Volksinitiative gegen Minarett-Verbot

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29.11.2010 12:36
#1
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Anonymous
Volksinitiative gegen Minarett-Verbot
30.11.2010 14:12
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fritz wrote:

Natürlich wird es solch eine Initiative schwer haben, besonders wenn die Unterschriftensammler so aussehen wie die Chefs des Islamischen Zentralrates... trotzdem würde ich dafür unterschreiben - es hat mich noch nie interessiert, wer Unterschriften sammelt oder wer eine Initiative startet, es interessiert mich nur der Inhalt.

Gruss

fritz

Der Unterschied ist: Du kannst lesen, denken, verstehen. Andere eben nur zuhören ohne zu denken, damit sie nicht verstehen müssen.

Und nur wenige lesen, denken, verstehen und bilden sich eine Meinung und stehen dann auch noch dazu wenn die Masse anderer Meinung ist.... "wes Brot ich ess...."

Allerdings; ich glaube nicht, dass dieser Versuch mit einer "Gegenintiative" gut durchdacht ist. Auch ohne den Inhalt zu kennen. Meine Meinung: Falscher Zeitpunkt, falsche Initianten. Und fraglich, ob sie überhaupt notwendig ist....

29.11.2010 23:13
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mach3 wrote:

Diese Initaive war in keinem Fall ausländerfeindlich!

Es geht doch nicht an, dass Kriminelle weiterhin toleriert werden. Es gibt schon genug andere, die legal Gelder beziehen (vom Staat).

Ja, da hast du absolut Recht, kriminelle Minarette können wir in der Schweiz nicht tolerieren!!

Aber was ist mit anderen Minaretten, die keinem etwas zu Leide tun?

Natürlich wird es solch eine Initiative schwer haben, besonders wenn die Unterschriftensammler so aussehen wie die Chefs des Islamischen Zentralrates... trotzdem würde ich dafür unterschreiben - es hat mich noch nie interessiert, wer Unterschriften sammelt oder wer eine Initiative startet, es interessiert mich nur der Inhalt.

Gruss

fritz

29.11.2010 22:48
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Diese Initaive war in keinem Fall ausländerfeindlich!

Es geht doch nicht an, dass Kriminelle weiterhin toleriert werden. Es gibt schon genug andere, die legal Gelder beziehen (vom Staat).

29.11.2010 17:27
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Elias wrote:

War wohl alles weit vor deiner Zeit.

AI waren die letzten, die zu ihrem Glück gezwungen werden mussten. Abstimmung Sommerzeit in memoriam.

Genau.

Aber wie ich es verstehe, wurde in AI (auch GL) an der Landsgemeinde über das Frauenstimmrecht abgestimmt. Einige bezeichnen dies als direkteste Form der Demokratie, streng genommen, sollte man sich fragen, ob das überhaupt als demokratisch bezeichnet werden kann.

Ist denn ein Diktator demokratisch legitimiert, wenn sich das ganze Volk zu versammelen hat und dieser von einem Podium - von einer Leibwache geschützt - herunter ruft: "... und wer ist denn gegen mich?"? Wenn sich keiner gegen ihn ausspricht...

Ohne eine anonyme Stimmabgabe ist doch der freie Wille bei der Abstimmung verunmöglicht. Sowas ist doch keine Demokratie.

29.11.2010 16:48
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Bullish wrote:

Hehe, guter Themawechsel. Ich kenne mich in der Frage zu wenig aus, aber das war doch vor allem wegen AI und dort wurde doch per Handaufstrecken abgestimmt. Stimmte man dort wirklich nach freiem Willen oder auf Druck der Gruppe? Bei einer nicht-anonymen Stimmabgabe, hätte es das Minarettsverbot vielleicht nie gegeben.

Auch hier hätten wir beide vielleicht die Rechte erhoben: http://www.youtube.com/watch?v=vi6xqr6vKTo

Wie ich das Prozedere in AI verstehe, ist auch das eigentlich eine Art Terrorregime, oder?

War wohl alles weit vor deiner Zeit.

AI waren die letzten, die zu ihrem Glück gezwungen werden mussten. Abstimmung Sommerzeit in memoriam.

----

Der Weise gewinnt mehr Vorteile durch seine Feinde als der Dummkopf durch seine Freunde.
Benjamin Franklin

29.11.2010 16:41
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Elias wrote:

Bullish wrote:
Das Beispiel ist eher ein Beispiel gegen die repräsentative als gegen die direkte Demokratie.

Die direkte Demokratie wehrte sich bei uns lange mit Händen und Füssen gegen das Frauenstimmrecht.

Hand auf's Herz: das war doch rückblickend total peinlich, was da abging.

Hehe, guter Themawechsel. Ich kenne mich in der Frage zu wenig aus, aber das war doch vor allem wegen AI und dort wurde doch per Handaufstrecken abgestimmt. Stimmte man dort wirklich nach freiem Willen oder auf Druck der Gruppe? Bei einer nicht-anonymen Stimmabgabe, hätte es das Minarettsverbot vielleicht nie gegeben.

Auch hier hätten wir beide vielleicht die Rechte erhoben: http://www.youtube.com/watch?v=vi6xqr6vKTo

Wie ich das Prozedere in AI verstehe, ist auch das eigentlich eine Art Terrorregime, oder?

Dazu - ganz einfach zulesen - Psychologie der Massen von G. Le Bon (1911!!):

http://www.amazon.de/gp/product/3868200266?ie=UTF8&tag=none069-21&linkCo...

29.11.2010 16:32
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Bullish wrote:

Das Beispiel ist eher ein Beispiel gegen die repräsentative als gegen die direkte Demokratie.

Die direkte Demokratie wehrte sich bei uns lange mit Händen und Füssen gegen das Frauenstimmrecht.

Hand auf's Herz: das war doch rückblickend total peinlich, was da abging.

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Benjamin Franklin

29.11.2010 16:23
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Elias wrote:

Bullish wrote:
Elias wrote:

Die Mehrheit hat nicht automatisch recht, sie bestimmt nur, wo es lang geht. Sonst hätte die Mehrheit, die für Hitler war, auch Recht gehabt.

Das grenzt ja schon fast an Geschichtsfälschung Wink :

http://de.wikipedia.org/wiki/Nationalsozialistische_Deutsche_Arbeiterpar...

Das Volk war nie mehrheitlich für Hitler. Nach seiner Installation war es dann schwer, gegen ihn zu sein, nur herrschte da schon Diktatur.

Ein weiterer Erfolg für Hitler war die Saarabstimmung im Januar 1935 mit der überwältigenden Zustimmung der Bevölkerung des Saarlands zur Rückkehr ins Reich.

Der Mann brachte Arbeit. Wessen Brot ich ess, dessen Lied ich sing.

Ja, das Saarland wollte zurück zu DE. Die Mehrheit galt aber nicht Hitler.

Elias wrote:

Quote:

Sie führten einen bis dahin beispiellosen, aggressiven Wahlkampf mit täglich etwa 100 Veranstaltungen, bis in die entlegensten Dörfer (bei uns als Buurezmorge bekannt :x)

Finanziell unterstützt wurden die NSDAP dabei von zahlreichen Industriellen, wie Fritz Thyssen, aber auch durch geschickte Wirtschaft innerhalb der Partei.

Das Wahlergebnis war schockierend: Die NSDAP konnte ihren Stimmenanteil von 2,6% auf 18,3% steigern, die Zahl der Abgeordneten stieg von 12 auf 107. Der Anteil demokratisch gesinnter Parteien war deutlich gesunken.

Mit der Wahl vom 5. März 1933 erhielt die NSDAP schließlich trotz konsequenten Ausschaltens und Terrorisierens politischer Gegner auf den ersten Blick keine wirkliche Mehrheit, konnte aber ihr Wahlergebnis im Vergleich zur letzen Wahl von 33,1 % auf 43,9% steigern. Da die kommunistischen Abgeordneten allerdings längst verhaftet waren, die KPD nicht mehr existierte, konnte Hitler schließlich doch mit absoluter Mehrheit regieren und brauchte nicht einmal die DNVP als Koalitionspartner.

http://www.grabbe-gymnasium.de/grabbe/analyse/hitler.php

43,9% sind eben nicht die Mehrheit. Die Eliten aus Politik und Industrie haben ihn installiert, danach folgte die Diktatur.

Das Beispiel ist eher ein Beispiel gegen die repräsentative als gegen die direkte Demokratie. Die nachfolgende Diktatur war dann noch schlechter.

29.11.2010 16:08
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Bullish wrote:

Elias wrote:

Die Mehrheit hat nicht automatisch recht, sie bestimmt nur, wo es lang geht. Sonst hätte die Mehrheit, die für Hitler war, auch Recht gehabt.

Das grenzt ja schon fast an Geschichtsfälschung Wink :

http://de.wikipedia.org/wiki/Nationalsozialistische_Deutsche_Arbeiterpar...

Das Volk war nie mehrheitlich für Hitler. Nach seiner Installation war es dann schwer, gegen ihn zu sein, nur herrschte da schon Diktatur.

Ein weiterer Erfolg für Hitler war die Saarabstimmung im Januar 1935 mit der überwältigenden Zustimmung der Bevölkerung des Saarlands zur Rückkehr ins Reich.

Der Mann brachte Arbeit. Wessen Brot ich ess, dessen Lied ich sing.

Quote:

Sie führten einen bis dahin beispiellosen, aggressiven Wahlkampf mit täglich etwa 100 Veranstaltungen, bis in die entlegensten Dörfer (bei uns als Buurezmorge bekannt :x)

Finanziell unterstützt wurden die NSDAP dabei von zahlreichen Industriellen, wie Fritz Thyssen, aber auch durch geschickte Wirtschaft innerhalb der Partei.

Das Wahlergebnis war schockierend: Die NSDAP konnte ihren Stimmenanteil von 2,6% auf 18,3% steigern, die Zahl der Abgeordneten stieg von 12 auf 107. Der Anteil demokratisch gesinnter Parteien war deutlich gesunken.

Mit der Wahl vom 5. März 1933 erhielt die NSDAP schließlich trotz konsequenten Ausschaltens und Terrorisierens politischer Gegner auf den ersten Blick keine wirkliche Mehrheit, konnte aber ihr Wahlergebnis im Vergleich zur letzen Wahl von 33,1 % auf 43,9% steigern. Da die kommunistischen Abgeordneten allerdings längst verhaftet waren, die KPD nicht mehr existierte, konnte Hitler schließlich doch mit absoluter Mehrheit regieren und brauchte nicht einmal die DNVP als Koalitionspartner.

http://www.grabbe-gymnasium.de/grabbe/analyse/hitler.php

----

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Benjamin Franklin

29.11.2010 15:46
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Elias wrote:

Die Mehrheit hat nicht automatisch recht, sie bestimmt nur, wo es lang geht. Sonst hätte die Mehrheit, die für Hitler war, auch Recht gehabt.

Das grenzt ja schon fast an Geschichtsfälschung Wink :

http://de.wikipedia.org/wiki/Nationalsozialistische_Deutsche_Arbeiterpar...

Das Volk war nie mehrheitlich für Hitler. Nach seiner Installation war es dann schwer, gegen ihn zu sein, nur herrschte da schon Diktatur.

29.11.2010 13:41
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Ramschpapierhaendler wrote:

Es scheint langsam in Mode zu kommen, getroffene Entscheide mittels erneuter Initiative gleich wieder zu torpedieren. Erstaunlich die Parallelen zu dieser Initiative / Abstimmung:

http://www.nzz.ch/nachrichten/international/schaffhausen_harmos_1.849873...

"Der Schaffhauser Kantonsrat hatte am 29. Oktober 2007 einstimmig und als erster Kanton den Beitritt zum Harmos-Konkordat beschlossen. Die Referendumsfrist verstrich ungenutzt. Das Konkordat ist seit 1. August 2009 in Kraft. Geändert hat sich für die Schaffhauser Schulkinder dadurch praktisch nichts."

"Der Kanton Schaffhausen bleibt im Harmos-Konkordat. Mit 51,7 Prozent Nein haben die Schaffhauser Stimmberechtigten die Volksinitiative «Schaffhausen ohne Harmos» abgelehnt, die einen Austritt forderte."

Man will im Gespräch bleiben, koste es, was es wolle. Wie war das schon wieder mit dem Respekt vor dem Volkswillen? Und wie war das nochmals mit dem Verschwenden von Steuergeldern?

öhm ..... das war auch beim Frauenstimmrecht nicht anders. Hätte man den Volksentscheid respektieren und sich nicht dagegen wehren sollen?

Die Mehrheit hat nicht automatisch recht, sie bestimmt nur, wo es lang geht. Sonst hätte die Mehrheit, die für Hitler war, auch Recht gehabt.

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