Schuldgeldsystem

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Nebukadnezar
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Schuldgeldsystem

Ich eröffne diesen Thread um über das heutige Schuldgeldsystem zu diskutieren. Im Gottexthread wurde es heute angeschnitten, hier der Link dazu;

http://classic.cash.ch/community/forum/aktien-schweiz/gottex?page=248

Ich hoffe wir können diese Diskussion hier weiterführen.

 

sime
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Gute Idee. Ich freue mich schon auf interessante Beiträge. MF wird sicher auch mitschreiben. Es soll nur kontrovers werden, das öffnet die Blickwinkel.

sime
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Die Theorie der Chronologie eines römischen Imperiums lautet wie folgt:

1.Phase

Man schafft gutes Geld. Das beginnt immer mit Gold oder einem Goldstandard. Das schafft Vertrauen ins Geld.

 

2.Phase

Damit das System Schule machen kann, muss es prosperieren. Man erhöht die Sozialausgaben und in die Infrastruktur.

 

3.Phase

Mit der florierenden Wirtschaft wächst auch der politische Einflussbereich eines Staates. Deshalb baut man sich eine starke Armee auf.

 

4.Phase

Die Armee kommt eventuell zum Einsatz und die Ausgaben explodieren.

 

5.Phase

Um die Kriege zu finanzieren, muss die Geldmenge ausgeweitet werden. Im römischen Reich hat man die Goldmünzen mit anderen Metallen vermischt, um das Gewicht des Goldes zu sparen. Heute druckt man einfach das Papiergeld und trennt sich vom Goldstandard. Die USA hat den Goldstandard 1971 unter Nixon aufgehoben. Seither weiss niemand mehr, wieviel Geld überhaupt im Umlauf ist.

 

6.Phase

Die Ausweitung der Geldmenge verursacht eine Umverteilung des Vermögens. Das Geld verliert an Wert und die Menschen verlieren das Vertrauen in das Geld, weil sie mehr Geld für die Produkte bezahlen müssen, als früher und trotzdem nicht mehr Geld verdienen.

 

7.Phase

Die schleichende Inflation wird in der finalen Phase auf eine sich dramatische und tragische Weise in eine Hyperinflation wenden. Wenn die ganze Masse und auch Ottonormalverbraucher nämlich realisiert, dass Geld kein Wert mehr besitzt und alle in das Gold und andere Rohstoffe flüchten, um nicht alles zu verlieren. Das ist die grösste Umverteilung des Vermögens eines Imperiums. Diejenigen, welche sich rechtzeitig positioniert haben, werden reich und alle anderen werden arm, weil sie auf dem Geld sitzen bleiben.

 

Es ist unschwer zu erkennen, dass das globale System vom US-Dollar geprägt ist und die USA der Nachfolger des römischen Imperiums ist. Die ganze Welt ist somit Teil des amerikanischen Imperiums, da alle  Rohstoffe seit 1946 hauptsächlich über den Dollar abgerechnet werden muss, als das Bretton Woods- Abkommen zustande kam. Die letzten zwei Jahre war von den Medien praktisch totgeschwiegen, sehr entscheidendes unter den Staaten geschehen. China und Japan, die Top 2 und 3 der Weltwirtschaft haben ein Abkommen unterzeichnet, nach welchem sie die Waren ohne Dollar handeln wollen und ihre eigene Währung brauchen wollen. Russland hat nach Chinas Aufruf, das Öl in der jeweiligen exportierenden Währung zu kaufen, zugestimmt und gesagt, sie werden das Öl und Gas in Rubel verkaufen. Iran, der grösste Öllieferant von China, bekommt Gold für Öl, wie auch Indien sich dazu bereit erklärt hat. Die Bricks-Staaten haben auch ein Abkommen unterzeichnet, wonach sie ohne Dollarleitwährung ihre Waren und Rohstoffe austauschen wollen. Australien, der grösste Rohstofflieferant Chinas, hat mit China ein ebenähnliches Abkommen unterzeichnet. Die Tragweite wurde praktisch von den Medien totgeschwiegen. Zuletzt hat auch China mit der Lockerung des Renminbi eine Politik geschaffen, welche dem Dollar ganz klar den Kampf ansagt. So kann man beispielsweise in London schon chinesische Staatsanleihen handeln. China schafft also die Restriktionen ihre bisherigen Politik ab, um der Welt leichteren Zugang in ihre Währung zu machen, damit man die chinesische Währung als Handelswährung braucht. Aus all diesen Gründen ist davon auszugehen, dass wir am Ende der Phase 6 angelangt sind.

 

http://www.handelsblatt.com/finanzen/rohstoffe-devisen/devisen/neue-welt...

Nebukadnezar
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Das exponentielle Schuldgeldsystem

 

Das Wort „Schuldenkrise“ ist heute in aller Munde. Es wird dann davon gesprochen, dass wir „über unseren Verhältnissen gelebt haben“ und darüber debattiert, wie man mit Sparprogrammen oder Steuererhöhungen die Schulden zurückzahlen könne. Dabei herrscht ein krasses Missverständnis darüber, woher diese Schulden überhaupt kommen, warum sie ständig steigen und warum eine „Rückzahlung“ der Schulden in unserem derzeitigen Geldsystem unmöglich ist.

Um die Schuldenkrise zu verstehen, muss man erkennen, dass es sich in Wirklichkeit um eine „Geldkrise“ handelt. Lassen Sie mich das genauer erklären.

Alles Geld nimmt heutzutage seinen Ursprung im Bankensystem. Es wird dabei von der Zentralbank durch eine Bilanzverlängerung erzeugt. Dies ist ein einfacher Buchungssatz: neues Geld entsteht auf der Passivseite und neue Schulden auf der Aktivseite. Ja, richtig: Geld entsteht durch Kreditvergabe, ein nettes Wort für Verschuldung. Seit Jahrtausenden war Geld ein reales Gut mit intrinsischem Wert, wie zum Beispiel Gold und Silber. Heutzutage entsteht Geld aus dem Nichts und alle Dollars, Euros und sonstigen Papierwährungen basieren auf den Schuldenversprechen der Staaten, Unternehmen und privaten Haushalte und damit dem Vertrauen in deren Rückzahlung in der Zukunft.

Wir halten also fest, dass unser ‚modernes’ Geld durch Schulden gedeckt ist. Wobei liegt da das Problem? Nehmen wir an, Sie nehmen einen Kredit über 100€ auf. Das Geld, das sie erhalten, entsteht dabei erst in dem Moment der Vertragsunterzeichnung und zwar aus dem Nichts. Sie sind dann verpflichtet nach sagen wir einem Jahr 105€ zurückzuzahlen. Nun kommt die alles entscheidende Frage: Woher nehmen Sie die Zinsen zur Tilgung der Schuld? Es existieren bisher ja nur die 100€. Die einzige Möglichkeit ist, dass sich irgendwo im Wirtschaftssystem jemand anderes verschulden muss um das Geld für diese Zinsen durch Kreditaufnahme seinerseits zu erstellen.

 

Das ist der Grundcharakter unseres „modernen“ Geldsystems. Das mag zunächst belanglos klingen, doch es birgt dramatische Folgen, denn es müssen ständig neue Nachschuldner gefunden werden. Wenn die Schuldner nämlich anfangen Kredite zurückzuzahlen, dann verschwindet das durch Bankkredit geschöpfte Geld wieder im Nichts und die Geldmenge (M3 als Maßzahl hierfür) schrumpft. Dadurch ist nun weniger Geld im Umlauf mit dem die verbleibenden Schuldner ihrerseits ihre Schulden bedienen könnten. Dies führt zur sogenannten „deflationären Todesspirale“ bei der immer mehr Geld (Kredit) verschwindet und immer mehr Schuldner zahlungsunfähig werden (= die Gläubiger verlieren ihr Vermögen). Immer mehr Unternehmen müssen den Bankrott erklären, weil fallende Preise und wirtschaftliche Unsicherheit einen Aufschub des Konsums nach sich ziehen. Die Arbeitslosigkeit schnellt in die Höhe, da die wirtschaftliche Aktivität zum erliegen kommt - das Horrorszenario der Politik und Zentralbanken.

Das ist der Grund, warum die Schulden in unserem derzeitigen Geldsystem praktisch nie zurückgezahlt werden können. Es kann durchaus zu deflationären Schocks kommen, wie beispielsweise 2008, doch eine anhaltende Deflation ist in einem Schuldgeldsystem nicht praktikabel. Bevor eine derartige Deflation eintreten kann, werden die Zentralbanken versuchen das Schuldsystem durch den Ankauf von Anleihen (öffentlichen und privaten Schulden) zu retten. Zur Rettung des schuldbasierten Wachstums baut der Staat seine Verschuldung aus, um die Kontraktion der privaten Schulden aufzuwiegen. Im Umkehrschluss gilt auch: Der Staat kann seine Schulden nur abbauen, wenn der private Sektor sich in der Summe entsprechend stärker verschuldet, so dass die Geldmenge dadurch nicht schrumpft.

Warum kann dieses Schuldgeldsystem also nur für kurze Zeit funktionieren? Da die Schulden nie getilgt werden, lassen die Zinsen und Zinseszinsen den Schuldenberg weiter ansteigen – und zwar exponentiell! Unser Finanzsystem kann unter diesen Voraussetzungen nur solange stabil funktionieren, wie diese wachsenden Schulden auch durch Wirtschaftsleistung gedeckt und somit nicht ausfallgefährdet sind. Das heißt also, dass die Wirtschaft zwangsweise in gleichem Maße wachsen muss. Dieses Experiment geht nun schon einige Jahrzehnte vonstatten und wir sind an einem Punkt angelangt, an dem unser Wachstum mit der unbarmherzigen Schuldenmaschine nicht länger mithalten kann und so steigt schon seit Jahren die relative Verschuldung beständig an – ein Signal, dass jeden von uns warnen sollte.

Im letzten deflationären Schock im Jahr 2008 „retteten“ die Regierungen dieser Welt unser Finanzsystem vor dem drohenden Zusammenbruch. Durch die Übernahme der Schulden privater Institutionen sind sie nun selber zum Insolvenzfall verkommen, wie es sich gerade an Europa zeigt. Doch machen sie keinen Fehler: Alle westlichen Nationen sind mit dem gleichen Grundproblem konfrontiert. Das Schuldgeldsystem braucht dringend jemand, der fähig und bereit ist noch neue Schulden aufzunehmen. Doch es scheint eine Schuldensättigung eingetreten zu sein. Und selbst wenn sich noch einmal neue Nachschuldner finden ließen: das Einzige was das bringen würde wäre mehr Zeit - und eine größere Fallhöhe.

Mit mathematischer Sicherheit muss und wird unser Schuldgeldsystem zusammenbrechen. Entweder kommt es zu beschriebenem deflationären Kollaps, oder zu einer massiven Inflation. Letztere wird eintreten, wenn die faulen Schulden durch anhaltende „Rettungspakete“ des Staates auf die Halter der Währung übergewälzt werden. Die fortwährende Schwächung des Geldwerts wird dann früher oder später zu einem Vertrauensverlust und einer Flucht aus den Papierwährungen führen. Beides sind 2 Gesichter einer Medaille: Schulden und Geldvermögen werden an Wert verlieren.

Fassen wir also zusammen: In einem schuldgedeckten Geldsystem muss es immer Schulden geben, da es sonst auch kein Geld mehr gäbe. Da die Schulden also nie getilgt werden, steigt der Schuldenberg durch Zins und Zinseszins im Zeitverlauf immer stärker an und zwingt uns zu Wirtschaftswachstum in selbigem Umfang. Da dieses Experiment gescheitert ist stehen wir nun vor dem Untergang dieses Geldsystems. Bereiten Sie sich darauf vor, indem Sie auf schuldenfreie Sachwerte wie Gold und Silber setzten und sich selbst und Andere über die Grundzüge dieses schuldbasierten Geldsystems und die nahenden wirtschaftlichen Herausforderungen informieren.

http://www.goldmoney.com/de/gold-research/chris-volke/das-exponentielle-...

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Die Welt hat genug für jedermanns Bedürfnisse, aber nicht für jedermanns Gier.

Nebukadnezar
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MarcusFabian
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Zu diesem Thema gibt es bereits den Thread Geldsysteme

Nebukadnezar
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Thanks für den Hinweis. Habe den Thread gesehen, aber dachte das er nicht die Zinsproblematik behandelt. Werde mich mal da ein bisschen durchlesen.

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MarcusFabian
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Nichts desto trotz:
Wir unterscheiden grundsätzlich zwischen Schuldgeldsystem und Warengeld. Dabei geht es nicht darum, ob und durch was Geld gedeckt ist oder in welcher Form (Münzen, Scheine, Bits-und-Bytes) das Geld in Umlauf ist sondern darum, wie unser Geld entsteht, also wer es produziert.

Wir haben ein Schuldgeldsystem und das bedeutet, dass jeder Franken, Dollar oder Euro durch eine Schuld auf die Welt kommt. Genauer als Schuld des Einen und entsprechend exakt gleich hohes Vermögen des Anderen. Schulden und Geldvermögen sind somit immer exakt gleich gross. Würden sämtliche Schulden bezahlt, gäbe es kein Geld mehr.

Unser Geld wird einerseits durch Zentralbanken produziert, andererseits auch durch Banken.
Das Zentralbankgeld erkennen wir sehr einfach. Es sind Banknoten und Münzen.
Das Giral- oder Buchgeld wird durch die Banken durch Kreditschöpfung erzeugt.
Beispiel hierzu: Wenn Du ein Haus für eine halbe Million kaufen möchtest und 400k Kredit brauchst, gehst Du zur Bank und wenn die Bank der Hypothek zustimmt, schreibt sie Dir 400k gut. Woher kommen diese 400k? Die landläufige Meinung dazu ist, dass es irgendwo vielleicht 400 Leute gibt, die je Fr. 1000 gespart und auf ihr Konto gelegt haben und von denen kommt das Geld.
Weit gefehlt! Die Summe aller vergebenen Kredite ist weitaus höher als das Sparkapital.
Die Bank tut folgendes: Sie geht mit dem Hypothekarvertrag zur SNB und hinterlegt Dein Schuldpapier in Höhe von Fr. 400k bei der SNB. Dafür bekommt sie eine Gutschrift auf ihr Konto in Höhe von Fr. 390k. 2.5% oder 10'000 muss sie selbst beisteuern. Aus den erwähnten Sparkapitalien zum Beispiel. Dieser Satz von 2.5% gilt übrigens nur in der Schweiz. In den USA liegt er bei 10%, in der EU bei 1%.

Diese 390k entstehen somit aus einem reinen Buchungssatz: "Forderung (Dir gegenüber) an Verbindlichkeit (der SNB gegenüber)" und die Geldmenge erweitert sich um 390k.

Für die Bank ein lohnendes Geschäft: Mal angenommen, die Hypothekarzinsen liegen bei 3%, dann kassiert die Bank bei Deinem 400k Kredit Fr. 12'000 pro Jahr. Für das Geschäft musste sie allerdings nur Fr. 10'000 aufschiessen. Der Rest ist reines Luft-Geld. Die Bank hat also eine Eigenkapitalrendite von 120% auf den effektiven Fr. 10'000. Oder anders ausgedrückt: Kreditvergabe in der Schweiz funktioniert mit einem Hebel von 40!

Es liegt also auf der Hand, dass die Banken dieses Schuldgeldsystem ausserordentlich schätzen und ausser Joe Ackermann hat bisher noch kein Banker offiziell zugegeben, dass das System genau so funktioniert.

Dass dies früher oder später zum Kollaps führt, hat Nebukadnezar ja schon schön aufgezeichnet. Ich gehe deshalb auch nicht nochmals darauf ein sondern ergänze nur mit folgendem Beispiel:

Das BSP der Euro-Zone liegt bei 12 Billionen Euro. die Bilanzsumme der Banken (also die Summe der Schulden) bei 34'427 Mrd. Euro. oder 360% des BSP.
Oder:
Vor 20 Jahren betrug das globale BSP 15 Billionen Dollar, der Umfang sämtlicher Derivate 1.5 Billionen. Also 10% des BSP.
Heute beträgt das globale BSP rund 45 Billionen, die Derivateblase ist auf 700 Billionen angestiegen. Also auf das 15-fache des BSP. CDS machen davon 32 Billionen aus. (Quelle: http://www.bis.org/publ/qtrpdf/r_qs1203.pdf , Seite 10, Table 4, Stand Juni 2011)

Es ist also richtig, festzustellen, dass unser Schuldgeldsystem aus dem Ruder läuft, es viel mehr virtuelles Geld gibt als die Menge an Gütern und Dienstleistungen rechtfertigen würde. Nichts desto trotz wird diese Ausweitung der Geldmenge von den meisten Marktteilnehmern nicht als Gefahr erkann. Sie gehen davon aus, dass man beliebig Geld drucken kann, ohne dass dies geringste Auswirkungen auf die Teuerung haben würde.

 

Eine Alternative zum Schuldgeld wäre Warengeld: Geld würde dann nicht mehr durch Zentralbanken und Banken durch Schuld erzeugt sondern von der Wirtschaft direkt durch Leistung.
Beispiel: Für den Bauern sind die Kartoffeln, die er aus dem Boden zieht sein Geld. Mit der Ernte erzeugt er Geld. Erntet er mehr, erzeugt er mehr Geld.

In einem Warengeldsystem würde also die Wirtschaft und nicht eine halbstaatliche Organisation das Geld erzeugen. Es wäre dann nur noch die Aufgabe der staatlichen Organisationen, dieses Geld physisch zu produzieren. In Form von Banknoten oder auch nur Bytes.

Der Vorteil eines Warengeldsystems liegt darin, dass wir jeweils exakt so viel Geld hätten wie wir auch erarbeitet und produziert haben. In einem wirtschaflich schlechtem Jahr gäbe es entsprechend auch weniger Geld und es ginge uns schlechter.
Wir hätten auch ein besseres Gespür dafür, was uns weiter bringt und was nicht.
Ein Beispiel ist der Sturm "Sandy". Es wird spekuliert, ob der Sturm positiv oder negativ für die Wirtschaft sei. Nun gut, man kann sich einigen auf gut für die Bauindustrie und schlecht für Versicherungen. Aber unter dem Strich bleibt, dass Ressourcen zerstört wurden, die wieder aufgebaut werden müssen. Und das Material und die Arbeit, die in diesen Aufbau gesteckt werden, fehlen irgend wo anders.

Andreas Popp hat es mal übertrieben so formuliert: Man stelle sich vor, die Hälfte der Bevölkerung wird zum Dialyse-Patienten und die andere produziert Rüstungsgüter. Wir hätten ein unglaublich hohes BSP (weil ja nicht Leistung sondern Kosten ins BSP fliessen) aber nichts zu Essen. Nach den Zahlen ginge es uns zwar gut, in der Realität aber schlecht.

Nachteil des Warengeldsystems wäre, dass man sich jetzt wirklich nur das leisten kann, was man jetzt erarbeiten kann bzw. im Vorfeld angespart hat. Aber wäre das wirklich ein Nachteil???

 

Gold bzw. Goldstandard spielt dabei nicht unbedingt eine Rolle:
Im Schuldgeldsystem wäre ein Goldstandard zwar besser als das, was wir jetzt haben, weil die Schuldenexcesse eine natürliche Obergrenze bekämen. Man kann dann nämlich nicht unbegrenzt ungedecktes Geld drucken. Andererseits ist aber ein Goldstandard in einem Schuldgeldsystem absolut tödlich, wenn die Schulden schneller wachsen als der Zuwachs an Gold. Sprich: Wir dürften uns maximal eine Schulden-Inflation um 1.5% pro Jahr erlauben und nicht 15-20% wie im Moment.

Im Warengeldsystem würde man keinen Goldstandard brauchen, weil ja die Geldmenge genau immer so hoch ist wie das reale Vermögen in Sachwerten. Das heisst, das Geld wäre jeweils immer zu exakt 100% durch Sachwerte gedeckt. Nicht mehr und nicht weniger.
 

 

aprecio
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kollektives unbewusstes

“Je planmässiger die Menschen vorgehen, desto wirksamer vermag sie der Zufall zu treffen” Friedrich Dürrenmatt

“Es gibt keine Materie an sich. Alle Materie entsteht und besteht nur durch eine Kraft, welche die Atomteilchen in Schwingung bringt und sie zum winzigsten Sonnensystem des Alls zusammenhält. Da es im ganzen Weltall aber weder eine intelligente Kraft noch eine ewige Kraft gibt - es ist der Menschheit nicht gelungen, das heissersehnte Perpetuum mobile zu erfinden - so müssen wir hinter dieser Kraft einen bewussten intelligenten Geist annehmen. Dieser Geist ist der Urgrund aller Materie. Nicht die sichtbare, aber vergängliche Materie ist das Reale, Wahre, Wirkliche - denn die Materie bestünde ohne den Geist überhaupt nicht -, sondern der unsichtbare, unsterbliche Geist ist das Wahre! Da es aber Geist an sich ebenfalls nicht geben kann, sondern jeder Geist einem Wesen zugehört, müssen wir zwingend Geistwesen annehmen. Da aber auch Geistwesen nicht aus sich selber sein können, sondern geschaffen werden müssen, so scheue ich mich nicht, diesem geheimnis-vollen Schöpfer ebenso zu benennen, wie ihn alle Kulturvölker der Erde früherer Jahrtausende genannt haben: Gott! Damit kommt der Physiker, der sich mit der Materie zu befassen hat, vom Reiche des Stoffes in das Reich des Geistes. Und damit ist unsere Aufgabe zu Ende, und wir müssen unser Forschen weitergeben in die Hände der Philosophie.” Max Planck, Begründer der Quantentheorie

“Der Mensch ist von Natur aus nicht böse. Was auch ein Mensch an Verfehlungen begangen haben mag, verführt durch seine irrtümliche Meinung vom Leben, es braucht ihn nicht zu bedrücken; er kann sich ändern. Er ist frei, glücklich zu sein und andere zu erfreuen.” Alfred Adler, österreichischer Vertreter der Tiefenpsychologie

Die Wirkung hat die Dimension Energie mal Zeit. Das Hamiltonsche Prinzip oder auch Prinzip der kleinsten Wirkung der theoretischen Mechanik ist ein Extremalprinzip. Eins ist klar, Don Quijote würde heute nicht mehr zu Pferde gegen die Mühlen kämpfen.

Der Mensch hat Recht auf ein würdiges Leben und Information. Gleichzeitig hat er die Pflicht, das Selbe zu gewähren. Vor dem Recht sind wir alle gleich. Wir dürfen die Erde bewohnen und uns vom Boden ernähren. Das Land das uns versprochen wurde.

Ich stelle mir eine Pyramide vor. Sorry, ich befinde mich immer noch in diesem Wahn. Die Erbauer kannten den Wert der Lichtgeschwindigkeit! Sie wussten über die Interkonnektivität der Schwingung und der Psyche Bescheid! Vieles in den Bauwerken besteht aus Granit, was auch Quarz beinhaltet, das Schwingungen erzeugt.

Schauen wir eine Pyramide von der Seite an. Links steigt sie an, rechts fällt sie wieder gleichmässig ab. Stellen wir eine Verbindung zum Leben hin - Anfang und Ende - so symbolisiert die Spitze die Leistungsfähigkeit. Zu Beginn und am Schluss vermag der Mensch wenig zu leisten. Sehen wir das Dreieck als Familie, so wird ein Kind von 2 Elternteilen getragen.

Von der Seite betrachtet, eine Achse gezogen von der Spitze der Pyramide senkrecht zur Mitte der unteren geraden Linie, die Deckungsgleichen über die Hälften gespiegelt, ergeben den Beitrag und die Verantwortung, den jemand anders zu leisten resp. zu tragen hat, den man selbst während der Leistungsfähigkeit geboten hat. Die Art und Weise wie der Dienst zu erfolgen hat, ergibt sich aus der Menge der Bausteine, welche die Pyramide bilden. Jeder kann sich dort beteiligen, wo er das Gefühl hat, es generiere mehr Gewinn. Profit und Abgaben sind pro Stufe begrenzt.

Zeichnet man von oben betrachtet einen Kreis, der die Ecken der Pyramide aussen berührt und einen weiteren Kreis, der die 4 Seiten des Quadrats innen tangiert, ergibt die Division der äusseren durch die inneren Quotienten den Wert des Lichts, das sich durch Raum und Zeit bewegt. 3dimensional betrachtet die perfekte Form einer Kugel. Keiner sollte Schaden nehmen.

Geld - basierend auf dem Wert von Gold oder Erdöl - hat keinen Nutzen, wenn die Arbeitskraft fehlt. Es entsteht keine Wirtschaft ohne den Menschen. Nur durch eine Verschwörung kann eine kleine Anzahl Leute die Konzentration des Kapitals im heutigen Moment erklären. Wenn dies von jemandem noch als Lächerlichkeit bezeichnet wird, so zweifelt er an seiner eigenen und vor allem an der Intelligenz der Mitbewohner auf dem Planeten.

Ich glaube auch, dass die Zeit gekommen ist, die Platte zu wechseln, DJ!

have a nice party.
 

Nebukadnezar
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aprecio
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the relationship between science and finance

http://magic-maths-money.blogspot.ch/2012/10/ethics-and-finance-role-of-...

hier der ssrn link zum herunterladen des papers: http://papers.ssrn.com/sol3/papers.cfm?abstract_id=2159196

allerdings musste ich dazu sagen: "bööhh!?"

MarcusFabian
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aprecio hat am 02.11.2012 - 15:59 folgendes geschrieben:

Schauen wir eine Pyramide von der Seite an. Links steigt sie an, rechts fällt sie wieder gleichmässig ab. Stellen wir eine Verbindung zum Leben hin ...
 

Um das in die Perspektive mit der Verschuldung zu bringen:

 

Nehmen wir als bildlichen Vergleich 4 Leute, die je 75 kg wiegen (zusammen also 300 kg) und mit reiner Körperkraft eine auf dem Kopf stehende Pyramide ausbalancieren sollen, die 171.2 Tonnen wiegt.

 

Theoretisch, physikalisch ist das möglich. Aber es genügt ein Windhauch und 4 Pappnasen können sich nicht mehr gegen die kippende Pyramide stellen.

 

Das ist in etwa der Vergleich zwischen dem Eigenkapital von JP Morgan (= die 4 Pappnasen) und den Derivaten, die JPM stemmt (Pyramide).
Wenn's da Bumm macht, dann macht's nicht Bumm sondern BUUUUUUMMMMMM! :bomb:

aprecio
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zeit

man stelle sich die symbolik der schlange vor, um dies auch noch abzudecken. boom and bust.

jede ecke des dreiecks stellt eine person dar. bis zu einem gewissen punkt in den grundstufen auf dem weg zur spitze erhält man leistungen (als baby und teenager). irgendwann erhält man leistung und gibt gleichzeitig leistung - entsprechend der fähigkeit - der gespiegelten hälfte des dreiecks ab.

ich stelle mir also in der zeitlinie aneinandergereihte pyramiden vor. darübergestellt eine inverse reihe. also ineinandergreifende zacken, die nicht kippen können.

vielleicht auch so? https://www.google.ch/search?q=doppelhelix&hl=de&prmd=imvns&tbm=isch&tbo...

weico
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MarcusFabian hat am 01.11.2012 - 19:41 folgendes geschrieben:


Wir unterscheiden grundsätzlich zwischen Schuldgeldsystem und Warengeld. Dabei geht es nicht darum, ob und durch was Geld gedeckt ist oder in welcher Form (Münzen, Scheine, Bits-und-Bytes) das Geld in Umlauf ist sondern darum, wie unser Geld entsteht, also wer es produziert.

Man kann es nicht genug wiederholen: Es geht sehr wohl darum,ob und durch was Geld gedeckt ist !!

 

Das Landesmuseum macht zurzeit eine Ausstellung mit bezeichnendem/treffenden Titel.. :oops:

 «Es ist die Wirtschaft, Dummerchen!»

 

...."Seit wann existiert die heute vieldiskutierte staatliche Kreditaufnahme? Wozu dient den Kaufleuten des 13. Jahrhunderts der Wechsel, der Geld zu Papier und Papier zu Geld werden lässt? Warum entstehen Noten bzw. Zentralbanken?"....

http://www.tagesanzeiger.ch/sales/publireportagen/Es-ist-die-Wirtschaft-...

 

P.S:oder wie "dottore" sagt :

"Geld gehört aber nicht in die Welt der Sachen. Geld ist immer eine Forderung."

http://www.dasgelbeforum.de.org/sammlung/Martin,%20Paul%20C.,%20Der%20Ka...

(Seite 32 )

 

..oder Heinsohn

"Eine Formulierung wie „Geld als Kredit“ zeigt, dass die Differenz nicht klar ist. Geld ist eine Forderung gegen das Eigentum des Geldschaffers (Gläubigers). Kredit ist eine Forderung gegen das Eigentum des Geldleihers (Schuldners). Beide Dokumente – Geldnote und Kreditvertrag – entstehen immer zusammen und werden bei Tilgung der Schuld wieder gelöscht. Beide Dokumente belegen, dass Kreditverträge zwischen Eigentümern geschlossen werden."

https://blog.malik-management.com/differenzierung-geld-kredit/

 

weico

Nebukadnezar
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Lieber Weico kannst du mir erklären wie unser Geld gedeckt ist? Gleich in welcher Form ( Giralgeld, Noten usw.). Wenn z.B. eine EZB unlimitiert Geld drucken kann durch was soll es gedeckt sein?

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weico
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Nebukadnezar hat am 04.11.2012 - 18:00 folgendes geschrieben:

Lieber Weico kannst du mir erklären wie unser Geld gedeckt ist?

 ..wurd schon X-fach ausführlich "durchgekaut"!! Z.B in.. :

MarcusFabian hat am 01.11.2012 - 18:57 folgendes geschrieben:

Zu diesem Thema gibt es bereits den Thread Geldsysteme

 

Als Kurzeinführung über die deckung/besicherung von Geld..:

https://blog.malik-management.com/besicherung-geld-bankensystem/

https://blog.malik-management.com/besicherung-neue-waehrung/

 

 

weico

 

 

 

MarcusFabian
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Nebukadnezar hat am 04.11.2012 - 18:00 folgendes geschrieben:

Lieber Weico kannst du mir erklären wie unser Geld gedeckt ist? Gleich in welcher Form ( Giralgeld, Noten usw.). Wenn z.B. eine EZB unlimitiert Geld drucken kann durch was soll es gedeckt sein?

Gute Frage. Beginnen wir mit Heinsohn, denn so weit bin ich mit weico noch einer Meinung:

Ein Kredit an einen Privatmann oder ein Unternehmen wird nur dann gewährt, wenn es ein noch unbesichertes Pfand gibt, das als Sicherheit hinterlegt werden kann. Klassisches Beispiel eine Kuhweide im Eigentum des Bauern. Braucht der Bauer Geld, kann er diese Weide belehnen. Sie bleibt dann weiterhin in seinem Besitz und seine Kühe fressen immer noch das Gras. Oder das Beispiel eines EFH, das Du bauen möchtest. Hier wird der Kredit durch das Haus gedeckt, das erst noch zu bauen ist.
In jedem Fall kann ein Objekt immer nur einmal bzw. bis zu seinem Marktwert belehnt werden. Hat der Bauer all seine Häuser und Weiden verpfändet und braucht mehr Geld, wird er keinen Kredit mehr bekommen, weil er ja kein unbesichertes Pfand mehr hat.

Die Kreditklemme besteht also nach Heinsohn darin, dass jene, die Kredit brauchen gar keinen bekommen, weil sie kein unbesichertes Pfand mehr haben. Und jene, die noch unbsichertes Pfand im Eigentum haben, brauchen keinen Kredit.

Wenn wir mal annehmen, dass alle Kredite auf diese Art und Weise besichert werden, dann kann die Summe der Kredite (= die Geldmenge) niemals grösser sein als die Summe der Sachwerte, die als Sicherheit hinterlegt werden.

Aber das ist nur Theorie, denn die aktuelle globale Geldmenge übersteigt das globale BSP um das 15-fache. Ergo ist nur ein kleiner Teil durch Sachwerte besichert.

Bei Banken, Staaten und Zentralbanken ist nämlich Geldschöpfung ohne entsprechendes Pfand gang und gäbe.
Der Staat, der Geld benötigt, gibt als Sicherheit einen Schuldschein, eine Staatsanleihe heraus. Hier wird also Schuldschein gegen Schuldschein getauscht, denn auch die Banknote ist ein Schuldschein. Halt einer, der auf die Zentralbank lautet. Dabei lauten weder die Staatsanleihe noch die Banknote auf einen Sachwert. Griechenland hat z.B. keineswegs für einen Kredit den Hafen von Rhodos oder die Akropolis verpfändet.

Bei der normalen Geldschöpfung der Banken geht es in ähnliche Richtung. In der Schweiz sind 2.5% Sicherheit nötig. Sprich: Wenn die Bank für die Hypothek 500'000 von der ZB braucht, muss sie nur 2.5% oder Fr. 12'500 auf den Tisch legen. Die übrigen Fr. 487'500 sind dann neu geschöpftes Geld. Wenn die Bank dann auf den 500'000 3% Zinsen verlangt, sind das 15'000 pro Jahr. Beim ursprünglichen Eigenkapital von 12'500 also eine Verzinsung von 120%.


 

Cambodia
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Währungen werden stark, wenn andere Währungen schwach werden...


Währungen wie der CHF werden u.a. durch einen funktionierenden Staat mit einem intakten Justizsystem stark, wo beides fehlt, wird die Währung folglich schwach.

Überheblich, arrogant oder eben doch "nur" genial?

Nebukadnezar
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MarcusFabian hat am 04.11.2012 - 20:00 folgendes geschrieben:

 die aktuelle globale Geldmenge übersteigt das globale BSP um das 15-fache. Ergo ist nur ein kleiner Teil durch Sachwerte besichert.

Ist bekannt wie hoch die Geldmenge gemessen am BSP 1929 war? Man schätzt, dass damals 10% der Aktien auf Kredit gekauft wurden. Wenn "nur" das der Auslöser für den Crash war, war das wohl ein Minicrash gemessen an dem was wohl auf uns zukommt.

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Die Welt hat genug für jedermanns Bedürfnisse, aber nicht für jedermanns Gier.

rph
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MarcusFabian hat am 04.11.2012 - 20:00 folgendes geschrieben:

Aber das ist nur Theorie, denn die aktuelle globale Geldmenge übersteigt das globale BSP um das 15-fache. Ergo ist nur ein kleiner Teil durch Sachwerte besichert.

Bringst Du da nicht etwas durcheinander?

Entweder vergleicht man die gesamte globale Geldmenge mit dem gesamten globalen Pfandwert oder die neu geschaffene Geldmenge mit dem globalen BSP. Bauland z.B., als Klassiker unter den Pfandwerten, gehört ja nicht zum BSP. Auch dessen Veränderung des Pfandwertes nicht. Land wird nicht nur durch eine Bebauung oder veränderte Geldmenge (Inflation) teurer sondern auch durch das Bevölkerungswachstum (erhöhte Nachfrage bei gleich bleibendem Angebot). Der Pfandwert steigt also, ohne dass sich das im BSP ausdrückt.

lg ramschpapierhaendler

auch hier: http://tiny.cc/90deu

weico
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MarcusFabian hat am 04.11.2012 - 20:00 folgendes geschrieben:


 

Bei der normalen Geldschöpfung der Banken geht es in ähnliche Richtung. In der Schweiz sind 2.5% Sicherheit nötig. Sprich: Wenn die Bank für die Hypothek 500'000 von der ZB braucht, muss sie nur 2.5% oder Fr. 12'500 auf den Tisch legen. Die übrigen Fr. 487'500 sind dann neu geschöpftes Geld.

In deinem Beispiel dient der gesetzliche Eigenmittelpuffer von 2.5% nur sekundär als Sicherheit für die ZB. Primäre Sicherheit ist ja die Hypothek selbst .

P.S: "Geschöpftes Geld"/Buchgeld/Giralgeld ist nur ein Zahlungsanspruch auf- aber KEINESWEGS schon gesetzliches Zahlungsmittel. (WZG Art.2)

http://www.snb.ch/de/mmr/reference/snb_legal_wzg/source

 

 

weico

 

 

sime
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Ich wusste nicht, wohin ich meine Frage posten soll, also habe ich mich für diesen Thread entschieden.

 

Ich hab da mal ne Frage und zwar bezüglich Derivate und Bilanz. Am Beispiel JP Morgan Case, die Nummer  Eins der Derivate in Amerika, sieht man eine Bilanzsumme von etwas über 2 Billionen $ im Jahr 2012.

http://www.wallstreet-online.de/aktien/jpmorgan-chase-aktie/bilanz

 

Im Quartalbericht des OCC wird die Derivatesumme von JPM auf fast 70 Billionen $ bilanziert. Daneben ein Assettotal von lediglich knapp 2 Billionen $. Man beachte die Tabelle auf Seite 35.

http://www.occ.gov/topics/capital-markets/financial-markets/trading/deri...

 

Wie ist es rechtlich möglich, dass diese 70 Billionen $ in der Bilanz nicht auftauchen, also off-Balancesheet sind?

Noch eine andere Frage: Wie wird diese Unsumme überhaupt geschaffen? Woher kommt das Geld? Vielleicht kann mir jemand ein Beispiel geben, wie eine Bank eine grössere Position aufbaut, um ein Kreditderivat zu hedgen. Sind die Leverages Kredite, welche die Bank bei der Notenbank aufnimmt? Wenn ja, was hinterlegt die Bank als Sicherheit für diese Kredite?

 

 

Elias
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Derivate und Bilanz

Bilanzierung von Finanzderivaten nach HGB, EStG, IAS und US-GAAP

http://www.econbiz.de/archiv1/2009/68415_bilanzierung_von_finanzderivaten.pdf

 

 

sime hat am 29.03.2013 - 08:43 folgendes geschrieben:


Noch eine andere Frage: Wie wird diese Unsumme überhaupt geschaffen? Woher kommt das Geld?

Ist es nicht nur eine Bewertung? Derivate unterliegen z.T. starken Schwankungen, das Geld ist nicht physisch vorahnden

 

 

 

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sime
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@ Elias

Danke für den Link. Werde mich da mal durchwuseln, ist recht viel Text und Paragraphensprache. Ich hoffe, ich komm da mit.

Ja, es sind Bewertungen im Sinne von Buchwerten. Dass das Geld physisch nicht vorhanden ist, ist mir klar. Um genau zu sein, meinte ich Buchgeld. Dieses Geld ist zwar nur im Cyberspace in Form von elektronischen Bytes und Bits vorhanden, dennoch zählt es zur Geldmenge.

Ich muss meine Frage vielleicht etwas präzisieren. Wenn ich in der Bilanz von JPM eine Gesamtfinanzierung von 2.36 Billionen $ sehe und dann eben in der Derivatebilanz eine Summe von fast 70 Billionen $, was stimmt dann nicht? Wenn die Erträge und Verluste aus den Derivaten in die Bilanz einfliessen, was sie zweifellos tun, bleibt immer noch offen, was das für Geld ist, womit die Bank Umsatz macht? Damit eine Firma Umsatz machen kann, braucht sie beispielsweise eine Maschine, die ihr Produkt fertigt, was verkauft wird. Diese Maschine findet man in der Bilanz unter Anlagevermögen wieder. Auf der Passivseite wird die Maschine entweder unter Fremdkapital oder Eigenkapital verbucht. Die Maschine ist also bilanzverlängernd. JPM hat nun quasi 70 Billionen $ als Maschine, welche ihr Umsätze generiert. Wie die Maschine arbeitet das Geld für die Bank. Doch in der Bilanz taucht dieses Geld nicht auf, warum ist das so? Es ist weder im Umlauf- noch im Anlagevermögen zu finden und deshalb ist es weder fremdfinanziert, noch gehört es zum Eigenkapital. Es ist schlicht nicht vorhanden. Wie kann also dieses Geld, wenn man es einmal als Maschine betrachtet, in der Erfolgsrechnung auftauchen, wenn es in der Bilanz nicht aufgeführt ist? Wie wir uns ja einig sind, ist Geld eine Forderung und Schuld zugleich. Wenn es aber nicht bilanziert ist, kann es nichts von Beidem sein, es ist pure Luft und dennoch kann es Erträge generieren, die dann plötzlich in der Bilanz auftauchen. Ich habe also keinen Clou, wie dieses Geld entsteht. Vielleicht kann mir jemand helfen, das zu verstehen? Wer also bezahlt der Leverage 70 Billionen zu Margin 2 Billionen?

 

 

 

 

MarcusFabian
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Die Derivatepyramide von JPM beobachte ich auch schon eine ganze Weile und habe schon so einiges darüber geschrieben. Zuerst im Jahr 2006. hier

Grundsätzlich musst Du die Summe von 70 Billionen wegen des Netting mindestens halbieren. "Netting" = Long- und Short-Positionen heben sich weitgehend auf.

JPM wettet z.B. mit $100 auf steigende Zinsen von 10-jährigen US Treasuries und mit weiteren $100 dagegen. Macht eine Derivatesumme von $200, die sich aber aufheben. Das heisst: Das Risiko ist gleich Null.

Zumindest ist das Risiko Null, solange sich die Verhältnisse in den Finanzmärkten nicht rascher verändern als JPM reagieren kann und alle Gegenparteien immer in der Lage sind, ihren Verpflichtungen nachzukommen. Die Banken haben ihre Risiken ja gegenseitig abgesichert. Geht nun eine dieser Banken Konkurs, stimmt das fein ausbalancierte Regelsystem der Absicherungen nicht mehr und die Dominosteine beginnen zu fallen.

Wir hatten so einen Fall beinahe letztes Jahr, als die Gerichte darüber entscheiden mussten, ob für die Verluste des haircut bei griechischen Staatsanleihen nun entsprechende CDS fällig werden sollten oder nicht.

So lange die Finanzmärkte stabil sind und keine Bank über den Jordan geht, lässt sich diese auf dem Kopf stehende Monsterpyramide durchaus noch gewinnbringend aufrecht erhalten.
Und wenn nicht? Na ja, JPM ist schliesslich systemrelevant und Joe Sixpack wird die Bank dann sicher gerne mit seinen Steuerkröten bail-outen. Biggrin

 

sime
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Hallo Marcus

Vielen Dank für Deine Antwort.

Soweit habe ich das alles verstanden, auch was das verlustfreie, weil perfekt abgesicherte Hedging betrifft (Micro-Hedge). Wie Du treffend beschreibst, braucht es dazu einen stabilen Finanzplatz, damit die Pyramide oder das Kartenhaus nicht einstürzt. Wenn Du mir jetzt noch sagen kannst, woher JPM die 70 Billionen $ hat, um ihre Wetteinsätze zu hedgen, dann ist meine Frage beantwortet. Wenn ich für 35 Billionen $ Risiko kaufen will, muss ich gleichfalls für 35 Billionen $ Sicherheit kaufen, also brauche ich 70 Billionen $. Doch woher nehme ich die?

Wie Du ja weiter oben angeführt hast, ist etwa die 17-fache Geldmenge im Vergleich zum globalen GDP im Umlauf. Meine Fragen rühren daher, zu verstehen, weshalb und zu welchem Zweck Derivate, nachdem sie nach der grossen Depression schon einmal verboten wurden, wieder unter Reagan und später Clinton völlig dereguliert  wurden und ob ein Zusammenhang besteht, zwischen Aufhebung des Goldstandard (Schulddeckung) und Derivatesumme.

Ich denke, diese Korelationen sind nicht von der Hand zu weisen und haben entsprechende Kausalitäten zur Folge, wenn wir das Schuldgeldsystem und die zugrunde liegende Realwirtschaft in seiner Entwicklung verfolgen.

Meine These ist einfach wie folgt: Die Derivate wurden systembedingt als Anlageklasse wiedereingeführt und liberalisiert, um der begrenzten Kreditnachfrage seitens Privathaushalte, Unternehmen und Staat und der stets wachsenden Zinsentwicklung begegnen zu können, ohne eine Hyperinflation zu haben, welche die Guthaben der Zinsprofiteure und Geldschöper gleichermassen zerstören würde, bevor nicht der Staat Bankrott geht. Das Ziel ist, alle faulen Schulden und Kredite aus der eigenen Bilanz in die Bilanz des Staates oder dessen Notenbank zu überführen und die Derivate dienen dazu, die astronomischen Zinsguthaben der Banken von der Wirtschaft fernzuhalten, um einen vorzeitigen Währungskollaps zu verhindern.

Die Rechnung lautet wie folgt: Wenn alles Geld, das je durch Zins- und Zinseszinsforderungen neu erschaffen werden musste, also alles Zinsgeld zusammen gerechnet und diese dem Wirtschaftskreislauf nicht entzogen, sondern beibehalten würde, hätten die Banken kein Interesse am Geldschöpfungsmonopol im Hinblick auf o.a. Ziel. Die Banken könnten niemals alles Vermögen haben, ohne gleichzeitig alles zu verlieren. Wenn die Zinseinnahmen in der Realwirtschaft blieben,  würde dies in einer späten Phase eines Schuldgeldsystems sehr schnell in einer Hyperinflation enden, da ja für die Zinsforderungen auch stets neue Kredite geschaffen werden müssen.

Man kann zwar eine Weile die Zinseinnahmen im System reinvestieren, so dass es zuweilen unvermeidlich zu Konjunkturbooms, gefolgt von Blasen kommt. Doch ab einem gewissen Zeitpunkt ist es erforderlich, die exorbitanten Zinsguthaben dem System zu entziehen, wollen die Zinsprofiteure nicht über die Inflation gleich wieder alles verlieren. Es gibt hier zwei Alternativen, die zur Entschuldung führen: Inflation oder Kreditausfall (Bank geht Konkurs). Dabei gilt eben auch nicht zu vergessen, dass die Banken durch die in der Endphase eines Schuldgeldsystems immer grösser werdenden Kreditrisiken noch vor dem Staatsbankrott Pleite gehen können und somit ihre Vermögen nicht in das nächste System übergerettet werden könnten, wenn dies geschieht.  Im Prinzip ist es ein Krieg zwischen Bank und Staat in der Endphase. Welcher von beiden geht zuerst Bankrott? Leider sind die USA und viele andere Staaten von Banken infiltriert worden und deshalb liess man nicht  die Banken Konkurs gehen, sondern lässt es zu, dass früher oder später die Staaten Konkurs gehen, was zur Folge hat, dass sich die Banken für ein Reset wieder in Poleposition bringen können, weil sie die Gläubiger des maroden Staates sind und Eigentümer der Vermögen. Wenn 2008 und später nicht die Banken gerettet worden wären, so hätte der Staat dieses Battle bereits gewonnen. Die Schuldforderungen gegenüber den Banken wären erloschen. Natürlich hätte es riesige Verwerfungen gegeben, doch man hätte ein neues System aufsetzen können, ohne die finanzkräftigen Staatssaboteure als Gläubiger und Währungsarchitekten miteinbeziehen zu müssen. Ich möchte das begründen in einem kurzen Abriss, ohne zu gross in die Details zu gehen.

Seit der Aufhebung des Goldstandard 1971 hat sich die Geldmenge des Dollar vervielfacht. Nach Boomphasen in einzelnen Sektoren hat es immer zu deren Blasenbildungen geführt. Die Dotcomblase 2000 hat die Geldschöpfer zur Immobilienblase geführt und jetzt steuern wir auf die Bondblase zu. Wir sind also nun schon soweit, dass die Stimulusmassnahmen der Notenbank FED nicht in die Wirtschaft fliessen, sondern in das Staatsbudget, was zur Ausweitung seines Defizits führt. Das Wachstum ist immer schwerer zu bewerkstelligen und geschieht durch Ausweitung der Staatsverschuldung, die in staatliche Konjunkturprogramme fliessen, aber niemals für ein wahres Wachstum sorgen, weil die Steuern so durch Staatsverschuldung eingenommen werden. Die Banken können sich von faulen Krediten lösen und sich ihrer alten Treasuries mit hohen Gewinnen bei der FED entledigen, sich für beinahe 0% die neuen Emissionen kaufen, was sie tun, damit der Staat vorerst noch zahlungsfähig bleibt. Den gewaltigen Schulden stehen ebenso gewaltige Guthaben gegenüber und wenn diese Guthaben nicht der Wirtschaft entzogen würden, so hätten wir innert Kürze eine Hyperinflation. Ich denke nicht, dass es den Bankstern primär darum geht, mit den Derivaten noch mehr Geld anzuhäufen, sondern neben Aktien, Rohstoffen, Devisen und Anleihen eine Anlageklasse zu haben, die so nichts, aber auch gar nichts mit der Realwirtschaft zu tun hat, genauso weltfremd wie der Zinseszins, um die Inflation zu vermeiden. Während die Banken mit den Derivaten dafür Sorge tragen, dass die 17-fache Geldmenge des globalen GDP nicht zur Hyperinflation führt, ist es ihnen nur daran gelegen, dass sie sich vor dem Staatsbankrott der USA, gleichbedeutend mit dem Dollarkollaps völlig entschulden können. Natürlich wird ein Währungscrash auch zum Derivatekollaps führen, doch dies ist ihnen  im Grunde egal, weil es nur Papier auf Papier ist, das seinen Wert verliert. So kann JPM noch lange den Silberpreis drücken, wichtig ist für sie, dass sie Silber physisch kaufen und im Besitz von Silber sind. Das gilt für alle Rohstoffe, Immobilien und Unternehmen, die in der Rezession Konkurs gehen. Es ist ein globaler Takeover!

 

 

Hier noch ein paar Graphiken, die meiner Meinung nach zeigen, dass Derivate und Geldmenge einen engen Zusammenhang haben.

 

 

 

 

 

PS: Übrigens ein interessanter Film über die Derivate, wo unter anderem auch die Pleite von LCTM behandelt wird. Dieser Fonds wurde von den Banken gebailoutet, damit der Kongress die Regulierung von Derivaten abgelehnt hat, welche von der damaligen CFTC Vorsitzenden Brooksley Born vehement gefordert wurde.

http://www.pbs.org/wgbh/pages/frontline/warning/view/

 

 

MarcusFabian
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sime hat am 31.03.2013 - 19:09 folgendes geschrieben:

Wenn Du mir jetzt noch sagen kannst, woher JPM die 70 Billionen $ hat, um ihre Wetteinsätze zu hedgen, dann ist meine Frage beantwortet. Wenn ich für 35 Billionen $ Risiko kaufen will, muss ich gleichfalls für 35 Billionen $ Sicherheit kaufen, also brauche ich 70 Billionen $. Doch woher nehme ich die?

Warum braucht JPM 70 Billionen, um eine 70 Billionen Pyramide aufzubauen? Im Derivatehandel sind Hebel von 100 Gang und gäbe. Mit einer $1 Margin kann man also bequem $100 bewegen.

Die 70 Billionen sind also weder vorhanden noch irgendwie geflossen. Es sind bestenfalls Zahlungsversprechungen für den Fall, dass etwas ganz grauenhaft schief geht.

 

 

Doch ab einem gewissen Zeitpunkt ist es erforderlich, die exorbitanten Zinsguthaben dem System zu entziehen, wollen die Zinsprofiteure nicht über die Inflation gleich wieder alles verlieren. Es gibt hier zwei Alternativen, die zur Entschuldung führen: Inflation oder Kreditausfall (Bank geht Konkurs). Dabei gilt eben auch nicht zu vergessen, dass die Banken durch die in der Endphase eines Schuldgeldsystems immer grösser werdenden Kreditrisiken noch vor dem Staatsbankrott Pleite gehen können und somit ihre Vermögen nicht in das nächste System übergerettet werden könnten, wenn dies geschieht.  Im Prinzip ist es ein Krieg zwischen Bank und Staat in der Endphase.

 

Daneben gibt es noch die Variante, die vermutlich als Verschwörungstheorie abgetan würde, die aber bereits von den Banken  durchgezogen wurde, wie im Secret of Oz beschrieben:

Die Banken erhöhen im ersten Schritt die Geldmenge und vergeben lockere Kredite, bis alle Firmen und Privaten bis über beide Ohren verschuldet sind. Danach ziehen sie die Schraube an, reduzieren die Geldmenge und holen sich über die nun folgenden Konkurse all die Sachwerte wie Fabriken, Ländereien, Häuser, mit denen die Kredite besichert sind.

Der einzige mächtige Gegenspieler, den die Banken in diesem Spiel haben, ist die Industrie, die darauf angewiesen ist, dass die Menschen die Produkte der Industrie auch kaufen. Dazu müssen die Menschen aber frei verfügbares Geld haben.

Wenn der Druck, den die Banken auf Staaten und Bevölkerung ausüben zu gross wird, erhöht sich überdies die Wahrscheinlichkeit, dass der Staat aus der Schuldenfalle aussteigt. Also Schuldenschnitt und Währungsreform, damit das Land danach wieder schuldenfrei durchatmen kann. Ich glaube deshalb nicht, dass wir wieder Zeiten erleben werden wie kurz vor dem Untergang des römischen Reiches oder der Französischen Revolution, als das gesamte Volksvermögen in den Händen einiger weniger Superreicher konzentriert war.

 

 

Welcher von beiden geht zuerst Bankrott? Leider sind die USA und viele andere Staaten von Banken infiltriert worden und deshalb liess man nicht  die Banken Konkurs gehen, sondern lässt es zu, dass früher oder später die Staaten Konkurs gehen, was zur Folge hat, dass sich die Banken für ein Reset wieder in Poleposition bringen können, weil sie die Gläubiger des maroden Staates sind und Eigentümer der Vermögen.

Genau das bezweifle ich eben: Die Banken haben bestenfalls Geld. Aber sie verfügen nicht über die Produktionsmittel und sind auch nicht in der Lage, diese sinnvoll einzusetzen. (Oder kannst Du Dir einen Banker im Kuhstall vorstellen, den er dem Bauern abgeluchst hat?)

Schlussendlich zählen nur Sachwerte. Ausbildung, Intelligenz, Erfindungsreichtum. Geld hingegen ist etwas virtuelles und wird ab und zu neu definiert, altes durch neues Geld ersetzt.

Aber das schreibst Du hier ja selbst:

Natürlich wird ein Währungscrash auch zum Derivatekollaps führen, doch dies ist ihnen  im Grunde egal, weil es nur Papier auf Papier ist, das seinen Wert verliert. So kann JPM noch lange den Silberpreis drücken, wichtig ist für sie, dass sie Silber physisch kaufen und im Besitz von Silber sind. Das gilt für alle Rohstoffe, Immobilien und Unternehmen, die in der Rezession Konkurs gehen. Es ist ein globaler Takeover!

 

 

 

Fine-Tuner
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MarcusFabian hat am 01.11.2012 - 19:41 folgendes geschrieben:

N.........

Für die Bank ein lohnendes Geschäft: Mal angenommen, die Hypothekarzinsen liegen bei 3%, dann kassiert die Bank bei Deinem 400k Kredit Fr. 12'000 pro Jahr. Für das Geschäft musste sie allerdings nur Fr. 10'000 aufschiessen. Der Rest ist reines Luft-Geld. Die Bank hat also eine Eigenkapitalrendite von 120% auf den effektiven Fr. 10'000. Oder anders ausgedrückt: Kreditvergabe in der Schweiz funktioniert mit einem Hebel von 40!

Es liegt also auf der Hand, dass die Banken dieses Schuldgeldsystem ausserordentlich schätzen und ausser Joe Ackermann hat bisher noch kein Banker offiziell zugegeben, dass das System genau so funktioniert.

...........................

 

Mein lieber Marcus, funktioniert leider nicht so einfach. Für jeden Franken, den die Bank ausleiht, muss sie, je nach Ausleihe, 10, 20, 50 und ja bis zu 100 Rp Eigenkapital bereitstellen. Da das EK der Banken nun mal mit der Lupe gesucht werden muss, ist die Kreditvergabe sehr, sehr beschränkt. Wenn ich als Bank einen Kredit vergeben möchte, muss ich also schauen ob noch genug EK vorhanden ist. Wenn nicht, muss ich den Kunden an eine andere Bank verweisen......was ich natürlich nicht mache. Ich werde das EK der anderen Bank "leasen", das nennt man dann Repo, wodurch diese natürlich wiederum weniger Kredite vergeben kann. Aber es gibt immer irgendwo eine Bank, die noch offene EK-Kapazitäten hat. 

Die entscheide Frage lautet nun: Wie viel EK muss die Bank für jeden ausgeliehen Franken zurücklegen? Dies ist Gegenstand von Basel II bzw. jetzt nun schon Basel III. ....und wird extrem kontrovers diskutiert.  Die Bankbeamten behaupten, dass die Erhöhung der Rückstellungssätze um 10% zu einer Reduktion der Wirtschaftsleistung von 20% führen könnte....was tatsächlich verheerend wäre. 

Dass eine Bank nie so viel Kapital horten kann, wie sie Schulden vergibt ist offensichtlich. Das wäre etwa das Gleiche, wie wenn Novartis immer so viel Cash halten müsste, wie sie Umsatz machen....... eine völlig unsinnige Vorstellung. Viele vergessen, dass für Banken Kredite lediglich Umsatz darstellen, AUCH WENN SIE IN DER BILANZ IN DEN AKTIEN ERSCHEINEN. Diese Anomalie des Bankgeschäftes verstehen viele Menschen nie.

 

Fine-Tuner

 

Elias
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MarcusFabian hat am 01.04.2013 - 21:22 folgendes geschrieben:

sime hat am 31.03.2013 - 19:09 folgendes geschrieben:

Wenn Du mir jetzt noch sagen kannst, woher JPM die 70 Billionen $ hat, um ihre Wetteinsätze zu hedgen, dann ist meine Frage beantwortet. Wenn ich für 35 Billionen $ Risiko kaufen will, muss ich gleichfalls für 35 Billionen $ Sicherheit kaufen, also brauche ich 70 Billionen $. Doch woher nehme ich die?

Warum braucht JPM 70 Billionen, um eine 70 Billionen Pyramide aufzubauen? Im Derivatehandel sind Hebel von 100 Gang und gäbe. Mit einer $1 Margin kann man also bequem $100 bewegen.

Gibt es einen Link zu diesen

 

Gibt es einen Link zu den 70 Billionen?

 

Ich hege den Verdacht, dass es sich um amerikanische billion handelt,was bei uns Milliarden wären.

 

 

 

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Benjamin Franklin

MarcusFabian
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Elias hat am 02.04.2013 - 14:41 folgendes geschrieben:


Gibt es einen Link zu den 70 Billionen?


 

 

Die Zahl stimmt so schon. 2006 waren es ja bereits 40 Billionen.

Links:

http://demonocracy.info/infographics/usa/derivatives/bank_exposure.html

(sry, kleines Bild, deshalb Link: ) http://www.zerohedge.com/sites/default/files/images/user5/imageroot/2012...

Daneben gibt es noch ein 307-seitiges(!!) Dokument des US-Senats: http://www.scribd.com/document_downloads/130426301?extension=pdf&from=em...

 

MarcusFabian
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Fine-Tuner hat am 02.04.2013 - 11:30 folgendes geschrieben:

Für jeden Franken, den die Bank ausleiht, muss sie, je nach Ausleihe, 10, 20, 50 und ja bis zu 100 Rp Eigenkapital bereitstellen.

 

Seit wann braucht eine Bank EK, um einen Kredit zu vergeben?

Wenn ich Fr. 1000 auf die Bank trage (Sparbuch oder was auch immer), kann die Bank davon 900 als Kredit vergeben. Wahrscheinlich sogar noch mehr. Da ist nix von Eigenkapital. Die 1000 auf meinem Sparbuch sind nämlich ein Kredit von mir an die Bank!

 

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