Von der Wachstums- zur Stagnationsgesellschaft

2 Kommentare / 0 neu
02.07.2010 01:21
#1
Bild des Benutzers Fine-Tuner
Offline
Kommentare: 143
Von der Wachstums- zur Stagnationsgesellschaft

Wer wieviel Schulden bei wem oder sich selbst hat, weiss heute kein Mensch mehr. Die Nationale Buchhaltung ist durch intransparente Schieberein der Nationalbanken (Swaps, Repos etc.) derart verwässert, dass mir selbst Summen wie €440Mrd nur noch ein müdes Lächeln abringen. Selbst der Dümmste erkennt, dass es unter normalen Umständen für die Finanzinstitute völlig unmöglich wäre, die Schulden jemals wieder zurückzuzahlen (zumindest nicht in dieser kurzen Zeit). Was wir sehen ist eine noch nie dagewesene UMSCHULDUNG von Privaten auf die öffentliche Hand (also auf Dich und mich). Mit ponzi-liken Winkelzügen nehmen die Nationalbanken den Casinos die Schulden zum Nulltarif ab!!!!! Der Steuerzahler hat ja breits bezhalt, ...ok, nicht cash, es wurde ihm von den von ihm selbst gewählten Volksvertretern auf seine Kappe verrechnet (siehe Schuldenberg der Nationen, UBS-Auffangfonds etc. etc.).

Doch wie gesagt, dies sind nur Symptome. Wovor alle einen Riesenbamel haben ist doch nur eines: STAGNATION, LANGANDAURNDE STAGNATION. Zurecht. Wir sind in einer Transition von einer Wachstumsgesellschaft zur Reduktionsgesellschaft. Alles wird reduziert. Vom Konsum bis zur Investition....und auch die Anzahl Menschen wird bereits in 100 Jahren weltweit abnehmen. Japan ist für mich ein perfektes Anschauungsobjekt was mit unserer globalen Economy passieren wird. Der einzigste Antrieb der Economy kommt doch jetzt schon nur noch von den Schwellenländern BRIC etc. etc. Doch auch bei denen reduziert sich die Geburtenrate drastisch um nicht zu sagen dramatisch. Chile ZB hat heute Lebendgeburten von 1,9 Kind pro Frau...das ist CH-Level (http://www.welt-auf-einen-blick.de/bevoelkerung/fruchtbarkeitsrate.php). Andere Nationen streben diesen Zielen nach. Der steigende Wohlstand tut das seine.

Oder kurz: Am Horizont neigt sich die Wachstumskurve, warum soll ich Aktien kaufen, wenn ich mit geringeren Umsätzen und Gewinnen rechnen muss? Werden vor allem die Blue Chips die ja in besonderem Masse von economies of scales leben, diese reale Reduktion überleben? ...wie wirken sich die demografischen Veränderungen bei den BRICS aus? Sind diese auf die kommenden sozialen Verpflichtungen vorbereitet? Wie lange sind die Schuldnerländer bereit sich von den Gläubigerländern knechten zu lassen (v.a. wenn die Jungen kommen, die diese Schulden ja nicht gemacht haben...). Wie lange stützen die Gläubigerländer die Schuldner?...was wenn Deutschland (gilt als Fels in der Brandung) plötzlich selbst in Schieflage gerät? Fragen über Fragen. Wichtige Fragen.

Bei soviel Unsicherheit macht es für mich einfach keinen Sinn Aktien oder Oblis zu kaufen.

Fine-Tuner

Aufklappen
23.03.2016 14:26
Bild des Benutzers Fine-Tuner
Offline
Kommentare: 143

weico hat am 02.03.2013 - 15:36 folgendes geschrieben:

Fine-Tuner hat am 02.03.2013 - 12:39 folgendes geschrieben:

 

Bedürfnisse sind individuell und somit unendlich.

 

  weico

Dass die absolute Anzahl Bedürfnisse keinen Einfluss auf das Wirtschaftswachstum haben, hat bereits der Österreicher Carl Menger (1840–1921) mit seiner Grenznutzenlehre nachgewiesen.

"Selbst der Schwachsinnigste unter uns, mag erkennen, dass der fünfte Krug Wein, nicht mehr den gleichen Nutzen zu stiften vermag wie der Erste......und den sechsten, den mir der Brandschenk nie bringen muss......müsste ich Dir für Gottes Lohn überlassen" (Zitat Menger).

Heute wird mehr Energie darauf verwendet, neue Bedürfnisse zu schaffen, als auf die Produktion der entsprechenden Produkte. Die teuerste Firma der Welt (Alpha mit Google) ist letztlich nichts anderes als eine riesige digitale Werbesäule.

Bedürfnisse sind unendlich. Doch nur mit steigenden Bedürfnissen lässt sich Wachstum generieren.  In einer übersättigten Gesellschaft lassen sich Bedürfnisse nur noch mit übermäßigem Aufwand steigern. Somit auch kein Wachstum (das den Namen verdient) sondern triste Stagnation.

Fine-Tuner