Verklagt UBS ihre Wirtschaftsprüfer auf über 20Mrd USD?

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02.02.2008 10:04
#1
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Verklagt UBS ihre Wirtschaftsprüfer auf über 20Mrd USD?

Gerüchten zufolge ist der Verwaltungsrat der UBS der Ansicht, dass der Wirtschaftsprüfer der UBS nicht mehr tragbar ist. Immerhin hat dieser über Jahre bestätigt, dass die Werte in der UBS-Bilanz einwandfrei seien. Heute wissen wir, dass vieles nur Luft war. Anscheinend wird eine Klage von über 20Mrd USD vorbereitet.

Gleichzeitig laufen in den USA Untersuchungen der Aufsichtsbehörde gegen die Wirtschaftsprüfer, sowie Sammelklagen gegen die UBS selbst, die die diese noch teuer zu stehen kommen könnte.

Der Gelackmeierte ist wieder einmal der CH-UBS-Aktionär, wie ein Schaf wird er zur Schlachtbank geführt, im Wissen, dass die loyalen CH-UBS-Aktionäre wohl nie eine Sammelklage gegen ihr Nationalheiligtum anstreben werden, obwohl die Verweigerung eines Bezugsrechtes im Rahmen der anstehenden Kapitalerhöhung einer massiven Verwässung und eines massiven Vertrauensbruchs gleichkommt.

Schon unglaublich, dass die Aktionäre für das Versagen aller Organe voll bezahlen müssen; ohne nur eine geringste Chance sich zu wehren.

Das haben selbst UBS-Aktionäre nicht verdient.

Fine-Tuner

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16.02.2008 17:50
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Verklagt UBS ihre Wirtschaftsprüfer auf über 20Mrd USD?

Nun ich bin mir nicht sicher ob die UBS als jur. Person überhaupt gegen eines ihrer Organe Klagen kann?

Richtig ist, dass die Eigentümer gegen die Organe Klagen können, was in den USA mit Sammelklagen bereits geschen ist. In der CH guckt der Aktionär nur dumm rum und hofft.

Meines Wissens kann man sich an den Sammelklagen in den USA anschliessen, wenn man UBS an einer US-Börse gekauft hat sog. ADR's. Vielleicht sollte man sich überlegen CH-Aktien ausschliesslich über die US-Börsen zu kaufen :roll:

Bezüglich Wirtschftsprüfer möchte ich nur ergänzen, dass die SEC seit geraumer Zeit (seit der Zerschlagung der Wirtschaftsprüfergesellschaft Arthur Anderson) keine SEC-Prüfaufträge mehr an Wirtschaftsprüfungsgesellschaften verteilt, sonern nur noch an ausgesuchte Anwaltskanzleien. Einen klareren Misstrauensnachweis brauchts wohl nicht.

Fine-Tuner

08.02.2008 11:36
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Verklagt UBS ihre Wirtschaftsprüfer auf über 20Mrd USD?

@Fine-Tuner

Vorschlag: Lies mal im OR die entsprechenden Artikel resp. in den Schweizer Prüfungsstandarts nach, was eine Revisionsstelle zu prüfen hat. Danach wirst Du feststellen, dass eine Revisionsstelle nicht die "Kompetenz" einer Geschäftsführung oder eines VR zu prüfen hat. Hingegen wäre eine AG gemäss Corporate Governance verpflichtet, einen kompetent zusammengesetzten VR zu haben, der z.B. in der Lage ist, die entsprechenden Internen Kontrollen zu überwachen. Was hier offensichtlich nicht funktioniert hat...!

Im übrigen handelt die Revisionsstelle prioritär nach dem Schweizerischen OR. Erst danach folgen die Vorgaben der EBK. Dies nur nebenbei.

Der grösste Witz wäre aber tatsächlich, wenn die UBS ihre Versäumnisse in der Risikoanalyse mittels Klage an die Wirtschaftsprüfer "abgeben" könnte. Auch hier wäre die Revisionsstelle einmal mehr der Dumme im Umzug, da sie nur prüfen darf, aber keinerlei Einfluss auf die operative Geschäftsführung hat. Aber es ist halt schon praktisch, wenn man so einfach ein Organ verklagen kann, das eine gute Versicherung hat (haben muss).

08.02.2008 00:29
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Verklagt UBS ihre Wirtschaftsprüfer auf über 20Mrd USD?

Dem ist nicht viel hinzuzufügen, ausser dass die Buchprüfer eben doch auch versagt haben.

Es wäre eben ihre Aufgabe gewesen, die Unterlassungen des Managements, die Du richtig bezeichnet hast (Boniprüfung, allg. Inkompetenz etc.), aufzuzeigen und den Verwaltungsrat, die Eidgenösische Bankenkommission (in deren Namen sie letzlich handelt) und insbesondere auch die Eigentümer (Aktionäre) hierauf im Revisionsbericht hinzuweisen.........aber dies hätte ihnen wohl das Mandat gekostet....vermutlich das lukrativste Revisionsmandat in der CH.

Fine-Tuner

06.02.2008 13:10
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UBS

verklagt angeblich seinen Wirtschaftsprüfer, besser gesagt, "Buchprüfer", was insofern ein Witz wäre, weil die Bonitätsprüfung nach wie vor von der Bank selber zu tätigen ist, sicher nicht vom "Buchprüfer".

- für mich nur ein weiterer Beweis, dass die UBS-Führung nach wie vor von ihrer eigenen UNFEHLBARKEIT offensichtlich 100 % überzeugt ist, obwohl sie meiner Meinung gar nie in der Lage war, die Bonität der US-Subrime-Zertifikate selber zu verifizieren resp. zu überprüfen, selbst wenn sie dies gewollt hätte,

- war es denn nicht vielmehr blindes Vertrauen in das US-Bankensystem, dass die Subrime-Kredite schon i.O. sind ?

- EINSICHT ist doch aber bekanntlich eine TUGEND - auch die in eigene klare Fehlleistungen - oder etwa nicht ?

- ein weiteres Sakrileg/Fehler der UBS ist z.B. auch die Nichteinbeziehung seiner Altaktionäre in die Kapitalerhöhung.

:roll: Wink :idea: 8)

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So wie einem das Licht nicht ohne die Dunkelheit bewusst würde, so gibt es keine Situation, in der nicht etwas POSITIVES zu entdecken wäre.

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