USA in der Krise ... und wir in der Schweiz?

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Obama kehrt Europäern den Rücken

Nach dem Vorwurf von EU-Kommissionspräsident Barroso an die USA, dass die Finanzkrise dort ihren Ursprung hätte, sagte Präsident Obama ein Treffen mit den Europäern ab. Er sehe keinen Gesprächsbedarf.

Eines der wichtigsten Treffen zur Euro-Schuldenkrise beim G20-Gipfel im mexikanischen Los Cabos ist kurzfristig abgesagt worden. Anders als geplant kamen US-Präsident Barack Obama und die europäischen Gipfelteilnehmer am späten Montagabend (Ortszeit) nicht wie verabredet zusammen.

Das erfuhr die Deutsche Presse-Agentur DPA aus mehreren Delegationen. Zur Begründung hiess es, es gebe keinen Gesprächsbedarf mehr.

Aus US-Regierungskreisen hiess es, das Abendessen habe lange gedauert, «so dass wir das Treffen mit der Euro-Zone abgesagt haben». Der Präsident habe die Gelegenheit für weitere Treffen am Rande des Gipfels.

Zwischen den USA und den Europäern gibt es Streit über den richtigen Weg, die Schuldenkrise einzudämmen. Die USA fordern seit Monaten eine rasche Lösung - notfalls auch mit Milliarden-Ausgaben. In der EU sperrt sich vor allem Deutschland gegen überhastete Lösungen, die nur auf Kredit finanziert werden können.

«Lassen uns nicht belehren»

Im mexikanischen Los Cabos hatte am Montag der Gipfel der stärksten Volkswirtschaften (G-20) offiziell begonnen. Das zweitägige Treffen in dem Badeort wird von der Euro-Schuldenkrise beherrscht. Die Staaten der Eurozone planen, eine Garantie für die Stabilität ihrer gemeinsamen Währung abzugeben.

Zur Sprache kommen soll am Gipfel aber auch die eskalierende Gewalt in Syrien. In der ersten Arbeitssitzung geht es am (heutigen) Montag um Wachstum und die Weltwirtschaft. Die G20-Staaten wollen eine gemeinsame Haltung in der Frage finden, wie rasch und wirksam auf Turbulenzen im globalen Finanzsystem reagiert werden kann.

Die Staaten der Eurozone wollen am Gipfel eine Garantie für die Stabilität ihrer gemeinsamen Währung abgeben. Im Entwurf der Abschlusserklärung, die der Deutschen Presse-Agentur DPA vorlag, heisst es: «Die Mitglieder der Eurozone in der G-20 werden alle notwendigen politischen Massnahmen ergreifen, um die Integrität und Stabilität des Währungsraums zu sichern.»

Barroso schiesst gegen USA

Europa steht wegen der Schuldenkrise am Pranger. Auf dem G20-Gipfel in Mexiko erinnert Kommissionspräsident Barroso die Amerikaner daran, dass die Finanzkrise in den USA ihren Ursprung hatte. Überhaupt hätten die Europäer keinen Nachhilfeunterricht nötig.

«Wir lassen uns hier von niemandem belehren», sagte Barroso am Montag vor Beginn des Gipfels der grossen Industrie- und Schwellenländer (G-20) im mexikanischen Los Cabos. Die Krise sei nicht von Europa ausgelöst worden, sondern habe in den USA «durch die unorthodoxe Praxis in einigen Bereichen des Finanzmarktes» ihren Ausgang genommen.

Dadurch seien europäische Banken infiziert worden. Doch Europa beschuldige die USA nicht, sondern suche die Kooperation, um die Probleme zu lösen, sagte Barroso.

Viele G20-Staaten keine Demokratien

Auch seien die europäischen Staaten Demokratien, die offen mit ihren Problemen umgingen und Entscheidungsprozesse durchlaufen müssten. «Das braucht Zeit». Einige andere G20-Staaten seien nicht einmal demokratisch. Europa habe deswegen auch keinen «Nachhilfeunterricht in Demokratie» nötig.

Sichtlich erregt reagiert Barroso auf die Frage eines kanadischen Journalisten, warum etwa Nordamerikaner über den Währungsfonds (IWF) jetzt für die Probleme der reichen Europäer geradestehen sollten.

Der EU-Kommissionspräsident wies darauf hin, dass die Europäische Union - als grösste Volkswirtschaft der Welt - bei weitem auch die grössten Beiträge in den Währungsfonds einzahlten.

Alle Wirtschafts- und Handelspartner schauten nach Europa als Quelle für ihr Wachstum, sagte Barroso. Je schneller die Lage stabilisiert werde, umso besser für jeden. Der Währungsfonds solle für das Gemeinwohl arbeiten. Es gebe deswegen «keinen Grund», warum das Finanzorgan nicht zur Lösung der Krise beitragen solle, sagte Barroso.

Die Europäische Union müsse die Architektur ihrer wirtschaftlichen Gemeinschaft vorantreiben, sagte Barroso. Die finanziellen Strukturen müssten der politischen Union entsprechen. Unbeirrt von der Ablehnung aus Berlin wiederholte Barroso seine Position zu Euro-Bonds: «Künftige Euro-Bonds werden keine Lizenz zum Ausgeben sein.»

Noch keine Verallgemeinerung der Schulden

Für eine solche Verallgemeinerung der Schulden seien die Bedingungen allerdings noch nicht gegeben, räumte der Kommissionspräsident ein.

«Das kann erst passieren, wenn wir ein höheres Niveau an finanziellen und politischen Strukturen erreicht haben.» Er wies Medienberichte über etwaige kurzfristige Euro-Bills als «Gerüchte» zurück. «Wir stecken nicht hinter diesen Vorschlägen.»

Offizielle Gipfel-Webseiten lahmgelegt

Am Montag haben Hacker die offiziellen Websites des G-20-Gipfels lahmgelegt. Zu dem Angriff bekannte sich die Gruppe Anonymous Hispano, die damit offenbar gegen die zweitägige Konferenz protestieren wollte. In Tweets der Gruppe hiess es über die G-20: «Sie sind in hohem Masse verantwortlich für die Armut in der Welt.» In einem Blog-Eintrag wurden die hohen Kosten solcher Gipfeltreffen beklagt. Die vom mexikanischen Aussenministerium betriebenen Seiten G-20.org und g20mexico.org fielen am Montag stundenlang aus. Mehrere mit Anonymous in Verbindung stehende Gruppe legten die Websites der Regierungen Brasiliens, Russlands und anderer Länder lahm. http://www.20min.ch/finance/dossier/eurokrise/story/Obama-kehrt-Europaee...

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Der Witz des Tages ....

.... von dem Land mit den Nachfahren der Sklaverei, mit der Todesstrafe, eigenen Steueroasen, willkürlicher Polzeigewalt, tiefreligiösen Doppelmoral und gleichzeitig extremsten Pornoseiten.

 

Die USA rügen die Schweiz wegen Sklaverei

Die Schweiz erfülle die Mindeststandards zum Schutz der Opfer von Menschenhandel nicht, heisst es in einem Bericht des amerikanischen Aussenministeriums. http://www.nzz.ch/aktuell/panorama/die-usa-ruegen-die-schweiz-wegen-skla...

 

 

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Ist das das Ende des amerikanischen Traums?

Brüchige Moral, Inkompetenz und Kleptokratie: Zwei neue Bücher rechnen mit den US-Eliten ab. Mit Bedenken schauen die Autoren auf die wachsende Distanz zwischen Elite und dem Rest der Gesellschaft.

...

...

Alle wollen an die Wallstreet

Danach schauten die Eliten 2005 ratlos der Überflutung von New Orleans zu, ehe sie behaupteten, die Preise von Immobilien seien von jeglicher Schwerkraft losgelöst und drifteten daher grundsätzlich nur nach oben. Der zirkusähnliche Immobilien-Jahrmarkt endete 2008 mit dem Zusammenbruch von Lehman Brothers, worauf der Wolf vor den Türen der Eliten aufkreuzte, jedoch umgehend erledigt wurde. Die amerikanischen Steuerzahler halfen den Bankern und Propagandisten unregulierter Märkte aus der Patsche, ohne indes selbst auf Hilfe hoffen zu dürfen: Zwangspfändungen verdüsterten den Alltag der kleinen Leute, Arbeitslosigkeit und Angst vor dem Abstieg grassierten.

Besonders Chris Hayes beschreibt den erschreckenden Mangel an Kompetenz und Moral, der unweigerlich in einer schweren Legitimationskrise der meritokratischen Gesellschaftsordnung enden werde. Beide Verfasser alarmiert der seit Jahrzehnten wachsende Anstieg des Reichtums an der Wallstreet ebenso wie die Tatsache, dass die Absolventen der Eliteuniversitäten und damit die Stars der amerikanischen Meritokratie in Scharen an der Wallstreet anheuern, um möglichst schnell möglichst reich zu werden. Und beide Autoren beschreiben die wachsende Distanz zwischen den Eliten und dem Rest der amerikanischen Gesellschaft – sowohl für Hayes als auch für Stiglitz ein Rezept für das Ende des amerikanischen Traums. http://www.tagesanzeiger.ch/ausland/amerika/Ist-das-das-Ende-des-amerika...

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US-Verbraucher halten ihr Geld zusammen

Die Amerikaner halten wegen der schwächelnden Konjunktur ihr Geld zusammen. Ihre Konsumausgaben stagnierten im Mai, teilte das Handelsministerium in Washington am Freitag mit. Zuvor waren sie fünf Monate in Folge gestiegen, wobei das Plus im April mit 0,1% sehr klein ausfiel. Die Einkommen stiegen um 0,2%. Die Sparquote erhöhte sich von 3,7 auf 3,9%.

«Die Verbraucher sind sparsam», sagte Analyst Phil Flynn von PFG Best. «Ein Grund dafür ist die hohe Arbeitslosigkeit.» Die Erholung am kriselnden Arbeitsmarkt war zuletzt ins Stocken geraten. Die weltgrösste Volkswirtschaft hatte zu Jahresbeginn merklich an Schwung verloren. Sie wuchs nur noch um 1,9%, weil Unternehmen weniger investierten. Ende 2011 hatte es noch zu einem Plus von drei Prozent gereicht. http://www.nzz.ch/aktuell/wirtschaft/wirtschaftsnachrichten/us-verbrauch...

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Millionen US-Bürger ohne Strom bei Hitze

Ein Gewittersturm fegt über den Osten der USA - und Millionen Menschen sind ohne Strom. Schuld sind die maroden Leitungen. Ohne Klimaanlage ist die Hitzewelle kaum zu ertragen. http://www.drs.ch/www/de/drs/nachrichten/international/349132.millionen-...

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San Bernardino geht pleite

Die Stadt San Bernardino mit 200 000 Einwohnern hat kaum genügend Mittel, um die Saläre der Beamten zu bezahlen. Das sogenannte Chapter-9-Verfahren erlaubt ihr eine Neuorganisation. http://www.nzz.ch/aktuell/wirtschaft/wirtschaftsnachrichten/eine-weitere...

 

Christie: San Bernadino    :music:   http://www.youtube.com/watch?v=BZxwxv3UZ9M

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Seco revidiert Wachstumsprognose nach oben

Anstatt der früher erwarteten 0,8 Prozent rechnen die Wirtschaftsexperten nach Angaben das Staatssekretariat für Wirtschaft (Seco) vom Dienstag nun mit einem vorwiegend von binnenwirtschaftlichen Faktoren angetriebene Wachstum von 1,4 Prozent. Das dürfe aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass sich das europäische Wirtschaftsumfeld in jüngster Zeit verschlechtert habe, erklärte das Seco weiter. Für 2013 wird mit einem Wirtschaftswachstum von 1,5 Prozent eine leicht schwächere Konjunkturdynamik erwartet. Bisher hatte die Prognose für 2012 auf 1,8 Prozent gelautet.

Die Konsumentenpreise dürften 2012 im Schnitt um 0,4 Prozent sinken.

Im kommenden Jahr wird dann mit 0,5 Prozent Teuerung gerechnet. Die Experten rechnen für dieses Jahr mit einer Arbeitslosenquote von 3,2 (bisher 3,4) Prozent. Im kommenden Jahr dürfte die Quote dann auf 3,4 Prozent steigen.

"Entscheidende Voraussetzung für eine weiterhin positive Konjunkturentwicklung ist, dass eine Eskalation der Schuldenkrise im Euroraum verhindert werden kann," erklärte das Seco weiter. http://www.cash.ch/news/alle/seco_revidiert_wachstumsprognose_nach_oben-...

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Und wieder geht eine kalifornische Stadt pleite

Nach Stockton und der Kleinstadt Mammoth Lakes hat mit der Stadt San Bernardino bereits die dritte Stadt in Kalifornien Bankrott erklärt. Ein Kind der Stadt ist der Schauspieler Gene Hackman.

Die kalifornische Stadt San Bernardino hat am Mittwoch Gläubigerschutz beantragt. Die Stadt mit rund 210 000 Einwohnern kann ihre Schulden von mehr als einer Milliarde Dollar nicht mehr schultern.

San Bernardino ist nach Stockton und Mammoth Lakes bereits die dritte Stadt in dem Bundesstaat, die sich bankrott melden muss. Bereits im Juli hatte San Bernardino, rund 100 Kilometer östlich von Los Angeles, davor gewarnt, dass im neuen Finanzjahr die Ausgaben die Einnahmen um 45 Millionen Dollar übersteigen.

Ende Juli stimmte die Stadtverwaltung für einen dreimonatigen Not-Finanzierungsplan, wonach beispielsweise die Schuldentilgung ausgesetzt und offene Stellen nicht neu besetzt werden. Derzeit wird ein detaillierter Sanierungsplan ausgearbeitet.

13 der vergangenen 16 Haushaltsberichte wurden manipuliert

Aus einem jüngsten Bericht der Staatsanwaltschaft geht hervor, dass die Haushaltsberichte an den Bürgermeister und den Gemeinderat in 13 der vergangenen 16 Jahren gefälscht wurden, um die Ausmasse des Schuldenbergs zu verdecken. San Bernardino leidet unter dem Platzen der Immobilienblase und einer Arbeitslosenquote von 15 Prozent, die die Steuereinnahmen drückt.

Auch andere Städte in Kalifornien befinden sich in finanziellen Nöten und könnten bald Gläubigerschutz beantragen.

Die Stadt San Bernardino, in der 1940 die erste McDonalds-Filiale überhaupt eröffnet wurde, hat verschiedene Persönlichkeiten hervorgebracht. So wurde 1930 der Schauspieler Gene Hackman in der Stadt, die an dem berühmten Highway «Route 66» liegt, geboren. http://www.20min.ch/finance/dossier/schulden/story/Und-wieder-geht-eine-...

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Unkonventionelles Erdölzeitalter

Neue Fördertechniken haben eine Revolution in der Öl- und Gasbranche gebracht. Die USA träumen von der Energieunabhängigkeit, eine neue Geopolitik wird ausgerufen. Die Erwartungen sind wohl zu hoch gesteckt.

..

..

Die USA sind auch trotz einer Zunahme der Produktion von der Energieunabhängigkeit noch weit entfernt. Derzeit verbraucht die amerikanische Bevölkerung täglich 19 Mio. Fass Öl und Kondensat, es wird weiterhin eine grosse, wenn auch kleinere Lücke zwischen Eigenproduktion und Konsum klaffen. Jonas Grätz, Experte für Sicherheitsfragen an der ETH Zürich, gibt zu Bedenken, dass die USA an einem funktionierenden Weltmarkt für Öl interessiert seien und zudem den Nahen Osten nicht China überlassen wollten. Deshalb habe Präsident Barack Obama auch den Bau einer Pipeline von Kanada in die USA blockiert, was Ottawa zwinge, Energiebeziehungen mit Peking aufzubauen. http://www.nzz.ch/aktuell/wirtschaft/wirtschaftsnachrichten/unkonvention...

 

 

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MarcusFabian
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Elias hat am 09.08.2012 - 10:40 folgendes geschrieben:

Neue Fördertechniken haben eine Revolution in der Öl- und Gasbranche gebracht. Die USA träumen von der Energieunabhängigkeit,

 

 

Zwei Anmerkungen hierzu:

1. Würden die Amerikaner europäische und japanische Autos fahren, hätten sie bereits heute Energieunabhängigkeit. Die USA verbrauchen pro Kopf doppelt so viel Energie wie EU/J, ohne, dass das die Lebensqualität merklich erhöht.
2. Chris Martenson hat eine interessante Philosophie: Er berechnet die Förderkosten für Energie nicht in Dollar sondern in Energie. Beispiel: Wieviel Energie muss ich in Form von Öl investieren, um 100L Öl zu fördern? 5 Liter? 20 Liter? 80 Liter? 101 Liter?
Im letzten Fall lohnt die Förderung keinesfalls. Unabhängig vom jeweiligen Ölpreis.

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MarcusFabian hat am 10.08.2012 - 17:28 folgendes geschrieben:

Elias hat am 09.08.2012 - 10:40 folgendes geschrieben:

Neue Fördertechniken haben eine Revolution in der Öl- und Gasbranche gebracht. Die USA träumen von der Energieunabhängigkeit,

Zwei Anmerkungen hierzu:

1. Würden die Amerikaner europäische und japanische Autos fahren, hätten sie bereits heute Energieunabhängigkeit. Die USA verbrauchen pro Kopf doppelt so viel Energie wie EU/J, ohne, dass das die Lebensqualität merklich erhöht.
2. Chris Martenson hat eine interessante Philosophie: Er berechnet die Förderkosten für Energie nicht in Dollar sondern in Energie. Beispiel: Wieviel Energie muss ich in Form von Öl investieren, um 100L Öl zu fördern? 5 Liter? 20 Liter? 80 Liter? 101 Liter?
Im letzten Fall lohnt die Förderung keinesfalls. Unabhängig vom jeweiligen Ölpreis.

 

 

Kleinwagen Boom in Amerika: Chevrolet Spark kommt in die Staaten

veröffentlicht am

 

9. August 2012

Auch Chevrolet hat den Trend erkannt

Wen man in Deutschland danach fragt, welche Autos in Amerika wohl am meisten beliebt sind, wird die Antwort ganz klar sein. Große Pickups mit viel Hubraum und V8 Motoren unter der Haube. Und das stimmte auch lange Zeit, doch der Trend zu Kleinwagen mit günstigem Benzinverbrauch macht auch vor den USA nicht halt und so bringt Chevrolet gut rund zwei Jahre nach seiner Markteinführung den Chevrolet Spark nach Nordamerika.http://www.automativ.de/kleinwagen-boom-in-amerika-chevrolet-spark-kommt...

 

Die Amerikaner fahren auch japanische und deutsche Autos. http://de.wikipedia.org/wiki/Automobilindustrie#Autoindustrie_in_den_USA

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MarcusFabian
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Stimmt alles, was Du schreibst. Nur haben die Europäer und Japaner den Trend bereits ab 1975 erkannt und spätestens ab 1980 hat die EU/J Industrie darauf reagiert und sparsame Autos entwickelt. Gegenüber den Amis haben sie nun 20-30 Jahre Vorsprung.

Hinzu kommt, dass man einen 3-Tonnen Hummer mit bis zu $100'000 pro Jahr als Geschäftsfahrzeug abschreiben kann, Kleinwagen hingegen nicht.
Das ist eine Besonderheit in den USA: Die SUV's wurden ja ursprünglich als "Arbeitstiere" für Farmer entwickelt. Entsprechend sind sie auch heute noch steuerlich begünstigt. Auch wenn 95% der SUV's von Hausfrauen und Möchtegern-Rambos im Stadtverkehr gefahren werden.

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MarcusFabian hat am 10.08.2012 - 18:53 folgendes geschrieben:

Gegenüber den Amis haben sie nun 20-30 Jahre Vorsprung.

In der Entwicklung sicher nicht. Die US- Konzerne haben Verbindungen in die anderen Ländern. Und der Tesla kommt ja auch aus den USA. Der hohe Spritpreis und das aktuelle warme und trockene Klima in den USA wird den Umstieg beschleunigen.

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MarcusFabian
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Elias hat am 12.08.2012 - 15:37 folgendes geschrieben:

Der hohe Spritpreis und das aktuelle warme und trockene Klima in den USA wird den Umstieg beschleunigen.

Das sehe ich auch so. Wäre ja auch vernünftig:

Die Entscheidung, entweder einen spritfressenden aber steuerbegünstigten SUV zu fahren oder aber ein sparsames aber nicht-steuerbegünstigtes Auto, ist bis etwa 2003 leider viel zu oft zu Gunsten der SUV's ausgefallen.
Mit steigenden Spritpreisen (von $2 auf $4 pro Gallone) hat sich nun das Blatt gewendet.
Ich glaube, es war etwa 2004 als Toyota #1 in den USA wurde, was Autoverkäufe betrifft (knapp vor GM).

 

Elias
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Tiefe Zinsen helfen sparen: Bund korrigiert Budget um 1,5 Mird

Die Jahresrechnung 2012 wurde nach oben korrigiert: Neu rechnet der Bund mit einem Überschuss von 1,5 Milliarden. Hinter dieser Zahl verstecken sich jedoch nicht nur gute Neuigkeiten.

Der Bund rechnet 2012 statt mit einer ausgeglichen Rechnung mit einem Überschuss von 1,5 Milliarden Franken. Die Verbesserung ist auf deutlich weniger Ausgaben zurückzuführen. Die Einnahmen hingegen dürften die Erwartungen im Budgetentwurf nicht erreichen.

Dass die Ausgaben die budgetierte Höhe nicht erreichen, ist auf das tiefe Zinsniveau zurückzuführen, wie der Bundesrat am Mittwoch aufgrund der Hochrechnung der bis Ende Juni verbuchten Einnahmen und Ausgaben mitteilte.

Die Ausgaben dürften 2,3 Milliarden Franken unter Budget zu liegen kommen. Den absehbaren und unüblich tiefen Nachtragskreditbegehren von 0,4 Milliarden stehen geschätzte Minderausgaben von 2,7 Milliarden Franken gegenüber.

Verantwortlich für die Minderausgaben ist der umfangreiche Kreditrest von 0,8 Milliarden Franken bei den Passivzinsen. Das tiefe Zinsniveau führt zu höheren Agios (Aufschlag auf den Nennwert) bei den Bundesanleihen und zu Negativzinsen bei den kurzfristigen Geldmarktbuchforderungen.

Günstige Zinssituation

Neben den Passivzinsen erwartet der Bundesrat grössere Kreditreste bei den Sozialversicherungen (IV, AHV, Prämienverbilligung), der Landesverteidigung und bei den Anteilen Dritter an den Bundeseinnahmen (Mehrwertsteuer, direkte Bundessteuer, Schwerverkehrsabgabe).

Die Einnahmen des Bundes dürften gemäss Juni-Hochrechnung 0,8 Milliarden Franken tiefer ausfallen als budgetiert. Dies ist zum einen Folge eines Basiseffekts wegen überschätzter Einnahmen im Rahmen des Budgets 2011.

Zum anderen schlagen sich die verschlechterten Wirtschaftsaussichten 2012 darin nieder. Dies wirkt sich vor allem bei der Mehrwertsteuer mit deutlich geringeren Einnahmen aus. Auch die direkte Bundessteuer wird unter den Erwartungen liegen. Die beiden Faktoren zusammen schmälern die Einnahmen um 565 Millionen Franken.

Wegen der Unsicherheit an den Finanzmärkten verfehlen die Stempelsteuern das budgetierte Ziel um 250 Millionen Franken. Dagegen sind aus der Verrechnungssteuer 200 Millionen mehr zu erwarten. Das Niveau 2011 wird hier aber nicht übertroffen. http://www.handelszeitung.ch/konjunktur/schweiz/tiefe-zinsen-helfen-spar...

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Weniger Überschuss in der Schweizer Ertragsbilanz

Der Ertragsbilanzüberschuss der Schweiz fiel laut Schweizerischer Nationalbank 2011 deutlich geringer als im Vorjahr aus. Insbesondere die SNB-Transaktionen im Devisenmarkt beeinflussten die Zahlungsbilanz.

er Ertragsbilanzüberschuss der Schweiz war 2011 deutlich rückläufig, und zwar um gut 20 Milliarden auf noch 61,5 Milliarden Franken. Er entsprach damit noch einem Anteil des Bruttoinlandprodukts (BIP) von 11 Prozent gegenüber 15 Prozent im Vorjahr. Bestimmend für die Entwicklung war der Einnahmenüberschuss bei den Kapitalerträgen, der um über 17 Milliarden auf 31,8 Milliarden Franken sank, wie die Schweizerische Nationalbank (SNB) mitteilte. Insbesondere die Erträge aus Direktinvestitionen im Ausland nahmen ab.

Im Aussenhandel mit Waren und Diensten ergab sich ein Einnahmenüberschuss von 60,0 Milliarden Franken, verglichen mit 62,1 Milliarden im Jahr davor. Dabei stiegen die Einnahmen aus Exporten von Waren und Diensten um 1 Prozent und die Ausgaben für die Importe von Waren und Diensten waren um 2 Prozent höher als im Vorjahr.

Im Kapitalverkehr ergab sich ein Nettokapitalexport von 46 Milliarden Franken, verglichen mit 106,4 Milliarden im Vorjahr. Die Transaktionen der Nationalbank beeinflussten den Kapitalverkehr auch 2011 deutlich. Die Währungsreserven stiegen auf Transaktionsbasis gerechnet um 42,6 Milliarden Franken. Zudem exportierte die Nationalbank per Saldo 9 Milliarden Franken im Kreditverkehr mit Zentralbanken und Geschäftsbanken im Ausland.

Bei den Direktinvestitionen resultierten laut den SNB-Angaben Nettokapitalexporte in der Höhe von 34,8 Milliarden Franken. Auch bei den Portfolioinvestitionen flossen netto 16,9 Milliarden ins Ausland. Ausschlaggebend für die Abflüsse waren Transaktionen der Nationalbank: Sie kaufte ausstehende SNB-Bills zurück und gleichzeitig erneuerte sie auslaufende SNB-Bills nicht mehr. Nettokapitalimporte waren vor allem bei den Krediten der Geschäftsbanken (49,1 Milliarden) und den Krediten der Unternehmen (9,9 Milliarden) zu verzeichnen. http://www.handelszeitung.ch/konjunktur/schweiz/weniger-ueberschuss-der-...

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Wie Stockton in den Untergang schlitterte

In Kalifornien sind immer mehr Städte bankrott.

Schuld sind überrissene Arbeitsverträge, Missmanagement und die Immobilienkrise, wie das Beispiel von Stockton zeigt. http://www.tagesanzeiger.ch/ausland/amerika/Wie-Stockton-in-den-Untergan...

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Die neuste Groteske im Steuerstreit mit den USA

Grosseltern, aufgepasst!

 

Der Steuerstreit mit den USA nimmt zuweilen groteske Züge an. Jüngstes Beispiel sind Konti, die von Schweizer Grosseltern für ihre Enkel eröffnet werden und etwa beim Erreichen der Volljährigkeit an diese übergehen. Die Eltern der Kinder verfügen in der Regel über die Vollmacht. Versteuert werden Erträge und Vermögen von den Grosseltern, womit alles seine Ordnung hat – jedenfalls in der Schweiz. Wenn nun Eltern und Kinder in den USA leben, werden solche harmlosen Konti plötzlich zu potenziellen Vehikeln der Steuerhinterziehung. Zu dieser Interpretation neigen jedenfalls die Schweizer Banken, wie der Schreibende kürzlich erfuhr. Theoretisch, so die Argumentation, könnten die in den USA lebenden Eltern Einkommen auf die Konti der Kinder verschieben, um dieses vor dem US-Fiskus zu verstecken. Da die Konti von den Schweizer Grosseltern, nicht aber von den in den USA lebenden Eltern versteuert werden, sind sie dem amerikanischen Fiskus nicht bekannt.

Was ist aus Sicht der Schweizer Bank zu tun? Die Konti müssen aufgelöst werden, um den Eltern (und der Bank) Ärger zu ersparen. Die kleinen Vermögen fallen an die Grosseltern zurück, die allenfalls in ihrem Konto Rubriken mit den Vornamen der Grosskinder einrichten können. Gewiss, dieser Vorfall ist verglichen mit anderen Unannehmlichkeiten eine Bagatelle. So ist es als in den USA lebender Schweizer überhaupt schwierig, noch Bankgeschäfte in der Heimat zu tätigen. Mit solchen Vorkommnissen wächst dennoch die Verärgerung: zum einen über die amerikanischen Behörden, die alle Einwohner des Landes mit Konti im Ausland unter Generalverdacht stellen, zum anderen über die überschaubare Gruppe von Schweizer Bankern, die Amerikanern in der Vergangenheit aktiv half, Geld vor dem Fiskus zu verstecken. Das zum Teil dreiste Verhalten nahm der amerikanische Leviathan dankbar auf, um sich weltweit in Bankgeschäfte einzumischen und Banker zu Gehilfen der US-Steuerbehörde zu degradieren. http://www.nzz.ch/aktuell/wirtschaft/wirtschaftsnachrichten/die-neuste-g...

 

 

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Wohin der Milliarden-Überschuss fliesst

Seit Jahren schliesst die Bundesrechnung um Milliarden besser ab als budgetiert. Politiker möchten mit dem Geld Kampfjets kaufen oder einen Staatsfonds äufnen. Doch das geht nicht.

 

So war die Schuldenbremse ursprünglich nicht gedacht: Gegen 20 Milliarden Franken dürften Ende dieses Jahres auf dem sogenannten Ausgleichskonto liegen. Genug Geld, um die Ausgaben des Bundes für die soziale Wohlfahrt während fast eines Jahres zu finanzieren. Oder etwa zehnmal so viel, wie eine zweite Röhre des Gotthardstrassentunnels kosten würde.

Bereits dachten Politiker laut darüber nach, dass aus den Überschüssen der Kauf des neuen Kampfjets problemlos finanziert werden könnte. Oder dass die Milliarden in einen Staatsfonds nach dem Vorbild Norwegens und der Golfstaaten fliessen könnten. Doch all diese Rechnungen sind ohne den Wirt gemacht. Denn das Ausgleichskonto ist kein Bankkonto, sondern bloss eine Statistik. Sie ist Teil der Schuldenbremse, also jenes finanzpolitischen Instruments, um das die Schweiz zurzeit von der halben Welt beneidet wird.

Schulden seit 2005 um 20 Milliarden abgebaut

Vom Stimmvolk im Jahre 2001 mit einem überwältigenden Mehr von 85 Prozent Ja gutgeheissen, wurde die Schuldenbremse 2003 eingeführt. Ziel war es nicht, die Schulden abzubauen, sondern einen weiteren Anstieg zu verhindern. In Tat und Wahrheit kam es aber zu einem deutlichen Abbau, und zwar um rund 20 Milliarden Franken seit 2005 auf noch 110,5 Milliarden Franken Ende letzten Jahres. Zuvor hatten sich die Schulden des Bundes innert 15 Jahren mehr als verdreifacht und 2005 mit 130,3 Milliarden Franken den Rekordstand erreicht.

Die Trendwende wurde durch die gute Konjunktur unterstützt. Die Einnahmen waren höher als budgetiert, während die Ausgaben wegen nicht ausgeschöpfter Kredite unter den Erwartungen blieben. Hinzu kam eine Besonderheit beim Ausgleichskonto der Schuldenbremse: Entgegen den ursprünglichen Plänen des Bundesrats wurde nur festgelegt, was passiert, wenn dieser Posten ein Minus aufweist. Dann muss dieser Fehlbetrag in den nachfolgenden Jahren durch Budgetkürzungen eliminiert werden. Überschüsse können hingegen nicht durch höhere Ausgaben in den Folgejahren kompensiert werden, sondern sie wandern automatisch in den Schuldenabbau.

«Sudden-Death-Schuldenbremse»

Das bedeutet, dass die Überschüsse des Ausgleichskontos in den Schuldenabbau fliessen. Ende 2011 lagen auf diesem fiktiven Konto 17,8 Milliarden Franken. Am Schluss dieses Jahres könnten nochmals 1,5 Milliarden Franken dazukommen, wenn sich die aktuelle Hochrechnung der Finanzverwaltung bestätigt. Linken Politikern ist die Asymmetrie des Ausgleichskontos – Defizite müssen in den Folgejahren beseitigt werden, Überschüsse können nicht für zusätzliche Ausgaben verwendet werden – seit langem ein Dorn im Auge.

«Wir haben die restriktivsten Haushaltregeln der Welt», monierte die Berner SP-Nationalrätin Margret Kiener Nellen. Ihre Parteikollegin und Basler Ständerätin Anita Fetz sprach von einer «Sudden-Death-Schuldenbremse»: «Kaum gibt es einen Überschuss, wird er unkommentiert in den Schuldenabbau transportiert, ohne dass das Parlament darüber diskutiert hätte», sagte sie in der vergangenen Sommersession.

«Dezemberfieber» wegen Kreditresten

Grundlegende Änderungen an der Mechanik des Ausgleichskontos sind aber nicht in Sicht. Obwohl vom Bundesrat zur Annahme empfohlen, verwarf der Ständerat ein Postulat von Anita Fetz klar, mit 20 gegen 12 Stimmen. Ihr Anliegen, der Bundesrat solle Varianten für die Weiterentwicklung des Ausgleichskontos prüfen, ging den bürgerlichen Politikern bereits zu weit.

Immerhin hat der Bundesrat für nächstes Jahr eine umfassende Evaluation der Schuldenbremse in Aussicht gestellt. Dabei soll auch das Problem der Kreditreste geprüft werden. Denn die geltende Regelung, dass nicht voll ausgeschöpfte Kredite Ende Jahr verfallen, fördert das Sparbewusstsein nicht. Vielmehr bricht zum Jahresende in der Verwaltung jeweils das «Dezemberfieber» aus: Bewilligte Gelder werden rasch noch für neue Mandate oder auch für Vorauszahlungen ausgegeben. Denn Sparen würde möglicherweise mit Kreditkürzungen im nachfolgenden Jahr bestraft. http://www.20min.ch/finance/news/story/Wohin-der-Milliarden--berschuss-f...

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Studienkredite in den USA – die nächste Blase?

Die Amerikaner haben erstmals mehr Studiendarlehen ausstehend als Schulden über ihre Kreditkarte. Schon werden Vergleiche mit der Immobilienkrise heraufbeschworen. Eine einkommensabhängige Rückzahlung könnte Linderung bringen.

«Michelle und ich haben erst vor acht Jahren unsere letzten Studiendarlehen zurückbezahlt», sagt Amerikas Präsident Barack Obama. Immerhin haben sich für ihn und seine Frau die Investitionen gelohnt. In den USA tragen Studierende im Gegensatz zur Schweiz einen grossen Teil der Kosten fürs Studium selbst. Unter der Rückzahlung der Kredite ächzen gerade auch junge Familien. Im Alter von vierzig Jahren haben Eltern oft noch Schulden aus der eigenen Studienzeit. Doch da sollten sie eigentlich beginnen, Geld für die Ausbildung ihrer Kinder auf die Seite zu legen. Dies empfiehlt sich schon deshalb, weil die Studiengebühren seit Jahren ungebremst wachsen. Die durchschnittlichen jährlichen Gebühren für die Lehre machten laut dem Think-Tank American Enterprise Institute 1980 erst 11% eines amerikanischen Durchschnittsgehaltes aus. Bis 2010 stieg dieser Anteil jedoch auf 26%. Dabei ist es nicht so, dass Washington untätig gewesen wäre – im Gegenteil. Der Staat hilft mit Zuschüssen, Steuerkrediten und Darlehen. Dafür hat Washington 2010 169 Mrd. $ zur Verfügung gestellt – real fünfmal mehr als noch 1987.

Zuschüsse für den Mittelstand

Die staatliche Unterstützung wird in den USA vor allem mit der Förderung der Chancengleichheit begründet. Jungen Erwachsenen aus armen Familien soll der Zugang zum College offengehalten werden. Dazu dienen besonders Pell Grants. Das sind Zuschüsse, die sich auf maximal 5550 $ pro Jahr und Student belaufen und nicht zurückbezahlt werden müssen. Andrew Gillen, Ökonom beim Think-Tank American Council of Trustees and Alumni in Washington, hält diese Form der Unterstützung für erfolgreich. Er führt im Gespräch an, dass 1970 erst 46% der High-School-Absolventen aus Familien, die dem untersten Viertel der Einkommensverteilung angehören, das College besuchten. Bis 2009 sei dieser Anteil auf 59% gestiegen. Dieser liegt zwar immer noch stark unter der Quote von 90% für High-School-Abgänger, die dem bestgestellten Viertel entstammen. Der Unterschied habe jedoch nur noch sehr bedingt mit finanziellen Hürden zu tun, sagt Gillen. Vielmehr seien Abgänger von High Schools in schlechten Gegenden oft völlig ungenügend fürs College vorbereitet. Hier liegt denn das Hauptübel und nicht in der mangelnden finanziellen Unterstützung.

Unter Präsident Obama wurde das Pell-Grant-Programm stark ausgebaut, was von der Regierung als grosser Erfolg gefeiert wird. Mittlerweile erhalten laut dem John William Pope Center for Higher Education über die Hälfte der Studierenden solche Zuwendungen. Damit reichen die Hilfen längst über die Gruppe der Armen hinaus, was die Programmkosten stark erhöht hat. Ein zweites Defizit ortet Gillen darin, dass die Zuschüsse unabhängig vom Studienerfolg bezahlt werden. Doch nur 51% der Pell-Grant-Empfänger, die 2003 ihr Studium begonnen haben, hatten sechs Jahre später ihren Bachelor-Abschluss in der Tasche. Gillen schlägt deshalb vor, dass Studierende nur im ersten Jahr Anspruch auf die volle Subvention haben sollen. In den Folgejahren müssten sie zeigen, dass sie gewisse akademische Meilensteine erreichen, um noch Geld zu erhalten.

Neben der Förderung der Chancengleichheit gibt es ein zweites Argument, das eine staatliche Rolle legitimieren könnte. Wenn jemand ein Haus baut und eine Hypothek aufnimmt, kann er diese mit der Immobilie besichern. Wenn der Kunde den Kredit nicht mehr bedienen kann, fällt das Haus an die Bank. Diese Sicherheit reduziert den Zinssatz. Nun stelle man sich einen 18-jährigen High-School-Absolventen vor: Wenn dieser bei einer Bank vorspricht, hat er keine Kreditgeschichte und wird auch keine Sicherheit stellen können, da das Wissen, das er im College erwirbt, an seine Person gebunden ist. Das Resultat wäre, dass sehr hohe Zinsen für Studienkredite (zu) viele junge Leute von der Aufnahme eines Studiums abschrecken könnten.

Wie liesse sich dieses Problem lösen? Ein Modell hat der verstorbene Ökonom Milton Friedman 1955 skizziert. Dabei vermacht ein Studierender einen bestimmten Prozentsatz seines künftigen Einkommens (oberhalb des Existenzminimums) dem Gläubiger – aus Gründen der Praktikabilität am ehesten der Staat – und erhält im Gegenzug ein Darlehen. Der Prozentsatz würde so festgelegt, dass das Programm selbsttragend wäre. Abgewickelt würde die Rückzahlung über die Einkommenssteuererklärung, was die administrativen Kosten eines solchen Humankapitalvertrags gering hielte.

Risiken ausgleichen

Friedmans Modell ist jedoch nicht ohne Mängel. So dürften diejenigen, die über überdurchschnittliche Fähigkeiten verfügen, einen weiten Bogen darum machen. Denn die «guten Risiken» würden über ihr Leben gesehen einen Betrag abführen, der ihre Studienkosten bei weitem überstiege – man denke etwa an Mick Jagger, der kurzzeitig an der London School of Economics studiert hat. Damit Friedmans Modell funktioniert, müssten aber «gute Risiken» die Verluste auf «schlechten Risiken» ausgleichen, deren Einkommen nicht ausreicht, um die Schulden zu tilgen. Versuche einzelner Universitäten wie der Yale University in New Haven, Friedmans Modell umzusetzen, haben denn auch nicht funktioniert. Heute steht deshalb eine Form der einkommensabhängigen Rückzahlung im Fokus, bei der es keinen Ausgleich zwischen guten und schlechten Risiken gibt. Vielmehr gibt jeder so lange einen Teil seines Einkommens ab, bis er seine eigenen Schulden zurückbezahlt hat.

«Wettrüsten» der Colleges

Die USA haben einen anderen Weg beschritten, um das Problem hoher Zinsen zu entschärfen. So erhalten Studenten aus Familien mit einem Einkommen von weniger als 50 000 $ subventionierte Stafford Loans. Der Zins beträgt nur 3,4% und wird zudem während der Zeit des Studiums nicht berechnet. Alle anderen Studenten können «nicht subventionierte» Stafford Loans zu 6,8% beziehen. Maximal kann man vom Staat 31 000 $ ausleihen, wovon höchstens 23 000 $ subventioniert sein können. Die Schuld muss über zehn Jahre abgetragen werden.

Die Verschuldung über Studienkredite hat nun in den USA stark zugenommen. Sie beläuft sich mittlerweile auf über 1 Bio. $. Dieser Betrag ist höher als das Total aller Konsumentenkredite. Hinter dieser Entwicklung stecken mehrere Gründe. Erstens nehmen heute viel mehr Amerikaner ein Studium in Angriff als früher. Ging Ende der siebziger Jahre erst jeder Vierte in der Altersklasse der 18- bis 24-Jährigen aufs College, waren es 2009 bereits gut 40% (vgl. Grafik). Zweitens ist die Verschuldung gestiegen, weil sich die Studiengebühren seit 1987 real verdreifacht haben. Einige Ökonomen argumentieren, dass gerade der staatliche Ausbau der Darlehen und der Pell Grants den Colleges Spielraum zu Preiserhöhungen eröffnet hat. Die staatliche Finanzierung bis hinein in den Mittelstand habe zum «Wettrüsten» unter den Colleges beigetragen, bei dem diese mit komfortablen Unterkünften, Fitnessräumen, Swimmingpools oder Kletterwänden um die Gunst der Studenten buhlten. Dazu kommt, dass die Gliedstaaten wegen leerer Kassen das Hochschulwesen mit weniger Geld alimentieren.

Man sollte die Situation aber auch nicht dramatisieren. So zeigt eine Auswertung des College Board, dass drei Viertel aller Bachelor-Absolventen für weniger als 25 000 $ Kredite aufgenommen haben, wobei ein Drittel aller Abgänger nach dem Studium gar keine Schulden hat. Im Schnitt verdienen 25- bis 34-Jährige mit einem Bachelor-Abschluss 45 000 $ pro Jahr im Vergleich mit 30 000 $ für Personen, die nur die High School schaffen. Die Schuldenlast scheint somit für die meisten beherrschbar. Bei 10% aller Studenten mit Abschluss betragen die Schulden jedoch über 39 000 $. Für solche jungen Leute und erst recht für diejenigen, die das Diplom nicht schaffen, sind nun die Belastungen gerade in den ersten Jahren nach dem Studium oft zu hoch, weil die Anfangsgehälter niedrig sind. Die Gefahr der Insolvenz hat jedenfalls deutlich zugenommen.

Obama schweigt über Kosten

Dieser Gruppe könnte eine einkommensabhängige Rückzahlung Vorteile bieten. Eine solche Option offeriert die Regierung für von ihr vergebene Darlehen bereits: Diese kann genutzt werden, falls die Belastung bei einem Schuldner 15% des verfügbaren Einkommens übersteigt. Der Schuldner bezahlt dann so lange 15%, bis die Schuld getilgt ist, maximal aber während 25 Jahren. Ist dann noch nicht alles zurückbezahlt, wird der Rest erlassen. Die Möglichkeit wird bisher indessen kaum genutzt. Sie ist wenig bekannt, und die bürokratischen Hürden, sie in Anspruch zu nehmen, sind hoch.

Präsident Obama will dies ändern. Gleichzeitig hat er per Dekret eine zusätzliche Entlastung verfügt. Ab dem laufenden Jahr muss der Student höchstens 10% des Einkommens abliefern, und die Restschuld wird schon nach zwanzig Jahren erlassen. Stossend ist allerdings, dass Staatsangestellte und Mitarbeiter von Non-Profit-Organisationen privilegiert werden: Bei ihnen werden die Restschulden schon nach zehn Jahren gestrichen, wobei diese Regelung bereits 2007 und damit noch in der Ära Bush eingeführt worden ist. Ärgerlich ist darüber hinaus, dass sich die Regierung über die Kosten ausschweigt, die entstehen, wenn – wie angestrebt – künftig 1,6 Mio. Studierende in dieses Regime gelotst werden sollen und somit viel öfter als bis anhin die Restschuld erlassen wird.

Zinsen als Spielball der Politik

Ein gewichtiger Nachteil der staatlichen Studienfinanzierung in den USA besteht darin, dass Zinssätze politisch bestimmt werden. Dagegen würden Finanzinstitute eine ganze Reihe von Faktoren berücksichtigen, wenn sie für eine Person den Zins bestimmen, etwa das High-School-Zeugnis, die Fächerwahl, die Güte der Universität oder die Einkommenschancen. Der Studierende wird dann mit den Kosten seiner Fächerwahl konfrontiert. Dagegen sind die Konditionen in einem staatlichen System für alle dieselben.

Der Ökonom Gillen empfiehlt deshalb, dass nicht der Staat, sondern die Privatwirtschaft Studienkredite vergibt. Doch besteht damit nicht erneut die Gefahr, dass Studenten mangels Sicherheiten nur schwer an Kredite kommen? Aus diesem Grund sieht sein Modell vor, dass ein Kreditnehmer, der seinen Verpflichtungen nicht mehr nachkommen kann, automatisch zu einer einkommensabhängigen Rückzahlung wechselt. Die Banken würden freiwillig entscheiden, ob sie bei diesem zweistufigen Modell mitmachen wollen. Wenn sie sich darauf einlassen, hilft ihnen der Staat beim Einziehen der einkommensabhängigen Rückzahlung. Der Staat würde auch ein Maximum festlegen, das der Studierende ausleihen könnte, um das «Wettrüsten» der Colleges nicht anzufeuern. Und er würde bestimmen, unter welchen Voraussetzungen eine Person als zahlungsunfähig gälte und zur einkommensabhängigen Rückzahlung wechseln könnte. Subventionen gäbe es keine. Offen ist indes, ob Banken sich auf dieses Modell einlassen würden – schon Friedman hatte sich nämlich gewundert, weshalb die Banken nicht aus freien Stücken Modelle mit einer einkommensabhängigen Rückzahlung anbieten.

Welcher Weg für die Schweiz?

Wenn der Staat eine einkommensabhängige Rückzahlung will, muss er vier Parameter bestimmen: den maximalen Darlehensbetrag, den Prozentsatz des Einkommens, der abgeführt werden soll, die maximale Rückzahlungsdauer und den Zins. Darüber hinaus gilt es zu entscheiden, ob die Darlehen subventioniert werden oder nicht. Der Übergang zu einer einkommensabhängigen Rückzahlung böte sich besonders für Länder wie die Schweiz oder Deutschland an, bei denen die Studierenden bisher nur sehr wenig zu den Kosten beitrugen. Gute Erfahrungen hat jedenfalls Australien gemacht, das 1989 von einem «Gratis-Studium» zu diesem Konzept wechselte. In der Schweiz findet die Finanzierung der Hochschulen noch grösstenteils über Steuermittel statt: Der Automechaniker finanziert damit die Ausbildung des Nachwuchses seiner Mercedes-Kundschaft. Dabei nützt ein Hochschulabschluss vorab demjenigen, der ihn erwirbt, was dagegen spricht, die universitäre Bildung grösstenteils aus Steuermitteln zu bestreiten. Der Übergang zu Studienkrediten mit einkommensabhängiger Rückzahlung würde diese Umverteilung von unten nach oben vermindern. Verbände man dies mit Zuschüssen an die Ärmsten, wäre deren Zugang zur Universität weiterhin gewährleistet. http://www.nzz.ch/aktuell/wirtschaft/wirtschaftsnachrichten/studienkredi...

 

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political reading
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Staatsverschuldung der USA erreicht Höchststand

Die Staatsverschuldung hatte die 16-Bio.-Marke bereits am Freitag überstiegen, das US-Finanzministerium veröffentlichte die neuen Daten aber erst nach einem langen Wochenende am Dienstag. Beim Amtsantritt von US-Präsident Barack Obama 2009 hatte die US-Staatsschuld noch 10,6 Bio. Dollar betragen. Die derzeitige Schuldenobergrenze liegt bei 16,39 Billionen Dollar.

Die anhaltenden Kosten der Militäreinsätze im Irak und in Afghanistan sowie der Kampf gegen die Folgen der Wirtschafts- und Finanzkrise kamen den USA unter seiner Regierung teuer zu stehen. Obama legte etwa ein 800-Mrd.-Dollar schweres Konjunkturprogramm auf, um die Wirtschaft zu stützen.

Die Republikaner werfen dem Präsidenten vor, die Staatsschulden mit einer verantwortungslosen Haushaltspolitik in die Höhe getrieben und zugleich die wirtschaftliche Erholung mit zu viel Staatseinfluss behindert zu haben. Sie wollen mit radikalen Kürzungen gegen den Schuldenberg vorgehen; höhere Steuern lehnen die Republikaner dagegen kategorisch ab.

Angesichts der hohen Schuldenlast werden sich die Abgeordneten im US-Kongress und das Weisse Haus Anfang kommenden Jahres zu neuen Verhandlungen über eine weitere Anhebung der Schuldengrenze durchringen müssen.

Demokraten und Republikaner hatten sich im vergangenen Jahr nur schwer auf eine derartige Anhebung verständigen können. Daraufhin entzog die Ratingagentur Standard & Poor's den USA das Spitzenrating "AAA". http://www.cash.ch/news/topnews/staatsverschuldung_der_usa_erreicht_hoec...

 

 

Wie schon damals erwartet wurde. Der Dollar reagiert nicht darauf

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Der ausgepowerte US-Mittelstand

Die Löhne der US-Arbeitnehmer sind auf das Niveau von 1993 gerutscht. Und was verspricht Mitt Romney? Die «Vertrauensfee», wie es Paul Krugman argwöhnisch zitiert. Dabei liegt die Hoffnung ganz woanders.

Selbst konservative Kommentatoren sprechen inzwischen davon, dass die Löhne der amerikanischen Arbeitnehmer stagnieren. Das ist im besten Fall eine Untertreibung oder im schlimmsten Fall eine Lüge. Die jüngsten offiziellen Zahlen des US Censes Bureau sprechen eine ganz andere Sprache: Der durchschnittliche amerikanische Haushalt ist heute 4,8 Prozent ärmer als 2009. Das durchschnittliche Einkommen ist gar auf das Niveau von 1993 gefallen. «Alle Gewinne der Clinton-Jahre sind vernichtet worden», stellt die «Financial Times» fest. «Der amerikanische Mittelstand steht nicht vor einem Aufbruch, sein Abstieg hat sich im Gegenteil verschlimmert.»

«Wenn ich die Wahl gewinne, dann kehrt der Optimismus zurück»

Die nackten Zahlen stehen im krassen Gegensatz zur politischen Propaganda der Republikaner. Ihr Präsidentschaftskandidat Mitt Romney tritt die Endphase des Wahlkampfes mit einer These an, die sich wie folgt zusammenfassen lässt: Wenn ich die Wahl gewinne, dann kehrt der Optimismus zurück, die Unternehmen investieren wieder und die Konjunktur springt wieder an. Nobelpreisträger und «New York Times»-Kolumnist Paul Krugman spricht deshalb von einer «Vertrauensfee».

Der Glaube, allein das Vertrauen in eine stabile Wirtschaftspolitik würde die Konjunktur ankurbeln, sei lächerlich, argumentiert Krugman. Als Beispiel zitiert er den ehemaligen Präsidenten der Europäischen Zentralbank, Jean-Claude Trichet. Dieser hat seine Austeritätspolitik mit genau diesem Argument begründet – und hat damit Schiffbruch erlitten. «Der Glaube an die Vertrauensfee und die Austeritätsprogramme haben in weiten Teilen Europas zu einem Depressions-ähnlichen Abschwung der Wirtschaft geführt», stellt Krugman fest.

Drei gute Gründe, die hoffen lassen

Solange die Konsumenten kein Geld in der Tasche haben, können sie es auch nicht ausgeben, und solange der Konsum lahmt, investieren auch die Unternehmen nicht. Diese banale Erkenntnis von John Maynard Keynes gilt auch heute noch. Das muss jedoch nicht zwingend heissen, dass sich die Verelendungsspirale der US-Wirtschaft immer weiter nach unten drehen muss. Es gibt drei Gründe für Hoffnung:

1. Die geschrumpften Löhne und der schwache Dollar haben die Wettbewerbsfähigkeit der US-Exportwirtschaft erhöht. Die Beratungsfirma Boston Consulting Group rechnet damit, dass so bis ins Jahr 2020 zwischen zwei und fünf Millionen neue Industriejobs geschaffen werden könnten.

2. Die Häuserpreise scheinen endlich den Tiefpunkt erreicht zu haben. Sie haben das Vertrauen der Amerikaner am nachhaltigsten erschüttert.

3. Dank der Förderungsmethode Fracking können neue Erdgas- und Erdölquellen erschlossen werden. Die Abhängigkeit der USA vom Import fossiler Energieträger, und damit ihr chronisches Handelsdefizit, nimmt ab.

Die Chancen für einen Aufschwung der US-Wirtschaft sind intakt. Voraussetzung dafür ist nicht der Glaube an eine imaginäre Vertrauensfee, sondern eine Wirtschaftspolitik, welche die Kaufkraft des Mittelstandes wiederherstellt. http://www.tagesanzeiger.ch/wirtschaft/unternehmen-und-konjunktur/Der-au...

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UBS-Konsumindikator bricht ein

Die Stimmung der Schweizer Konsumenten hat sich deutlich verschlechtert. Der UBS-Konsumindikator fiel im August auf 1,03 von 1,48 Punkten.

(Reuters) Die Kauflust der Schweizer hat sich im August markant abgeschwächt. Der UBS-Konsumindikator sackte auf 1,03 von 1,48 Punkten ab, wie die Bank am Dienstag mitteilte.

Der starke Franken und die Rezession in Europa drückten die Hotelübernachtungen insbesondere der ausländischen Gäste. Die wirtschaftlichen Hiobsbotschaften aus Europa der vergangenen Monate dürften auch für den Rückgang des Konsumentenstimmungsindex des Seco verantwortlich sein.

Zudem habe der Detailhandel im August einen Rückgang der Geschäftslage gemeldet. Einziger positiver Indikator waren im August die Immatrikulationen von Neuwagen. Trotz des Rückgangs des Konsumindikators dürfte der Privatkonsum nach Einschätzung der UBS aber weiterhin robust wachsen und die Konjunktur stützen. http://www.nzz.ch/aktuell/wirtschaft/wirtschaftsnachrichten/ubs-konsumin...

 

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Bald kommen die französischen Millionäre

Die Sparpläne von François Hollande treffen die Superreichen empfindlich. Sie sehen sich nach neuen Wohnsitzen um - unter anderem auch in der Westschweiz.

 

ach den in Paris angekündigten Steuererhöhungen denken schwerreiche Französinnen und Franzosen über das Auswandern nach. Das stellen Westschweizer Steueranwälte fest. Der Waadtländer Finanzdirektor Pascal Broulis rechnet aber vorderhand nicht mit einem Zustrom von Millionären.

Der Waadtländer Steueranwalt Philippe Kenel hat in den vergangenen Wochen mehrere Anrufe von sehr reichen Franzosen erhalten. «Sie sind in Warteposition», sagt er der Nachrichtenagentur SDA. Die Anrufenden erkundigten sich über das Vorgehen für einen allfälligen Umzug in die Schweiz.

Die Präsentation des Sparbudgets in Paris für 2013 am Freitag dürfte für Vermögende ein starkes Signal gewesen sein. Frankreich will mit zusätzlichen Einkommens- und Vermögenssteuern für Private 10 Milliarden mehr einnehmen. Geplant ist zudem eine Reichensteuer von 75 Prozent auf Einkommen oberhalb einer Million Euro.

Bis Ende Jahr zögen mehrere Superreiche aus Frankreich in die Romandie um, vor allem in die Kantone Genf, Waadt und Wallis, sagt Kenel. Normalerweise berät er 10 bis 15 solche Neuzuzüger pro Jahr. Zwischen Januar und April 2012 dagegen waren es zwölf und seit der Ankündigung der höheren Steuergesetze in Paris im Juni weitere fünf.

Finanzdirektor erwartet keinen raschen Zustrom

Pascal Broulis, Finanzdirektor im Kanton Waadt, glaubt nicht an einen Zustrom von Millionären in den kommenden Monaten. Er erwartet die sehr reichen Zuzüger aus dem Nachbarland erst mittelfristig. Sie würden sich erst nach langen Überlegungen und erst nach einer langen Phase der Destabilisierung entscheiden, sagt er.

Grosse Vermögen aus Frankreich werden nicht nur in die Schweiz verlegt, sondern auch und vor allem nach Belgien, Luxemburg oder Grossbritannien. Wegen der pauschalen Besteuerung von Ausländern und auch wegen des starken Frankens sei die Schweiz gegenüber diesen Staaten im Nachteil, sagt Broulis.

Zudem fühle sich ein Teil der sehr Reichen in der Eurozone sicherer, gibt der freisinnige Staatsrat zu bedenken. «Die Situation der Schweiz nehmen sie als nicht stabil war, vor allem in Bezug auf ihre Beziehungen mit dem Ausland und das Bankgeheimnis.»

Interesse am Jura

«Es gab einen starken Zuwachs vor der Wahl von Präsident François Hollande, und ich bin überzeugt, dass wegen der Erhöhung der Vermögenssteuer weitere Millionäre schnell in die Schweiz kommen», hält Steueranwalt Kenel dagegen.

Dass sich sehr reiche Franzosen vermehrt mit einem Umzug in die Schweiz befassen, stellt auch Manuel Piquerez fest. Er ist Advokat und Notar in Pruntrut JU. Unter seinen Klienten seien rund zehn Reiche aus dem Nachbarland, sagt er.

Immer mehr Franzosen wollten sich in der Ajoie niederlassen. Anziehen dürfte sie seiner Meinung nach nicht nur die Tatsache, dass der Jura im Gegensatz zur Genferseeregion noch praktisch frei von Überbauungen und mit dem TGV von Paris schnell erreichbar ist.

Auch Möglichkeiten, Geld anzulegen, könnten Franzosen in den Jura locken, sagt Piquerez. Investitionen in Miethäuser brächten derzeit mehr ein als an der Börse platzierte Gelder. Abschreckend für kleinere Vermögen könnte sich aber die vom Parlament beschlossene Erhöhung der Pauschalbesteuerung für Ausländer. http://www.20min.ch/schweiz/news/story/Bald-kommen-die-franzoesischen-Mi...

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Bald 18 Millionen neue Millionäre

Reiche Schweizer

Mit 468 186 Dollar auf dem Konto sind die Schweizer unerreicht vermögend, zumindest im Schnitt. Die zweitplatzierten Australier besitzen pro Kopf 354 986 Dollar. Die Schweden auf Platz zehn haben mit 237 297 Dollar gerade einmal halb so viel auf ihren Konten wie die Schweizer. http://www.20min.ch/finance/news/story/Bald-18-Millionen-neue-Millionaer...

 

450'000 haben die meisten beim Erreichen des Rentenalters auf der PK. Wer sonst noch was spart, sollte auf 500'000 kommen. Dazu kommt noch die Auszahlungen aus der AHV.

Und als Selbständiger kann man in nur 10 Jahren 10 x 30'000 (300'000) auf ein 3-Konto einzahlen. Dazu kommen 30'000 an Zinseszinsen. Plus 70'000 an Steuern gespart. In 20 Jahren kommt eine schönes Sümmchen zusammen.

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Vom Sorgenkind zum Wirtschaftswunder

Der Jura ist eigentlich ein Problemkind unter den Kantonen. In puncto Wachstum stellt er aber fast alle anderen in den Schatten. Als Grossregion hat das Bassin Lémanique die Nase vorn.

 

Nun sorgt der Kanton Jura aber im Bereich des regionalen Bruttoinlandprodukts (BIP) für Aufsehen. Laut Berechnungen des Konjunkturforschungsinstituts BAK Basel wird der ländliche Kanton 2012 mit einem Wachstum von 1,9 Prozent den grössten Teil der Schweiz überflügeln. Noch stärker wächst mit 2,6 Prozent nur Nidwalden. Zum Vergleich: Das schweizweite Wachstum veranschlagt BAK Basel auf 0,9 Prozent.

 

http://www.20min.ch/finance/news/story/Vom-Sorgenkind-zum-Wirtschaftswun...

 

Die reichen Franzosen können kommen.

 

 

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Der 1937-Effekt

Geschichte hat eine ungemütliche Eigenschaft: Sie kennt rückblickend nur einen Pfad, alternative Geschichtsverläufe lassen sich nie beweisen.   Good

 

:roll:  Wie sähe die Welt heute aus, wenn Wien 1529 oder 1683 gefallen wäre?

 

:roll:  Was, wenn Adolf Hilter wie seine drei älteren Geschwister schon als Baby gestorben wäre?

 

:roll: Was, wenn am 26. Oktober 1962 Valentin Savitsky, der in Panik geratene Kapitän des sowjetischen U-Bootes B-59, vor Kuba seinen Nukleartorpedo auf die USS Beale abgefeuert hätte?

 

Die gleichen Gedanken lassen sich auf die Wirtschaftsgeschichte anwenden: Was wäre mit der Weltwirtschaft und den Finanzmärkten geschehen, wenn die USA, China und Japan im Winter 2008/2009 kein mit fast 2000 Milliarden Dollar dotiertes Stimulusprogramm beschlossen hätten? Die Ökonomen Barry Eichengreen und Kevin O’Rourke haben damals anhand verschiedener Indikatoren dargelegt, dass die Weltwirtschaft Ende 2008 auf dem gleichen, steil abwärts gerichteten Pfad war wie in den frühen Dreissigerjahren. Haben die Stimulusprogramme sowie die enorm expansive Geldpolitik diverser Notenbanken eine zweite Grosse Depression verhindert?

Beweisen lässt es sich nicht.

Diese Frage ist auch heute wieder aktuell, in der Debatte, ob der harte Austeritätskurs, der südeuropäischen Ländern wie Spanien auferlegt wird, sinnvoll ist.

Der Internationale Währungsfonds hat diese Debatte in seinem World Economic Outlook neu lanciert. Kollege Diem Meier hat in diesem Blogbeitrag bereits intensiv über den Report berichtet. Die Schlüsselstelle im Report (hier abrufbar) ist auf den Seiten 41 bis 43 zu finden, wo IWF-Chefökonom Olivier Blanchard darlegt, dass der bislang angenommene Fiskal-Multiplikator deutlich zu niedrig gewesen sei.

Was bedeutet das? Vereinfacht gesagt hatte der IWF bislang einen Multiplikator von 0,5 angenommen, das heisst, wenn der Staat seine Ausgaben um 2 Prozent zurückfährt, schrumpft das BIP des betreffenden Landes um 1 Prozent. Eine empirische Untersuchung des IWF habe jedoch gezeigt, dass der Multiplikator eher zwischen 0,9 und 1,7 liege, schreibt Blanchard. Das heisst im Extremfall, dass eine Kürzung der staatlichen Ausgaben um 2% einen BIP-Rückgang von 3,4% zur Folge hat.

Im Kern geht es also um die Frage, ob die harte Sparpolitik überhaupt zum Ziel führt, das heisst, ob die Kürzungen im Staatshaushalt auch tatsächlich zu einer Verringerung des Budgetdefizits und letztlich der Staatsschulden führen.

Blanchard bezweifelt es. Der IWF mahnt daher, den Spardruck nicht zu übertreiben.

Doch wie ist es überhaupt möglich, dass Kürzungen in den Staatsausgaben nicht zu einer Verkleinerung des Budgetdefizits und der Staatsschulen führen? Intuitiv wäre doch klar, dass weniger Ausgaben auch weniger Schulden bedeuten.

Leider ist es nicht so einfach. Zunächst muss nämlich festgestellt werden, in welcher Art Rezession sich ein Land überhaupt befindet.

Handelt es sich um eine normale Rezession, wie sie in der westlichen Welt in der Nachkriegszeit üblich waren, sollte der Staat tatsächlich einfach abseits stehen und nichts unternehmen. Ganz anders sieht es jedoch aus, wenn das Land in einer Bilanzrezession steht (ein von Richard Koo, Vorsitzender des Nomura Research Institute in Tokio, geprägter Begriff). In diesem Kommentar und in diesem Blogbeitrag haben wir das Thema bereits ausführlich beschrieben, daher hier nur kurz: In einer Bilanzrezession baut der Privatsektor eines Landes – Unternehmen oder private Haushalte oder beide – seine Schulden ab und saniert seine Bilanz. Konsum und Investitionen sinken als Folge davon kräftig.

Kürzt in dieser Situation nun auch noch der Staat seine Ausgaben, schraubt sich die Volkswirtschaft immer tiefer in die Rezession. Als Folge davon sinken die Steuereinnahmen des Staates, während die Ausgaben für automatische Stabilisatoren wie die Arbeitslosenversicherung weiter steigen. Folge davon ist ein weiterhin hartnäckig hohes Budgetdefizit – und das, obwohl der Staat eigentlich zu sparen versucht.

Leider ist es auch hier schwierig, den Beweis zu erbringen, welcher Weg – harte Austerität oder eine fiskalpolitisch gedämpfte Übergangsphase, mit glaubwürdigen mittelfristigen Plänen zur Haushaltskonsolidierung – die besseren Resultate liefert.

Was aber ins Feld geführt werden kann, ist die historische Erfahrung. Und die spricht gegen einen zu harten, kurzfristig ausgerichteten Austeritätskurs.

Beweisstück 1: In den Jahren 1935, 1936 und 1937 hatte sich die US-Wirtschaft sukzessive vom Einbruch der Grossen Depression erholt. Anfang 1937 hatten der industrielle Output und die Unternehmensgewinne wieder das Vorkrisenniveau von 1929 erreicht. Die Arbeitslosenrate war vom Höchststand von 25% im Jahr 1933 auf 14,3% gesunken. Der Aktienmarkt hatte sich seit Mitte 1932 vervierfacht und wieder den Stand von 1928 erreicht.

Dann beschloss die Regierung von Franklin D. Roosevelt, die Staatsausgaben zu drosseln und das Budget zu konsolidieren. Doch wie sich herausstellen sollte, war der immer noch in einer Bilanzrezession steckende Privatsektor noch nicht bereit dazu: Mitte 1937 sackte die Wirtschaft wieder in die Depression zurück, die Arbeitslosenrate schoss auf 19% und der industrielle Output brach um 37% ein. Die Kurse an der New Yorker Börse halbierten sich bis 1938 wieder.

Der verfrühte Versuch Roosevelts, das Staatsbudget auszugleichen, könnte die Depression um mehr als zwei Jahre verlängert haben.

Beweisstück 2 liefert Japan: Nach dem Platzen der dortigen Immobilien- und Aktienblase Anfang 1990 fiel das Land in eine hartnäckige Bilanzrezession. Der Staat hielt mit Fiskalstimuli dagegen, die Staatsschulden stiegen Jahr für Jahr. 1997 beschloss die Regierung von Premier Ryutaro Hashimoto einen Sparkurs und versuchte, das Staatsbudget auszugleichen.

Auch in diesem Fall war die Realwirtschaft noch nicht in der Lage, die Rolle des Wachstumsmotors zu übernehmen, wie folgende Grafik von Richard Koo eindrücklich zeigt:

In den Jahren nach den Hashimoto-Reformen sackte Japans Wirtschaft in die Rezession zurück, als Folge sanken die Steuereinnahmen (weisse Balken), und das Budgetdefizit (dunkle Balken) stieg sprunghaft an. Vier Jahre später versuchte Premier Junichiro Koizumi das gleiche Experiment, mit exakt dem gleichen Resultat.

Diese beiden Episoden aus der Geschichte, gekoppelt mit der Untersuchung von IWF-Chefökonom Blanchard, zeigen die Gefahren eines zu frühen staatlichen Sparkurses in einer von einer Bilanzrezession geplagten Wirtschaft.

Leider wird diese enorm wichtige Frage, welcher Weg eher zum Ziel führt, gegenwärtig durch eine ideologisch verzerrte Optik betrachtet: Auf der einen Seite die Anhänger der “österreichischen” Schule, die jede Art staatlicher Schuldenwirtschaft ablehnen, auf der anderen Seite die Pseudo-”Keynesianer” (Keynes würde sich übrigens im Grab umdrehen, aber das ist eine andere Geschichte), die das Heil in weiteren Staatsausgaben sehen.

I-m so happy  Dabei müsste die Frage ideologiefrei und mechanisch betrachtet werden. Zwei starke historische Beispiele – die USA 1937 und Japan 1997 – sprechen dafür, dass eine zu frühe Kürzung der Staatsausgaben in einer Bilanzrezession kontraproduktiv wirkt. Wie sieht es mit Gegenargumenten aus?

Enden wir also mit einem Aufruf an Sie, liebe Leserinnen und Leser dieses Blogs: Melden Sie uns historische Beispiele von Ländern, die es mit einem harten staatlichen Austeritätskurs geschafft haben, sich aus einer hartnäckigen Bilanzrezession/Depression zu befreien, ohne – und diese Einschränkung ist zentral, denn schliesslich geht es aktuell um Spanien – ihre eigene Währung abwerten zu können. Zweite Einschränkung, um zu verhindern, dass sie hundertfach genannt werden: :yes:  Bitte Estland und Lettland nicht nennen. Zu diesen beiden Ländern gerne bald mehr in diesem Blog. http://blog.tagesanzeiger.ch/nevermindthemarkets/index.php/10355/der-193...

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Drittgrösster Arbeitgeber der USA vor Bankrott

Die amerikanische Post gilt als Musterbeispiel eines maroden Staatsbetriebs. Schuld ist nicht nur die E-Mail – sondern auch die Politik. Dem «Postmaster General» sind die Hände gebunden.

http://www.cash.ch/news/topnews/abb_schrammt_an_den_erwartungen_vorbei-1...

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Supermacht ohne Strom

Die Ausfälle des Stromnetzes durch Stürme nehmen in den USA zwar zu. Doch die hohen Investitionskosten, um die Leitungen in den Untergrund zu verlegen, schrecken viele Gemeinden und Bürger ab. http://www.nzz.ch/aktuell/wirtschaft/wirtschaftsnachrichten/supermacht-o...

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