USA in der Krise ... und wir in der Schweiz?

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MarcusFabian
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USA in der Krise ... und wir in der Schweiz?

marabu wrote:

Das amerikanische "Problem" wird von "uns" mitgetragen werden müssen. Die Politik hat genügend Fäden, um dies "langsam" zu bewerkstelligen. An einer solchen Lösung sind nicht nur Europa, sondern auch die devisenstarken Staaten im arabischen Raum als auch China interessiert. Sie profitieren alle direkt davon. Auch wenn längerfristig (?) die amerikanische Machtblase schrumpfen wird und muss.

Langfristige Investoren müssten sich an diesen Rahmenbedingungen orientieren.

Das Schuldenproblem der USA besteht schlicht darin, dass die Amerikaner pro Jahr rund $600 Mrd mehr ausgeben als sie erwirtschaften. Dieses Defizit wird über Sparkapital finanziert, das andere Länder (allen voran Japan -1000 Mrd- und China - 750 Mrd) als Überschuss erwirtschaftet haben.

Auch die Schweiz ist mit $190 Mrd (stand 2005) Gläubiger der USA und für uns stellt sich somit zwangsläufig die Frage, ob, wann und wie wir dieses Geld jemals wiedersehen.

Besonders wichtig ist diese Frage für alle Bürger, die ihr Alterskapital in 3. Säule oder Pensionskassen angelegt haben.

Analysieren wir mal die Optionen:

Um Schulden auf "legalem" Wege zurückzuzahlen ist es notwendig, dass der Schuldner weniger ausgibt als er verdient. Von diesem Ersparten kann er dann seine Schulden abstottern. Im Falle der USA beträgt die gesamte Schuldenlast etwa $40'000 Mrd, was dem 4-fachen GDP entspricht.

Um das mal auf verständliche Zahlen runterzubrechen:

Du verdienst pro Jahr Fr. 100'000. Du gibst pro Jahr Fr. 108'000 aus und hast Fr. 400'000 Schulden. Wie willst Du das bezahlen?

Mal angenommen, Du lernst, pro Jahr mit 20% weniger auszukommen. Das wären dann 86'400 pro Jahr. Entsprechend kannst Du Fr. 13'600 für die Schulden-Rückzahlung verwenden. Das alleine würde 25 Jahre dauern, wenn die Fr. 400'000 Schulden zinslos wären. Sind sie aber nicht.

Rechnen wir mit dem typischen Schuldzins für US-T-Bonds von 4.5%, kosten alleine die Zinsen Fr. 18'000 pro Jahr.

Das bedeutet also, dass eine Reduktion Deines Lebensstandards um 20% überhaupt noch nichts bringt. Bei 30% Einschränkung (von 108'000) könnten pro Jahr fast Fr. 25'000 gespart werden. Bei 18'000 Zinsen und 7'000 Amortisation dauert das Rückzahlen der Schulden aber auch 50 Jahre.

Es ist also nicht aus der Luft gegriffen, wenn behauptet wird, die Amerikaner von heute geben Geld aus, das ihre Kinder und Enkelkinder erst noch verdienen müssen.

ist es überhaupt realistisch, dass die Amis ihre Gürtel um 30% enger schnallen? Und wenn ja, was passiert mit der Wirtschaft? Auch mit unserer, jener in China und Japan, die noch export-abhängiger sind als wir?

Sehen wir es realistisch: Jede andere Bananenrepublik hätte bereits längst Bankrott erklären müssen und hätte schon seit Jahren keine neuen Kredite mehr bekommen. Und wenn, dann nur zu zweistelligen Zinssätzen.

Was also macht Amerika so speziell? Warum bekommen die Amis weiterhin täglich rund $2 Mrd neue Kredite von der Welt? Warum fliessen 80% des weltweiten Sparkapitals ins bodenlose Fass USA?

Dafür gibt es mehrere Gründe:

Der Petro-Dollar: Seit Kissinger 1975 mit der OPEC einen Deal ausgehandelt hat, wonach die OPEC-Staaten nur noch Öl gegen Dollars verkaufen dürfen, ist der Rest der Erdöl-importierenden Staaten darauf angewiesen, einen Handelsüberschuss in Dollars zu erwirtschaften. Entsprechend wird der Welthandel in Dollars abgewickelt und die Amerikaner können 3.1 mal soviele Dollars drucken wie im eigenen Land benötigt werden!

Nochmals im Klartext: Für jeden Dollar, den die US-Wirtschaft erarbeitet können die Amerikaner 3.1 Dollar weltweit ausgeben. Das ist wie eine globale Steuer, die die USA der Welt aufbürden für das Privileg, den Welthandel in Dollars zu führen.

Logisch, dass Frankreich, Deutschland und Japan schon seit Mitte der 70er Jahre vergeblich versucht haben, das Petrodollar-Monopol zu brechen. Die "Erfindung" des Euro ist hauptsächlich dadurch motiviert das Dollar-Monopol zu brechen.

Mittlerweile wird das Petrodollar-Monopol mehr und mehr durchbrochen. Venezuela akzeptiert nur noch Euros, Iran akzeptiert Dollar, Euro und Yen und erst kürzlich haben sich auch die Arabischen Emirate entschlossen, Euros und Yen zuzulassen.

Die Konsequenz wird sein, dass der Welthandel nicht mehr auf Dollars angewiesen ist. Entsprechend müssen auch Staatsreserven nicht mehr ausschliesslich in Dollars gehalten werden. Viele Staaten (angeführt von Russland) reduzieren langsam ihre Dollarbestände zugunsten von Euros und Yen.

Das führt dazu, dass es ein Überangebot von Dollars auf diesem Planeten gibt. Das Angebot von Dollars muss also reduziert werden oder der Dollar verliert an Wert.

Viele Länder sind vom Export nach Amerika abhängig weil sie einen zu kleinen Binnenmarkt haben (China). Es bleibt ihnen also gar nichts anderes übrig, als Waren auf Kredit zu verkaufen. Die Chinesen sind sich wahrscheinlich bewusst, dass ihre Dollars an Kaufkraft verlieren werden. Aber solange das Vertrauen in den Dollar und die USA noch Bestand hat, lassen sich mit den Dollars Rohstoffreserven aufkaufen.

Das intelligenteste, was man mit seinen Dollar-Reserven tun kann ist also, die Dollars möglichst rasch - wenn auch marktschonend - in nicht-inflationierbare Rohstoffe zu tauschen. Möglichst Metalle, denn die lassen sich lange lagern. Die Chinesen und Araber sind entsprechend recht glücklich darüber, dass unsere pissblöden europäischen Nationalbanken pro Jahr 500 Tonnen Gold gegen Dollars verkaufen.

Der Dollar wird mehr und mehr seine Funktion als Weltleitwährung verlieren. Wir werden bereits jetzt von Dollars überschwemmt und je mehr Länder/Investoren merken, dass Dollars keine Reserve sondern eine Hypothek sind, die man möglichst rasch loswerden sollte, umso mehr Wert wird der Dollar verlieren.

Was also tun mit all den Dollars?

Die USA haben zwei Möglichkeiten: Sie könnten die Dollars zurücknehmen und vernichten. Die Geldmenge also Deflationieren und somit den Wert des Dollars erhalten.

Oder sie können mit den wertloser werdenden Dollars ihre Schulden bezahlen. Dann haben wir die Arschkarte: $190 Mrd, die in 5 Jahren vielleicht noch einen Viertel der jetzigen Kaufkraft haben. Entsprechend werden alle Sparer ausserhalb der USA kaufkraftmässig um 75% entreichert.

Auch wenn die USA als Krisenherd auszumachen sind, haben die USA doch unter dem Strich die besten Karten im Ärmel:

1. Die Schulden der USA lauten in Dollars. Also jenen grünen Papierscheinchen, die die Amis beliebig drucken können. Die Amis sind also jeder Zeit in der Lage, ihre Schulden zurückzuzahlen. Die Frage ist nur, was die Dollars dann noch für eine Kaufkraft haben werden.

2. Die USA sind das einzige westliche Land, das niemals auch nur eine Unze Gold verkauft hat! Von den weltweiten Reserven von 80'000 Tonnen besitzen die USA 32'000 Tonnen.

Mögliches Szenario: Die Amis reiten den Dollar in den Boden, es gibt einen weltweiten Vertrauensverlust in ungedeckte Papierwährungen und eine internationale Finanzkrise.

Die Bürger werden erkennen, dass fast alle Währungen nur reine Papierwährungen sind, die durch nichts gedeckt sind. Entsprechend wird auch das Vertrauen in Euro, Yen und Franken schwinden.

Als Retter in der Not könnten die USA nun anbieten, aus den Überresten von Dollar, Euro und Yen eine neue Weltwährung zu kreieren, die durch einen Korb aus Edlemetallen und Rohstoffen gedeckt ist. Die Deckung ist notwendig, um das Vertrauen in die neue Währung aufzubauen.

Entsprechend hätten jene Länder die besten Karten, die am meisten Gold, Silber und Rohstoffe besitzen. Das wären dann die USA, Russland, Arabien und China. Europa würde es bitter bereuen, seine Goldreserven so billig verschachert zu haben.

Fazit:

Ich halte es für ausgeschlossen, dass die USA ihre Schulden durch "Gürtel enger schnallen" abtragen werden. Es ist viel plausibler und politisch in den USA auch einfacher durchsetzbar, dass die Schulden durch Entwertung des Dollars abgetragen werden. Ähnlich - wenn auch nicht so krass - wie es das Deutsche 1922/23 getan hat: Kriegsschulden, wurden einfach durch gedrucktes Geld bezahlt, das innert kürzester Zeit keinen Wert mehr besass.

Wohl dem, der vor der Krise seine Dollars in sichere Werte investiert hat.

Peter Lustig
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USA in der Krise ... und wir in der Schweiz?

super Beitrag Marcus, Danke!

also 400Mrd $ liessen sich jährlich schon damit einsparen:

http://de.wikipedia.org/wiki/Streitkr%C3%A4fte_der_Vereinigten_Staaten#Budget

Wink

marabu
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USA in der Krise ... und wir in der Schweiz?

@MarcusFabian

Mein Kompliment!

Ich teile deine Ansicht voll und ganz. Allerdings muss noch die Verschiebung wirtschaftlichen Kräfte mitberücksichtigt werden. Ich denke, dass auf die Dauer die USA nicht die selbe Position beibehalten werden können, die sie heute noch innehaben.

Unterschätze die "Brainsubstanz" anderer nicht! Ich betone nochmals: Die Schwellenländer profitieren vom Technologie- und Wissenstransfer, der täglich stattfindet. Die Börse beeinflusst zwar die Wirtschaft und umgekehrt, aber sie korrelieren nicht ständig.

Endspurt
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USA in der Krise ... und wir in der Schweiz?

@MarcusFabian: Überzeugend geschrieben, liest sich wie ein Krimi.

Deine jeweiligen Folgerungen leuchten ein.

Gerade heute Abend habe ich mit einem Kollegen diskutiert, wie es wohl wäre, wenn der Schweizer Franken in den letzten 30 Jahren 50% seines Wertes verloren hätte (bei den Amis ist es ja ungefähr so).

Wo stünde die Schweizer Wirtschaft heute, wie wäre der Lebensstandard in der Schweiz.

Durch den billigen Schweizer Franken könnten wir wahrscheinlich exportieren auf Teufel komm raus. Wir hätten aber wegen der Kleinheit des Landes gar keine Möglichkeit, soviele Güter herzustellen wie wir verkaufen könnten.

Die Amis können froh sein, dass der Dollar so billig ist, sonst würden sie ihren "Plunder" gar nicht verkaufen können.

Siehe z.B. Autoindustrie, die wäre total nicht konkurrenzfähig mit ihrer zum Teil veralteten Technik.

ecoego.
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@Marcus: USA und immer noch kein Ende in Sicht…!

Eloquent sueffig geschrieben wie immer aber leider auch - wie immer - wenig Zeit hier Deine Ausfuehrungen gebuehrend zu goutieren, debattieren und vielleicht etwas nuancieren.

Nur soviel:

1990 – 2007 Veraenderung der Staatsverschuldung in % Punkte des BIP

Schweiz: + 27

Japan: + 110

USA: Zero

2007 Bruttoverschuldungsquote in % des BIP

Schweiz: 59 %

Japan: 179 %

USA: 62 %**

** inkl. der festen Anteile der Pensions-Verbindlichkeiten für die Beschäftigten im öffentlichen Dienst. Führt zu eine Überbewertung der Schulden (Quelle: Eidg. Finanzverwaltung, Oecd, http://tinyurl.com/2gfkj9 )

Darf man also so nebenbei sagen: Die Schweiz ist gar kein Exempel wenn s um den Anstieg der Staatsverschuldung geht, die USA aber sehr wohl. Und von Japan wollen wir gar nicht reden. Mit der absoluten Verschuldung zieht die CH in etwa gleich mit den USA. Japan is out of sight und immer noch nicht bankrott. Oder doch? Es wuerde mich auch mal interessieren wie Du die Japan situation siehst?

Klar ist vieles aus dem Lot in den US und die kompulsive private Schuldenmacherei wird noch Folgen haben doch bedenke auch – ausser den Goldreserven:

Dank conservation haben die USA noch immense nicht staats-bilanz-aktivierte Bodenschaetze und Landreserven. Canada ist next door, mit wenig Bewohner, aber auch gewaltigen Reserven. Das ist ja wohl auch eine recht solide Art fiat-money Deckung, oder?

Also wenn s ganz katastrophal wird koennten die USA, Nordamerika autark sein in Energie, Lebensmittel und damit physisch noch lange ueberleben wenn in Europa schon sehr schwierig und es in der Schweiz bereits blackout und wenig zu Essen gaebe. Und nicht viel in der CH ist Tauschhandel tauglich. Soeldner, vielleicht?

Zudem US Vermoegenswerte fallen nicht einfach auf Zero: Gute, internationale Firmen, zum Beispiel, werden Wert behalten, sich anpassen, auch in den inflationistischsten nightmares.

Doch bevor es zum ultimate doomsday kommt, denken wir doch auch an die kreative Leistungsfaehigkeiten einer Volkswirtschaft. Und da sind die US immer noch Weltmeister. Denk da nur an Deinen Compi und an alles was damit im Weitesten zusammenhaengt. Die Innovationsfaehigkeit der US muss man miterleben um zu realisieren, dass da der Ofen noch einige Zeit warm bleiben wird.

Auch wenn s drum geht seine Schulden so zu verpacken, dass der (auslaendische) Glaeubiger zweimal ueber den Kassentisch gezogen wird. Die im Ausland geborgten Dollars werden schoen gebuendelt und verpackt, mit AAA rating versehen, wieder an s Ausland zurueckverkauft. Das musss man machen…

bye fuer heute. Hitting the road again.

Pers Meinung, e & o moeglich

marabu
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USA in der Krise ... und wir in der Schweiz?

@eceogo

Einwand!!! in Bezug auf Japan und auf die Schweiz.

Japan weist eine hohe Sparquote auf und kann seine gesamte Staatsverschuldung von rund 1700 Milliarden Dollar selbst decken. Soviel mir bekannt ist, gilt dasselbe auch für unser Land.

Die amerikanische Treasury Bonds werden im Ausland abgesetzt.

Alles ist eben immer eine Frage des Blickwinkels. 8)

MarcusFabian
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Re: @Marcus: USA und immer noch kein Ende in Sicht…!

ecoego wrote:

1990 – 2007 Veraenderung der Staatsverschuldung in % Punkte des BIP

Schweiz: + 27

Japan: + 110

USA: Zero

2007 Bruttoverschuldungsquote in % des BIP

Schweiz: 59 %

Japan: 179 %

USA: 62 %**

Die Bruttoverschuldung der USA hat mittlerweile die 400%-Grenze überschritten!

MarcusFabian
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Re: @Marcus: USA und immer noch kein Ende in Sicht…!

ecoego wrote:

Darf man also so nebenbei sagen: Die Schweiz ist gar kein Exempel wenn s um den Anstieg der Staatsverschuldung geht, die USA aber sehr wohl.

Wenn wir von Schulden sprechen, müssen wir drei Ebenen unterscheiden:

* Staat

* Unternehmen

* Private

Staatsverschuldung ist nur einer von drei Aspekten und wie Marabu schon geschrieben hat, es kommt darauf an, bei wem der Staat Schulden hat. In Der Schweiz und Japan besteht eine hohe Sparquote der Privaten, die die Staatsschulden übersteigt. Wir können also sicher behaupten, dass der Schweizer Staat Schulden bei den eigenen Bürgern hat.

In den USA hingegen bestehen Schulden auf allen drei Ebenen. Zusammen über 400% des BSP und netto bestehen diese Schulden im Ausland.

Dennoch bin ich mit Dir einverstanden, dass die Schweiz kein Musterknabe ist. Nicht nur in Punkto Verschuldung. Auch was die Deckung der Währung und deren Inflation (im Sinn von Geldvermehrung) betrifft.

Quote:

Dank conservation haben die USA noch immense nicht staats-bilanz-aktivierte Bodenschaetze und Landreserven. Canada ist next door, mit wenig Bewohner, aber auch gewaltigen Reserven. Das ist ja wohl auch eine recht solide Art fiat-money Deckung, oder?

Nein, das ist keine fiat-money Deckung. Die Landreserven Kanadas schon gar nicht Wink

Zur Zeit des Goldstandards (bis 1971) konnte man jederzeit $35 gegen eine Unze Gold eintauschen. Das Papier war somit nur ein Gutschein für Gold. Einfacher zu handhaben und zu transportieren.

Anders ausgedrückt: Die Menge der Dollarnoten dividiert durch die Menge des Goldes (32'000 Tonnen in den USA) ergab den Preis von $35 pro oz.

Dividiert man die heute in Umlauf befindliche Dollarmenge durch die Goldmenge, kommt man mittlerweile auf $160'000/oz. In Gold gerechnet wurde der Dollar also bereits um 97% entwertet. Die letzten drei Prozent schaffen wir wohl auch noch Wink

Heutzutage besteht dieser Anspruch nicht mehr. Man kann seine Dollars nicht zu einem vorgegebenen Preis gegen Gold, Silber, Öl, Metall oder gar Land eintauschen. Der Dollar - wie fast jede andere Währung - erhält seine Stabilität lediglich durch das Vertrauen, das seine Besitzer in ihn und das amerikanische Finanzsystem haben.

Nein, ich plädiere nicht dafür, dass wir den Goldstandard zurückkriegen aber ich fürchte, dass das Vertrauen in reine Papierwährungen mit zunehmender Gelddruckerei abnehmen wird. Geld hat schliesslich zwei Funktionen. Die reine Tauschfunktion ist nur die erste. Die Zweite ist die Wertaufbewahrung. Und wenn Geld ständig an Wert verliert, macht es keinen Sinn, Geld zwecks Alterssicherung zu sparen. Schliesslich sind Fr. 100 heute mehr Wert als in 10 Jahren.

Wenn also - in diesem konkreten Fall - der Dollar seine Funktion als Reserve verliert, werden sich die Staaten nach anderen Möglichkeiten umsehen, ihre Staatsreserven zu sichern. Gold und Silber ist sicher keine Lösung, denn davon gibt es schlicht zu wenig.

Quote:

Also wenn s ganz katastrophal wird koennten die USA, Nordamerika autark sein in Energie, Lebensmittel und damit physisch noch lange ueberleben wenn in Europa schon sehr schwierig und es in der Schweiz bereits blackout und wenig zu Essen gaebe.

Einverstanden. Das stelle ich auch gar nicht in Abrede. Schlussendlich werden die Bauern weiterhin Kartoffeln und Weizen anbauen, Novartis wird Pillen drehen und Microsoft wird versuchen, Software zu schreiben. Daran ändert sich nichts, denn schlussendlich ist es egal, ob Leistungen mit Dollars, Euro, Franken, Yen oder mit Gold oder neuem Globo-Euro-Dollar abgerechnet werden.

Finanzkrise bedeutet also "nur", dass eine bestehende Währung das Vertrauen verliert und durch eine neue ersetzt wird. Tragisch ist die Übergangszeit. Insbesondere für jene, die Reserven in der alten, sterbenden Währung besitzen.

Sollte es zu einer Finanzkrise kommen, ist man am besten bedient, wenn man sein Geld zuvor in "Hard-Assets" gesichert hat. Das können Immobilien sein, Rohstoffe aller Art, Gold, Silber, Diamanten, Bilder, Kunstwerke oder auch Aktien stabiler Firmen.

Tabu sind Bargeld, Derivate und Obligationen.

Quote:

Die im Ausland geborgten Dollars werden schoen gebuendelt und verpackt, mit AAA rating versehen, wieder an s Ausland zurueckverkauft. Das musss man machen…

Das ist aus amerikanischer Sicht sicher richtig und sinnvoll und so wird es ja auch gemacht.

Die Arschkarte zieht einfach der, der sich diese amerikanischen AAA-Papiere ins Depot legt und meint, sie hätten in 10 Jahren - wenn er pensioniert wird - noch einen Wert.

Aber worum geht es uns denn in diesem Forum, in dieser Diskussion?

Wollen wir Anleitungen für amerikanische Hedge-Fonds und Banken abgeben, wie sie uns am besten unsere Ersparnisse abzocken können oder wollen wir den Schweizer Kleinanleger vor den Abzockern warnen und ihm Alternativen aufzeigen?

marabu
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Re: @Marcus: USA und immer noch kein Ende in Sicht…!

MarcusFabian wrote:

ecoego wrote:

....

Aber worum geht es uns denn in diesem Forum, in dieser Diskussion?

Wollen wir Anleitungen für amerikanische Hedge-Fonds und Banken abgeben, wie sie uns am besten unsere Ersparnisse abzocken können oder wollen wir den Schweizer Kleinanleger vor den Abzockern warnen und ihm Alternativen aufzeigen?

Finde ich eine gute Sache - es gibt etliche Leute auf diesem Forum, die schon neunzehn Lebensjahre seit langem hinter sich gelassen haben und auch mal den einen oder anderen Crash am eigenen Geldbeutel verspürten. Sonst wären wir inzwischen ziemlich reich geworden. Ach ja - bekanntlich ist dieser Begriff relativ... WinkLolLol

ecoego.
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USA in der Krise ... und wir in der Schweiz?

@MarcusFabian: Jetzt sind wir bei meinen Zahlen vs. Deinen Zahlen... Also hier die CH Finanzdep publication mit der Bruttoverschuldung gemaess OECD Definition http://tinyurl.com/2gfkj9 - geh auf Seite 2, bitte: USA und Schweiz etwa gleiche Groessenordnung.

@marabu und Marcus: Auf einem globalisierten Finanz-Globus und – immer noch – relativ freien Markt mit Rechtsschutz kann man sich fragen ob es Sinn macht private Schulden oder Erspartes mit Staatsschulden national zu addieren.

Was aendert denn das: Wenn ein theoretisch bankrotter Staatshaushalt Japan seine BuergerInnen expropriiert oder der bankrotte US Staat den Auslaender keine Zinsen und principal mehr (zurueck-) bezahlt? Beides nur vorstellbar wenn wirklich alles am Ranzen.

Ich hab etwas Vermoegen auf der Seite, habe aber keine CH Bundesoblis – also was hat mein "Erspartes" mit der CH Staatsverschuldung zu tun? Steuer-, Residenz-Domizil, Waehrungs-, Anlage-Risikostreuung – kann man immer noch selber frei waehlen, wo, was, wem!

Markus

Quote:

…Sollte es zu einer Finanzkrise kommen, ist man am besten bedient, wenn man sein Geld zuvor in "Hard-Assets" gesichert hat...

Da bin ich voll mit Dir einverstanden solange die gewaehlten Vermoegenswerte nicht an physischem Risiko und Market-ability leiden oder scheitern. Mit einem Picasso oder Kilo Gold unter dem Arm wollte ich in der Not nicht unbedingt zum Baecker.

Mein Punkt hier ist eigentlich nur: Schreiben wir die US nicht so schnell ab. Abgesehen vom Land allgemein und seinen Leuten – ich oute mich da als ein kritischer aber ueberzeugter fan – intangible und latente Vermoegenswerte zaehlen auch. Wenn ein Land ueber unverbuchte Bodenschaetze jeder Art verfuegt, wenn jetzt geschuetzte Riesengebiete in der grossen Not (hoffen wir nicht) fuer Hydroenergie, Wasser, Holzwirtschaft, zu Agrarland, als Bauland freigegeben werden koennen, so sind das in meiner (Staats-) Buchhaltung wohl off-balance sheet assets aber reell sehr wohl vorhanden.

Darum bin ich auch ein klitzekleiner US Staats Glaeubiger mit etwas TIPS im PF da ich denke der abgestrafte $ koennte sich stabilisieren, etwas erholen, mittelfristig. http://tinyurl.com/33qbys - und der Zins kommt regelmaessig.

Mein Timberland Faktor sagt mir auch, dass der $ im Moment unterbewertet ist. Das gleiche Schuhmodell kostet in Europa um die 120 €, in den US 80 $. Auch mit normalen 20 – 30 % logistics Kosten und Importer-margen ist die Differenz zu gross. Muss auch wieder in den wineshops nachfragen ob die Franzosen ihren eigenen Wein kaufen (in den US) und zurueck-importieren. Normalerweise ein untruegliches $ Unterbewertungs-Zeichen.

bye

NB @ marabu – das noble, goldrichtige Quote oben, das war Marcus – will mich nicht mit fremden Lorbeeren usw

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MarcusFabian
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USA in der Krise ... und wir in der Schweiz?

ecoego wrote:

@MarcusFabian: Jetzt sind wir bei meinen Zahlen vs. Deinen Zahlen... Also hier die CH Finanzdep publication mit der Bruttoverschuldung gemaess OECD Definition http://tinyurl.com/2gfkj9 - geh auf Seite 2, bitte: USA und Schweiz etwa gleiche Groessenordnung.

Was immer die Eidg. Finanzverwaltung für USA-Zahlen publiziert. Da verlasse ich mich doch lieber auf offizielle US-Quellen.

Gemäss US Dept. of public debt ( http://www.treasurydirect.gov/NP/BPDLogin?application=np belaufen sich derzeit alleine die ÖFFENTLICHEN auf 9 Billiarden, was etwa 85% des BSP beträgt.

ecoego wrote:

Was aendert denn das: Wenn ein theoretisch bankrotter Staatshaushalt Japan seine BuergerInnen expropriiert oder der bankrotte US Staat den Auslaender keine Zinsen und principal mehr (zurueck-) bezahlt?

Ganz einfach: Was der japanische Staat mit seinen Bürgern macht, ist mir egal.

Aber zu den Ausländern, die ausstehende Kredite in den USA haben gehören eben auch wir Schweizer. Das kann mich unwissentlich sogar selbst betreffen, wenn ich einer Pensionskasse oder 3. Säule angehöre.

Quote:

Mit einem Picasso oder Kilo Gold unter dem Arm wollte ich in der Not nicht unbedingt zum Baecker.

Mit ein- zwei Kilo Gold kaufst Du in ein paar Jahren lieber ein schönes Häuschen. Für den Bäcker gibt's auch noch 2g, 5g oder 10g Münzen Wink

Quote:

Schreiben wir die US nicht so schnell ab.

Das tue ich keineswegs. Amerika ist ein rohstoffreiches Land mit günstigem Klima, guten Köpfen und einer wirtschaftsfördernden Gesellschaftsordnung. Ich gehe auch nicht so weit, Dollar mit USA gleichzusetzen.

Deshalb nochmals im Schnelldurchgang. Ich behaupte:

1. Der Dollar wird seine Funktion als Welt-Leitwährung weiter einbüssen. Das führt dazu, dass weniger Dollars nachgefragt werden.

2. Die USA können ihre Schulden nicht auf legalem Weg zurückzahlen sondern werden sich über schwächeren Dollar entschulden.

3. Sollte es zu einer Finanzkrise mit anschliessender Reform kommen, werden die USA nicht mehr - wie bisher - für jeden im eigenen Land produzierten Dollar weitere $2.1 drucken und ausgeben können. Das Vertrauen in Amerika dürfte dann nämlich angeschlagen sein. Konsequenz wird sein, dass die Amis - so wie jedes andere Volk - nur noch soviel Geld verkonsumieren können, wie es selbst erarbeitet.

-

Die USA werden genau so wenig untergehen, wie China, Persien, Rom, Griechenland, Spanien und Grossbritanien nicht untergegangen sind. Aber es wird seine Vorherrschaft an eine andere Macht verlieren. Vielleicht China?

Weiss allerdings nicht, ob wir das noch erleben werden.

Die Finanzkrise werden wir noch erleben. Wenn sie kommt, dann so im Bereich 2009 bis 2013.

MarcusFabian
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GEAP 18

Sehr lesenswert ist folgender Artikel des Leap REports.

Ich muss allerdings eine Warnung aussprechen: LEAP gilt als Crash-Prophet. Die habe im März 2006 einen Crash für Sommer 2006 vorausgesagt.

Dennoch:

http://www.hall-of-finance.de/forum/showpost.php?p=406012&postcount=2049

marabu
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Re: GEAP 18

MarcusFabian wrote:

Sehr lesenswert ist folgender Artikel des Leap REports.

Ich muss allerdings eine Warnung aussprechen: LEAP gilt als Crash-Prophet. Die habe im März 2006 einen Crash für Sommer 2006 vorausgesagt.

Dennoch:

http://www.hall-of-finance.de/forum/showpost.php?p=406012&postcount=2049

Das ist aber zappendüster!! Marc Faber erscheint ja direkt ein Optimist dagegen... (Übrigens - was rät er???)

Sicher ist einiges an Wahrheit darin zu finden. Aber ich denke, man wir das abrupte Schwächerwerden des guten alten Onkel Sams schon noch zu dämpfen wissen. Da stehen zu grosse Devisenbestände ( :roll: zuviele Us$... - Hegel lässt grüssen :wink:) der wirtschaftlichen Newcomers zur Verfügung.

marabu
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USA in der Krise ... und wir in der Schweiz?

-out

Die Meinung von Jim Rogers deckt sich mit Einigem, was im Forum schon besprochen wurde. Rogers ist ein Anleger mit langfristigem Anlagehorizont. Seine Entscheide basieren auf historischen Erkenntnissen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen und gesellschaftlichen Entwicklungen. Kurzfristige Tradings interessieren in nicht.|

Aus NZZ am Sonntag von heute:

«Es gibt keinen einzigen Grund, wieso Rohstoffpreise nicht steigen sollten» Der Investment-Guru Jim Rogers empfiehlt Anlagen in Rohstoffen, prognostiziert den wirtschaftlichen Niedergang Amerikas und rechnet mit einem Ölpreis von 200 Dollar

NZZ am Sonntag: Herzliche Gratulation zu Ihrem Geburtstag. Welches war ihr schönster 19. Oktober?

Jim Rogers: Das war der Börsencrash 1987. Ich sagte zuvor einen Einbruch des Dow-Jones-Indexes um 300 Punkte voraus und verkaufte meine Positionen. Er fiel dann um 500 Punkte.

Ist dies mit ein Grund, wieso Sie seither auf Rohstoffe setzen?

Überhaupt nicht, in den neunziger Jahren stiegen die Aktienmärkte ja noch einmal massiv an. Doch seit der Jahrtausendwende sind Rohstoffe die attraktivste Anlageklasse.

Woher rührt Ihr unerschöpflicher Optimismus für Rohstoffe?

Aus der banalen Erkenntnis, dass die Nachfrage aufgrund der demografischen Entwicklung und des Wachstums in Asien weiterwächst, während das weltweite Angebot praktisch aller Rohstoffe knapp wird.

Der Boom hält bereits einige Jahre an, ist es nicht zu spät, um aufzuspringen?

Überhaupt nicht. Die Situation ist die gleiche wie im Aktienmarkt 1989/1990. Damals warnten alle davor, jetzt noch einzusteigen, wäre ein Fehler, die Preise seien überhöht. Es folgte ein zehnjähriger Boom mit einem Preisanstieg von 700 bis 800%.

Welche Rohstoffe werden 2008 für Furore am Anlegermarkt sorgen?

Fragen Sie nicht mich! Ich bin ein genauso schlechter Prognostiker wie die meisten Leute und habe beispielsweise vor sechs Monaten weder den Preisanstieg des Öls noch denjenigen des Bleis vorausgesehen. Doch grundsätzlich empfehle ich landwirtschaftliche Produkte.

Und welche konkret?

Kaffee, Zucker und Baumwolle sind unterbewertet. Am besten fahren Anleger allerdings, wenn sie auf einen Rohstoff-Index setzen.

Der Preisanstieg eines Rohstoffes wird dabei unter Umständen durch den sinkenden Preis eines andern neutralisiert.

Richtig, doch die wenigsten Leute sind gut darin, den richtigen Rohstoff zur rechten Zeit auszuwählen. Das gilt natürlich auch für Aktien. Jahr für Jahr ist gemäss Untersuchungen die Performance von Indizes 70 bis 80% besser als aktives Fondsmanagement.

Verfolgen Sie die Entwicklung am Markt eigentlich hautnah?

Nein. Ich besitze keinen Bloomberg-Dienst und kenne den aktuellen Kupfer- oder Ölpreis nicht. Ich wäre ein schlechterer Investor, wenn ich mich von den kurzfristigen Zuckungen der Märkte beeinflussen liesse.

Worauf basieren Ihre Anlageentscheide?

Auf Erkenntnissen der Geschichte.

Sie haben die Welt zweimal während mehrerer Jahre bereist. Was haben Sie bezüglich Rohstoffen gesehen?

Einerseits das unwiderstehliche Wachstum Asiens und andererseits die mangelnden Investitionen in die Rohstoffförderung und die Vernichtung von Anlagewerten. Beides evidente Gründe für steigende Preise.

Ist die Krise im amerikanischen Hypothekenmarkt ausgestanden?

Noch lange nicht. Viele Hauseigentümer werden ihre Häuser verlieren. In Amerika steht die Rezession unmittelbar vor der Türe.

Wird der Dollar weiter an Wert und Bedeutung verlieren?

Amerika druckt zu viel Geld, gibt zu viel aus, hat viel zu hohe Anwaltskosten und verkauft der Welt immer weniger seine Produkte. Das amerikanische Jahrhundert ist vorüber. Das nächste gehört China.

Der Ölpreis erklimmt neue Rekordhöhen - wie weit wird er noch steigen?

Angesichts der Tatsache, dass der Pro-Kopf-Verbrauch von Rohöl in China einen Zehntel und in Indien einen Zwanzigstel des Verbrauchs von Japan oder Südkorea ausmacht, liegt ein Ölpreis von 150 $ oder gar 200 $ durchaus im Bereich des Möglichen.

Sie kommen aus dem ländlichen Alabama, haben mit 600 $ an der Wall Street angefangen und sich mit 37 Jahren und mehreren Millionen zurückgezogen. Wie lautet Ihr Überlebensrezept für den Finanzmarkt?

Sobald alle in dieselbe Richtung schauen, sollte man als Investor beginnen, in eine andere Richtung nach Möglichkeiten Ausschau zu halten.

Müssten die Anleger angesichts des gegenwärtigen Rohstoffbooms nicht auch dasselbe Rezept beherzigen?

Noch lange nicht. Rohstoffe als Anlageklasse sind immer noch weitgehend unbekannt, unberührt und unterinvestiert. Wenn Sie hier im reichen Genf 1000 Menschen aus der Finanzbranche fragen, haben vielleicht 50 von ihnen einen kleinen Teil ihres Geldes in Rohstoffen angelegt. In zehn Jahren werden es 950 sein.

Interview: Daniel Puntas Bernet

warrantman
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jim rogers meinung auf video

jim rogers meinung kann man auch noch auf video anschauen. er ist sehr kritisch gegenüber usa, bullish weiterhin auf rohstoffe. ich bin selber eher kritisch gegenüber rohstoffe. aber der typ ist ja schon noch cool.

http://www.investchannel.ch/investtalk/Interview-Jim-Rogers.aspx

ecoego.
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USA in der Krise ... und wir in der Schweiz?

@marcus – sorry, wieder etwas auf Achse darum erst jetzt nachlesen Dein Oct 17.

Tja, die Statistiken und Zahlen … hier noch eine source, das Budget der US fuer fiscal 2008, historische tables, Seiten 126, 127. http://tinyurl.com/22fctd Uebrigens nach dem WW 2 waren die Schulden ueber 100 % GDP. Also wenn nicht gut, dann schwindelt halt der GWB, wie auch schon, wie viele andere Politiker auch, und das OMB…

Bei Japan sind wir uns, glaub ich, in so etwa einig. Mit 179 % of GDP mit Abstand die groesste Schuld of any OECD country – meine Frage: what happens? Any big discussion? Wird es je abbezahlt? Muss es? Wieviel Schulden sind zuviel Schulden?

Japan war noch nie mein favorite Investment Territory. Nicht so transparent. Denke auch an den Nikkei schon mal bei ca 40K. Tja, ich hoffe nur Deine Pensionskasse hat nichts mit Japan zu tun – was ich sehr bezweifle. Direkt oder indirekt wuerde ein bankrottes Japan, der Zustand deren Banken, Industrie, Deine Kasse genauso treffen wie die US mortgage Episode via UBS Aktien zum Beispiel oder direkter via Money market funds und so fort – nicht zu reden vom trade, der world economy at large. Man kann sich noch so verkriechen, abschotten und verbunkern, die Finanz und Handels-Welt ist nun mal ganz schoen intim global verlinkt, da gibt’s keine Grenzen mehr.

Wenn schon worried wegen CH Pensionskassen: Ihre "soliden" CH Bundesoblis sind kein Paradebeispiel von weisem investment. Die haben nichts als verloren, gemessen am Aussenwert des lieben "Swissie" in den letzten paar Jahren, incl dem lauen Zins, minus der wirklich gelebten Inflation. Darum hab ich keine. Nichts mit IQ zu tun nur simples 1 x 1. Gut, als Ausland-CH-ler schaut man das vielleicht etwas anders an. Trotzdem, darueber liest man nicht viel. Ein CH Tabu? Die US TIPS oder die Franzosen Oati s geben wenigstens einen Inflationsausgleich auch wenn deren CPIndex massiert wird – wie alle anderen auch. (Plus super Euro appreciation vs. CHF beim Oati, natuerlich).

Trotzdem, nach meiner Meinung ist auch in den allergroessten Not- und Konflikt Zeiten das beste Kapital immer noch der Grips im Hirn, Sprachen, flexibel, nicht-unterkriegen-lassen Mentalitaet. Damit kann man sich besser durchschlagen als mit einem Sack voll Goldmuenzen. Das spricht sich schnell rum wenn s wirklich ruede wird – da musst Du noch eine Kalashnikov anschaffen um Deine Muenzen zu verteidigen. Oder sind Deine Muenzen etwa fake? Wie kann das der Baeker pruefen? Dann doch lieber Salami, sogar Zigaretten oder etwas guten Roten als barter, warum nicht? Ich denke da bekommst Du schneller und sicherer Dein Brot (wenn er noch Mehl hat…).

Wie schon mal gesagt, das Leben ist eben lebensgefaehrlich und mit diesem Risiko sollte man sich abfinden – man kann es dann auch viel besser geniessen!

bye

NB 1 US Info titbits fuer Marcus: Gegen 40 % der Eigentumswohnungen und Haeuser in den USA sind – schuldenfrei! Yep - keine Hypo, kein equity loan, nix. Das hat (auch) Tradition, die Hypo ganz abzubezahlen. Fuers Alter. Es gibt allerdings die reverse mortgage. Da gibt’s dann regelmaessiges Einkommen bis man stirbt – dann gehoert das Haus der Bank/Versicherung, nicht den sowieso undankbaren Erben. Nicht schlecht. Wo und wie das wohl in den Statistiken zu finden ist?

NB 2: Rohstoffe als Investment: OK, als Beigabe-Diversifikation im PF, in Markt-liquider Form und natuerlich auch vorausgesetzt es ist nicht doomsday, und wir sind immer noch in einer rechtlich abgesicherten (mehr oder weniger) Umgebung. Risiko nicht vergessen: zum Beispiel Oel hatten wir schon mal in der jetzigen Preis range, Inflation corrected. Zudem: Es wird immer noch um die maximal 25 $ pro barrel produziert, der Rest ist Luft (etwas grobe Interpretation von Info Oelfachleuten sowie Peter Voser, CFO Shell, einer der "hoechsten" Schweizer in einem auslaendischen Konzern, gemaess FT US Edition Oct 26, 07 "Shell warns on political price")

NB 3: Es brummt nur so von Canadian und Overseas Einkaufs-touristen in den US. Wer noch X-mas shopping machen (und gut und trotz tax und tips relativ guenstig - in €, auch CHF - essen und trinken) will, flights sind schon heavy gebucht, speziell ex UK.

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Elias
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Obama, wir haben ein Problem!

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Dick und Doof sind die neuen Feinde der USA

Die Zahlen sind erschreckend: Laut einem neuen Bericht des Aufsichtsrats des US-Verteidigungsdepartements sind etwa 5 Prozent der Soldaten übergewichtig. Die Dunkelziffer dürfte allerdings höher liegen, denn viele Feldärzte erfassen die Fettleibigkeit der untersuchten Soldaten nicht als Gesundheitsproblem. Doch die Tendenz ist eindeutig steigend: Im Jahr 2003 waren noch etwa 1 bis 2 Prozent der Armeeangehörige übergewichtig.

Die Probleme kommen noch – ganz dicke

Das wahre Problem liegt aber bei denen, die eigentlich die Basis der Armee sein sollten: Von den 17- bis 24-Jährigen, so die Schätzung des Pentagon, seien heutzutage 75 Prozent nicht zu gebrauchen. Die jungen Amerikaner sind entweder zu dick, stecken in juristischen Schwierigkeiten oder genügen einfach nicht den intellektuellen Anforderungen, die ihnen die Armee stellt.

«Wir hatten noch nie ein solches Problem mit Übergewicht wie heute», beklagt sich der ehemalige Chef des vereinten amerikanischen Generalstabs John Shalikasvili. Laut dem Bericht könne man über Dreiviertel der jungen Bevölkerung nicht verfügen. Das Problem schätzt er als «so gravierend» ein, dass sogar eine Kommission ins Leben gerufen wurde, in der auch der frühere Nato-Kommandant und Armeegeneral Wesley Clark sitzt.

Eine erste Massnahme scheint Verteidigungsminister Robert Gates vor einer Woche bereits ergriffen zu haben: Er gab eine Studie in Auftrag, die eine allfällige Abschaffung des Verbots für bekennende Homosexuelle analysieren soll

http://www.20min.ch/news/ausland/story/Dick-und-Doof-sind-die-neuen-Fein...

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Gefragte «Eidgenossen»

Während manche Staaten an Kreditwürdigkeit eingebüsst haben und ohne grössere Risikozuschläge kaum Geld aufnehmen können, stehen die Obligationen der Eidgenossenschaft bei Anlegern hoch im Kurs.

Die Eidgenossenschaft konnte die 3,25-Prozent-Anleihe 2027 am Mittwoch zu einem Kurs von 116 Prozent um 200 Millionen Franken aufzustocken. Der Ausgabekurs lag deutlich über den 114,50 Prozent, die zuletzt für die ursprüngliche Anleihe an der Obligationenbörse bezahlt wurden. Die Rendite liegt bei 2,136 Prozent.

Anleger hatten Offerten für fast eine Milliarde Franken eingereicht, und viele hatten sich nach Einschätzung von Händlern bei ihren Offerten an den zuletzt bezahlten Kursen orientiert.

«Die Zuteilung erfolgte zu sehr stolzen Konditionen», sagte ein Händler. Die Beliebtheit der «Eidgenossen» erklärt sich auch daraus, dass der Bund das Volumen der ausstehenden Anleihen abgebaut hat. Das machte die Eidgenossen zu einer Art Mangelware, wie ein Händler erklärte.

Die Zuspitzung der Schuldenprobleme in einigen Euro-Ländern hat die Nachfrage nach den als sicher geltenden «Eidgenossen» verstärkt, und die Kurse gehen seitdem nach oben.

http://www.20min.ch/finance/news/story/Gefragte--Eidgenossen--12123229

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Merz präsentiert trotz Krise schwarze Zahlen

Trotz Wirtschaftskrise hat der Bund das Jahr 2009 mit einem Überschuss abgeschlossen.

Der Überschuss beträgt 2,7 Milliarden Franken, wie das Finanzdepartement (EFD) am Dienstag mitteilte. Damit wurde der budgetierte Überschuss um 1,8 Millarden Franken übertroffen.

http://www.20min.ch/news/schweiz/story/Merz-praesentiert-trotz-Krise-sch...

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Die Finanzierungsrechnung schloss mit einem Überschuss von 9,7 Milliarden Franken. Dank dieser Gelder konnte der Bund die Bruttoschulden auf Ende 2009 um knapp 11 Milliarden auf noch 110,9 Milliarden Franken abbauen. Die Bundesschulden sanken damit gegenüber dem Höchststand im Jahr 2005 um fast 20 Milliarden Franken.

Respekt!!!

„Alles was die Sozialisten vom Geld verstehen, ist die Tatsache, dass sie es von anderen haben wollen.“

Konrad Adenauer

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Leider haben Kantonen und Gemeinden nocheinmal so viel Schulden wie der Bund :roll:

Bei den Kantonen dürfte es sicher düsterer aussehen im 09

http://www.bfs.admin.ch/bfs/portal/de/index/themen/18/03/blank/key/schul...

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Die 20Milliarden zu geschätzten niedrigen 3% Schuldzinsen ergeben eine Einsparung von 600'000'000 pro Jahr

600Mio Einsparung pro Jahr!!

Was mich wunder nimmt: zu welchen Zinsen werden die Schulden im gegenwärtigen Umfeld wirklich aufgenommen?

:idea: Eigentlich dürft die SNB die Zinsen solange nicht anheben, bis die Schulden zurückbezahlt sind

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USA in der Krise ... und wir in der Schweiz?

Genau deshalb finde ich es so primitiv sich derart zu verschulden...das Geld allein schon um die Zinsen zu zahlen...ist schon wahnsinn!

Die Zinsen bestimmen die Gläubiger (durch die Nachfrage) der Staatsanleihen und nicht der Staat selber Wink

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Konrad Adenauer

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Goldsegen für die Nationalbank

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Gewinn von 10 Milliarden Franken im letzten Jahr

Die Schweizerische Nationalbank (SNB) hat im vergangenen Jahr einen Gewinn von 10 Milliarden Franken erzielt. Sie profitierte vom hohen Goldpreis und der Erholung an den Finanzmärkten.

http://www.nzz.ch/nachrichten/wirtschaft/aktuell/schweiz_nationalbank_ze...

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Die Schuldenquote der öffentlichen Haushalte in Anlehnung an die Maastricht-Definition reduzierte sich dank den starken Vorjahren bis ins vergangenen Jahr auf 38,8 Prozent. Seit 2002 konnte die Bruttoschuldenquote des Gesamtstaates das siebte Jahr in Folge gesenkt werden. Sie befindet sich nun auf dem tiefsten Stand seit 1991 und beträgt erstmals seit 1992 wieder weniger als 40 Prozent des BIP.

http://www.nzz.ch/nachrichten/schweiz/oeffentliche_haushalte_schreiben_2...

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USA in der Krise ... und wir in der Schweiz?

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Verschuldet! Wirklich?

Die Schweiz ist unter dem Strich fast schuldenfrei

Die Schweiz ist unter dem Strich fast schuldenfrei: Sie verfügt über ein hohes Finanzvermögen, das in der Staatsrechnung nicht zu Marktwerten auftaucht. Den Skandinaviern geht es noch besser.

Verkauft doch eure Inseln, ihr Pleite-Griechen!», forderte die «Bild»-Zeitung auf dem Höhepunkt der europäischen Schuldenkrise. «Ihr kriegt Kohle. Wir kriegen Korfu.» Smile

Das ist zwar die Provokation hartgesottener Boulevard-Macher, aber nicht einfach dumm: Es gibt einen engen Zusammenhang zwischen öffentlichen Schulden und staatlichen Vermögenswerten – auch wenn eine Ferieninsel kein klassischer Staatsbesitz ist.

«Parallel zur Explosion der öffentlichen Schulden hat es zumindest bei einzelnen Ländern auch einen beträchtlichen staatlichen Vermögensaufbau gegeben», sagt Bernd Schips, der frühere Leiter der Konjunkturforschungsstelle der ETH. Negativer drückt sich Philipp Weckherlin von CE Asset Management, einer Vermögensverwaltungs-Boutique, aus: «Die Staaten haben über die letzten Jahrzehnte unkontrolliert Kapital gebunden.» Das Problem der staatlichen Schuldenbildung liege zu einem wesentlichen Teil auf der Aktivseite der Bilanz.

Sicher ist: Die Binsenwahrheit, dass auch Staatsbilanzen eine Aktiv- und Passivseite haben, geht in der Verschuldungsdebatte in aller Regel unter. Alle reden von der wenig aussagekräftigen Bruttoverschuldung. «In der öffentlichen Diskussion wird grobfahrlässig mit dem Zahlenmaterial umgegangen», sagt Michael Markovich, Leiter Research für festverzinsliche Anlagen bei der Credit Suisse.

Nehmen wir die Schweiz: Gemeinden, Kantone und der Bund stehen gemäss der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) mit 44,4% der jährlichen Wirtschaftsleistung (BIP) in der Kreide. Doch die OECD macht auch eine Netto-Betrachtung, indem sie die (leicht veräusserbaren) finanziellen Vermögenswerte von den Schulden abzieht. So gesehen ist die Schweiz nur mit 5,5% verschuldet. Länder wie Norwegen, Finnland oder Schweden weisen teilweise hohe Nettovermögen aus.

Hohe stille Reserven

Doch die OECD-Zahlen sind für die Schweiz nicht ohne weiteres nachvollziehbar. Wenn man die Schulden der drei Staatsebenen zusammenzählt und ihr kumuliertes Finanzvermögen abzieht, kommt man auf eine weit höhere Nettoverschuldung als die OECD.

Das hat mit der verwirrlichen Rechnungslegung zu tun. Die Swisscom-Beteiligung etwa steht in der Staatsrechnung 2009 der Eidgenossenschaft mit 3,4 Mrd. Fr. in den Büchern. Dies, obwohl der Marktwert der Bundesbeteiligung momentan bei rund 12 Mrd. Fr. liegt. «Die Bundesbeteiligungen an Firmen wie der Swisscom oder der Post werden in der Staatsrechnung im Verwaltungsvermögen und nicht im Finanzvermögen geführt», erklärt Roland Fischer von der Eidg. Finanzverwaltung. «Dies, weil der Bund diese Aktivitäten als Staatsaufgaben einstuft.»

Die Unterscheidung in Verwaltungsvermögen (auf Bundesstufe 76 Mrd. Fr.) und Finanzvermögen (29 Mrd. Fr.) tönt technisch, hat aber grosse Auswirkungen: Nur das wesentlich tiefere Finanzvermögen wird nach Marktwerten bewertet. Die OECD jedoch rechnet im Einklang mit internationalen Standards die Bundesbeteiligungen dem Finanzvermögen zu und verwendet für deren Bewertung Marktpreise.

Die Schweiz steht punkto Nettoverschuldung im internationalen Vergleich vorteilhafter da als bei der wenig aussagekräftigen Brutto-Betrachtung: Netto steht sie 39 Prozentpunkte besser da als brutto (siehe Grafik). Andere Länder haben weit weniger Finanzvermögen: Italiens Verschuldung sinkt in der Netto-Betrachtung nur um 23 Prozentpunkte auf ein beunruhigend hohes Niveau von 101%.

Die internationale Vergleichbarkeit ist aufgrund der unterschiedlichen Bewertung der Aktiven zwar etwas eingeschränkt – darauf macht auch die OECD selbst aufmerksam. Obwohl es eine grosse Unschärfe gebe, sei eine Netto-Betrachtung der Staatsverschuldung aber immer noch viel besser als eine Brutto-Sicht», sagt Markovich.

Wer hat den Überblick?

Man kann noch einen Schritt weitergehen und sich fragen: Hätte die Schweiz nicht sogar eine ausgeglichene Bilanz, wenn sie mehr staatliche Aktiven zu Marktpreisen (oder zu sogenannten Wiederbeschaffungspreisen) bewerten würde? Wie hoch ist etwa der Marktwert der Immobilien der Stadt Zürich, oder wie viel ist das Nationalstrassennetz wirklich wert?

Diese Fragen sind nicht nur von akademischem Interesse. Die deutschen Gemeinden etwa haben in den letzten Jahren im grossen Stil Immobilien abgestossen, um Schulden zu tilgen. Dabei haben sie nicht immer sehr glücklich agiert. Um in Notlagen reagieren zu können, muss der Staat eine gute Übersicht über seine Vermögenswerte haben und sich immer wieder fragen, was wirklich «betriebsnotwendig» ist, also zum Verwaltungsvermögen gehören soll. Nicht nur Banken, sondern auch Staaten müssten ihre Bilanzen sauber führen, findet Weckherlin.

http://www.nzz.ch/nachrichten/wirtschaft/aktuell/verschuldet_wirklich_1....

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ecoego.
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Die USA sind unter dem Strich fast schuldenfrei...

NZZ: “...Hätte die Schweiz nicht sogar eine ausgeglichene Bilanz, wenn sie mehr staatliche Aktiven zu Marktpreisen (oder zu sogenannten Wiederbeschaffungspreisen) bewerten würde?...”

Reizt mich einfach, etwas contrarian, wenn die gute Tante NZZ, wie die alte Fasnacht, mit angenehmer patriotischer Tunnelvision, ein Thema zu entdecken scheint, das sogar das tumbe Volch hier schon frueher erkannt hatte (14 April 10) http://www.cash.ch/node/4031#comment-432731

“...Bis jetzt finde ich bei der 'Bewertung' von Laender immer nur endlose Diskussionen und Haenderingen ueber Einnahmen, Ausgaben und Schulden aber nichts ueber Vermoegen (assets) - oder taeusche ich mich?...

…Im balance sheet der US duerft Ihr nicht vergessen dass so ca 30 % der meistens fast unbewohnten Landmasse dem Staat (Federal, States, also den BuergerInnen), gehoert - nicht eingerechnet die off-shore Gebiete. Energie resources allein werden vorsichtig auf mehr als hundert Jahre geschaetzt bei gently steigendem Verbrauch. Mineralien- und Metalle, Agri, forest, Hydro, Geoterm Nutzung darf auch kapitalisiert werden in der (nationalen) Bilanz...”

Billionen brach liegende staatliche Vermoegenswerte, die (vorlaeufig) weder bilanziert noch ausgebeutet werden (duerfen). Auch gut so. Reserven, wenn man auf autark schalten muesste, wenn alles im Eimer. Nicht vergessen: Landmassen USA etwa gleich wie China – aber nur ein Viertel der Bevoelkerung. Und rohstoffreich, viel arables Land. Auf alle Faelle mehr als genuegend collateral fuer die China-Schulden...Und die Schweiz? Die Jungfrau, den Zuerisee an den Meistbietenden?

bye

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Elias
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Amerika zerfällt

von Kian Ramezani

US-Präsident Barack Obama hat milliardenschwere Investitionen in die nationale Infrastruktur angekündigt. Angesichts ihres desolaten Zustands nur ein Tropfen auf den heissen Stein.

Der amerikanische Bauingenieurverband stellt der Nation jedes Jahr ein «Infrastrukturzeugnis» aus. Besonders schlecht schnitten 2009 die Bereiche Strassen, Dämme, Inlandwasserwege, Trinkwasser und Abwasser ab. Die Missstände äussern sich in einer schleichenden Erodierung der Lebensqualität, etwa durch schlechtes Trinkwasser oder lange Staus. Oder aber äusserst spektakulär und brutal: 2000 und 2001 kam es zu wiederholten Stromausfällen in Kalifornien, 2003 im Nordosten der USA. 2005 brachen die Dämme um New Orleans, nachdem Wirbelsturm «Katrina» in der Stadt gewütet hatte. 2007 stürzte in Minneapolis während der Hauptverkehrszeit eine Autobrücke ein.

Wie ein Drittweltland

Im eben erschienenen Buch «Third World America» wird in einem Kapitel die Bedeutung der Infrastruktur für den Wohlstand der USA - und ihr Niedergang - thematisiert. «Amerika ist wie ein Mann mittleren Alters, der sich immer noch für 23 hält. Er ignoriert die Falten und den Haarausfall im Spiegel. Und die Knieschmerzen. Und die verstopften Arterien, die jeden Moment zu einem Herzstillstand führen könnten», schreibt die Autorin Arianna Huffington, Gründerin der Website «Huffington Post». Die Amerikaner müssten erwachsen werden und der Realität ins Auge blicken, sonst komme eine Menge Ärger auf sie zu.

Die amerikanischen Bauingenieure verteilen nicht nur Noten. Sie haben auch berechnet, wie viel Geld nötig ist, um die Infrastruktur in Ordnung zu bringen: 2,2 Billionen Dollar über die nächsten fünf Jahre. Budgetiert sind laut Huffington 975 Milliarden. Dazu noch einmal 50 Milliarden aus Barack Obamas jüngster Initiative. Bei weitem nicht genug.

http://www.20min.ch/news/ausland/story/Amerika-zerfaellt-21711328

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WEF-Bericht: Schweiz erneut wettbewerbsfähigstes Land der Welt

Die Schweiz hat die wettbewerbsfähigste aller Volkswirtschaften. Wie schon im vergangenen Jahr sind die Experten des World Economic Forum (WEF) voller Lob für die Schweiz und setzten sie an die Weltspitze. Namentlich die USA fallen in der Rangliste hingegen zurück.

http://www.handelszeitung.ch/artikel/Unternehmen-SDA_WEF-Bericht-Schweiz...

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MarcusFabian
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Wirtschaftlich ist gegen die Schweiz ja auch nichts zu sagen.

Das Problem ist unser überdimensioniertes Bankensystem.

Wenn es zu einer neuen Finanzkrise kommt - und zwar wegen Bond-Crash um einiges grösser als 2008 - kann man zumindest die UBS in der Pfeife rauchen. Und die Schweiz?

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USA in der Krise ... und wir in der Schweiz?

Vorauseilende Angst nennt man das. Prävetivparanoia.

Was wenn es keinen Crash gibt, die Arbeitslosenzahlen weiter sinken, die Weltwirtschaft wieder tritt fasst.

Interessant, dass es - egal um was es geht - immer nur die UBS trifft, nicht die CS.

Ich habe nichts gegen kleinere Banken, wenn es kontrolliert von statten geht. Auch ein Konkurs muss möglich sein. Was nicht geht ist ein unkontrolliertes fallen lassen, auf gut Glück und koste was es wolle.

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