Schweiz- IWF - 10 MRD CHF

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12.03.2013 09:07
#1
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Schweiz- IWF - 10 MRD CHF

Ohne grosses Aufsehen wurde gestern vom Parlament ein 10 Mrd CHF Bürgschaftskredit des Volkes an den IWF zur Bekämpfung der Schuldenkrise in Europa gutgeheissen. Es sollen von 40 Geberländern dem IWF 460 Mrd Dollar zur Bekämpfung der Krise zur Verfügung gestellt werden. Das macht für die Schweiz somit eine Gesamtbeteiligung von fast 10% in diesem Krisenfonds, während die durchschnittliche Beteiligung eines Geberlandes etwa 2.5% beträgt. Neben der Stützung des Euro durch die SNB, wird mit solchen Krediten also weiteres Volksvermögen der Schweiz in die EU-Krise gepumpt.

 

http://www.tagesanzeiger.ch/schweiz/standard/Staenderat-kuerzt-IWFKredit...

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15.03.2013 11:10
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sime hat am 14.03.2013 - 19:55 folgendes geschrieben:

Alles Vermögen wandert von unten nach oben in Zeiten wie diesen, d.h. in Zeiten der Verschuldung und Inflation. Wenn das Geld an Wert verliert oder immer mehr Geld für Zinsen aufgewendet werden muss, sprich weniger investiert wird

Alles Vermögen? Die ganz unten haben und hatten nie Vermögen. Bei denen ganz oben schrumpften die Vermögen zwischen 2008 und 2011 ebenfalls. Die Inflation ist gering. Der Franken hat an Kaufkraft nicht verloren. Für Zinsen geben gerade Hausbesitzer zur Zeit erheblich weniger aus.

Aber es ist schon so, dass in aller Regel die Reichen immer reicher werden. Ob ihnen das bei tiefen Zinsen auch gelingt, werden wir noch sehen. Die reichen Franzosen suchen zur Zeit das Weite.

Die Energiewende hat erst angefangen. Die Deutschen produzieren gerade in den Sommermonaten über Mittag so viel Strom, dass die Schweizer Strombetreiber das Muffensausen bekommen. Diese Spitzenzeiten waren früher eine Goldgrube.

Und bei den Ölscheichs wird es sich irgendwann auch bemerkbar machen. Von unserem Geld wird immer weniger dorthin fliessen. Ganz allgemein wird bei uns der Energieverbrauch pro Kopf sinken und mehr Geld für anderes übrig bleiben. Es kommen Zeiten, da sind Plus-Energiehäuser der Standard, die Nebenkosten werden sinken.

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Der Weise gewinnt mehr Vorteile durch seine Feinde als der Dummkopf durch seine Freunde.
Benjamin Franklin

14.03.2013 19:55
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Elias hat am 12.03.2013 - 14:19 folgendes geschrieben:

 

Die Oberschicht kann die Weltwirtschaft nicht am Laufen halten. Wer bei Fakelaki und Bunga Bunga mit macht oder es biiligt, darf sich nicht wundern.

Aber Elias, das ist doch genau der Punkt. Es ist das berühmte Pyramidendiagramm. Alles Vermögen wandert von unten nach oben in Zeiten wie diesen, d.h. in Zeiten der Verschuldung und Inflation. Wenn das Geld an Wert verliert oder immer mehr Geld für Zinsen aufgewendet werden muss, sprich weniger investiert wird. Das ist ja kein Sparen, wie es so schön in den Medien postuliert wird, es ist ein Bezahlen von Schulden mit weiteren Schulden. Denn sparen würde ja bedeuten, dass man ein Guthaben sich ansparen würde. Weil der Zinseszins exponentiell wächst, die Realwirtschaft im besten Fall linear und das Wachstum in einer begrenzten Welt mit begrenzten Ressourcen ebenfalls limitiert ist, können die Zinsen irgendwann nur noch auf drei Arten bezahlt werden. Entweder durch Inflation, welche bis zur totalen Geldentwertung, also Hyperinflation geht, oder durch einen Schuldenschnitt oder durch Staatsbankrott, wo die Währungen über Nacht wertlos werden. Offensichtlich hat sich das Establishment sich für die Hyperinflation entschieden, wo die schrittweise Entwertung erfolgt. 

Derjenige, der mehr Zinsen einnimmt als er bezahlen muss, gehört somit zur Oberschicht, aber noch lange nicht zur Elite, das ist klar.

Die Banken vergeben unter anderem Kredite mit den Geldern, die auf den Sparkonten liegen. Die Gelder nicht einzufordern würde heissen, den Betrag von den Sparkonten zu reduzieren. Wer Zinsen haben will, muss sich im klaren sein, dass die irgendwie erarbeitet werden müssen. Diejenigen, die mit den intransparenten Produkten Gelder verzockt haben, müssen zur Verantwortung gezogen werden. Das hilft dem Kleinsparer aber auch nicht weiter.

 

Das stimmt alles komplett, aber wie schon oben erwähnt, die Zinsen lassen sich ab einem gewissen Punkt nicht mehr erarbeiten, deshalb ist es eigentlich sinnlos, dafür zu kämpfen, denn man wird früher oder später  verlieren. Das ist dem System von Anfang an eingeimpft. Die Frage ist nur, wie schmerzhaft muss es noch werden? Müssen dafür Kriege geführt, ganze Kontinente ausgehungert werden oder ginge es auch, wenn man den Reichtum von oben nach unten zurückfliessen lässt? Geld arbeitet eben doch nicht, das ist die kapitalistische Illusion. Es arbeiten einfach andere für das Geld, ohne es zu bekommen.

 

Die Geschichte kennt nur einen Pfad. Wir wissen nicht, was passiert wäre, hätte man die Lehman nicht Pleite gehen lassen. Wie wissen nicht, wie es der Schweiz ergangen wäre, wenn sie dem EWR beigetreten wäre (Liechtenstein geht es im EWR hervorragend). Man hat nur einen Versuch. "April, April, wenn ich das gewusst hätte" geht nicht.

Nichts tun finde ich persönlich halt immer schlecht. Wer nicht kämpft, hat schon verloren. Ich habe die Rettung der UBS gut gefunden, unter anderem wegen dem Dominoeffekt, den Mitarbeitern, den Firmenguthaben, den Kundenguthaben, dem Vorsorgevermögen, dem Ruf unseres (Banken)Landes, etc. Es sieht im Fall der UBS so aus, wie wenn es unseren Staat vielleicht nichts kosten wird. Sowas darf aber nicht mehr vor kommen.

 

Die Geschichte kennt nur einen Pfad, aber anscheinend lernen wir nichts daraus. Die Lehmanpleite wurde bewusst in Kauf genommen von dem damaligen US- Finanzminister und Wall Street- Goldman Sachs- Abkömmling Paulson. Wenn man die Hypo Real Estate auch in den Konkurs geschickt hätte, dann wäre das System kollabiert. Das Problem mit den systemrelevanten Banken ist doch die einfache Tatsache, dass wenn eine Konkurs geht, alle anderen ebenso und damit das System. Die Banken haben ihre Bilanzen derart in Abhängigkeit von anderen Banken gebracht, dass diese Verflechtung nicht reparabel ist. Deshalb gibt es soviele Zombiebanks, die de facto pleite sind, aber mit Staatshilfen weiter existieren, nur damit das Kartenhaus nicht zusammenbricht. Was also MartiniDrinks im UBS-Thread schreibt, ist eigentlich korrekt. Der Stabilisierungsfonds, weshalb werfen die Schrottpapiere jetzt wieder Gewinne ab?

Geld entsteht durch Kredite. Die Immobilienbranche hat die höchste Belehnungsquote und die tiefste Schuldnerqualität im ganzen Kapitalmarkt. Im Jahr 2007 hat sich diese Tatsache wie eine Lawine losgelöst. Nur durch Verstaatlichungen und Gelddrucken konnte man den Systemkollaps verhindern bzw. hinauszögern. Der Preis war aber die Wirtschafskrise. Diese CDOs, welche der Bund über eine Wandelanleihe der UBS abgekauft hat zum Einstandspreis, laufen nur darum so gut jetzt, weil viele Investoren praktisch zinsfrei Darlehen aufnehmen und sich vor der Inflation schützen wollen. Neben der Tatsache, dass die FED monatlich 85 MRD $ in den Immobilienmarkt wirft, um die Preise zu stützen. Es bildet sich also im gleichen Sektor bereits die nächste Blase. Der Immobilienmarkt in den USA zieht nur an, weil sich das Sprichwort bewahrheitet: Dont fight the FED! Sollten aber die Zinsen wieder angehoben werden, dann kommt es wieder zu Zahlungsausfällen. Doch dieses Mal kann kein Staat mehr einspringen und Gelddrucken geht auch nicht mehr. Das ist alles nur eine künstlich geschaffene Nachfrage. Wenn man so will ein PUT auf den Dollarkurs, in der Annahme, dass der Dollar weiter und weiter an Wert verliert. In Zeiten der Inflation soll man Schulden machen.

 

13.03.2013 11:23
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Ich will das Ganze nicht schönreden, aber wichtig scheint mir auch noch die zeitliche Begrenzung auf 5 Jahre.

 

Argentinien hat meines Wisssen alles wieder zurübezahlt. Steht aber schon wieder vor der Pleite

 

Lettland zahlt IWF-Kredit vorzeitig zurück

http://www.baltische-rundschau.eu/2012/12/18/lettland-zahlt-iwf-kredit-v...

 

Island überweist schon mal ein paar hundert Millionen

2008 stand Island kurz vor dem Staatsbankrott: Die Banken des Landes waren zusammengebrochen. Damals schnürte der IWF ein Rettungspaket. Einen Teil der Schulden hat Island nun bezahlt - früher als erwartet. http://www.handelsblatt.com/politik/international/schulden-beim-iwf-isla...

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13.03.2013 10:48
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Elias hat am 12.03.2013 - 14:31 folgendes geschrieben:

 

 

10 Milliarden von 460 Milliarden machen knapp 2% aus. Etwas weniger als der durchschnittliche Beteiligung eines Geberlandes, welches etwa 2.5% beträgt.

 

HOPPLA...Da habe ich mich aber grob verrechnet. Ich habe wohl statt 10 Mrd mit 40 Geberländer gerechnet. Danke für die Berichtigung, es war keine Absicht!

12.03.2013 14:31
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Ständerat kürzt IWF-Kredit

Die Schweiz kann sich nur mit 10 Milliarden Franken an einer Aufstockung der Mittel für den Internationalen Währungsfonds (IWF) beteiligen.

 

Der Bundesrat hatte 15 Milliarden für fünf Jahre beantragt. Nach dem Nationalrat kürzte auch der Ständerat den Betrag.

 

Der Krisenfonds soll um insgesamt gegen 460 Milliarden US-Dollar aufgestockt werden. Rund 40 Staaten wollen Mittel einschiessen.

 

 

10 Milliarden von 460 Milliarden machen knapp 2% aus. Etwas weniger als der durchschnittliche Beteiligung eines Geberlandes, welches etwa 2.5% beträgt.

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12.03.2013 14:19
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sime hat am 12.03.2013 - 13:38 folgendes geschrieben:

Wenn man aber wie ich der Überzeugung ist, dass die Rettungsmassnahmen bloss ein Alibi sind, um die Vermögen der Mittel- und Unterschichten voll und ganz nach oben zu transferieren, dann wirst Du mir vielleicht nachsehen, dass ich diesen Mrd-Kredit nicht als Solidaritätsbekundung mit unseren Handelspartnern und als Lösungsbeisteuerung betrachte, sondern als weitere Spritze um das angloamerikanische Banksterkartell aufrecht zu erhalten, obschon evident ist, dass mit Liquidität und gleichzeitiger Austerität nur denen geholfen ist, welche ihre Guthaben einfordern und das sind die Banken.

Die Oberschicht kann die Weltwirtschaft nicht am Laufen halten. Wer bei Fakelaki und Bunga Bunga mit macht oder es biiligt, darf sich nicht wundern.

Die Banken vergeben unter anderem Kredite mit den Geldern, die auf den Sparkonten liegen. Die Gelder nicht einzufordern würde heissen, den Betrag von den Sparkonten zu reduzieren. Wer Zinsen haben will, muss sich im klaren sein, dass die irgendwie erarbeitet werden müssen. Diejenigen, die mit den intransparenten Produkten Gelder verzockt haben, müssen zur Verantwortung gezogen werden. Das hilft dem Kleinsparer aber auch nicht weiter.

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12.03.2013 13:38
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Das erinnert mich gerade an die berühmte Achse des Bösen- Einteilung durch Bush Junior anno dazumal. Wer nicht für uns ist, ist gegen uns und ist ein Terrorist! Als gäbe es nur Schwarz und Weiss.

Ich bin auch der Meinung, dass man solidarisch sein sollte miteinander. Wenn man aber wie ich der Überzeugung ist, dass die Rettungsmassnahmen bloss ein Alibi sind, um die Vermögen der Mittel- und Unterschichten voll und ganz nach oben zu transferieren, dann wirst Du mir vielleicht nachsehen, dass ich diesen Mrd-Kredit nicht als Solidaritätsbekundung mit unseren Handelspartnern und als Lösungsbeisteuerung betrachte, sondern als weitere Spritze um das angloamerikanische Banksterkartell aufrecht zu erhalten, obschon evident ist, dass mit Liquidität und gleichzeitiger Austerität nur denen geholfen ist, welche ihre Guthaben einfordern und das sind die Banken.

Wenn ich also diese Kredite gutheissen würde und sie als Teil der Lösung betrachte, blende ich damit aus, dass die Staaten die Banken gerettet haben und diese nun mit ihrer Zinspolitik und ihren Ratingagenturen die Staaten in die totale Knechtschaft zwingen. Nicht die Schweiz ist ein Teil des Problems, sondern Geschäftsbanken wie CS und UBS. 

12.03.2013 11:26
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Wasch mich, aber mach mich bitte nicht nass

 

Indianische Weisheit

Wenn jemand ein Problem erkannt hat und nichts zur Lösung des Problems beiträgt, ist er selbst ein Teil des Problems.

 

 

Die wichtigsten beiden Handelspartner der Schweiz mit über 30% Anteil sind die Bundesländer Baden-Würtemberg und Bayern.

 

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