Schuldenkrise Europa

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24.02.2011 08:35
#1
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Schuldenkrise Europa

Habe gar keinen speziellen Beitrag zu diesem Thema gefunden. Wo bei aber zu sagen ist, dass die Suchfunktion in diesem Forum eher bescheiden ist.

Damit eröffe ich nun diesen Beitrag.

Als Startimpuls dient mir gerade der Beitrag über die Aussagen von Herrn Papandreou, oder zutreffender wäre wohl eher Papa Moll!

Immer wenn Politiker etwas versprechen oder beteuern geht es schief (s. Herr von und zu Guttenberg)! Wenn Herr Papandreou nun verspricht, dass Griechenland alles Schulden zurückzahlt ist das aber schon fast ein Hohn. Mit was wollen sie das zurückzahlen? Mit neuen Schulden oder mit einem grossen Lottogewinn.

Wir müssen doch realistischerweise einsehen, dass die Rückzahlung dieser Schulden ein Ding der Unmöglichkeit ist für Griechenland. Da müsste Griechenland schon über eine lange, sehr lange Zeit den Gürtel massiv enger Schnallen. Keine Regierung in Griechenland kann bzw. könnte das umsetzen. Sie will es auch gar nicht. So wird es wohl zum Konkurs kommen. Hoffentlich haben unsere Pensionskassen und Bank nicht all zu viele griechische Staatsanleihen im Depot. Sonst sind es dann wieder wir, welche die

Gürtel enger schnallen müssen. Die Griechen machen dann wieder da weiter wo jetzt auch schon. Nur, dass

sie dann schon bald wieder die Hosenknöpfe öffnen müssen.

Was ist eure Meinung? Wer wird das erste europäische Land sein das den Bankrott anmeldet? Am Start stehen doch einige aussichtsreiche Kandidaten.

Karat

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22.02.2017 08:24
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Portugals Staatsverschuldung nimmt wieder zu
21.02.2017 19:04

Lissabon (awp/sda/reu) - Bei der Haushaltskonsolidierung hat Portugal einen Dämpfer hinnehmen müssen. Die Staatsverschuldung stieg im vergangenen Jahr auf 130,5 Prozent der Wirtschaftsleistung, wie die Zentralbank des südeuropäischen Landes am Dienstag mitteilte.

Die Regierung war von lediglich 127,7 Prozent ausgegangen. Zum Ende des dritten Quartals waren die Staatsschulden sogar vorübergehend auf 133,4 Prozent geklettert. Im Jahr 2015 betrug die Quote 129 Prozent, 2014 sogar rekordhohe 130,6 Prozent. In der EU gilt eigentlich eine Obergrenze von 60 Prozent.

Die sozialistische Regierung senkte nach eigenen Angaben das Haushaltsdefizit im vergangenen Jahr auf 2,1 Prozent des Bruttoinlandprodukts von 4,4 Prozent 2015. Damit bleibt das Land unter der Drei-Prozent-Schwelle, unter der sich ein Mitglied der Euro-Zone offiziell bewegen darf.

Für dieses Jahr erwartet die Regierung in Lissabon einen weiteren Rückgang des Defizits und der Staatsverschuldung. Portugal, das 2014 nach einer schweren Krise ein internationales Rettungsprogramm verlassen konnte, zählt zusammen mit Italien zu den am höchsten verschuldeten Volkswirtschaften in der Euro-Zone hinter Griechenland.

In der Schuldenkrise hatte das Euro-Land insgesamt 78 Milliarden Euro von der Europäischen Union und dem Internationalen Währungsfonds erhalten. Etwa ein Drittel stammt vom Währungsfonds, der dafür höhere Zinsen verlangt als die EU.

Seit 2015 zahlt Portugal den IWF-Anteil vorzeitig zurück mit Geldern, die es zu günstigeren Konditionen am Markt aufnehmen konnte.

(AWP)

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21.02.2017 08:18
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Portugal zahlt Hälfte der IWF-Hilfsgelder früher zurück
20.02.2017 20:07

Lissabon (awp/sda/reu) - Portugal hat früher als erwartet eine weitere Tranche von 1,7 Milliarden Dollar an Hilfskrediten aus der Zeit der Schuldenkrise an den Internationalen Währungsfonds (IWF) zurückgezahlt. Der um sechs Monate vorgezogene Schritt spiegle "die robusten wirtschaftlichen und finanziellen Bedingungen" wider, erklärte das Finanzministerium am Montag.

Damit hat Portugal inzwischen die Hälfte der 2011 vergebenen Gelder des IWF zurückgezahlt. Die Regierung in Lissabon hatte in der vergangenen Woche für 2016 ein Haushaltsdefizit von 2,1 Prozent des BIP angegeben und war damit erstmals unter der EU-Vorgabe von drei Prozent geblieben.

In der Schuldenkrise hatte das Euro-Land insgesamt 78 Milliarden Euro von der Europäischen Union und dem IWF erhalten. Etwa ein Drittel stammt vom Währungsfonds, der dafür höhere Zinsen verlangt als die EU. Seit 2015 zahlt Portugal den IWF-Anteil vorzeitig zurück mit Geldern, die es zu günstigeren Konditionen am Markt aufnehmen konnte.

(AWP)

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05.01.2017 08:15
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Italiens Inflationsrate sackt erstmals seit 1959 unter Null

In Italien sind die Preise erstmals seit 57 Jahren gesunken. Im Jahresschnitt 2016 lag die Inflationsrate bei minus 0,1 Prozent, wie das nationale Statistikamt am Mittwoch mitteilte.

Grund dafür war vor allem die günstige Energie im Zuge des niedrigen Ölpreises. Die Kerninflation, bei der die oft schwankenden Preise für Energie und Lebensmitteln herausgerechnet werden, lag hingegen bei plus 0,5 Prozent. Zum Jahresende zog die Teuerung allerdings spürbar an: Die Inflation schnellte im Dezember auf 0,5 Prozent und damit auf den höchsten Wert seit gut zweieinhalb Jahren. Vor allem höhere Kosten rund um den Verkehr sorgten hier für Preisdruck.

In Deutschland hatte die Inflation im Dezember sogar den höchsten Stand seit Juli 2013 erreicht und auch in der Euro-Zone stiegen die Preise so kräftig wie seit über drei Jahren nicht mehr. Eine geringe Inflation ist oft auch ein Beleg für maue Konjunktur. Die italienische Wirtschaft hängt seit Jahren dem Euro-Raum hinterher.

(Reuters)

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03.01.2017 08:17
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Stimmung in Industrie der Euro-Zone so gut wie zuletzt 2011

Die Industrie im Euro-Raum strotzt zum Jahreswechsel vor Kraft.

Die Industrie im Euro-Raum strotzt zum Jahreswechsel vor Kraft. Ein viel beachtetes Konjunkturbarometer für den Wirtschaftszweig kletterte im Dezember auf den höchsten Stand seit April 2011. Der Markit-Einkaufsmanagerindex stieg um 1,2 auf 54,9 Punkte und signalisiert mit deutlich mehr als 50 Zählern weiter Wachstum, wie das Institut am Montag mitteilte.

Produktion und Aufträge hätten so stark zugelegt wie seit fast sechs Jahren nicht, ergab die Umfrage unter 3000 Firmen. "In den Jahresendmonaten ist auch die Beschäftigung so stark gestiegen wie seit über fünf Jahren nicht mehr", sagte Markit-Chefökonom Chris Williamson. "Auch dies verspricht Gutes für 2017."

Die deutsche Industrie legte ebenfalls einen Jahresendspurt hin. Der Index kletterte um 1,3 auf 55,6 Zähler und erreichte damit ein 35-Monatshoch. "Die deutsche Industrie beendet das Jahr 2016 auf hohem Niveau, nachdem kräftige Zuwächse der Branche das beste Quartal seit fast drei Jahren bescherte", sagte Markit-Experte Philip Leake. Nach dem kräftigen Schub im Neugeschäft seien viele Firmen bereit, "neues Personal einzustellen, um ihre Kapazitäten zu erhöhen".

(Reuters)

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27.12.2016 08:39
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Jeder fünfte Anleger erwartet Zerfall der Euro-Zone

Die Sorge von Investoren vor einem Auseinanderbrechen der Euro-Zone lässt etwas nach. Die Wahrscheinlichkeit wird nur noch mit 21,8 Prozent beziffert.

Das teilte die Investmentberatung Sentix am Dienstag zu ihrer kurz vor Weihnachten erhobenen Umfrage unter 933 Anlegern mit. Ende November waren es noch 24 Prozent.

"Die Einigung in Italien auf eine Rekapitalisierung der angeschlagenen Bank Monte dei Paschi lässt die Austrittswahrscheinlichkeit für Italien sinken, wenn auch nur gering", erklärte Sentix-Geschäftsführer Manfred Hübner. "Dennoch bleibt Italien, noch vor Griechenland, das Euro-Sorgenkind Nummer eins." Euro-Kritiker wie die Fünf-Sterne-Bewegung sind in Italien sehr stark.

Der aktuelle Indexwert von 21,8 Prozent beziffert den Anteil der befragten Anleger, die mit dem Ausscheiden mindestens eines Landes aus der Währungsunion in den nächsten zwölf Monaten rechnen. Seinen vorläufigen Höchststand hatte der Index im Juli 2012 mit 73 Prozent erreicht, sein Minimum im Juli 2014 mit 7,6 Prozent.

(Reuters)

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05.12.2016 08:11
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Wie François Fillon gegen Frankreichs Misere vorgehen will

Massenarbeitslosigkeit, maues Wachstum und Reformstau: Diese Grundübel der international ins Hintertreffen geratenen Wirtschaft Frankreichs will der konservative Präsidentschaftskandidat François Fillon beheben.

Fillon will mit teils radikalen Vorschlägen vorgehen. Es folgt ein Überblick:

DIE 35-STUNDEN-WOCHE

Derzeit muss jede Arbeitsstunde jenseits der gesetzlichen Regelarbeitszeit von 35 Stunden extra vergütet oder durch Freizeit abgegolten werden. Fillon will weg von dieser im Jahr 2000 von der Linken durchgesetzten Errungenschaft, die bislang kein französischer Präsident infragegestellt hat. Der Konservative will sie für den Öffentlichen Dienst abschaffen und auf 39 Stunden erhöhen, wenn er in den Elysée-Palast einzieht. Für den Privatsektor sollen tarifvertragliche Regelungen ermöglicht werden, die bis zu der EU-weit vereinbarten Obergrenze für die wöchentliche Arbeitszeit von 48 Stunden reichen.

ARBEITSLOSENGELD

Es soll auf 75 Prozent des Lohns gedeckelt werden, den der Arbeitslose vor dem Jobverlust bezog. Danach soll die finanzielle Unterstützung über die Zeit hinweg stufenweise sinken.

STAATSAPPARAT

Fillon will hier 500'000 Stellen streichen. Dies wären rund zehn Prozent aller Arbeitsplätze im öffentlichen Sektor. Die Vorschläge kommen somit einem radikalen Umbau dieses Bereichs gleich, in dem ein Fünftel aller Franzosen in Lohn und Brot stehen - von der Zentralregierung bis zur kleinen Gemeinde. Auch die OECD sieht in dem üppigen Staatsapparat erheblichen Reformbedarf. Frankreich hat demnach mit 57 Prozent der Wirtschaftsleistung eine der höchsten Quoten der öffentlichen Ausgaben im Kreis der Staaten der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung aus (OECD). Diese empfiehlt, die "grosse Zahl der Kommunen" zu verringern und die Verwaltung zu straffen.

RENTEN

Derzeit gehen die Franzosen in der Regel mit 62 bis 63 Jahren in Rente. Der Erhalt der vollen Alterbezüge erfordert allerdings 41 Jahre Beitragszahlung. Bürger, die schon früh berufstätig waren, haben das Recht, schon mit 60 Jahren in den Ruhestand zu treten, wenn sie die geforderte Anzahl an Beitragsjahren vorweisen. Fillon will das Renteneintrittsalter auf 65 Jahre anheben.

STEUERN

Der konservative Hoffnungsträger will die Mehrwertsteuer um zwei Prozentpunkte anheben. Der Steuersatz für die meisten Waren und Dienstleistungen liegt derzeit bei 20 Prozent. Zudem sollen Unternehmensgewinne niedriger besteuert werden. Durch die entsprechende Absenkung des Steuersatzes auf 25 Prozent würden dem Staat auf dem Papier Einnahmen in Höhe von zehn Milliarden Euro entgehen.

(Reuters)

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05.12.2016 08:09
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Griechenland dringt auf Schuldenregelung wegen Krisen in Europa

Griechenland hat mit Verweis auf Krisen und Unsicherheiten in Europa eine umfassende und dauerhafte Lösung für seine Schuldenprobleme gefordert.

Jeder sehe, dass Europa sich angesichts des Verfassungsreferendums in Italien und bevorstehender Parlamentswahlen in anderen Ländern ein Wiederaufflammen der Schuldenkrise nicht leisten könne, sagte Regierungssprecher Dimitris Tzanakopoulos am Sonntag in einem Radio-Interview. Die allgemeine Unsicherheit in Europa schaffe das Bedürfnis für eine abschließende und dauerhafte Lösung des griechischen Problems.

Am Montag kommen die Finanzminister der Eurozone zu Beratungen über Griechenland zusammen. Eigentlich läuft das dritte Hilfsprogramm noch, und erst 2018 soll über neue Hilfen entschieden werden. Die Geldgeber wie die EU und die Europäische Zentralbank verlangen weiter Reformen, um die Wirtschaft wettbewerbsfähiger und die Staatsfinanzen nachhaltiger zu machen.

"Athen muss endlich die nötigen Reformen machen. Wenn Griechenland im Euro bleiben will, führt kein Weg daran vorbei - und zwar völlig unabhängig vom Schuldenstand", sagte Finanzminister Wolfgang Schäuble der "Bild am Sonntag". Der Internationale Währungsfonds (IMF), der dritte Geldgeber, hält die Schuldenlast Griechenlands allerdings für nicht mehr tragfähig und will daher vorher Erleichterung. Dies nennt er als Bedingung, um sich weiter am Hilfsprogramm zu beteiligen.

Wird Griechenland bei der Sitzung der Euro-Finanzminister bescheinigt, die Reformzusagen einzuhalten, steigt die Wahrscheinlichkeit, dass griechische Staatsanleihen bald in das Kaufprogramm der Europäischen Zentralbank aufgenommen werden. Die Käufe der Staatsanleihen bewirken, dass die Länder faktisch weniger Zinsen für Kredite zahlen müssen.

(Reuters)

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05.12.2016 08:07
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Wer jetzt in Italien jubelt - Die Sieger des Referendums

Sie haben lautstark für das «Nein» beim Referendum geworben, bei dem Italiens Ministerpräsident Matteo Renzi als Verlierer hervorgeht. Die breite Front an Gegnern jubelt. Wer nun profitieren könnte.

FÜNF-STERNE-BEWEGUNG

"Hurra!" war das erste Wort, das der Anführer des "Movimento 5 Stelle" in die Welt schickte, nachdem Renzi seine Niederlage eingestanden hatte. Kabarettist Beppe Grillo konnte mit seiner 2009 als eurokritische Protestinitiative gestarteten Partei wohl auch deshalb so schnell Erfolge verbuchen: Unkonventionell wie sie sich gibt hebt sie sich vom verrufenen Politikbetrieb ab.

Die Fünf-Sterne-Bewegung will sich weder rechts noch links einordnen, bezeichnet sich lieber als unabhängig und anti-elitär. Bei der Parlamentswahl holte sie 2013 aus dem Stand 25,5 Prozent und stellt seither die stärkste Oppositionspartei im Parlament. Umfragen sehen sie mittlerweile bei etwa 30 Prozent. Nach dem Referendum liess die Partei verlauten: Sie sei bereit, Italien zu regieren.

Die Fünf-Sterne-Bewegung hofft, nach der Niederlage Renzis bei Neuwahlen ihren Einfluss zu vergrössern. Wenn es nach Roms Bürgermeister Virginia Raggi geht, beflügelt der Ausgang der Volksabstimmung die Partei: "Jetzt bauen wir das Land wieder auf. Unsere Revolution macht nicht in Rom und Italien Halt."

Dabei hat die junge Rechtsanwältin in Rom selbst noch einige Baustellen: Seit ihrer Wahl im Juni wird ihr immer wieder Organisationschaos vorgeworfen, mehrere ihrer Mitstreiter sind schon zurückgetreten. Die Fünf-Sterne müssen erst beweisen, dass sie Führung können - und dass sie einen Kandidaten haben, der bei einer Parlamentswahl bestehen kann. Anführer Grillo kommt dafür jedenfalls nicht in Frage: Er darf selbst gar nicht im Parlament sitzen, da er nach einem Autounfall wegen fahrlässiger Tötung vorbestraft ist.

LEGA NORD

Der Chef der ausländerfeindlichen Lega Nord nutzte die Gunst der Stunde - er war der erste, der vor die Kameras trat, als sich der Sieg des "Nein" beim Referendum abzeichnet. Matteo Salvini sieht die Rechtspopulisten seiner Partei als Sieger der Abstimmung und machte umgehend klar: "Wir können es nicht erwarten, auf die Probe gestellt zu werden."

Nicht nur die polarisierte Stimmung vor dem Referendum wusste der 43-Jährige geschickt zu nutzen. Wo er nur konnte - meistens in den Sozialen Netzwerken - positionierte er seine Slogans und wetterte gegen "die Mächtigen" im Politikbetrieb. In der Flüchtlingskrise konnte er der Partei neue Popularität verschaffen, indem er die ausländerfeindliche Ausrichtung weiter vorantrieb. Hatte die Lega Nord bei den Wahlen 2013 gerade so die Vier-Prozent-Hürde geknackt, liegt sie in Umfragen derzeit bei mehr als 12 Prozent. Italien ist eines der Hauptankunftsländer für Flüchtlinge. In diesem Jahr kamen bereits mehr als 168 500 Menschen (Stand: Ende November) an den Küsten an.

Für die Lega Nord sitzen 19 Abgeordnete im Parlament. Salvini ist bekennender Euro-Gegner und bezeichnet die Währung immer wieder als "kriminell". Auf Facebook postet er Fotos, die ihn mit Donald Trump, Wladimir Putin und Marine Le Pen zeigen. Die rechtspopulistische Partei, die es schon seit Ende der 80er Jahre gibt, ist vor allem im Norden Italiens erfolgreich: In Venetien und in der Lombardei stellt sie jeweils den Regionalpräsidenten. Im Süden versucht sie derzeit, Boden zu fassen.

BERLUSCONI UND SEINE FORZA ITALIA

Ex-Premier Silvio Berlusconi hat eigentlich längst den Zenit seiner Macht in Italien überschritten - doch hat er noch immer seine Finger im Spiel. Den Ausgang des Referendums kommentierte er zunächst nicht. Doch auch er dürfte sich die Hände reiben, warb er vor dem Referendum in Talkshows und auf Facebook für ein "Nein". Im Falle eines "No" spekulierte der "Cavaliere" auf sein politisches Comeback. Der Gründer der konservativen Forza Italia sieht sich als den einzigen Oppositionsführer, der in der Lage ist, mit den regierenden Demokraten nach dem gescheiterten Verfassungsreferendum zu verhandeln - auch über eine Reform des Wahlrechts.

Der 80-Jährige hatte ein Gesetz nach deutschem Vorbild vorgeschlagen, das ihn und den Ministerpräsiden Matteo Renzi nach Parlamentswahlen eine grosse Koalition bilden lassen könnte. Konsequent aber war seine Stimmungsmache gegen die Verfassungsreform nicht: Immerhin hat seine Partei im Parlament für die Änderung gestimmt. Dort ist sie derzeit mit 50 Abgeordneten vertreten.

(AWP)

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28.11.2016 08:22
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Das Wichtigste zum Referendum in Italien

Erst der Brexit, dann der Wahlsieg von Donald Trump - und nun auch noch der Rücktritt der italienischen Regierung von Matteo Renzi?

Europa droht am 4. Dezember die nächste Belastungsprobe, wenn die Italiener in einem Referendum über eine Verfassungsänderung abstimmen. Die Europäische Zentralbank (EZB) warnt bereits vor Marktturbulenzen, sollte das "Nein" zum Sturz Renzis führen. Nachfolgend Fragen und Antworten, über was die Italiener abstimmen sollen:

Worum geht es in dem Referendum?

Das komplizierte parlamentarische System und damit das Regieren soll vereinfacht werden. Bislang muss jedes Gesetz in jeweils drei Lesungen im Abgeordnetenhaus und im Senat behandelt werden. Das hat zur Folge, dass Gesetzesvorhaben oft verwässert, erheblich verzögert oder ganz blockiert werden. Schließlich verfügen die bisherigeren Regierungen selten über eine eigene Mehrheit in beiden Kammern.

Was schlägt Renzi vor?

Die Kompetenzen des Senats sollen beschnitten, die der Abgeordnetenkammer gestärkt werden. Der Senat soll von 315 auf 100 Mitglieder schrumpfen, die zudem nicht mehr direkt gewählt werden. Stattdessen sollen 95 Senatoren von den Regionalregierungen und den Kommunen entsandt werden, die restlichen fünf ernennt der Staatspräsident. Auch sollen ihre Zuständigkeiten beschnitten werden. Der Senat soll künftig hauptsächlich für Europafragen, Minderheitenschutz und Verfassungsänderungen zuständig sein. Der Rest fällt dann in den alleinige Aufgabenbereich des Abgeordnetenhauses.

Was ist die zweite grosse Reform?

Um das Regieren zu erleichtern, soll das Wahlrecht geändert werden. Kommt eine Partei auf mehr als 40 Prozent der Stimmen, erhält sie einen Bonus, der ihr 55 Prozent der Sitze im Abgeordnetenhaus sichert. Das soll der Regierung erleichtern, fünf Jahre durchzuregieren - was nach dem Zweiten Weltkrieg noch nie gelang. Kommt keine Partei im ersten Wahlgang über die 40-Prozent-Marke, entscheidet eine Stichwahl zwischen den beiden stärksten, wer den Bonus bekommt.

Woran entzündet sich die Kritik?

Ein Kritikpunkt betrifft die künftigen Senatoren. Gegner der Reform weisen darauf hin, dass beispielsweise die von den Kommunen in den Senat geschickten Bürgermeister bereits Vollzeitjobs haben und damit kaum angemessene Zeit für ihre neue Rolle fänden. Zudem ist unklar, wie die mehr als 8000 Bürgermeister aus ihrem Kreis 21 Senatoren auswählen sollen. Außerdem sollen die Senatoren nach den Regionalwahlen auserkoren werden, die zu einem anderen Zeitpunkt als die landesweiten Wahlen stattfinden. Dadurch kann die politische Zusammensetzung des Senats sich stark von der des Abgeordnetenhauses unterscheiden, was wiederum zu Blockaden etwa in der Europapolitik führen kann.

Warum ist die Wahlrechtsreform umstritten?

Hier monieren die Kritiker, dass der Wahlgewinner durch den Siegerbonus zu viel Macht in einer Hand vereinen könnte. Hinzu kommt, dass die Führung der siegreichen Partei durch die Bonussitze viele Parlamentarier selbst aussuchen kann. Kritiker befürchten deshalb, dass diese Abgeordnete der Regierung blind folgen anstatt sie kritisch zu beäugen, um beim nächsten Mal wieder nominiert zu werden.

Was sagen die Meinungsumfragen?

Seit Ende Oktober haben 42 Umfragen von 15 unterschiedlichen Instituten das "No"-Lager vorn gesehen - mit wachsendem Vorsprung. Allerdings gibt es noch einen hohen Anteil unentschlossener Wähler, und Umfragen sind zwei Wochen kurz vor der Abstimmung nicht mehr erlaubt.

Warum liegen die Gegner vorn?

Ministerpräsident Matteo Renzi hat sein politisches Schicksal mit dem Ausgang des Referendums verknüpft: Werden seine Vorschläge abgelehnt, will er zurücktreten. Da viele Italiener angesichts der schlechten wirtschaftlichen Lage und der hohen Arbeitslosigkeit unzufrieden mit der Regierung sind, könnten sie das Referendum in eine Protestwahl umwandeln, um Renzi zu stürzen.

Was passiert bei einem "no"?

Ein Rücktritt Renzis würde aber nicht automatisch zu Neuwahlen führen. Viele Beobachter erwarten, dass eine Übergangsregierung aus Technokraten bis zur nächsten Wahl 2018 gebildet wird - wie schon einmal vor einigen Jahren unter Führung des einstigen EU-Kommissars Mario Monti. Die etablierten Parteien befürchten im Falle sofortiger Neuwahlen einen Sieg der Protestpartei "Fünf Sterne" von Beppe Grillo.

Wie reagieren die Märkte ein ein "si"?

Investoren werden sicher erleichtert sein. Die zuletzt gestiegenden Risikoaufschläge auf italienischen Staatsanleihen dürften wieder fallen, die Börsenkurse steigen. Allerdings würden grundlegende Probleme bleiben: von der hohen Staatsverschuldung über die von faulen Krediten belasteten Banken bis hin zu dem von vielen Experten als zu starr empfundenen Arbeitsmarkt.

Und was folgt auf ein "no"?

Scheitert das Referendum, dürften die Aktienkurse in Italien weiter fallen und die Risikoaufschläge für Staatsanleihen steigen. Die Folgen eines "No" wären aber nicht nur auf Italien begrenzt, sondern in der gesamten Euro-Zone zu spüren. Bei Börsianern macht bereits das Wort "Italexit" die Runde - also von einem Abschied des Landes aus der Währungsunion. Populisten wie die eurokritische Protestpartei "Fünf Sterne" könnten die Oberhand gewinnen und den Reformprozess der drittgrößten Volkswirtschaft der Euro-Zone beenden.

(Reuters)

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23.11.2016 08:17
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Britisches Industriebarometer steigt unerwartet kräftig

Die britische Industrie blickt trotz der Brexit-Unsicherheit optimistisch nach vorne. Dank des schwachen Pfunds haben sich die britischen Waren im Ausland verbilligt. Davon konnte besonders die Exportbranche profitieren.

Das Konjunkturbarometer kletterte im November überraschend kräftig um 14 Zähler auf minus 3 Punkte, wie die Confederation of British Industry (CBI) am Dienstag bekanntgab. Das ist der beste Wert seit Juni, als die Briten in einem Referendum für einen EU-Austritt ihres Landes stimmten.

Ökonomen hatten lediglich einen Anstieg auf minus 9 Punkte erwartet. "Es ist schön zu sehen, dass sich die Auftragsbücher auf einem gesunden Niveau bewegen", sagte CBI-Chefökonomin Rain Newton-Smith. "Die Produktionsaussichten bleiben solide." Die kräftige Abwertung des britischen Pfunds hilft den Exporteuren, macht er doch Waren im Ausland billiger.

Brexit-Schock gut weggesteckt

"Allerdings hinterlässt das schwache Pfund auch anderswo Spuren, denn die Preise beginnen zu steigen - vor allem im Lebensmittel- und Getränkebereich", sagte Newton-Smith.

Bislang hat die Wirtschaft den Brexit-Schock überraschend gut weggesteckt. Das trifft auch auf die Staatsfinanzen zu. Das Defizit schrumpfte im Oktober binnen Jahresfrist um ein Viertel auf 4,8 Milliarden Pfund, wie das Statistikamt mitteilte.

Die Staatsverschuldung erreichte mit 1,642 Billionen Pfund allerdings einen Rekordwert. Sie entspricht knapp 84 Prozent der jährlichen Wirtschaftsleistung. Finanzminister Philip Hammond stellt am Mittwoch seinen Haushaltsplan vor.

Privathaushalte pessimistischer

Laut der November-Umfrage des Finanzdatenanbieters Markit wächst bei der britischen Bevölkerung derweil die Furcht vor den negativen Folgen durch das Brexit-Votum. 49 Prozent der Privathaushalte rechnen inzwischen mit trüberen Aussichten für das nächste Jahrzehnt. Im August waren es 47 und im Juli - einen Monat nach der Referendumsentscheidung für einen EU-Ausstieg - 42 Prozent.

"Für viele Wähler waren bei der Abstimmung im Juni andere Fragen als die Wirtschaft wichtiger", sagte Markit-Chefökonom Chris Williamson. Aber nun habe die Annahme zugenommen, dass der Brexit teurer werden könnte als zunächst gedacht.

(AWP/SDA/REU)

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23.11.2016 08:16
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Zuversichtliche Konsumenten in der Euro-Zone

Das Konsumentenvertrauen in der Euro-Zone hat sich im November deutlich stärker als erwartet verbessert.

Der entsprechende Indikator sei im Vergleich zum Vormonat um 1,9 Punkte auf minus 6,1 Punkte gestiegen, teilte die EU-Kommission am Dienstag in Luxemburg mit. Ökonomen hatten lediglich einen Anstieg auf minus 7,8 Punkte erwartet. Der Anstieg im November ist der dritte in Folge. Der Indikator liegt über dem langfristigen Durchschnitt.

(AWP)

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17.11.2016 08:16
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Bei den Investoren steigt Furcht vor einem «Italexit»

Nach dem Brexit-Votum und den US-Präsidentschaftswahlen steht mit dem Referendum in Italien am 4. Dezember die nächste Runde im Ringen zwischen Populisten und politischem Establishment an.

Jüngsten Meinungsumfragen zufolge wird Ministerpräsident Matteo Renzi die Abstimmung über die geplante Verfassungsreform hauchdünn verlieren - und damit womöglich auch sein Amt. Aus den anschliessenden Neuwahlen könnte der populistische "Movimento 5 Stelle" (Fünf-Sterne-Bewegung) als Sieger hervorgehen, der ein Referendum über den Verbleib Italiens in der EU anstrebt. Bei den Investoren steigt bereits die Furcht vor einem "Italexit".

Es ist erst knapp drei Wochen her, da hob Klaus Regling bei einem Abendessen im Frankfurter "Schwarzen Stern" nach dem Hauptgang zu seiner Rede an: Neben der Warnung an die portugiesische Regierung, die durch mühsame Reformen gewonnene Wettbewerbsfähigkeit nicht leichtfertig aufs Spiel zu setzen, war das bevorstehende Referendum in Italien sein Hauptthema. Diese Abstimmung berge "grosse Risiken", sagte der Mann, der als Geschäftsführender Direktor der beiden Rettungsschirme EFSF und ESM über eine Kapazität von 700 Milliarden Euro verfügt und somit massgeblich Verantwortung für die Stabilität von EU und Euro-Raum trägt.

Stehen bald Neuwahlen an?

Und in der vergangenen Woche ist das Plebiszit über eine Verfassungsreform in Italien dann auch an den Kapitalmärkten in den Fokus gerückt: Erstmals seit 14 Monaten übersprang die Rendite zehnjähriger italienischer Staatsanleihen wieder die Marke von 2 Prozent. Der Risikoaufschlag gegenüber vergleichbaren spanischen Papieren stieg auf 54 Basispunkte und lag damit nahe dem Höchstwert der zurückliegenden fünf Jahre.

Doch welche Risiken sehen Regling und die Kapitalmärkte in der Volksabstimmung? Glaubt man den Umfragen, haben die Nein-Sager seit sechs Wochen die Nase vorn. Aber offenbar hat Ministerpräsident Matteo Renzi auch sein politisches Überleben an eine Zustimmung zu seiner Verfassungsreform geknüpft. In einem Amt bleibe man, so lange man Dinge verändern könne, sagte er am Sonntagabend in einem Interview mit dem staatlichen Fernsehsender RAI. Politik sei nicht das einzige, was im Leben zähle. Auch wenn es Renzi vermied, explizit seinen Rücktritt für den Fall einer Niederlage anzukündigen, könnten im kommenden Jahr also Neuwahlen auf der Agenda stehen.

Abstimmung zur EU-Mitgliedschaft angestrebt

Der härteste Gegner für Renzi und seine Demokratische Partei ist sowohl beim anstehenden Referendum als auch bei einem möglichen Urnengang 2017 die Fünf-Sterne-Bewegung. Im Jahr 2009 als Bürgerbewegung entstanden, ist die Partei mittlerweile zu einer der stärksten populistischen Kräfte in Europa geworden. Wie auch der französische Front National strebt der "Movimento 5 Stelle" eine Volksabstimmung über die italienische EU-Mitgliedschaft sowie mehr Spielraum für Ausgaben der öffentlichen Hand an. In den landesweiten Umfragen ist die Partei mittlerweile bis auf Schlagdistanz an Renzi herangerückt.

Laut einer am 11. November veröffentlichten Erhebung des Meinungsforschungsinstituts Ixe kommt die Demokratische Partei des Ministerpräsidenten derzeit auf 33,5 Prozent, die Fünf-Sterne-Bewegung liegt bei 28,5 Prozent. Die Lega Nord erreicht demnach 12,9 Prozent, Forza Italia 10,8 Prozent. Die Fehlermarge bei der Umfrage beträgt 3,1 Prozentpunkte. Da das Nein beim Plebiszit also nur ein Zwischenschritt auf dem Weg des "Movimento 5 Stelle" zur Macht in Italien sein könnte, beginnen sich nun zunehmend auch Investoren wie etwa Vermögensverwalter für die Partei zu interessieren.

Italien-Austritt hätte gewaltige Folgen

"Auch wenn wir uns wesentlich stärker auf das Programm von Donald Trump fokussiert haben, nehmen wir die Fünf-Sterne-Bewegung ernster", sagt Andrew Cormack, Portfoliomanager bei Western Asset Global Management in London. Die Folgen eines Austritts Italiens aus dem Euro wären schliesslich gewaltig. Darüber hinaus gebe es Sorge hinsichtlich der fehlenden politischen Erfahrung der Fünf-Sterne-Bewegung. Seitdem Viginia Raggi im Juni die Bürgermeisterwahlen in Rom gewonnen habe, sei die Partei für Investoren wesentlich wichtiger geworden, bestätigt auch Ugo Lancioni vom Vermögensverwalter Neuberger Berman in London. Die Leute wollten wissen, wie die Anti-Establishment-Welle aus Brexit und Trump Italien beeinflussen könne.

Während sich die einen Vermögensverwalter noch aus der Ferne mit den Positionen des MoVimento 5 Stelle vertraut machen, haben die anderen bereits erste Kontakte zu der Partei geknüpft. "Zusammen mit anderen Offiziellen der Partei habe ich am 3. November in Mailand zwei Stunden lang Fragen von zwei US-Investmentfonds beantwortet", sagt Stefano Buffagni, Unternehmensberater und Fünf-Sterne-Politiker aus der Lombardei. Themen seien ein Mindestlohn zur Ankurbelung der Wirtschaft und die wegen der Position von Europäischer Kommission und Europäischer Zentralbank kaum wirksamen Instrumente der italienischen Politik gewesen.

(Bloomberg)

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16.11.2016 08:16
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Euro-Zone: Wirtschaft wächst trotz Brexit-Votum weiter moderat

Die Wirtschaft der Euro-Zone ist im Sommer trotz des Brexit-Votums auf moderatem Wachstumskurs geblieben.

Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) habe im dritten Quartal um 0,3 Prozent zum Vorquartal zugelegt, teilte das Statistikamt Eurostat am Dienstag in Luxemburg nach einer zweiten Schätzung mit. Damit bestätigten die Behörde wie von Ökonomen erwartet eine erste Erhebung. Bereits im zweiten Quartal war die Wirtschaft der Euro-Zone mit diesem Tempo gewachsen.

Entgegen vieler Befürchtungen ist das Wirtschaftswachstum im gemeinsamen Währungsraum im Sommer konstant geblieben. Im Vergleich zum entsprechenden Vorjahresquartal wuchs die Wirtschaft der Euro-Zone in den Monaten Juli bis September um 1,6 Prozent. Auch hier wurde eine erste Schätzung wie erwartet bestätigt. Im zweiten Quartal hatte das BIP in dieser Abgrenzung ebenfalls im gleichen Tempo zugelegt.

Die Briten hatten in einem Referendum am 23. Juni für den Austritt aus der Europäischen Union gestimmt. Das britische Pfund verlor daraufhin stark an Wert und Experten hatten zunächst mit negativen Auswirkungen auf die Wirtschaft der Euro-Zone gerechnet. Der offizielle Austrittsantrag Grossbritanniens ist allerdings noch nicht erfolgt. Er wird im kommenden Jahr erwartet.

(AWP)

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28.10.2016 08:14
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Frankreichs Wirtschaft wächst wieder leicht im dritten Quartal

Die französische Wirtschaft ist im Sommer auf den Wachstumspfad zurückgekehrt.

Das Bruttoinlandsprodukt stieg nach Angaben des Statistikamts Insee vom Freitag im Zeitraum von Juli bis September um 0,2 Prozent zum Vorquartal. Es blieb damit aber etwas hinter den Markterwartungen zurück. Von Reuters befragte Ökonomen hatten mit einem Plus von 0,3 Prozent gerechnet.

Im dritten Quartal stagnierten die Ausgaben der Verbraucher, während die Investitionen um 0,3 Prozent anzogen. Der Aussenhandel dämpfte das Wachstum, da die Importe stärker zulegten als die Exporte. Im Frühjahr war die nach Deutschland zweitgrößte Volkswirtschaft der Euro-Zone noch um 0,1 Prozent geschrumpft.

(Reuters)

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19.10.2016 08:21
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Absturz des Pfunds reisst Loch in den EU-Haushalt

Darauf wies der für den Haushalt zuständige Berichterstatter im EU-Parlament, der SPD-Politiker Jens Geier, am Dienstag in Brüssel hin.

Der Grund: Der britische Beitrag zu dem in Euro aufgestellten Haushalt wird in Pfund beglichen, wie Geier darlegte. Umgerechnet werde nach dem Kurs Ende 2015. Seit der Entscheidung der Briten für den Austritt im Juni habe die britische Währung gegenüber dem Euro mehr als zehn Prozent an Wert verloren. Folglich komme in Euro nicht der volle benötigte Betrag an.

Da der EU-Haushalt kein Defizit aufweisen dürfe, gebe es nun drei Möglichkeiten, sagte Geier: Die Briten müssten ihren Beitrag erhöhen, die anderen Länder müssten die Lücke füllen oder der Fehlbetrag müsse aus den Einnahmen der EU aus Strafzahlungen ausgeglichen werden. Die Entscheidung liege bei den Mitgliedsländern, sie müsse noch vor Jahresende fallen.

Den genauen Fehlbetrag bezifferte Geier nicht. Der Bruttobeitrag Grossbritanniens an die EU - also ungeachtet der Mittel, die an das Land zurückflossen - lag aber zuletzt bei mehr als 14 Milliarden Euro.

(AWP)

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14.10.2016 08:26
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Deutsche Inflation so hoch wie zuletzt Mitte 2015

Die Konsumentenpreise in Deutschland sind im September so stark gestiegen wie seit knapp anderthalb Jahren nicht mehr. Die Inflationsrate bleibt aber weiter unter dem Ziel der EZB.

Waren und Dienstleistungen kosteten durchschnittlich 0,7 Prozent mehr als ein Jahr zuvor, wie das Statistische Bundesamt am Donnerstag nach endgültigen Berechnungen mitteilte.

Das ist der höchste Wert seit Mai 2015. Im Juli und August lag die Inflationsrate noch bei 0,4 Prozent. Sie bleibt aber weit unter dem Ziel der Europäischen Zentralbank (EZB), die Werte von knapp unter zwei Prozent als ideal für die Konjunkturentwicklung ansieht. Der Bundesregierung zufolge rückt diese Marke im kommenden Jahr in Sichtweite: Dann sollen die Preise nach ihren Prognosen um durchschnittlich 1,6 Prozent steigen.

"Dämpfend auf die Gesamtteuerung wirkte im September  wie bereits in den Vormonaten - die Preisentwicklung von Energie", erklärten die Statistiker. Sie kostete 3,6 Prozent weniger als im September 2015. Allerdings waren die Preise im Vormonat noch fast doppelt so kräftig gefallen.

Kraftstoffe wie Benzin verbilligten sich diesmal um 3,5 Prozent, Heizöl um 12,5 Prozent, Fernwärme um 8,1 Prozent und Gas um 3,2 Prozent. Strom verteuerte sich hingegen um 0,7 Prozent.

Die Preise für Nahrungsmittel zogen um 0,4 Prozent an. Deutlich teurer als ein Jahr zuvor waren beispielsweise Butter (+12,0 Prozent) und Olivenöl (+9,4). Höhere Preise gab es auch für Obst (+3,5) sowie Fisch und Fischwaren (+3,1). "Deutlich weniger bezahlen mussten die Verbraucher für Molkereiprodukte", betonte das Statistikamt. Quark war für 17,8 Prozent weniger zu haben, H-Milch für 11,7 Prozent weniger. Dienstleistungen und Wohnungsmieten verteuerten sich jeweils um 1,3 Prozent.

(Reuters)

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10.10.2016 08:24
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Spanien stellt höheres Wachstum in Aussicht

Spaniens Wirtschaftsminister Luis de Guindos stellt trotz des politischen Stillstands ein höheres Wirtschaftswachstum für dieses Jahr in Aussicht.

Die Wirtschaftsleistung könnte 2016 nach seinen Worten um mehr als 3,1 Prozent zulegen. Das offizielle Ziel lautet derzeit 2,9 Prozent. In Spanien ist es seit rund neun Monaten nicht gelungen, eine neue Regierung zu bilden. Die Sozialisten lehnen bisher die Tolerierung einer von den Konservativen geführten Minderheitsregierung ab.

De Guindos warnte vor Journalisten am Rande der Jahrestagung von Internationalem Währungsfonds (IWF) und Weltbank am Samstag zugleich, Spanien werde sein Defizitziel im nächsten Jahr von 3,1 Prozent der Wirtschaftsleistung verfehlen. Die Regierung habe wegen des Patts noch kein neues Budget aufstellen können.

(AWP)

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07.10.2016 10:03
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Deutschland: Produktion legt kräftig zu
07.10.2016 08:05

WIESBADEN (awp international) - Die Produktion im Verarbeitenden Gewerbe Deutschlands hat im August deutlich zugelegt. Wie das Statistische Bundesamt am Freitag mitteilte, lag die Herstellung 2,5 Prozent über dem Niveau vom Juli. Analysten hatten im Mittel nur mit einem Anstieg um 1,0 Prozent gerechnet. Der Zuwachs folgt auf einen recht deutlichen Rückgang im Juli um 1,5 Prozent.

Ausschlaggebend für das gute Ergebnis war insbesondere die Industrieproduktion, die um 3,3 Prozent zulegte. Dabei legte die Produktion von Investitionsgütern mit einem Zuwachs um 4,7 besonders stark zu. Schwach zeigte sich dagegen der Bausektor. Hier ging die Produktion um 1,2 Prozent zurück./tos/fbr

(AWP)

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07.10.2016 10:03
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Frankreich: Industrieproduktion steigt so stark wie seit einem Jahr nicht mehr
07.10.2016 09:18

PARIS (awp international) - Die Anzeichen, dass die französische Wirtschaft stärker in Schwung kommt, mehren sich. Nach zuletzt robusten Stimmungsindikatoren kamen am Freitag positive Daten aus der Industrie hinzu. Wie das Statistikamt Insee mitteilte, erhöhte sich die Gesamtproduktion im August zum Vormonat um 2,1 Prozent. Das ist der stärkste Zuwachs seit einem Jahr. Die Markterwartungen wurden um mehr als das Dreifache übertroffen.

Im Jahresvergleich stieg die Produktion um 0,5 Prozent. Die enger gefasste Herstellung im Verarbeitenden Gewerbe stieg ebenfalls stark um 2,2 Prozent im Monatsvergleich. Im Jahresvergleich wurden 0,7 Prozent mehr Güter produziert. Die Autoproduktion legte besonders deutlich zu. Die Versorger stützten das Gesamtergebnis ebenfalls./bgf/tos/stb

(AWP)

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07.10.2016 10:01
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Spanien: Industrieproduktion legt stark zu
07.10.2016 09:25

MADRID (awp international) - Die spanische Industrie hat ihre Produktion im August stark ausgeweitet. Wie das Statistikamt INE am Freitag mitteilte, lag die Herstellung 1,4 Prozent höher als im Vormonat. Das ist der stärkste Anstieg seit knapp einem Jahr. Analysten hatten dagegen einen leichten Rückgang erwartet. Im Jahresvergleich stieg die Produktion um bereinigt 4,0 Prozent, was ebenfalls klar über den Markterwartungen lag.

Besonders deutlich legte im Monatsvergleich die Herstellung von Kapitalgütern zu, die zugleich als Indikator für die Investitionsneigung der Unternehmen gilt. Auch Verbrauchs- und Vorleistungsgüter wurden mehr produziert. Die Energieerzeugung belastete dagegen das starke Gesamtergebnis./bgf/tos/stb

(AWP)

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06.10.2016 08:22
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Deutschland: Industrie erhält mehr Aufträge
06.10.2016 08:02

WIESBADEN (awp international) - Die deutsche Industrie hat im August mehr Aufträge erhalten als erwartet. Wie das Statistische Bundesamt am Donnerstag mitteilte, gingen 1,0 Prozent mehr Aufträge ein als im Juli. Analysten hatten im Mittel lediglich einen Zuwachs um 0,3 Prozent erwartet. Der Anstieg vom Vormonat Juli wurde von 0,2 auf 0,3 Prozent nach oben revidiert.

Gestützt wurde das Gesamtergebnis im August durch eine starke Nachfrage aus dem Inland, die um 2,6 Prozent zulegte. Dagegen kamen aus dem Ausland 0,2 Prozent weniger Aufträge. Allerdings war das Bild nach Regionen betrachtet sehr gespalten: Während die Aufträge aus der Eurozone kräftig um 4,1 Prozent zulegten, gingen die Bestellungen aus dem Rest der Welt um 2,8 Prozent zurück.

Nach Produktkategorien betrachtet legten die Aufträge durch die Bank zu. Besonders stark war der Zuwachs bei den Konsumgütern. Die Dynamik bei den Investitionen war dagegen eher schwach./tos/fbr

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04.10.2016 13:31
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Eurozone: Erzeugerpreise sinken etwas stärker als erwartet

In der Eurozone sinken die Erzeugerpreise im August 0,2 Prozent. Das ist etwas stärker als erwartet.

Das teilte die europäische Statistikbehörde Eurostat am Dienstag in Luxemburg mit. Ökonomen hatten im Schnitt einen Rückgang um 0,1 Prozent erwartet. Im Vormonat waren sie allerdings noch um revidierte 0,3 Prozent gestiegen. Zunächst war nur ein Plus von 0,1 Prozent ermittelt worden.

Im Vergleich zum entsprechenden Vorjahresmonat sanken die Erzeugerpreise um 2,1 Prozent. Dieser Rückgang war erwartet worden. Allerdings waren die Produzentenpreise im Vormonat lediglich um revidierte 2,6 Prozent gesunken und nicht wie zunächst ermittelt um 2,8 Prozent. Vor allem verantwortlich für den deutlichen Rückgang der Preise im August war erneut der Energiesektor wo die Preise um 6,0 Prozent im Jahresvergleich gefallen sind. Die Erzeugerpreise beeinflussen zeitverzögert auch die Verbraucherpreise.

(AWP)

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03.10.2016 13:05
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Eurozone: Industriestimmung wie erwartet aufgehellt
03.10.2016 10:08

LONDON (awp international) - Die Stimmung in den Industrieunternehmen des Euroraums hat sich im September wie erwartet aufgehellt. Der auf einer Umfrage basierende Einkaufsmanagerindex stieg um 0,9 Punkte auf 52,6 Zähler, wie das Institut Markit am Montag in einer zweiten Veröffentlichung mitteilte. Damit wurde eine erste Schätzung bestätigt. Analysten hatten dies erwartet. Der Indikator liegt über der Wachstumsschwelle von 50 Punkten./tos/jsl/mis

(AWP)

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03.10.2016 08:41
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Grossbritannien: Regierung pumpt Milliarden in Immobilienmarkt
03.10.2016 06:34

Birmingham (awp/sda/reu) - Die britische Regierung will mit umgerechnet 5,75 Milliarden Pfund gegen die Wohnungsknappheit vorgehen. Die Regierung will zusätzliches Bauland ausweisen, zudem sollen vergünstigte Kredite vergeben werden.

"Wir werden alle Instrumente nutzen, die uns zur Verfügung stehen, um den Wohnungsbau zu fördern und sicherzustellen, dass bezahlbare Wohnungen geschaffen werden", sagte Finanzminister Philip Hammond am Montag in London.

Die Lage am Immobilienmarkt hat sich zwar nach dem Brexit-Votum etwas entspannt, dennoch sind die Preise gerade in den grossen Städten aber immer noch so hoch, dass sich viele junge Briten oder Geringverdiener keine Wohnung leisten können.

Hammond will im kommenden Monat einen Plan vorlegen, wie die Wirtschaft des Landes angesichts des Ausscheidens aus der EU in Schwung gebracht werden soll. Premierminister Theresa May kündigte zuletzt an, spätestens Ende März den Brexit-Antrag zu stellen.

(AWP)

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30.09.2016 13:47
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In Italien steigen Verbraucherpreise wieder
30.09.2016 11:28

ROM (awp international) - In Italien sind die Verbraucherpreise im September erstmals seit Januar wieder gestiegen. Wie das Statistikamt Istat am Freitag mitteilte, lag das Preisniveau nach europäischer Rechnung (HVPI) 0,1 Prozent höher als vor einem Jahr. In den Monaten zuvor war die Inflationsrate dagegen negativ gewesen. Analysten hatten mit der aktuellen Entwicklung gerechnet. Im Monatsvergleich stieg der HVPI um 1,9 Prozent./bgf/jkr/stb

(AWP)

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29.09.2016 13:03
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Stimmung in Wirtschaft der Euro-Zone bessert sich

Die Stimmung in der Wirtschaft der Euro-Zone hat sich im September stärker als erwartet aufgehellt.

Das entsprechende Barometer stieg um 1,4 auf 104,9 Punkte, wie die EU-Kommission am Donnerstag mitteilte. Ökonomen hatten mit einer Stagnation gerechnet. In den größten Staaten der Währungsunion - Deutschland, Frankreich, Italien und Spanien - besserte sich die Stimmung am meisten. Besonders in der Industrie zeigten sich die Manager optimistischer. Das ebenfalls ermittelte Konjunktur-Barometer für das Geschäftsklima stieg auf 0,45 Zähler nach 0,03 Zählern in August. Das ist das höchste Niveau seit Oktober 2015.

(Reuters)

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29.09.2016 10:41
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Spanien: Verbraucherpreise steigen erstmals seit über zwei Jahren
29.09.2016 09:27

MADRID (awp international) - In Spanien sind die Verbraucherpreise im September erstmals seit mehr als zwei Jahren leicht gestiegen. Wie das Statistikamt INE am Donnerstag mitteilte, lag das nach europäischen Standards berechnete Preisniveau (HVPI) 0,1 Prozent höher als vor einem Jahr. Das ist der erste Zuwachs seit Mai 2014. Bankvolkswirte hatten eine Rate von 0,2 Prozent erwartet. Im Monatsvergleich stieg der HVPI um 0,8 Prozent.

Nach nationaler Berechnungsmethode erhöhten sich die Verbraucherpreise um 0,3 Prozent zum Vorjahresmonat und um 0,1 Prozent zum Vormonat. In dieser Rechnung lag die Jahresrate erstmals seit Juli 2015 im positiven Bereich. Experten rechnen damit, dass die Teuerungsraten im Jahresverlauf weiter steigen werden, weil die starke Talfahrt der Ölpreise im Jahr 2015 aus dem Vorjahresvergleich fällt./bgf/jkr/stb

(AWP)

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29.09.2016 10:40
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Deutscher Arbeitsmarkt profitiert im September von Saisoneffekten
29.09.2016 10:08

(Ausführliche Fassung)

NÜRNBERG (awp international) - Dank des Herbstaufschwungs ist die Zahl der Arbeitslosen in Deutschland kräftig gesunken. Die Bundesagentur für Arbeit (BA) in Nürnberg registrierte im September 2,608 Millionen Erwerbslose, wie die Behörde am Donnerstag in Nürnberg mitteilte. Das waren 77 000 Erwerbslose weniger als im August, und 100 000 weniger als im Vorjahr. Laut der Bundesagentur ist dies die niedrigste Arbeitslosigkeit in Deutschland seit dem März des Jahres 1991. Die Arbeitslosenquote ging um 0,2 Punkte auf 5,9 Prozent zurück.

"Mit der einsetzenden Herbstbelebung hat sich die Arbeitslosigkeit im September deutlich verringert", sagte BA-Chef Frank-Jürgen Weise. Die Nachfrage nach neuen Mitarbeitern sei gleichzeitig weiterhin hoch. "Der Arbeitsmarkt hat sich insgesamt weiter gut entwickelt, obwohl sich der Beschäftigungszuwachs in den letzten beiden Monaten nicht fortgesetzt hat", sagte Weise.

Die um jahreszeitliche Einflüsse bereinigte Erwerbslosenzahl stieg im Vergleich zum August leicht - um 1000 auf 2,68 Millionen. Volkswirte hatten hingegen im Schnitt mit einem Rückgang um 5000 gerechnet. Im Westen nahm die saisonbereinigte Zahl zu, im Osten ging sie zurück.

Der Rückgang der Erwerbslosenzahlen hat vorwiegend saisonale Gründe: Ausbildungsabsolventen finden oft erst nach den Sommerferien eine feste Stelle. Zudem sorgen die teils bis in den September dauernden Werksferien dafür, dass Unternehmen neue Mitarbeiter erst im Spätsommer einstellen.

Dennoch haben Jobsucher derzeit beste Chancen auf dem Arbeitsmarkt. Deutsche Firmen hätten im September so viele freie Stellen gehabt wie selten zuvor, berichtete die BA./cat/DPA/jkr

(AWP)

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28.09.2016 08:22
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In Deutschland dämpfen Brexit-Sorgen und Terrorgefahr Konsumstimmung
28.09.2016 08:18

(Ausführliche Fassung)

NÜRNBERG (awp international) - Ein Mix aus Brexit-Sorgen, Terrorgefahr und der Flüchlingsdiskussion drückt etwas auf die Stimmung der Verbraucher in Deutschland. Der für Oktober berechnete Konsumklimaindex sei vor diesem Hintergrund um 0,2 Punkte auf 10,0 Zähler gefallen, teilte das Marktforschungsunternehmen GfK am Mittwoch in Nürnberg mit.

"Offenbar sehen die Bundesbürger die deutsche Wirtschaft in den nächsten Monaten auf einem schwächeren Wachstumskurs", erklärte die GfK den Rückgang des Stimmungsindikators, der für Experten überraschend kam. Bankvolkswirte hatten mit einem unveränderten Indexwert von 10,2 Punkten gerechnet.

Trotz des Dämpfers ist die Konsumstimmung in Deutschland aber im Vergleich zu den Vorjahren ungewöhnlich stark. "Es ist keine Trendwende bei der Verbraucherstimmung zu erkennen. Die Konsumlaune bleibt trotz des Rückgangs auf einem guten Niveau", versicherte GfK-Experte Rolf Bürkl die jüngsten Daten. Nach wie vor werde die Konsumstimmung vor allem durch extrem niedrige Zinsen, einen robusten Arbeitsmarkt und durch ein "überaus hohes Niveau" bei den Einkommenserwartungen gestützt.

Nach Einschätzung von Bürkl könnten die Verbraucher die weitere konjunkturelle Entwicklung in den kommenden Monaten wieder optimistischer einschätzen. "Es ist anzunehmen, wenn wir Erfahrungen aus der Vergangenheit berücksichtigen, dass sich die Konjunkturerwartungen wieder etwas verbessern." Demnach zeigen Entwicklungen in der Wirtschaft erst mit einiger zeitlichen Verzögerung Auswirkungen auf die Konsumstimmung.

Zuletzt hatten mehrfach Konjunkturdaten darauf hingedeutet, dass die Folgen des Brexit-Votums in Grossbritannien für die deutsche Wirtschaft zunächst nur begrenzt sein dürften. Zu Beginn der Woche war beispielsweise das Ifo-Geschäftsklima für September überraschend stark gestiegen. Das wichtigste deutsche Konjunkturbarometer hatte damit einen Dämpfer nach dem Brexit-Votum mehr als wettmachen können.

/jkr/das/tos

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28.09.2016 08:18
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Italien senkt Konjunkturprognose und hebt Defizitziel an

Die italienische Regierung hat ihre Konjunkturprognosen gesenkt. Sie rechnet nach Angaben von Dienstag für dieses Jahr nur noch mit einem Wirtschaftswachstum von 0,8 Prozent.

Im April hatte sie noch ein Plus von 1,2 Prozent erwartet. 2017 soll das Bruttoinlandprodukt nur noch um 1,0 Prozent zulegen, nachdem bislang mit 1,4 Prozent kalkuliert wurde. Zugleich rechnet die Regierung nun mit einem höheren Haushaltsdefizit. Dieses Jahr werde es bei 2,4 Prozent des BIP statt wie bislang geplant bei 2,3 Prozent liegen, 2017 bei 2,0 statt 1,8 Prozent.

Die Regierung hat in den vergangenen Jahren mehrfach die Defizitziele angehoben, zuletzt im April. Italien macht eine Konjunkturflaute und eine Bankenkrise zu schaffen.

Diesmal möchte Ministerpräsident Matteo Renzi zudem die Ausgaben für den Flüchtlingszustrom und den Wiederaufbau nach dem schweren Erdbeben im August aus den EU-Defizitberechnungen heraushalten. Ansonsten könnte das tatsächliche Defizit im nächsten Jahr bei 2,4 Prozent liegen, wie er sagte.

Die neue Planung könnte Italien wieder Ärger mit der EU-Kommission einbringen. Sie hat Renzi wiederholt aufgefordert, an vereinbarten Fiskalzielen festzuhalten.

Die Kommission sorgt sich wegen der hohen Staatsverschuldung Italiens. Diese ist mit knapp 133 Prozent der Wirtschaftsleistung nach Griechenland die zweithöchste in der Euro-Zone. Der EU-Richtwert liegt bei 60 Prozent. Unpopuläre Sparmassnahmen will Renzi allerdings vor dem Referendum über eine Verfassungsreform Anfang Dezember vermeiden, das auch über seine politische Zukunft entscheiden könnte.

(AWP)

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