Schuldenkrise Europa

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Rom beschliesst wegen

Rom beschliesst wegen Coronavirus-Krise 25-Euro-Milliardenpaket

Die italienische Regierung hat im Kampf gegen die Coronavirus-Krise Hilfspakete in Höhe von bis zu 25 Milliarden Euro beschlossen. Das sagte Premierminister Giuseppe Conte am Mittwoch vor der Presse in Rom. Nicht alles davon sei als Sofortmassnahme geplant. "Wir haben eine ausserordentliche Summe von 25 Milliarden eingeplant, die nicht als Ganzes sofort verwendet werden soll, aber sie könnte nötig werden, um die Probleme dieses Notfalls in den Griff zu bekommen", sagte Conte. Diese Summe ist höher als die 10 bis 13 Milliarden Euro, die im Vorfeld erwartet worden waren.

11.03.2020 11:59

Finanzminister Roberto Gualtieri ergänzte, dass bis Ende der Woche ein Dekret über Finanzhilfen von rund zwölf Milliarden Euro auf den Weg gebracht werden solle. Über Schulden, die für die Massnahmen notwendig würden in Höhe von 20 Milliarden Euro, sei Rom mit Brüssel im Gespräch, hiess es.

Das Geld der Regierung soll nach Medienberichten eingesetzt werden, um das Gesundheitswesen und besonders die Intensivstationen zu stärken. Denn die Zahl der Covid-19-Kranken in Italien steigt weiter schnell. Ausserdem sollen Menschen, die von Infektionen, Quarantänen und Sperrungen betroffen sind, unterstützt werden. Zudem seien Mittel für notleidende Branchen der italienischen Wirtschaft eingeplant.

Italien ist in Europa das von der Infektionswelle am stärksten getroffene Land. Infolge der Coronavirus-Welle sind bis Dienstag in Italien 631 Menschen gestorben. Die Gesamtzahl der gemeldeten Infizierten lag bei 10 149 Menschen./pky/DP/mis

(AWP)

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Coronavirus: EZB-Chefin warnt

Coronavirus: EZB-Chefin warnt vor Schock für die Wirtschaft wie 2008

(Ausführliche Fassung) - EZB-Präsidentin Christine Lagarde hat die EU-Regierungschefs wegen der Coronavirus-Krise Kreisen zufolge vor einem extremen Schock für die Wirtschaft gewarnt. Ohne koordiniertes Vorgehen werde Europa ein Szenario erleben, das viele an die grosse Finanzkrise 2008 erinnern werde, sagte Lagarde am Dienstagabend einem Bericht der Nachrichtenagentur Bloomberg während einer Telefonkonferenz des EU-Rats zufolge. Mit der richtigen Antwort werde sich der Schock wahrscheinlich als vorübergehend erweisen. Bloomberg nannte keine konkrete Quelle.

11.03.2020 11:55

Die EZB werde auf ihrer Sitzung an diesem Donnerstag alle Instrumente prüfen, heisst es in dem Bericht. Man wolle die Liquiditätsversorgung sicherstellen und dafür sorgen, dass die Kreditvergabe nicht versiege. Die Massnahmen würden aber nur wirken, falls die Regierungen auch handelten.

Lagarde lobte laut dem Bericht zwar auch die in einigen Bereichen getroffenen Massnahmen der Regierungen. Sie fordere jedoch mehr. Falls man aber jetzt nicht mutig handle, drohe die Gefahr, dass Teile der Wirtschaft kollabierten. Es bestehe die Gefahr, dass der Schaden auch andere Länder als Italien treffe. In der Eurozone ist das ohnehin wirtschaftlich schwächelnde Italien durch die Krise besonders betroffen. Die italienische Regierung hatte die Sperrungen und Einschränkungen der Bewegungsfreiheit am Montag auf das ganze Land ausgeweitet.

Die EZB hatte schon vor der Viruskrise die Staaten zum Handeln aufgefordert. So sollten Länder mit finanziellem Spielraum wie Deutschland ihren Ausgabenspielraum nutzen. Schliesslich hat die Notenbank ihre Instrumente weitgehend ausgenutzt.

Der EZB-Rat trifft sich an diesem Donnerstag in Frankfurt. Die EZB könnte ihren Einlagezinssatz von bislang minus 0,5 Prozent weiter um 0,1 Punkte drücken. Ausserdem könnte sie das Volumen ihrer Anleihekäufe erhöhen und so mehr Geld in den Wirtschaftskreislauf schleusen. Zudem könnte die EZB den Banken neue Billigkredite anbieten. Die britische Notenbank hat an diesem Mittwoch ihren Leitzins gesenkt. Die US-Notenbank hatte bereits am vergangenen Dienstag gehandelt und ihre Zinsen reduziert.

Die Reaktionen an den Finanzmärkten auf die Aussagen von Lagarde hielten sich in Grenzen. Der Eurokurs gab einen Teil seiner vorherigen Gewinne ab./jsl/mf/zb

(AWP)

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Regionalpräsident der

Regionalpräsident der Lombardei fordert Schliessung aller Geschäfte

Der Regionalpräsident der Lombardei hat eine komplette Schliessung aller Geschäfte und Aktivitäten in der norditalienischen Region gefordert.

11.03.2020 15:21

"Halbherzige Massnahmen helfen nicht, diese Notsituation unter Kontrolle zu bekommen, das haben wir in diesen Wochen gesehen", sagte Attilio Fontana am Mittwoch.

Alle Geschäfte ausser Apotheken und Supermärkte sollten schliessen, alle "nicht essenziellen" Aktivitäten müssten ausgesetzt werden. Einen entsprechender Brief habe er an die Regierung in Rom geschickt. Ministerpräsident Giuseppe Conte hatte sich bereits offen für restriktivere Massnahmen gezeigt.

Bisher sind Läden nicht verpflichtet, zu schliessen. Auch Bars und Restaurants sind noch offen - allerdings mit verkürzten Öffnungszeiten. Die Lombardei ist besonders stark von dem Virus betroffen. Insgesamt haben sich in Italien mehr als 10 000 Menschen infiziert, mehr als 630 sind gestorben. Die Zahl der Infizierten steigt trotz der bereits geltenden Sperrungen weiter an.

(AWP)

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Britische Notenbank bringt

Britische Notenbank bringt EZB in Zugzwang

Nach US-Vorbild hat die Bank von England in der Viruskrise die Zinsen kräftig gesenkt und bringt damit auch die EZB in Zugzwang.

Aktualisiert um 15:08

Die Währungshüter in London kappten am Mittwoch ihren Schlüsselsatz wie zuvor die US-Notenbank Fed außer der Reihe um einen halben Prozentpunkt. Er liegt jetzt bei 0,25 Prozent. Damit steigt auch die Erwartung an den Finanzmärkten, dass die Europäische Zentralbank (EZB) am Donnerstag eine möglichst kraftvolle Reaktion auf die ernste Lage zeigen wird, die sich in Deutschland und andernorts zu einer Rezession auswachsen könnte. EZB-Chefin Christine Lagarde ist somit nach erst wenigen Monaten im Amt als Krisenmanagerin gefragt.

Auf einer Videokonferenz mit den EU-Staats- und Regierungschefs warnte Lagarde am Dienstagabend einem Medienbericht zufolge vor einer Krise wie 2008, falls nicht direkt gehandelt werde. Bundeskanzlerin Angela Merkel sagte dazu in Berlin: "Ich teilte die Einschätzung von Christine Lagarde und muss sie auch sehr ernst nehmen." Es müsse verhindert werden, dass es zu "dramatischen Überforderungen" des Gesundheitswesens komme. Und es dürfe nicht "zusätzliche Verunsicherung" in die Wirtschaft hineingetragen werden.

Der Internationale Währungsfonds sieht in der Corona-Krise die Notenbanken in der Pflicht. Sie müssten ihre Rolle spielen, sagte IWF-Finanzexperte Tobias Adrian. "Zentralbanken können schnell handeln und die Verschärfung der Finanzierungsbedingungen lindern, in dem sie Liquidität injizieren und Zinsen senken - und so eine mögliche Kreditklemme verhindern." Experten erwarten, dass die EZB den bereits negativen Einlagenzins für Geschäftsbanken weiter senken wird. Zudem könnte sie Liquiditätsspritzen aufziehen, die vor allem in Bedrängnis geratenen Mittelständlern zugute kommen sollen.

Auch die bei der EZB angedockte Bankenaufsicht, die die großen Geldhäuser des Euro-Raums kontrolliert, will Insidern zufolge im Kampf gegen die Folgen der Epidemie den Finanzsektor unterstützen. Die Aufseher planen dazu laut den Informationen eine Mitteilung - nach dem Zinsbeschluss der EZB.

"Massnahmen kommen ins Rollen"

Vor der Bank of England hatten Anfang des Monats bereits die Notenbanken in den USA und Kanada ihren Leitzins gesenkt. Die US-Fed hatte den Zins am 3. März überraschend um einen halben Punkt gesenkt - auf die neue Spanne von 1,0 bis 1,25 Prozent. An den Märkten wird zudem mit einer weiteren, kräftigen Senkung beim regulären Zinsentscheid am 18. März gerechnet.

Nächste Woche dürften auch die Währungshüter in Tokio mit eigenen Maßnahmen folgen. Da die Bank of Japan (BoJ) die Zinsschraube kaum mehr lockern kann, dürfte es laut Insidern auf einen verstärkten Ankauf börsennotierter Fonds - im Fachjargon ETFs genannt - hinauslaufen. Es sei praktisch unmöglich, die Coronakrise mit geldpolitischen Mitteln zu bekämpfen: "Aber sie kann eine Rolle dabei spielen, in der Öffentlichkeit Vertrauen zu erzeugen. Und das wird die BoJ nächste Woche wohl tun müssen", so ein Insider.

Laut Ökonom Bernd Krampen von der NordLB scheinen die Maßnahmen der Notenbanken weltweit nun "ins Rollen" zu kommen. Da die EZB aber schon mit sehr niedrigen Zinsen hantiere, dürfte deren Schwerpunkt wohl auf erneuten Aufkaufprogrammen liegen. Krampen erinnerte daran, dass der Ministerpräsident des besonders hart von der Viruskrise getroffenen EU-Landes Italien, Giuseppe Conte, jüngst verlangt habe, die EZB müsse handeln "whatever it takes". Er spielte damit auf eine mittlerweile berühmt gewordene Rede von Lagardes Vorgänger Mario Draghi aus dem Jahr 2012 an: Der hatte damals angekündigt, die Zentralbank werde im Rahmen ihres Mandats alles tun, was nötig sei ("whatever it takes"), um den Euro zu retten. Dies gilt bis heute als Wendepunkt in der Euro-Schuldenkrise.

Die nun grassierende Viruskrise birgt laut Ökonomen die Gefahr, dass die Weltwirtschaft einbricht. Vor dem Hintergrund sah sich die Bank of England (BoE) zur ersten Senkung seit August 2016 gezwungen, als der Zins nach dem Brexit-Referendum ebenfalls auf 0,25 Prozent gesenkt wurde. Die Notenbank fürchtet, dass sich die Wirtschaft in den kommenden Monaten "erheblich abschwächen" wird. Bereits zu Jahresbeginn stagnierte die Konjunktur, wie aus Daten des Statistikamts ONS hervorgeht. Laut Notenbankchef Mark Carney wird sie jedoch wohl nicht so viel Federn lassen müssen wie 2008 - auch dank der "zielgerichteten Unterstützung" der BoE.

(Reuters)

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Europas Autobauer treten

Europas Autobauer treten wegen Corona-Krise auf die Bremse

Die Corona-Epidemie führt nun auch in der europäischen Autoindustrie zu Einschränkungen in der Produktion.

11.03.2020 15:06

Als erstes kündigte Fiat Chrysler an, in Italien mehrere Werke vorübergehend stillzulegen, um die Ausbreitung der Lungenkrankheit zu hemmen. Die Werke in Pomigliano, Melfi, Atessa und Cassino sollen jeweils zwischen Mittwoch und Samstag an zwei Tagen ruhen, wie der italienisch-amerikanische Autobauer am Mittwoch mitteilte.

Die spanische VW-Tochter Seat bereitet die Belegschaft wegen Problemen mit der Lieferkette auf die vorübergehende Freistellung von Personal vor. Bei Volkswagen rechnet der Betriebsrat mit massiven Auswirkungen auf die Arbeit bei dem Autobauer und kritisiert in dem Zusammenhang den Vorstand, von dem er mehr Führung in der Corona-Krise fordert.

Unklar war zunächst, wie stark die Versorgung der europäischen Autofabriken mit Teilen bereits in Stocken geraten ist. Bei Fiat wurde die vorübergehende Stilllegung der Werke eher mit der Eindämmung der Seuche als mit fehlenden Bauteilen begründet. Ein Insider sagte sogar, die Produktionsunterbrechungen seien in keiner Weise Folge lückenhafter Lieferketten. Italien ist besonders hart von der Epidemie getroffen, im ganzen Land gelten inzwischen Einschränkungen des öffentlichen Lebens. Bei Seat hieß es, das Werk Martorell in der Nähe von Barcelona laufe derzeit normal. "Es gibt jedoch Risiken, die sich aus Covid-19 ergeben, das die Lieferkette beeinträchtigt hat", sagte ein Sprecher.

Die VW-Tochter Audi kündigte wegen aktueller Engpässe in der Teilelieferung an, im Werk Brüssel im März im Schnitt nur noch an drei statt fünf Tagen fertigen zu lassen. "Es wurde Kurzarbeit vereinbart, eine für Belgien übliche Vorgehensweise", teilte Audi mit. Einen Zusammenhang mit dem Coronavirus verneinte der Autobauer. Bereits im Februar hatten Nachschubprobleme bei Batteriekomponenten Audi zu einem vorübergehenden Produktionsstopp seines Vorzeige-Elektroautos e-Tron gezwungen.

"Wir haben zu viele offene Baustellen"

Die Corona-Krise, die ihren Ursprung in China hat, trifft die Branche in einer Phase, in der die Pkw-Nachfrage wegen der schwächelnden Konjunktur und der Unsicherheit durch den EU-Austritt Großbritanniens bereits schrumpft. Experten gehen davon aus, dass die Autoproduktion in Europa wegen der Virusausbreitung zusätzlich in Mitleidenschaft gezogen wird. "Wenn ohnehin weniger Autos verkauft werden, ist es kein Problem, wenn die Produktion sinkt", sagte dazu ein Arbeitnehmervertreter bei einem der Autobauer.

Der VW-Betriebsrat mahnte "Führung und Verantwortung vom Vorstand" in der Corona-Krise an. Vom Management komme diesbezüglich "zu wenig". Betriebsratschef Bernd Osterloh nahm das Thema zum Anlass, generell auf Missstände hinzuweisen. "Wir haben zu viele offene Baustellen und zu wenig Führung vom Vorstand", erklärte er in einem am Mittwoch verbreiteten Flugblatt der Arbeitnehmervertretung. Er vermisse klare Ansagen bei der Frage nach Zuständigkeiten.

Als Beispiel nannte Osterloh Probleme beim Anlauf des neuen Golf in achter Generation. Bei dem laufe es "alles andere als rund". Beim für VW ebenso wichtigen neuen Elektroauto ID.3 sei die Lage nicht viel besser. Insider berichten schon länger von Problemen mit der Software bei den beiden Modellen. "Man hat zuviel auf einmal gewollt mit einer Technik, die nicht ausgereift war", sagte eine Person mit Kenntnis der Vorgänge. 

(Reuters)

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EU-Staaten wollen

EU-Staaten wollen Wirtschaftskrise mit allen Mitteln bekämpfen

(Ausführliche Fassung) - Die EU-Staaten wollen sich mit allen verfügbaren Mitteln gegen die wirtschaftlichen Folgen der Coronavirus-Epidemie stemmen. "Wir werden unsere Bürger und unsere Währung unter allen Umständen und mit allem schützen, was wir haben", sagte Eurogruppen-Chef Mario Centeno am Montagabend nach einer Videokonferenz 27 EU-Finanzminister. "Wir werden alles tun, was notwendig ist und noch mehr, um das Vertrauen wieder herzustellen." Bundesfinanzminister Olaf Scholz (SPD) nannte die Krise eine riesige Herausforderung: Europa sei entschlossen, ihr Stand zu halten.

16.03.2020 22:14

Schon jetzt haben die Staaten der Eurozone Schätzungen zufolge mehr als eine Billion Euro an Wirtschaftshilfen in Aussicht gestellt. Wie es in einer gemeinsamen Erklärung heisst, wurden etwa 10 Prozent der gemeinsamen Wirtschaftskraft in Form von Kreditgarantien oder gestundeten Steuerschulden an Liquiditätshilfen zugesagt, zudem 1 Prozent für direkte Finanzspritzen. Das Bruttoinlandsprodukt der Eurozone liegt bei mehr als elf Billionen Euro.

Darüber hinaus begrüsse man die Vorschläge der EU-Kommission auf europäischer Ebene, darunter eine Investitionsinitiative im Wert von 37 Milliarden Euro, die Aktivierung von 28 Milliarden Euro aus den EU-Strukturfonds und die Absicherung von Krediten der Europäischen Investitionsbank für bis zu 100 000 europäische Firmen.

Dem würden entsprechend der Entwicklung der Krise weitere Massnahmen folgen, sagte Centeno: "Dies ist nur ein erster Schritt." EU-Wirtschaftskommissar Paolo Gentiloni betonte, die Krise werde beispiellose Koordinierung der europäischen Finanzpolitik erfordern. "Unsere Aufgabe ist es, Angst durch Vertrauen zu ersetzen", sagte Gentiloni. "Die EU kann und wird dieser Herausforderung gewachsen sein."

Auch EU-Kommissionschefin Ursula von der Leyen kündigte an, die Wirtschaft werde jedwede nötige Hilfe bekommen, um sie in der Krise am Laufen zu halten. "Wir werden nicht zögern, weiter zu handeln, je nachdem wie die Entwicklung weitergeht." Sie versprach Hilfen für Unternehmen, aber auch für Arbeitnehmer bei Lohnausfällen.

Wegen der Ausbreitung der neuen Krankheit Covid-19 und der Gegenmassnahmen steuert die Europäische Union dieses Jahr auf eine Rezession zu, wie die EU-Kommission am Montag bekräftigte. Die Brüsseler Behörde hatte am Freitag ein milliardenschweres Paket an Gegenmassnahmen vorgeschlagen. So sollen EU-Staaten alle erdenklichen Spielräume bei den Schulden-, Defizit- und Beihilferegeln bekommen, um ihren Unternehmen und Bürgern in der Krise selbst unter die Arme zu greifen. Die Europäische Zentralbank hat schon vorige Woche ein Massnahmenbündel mit Notkrediten und Anleihekäufen angekündigt.

Nun soll auch eine mögliche Rolle für den Eurorettungsschirm ESM geprüft werden, wie ESM-Chef Klaus Regling sagte. Er verwies auf ungenutzte Kreditlinien im Umfang von 410 Milliarden Euro. Wie sie eingesetzt werden könnten, liess Regling offen. Er betonte, die jetzige Krise sei völlig anders als die Finanz- und Schuldenkrise vor zehn Jahren. Der Schock wirke symmetrisch und treffe alle Staaten. Zudem könnten sich alle Eurostaaten derzeit ohne Schwierigkeiten am Finanzmarkt finanzieren.

Die europäischen Sozialdemokraten hatten vorab angemahnt, ein umfassendes Konjunkturprogramm müsse "gemeinsam durch den ESM finanziert werden und allen Mitgliedsstaaten offen stehen". Auch der Grünen-Finanzexperte Sven Giegold erklärte, die Finanzminister müssten vorsorgliche Kreditlinien des ESM aktivieren für Mitgliedstaaten, die Opfer einer spekulativen Attacke werden. Der Zugang müsse ohne die Vorgabe von Sparprogrammen gewährt werden.

Mehrere Zentralbanken weltweit hatten am Sonntagabend und Montag die Geldhähne aufgedreht, um die Finanzmärkte in der Krise zu beruhigen. Vor allem die US-Notenbank Fed griff zu drastischen Mitteln, senkte den Leitzins auf fast Null und kündigte ein Anleihekaufprogramm für 700 Milliarden Dollar an. Dennoch verschärfte sich der Ausverkauf an den Aktienmärkten am Montag nochmals. Der deutsche Leitindex Dax sackte unter die Marke von 9000 Punkten. In New York fiel der Dow Jones Industrial nach einem Verlust von fast 3000 Punkten oder 12,93 Prozent auf 20 188,52 Zähler./vsr/DP/he

(AWP)

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Europäische Pkw

Europäische Pkw-Neuzulassungen sinken im Februar

Die Pkw-Neuzulassungen in der Europäischen Union sind im Februar zurückgegangen. In den 27 Ländern der EU ohne Grossbritannien sanken die Zulassungen um 7,4 Prozent auf 957 052 Autos, wie der europäische Branchenverband Acea am Mittwoch in Brüssel mitteilte.

18.03.2020 08:00

Der Verband begründete den Rückgang mit Veränderungen in der Besteuerung von Autos in mehreren EU-Staaten, schwächeren wirtschaftlichen Bedingungen und unsicheren Verbrauchern. So war im Februar der Coronavirus - den der Verband nicht explizit erwähnt - deutlich stärker in den Fokus der Öffentlichkeit gerückt. Allerdings war schon im Januar die Zahl der Neuzulassungen rückläufig gewesen, und zwar etwa in dem selben Masse.

In Deutschland gingen die Neuzulassungen mit 10,8 Prozent am stärksten zurück, vor Italien mit einem Minus von 8,8 Prozent. Unter den Konzernen büsste VW 5,3 Prozent und Daimler 12,7 Prozent ein. BMW legte hingegen um 3,1 Prozent zu./fba/he

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Deutschland: Vorübergehende

Deutschland: Vorübergehende Staatsbeteiligungen an Unternehmen möglich

Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) will in der Corona-Krise einen "Ausverkauf" deutscher Wirtschafts- und Industrieinteressen verhindern. Altmaier sagte am Freitag der Deutschen Presse-Agentur: "Dabei darf es keine Tabus geben. Vorübergehende und zeitlich begrenzte Staatshilfen, bis hin zu Beteiligungen und Übernahmen müssen möglich sein."

20.03.2020 11:57

Kleine Selbständige, Handwerker und Mittelständler brauchten in der Corona-Krise zusätzlichen Schutz, so Altmaier. "Durch schnelle und unbürokratische Überbrückungsmassnahmen werden wir sicherstellen, dass sie die Krise auch dann überstehen können, wenn Umsätze oder Gewinne zeitweise wegbrechen. Dazu sind auch direkte Zuschüsse notwendig."

Die Bundesregierung erwägt in der Corona-Krise als zusätzliche Massnahme einen Rettungsfonds, der auch eine Beteiligung an in Not geratene Firmen vorsehen könnte. Wie die Deutsche Presse-Agentur aus Regierungskreisen erfuhr, wird derzeit in der Bundesregierung ein solcher Fonds beraten, er könnte bei einer Sitzung des "Corona"-Kabinetts am Montag beschlossen werden. Der Fonds könnte ein Volumen von rund 500 Milliarden Euro haben. Damit könnten Unternehmen vor der Pleite gerettet werden - auch mit Kapitalzuschüssen. Zuvor hatte der "Spiegel" darüber berichtet. Beschlüsse gebe es noch nicht, es seien noch verschiedene Punkte offen, hiess es in Regierungskreisen./hoe/DP/eas

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EZB stellt Dänemark Euro

EZB stellt Dänemark Euro-Liqudität zur Verfügung

Die Europäische Zentralbank (EZB) stellt der dänischen Zentralbank wieder Euro-Liqudität zur Verfügung. Wie die EZB am Freitag mitteilte, wird dazu eine Kreditlinie zwischen den Notenbanken reaktiviert. Sie solle so lange wie nötig bestehen bleiben und werde zudem von ursprünglich 12 auf 24 Milliarden Euro verdoppelt. Über die Kreditlinie können die dänischen Geschäftsbanken Euro abrufen.

20.03.2020 11:57

Die Vereinbarung folgt auf eine Zinsanhebung der dänischen Notenbank am Donnerstag. Dieser im aktuellen Krisen-Umfeld ungewöhnliche Schritt zielt vor allem auf Währung Dänemarks ab. Die Krone ist in Grenzen an den Euro gebunden, hat zuletzt aber unter stetigem Druck gestanden. Die Notenbank musste daher intervenieren. Eine höhere Euro-Liquidität im dänischen Finanzsystem dürfte die Krone zusätzlich stützen./bgf/la/stk

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Eurozone: Leistungsbilanz im

Eurozone: Leistungsbilanz im Januar mit höherem Überschuss

Die Leistungsbilanz der Eurozone hat zum Jahresbeginn einen höheren Überschuss ausgewiesen. Wie die Europäische Zentralbank (EZB) am Freitag in Frankfurt mitteilte, betrug der Überschuss im Januar rund 35 Milliarden Euro. Im Dezember hatte er bei etwa 33 Milliarden Euro gelegen. Während die Handelsbilanz einen etwas geringeren Überschuss auswies, stieg der Überschuss der Dienstleistungsbilanz an.

20.03.2020 10:35

Die Leistungsbilanz gibt ein umfassendes Bild über die Transaktionen Deutschlands mit dem Ausland. Erfasst werden Waren-, Dienstleistungs- und Finanzbewegungen wie Einkommensübertragungen. Üblicherweise weist die Bilanz hohe Überschüsse aus, was der US-Regierung unter Donald Trump ein Dorn im Auge ist. Sie sieht vor allem das Ungleichgewicht im Handel als ungerechte Behandlung an und mahnt Änderungen an./bgf/ssc/jha/

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EZB-Vizepräsident erwartet

EZB-Vizepräsident erwartet vorübergehende Rezession in Europa

Der Vizepräsident der Europäischen Zentralbank Luis de Guindos geht als Folge des Coronavirus-Ausbruchs von einer Rezession in Europa im ersten Halbjahr aus.

23.03.2020 06:34

Der Vizepräsident der Europäischen Zentralbank (EZB) Luis de Guindos geht als Folge des Coronavirus-Ausbruchs von einer Rezession in Europa im ersten Halbjahr aus. "Die Auswirkungen des Virus werden sehr hart sein und Europa in eine Rezession stürzen", sagte de Guindos in einem Interview mit dem spanischen Fernsehsender La Sexta am Sonntag.

"Ich glaube, dass das erste Halbjahr sehr schlecht sein wird. Dies wird die gesamte europäische Wirtschaft in diesem Jahr in negative Wachstumsraten ziehen, aber im zweiten Teil des Jahres werden wir, glaube ich, positive Wachstumsraten für Europa sehen", fügte er hinzu. De Guindos betonte, dass die EZB so viel wie nötig zur Bekämpfung der schädlichen wirtschaftlichen Auswirkungen des Coronavirus tun werde, und bekräftigte, wie wichtig es sei, eine Schuldenkrise in Europa zu vermeiden.

(Reuters)

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Ifo Institut: Deutsche

Ifo Institut: Deutsche Wirtschaft schrumpft massiv

Das Ifo Institut rechnet mit einem dramatischen Einbruch der Wirtschaftsleistung in Deutschland in Folge der Corona-Krise. "Das Coronavirus wird Deutschlands Wirtschaft Hunderte von Milliarden Euro Produktionsausfälle bescheren, Kurzarbeit und Arbeitslosigkeit in die Höhe schiessen lassen und den Staatshaushalt erheblich belasten", sagte Ifo-Präsident Clemens Fuest am Montag laut einer Mitteilung in München. Je nach Szenario könnte die Wirtschaftsleistung zwischen "7,2 und 20,6 Prozentpunkte" nachgeben.

23.03.2020 08:50

Es seien Kosten von 255 bis 729 Milliarden Euro möglich, hiess es weiter. "Die Kosten werden voraussichtlich alles übersteigen, was aus Wirtschaftskrisen oder Naturkatastrophen der letzten Jahrzehnte in Deutschland bekannt ist", sagte Fuest./ssc/jkr/stk

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Italien fährt Produktion

Italien fährt Produktion wegen Corona-Krise weiter runter

Um die Ausbreitung des Coronavirus zu verlangsamen, müssen in Italien seit Montag weitere Teile der Wirtschaft ihre Arbeit stoppen. Die Regierung hatte am Wochenende beschlossen, dass die nicht-lebenswichtige Produktion heruntergefahren werden soll. Allerdings erliess das Kabinett in dem am Sonntag unterschriebenen Dekret auch eine lange Liste von Ausnahmen vom Verbot.

23.03.2020 08:48

Zugleich keimte in dem besonders hart von der Corona-Welle getroffenen Land erste vorsichtige Hoffnung auf, dass die bestehenden Ausgangssperren und Ladenschliessungen allmählich Wirkung zeigen könnten: Der Zivilschutz hatte am Sonntagabend zwar immer noch rund 650 neue Tote im Zusammenhang mit dem Sars-CoV-2-Erreger binnen 24 Stunden gemeldet - doch die Zahl lag unter der am Samstagabend berichteten Zahl von fast 800 Toten.

Insgesamt wurden in Italien seit Februar bis zum Sonntag mehr als 59 000 Infizierte erfasst. Auch bei der Infizierten-Zahl war die Steigerung geringer gewesen als am Vortag. Insgesamt starben in Italien 5476 meist ältere Menschen bei der Virus-Welle.

Man hoffe, dass der Anstieg der Gesamtzahlen weiter weniger steil verlaufen werde, sagte Zivilschutzchef Angelo Borrelli. Zugleich mahnte er, dass erst die nächsten Tage zeigen würden, ob der Trend wirklich gebrochen sei.

Trotz der neuen Verbote arbeiten darf unter anderem die Lebensmittel- und Transportbranche sowie die Entsorgungs- oder Energieindustrie. Auch Betriebe aus den Bereichen Medizin, Chemie, Plastik, Tierfutter und vieles mehr dürfen weitermachen. Post und Banken sowie ähnliche Dienstleister bleiben ebenfalls geöffnet. Ein Teil der Betriebe, die schliessen müssen, erhielt eine Übergangsfrist bis zum Mittwoch. Nach einem Bericht der Nachrichtenagentur Ansa hatten Wirtschaftsvertreter vor zu drastischen Schliessungen gewarnt. Gewerkschaften dagegen drohten mit Streiks, weil die Arbeitnehmer bei der Arbeit nicht genug vor Ansteckung geschützt seien./pky/DP/stk

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Korr Altmaier: BIP wird in

Korr Altmaier: BIP wird in Corona-Krise stark zurückgehen

(Prozentzahl im letzten Satz korrigiert: 5,7 Prozent) - Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) hat die Möglichkeit eingeräumt, dass die Konjunktur aufgrund der Corona-Krise deutlich einbrechen kann. Altmaier sagte am Montag in Berlin nach einer Kabinettssitzung, der Rückgang des Bruttoinlandsproduktes (BIP) werde mindestens so hoch sein wie in der Finanz- und Bankenkrise 2009. Damals ging das BIP um 5,7 Prozent zurück./rm/tam/hoe/sl/DP/jha

23.03.2020 13:31

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Deutsche Regierung

Deutsche Regierung beschliesst beispielloses Hilfspaket

Mit einem beispiellosen Hilfspaket unterstützt der Bund Familien, Mieter, Beschäftigte, Selbstständige und Unternehmen in der Corona-Krise.

23.03.2020 13:09

Wie die Deutsche Presse-Agentur aus Regierungskreisen erfuhr, beschloss das Kabinett am Montag gleich mehrere grosse Schutzschirme und umfangreiche Rechtsänderungen. Damit die Hilfen rasch ankommen, soll im Schnellverfahren bereits am Mittwoch der Bundestag, am Freitag der Bundesrat den Massnahmen zustimmen.

Die Bundesregierung bringt für das Hilfspaket gewaltige Summen auf. Nach sechs Jahren ohne neue Schulden fällt die schwarze Null im Bundeshaushalt - das Kabinett beschloss einen Nachtragshaushalt mit einer Neuverschuldung von rund 156 Milliarden Euro. Dafür soll der Bundestag am Mittwoch eine Notfallregelung in der Schuldenbremse in Kraft setzen.

Das am Montag beschlossene Hilfspaket umfasst viele Bereiche: Kleine Firmen und Solo-Selbstständige wie Künstler und Pfleger sollen über drei Monate direkte Zuschüsse von bis zu 15 000 Euro bekommen. Über einen Stabilisierungsfonds sollen Grossunternehmen mit Kapital gestärkt werden können, der Staat soll sich notfalls auch an den Firmen beteiligen können. Zugleich startete am Montag ein unbegrenztes Sonder-Kreditprogramm der Förderbank KfW.

Ausserdem sollen Vermieter ihren Mietern nicht mehr kündigen dürfen, wenn diese wegen der Corona-Krise ihre Miete nicht zahlen können. Bei Anträgen auf Hartz IV sollen die Vermögensprüfung und die Prüfung der Höhe der Wohnungsmiete für ein halbes Jahr ausgesetzt werden. Familien mit Einkommenseinbrüchen sollen leichter Kinderzuschlag bekommen.

Mit erweiterten Regelungen zur Kurzarbeit sollen Unternehmen zudem Beschäftigte leichter halten können, statt sie in die Arbeitslosigkeit zu schicken. Deutschlands Krankenhäuser sollen mit mehr als drei Milliarden Euro unterstützt werden. Das Kabinett beschloss zudem, dass der Bund mehr Kompetenzen beim Seuchenschutz bekommt, dass das Insolvenzrecht gelockert wird und dass Unternehmen wie Vereine ihre Haupt- und Jahresversammlungen auch online abhalten dürfen.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) nahm per Telefonschalte an der Kabinettssitzung teil, da sie seit Sonntagabend in Quarantäne in ihrer Berliner Privatwohnung ist. Ein Arzt, der sie am Freitag geimpft hatte, war positiv auf das Coronavirus getestet worden.

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Wirtschaftsstimmung in Europa

Wirtschaftsstimmung in Europa bricht drastisch ein

(Neu: Ergebnisse Grossbritannien.) - Der Ausbruch des neuartigen Coronavirus und die ergriffenen Gegenmassnahmen haben der Wirtschaft Europas einen schweren Schlag versetzt. Darauf deutet eine grosse Umfrage in Unternehmen hin, die als Richtschnur für die tatsächliche Wirtschaftsentwicklung gilt. In der Eurozone brach die Wirtschaftsstimmung ebenso dramatisch ein wie in Grossbritannien.

24.03.2020 12:19

Wie das Marktforschungsinstitut IHS Markit am Dienstag in London mitteilte, sackte der von ihm erhobene Einkaufsmanagerindex für die Eurozone von Februar auf März um 20,2 Punkte ab auf 31,4 Zähler. In Grossbritannien, das nicht der Eurozone und nicht mehr der Europäischen Union angehört, fiel der Indikator ähnlich stark. Es wurden jeweils historische Tiefstände erreicht. Selbst die bisherigen Rekordtiefs aus den Zeiten der Finanzkrise wurden klar unterboten. Besonders stark trübte sich die Stimmung unter den Dienstleistern ein.

"Die Eurozone verzeichnete im März einen beispiellosen Kollaps der Wirtschaftsaktivitäten, ausgelöst durch die Verschärfung der Corona-Pandemie", erklärte Markit. Nach einer Wachstumsbeschleunigung seit Jahresbeginn sei die Aktivität infolge der zunehmend verschärften Massnahmen zur Eindämmung des Virus auf breiter Front eingebrochen.

"Am stärksten traf es den Servicesektor, vor allem in den konsumnahen Branchen wie der Reise- und Tourismusbranche sowie im Gaststättengewerbe", erklärte Markit. Demgegenüber sei die Industrieproduktion weniger drastisch reduziert worden. Allerdings fiel der entsprechende Indikator ebenfalls stark.

In Deutschland, der grössten Volkswirtschaft der Eurozone, brach die Dienstleisterstimmung auf ein Rekordtief ein. Der Indikator für die Industrie schlug sich dagegen besser, gab aber ebenfalls stark nach. Experte Phil Smith von Markit relativierte das Resultat, die Lage sei weitaus dramatischer, als es der Indikator andeute.

In Frankreich, der zweitgrössten Volkswirtschaft des Euroraums, fiel die Wirtschaftsstimmung insgesamt auf ein Rekordtief. Auch dort trübte sich die Stimmung im Dienstleistungssektor wesentlich stärker ein als in der Industrie. Die Dienstleisterstimmung sank auf den niedrigsten Stand seit Erhebungsstart vor etwa 22 Jahren.

"In der gesamten Eurozone brach die Wirtschaftsleistung im März in einem Ausmass ein, das noch weitaus grösser war als während des Höhepunkts der globalen Finanzkrise", kommentierte Markit-Chefökonom Chris Williamson. Die März-Ergebnisse signalisierten eine wirtschaftliche Schrumpfung um etwa zwei Prozent auf Quartalsbasis. Die Talfahrt könne sich jedoch beschleunigen, sollten noch drakonischere Massnahmen zur Bekämpfung des Virus erlassen werden", sagte Williamson.

Für Grossbritannien geht Chefökonom Williamson von einer wirtschaftlichen Schrumpfung auf Quartalsbasis um 1,5 bis 2,0 Prozent aus. "Allerdings wird dieser Rückgang wahrscheinlich nur die Spitze des Eisbergs sein und in den Schatten gestellt von dem, was wir im zweiten Quartal sehen werden, wenn weitere Eindämmungsmassnahmen ihren Tribut fordern und der Abschwung eskaliert", warnte der Volkswirt.

Die Indikatoren von Markit gelten als gute Richtschnur für das tatsächliche Wirtschaftswachstum. Die Entscheider in den Unternehmen werden nicht nach ihrer Stimmung, sondern nach Veränderungen in konkreten Bereichen gefragt, beispielsweise der Produktion. Werte unter 50 Punkten deuten auf wirtschaftliche Schrumpfung hin.

Region/Index März Prognose Vormonat EURORAUM Gesamt 31,4 38,8 51,6 Verarb. Gew. 44,8 39,0 49,2 Dienste 28,4 39,5 52,6 DEUTSCHLAND Verarb. Gew. 45,7 39,9 48,0 Dienste 34,5 43,0 52,5 FRANKREICH Verarb. Gew. 42,9 40,6 49,7 Dienste 29,0 40,0 52,6

GROSSBRITANNIEN Gesamt 37,1 45,0 53,0 Verarb. Gew. 48,0 45,0 51,7 Dienste 35,7 45,0 53,2

(Angaben in Punkten)

/bgf/jkr/jha/

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CTS-Eventim warnt vor Virus

CTS-Eventim warnt vor Virus-Insolvenzwelle bei Veranstaltern

Kleine und mittelgrosse Veranstalter von Konzerten und Kulturevents sind nach Worten von CTS-Eventim-Chef Klaus-Peter Schulenberg aufgrund der Corona-Krise in ihrer Existenz bedroht.

25.03.2020 07:23

Sollte es eine bislang geplante aufschiebende Regelung für die Ticketerstattung nicht geben, dann werde die Kulturlandschaft in Deutschland umfassend und dauerhaft Schaden nehmen. "Dann gehen mehr als die Hälfte der deutschen Veranstalter in den Konkurs", warnte Schulenberg, der Europas führendes Ticket- und Live-Entertainment- Unternehmen leitet, der Deutschen Presse-Agentur. Allein bei Eventim seien inzwischen 55 000 Veranstaltungen verschoben worden.

An den Bundestag appellierte er, das Moratorium zu verankern, das noch bis vorigen Freitag im Gesetzentwurf zur Abmilderung der Corona-Folgen gestanden habe. In einem jüngeren Entwurf sei es nicht mehr enthalten.

Es müsse aber möglich sein, bis 30. September die Rückzahlung von Tickets zu strecken oder abgesagte Veranstaltungen im Herbst nachzuholen. Diesen "absolut steuerkostenneutralen Vorschlag" habe man der Bundesregierung zur Entspannung der Lage unterbreitet. Er sei zumutbar und würde helfen, sonst unvermeidbare Insolvenzen zu verhindern, so Schulenberg. "Es geht um die kleinen und mittelgrossen Veranstalter, nicht um Eventim. Als Eventim sind wir stark genug."

Die Veranstalter hätten für viele Leistungen in Vorkasse gehen müssen und unter anderem für Künstler, Lichtdesigner, Marketing und vieles mehr bereits gezahlt, sagte Schulenberg, der sich auch in einem der dpa vorliegenden Brief an einige Bundestagsabgeordnete wandte. "Wenn jetzt alle kommen und sofort das Geld zurückwollen, das der Veranstalter ja schon ausgegeben hat, in der Erwartung, dass die Show stattfindet, dann wird es sehr, sehr schwierig."

In dem Schreiben an die Parlamentarier betont Schulenberg, dass die deutsche Veranstaltungswirtschaft die "tragende Säule des Kultur- und Freizeitlebens in unserem Land" sei. Die in ganz Deutschland geltenden Veranstaltungsverbote seien ein massiver und zielgerichteter Eingriff in den Gescha?ftsbetrieb einer ganzen Branche, der ohne Beispiel sei. Ohne geeignete Unterstu?tzungsmassnahmen werde das zu einem noch nicht absehbaren Schaden für die deutsche Kulturlandschaft führen./hr/DP/zb

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EU-Regierungschefs sollen

EU-Regierungschefs sollen über Nothilfen für Italien & Co entscheiden

Die Finanzminister der Euro-Zone haben am Dienstag überwiegend die Idee unterstützt, den Rettungsfonds ESM für Hilfen in der Corona-Krise zu nutzen.

24.03.2020 23:08

Um die ökonomischen Folgen der Pandemie abzumildern, könnten Länder die Möglichkeit bekommen, rund zwei Prozent ihrer Wirtschaftsleistung als vorsorgliche Kreditlinie vom ESM zu bekommen. Das sagte Eurogruppenchef Mario Centeno nach Beratungen der Finanzminister.

Für die Überlegungen gebe es breite Unterstützung. Es brauche aber noch etwas Zeit, um die Details zu klären. Die endgültige Entscheidung, ob der Europäische Stabilitätsmechanismus dafür angezapft wird, sollten die Staats- und Regierungschefs dann am Donnerstag in ihrer Telefonkonferenz treffen.

Der ESM hat ungenutzte Kreditlinien in Höhe von 410 Milliarden Euro. Der Fonds wurde in der Staatsschuldenkrise ins Leben gerufen, um Ländern zu helfen, die Probleme haben, sich am Kapitalmarkt Geld zu leihen. In der aktuellen Corona-Krise würde er nach dem Willen der Finanzminister allen Staaten zur Verfügung stehen, wenn diese einen Antrag stellen sollten. Am stärksten betroffen sind in der Euro-Zone Italien und Spanien.

Auch Deutschland hat zahlreiche bestätigte Infektionen, kann dank seiner besseren Staatsfinanzen aber genügend eigene Mittel aufbringen.

Beruhigung von Investoren

ESM-Hilfen könnten nervöse Investoren an der Börse beruhigen. Denn mit den Krediten des Fonds werden auch potenziell unbegrenzte Käufe von Staatsanleihen des Landes durch die Europäische Zentralbank möglich, sollte die EZB entscheiden, dass dies nötig ist.

Europa dürfte wegen der Corona-Krise dieses Jahr in eine schwere Rezession stürzen. Das könnte am Kapitalmarkt zu Wetten gegen bereits hoch verschuldete Euro-Länder führen, namentlich Italien. Das soll mit der ESM-Unterstützung unterbunden werden. Zuletzt war aber strittig, ob Auflagen mit den Hilfen einhergehen sollten. Italien, Spanien und Griechenland sind gegen solche Auflagen, reichere Staaten wie Deutschland, Finnland, die Niederlande und Österreich dafür.

Eine Reaktion von des deutschen Finanzministers Olaf Scholz war zunächst nicht erhältlich. "Bild" hatte er zuletzt gesagt, der Euro sei stabil und eine der führenden Währungen der Welt. "Wir sind stark genug, den Euro zu verteidigen."

(Reuters)

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Neun EU-Staats- und

Neun EU-Staats- und Regierungschefs fordern gemeinsame Corona-Anleihe

Die Staats- und Regierungschefs von Frankreich, Italien und Spanien sowie sechs weiteren EU-Ländern fordern angesichts der Virus-Krise die Ausgabe gemeinsamer Anleihen.

25.03.2020 13:12

Notwendig sei ein "gemeinsames Schuldeninstrument", um mehr Mittel zur Bekämpfung der Pandemie für das Gesundheitswesen und die Wirtschaft zu bekommen, heisst es in einem Schreiben, das die Nachrichtenagentur Reuters am Mittwoch einsehen konnte.

"Wir müssen an einem gemeinsamen Schuldtitel arbeiten, der von einer europäischen Institution ausgegeben wird, um auf dem Markt Mittel zu beschaffen", heisst es in dem Brief an den Präsidenten des Europäischen Rates, Charles Michel. Notwendig seien "eine ausreichende Grösse und eine lange Laufzeit, um voll effizient zu sein".

Die Staats- und Regierungschefs der EU wollen an diesem Donnerstag eine dritte Videokonferenz zum Thema Coronavirus abhalten. Minister der Euro-Staaten hatten sich am Dienstag nicht auf eine gemeinsame Ausgabe von Anleihen einigen können. Sie wiesen darauf hin, dass der Euro-Rettungsfonds ESM vorsorglich Kreditlinien als Sicherheitspolster verlängern werde.

Der Brief - der auch von den Staats- und Regierungschefs Portugals, Irlands, Luxemburgs, Sloweniens, Belgiens und Griechenlands unterzeichnet wurde - fordert die Währungsunion ausserdem auf, "andere Instrumente wie eine spezifische Finanzierung für Corona-bezogene Ausgaben im EU-Haushalt" für 2020 und 2021 zu prüfen.

Die Idee hinter sogenannten Corona-Bonds ist, dass sich wirtschaftlich stärkere Staaten wie Deutschland oder die Niederlande mit schwächeren verbünden und gemeinsame Anleihen ausgeben. Italien etwa würde dann deutlich weniger Zinsen zahlen müssen, weil Investoren die Gemeinschaftsanleihen dank der hohen Bonität von Deutschland einen geringeren Risikoaufschlag verlangen dürften.

(Reuters)

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Ifo-Index signalisiert

Ifo-Index signalisiert beispiellosen Konjunktureinbruch

(Zusammenfassung) - Das Ifo-Geschäftsklima ist wegen der Corona-Krise in einem bisher beispiellosen Mass eingebrochen. Im März sei der Indexwert auf 86,1 Punkte gefallen, nach 96,0 Punkten im Monat zuvor, teilte das Ifo-Institut am Mittwoch nach einer zweiten Veröffentlichung der Umfrageergebnisse in München mit. Dies sei der stärkste Rückgang des wichtigsten deutschen Konjunkturbarometers seit der deutschen Wiedervereinigung und der niedrigste Wert seit Juli 2009, hiess es weiter. "Die deutsche Wirtschaft steht unter Schock", kommentierte Ifo-Präsident Clemens Fuest.

25.03.2020 12:00

Das Ifo-Geschäftsklima basiert auf einer Umfrage unter rund 9000 Unternehmen. Bereits in der vergangenen Woche hatte das Ifo-Institut ein vorläufiges Ergebnis zum Geschäftsklima im März veröffentlicht. In der ersten Erhebung hatte die Ifo-Forscher noch einen Rückgang des Index für das Geschäftsklima auf 87,7 Punkte gemeldet.

Insbesondere die Konjunkturwartungen der Unternehmen haben sich im März "wie nie zuvor verdüstert". "Der Rückgang der Erwartungen im verarbeitenden Gewerbe ist mit Blick auf 70 Jahre Umfragen in der Industrie historisch einmalig", hiess es weiter in der Mitteilung. Auch die Einschätzungen zur aktuellen Lage haben die Unternehmen deutlich schlechter eingeschätzt.

Im Handel ist das Geschäftsklima laut Ifo-Institut ebenfalls eingebrochen. Hier stürzten die Erwartungen für die künftigen Geschäfte auf den niedrigsten Wert seit der Wiedervereinigung. Dabei seien Gross- und Einzelhandel gleichermassen stark getroffen.

In dem extrem negativen Umfeld gab es aber auch Ausnahmen. Das Ifo-Institut verwies als "positive Ausnahmen" auf die Lebensmittel- und Drogeriemärkte. Ausserdem sei die Stimmung im Bauhauptgewerbe nur vergleichsweise moderat gesunken. Demnach seien Bauunternehmen gegenwärtig mit ihrer aktuellen Lage noch sehr zufrieden. Der Ausblick hat sich jedoch deutlich verschlechtert.

Auch die Wirtschaftsstimmung in der Eurozone war am Dienstag als Folge der Corona-Krise dramatisch eingebrochen. Wie das Marktforschungsinstitut IHS Markit mitteilte, sackte der von ihm erhobene Einkaufsmanagerindex im März um 20,2 Punkte auf 31,4 Zähler ab. Das ist ein Rekordtief. Selbst das bisherige historische Tief aus Zeiten der Finanzkrise wurde klar unterboten. Besonders stark trübte sich die Stimmung unter den Dienstleistern ein.

Ökonomen zeigten sich am Mittwoch von den Ifo-Zahlen wenig überrascht. Der dramatische Einbruch sollte niemanden wundern, hiess es in einer ersten Einschätzung von Carsten Brzeski, Chefökonom der ING. Die Wirtschaftsdaten für März und die folgenden Monate dürften schrecklich ausfallen: "Rezession ist vermutlich nicht mehr die korrekte Beschreibung für einen fast kompletten Stillstand".

Auch die Landesbank Baden-Württemberg sah ihre Erwartungen bestätigt: "Der März war eine Katastrophe, der April ist bisher vor allem eine Drohung, frühestens der Mai könnte wieder ein Versprechen werden", kommentierte Uwe Burkert, Chefvolkswirt der Landesbank die Lage.

Eigene Berechnungen der Commerzbank gehen sogar von einer noch gravierenderen Situation beim Geschäftsklima in Deutschland aus. Laut Chefökonom Jörg Krämer sei der Stimmungsabschwung bei den Firmen, die seit Veröffentlichung der vorläufigen Zahlen auf die Anfragen des Ifo Instituts geantwortet hätten, viel stärker. Ein scharfer Einbruch der Wirtschaft im zweiten Quartal ist aus Sicht von Krämer daher unausweichlich./ssc/mf/mis

(AWP)

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Reallöhne in Deutschland auch

Reallöhne in Deutschland auch 2019 gestiegen

Arbeitnehmer in Deutschland haben 2019 das sechste Jahr in Folge von einem über der Inflation liegenden Lohnanstieg profitiert. Sie hatten dadurch unter dem Strich mehr Geld in der Tasche als ein Jahr zuvor. Die um die allgemeine Preissteigerung bereinigten Verdienste, die sogenannten Reallöhne, stiegen nach endgültigen Berechnungen des Statistischen Bundesamtes im Schnitt um 1,2 Prozent. Die Behörde bestätigte am Mittwoch vorläufige Zahlen.

25.03.2020 11:59

Nominal stiegen die Löhne um 2,6 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Die Verbraucherpreise erhöhten sich um 1,4 Prozent. Damit blieb unter dem Strich ein Plus von 1,2 Prozent.

Der seit Jahren andauernde Trend, dass die Bruttoverdienste der Arbeitnehmer stärker steigen als die Verbraucherpreise, setzte sich damit fort. Seit 2014 gab es bei den Reallöhnen auf Jahressicht ein Plus. Am stärksten fiel der Anstieg 2015 mit 2,1 Prozent aus. Damals lag die Inflation nur bei 0,5 Prozent.

Dass die Beschäftigten mehr Geld zur Verfügung haben, stärkt ihre Kaufkraft und kann den Konsum als wichtige Stütze der heimischen Konjunktur ankurbeln. Auch im vergangenen Jahr hatte die Konsumfreude der Verbraucher die Konjunktur in Europas grösster Volkswirtschaft gestützt.

Im Schnitt verdienten Vollzeitbeschäftigte im vergangenen Jahr brutto einschliesslich Sonderzahlungen wie Leistungsprämien 52 803 Euro. Allerdings gibt es nach wie vor ein deutliches Gefälle zwischen Ost und West. Vollzeitbeschäftigte in den alten Bundesländern hatten brutto im Schnitt 54 550 Euro auf dem Lohnzettel stehen. Im Osten waren es mit 41 534 Euro fast ein Viertel weniger.

Zum Jahresende 2019 schwächte sich der Anstieg der Reallöhne etwas ab. Sie legten im vierten Quartal gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 0,7 Prozent zu./mar/DP/fba

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Corona-Krise lässt deutsche

Corona-Krise lässt deutsche Verbraucherstimmung einbrechen

Die aktuelle Corona-Krise hat die Verbraucherstimmung in Deutschland auf den niedrigsten Wert seit der Finanzkrise einbrechen lassen. In seinem monatlich ermittelten Konsumklimaindex prognostiziert der Nürnberger Marktforscher GfK für April einen Rückgang um 5,6 Punkte auf 2,7 Zähler.

26.03.2020 08:05

Nur im Mai 2009 auf dem Höhepunkt der Finanz- und Wirtschaftskrise lag der Index mit 2,6 Punkten niedriger. "Ein so starker Rückgang ist seit Beginn der Erstellung des Konsumbarometers 1994 beispiellos", sagte GfK-Konsumexperte Rolf Bürkl.

Die Verbraucher sehen auf Deutschland wirtschaftlich sehr schwierige Zeiten zukommen, so die GfK. Gefragt nach ihrer Konjunktureinschätzung äusserten sie sich so negativ wie zuletzt im August 2012.

Drohende Kurzarbeit und steigende Arbeitslosenzahlen schlügen auf die eigene Einkommenserwartung durch. "Die Angst vor dem Jobverlust hat stark zugenommen", sagte Bürkl. Handel, Hersteller und Dienstleister müssten sich auf eine Rezession einstellen./mac/DP/stk

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Exporterwartungen der

Exporterwartungen der deutschen Industrie brechen ein wie noch nie

Die Stimmung unter den deutschen Exporteuren hat sich im März wegen der Coronavirus-Pandemie so stark eingetrübt wie noch nie.

26.03.2020 08:02

Das Barometer für die Exporterwartungen der Industrie brach von minus 1,1 auf minus 19,8 Punkte ein, wie das Ifo-Institut am Donnerstag zu seiner monatlichen Umfrage unter 2300 Unternehmen mitteilte. Dies ist der stärkste Rückgang seit der Wiedervereinigung und der niedrigste Wert seit Mai 2009. "Die Corona-Pandemie bremst den weltweiten Handel aus. Die länderübergreifende Logistik wird schwieriger", sagte Ifo-Präsident Clemens Fuest. "Deutschland als Exportnation ist besonders davon betroffen."

Die Aussichten fielen in nahezu allen Industriebranchen. Besonders hart trifft es demnach die Autobauer, die mit deutlichen Rückgängen bei den Exporten rechnen. "Auch im Maschinenbau ist der Ausblick düster", sagte Fuest. Gleiches gilt für die Hersteller von Textilien und Bekleidung. Vergleichsweise moderat waren die Rückgänge bei den Herstellern von elektrischen Ausrüstungen und in der Chemieindustrie.

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Grossbritannien:

Grossbritannien: Einzelhandelsumsätze sinken überraschend

Die Umsätze im britischen Einzelhandel sind im Februar überraschend gesunken. Die Erlöse seien im Monatsvergleich um 0,3 Prozent gefallen, teilte das Statistikamt ONS am Donnerstag in London mit. Volkswirte hatten hingegen im Schnitt mit einem Zuwachs von 0,2 Prozent gerechnet.

26.03.2020 08:31

Im Januar waren die Umsätze noch um revidiert 1,1 Prozent gestiegen, nachdem zunächst ein Zuwachs um 0,9 Prozent ermittelt worden war. In den Februar-Daten spiegeln sich die Auswirkungen der Corona-Krise noch kaum wider. Sie dürften erst die März-Daten stark beeinflussen.

Im Vergleich zum entsprechenden Vorjahresmont stagnierten die Umsätze im Februar. Volkswirte hatten mit einem Anstieg um 0,7 Prozent gerechnet. Nach Herausrechnung von schwankungsanfälligen Treibstoffumsätzen fielen die Gesamtumsätze sowohl im Jahresvergleich als auch im Monatsvergleich ebenfalls enttäuschend aus. Im Monatsvergleich gingen sie stärker als erwartet zurück, im Jahresvergleich stiegen sie schwächer als erwartet./jkr/mf/mis

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Eurozone: Wachstum der

Eurozone: Wachstum der Geldmenge beschleunigt sich

In der Eurozone hat sich das Wachstum der Geldmenge im Februar überraschend beschleunigt. Die breit gefasste Geldmenge M3 erhöhte sich gegenüber dem Vorjahresmonat um 5,5 Prozent, wie die Europäische Zentralbank (EZB) am Donnerstag in Frankfurt mitteilte. Analysten hatten wie im Monat zuvor mit einem Zuwachs um 5,2 Prozent gerechnet.

26.03.2020 10:59

Das Wachstum der enger gefassten Geldmenge M1 betrug 8,1 Prozent, nach 7,9 Prozent im Vormonat. M1 gilt aufgrund des hohen Anteils an kurzfristigen Bankeinlagen als Konjunkturindikator.

Die Kreditvergabe an die privaten Haushalte weitete sich im Februar etwas aus. Sie stieg im Jahresvergleich um 3,8 Prozent, nachdem die Rate im Vormonat noch bei 3,7 Prozent gelegen hatte. Die Wachstumsrate der Kredite an Unternehmen ausserhalb des privaten Finanzsektors betrug 3,0 Prozent, nach 3,2 Prozent im Januar./jkr/bgf/mis

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Frankreich: Corona-Krise

Frankreich: Corona-Krise lässt Geschäftsklima einbrechen

Frankreichs Wirtschaft wird durch die Corona-Krise massiv belastet. Im März sei die Stimmung in den Unternehmen so stark wie noch nie eingebrochen, wie aus Daten des Statistikamtes Insee vom Donnerstag hervorgeht. Der Indexwert für das Geschäftsklima sei um 10 Punkte auf 95 Zähler gefallen. Einen derart starken Einbuch hat es seit Beginn der Erhebung nicht gegeben.

26.03.2020 08:58

Analysten hatten mit einem Einbruch des Konjunkturbarometers für die zweitgrösste Volkswirtschaft der Eurozone gerechnet, waren aber nur von einem Rückschlag auf 97 Punkte ausgegangen. Zuvor hatte es bereits in Deutschland eine ähnliche Entwicklung gegeben, wo es zu einem historischen Einbruch des Ifo-Geschäftsklimas gekommen war./jkr/ssc/fba

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Deutsche Pharmabranche

Deutsche Pharmabranche fordert mehr Rückendeckung in Corona-Krise

Die deutsche Pharmaindustrie hat mehr Rückendeckung von der Politik gefordert, um in der Corona-Krise die Produktion und den Standort zu sichern. Als Reaktion auf die Pandemie solle die Branche als systemrelevant eingestuft werden, erklärte der Bundesverband der Pharmazeutischen Industrie (BPI) am Donnerstag in Berlin. Das würde den Beschäftigten volle Bewegungsfreiheit geben.

26.03.2020 15:57

Zudem müssten die Pharma-Unternehmen in die Beschaffung von Schutzkleidung einbezogen werden, hiess es in einem Brief an Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU). Fehlten nötige Schutzkleidung und Desinfektionsmittel, drohten Produktionseinschränkungen. Ferner seien mehr Corona-Tests nötig, um wichtiges Personal in Produktion und Qualitätskontrolle nach Verdachtsfällen "freizuprüfen" oder bei milden Symptomen Infektionen auszuschliessen. Mitarbeiter in versorgungskritischen Bereichen etwa in Praxen und Kliniken müssten vorrangig getestet werden.

Gerade in der Krise gelte es, die Pharma-Branche zu stärken. "Wir sind bei der Versorgung der Menschen in unserem Land zu stark von aussereuropäischen Standorten abhängig", sagte der BPI-Vorstandsvorsitzende Martin Zentgraf mit Blick auf die Debatte um Arznei-Engpässe.

Da Wirkstoffe etwa für Antibiotika stark in Indien und China produziert werden, stockt es bei Produktionsunterbrechungen oder Arznei-Verunreinigungen schnell in der Lieferkette. Engpässe bei Arzneien gibt es schon länger. Im Zuge der Corona-Krise mehrten sich zuletzt aber Rufe, die Pharmaproduktion in Europa auszubauen./als/DP/jha

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Deutsche Autohäuser schicken

Deutsche Autohäuser schicken Mitarbeiter in Kurzarbeit

Im deutschen Autohandel gibt es wegen der Coronavirus-Krise nahezu flächendeckend Kurzarbeit. Rund 70 Prozent der Autohäuser und Kfz-Betriebe hätten bereits Kurzarbeitergeld in Anspruch genommen, berichtete der Zentralverbands Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe (ZDK). Für die Mitarbeiter im Verkauf hätten sogar 90 Prozent der Betriebe Kurzarbeit beantragt. Das habe eine Umfrage ergeben, an der sich mehr als 1000 Betriebe beteiligt hätten.

26.03.2020 15:57

In Deutschland ist zur Eindämmung der Pandemie auch der stationäre Autohandel untersagt worden. Das sei für viele Autohändler eine Katastrophe, weil das Verbot die verkaufsstarke Frühjahrssaison treffe. Die dadurch verursachten Umsatzausfälle könnten, abhängig von der Dauer der Krise, für viele Unternehmen existenzbedrohend werden, beklagt der Verband.

ZDK-Präsident Jürgen Karpinski forderte eine Erhöhung des Kurzarbeitergelds. Ein Kurzarbeitergeld von 60 oder 67 Prozent des pauschalierten Netto-Entgelts werde bei vielen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern im Kfz-Gewerbe zu finanziellen Schwierigkeiten führen. Das Kurzarbeitergeld müsse deshalb auf 80 beziehungsweise 87 Prozent erhöht werden. "Da die überwiegend kleinen und mittelständischen Kfz-Betriebe meist nicht über die notwendigen wirtschaftlichen Rücklagen verfügen, um diese Lücke zu schliessen, sollte dies auf dem Weg staatlicher Ausgleichszahlungen erfolgen" forderte Karpinski./hff/DP/jha

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Coronavirus: Grosse Nachfrage

Coronavirus: Grosse Nachfrage nach KfW-Hilfskrediten

Der Zeitdruck ist gewaltig: Die ersten KfW-Hilfskredite sind bereits in der ersten Woche des staatlichen Sonderprogramms ausgezahlt worden.

27.03.2020 06:44

Banken und Sparkassen werden geradezu überrannt von Anfragen - und sie versichern unisono: Wir tun alles, um kleinen wie grossen Firmen in der Corona-Krise rasch zu helfen. Bis Mittwochabend lagen der staatlichen Förderbank KfW 195 Anträge über insgesamt 4,8 Milliarden Euro vor. "Wir erhalten Kreditanträge über alle Grössenklassen verteilt, der Schwerpunkt liegt jedoch bei kleinvolumigeren Kreditanträgen bis eine Million Euro", sagte eine KfW-Sprecherin in Frankfurt. "Die KfW ist darauf vorbereitet, auch hohe Stückzahlen von Krediten zu bearbeiten." KfW-Chef Günther Bräunig sagte dem "Handelsblatt" (Freitag), er stelle sich auf bis zu 100'000 Anträge ein.

Der Bäcker an der Ecke, die Stammkneipe oder der Malermeister - viele kleine Betriebe bangen um ihre Existenz. Infolge der Corona-Krise sind Aufträge und Umsätze binnen kürzester Zeit weggebrochen, Kosten wie Mieten und Strom aber müssen weiterhin bezahlt werden. Aber auch ganze Branchen wie Luftfahrt und Automobilindustrie trifft es hart.

Die Nerven vieler Unternehmen liegen blank

Seit dem 23. März können Firmen Mittel aus dem KfW-Sonderprogramm bei ihrer Hausbank beantragen. Die staatliche Förderbank - und damit die öffentliche Hand - übernimmt den Grossteil des Risikos für den Fall, dass Unternehmer das Geld nicht zurückzahlen können.

Bei Betriebsmittelkrediten und Investitionen kleiner und mittlerer Unternehmen trägt die KfW 90 Prozent des Kreditrisikos. Bei grösseren Firmen sind es 80 Prozent. Für Kredite bis drei Millionen Euro pro Unternehmen verzichtet die KfW auf eine eigene Risikoprüfung. Bei Summen bis zehn Millionen Euro gibt es eine vereinfachte Prüfung. Die Zinsen liegen je nach Grösse des Unternehmens zwischen 1 und 2,12 Prozent bei Krediten mit fünf Jahren Laufzeit.

Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) hatte unbürokratische Bearbeitung zugesichert: "Die Auszahlung erfolgt schnellstmöglich, denn wir wissen, dass für viele Unternehmen jede Woche zählt." Unter anderem DIHK-Präsident Eric Schweitzer hatte zur Eile gemahnt: "Die Nerven vieler Unternehmer liegen blank, denn sie haben bereits einige Wochen Durststrecke hinter sich."

Die Banken müssen die Risiken im Blick behalten

Die Kreditwirtschaft ist bemüht, die Flut der Anträge schnellstmöglich abzuarbeiten - allerdings betonen Banken und Sparkassen auch, Kreditanträge würden weiterhin sorgfältig geprüft.

Banken müssten "die Risiken weiter im Blick behalten", sagte etwa Stefan Bender, Leiter Unternehmensbank Deutschland der Deutschen Bank. "Wie lange die Bonitätsprüfung dauert, hängt auch vom jeweiligen Kunden und seinem Risiko ab. Und klar ist auch: Wenn der Kunde schon vor der Corona-Krise massive Probleme hatte, sein Geschäft fortzuführen, bekommt er möglicherweise keinen Förderkredit." Bei Deutschlands grösstem Geldhaus seien innerhalb der ersten drei Tage mehr als 10'000 Kundenanfragen aller Grössenordnungen eingegangen. "Auch wir haben unsere Prozesse deutlich vereinfacht und konnten schon in den ersten Stunden Kreditzusagen geben", sagte Bender.

Auch die Commerzbank bemüht sich um Tempo, verweist aber ebenfalls auf die Notwendigkeit einer genauen Prüfung der Anträge. "Die 90-prozentige Haftungsübernahme des Staates hilft natürlich bei der Bewilligung von Krediten, aber sie ersetzt nicht die individuelle Risikoprüfung", sagte der Firmenkundenchef des Instituts, Roland Boekhout, der Deutschen Presse-Agentur. "Eine Komplettübernahme der Haftung würde den Prozess natürlich noch beschleunigen."

Die Banken sehen sich als Teil der Lösung

KfW-Chef Bräunig betonte indes, die bislang vorgesehene Mithaftung der Banken solle beibehalten werden. "Ich halte es für wichtig, dass bei den Banken eine Mithaftung von 10 beziehungsweise 20 Prozent verbleibt. Das erscheint mir die entscheidende Mindestgrenze zu sein", sagte er dem "Handelsblatt". Aus der Wirtschaft waren Forderungen laut geworden, die Bundesregierung solle die Hilfskredite zu 100 Prozent absichern, um das Geld so noch schneller an die Firmen zu bringen.

Die Banken selbst betonten zuletzt immer wieder, sie sähen sich - anders als in der Finanzkrise 2008/2009 - als Teil der Lösung. "Noch nie haben wir ein Programm so schnell startklar bekommen", stellte Bräunig fest. Der Präsident des Deutschen Sparkassen- und Giroverbandes (DSGV), Helmut Schleweis, hatte in der vergangenen Woche geschildert, einzelne Institute hätten sogar Mitarbeiter aus dem Ruhestand zurückgeholt, um Kreditanträge schnell zu bearbeiten.

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Deutsche Busunternehmen sehen

Deutsche Busunternehmen sehen sich wegen Corona-Krise in Existenz bedroht

Viele Busunternehmen in Deutschland sehen sich durch die Corona-Krise in ihrer Existenz bedroht. Etwa ein Drittel (32 Prozent) geht davon aus, die aktuelle Situation maximal vier Wochen lang durchhalten zu können, wie eine Umfrage des Bundesverbands Deutscher Omnibusunternehmer (bdo) bei seinen Mitgliedern ergab, deren Ergebnisse der Deutschen Presse-Agentur vorab vorlagen. Weitere 57 Prozent glauben, ein bis drei Monate durchhalten zu können.

27.03.2020 06:42

"Viele Betriebe können die aktuelle Lage nicht mehr lange überstehen und brauchen jetzt sofort wirksame Bundeshilfen", sagte bdo-Hauptgeschäftsführerin Christiane Leonard. "Andernfalls gehen wichtige Strukturen im Verkehr verloren, die wir dringend benötigen, um die Mobilität in Deutschland weiter aufrecht zu erhalten."

Schon jetzt bezifferten die 1051 befragten Unternehmen die Schäden durch die Corona-Krise im Schnitt auf gut 300 000 Euro pro Betrieb. Mehr als zwei Drittel berichten zudem, dass ihre Umsätze auf weniger als ein Viertel des normalen Wertes abgestürzt sind. 72 Prozent sagten, sie spürten bereits starke oder existenzbedrohende wirtschaftliche Auswirkungen.

Dass die Ergebnisse nicht noch schlechter ausfielen, liegt unter anderem daran, dass knapp ein Drittel der teilnehmenden Unternehmen vor allem im öffentlichen Personennahverkehr tätig ist. Dort sind die Auswirkungen der Krise geringer. Rechnet man diese Unternehmen heraus, berichten sogar 88 Prozent von bereits spürbaren starken oder existenzbedrohenden Auswirkungen./ruc/DP/zb

(AWP)

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