasboom

Schiefergas ist in Tonsteinen gespeichertes Erdgas. In kurzer Zeit sind die USA zum zweitgrössten Erdgasproduzenten der Welt aufgestiegen. Die Förderung des Rohstoffs befeuert die amerikanische Konjunktur – und Holcim USA.

 

Gleich einen zweifachen Vorteil gewinnt der Konzern aus der amerikanischen Energierevolution: Die Energiepreise sinken, die Nachfrage steigt. In den Bundesstaaten, die vom Schiefergasboom profitieren, ziehen der Immobilien- und der Infrastrukturmarkt stark an. Niedergeschlagen hat sich das schon im ersten Quartal: In der Konzernregion Nordamerika nahmen die Transportbetonvolumen um 53 Prozent zu, während der Zementversand 18,5 Prozent zulegte.

 

Quelle Sonntagszeitung

 

Total will Frankreichs Bodenschätze erobern

Der viertgrößte Ölkonzern der Welt möchte in Frankreich Schiefergas fördern. Das Projekt würde das Land unabhängiger von Energieimporten machen – birgt aber auch große Gefahren für die Umwelt.  http://www.handelsblatt.com/unternehmen/industrie/schiefergas-total-will...

 

ExxonMobil will Schiefergas ohne Gift fördern

Wegen großer Bedenken gegenüber dem Fracking will der Energiekonzern Exxonmobil ab nächstem Jahr auf ein Fracking-Verfahren ohne Giftstoffe umstellen.

Der Energiekonzern ExxonMobil will ab nächstem Jahr die Förderung von Schiefergas in Deutschland auf ein Fracking-Verfahren ohne Giftstoffe umstellen.

http://www.wiwo.de/unternehmen/energie/fracking-exxonmobil-will-schiefer...

 

 

 

 

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09.03.2016 11:18
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Schieferölboom gerät ins Stocken

Die Rohölproduktion in den USA wird nach Regierungsprognosen aus Washington im kommenden Jahr auf den niedrigsten Stand seit 2013 fallen.

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Die nachlassende Produktion sollte sich als stützend für die künftige Preisentwicklung erweisen.

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http://www.cash.ch/news/front/schieferoelboom_geraet_ins_stocken_-342781...

 

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07.07.2015 15:15
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US-Frackingindustrie im Härtetest

ie Saudis erhöhen den Druck auf die US-Frackingindustrie. Doch die Amerikaner geben nicht klein bei und pumpen weiter am Limit.

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Immer effizienter

Doch Amerika hält dagegen - US-Firmen fördern inzwischen soviel Öl wie seit 1971 nicht mehr - das Land hat Saudi-Arabien und Russland als weltgrösster Energieproduzent überholt. Die Fracking-Industrie behauptet sich im Kampf um Marktanteile erstaunlich gut. Aber die Rechnung könnte noch kommen und teuer werden.

Dabei erklären einige Experten die USA bereits zum Sieger im Wettpumpen: «Statt die Schieferöl-Industrie zu killen, haben die Saudis sie nur stärker gemacht», meint Mark Perry vom American Enterprise Institute in Washington.

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http://www.handelszeitung.ch/konjunktur/us-frackingindustrie-im-haertete...

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12.12.2014 15:13
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Der Fracking-König zeigt der Opec den Stinkefinger

Harold Hamm sicherte sich gegen den Ölpreis-Crash ab und sahnt nun tüchtig ab. Nun geht er aber ein hohes Risiko ein.

Harold Hamm, die treibende Kraft hinter dem Fracking-Boom in den USA, zeigt der Opec den Stinkefinger. Das Kartell sei ein «zahnloser Tiger» und werde sich dem Druck der ärmeren Förderländer für höhere Preise nicht widersetzen können, erklärte Hamm und setzte seine Worte nach der Opec-Sitzung von letzter Woche in Taten um: Er löste sämtliche Absicherungsgeschäfte auf und wettete somit auf höhere Rohölpreise.

Die von Hamm kontrollierte Continental Resources ist eine der führenden Ölförderfirmen in der Bakken-Gesteinsformation in North Dakota. Wie viele andere Unternehmer auch hatte er sich gegen sinkende Preise abgesichert, und zwar für 2015 und 2016 im Wert von mehr als 31 Millionen Fass Rohöl. Der Crash des Ölpreises machte diese Hedging-Geschäfte hochprofitabel. Offenbar so profitabel, dass Hamm nicht widerstehen konnte und sämtliche Kontrakte nach der Opec-Sitzung verkaufte. Gewinn: 433 Millionen Dollar.

Das Geschäft war aber auch politisch begründet, hatte Harold Hamm doch früher schon einmal die Opec wegen Preisabsprachen eingeklagt. Auch diesmal sieht er das Kartell in einer Ver­liererposition. «Wir betrachten den jüngsten Rückgang der Ölpreise für nicht haltbar. Deshalb haben wir praktisch alle unsere Absicherungspo­sitionen aufgelöst. Dies erlaubt uns, voll von der erwarteten Preiserholung zu profitieren.»

Hamm geht indessen ein grosses ­Risiko ein. Viel weiter darf der Ölpreis nicht fallen, wenn die kleinen bis mittelgrossen Firmen, die mit dem Fracking-Boom gross geworden sind, überleben wollen. In der Bakken-Region liegen die Selbstkosten bei 65 bis 70 Dollar je Fass, also in etwa im aktuellen Preisband. Für einigen Produzenten aber beträgt der Breakeven-Preis 110 Dollar. Besser sieht es für Firmen in der Eagle-Ford-Region in Texas aus, die noch bei 50 Dollar ­fördern können.

Saudiarabien fühlt sich bedroht

Der Opec-Entscheid, die Fördermenge des Kartells unverändert bei 30 Millionen Fass pro Tag zu halten, ist aus Sicht der USA deshalb eine Attacke auf den Fracking-Boom. Die USA produzieren mehr als neun Millionen Fass pro Tag und sind damit in eine Position aufgestiegen, die früher nur Saudiarabien innehatte. Zwar sind die USA nicht Mitglied der Opec, doch ist die Eigenversorgung derart gross geworden, dass Importe nicht länger eine geopolitische Hebelwirkung haben. Somit sehe sich Saudiarabien in seiner strategischen Führungsrolle bedroht, meint die Beratungsfirma IHS Energy.

Mit dem Verzicht auf eine Drosselung der Produktion teste die Opec nun eine neue Angriffsvariante mit der Absicht, die schwächsten Spieler in Nordamerika zu verdrängen. Bedroht ist eine beträchtliche Zahl. Die Credit Suisse schätzt, dass nur 43 Prozent aller neuen Förderanlagen im Bakken bei einem Fasspreis von 75 Dollar noch Sinn ergeben. Rund einem Drittel drohe gar, vorübergehend oder ganz stillgelegt zu werden. Das Schlimmste sei entsprechend noch nicht ausgestanden, meinen die Credit-Suisse-Experten, die selbst einen Fasspreis von 50 bis 60 Dollar nicht ausschliessen wollen.

Auch die Continental Resources von Hamm spielen nun auf Zeit und legen 2015 einige Anlagen still. Je länger der Ölpreis tief bleibt, umso mehr sind sie gezwungen, weitere Bohrungen aufzuschieben und laufende Förderungen einzustellen. Sie sparen damit zwar Geld, aber sie machen auch keinen Gewinn. Da viele Firmen stark überschuldet sind, ist dies ein gefährliches Wartespiel. Kleinfirmen wie Emerald Oil sitzen gewissermassen auf Nadeln. Das Unternehmen betreibt nur drei Förderanlagen in North Dakota und hat nach dem Opec-Entscheid beschlossen, eine Anlage stillzulegen. Die zwei anderen könnten mit dem gegenwärtigen Fasspreis bis Ende 2015 weiterlaufen, sagt Unternehmenschef McAndrew Rudisill. Zu erwarten sei nun, dass die meisten Firmen die Produktion sehr rasch zurückfahren würden. Der Vorteil ist immerhin, sagte er, dass auch die hohen Kosten sinken würden und der Fracking-Boom von einer neuen Normalität eingeholt werde. Existenzbedrohend für Emerald Oil wird gemäss Rudisill erst ein Fasspreis von 50 Dollar, also ein weiterer Preissturz von 30 Prozent.

Lohnkürzung für den Staatschef

Neben den aggressiven Ölfirmen in den USA sind auch kanadische Unternehmen bedroht, die teilweise zu Selbstkosten von 100 Dollar pro Fass ein teerartiges Gemisch aus dem Ölsand pressen und nun zu massiven Kosteneinsparungen gezwungen sind. Diese Entwicklung macht die geplante Keystone-Transportleitung von Kanada in die USA definitiv zur Pipeline nach Nirgendwo.

Weit härter getroffen als Nordamerika werden indessen die ärmeren Opec-Staaten, die sich dem Diktat der arabischen Länder beugen müssen. Venezuela, Nigeria und der Iran etwa brauchen Fasspreise von über 130 Dollar, um So­zialprogramme zahlen und ihre Budgets ausgleichen zu können. Venezuela kündete als erstes Opec-Land scharfe Einschnitte in seine Sozialleistungen an, inklusive einer symbolischen Lohnkürzung für den Staatschef.

Russland hart getroffen

Hart getroffen sieht sich zudem Russland, das 68 Prozent seiner Exporte und 50 Prozent des Staatsbudgets mit fos­silen Energien bestreitet. Russland hat dieses Jahr schon mehr als 90 Milliar-den Dollar an Währungsreserven und 4,5 Prozent seiner inländischen Wertschöpfung verloren. Präsident Wladimir Putin sei nun in einer sehr verletzlichen Lage, schreibt die Danske Banke.

Erinnert wird an den Ölpreiszerfall vom Winter 1997, der Russland im Sommer 1998 in eine tiefe Krise stürzte und eine Rubelabwertung nötig machte. Putin indessen gibt sich dieser Tage siegessicher. Und er ähnelt darin auf paradoxe Art und Weise dem amerikanischen Ölmann Harold Hamm. «Der Winter kommt», so der russische Präsident, «aber ich bin sicher, dass der Ölmarkt gegen Mitte nächsten Jahres wieder ein Gleichgewicht finden wird.»

http://www.tagesanzeiger.ch/wirtschaft/unternehmen-und-konjunktur/Der-Fr...

 

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17.11.2014 12:04
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Treibstoff aus Luft: Audi setzt auf Schweizer Start-up

Climeworks hat einen Kollektor entwickelt, der CO2 aus der Luft binden kann. «ECO» hat vor einem Jahr über das Spin-off der ETH berichtet. Nun kann das Start-up einen potenten Kooperationspartner vermelden. Audi will den Kollektor für die Treibstoff-Synthese verwenden.

http://www.srf.ch/news/wirtschaft/treibstoff-aus-luft-audi-setzt-auf-sch...

 

Für mich stellt sich nur die Frage, welche Technologie(en) sich durchsetzen wird.

Bis wann? Bis Ende dieses Jahrzehntes

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17.11.2014 11:49
Bild des Benutzers MarcusFabian
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Ich behaupte mal, es wird die Zeit kommen, wo Öl und Gas zu teuer zum verbrennen geworden sind.

Das spricht durchaus für Erdöl-Aktien. Plastik, Pharma, Kosmetik, Farben ... überall wird Erdöl verwendet.

Wenn man bedenkt, dass der Peak im Fracking per 2015/16 erwartet wird, die leicht zu frackenden Felder bereits bearbeitet wurden und die Kosten der weniger guten bekannten Felder auf $125 geschätzt werden, liegst du mit der Prognose von $120 in einigen Jahren wohl eher zu konservativ.

Wenn noch mehr negative Überraschungen kommen wie beim Monterey-Feld in California, wo die Schätzungen über den förderbaren Gas-Gehalt um satte 96% nach unten revidiert werden mussten, dürften wir in 2 Jahren die $125 überschreiten.

 

16.11.2014 22:34
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@ MarcusFabian

Genau deshalb habe ich letzte Woche angefangen in "traditionelle" Ölaktien zu investieren. In wenigen Jahren wird der Ölpreis wieder mindestens bei 120 USD sein, denn billiges Öl verzögert die Innovation und das Umstellen auf alternative Energien, was mir als Autofahrer zwar egoistischerweise entgegen kommt, aber nicht davon abhält, in die "alten" Ölaktien zu investieren. Vorprogrammierter Gewinn! you just have to wait!

16.11.2014 13:46
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Shale Oil: Expensive, Over-Hyped, & Short-Lived

If you've watch the previous video chapter on Peak Cheap Oil, you may be wondering how any of that could be still be true given all the positive recent stories about shale oil and shale gas , many of which have proclaimed that “Peak Oil is dead”.

The mainstream press has faithfully repeated every press and PR statement made by the shale producers. And if you simply followed the headlines, you might even believe this about the US:

  • It is soon going to be energy independent,
  • Its oil production will surpass even Saudi Arabia putting it in the number one spot,and
  • The US will even be exporting oil again like the days of old.

The only problem with this story is that it is misleading in some very important ways. And entirely false in others.

Here are there are five main things to know about the shale plays.

  1. They deplete very quickly. The typical shale, or tight rock, well production declines by 80% to 90% within three years.
  2. They are expensive. All oil and gas coming form them is several times more expensive than what we got from conventional oil plays.
  3. They are environmentally damaging because the fracking fluid is highly toxic and much of it escapes during the blowback process and sometimes water wells are contaminated.
  4. Because each well has low flow and depletes quickly, massive numbers of wells must be drilled creating significant infrastructure damage to roads and bridges. Currently no state or municipal authorities are capturing anything close to the total cost of the infrastructure damage from the shale operators which means taxpayers are gong to be left paying those bills. 
  5. Not all shale plays are created equal – some are vastly superior to others.  And even within a given play there are sweet spots and dry holes which can only be determined by punching a well in and seeing what comes out.  Some call this the ‘mapping by braille’ approach.

When we put all of these together it adds up to a very expensive set of plays that will only last for a very short while.

To the extent that mainstream press has been conveying the message that peak oil is dead and that our energy concerns have been laid to rest is the extent to which they have been misleading us.

In many ways, the increased crude output from shale plays has bought us some time.  We can either use the temporary boost in energy supplies, expensive though they are, to build towards a future when these too eventually run out, or we can use them as an excuse to carry on with business as usual.

If we do choose business as usual as our operating strategy - I use that word very loosely – then we will just march straight into the shale oil peak around the year 2020 and be very disappointed with ourselves and our utterly inappropriate transportation infrastructure.

 

Quelle: http://www.zerohedge.com/news/2014-11-15/shale-oil-expensive-over-hyped-...

Ich empfehle die beiden erwähnten Videos anzuschauen:

Chapter 20: http://www.peakprosperity.com/video/85856/crash-course-chapter-20-peak-c...

Chapter 21: https://www.youtube.com/watch?v=xliyZMPJvjk

14.11.2014 14:46
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Billiges Öl: Fracking-Boom in den USA droht zu versiegen

Der beispiellose Preisverfall beim Öl bringt die Förderkonzerne in den USA in Bedrängnis. Die Schulden der Industrie drohen zu explodieren. Das lässt selbst die Banken an der Wall Street zittern.

 Banken finanzieren Ölboom mit

Um die hohen Kosten zu decken, haben viele Fracking-Konzerne Geld an der Wall Street eingesammelt. Auf der Jagd nach mehr Rendite haben Investoren in hochverzinsliche Anleihen investiert, welche die Ölfirmen ausgegeben haben. Diese Investitionen haben den Ölboom in den USA mitfinanziert und zusätzlich befeuert.

Damit gehen die Investoren grosse Gefahren ein. Denn die Anleihen haben eine hohe Verzinsung, weil die Unternehmen ein hohes Ausfallrisiko haben. Daher werden sie auch «Junk-Bonds» oder «Müll-Anleihen» genannt. Laut «Zeit» hat die Ratingagentur Standard & Poor's die Kreditwürdigkeit von 95 Ölkonzernen unter die Lupe genommen, die solche Anleihen ausgeben. Das Resultat ist ernüchternd: 75 erhielten Junk-Status.

Mehr Ausgaben als Einnahmen

Bisher konnten die Ölfirmen dank dem tiefen Zinsumfeld günstig frisches Geld aufnehmen und auf grossem Fuss leben. Bei vielen Konzernen übersteigen die Ausgaben jedoch die Einnahmen. Gemäss Analysten von Barclays gaben im letzten Jahr 37 Ölunternehmen mit risikoreichen Anleihen auf einen verdienten Dollar 2,11 Dollar aus, schreibt die «Zeit». Laut Barclays sollen die Unternehmen alleine in diesem Jahr 156 Milliarden Dollar für die Erschliessung und Produktion von Ölvorkommen in die Hand nehmen.

Doch die Luft wird für die Ölkonzerne zusehends dünner. Nicht nur der tiefe Ölpreis belastet. Experten erwarten, das die US-Nationalbank Fed die Zinsen schon bald erhöhen wird. Die Finanzierung durch Billigkredite hat spätestens dann ein Ende. Die schon jetzt hohen Schulden werden im Verhältnis zu den Ausgaben weiter steigen.

Zusammenfallen wie ein Kartenhaus

Das Zusammenspiel von sinkendem Ölpreis und steigenden Finanzierungskosten könnte den aktuellen Ölboom in den USA wie ein Kartenhaus zusammenfallen lassen. Dann kämen nicht nur die Ölkonzerne unter die Räder, sondern auch die Banken, die Millionen in die US-Ölindustrie gesteckt haben. Die USA stünden vor einer erneuten Ölkrise.

http://www.handelszeitung.ch/unternehmen/billiges-oel-fracking-boom-den-...

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06.11.2014 09:01
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Die Fracking-Rebellen aus Texas

Der amerikanische Bundesstaat ist eine Hochburg der Öl- und Erdgasindustrie. Ausgerechnet hier hat jetzt eine Stadt die umstrittene Fördermethode verboten.

http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/fruehaufsteher/buerger-fuer-verbot...

 

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20.09.2014 13:43
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weico hat am 20.09.2014 - 12:52 folgendes geschrieben:


Batterien/Akkus haben (noch) eine grottenschlechte Energiedichte..

https://de.wikipedia.org/wiki/Energiedichte

Ich antworte mal im Tesla-Thread

20.09.2014 12:52
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MarcusFabian hat am 20.09.2014 - 12:01 folgendes geschrieben:

Geopolitisch dürfte der Fall klar sein: Die USA wollen unabhängig werden. In erster Linie in der Energieversorgung und in zweiter Linie auch generell (sprich ausgeglichene Handelsbilanz). Das ist auch durchaus vernünftig. Und dazu nützen sie die brainpower, die Innovationsstärke.

Mit Tesla sind sie dabei auch auf dem richtigen Weg.

Tesla ist ein schlechtes Beispiel für Innovationsstärke .

Elektroautos bzw.die Idee dazu ...sind Uralt .

https://de.wikipedia.org/wiki/Elektroauto#Geschichte

 

Batterien/Akkus haben (noch) eine grottenschlechte Energiedichte..

https://de.wikipedia.org/wiki/Energiedichte

 

Fazit:

Eine völlig neuartiger Energiespeicher würde einen wirklichen Innovationsschub bei Elektroautos auslösen. Die heutigen Elektroautos haben schlicht (noch) keine Chance gegen die Benziner/Diesel und sind (noch) reine Nischenprodukte.

 

Tesla's Aktienkurs ist,bis jetzt, dem von Ballard Power (Wasserstoff-Hype) sehr ähnlich... !

 

weico

 

 

 

 

 

20.09.2014 12:01
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Geopolitisch dürfte der Fall klar sein: Die USA wollen unabhängig werden. In erster Linie in der Energieversorgung und in zweiter Linie auch generell (sprich ausgeglichene Handelsbilanz). Das ist auch durchaus vernünftig. Und dazu nützen sie die brainpower, die Innovationsstärke.

Mit Tesla sind sie dabei auch auf dem richtigen Weg.

Aber wir sind ja hier im Fracking-Thread und da muss die Frage schon erlaubt sein, ob es sinnvoll ist, für eine vergleichsweise kleine Energieausbeute die Umwelt auf lange Zeit zu schädigen.

"Kleine Energieausbeute" ist auf die vergleichsweise kurze Lebensdauer eines einzelnen Bohrloches bezogen. In einem von der eia genannten Beispiel in Oklahoma sank der Output von 1200bpd (Gas umgerechnet in Erdöl barrel pro Tag) im Jahr 2009 auf 100 bpd im Jahr 2013. Dies wird als sehr typisches Beispiel angeführt.
Aus dem gleichen Link: Irak und N. Dakota sind von der Ölausbeute her vergleichbar (1 mio bpd). Irak braucht pro Jahr 60 neue konventionelle Bohrlöcher, N. Dakota 2400 Fracking-Felder, um das Niveau zu halten.

Die USA haben - konventionelles Öl und Gas addiert - derzeit eine Produktion von über 11 mio bpd. Sie werden 2015 Saudi Arabien (dz. 11.6 Mio bpd) überholt haben.

Derzeit sind (seit 2005) 82'000 Fracking-Felder in Betrieb oder bewilligt. Die Gesamt-Zahl der potenziellen Felder in den USA wird auf 500'000 geschätzt. Beim jetzigen Ausbautempo reicht das Gas also bis etwa 2030-2040.

Kurz gesagt: Um Shale-Gaz in ausreichender Menge zu fördern sind sehr viele Bohrlöcher nötig. Jedes davon benötigt im Schnitt 16 Mio Liter Wasser (400 Tankwagen), das mit Sand und 1.6t Chemikalien (bis zu 600 verschiedene Chemikalien) vermischt und in den Boden gepresst wird um das Gas aus dem Gestein zu lösen. Nach dem Fracking muss dieses giftige Gemisch wieder aus dem Boden gesaugt werden, wobei man nur etwa 30-50% erwischt. Der Rest bleibt im Boden und kann - wie wir wissen - das Grundwasser verseuchen. Das Fracking-Wasser wird danach in grossen Sammelbecken gelagert und verdunstet mit der Zeit, wobei beim Verdunsten ebenfalls flüchtige Gase in die Umwelt gelangen. Was übrig bleibt, muss entsprechend entsorgt werden. In der Zwischenzeit muss man hoffen, dass das Sammelbecken kein Leck hat.

Das durchschnittliche Gasfeld hat während seiner 4-jährigen Lebensdauer eine Ausbeute von 300'000 barrel. Die Förderkosten liegen im Bereich von $60-80 pro barrel. Und jedes einzelne Gasfeld verursacht die oben erwähnten Umweltbelastungen. Hier ist also sehr genau abzuwägen, ob die Bilanz "Energiegewinn vs. Umweltschäden" aufgeht.

Und wenn wir schon bei mathematischen Spielereien sind: Der Erdölverbrauch der USA liegt (per 2013) bei 18.9 Mio bpd. somit verbrauchen die USA die Ausbeute von 63 Fracking-Feldern pro Tag! Oder: Jedes Fracking-Feld liefert den Ölbedarf für 23 Minuten. Die 500'000 Felder reichen also für 7936 Tage oder knapp 22 Jahre.

Das dürfte also in etwa die Zeit sein, die den USA bleiben, von fossilen Energien wegzukommen und auf saubere und nachhaltige Energien umzusteigen. Ansonsten sitzt Amerika in 22 Jahren wieder auf dem Trockenen und hat mit der Hinterlassenschaft von einer halben Million vergifteter Fracking-Felder zu kämpfen.

Die Kinder und Enkel werden unsere Generation dafür lieben!

 

P.S.: Zahlen und Fakten aus folgenden Links:

http://www.mintpressnews.com/americas-1-oil-doesnt-really-matter/194076/
http://www.dangersoffracking.com/
http://www.environmentamerica.org/sites/environment/files/reports/EA_Fra...
http://www.businessweek.com/articles/2013-10-10/u-dot-s-dot-shale-oil-bo...
http://www.usatoday.com/story/news/nation/2013/12/16/doe-forecast-natura...


 

19.09.2014 15:21
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MarcusFabian hat am 19.09.2014 - 14:09 folgendes geschrieben:

Ich bin da immer noch sehr skeptisch: Meiner Einschätzung nach bringt Fracking zwar kurzfristig sehr viel sehr billige Energie, hinterlässt aber Umweltschäden, die sich unter Umständen in Zukunft bitter rächen werden.

Das wird die USA nicht kümmern. Die zünden im Bedarfsfall auch wieder mal eine Bombe.

Tesla hat in den USA 56'000 Ladestation hingestellt.

Die NASA und TESLA spannen zusammen.

Die USA wollen mittelfristig weg von den fossilen Treibstoffen.

China will in der Ökologie Weltmarkführer werden.

Die USA wollen ohne Russland in den Weltraum.

 

Wenn man den geopolitischen Hintergedanken dahinter versteht, sieht es für Gold auch langfristig nicht gut aus. Russland hat nur Rohstoffe, keine Innovation.

 

 

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Benjamin Franklin

19.09.2014 14:09
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Fracking

Aus dem Gold-Thread:

Elias hat am 19.09.2014 - 09:27 folgendes geschrieben:

sime hat am 18.09.2014 - 22:55 folgendes geschrieben:

Die US-Wirtschaft brummt tatsächlich, nämlich wie ein alter Auspuff ohne Katalysator aus dem letzten Loch.

Meine Vermutung: Die USA machen mit Fracking unter anderem die Russen platt, in dem sie den Ölpreis drücken. Mit den tiefen Energiekosten (das Gas kostet in den USA einen Drittel als bei uns) drücken sie die Stückkosten. Gleichzeitig investieren sie in neue Technologien. Mit NASA und TESLA bahnt sich nach meiner Meinung was an.

Und die Chinesen wollen in der Ökologie führend werden.

 

Ich bin da immer noch sehr skeptisch: Meiner Einschätzung nach bringt Fracking zwar kurzfristig sehr viel sehr billige Energie, hinterlässt aber Umweltschäden, die sich unter Umständen in Zukunft bitter rächen werden.

In den Fracking Gebieten leben relativ wenige Menschen und die werden von den Energie-Unternehmen auch mit Trinkwasser aus Zisternenwagen versorgt, wenn das eigene Grundwasser durch Fracking vergiftet wurde. Aber das löst das Problem nicht, denn das Grundwasser z.B. aus Pennsylvania ist Basis für die Wasserversorgung von New York. 

Würde man also zu den reinen Förderkosten auch die Nachfolgeschäden (-Kosten) mit einberechnen, dürfte das Gas nicht ganz so billig sein.

Und das ist ein Punkt, der mich ärgert: Die Energieunternehmen streichen die Gewinne aus der Förderung ein. Für die langfristigen Schäden, die dadurch verursacht werden, wird aber der Steuerzahler aufkommen müssen.

 

18.06.2014 11:47
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«Fracking ist auch ohne schädliche Substanzen möglich»

Und die Gefährdung des Grundwassers?

Es wurden in der Vergangenheit ganz klar inakzeptable Fehler gemacht, vor allem durch unprofessionelles Operieren der Bohrungen. Aber die Industrie hat gelernt. Man kann heute Fracking ohne jegliche Verwendung schädlicher Substanzen durchführen. Es braucht dazu natürlich klare staatliche Regeln.

http://www.nzz.ch/schweiz/fracking-ist-auch-ohne-schaedliche-substanzen-...

 

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23.05.2014 10:38
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Der Mann mit den Milliarden im Schiefer

Mit der Innovation des Fracking hat George Mitchell für sich selbst ein Vermögen geschaffen. Doch sein Vermächtnis könnte viel bedeutender werden.

Im Wettbewerb um die einflussreichste Person der USA im vergangenen Jahrhundert taucht der Name George Mitchell selten auf. Doch der texanische Ölmilliardär, der 2013 im Alter von 94 Jahren verstorben ist, könnte diesen Titel rechtfertigen. Sein Vermächtnis ist die Entwicklung der Schiefergas-Förderung oder des Fracking, wie es kurz genannt wird. Mitchell hat mit seinem gleichnamigen Unternehmen die Förderung von Erdgas durch das Fracking revolutioniert. Was zu seiner Zeit noch als phantastischer Traum galt, ist heute Realität.

Der Traum jedes Präsidenten

Formationen wie der Marcellus-Schiefer in Pennsylvania, die Bakken-Region in North Dakota oder die Permian-Felder in Texas könnten zu so viel Wachstum beitragen, dass die USA bald unabhängig von Importen werden könnte. Dies ist seit der Erdölkrise ein Traum jedes amerikanischen Präsidenten. Barack Obama hat dank der Pionierarbeit Mitchells die Chance, derjenige Präsident zu werden, unter dem die USA nahe an die Energieunabhängigkeit gelangen. Die wirtschaftlichen und geopolitischen Implikationen dieses Wandels sind nicht zu unterschätzen. An der Wall Street sind sich die Analytiker einig, dass die Arbeit Mitchells zu massiver Wertschöpfung und Vermögensbildung führen wird.

Angefangen hat Mitchell wie andere Ölmänner in Texas mit herkömmlichen Methoden. Man leiht sich etwas Geld, bohrt ein Loch und hofft auf Erdöl. Wenn es nicht klappt, leiht man sich mehr Geld und versucht es anderswo nochmals. Der Algorithmus geht so lange, bis Erdöl gefunden wird oder der Unternehmer bankrott ist. Mitchell hat diese Phase gut überstanden. Als Sohn griechischer Einwanderer passt er bestens in die Reihen von Immigranten, die auf diese Weise aus nichts ein Vermögen gemacht haben.

Der Durchbruch mit dem Schiefergas kam im sogenannten Barnett Shale. Die Formation in der Dallas-Region hat jahrzehntelang herkömmliches Erdgas geliefert. Typischerweise wird dabei Energie aus Reservoirs gefördert, die entweder unter oder über einer Gesteinsschicht angelegt sind. Das Erdgas sickert aus dem Gestein und wird in einem Reservoir gefangen. Mitchell hat sich überlegt, ob er direkt ins Gestein bohren soll. Das Problem der Methode ist, dass die Erdgasmoleküle im Gestein gefangen sind und nicht frei fliessen. Mitchell hat das Problem mit der sogenannten Fracking-Methode gelöst.

Sprengt den Stein auf

Unter Fracking versteht man das Pumpen einer flüssigen Masse aus Sand und Chemikalien in das Gestein. Der Druck rüttelt das Gestein auf und setzt die Erdgasmoleküle frei. Das Gas fliesst in die Rohre und kann gefördert werden. Als Mitchell mit dem Fracking anfing, war die Methode noch sehr teuer. Es fehlte an Infrastruktur und erfahrenen Ingenieuren. Doch Mitchell setzte jeden Penny in die Förderung des Barnett Shale und verbuchte schliesslich den erhofften Erfolg. Sein Unternehmen ist 2002 für mehrere Milliarden von Devon Energy übernommen worden.

Doch die Leistung Mitchells geht über die Dollar-Milliarden hinaus. Es hat sich ein ganzer Sektor von Firmen gebildet, deren Marktkapitalisierung bis zu Dutzenden von Milliarden beträgt. Die Schiefer-Revolution hat sich quer durch das Land verbreitet und auch an der Wall Street zu Euphorie geführt. Firmen wie Devon, Anadarko, EOG oder Range Resources haben ihre Marktkapitalisierung dank dem Fracking vervielfacht. Es besteht zwar das Risiko, dass sich die Aktionäre von der Euphorie zu überhöhten Erwartungen verleiten lassen. Doch bisher sind die Resultate gut gewesen.

http://www.nzz.ch/finanzen/uebersicht/finanzportal/der-mann-mit-den-mill...

 

 

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Benjamin Franklin

09.08.2013 15:25
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US-Fracking-Boom dämpft Ölpreisanstieg

Der umstrittene Fracking-Boom in den USA hat nach Ansicht der Internationalen Energieagentur den Ölpreisanstieg gedrosselt.

Durch die von Umweltschützern kritisierte Technik zur Förderung von Schieferöl habe der Markt Produktionsausfälle wegen der anhaltenden Gewalt in Libyen und im Irak auffangen können, teilte die IEA am Freitag mit. Vor allem die zur Opec (Organisation erdölexportierender Länder) gehörenden Staaten hätten zuletzt Probleme mit der Produktion gehabt. Im Irak kommt zu den Anschlägen von Extremisten noch der Streit der Kurdenregion mit der Zentralregierung über die Ölindustrie hinzu.

Wegen der Ausfälle in Libyen und im Irak sank die Opec-Produktion im Juli um 100.000 Barrel am Tag. Der Preis für ein Barrel (das Fass zu 159 Litern) der führenden Nordsee-Sorte Brent stieg um vier Dollar auf 107,43 Dollar und damit auf den höchsten Stand seit vier Monaten.

USA als Ölproduzent  :shock:

Die USA werden nach Einschätzung der US-Energiebehörde EIA in diesem Jahr erstmals mehr Öl fördern als importieren. Dazu trägt vor allem das sogenannte "Fracking" bei. Dabei werden Wasser, Chemikalien und Sand unter hohem Druck in Schiefergestein gepresst, um dieses aufzubrechen (fracken) und so Öl- und Gas-Reserven zu erschließen. Die in Paris ansässige IEA rechnet damit, dass die USA innerhalb von nur fünf Jahren Saudi Arabien und Russland als weltgrößte Ölproduzenten ablösen. In Deutschland hatte sich die Koalition vor der Bundestagswahl nicht auf eine Regelung des Fracking einigen können.

http://www.cash.ch/news/top_news/usfrackingboom_daempft_oelpreisanstieg-...

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26.06.2013 17:03
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Fracking verdreckt Trinkwasser

Die Belastung mit Methan ist einer Studie zufolge bei Brunnen im Umkreis von einem Kilometer um Frackinganlagen sechsmal höher als in anderen Brunnen. Die Ethankonzentration war sogar 23 Mal höher.

http://www.20min.ch/finance/news/story/Fracking-verdreckt-Trinkwasser-12...

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26.05.2013 11:23
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Amerikas Schiefergas-Boom droht jähes Ende

Trotz des Fracking-Booms: Die viel beschworene Renaissance der US-Industrie durch niedrige Energiepreise lässt auf sich warten. Zudem drohen Quellen vorzeitig zu versiegen. Im schlimmsten Fall könnte die Gas-Gier ähnliche Folgen haben wie 2008 der Immobilienhype.

http://www.manager-magazin.de/unternehmen/artikel/0,2828,899442,00.html

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Die Welt hat genug für jedermanns Bedürfnisse, aber nicht für jedermanns Gier.

10.04.2013 13:39
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Spanier verbieten umstrittenes Fracking

Obwohl in Spanien jeder Euro mindestens zwei Mal umgedreht wird, untersagt die Region Kantabrien Fracking-Bohrungen. Damit verzichtet die Region auf die Schaffung neuer Arbeitsplätze und Millioneninvestionen.

http://www.20min.ch/finance/news/story/Spanier-verbieten-umstrittenes-Fr...

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07.04.2013 18:41
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Elias hat am 07.04.2013 - 14:03 folgendes geschrieben:


Für 90 Jahre ausgesorgt

Gemäss der Internationalen Energieagentur sitzen die USA, hinter China, auf den weltweit grössten Schiefergasreserven. Die dort schlummernden 24 Billionen Kubikmeter werden den amerikanischen Bedarf wohl für die kommenden 90 Jahre decken.

Gegenargumente hier: http://oilprice.com/Interviews/Shale-Gas-Will-be-the-Next-Bubble-to-Pop-...

auf deutsch: http://www.goldseiten.de/artikel/166214--Schneeballsystem-Fracking--.html?seite=1

 

07.04.2013 14:03
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Mit dem Schiefergas-Boom steigen die Wetten auf den Dollar

Fachleute verheissen der US-Wirtschaft dank stark gesunkener Energiepreise prosperierende Zeiten.

 

Die USA befinden sich inmitten einer industriellen Revolution, welche die weltgrösste Wirtschaft im Laufe der nächsten Jahre deutlich stärken wird. Davon profitieren wird auch der USDollar, der aus seinem rund ein Jahrzehnt währenden Abwärtstrend ausbrechen könnte. Diese Meinung vertritt eine wachsende Zahl von Experten. Auslöser dieser tief greifenden Umwälzung ist die rasant zunehmende Erschliessung der immensen Schiefergasvorkommen in den USA. Das aus Schieferbohrungen gewonnene Gas macht heute schon fast ein Viertel der USErdgasproduktion aus, verglichen mit 5 Prozent im Jahr 2000, wie einer Studie der Credit Suisse vom Dezember zu entnehmen ist. Bis 2035 dürfte dieser Anteil auf rund die Hälfte steigen.

Für 90 Jahre ausgesorgt

Gemäss der Internationalen Energieagentur sitzen die USA, hinter China, auf den weltweit grössten Schiefergasreserven. Die dort schlummernden 24 Billionen Kubikmeter werden den amerikanischen Bedarf wohl für die kommenden 90 Jahre decken. Möglich wird deren Erschliessung durch die Technik des Fracking, mit der sich auch schwer zugängliche Gasvorkommen ausbeuten lassen; beispielsweise solche, die in Sandsteinoder in Schiefergesteinsschichten eingeschlossen sind.

Amerikas Schiefergas-Boom hat vor allem zwei fundamentale Auswirkungen auf die Wirtschaft des Landes: ¬ Er verringert die Abhängigkeit von Energieimporten drastisch und hat die Energiepreise bereits einbrechen lassen. ¬ Als Folge der rückläufigen Energiekosten gewinnt der Produktionsstandort USA neue Attraktivität insbesondere für energieintensive Industriezweige. Dabei werden auch Arbeitsplätze, die einst ins billigere Ausland verlagert wurden, wieder zurückkommen.

Aufgrund seines enormen Zusatzangebots, so erwarten Fachleute, wird das Land in der zweiten Hälfte dieses Jahrzehnts vom Nettoimporteur zum -exporteur von Erdgas. Der Ausfuhranreiz ist für die Amerikaner umso grösser, als die Erdgaspreise in Europa und erst recht in Asien ein Mehrfaches über dem inländischen Niveau liegen. Denn im Gegensatz zum Erdöl, das rund um den Globus gehandelt wird, ist Erdgas nach wie vor ein regionaler Rohstoff, wie die Credit-Suisse-Studie festhält. Von 2008 bis Frühjahr 2012 tauchte der Preis für US-Erdgas um rund 80 Prozent auf unter 2 Dollar pro Million BTU (British Thermal Units, das Standardmass für Erdgas). Mittlerweile hat er sich wieder auf rund 4 Dollar erholt.

Dissens um Gasexporte

Allerdings gibt es in der amerikanischen Industrie einflussreiche Stimmen, die den Export von Flüssiggas beschränken wollen – aus Furcht vor einem Anstieg des Gaspreises auf dem heimischen Markt. Eine derartige Verteuerung, argumentieren US-Konzerne wie Dow Chemical oder Alcoa, werde geplante Investitionen von 100 Milliarden Dollar in den USA, die mit tiefen Erdgaspreisen kalkulierten, infrage stellen. Die Gaslobby hält dagegen und beteuert, angesichts der Überfülle an Schiefergas würden selbst unbegrenzte Exporte nur einen relativ bescheidenen Einfluss auf den US-Preis haben.

Ungeachtet dessen, ob die USA zum Grossexporteur von Erdgas avancieren oder nicht, wird der Boom beim Schiefergas tiefe Spuren in ihrer Leistungsbilanz hinterlassen. Sebastian Paris-Horvitz, oberster Marktstratege von HSBC Private Bank (Suisse), erinnert daran, dass über 40 Prozent des US-Leistungsbilanzdefizits auf die Energierechnung des Landes entfallen. Dank der Ausbeutung ihrer Schiefervorkommen könnten die USA die hohe Abhängigkeit von Energieeinfuhren und damit das Minus in der Leistungsbilanz erheblich verkleinern. Analysten der US-Bank Citigroup haben den «Gaseffekt» quantifiziert: Demnach wird das Leistungsbilanzdefizit der USA bis 2020 um 2,4 Prozentpunkte, gemessen am Bruttoinlandprodukt, geringer ausfallen. Ausgehend vom erwarteten letztjährigen Fehlbetrag von 3,6 Prozent des BIP würde dies bedeuten, dass sich das Minus um zwei Drittel reduziert.

Comeback der Industrie

«Die Aussichten auf eine verbesserte aussenwirtschaftliche Bilanz der USA wird dem Dollar Auftrieb verleihen», ist Paris-Horvitz überzeugt. Darüber hinaus werde sich der aus der SchiefergasRevolution erwachsende Vermögenseffekt positiv auf die US-Valuta auswirken. Der HSBC-Stratege verwies zum einen darauf, dass die fallenden Energiepreise den US-Konsumenten höhere verfügbare Einkommen bescheren, was deren Kauflust anrege. Zum andern stehe Amerikas Wirtschaft vor einem «Zeitalter der Re-Industrialisierung», das – angeführt von der petrochemischen Industrie – Zehntausende neuer Arbeitsplätze und damit zusätzliche Kaufkraft respektive Nachfrage generiere.

Wie Paris-Horvitz jedoch herausstreicht, werden sich all diese Faktoren wohl erst mittelfristig sichtbar in einem erstarkenden Dollar niederschlagen. «Vorderhand überwiegt der Einfluss der Federal Reserve, die derzeit die aggressivste Geldpolitik aller wichtigen Notenbanken betreibt», sagt der HSBCMann. Solange die US-Notenbank weiterhin Monat für Monat 85 Milliarden Dollar in den Markt pumpe – durch den Aufkauf von Staatsanleihen und hypothekenbesicherten Wertpapieren –, seien dem Anstieg des Dollar-Kurses enge Grenzen gesetzt.

Gleichwohl hat der Dollar, gemessen auf handelsgewichteter Basis gegenüber den wichtigsten Währungen, seit Anfang Jahr um rund 5 Prozent an Wert zugelegt. Darin widerspiegelt sich die relativ günstige Wirtschaftslage in den USA, vor allem wenn sie der in Japan und Europa vorherrschenden Stagnation oder Rezession gegenüberstellt wird. Dementsprechend trauen die Marktakteure der Federal Reserve als erste unter den grossen Notenbanken den Ausstieg aus ihrer extrem expansiven Geldpolitik zu.

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Benjamin Franklin

02.02.2013 09:55
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MarcusFabian hat am 02.02.2013 - 02:09 folgendes geschrieben:


Ein Verbrennungsmotor hat etwa 950 bewegliche Teile. Hochpräzise gefertigt und wenn eines davon kaputt ist, kann der Motor stehen bleiben.

Der Tesla hat 23 bewegliche Teile. Eines davon der Scheibenwischer.

Obenstehendes frei zitiert von Lars Thomsen.
Interessanter 4-teiliger Vortrag (gut geeignet für's verregnete Wochenende):

http://www.lebensland.com/de/ueber-uns/videobereich/item/vortrag-lars-thomson-teil-1

 

..klar ist die Zukunft "Elektro".

Aber entscheidend für den Staat ist doch,wie GÜNSTIG und UNABHÄNGIG (von anderen Staaten) der Strom/Energie dafür produziert werden kann.

Die USA werden, durch die neuen Frackingverfahren, nun deutlich günstiger und unabhängiger ihre Energie produzieren können.

 

weico

02.02.2013 02:09
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Elias hat am 29.01.2013 - 08:59 folgendes geschrieben:

Vorallem Elektroautos, welche die Anode und Kathode mitschleppen müssen. Beim Verbrennungsmotor ist die Anode die Luft, die Kathode der Treibstoff.

Ein Verbrennungsmotor hat etwa 950 bewegliche Teile. Hochpräzise gefertigt und wenn eines davon kaputt ist, kann der Motor stehen bleiben.

Der Tesla hat 23 bewegliche Teile. Eines davon der Scheibenwischer.

Obenstehendes frei zitiert von Lars Thomsen.
Interessanter 4-teiliger Vortrag (gut geeignet für's verregnete Wochenende):

http://www.lebensland.com/de/ueber-uns/videobereich/item/vortrag-lars-thomson-teil-1

 

01.02.2013 18:59
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 Ölriese Exxon macht 45 Milliarden Dollar Gewinn 

 

"Energiewende? Von wegen. ExxonMobil hat mit dem altmodischen Ölgeschäft gigantische Gewinne erzielt und nun spektakuläre Geschäftszahlen für 2012 abgeliefert. In einem Jahr schafften die Texaner fast 45 Milliarden Dollar Profit. Es ist der zweithöchste Gewinn in der Geschichte des Kapitalismus."

 

http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/oelriese-exxonmobil-macht-4...

 

 

weico

29.01.2013 20:12
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Heute auf ARTE (20.15 Uhr)

GAS-FIEBER

http://www.arte.tv/de/programm/242,dayPeriod=evening.html#anchor_7241488

 

 

weico

29.01.2013 08:59
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MarcusFabian hat am 28.01.2013 - 23:14 folgendes geschrieben:

weico hat am 27.01.2013 - 12:22 folgendes geschrieben:

Die neuen Fracking-Methoden, machen GAS jedenfalls so "billig" (und unabhängig..),dass sich damit auch andere Energieumwandlungen plötzlich lohnen werden (GtL,CtL,Gasschiefer usw.).

Wieder so ein Punkt, in dem wir uns wohl im nächsten Jahrzehnt nicht einig sein werden: Ich sehe die Zukunft eher in alternativen Energien, Solar, Wind, Gezeiten, Termik --> Elektro

Nicht in der Ausbeutung letzten fossilen Energien auf "Teufel komm raus".

Wir werden sehen.

Beides wird der Fall sein.

In teilen Europas setzt man voll auf alternative Energien, Frankreich setzt noch auf Atomstrom, die USA werden je nach Bundesstaat das eine oder andere mehr gewichten. Die Chinesen haben schon teilweise auf alternative Energie umgestellt und werden wegen der Luftverschmutzung dies noch verstärkt tun.

Die Autos verbrauchen deutlich weniger, die neuen Gas- und Ölbrenner wurden in den letzten Jahren deutlich effizienter, so dass sich ein Umstieg auf Erdsonde selbst bei den heutigen Preisen nicht rechnet. Und das Überangebot an Gas und Öl wird seinen Teil zu tiefen Energiepreisen beitragen.

 

Und wenn das Verfahren von Solazyme sich im breiten Stil durchsetzt, hat die alternative Energie einen schwierigen Stand. Vorallem Elektroautos, welche die Anode und Kathode mitschleppen müssen. Beim Verbrennungsmotor ist die Anode die Luft, die Kathode der Treibstoff.

Solazyme  We have pioneered an industrial biotechnology platform that harnesses the prolific oil-producing ability of microalgae http://solazyme.com/

Solazyme Inc. (NASDAQSZYM) is a publicly held alternative energy company in the United States. It specializes in the production of algal fuel for use in ground and air transportation. Solazyme uses proprietary technology to transform a range of low-cost plant-based sugars into high-value oils. Their renewable products are meant to replace or enhance oils derived from petroleum, plants and animal fats.  http://en.wikipedia.org/wiki/Solazyme

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28.01.2013 23:14
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weico hat am 27.01.2013 - 12:22 folgendes geschrieben:


Die neuen Fracking-Methoden, machen GAS jedenfalls so "billig" (und unabhängig..),dass sich damit auch andere Energieumwandlungen plötzlich lohnen werden (GtL,CtL,Gasschiefer usw.).


 

 

Wieder so ein Punkt, in dem wir uns wohl im nächsten Jahrzehnt nicht einig sein werden: Ich sehe die Zukunft eher in alternativen Energien, Solar, Wind, Gezeiten, Termik --> Elektro

Nicht in der Ausbeutung letzten fossilen Energien auf "Teufel komm raus".

Wir werden sehen.

27.01.2013 12:22
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MarcusFabian hat am 27.01.2013 - 06:26 folgendes geschrieben:

weico hat am 26.01.2013 - 12:23 folgendes geschrieben:

 

 

P.P.S: ..ob wohl der "saudische Spruch"  bald eintrifft.....:  "My grandfather rode a camel. My father rode in a car. I fly a jet
airplane. My grandson will ride a camel." 

 

weico

 

Mag sein. Aber nicht wegen Fracking

 


 

...den USA wird wohl egal sein,WANN die "Wüstensöhne" wieder auf Kamelen reiten... :oops:

 

Die neuen Fracking-Methoden, machen GAS jedenfalls so "billig" (und unabhängig..),dass sich damit auch andere Energieumwandlungen plötzlich lohnen werden (GtL,CtL,Gasschiefer usw.).

Der IEA-Bericht sieht jedenfalls mal nicht schlecht aus.... für die USA..!

http://www.peak-oil.com/2012/11/iea-world-energy-outlook-2012-peak-oil-a...

 

weico

 

 

27.01.2013 06:26
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weico hat am 26.01.2013 - 12:23 folgendes geschrieben:


 

P.P.S: ..ob wohl der "saudische Spruch"  bald eintrifft.....:  "My grandfather rode a camel. My father rode in a car. I fly a jet
airplane. My grandson will ride a camel." 

 

weico

 

Mag sein. Aber nicht wegen Fracking Wink

Halten wir mal ein paar Fakten fest:

Die Welt braucht heute pro Tag 90 Millionen Barrel Öl (mbpd).

Die OPEC-Staaten (ohne Russland) produzieren davon 27.5 mbpd
Die USA produzieren derzeit 6.4 mbpd und werden dank Fracking bis 2014 auf 7.9 mbpd kommen (+23%) (Quelle Reuters)

Derzeit (Stand Mai 2012) importieren die USA rund 10 mbpd. (Täglicher Verbrauch 2010: 19.18 mpd; 2011: 18.83 mbpd. Quelle)

Wir können also mit einiger Sicherheit aussagen, dass sich dank Fracking (1.3 mbpd) der Öl-Import der USA von 10 auf etwa 8.7 mbpd verringern wird.

Die 1.3 mbpd machen im Vergleich zu den weltweit täglich produzierten/konsumierten 90 mbpd nur eine Steigerung von 1.4% aus. Das könnte zwar den Ölpreis beeinflussen, treibt die Söhne Sauds aber noch nicht auf die Kamele Wink

Um dieses Ziel zu erreichen, müsste die Welt wohl vom Öl als Treibstoff ganz wegkommen und auf Elektroautos umsteigen.

Siehe hierzu übrigens das ganz interessante Vortrags-Video mit Lars Thomson: http://www.lebensland.com/de/ueber-uns/videobereich/item/vortrag-lars-thomson-teil-1 (4-teiler, interessant wird's ab Teil 2)

 

 

 

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