Was ist mit der SNB los???????

SNB N 

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SNB nimmt zwei Milliarden ein

SNB nimmt zwei Milliarden ein mit Negativzinsen

Die Schweizerische Nationalbank (SNB) hat im vergangenen Jahr durch die Negativzinsen erneut Milliarden verdient. Trotz der Erträge aus der Abgabe fuhr die SNB im vergangenen Jahr aber einen deutlichen Verlust ein.

04.03.2019 07:39

Negativzinsen spülten der Notenbank nach Angaben von Montag 2,05 Milliarden Franken in die Kasse. Das ist etwas mehr als im Jahr davor, als die SNB 2,02 Milliarden Franken mit der Abgabe eingenommen hatte. Die SNB erhebt von Banken ab einem gewissen Freibetrag eine Gebühr von 0,75 Prozent. Damit will sie den Schweizer Franken möglichst unattraktiv für Investoren machen - in der Hoffnung, dass die Institute eine Gebühr weiterreichen und Anleger dann lieber auf andere Währungen ausweichen. Die Negativzinsen in der Schweiz bestehen seit über vier Jahren - und ein rasches Ende ist vorerst nicht in Sicht. Angesichts dessen war jüngst die Kritik an der aussergewöhnlichen Massnahme wieder lauter geworden.

Trotz der Erträge aus der Abgabe fuhr die SNB im vergangenen Jahr einen Verlust von rund 14,9 Milliarden Franken ein. Grund dafür war unter anderem die Talfahrt an den Aktienmärkten im Schlussquartal, die zu Verlusten im umfangreichen Aktienportfolio der Notenbank geführt hatte. Bund und Kantone sollen dennoch eine Dividende von insgesamt zwei Milliarden Franken erhalten, bekräftigte die SNB.

(Reuters)

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SNB bleibt unverändert

SNB bleibt unverändert expansiv und sieht Franken weiter als "hoch" bewertet

Die Schweizerische Nationalbank (SNB) bekräftigt ihre seit der Aufhebung des Euro-Mindestkurses geltende Politik ein weiteres Mal und bleibt unverändert expansiv. Dadurch stabilisiere man die Preisentwicklung und unterstütze die Wirtschaftsaktivität, so die SNB in ihrer geldpolitischen Lagebeurteilung vom Donnerstag.

21.03.2019 09:43

Sie belässt den Zins auf Sichteinlagen bei der Nationalbank bei -0,75 Prozent und das Zielband für den Dreimonats-Libor bei -1,25 bis -0,25 Prozent. Gleichzeitig bleibt sie bei Bedarf weiterhin am Devisenmarkt aktiv, wobei die gesamte Währungssituation berücksichtigt werde.

Bestätigt wird ausserdem die Wortwahl. Der Schweizer Franken sei nach wie vor "hoch bewertet" und die Lage am Devisenmarkt bleibe fragil, so die Notenbanker. Der Negativzins sowie die Bereitschaft der SNB, bei Bedarf am Devisenmarkt zu intervenieren, seien damit "unverändert notwendig". Sie würden die Attraktivität von Anlagen in Franken tief halten und den Aufwertungsdruck auf die Währung reduzieren.

Unveränderte Wachstumsprognose

Etwas überraschend belässt die SNB trotz der jüngsten Daten ihre Wachstumsprognose unverändert. Sei geht damit für 2019 weiter von einem Wachstum des Bruttoinlandproduktes (BIP) von "rund 1,5 Prozent" aus". Die Konjunkturindikatoren würden momentan auf eine moderat positive Dynamik hindeuten, heisst es dazu. Das BIP-Wachstum dürfte nach der Stagnation im zweiten Halbjahr 2019 somit wieder etwas an Fahrt aufnehmen. Andere Prognose-Institute hatten zuletzt ihre Prognosen gesenkt.

Die (bedingten) Inflationsprognosen für die Schweiz wurden gegenüber Dezember leicht nach unten angepasst. Für 2019 geht die SNB neu von einer Inflation von +0,3 Prozent (alt: +0,5%) und für 2020 von +0,6 Prozent (alt: +1,0%) aus. Erstmals macht sie auch eine Prognose für 2021: Dann erwartet sie im Durchschnitt einen Wert von 1,2 Prozent.

Wie üblich äussert sich die SNB auch zum Hypothekar- und Immobilienmarkt. Die Ungleichgewichte würden bestehen bleiben, heisst es hier. Die Nationalbank beobachte die Entwicklungen am Hypothekar- und Immobilienmarkt entsprechend "weiterhin aufmerksam" und prüfe regelmässig, ob der antizyklische Kapitalpuffer angepasst werden müsse.

uh/ra

(AWP)

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«Die Geldpolitik wird noch extremer»

James Grant, Herausgeber des «Grant’s Interest Rate Observer», rechnet mit expansiven Zentralbanken, denn sie wollten nicht, dass die Börse fällt.

Die Notenbanken haben die vermeintliche Nullzinsgrenze ins Negative geschoben und mit ihren Bilanzen ungekannte Höhen erreicht – die Geldpolitik ist ausgereizt. Oder doch nicht? James Grant prophezeit, dass die Zentralbanken kreativ bleiben und die Geldpolitik verblüffend sein wird. Etwas vom Schlimmsten sei das fehlende Preissignal an den Anleihenmärkten, sagt der Herausgeber des «Grant’s Interest Rate Observer» in New York. Grant setzt auf Gold. Er weilte auf Einladung von FuW in der Schweiz.

Herr Grant, das Fed und die EZB haben die Normalisierung der Geldpolitik sistiert. Wie geht es weiter?
Um es zurückhaltend auszudrücken: Das Vorgehen der Zentralbanken wird immer innovativer werden. Sie improvisieren künftig noch mehr. Radikale Geldpolitik erzeugt noch radikalere Geldpolitik.

Nützen sich die Massnahmen ab?
Genau. Es braucht eine immer grössere Infusion, um das gleiche stimulierende Resultat zu erzielen. Es verhält sich ganz ähnlich wie bei der Verabreichung eines Medikaments.

Was unternimmt das Fed, wenn die Wirtschaft in eine Rezession fällt?
Um ein Zitat von EZB-Präsident Mario Draghi zu borgen: «Whatever it takes», also alles, was nötig ist. Vermutlich werden sie das Anleihenkaufprogramm wieder aufnehmen. Es gibt kein Regelwerk, das das Fed einschränkt. Es existiert nichts dergleichen wie im klassischen Central Banking mit einem Rahmen, an den die Geldpolitiker sich halten sollten. Sie sind frei, sich im Werkzeugkasten mit neuen Schraubenschlüsseln, Hämmern und Kettensägen zu bedienen.

Zieht das Fed Negativzinsen in Betracht?
Ja, die Notenbanker sprechen recht offen darüber. Die Distriktnotenbank San Francisco hat einen Aufsatz veröffentlicht, in dem eruiert wird, weshalb negative Zinsen notwendig sein könnten. Ich glaube, das Fed ist offen für alle radikalen Methoden.

Die EZB hat Negativzinsen und kaum mehr Munition, wenn eine Rezession eintritt.
Sie werden sich etwas ausdenken und noch radikaler vorgehen. Die Geldpolitik wird noch extremer, noch verblüffender.

Wie beim Vorreiter, der Bank of Japan?
Die japanische Zentralbank ist nicht gerade ein ermutigendes Beispiel. Sie hat mit ihren Interventionen den Anleihenmarkt zerstört. Mario Draghi hat den Anleihenmarkt ebenfalls zerstört.

Woran ist die Zerstörung des Obligationenmarkts in Europa sichtbar?
Vor gut einem Jahr beispielsweise hatte Telecom Italia kurzlaufende Schuldtitel ausstehen, mit einem Rating im spekulativen Bereich. Der Marktzins lag bei 0,8%. Eine Ramschanleihe rentiert mit einer Null vor dem Komma? Vielleicht ist das mein altmodischer Bezugsrahmen, aber ein Junk Bond mit einer solchen Rendite ist schlicht Wahnsinn.

Tiefe Zinsen stützen die Unternehmen.
Der Markt soll einen korrekten Messwert geben für die Kreditwürdigkeit der Unternehmen, die sich Geld ausleihen. Die Funktion des Markts besteht darin, die angebotenen Wertschriften zu bewerten und zu beurteilen, ob die Qualität gut oder schlecht ist, solid oder spekulativ.

Diese Differenzierung wird durch die Notenbank nicht verhindert.
Wenn die Zentralbank alles kauft, gibt es keine Leerverkäufe im Markt, kein Short Selling, sondern alle Anleger sind investiert, gemäss dem Anleihenindex. Die grundlegende Funktionsweise des Markts ist zerstört. Die Preise sind nicht mehr ein Indikator für den Wert, sondern ein Indikator für die Aktionen der Zentralbank. Ist das gesund, ist das sinnvoll? Die Zinsen sind die wichtigsten Preise in einer Marktwirtschaft. Preise sollten in einem Entdeckungsverfahren gefunden werden und nicht staatlich verwaltet sein.

Wird es immer so weitergehen?
Die Zentralbanken gehen den Weg des geringsten Widerstands. Sie wollen kein Geschirr zerschlagen. Sie wollen nicht, dass der Aktienmarkt fällt, und sie wollen nicht, dass die wirtschaftliche Expansion aufhört. Zu diesem Zweck, mit diesem Ziel vor Augen, werden sie weiterhin expansiv sein. Sie entscheiden sich im Zweifel für niedrigere Zinsen, nicht für höhere.

Was birgt das für Gefahren?
Sehr tiefe Zinsen spornen an zu Spekulation, leiten Investitionen an den falschen Ort und stimulieren eine höhere Verschuldung. Dadurch stauen sich Gefahren auf. Das beobachtete schon Walter Bagehot im 19. Jahrhundert, er war Chefredaktor des «Economist» und erklärte: «John Bull kann alles ertragen, aber 2% hält er nicht aus.» Mit solch niedrigen Zinsen könne der Bullenmarkt nicht umgehen.

Heute fürchten sich die Märkte aber vor steigenden Zinsen.
Uncle Sam hält 3% nicht aus: Möglicherweise erträgt die amerikanische Wirtschaft einen Zins von nur schon 3% nicht. Das könnte der Kipppunkt sein, wegen der hohen Verschuldung und der damit verbundenen Schuldzinsen. Ich bin nicht sicher, ob das stimmt. Aber es ergäbe eine scharfe Anklage gegen die Politik der Zentralbanken, unter deren Aufsicht die Schulden dermassen gewachsen sind.

Gibt es neben den hohen Schulden weitere unerwünschte Nebenwirkungen?
Die niedrigen Zinsen schwächen die wirtschaftliche Dynamik, dazu haben OECD-Ökonomen vorletztes Jahr einen Aufsatz publiziert. Demnach wird die Arbeitsproduktivität gebremst, weil Zombie-Unternehmen länger leben als früher – solche Firmen haben permanent Probleme, ihre Schuldzinsen zu bezahlen. Die Zombies bremsen das Wachstum von produktiveren Unternehmen, indem sie ihnen den Zugang zum Markt erschweren und weil sie Kapital und Fachleute binden. In der Tiefzinswelt nimmt ausserdem die Marktkonzentration zu, und die Reichen werden bevorteilt gegenüber den Ärmeren.

Wie wirkt das alles auf die Finanzmärkte?
Die Zentralbanken versuchen, Wohlstand zu schaffen, indem sie die Preise für Aktien, Anleihen und Immobilien in die Höhe treiben. Damit entstehen Blasen respektive Boom-Bust-Zyklen. Das offizielle duale Mandat der US-Notenbank besteht darin, für stabile Preise und Vollbeschäftigung zu sorgen. De facto übernimmt das Fed eine duale Funktion als Brandstifter und Feuerwehrmann.

Wo sind die Probleme am augenfälligsten?
Eine groteske Verzerrung bei uns in den USA ist die Bewertung der Unicorns. Das sind defizitäre Start-up-Unternehmen, oft aus der Technologiebranche. Sie verlieren viel Geld, was ihnen durch die sehr niedrigen Zinsen und die sehr gut zugänglichen Kapitalmärkte ermöglicht wird. Eines der grössten Probleme in den USA sind aber die Studentenkredite. Diese Schulden betragen 1500 Mrd. $.

Was geschieht mit den Studentenkrediten?
Ich bin überrascht, dass noch kein einfallsreicher und skrupelloser Politiker gesagt hat, diese Schulden müssten gestrichen werden. Ich könnte die Rede gleich selbst halten: «Wir müssen nur diese Schulden erlassen und alle werden glücklicher sein. Wir sind reich genug und können uns das leisten. Es geht um Generationengerechtigkeit und um unsere jungen, aufstrebenden Leute. Retten wir sie vor dem Zwang dieser lebenslangen Belastung. Sie haben es schwer genug.»

Wer bezahlt dann die Schulden?
Das Fed wird dafür bezahlen – ich versuche, mir vorzustellen, was als Nächstes geschieht. Das Fed übernimmt Schulden – so weit könnte es durchaus kommen. Ein anderer schlimmer Auswuchs sind die Marktzinsen für Staatsanleihen in der Eurozone. Das schwächste Land in Europa kann sich Geld leihen für weniger als 1%.

Die geringen Eurozinsen sind ein Problem für die Schweizerische Nationalbank.
Ich bin sehr froh, dass ich nicht Chef der SNB bin, und ich weiss nicht, was ich an seiner Stelle tun würde. Die Schweiz ist bekanntlich geopolitisch neutral, doch es hat sich erwiesen, dass sie in der Geopolitik des Geldes nicht neutral sein kann. Das Ziel der SNB, einen Wechselkurs des Frankens zu erhalten, der nicht jedes Exportunternehmen in den Konkurs treibt, ist vertretbar. Aber auch da sind die Folgen grotesk: Die SNB kauft Fremdwährungen, investiert einen Teil davon in Dollar und hat dabei mehr amerikanische Aktien angehäuft als viele Anlagefonds.

Wie beurteilen Sie die Zukunft des Euros, nach dem sich die SNB richtet?
Der Euro ist ein Stück Papier, dessen Bestimmung ein geringer künftiger Wert ist. Um diese Entwertung mitzumachen, kauft die SNB Devisen, was meines Erachtens nicht zu dem passt, wofür die Schweiz in geldpolitischen Angelegenheiten steht. Doch als Amerikaner werde ich nicht urteilen, sondern beobachten.

Wo führt das alles hin?
Unter dem Goldstandard gab es Regeln. Wenn Gold aus einem Land abfloss, erhöhte die Zentralbank die Zinsen, um es zurückzulocken. Die Zentralbank monetisierte keine Staatsschulden. Heute gibt es keine Regeln.

Der Goldstandard ist wegen seiner starren Regeln gescheitert.
Er ist das am wenigsten schlechte System – keines ist perfekt oder absolut sicher. Die Schwäche jedes Geldsystems liegt nicht notwendigerweise in der Natur des Geldes oder in den Regeln für die Zentralbank. Schwierigkeiten drohen vom Kreditwesen, von den Institutionen der Geldleihe. Die allgegenwärtige Frage lautet: Wie zähmt man die offenbar inhärente Tendenz zur Übertreibung mit Krediten? Und die zweite allgegenwärtige Frage: Wie geht man mit Fehlschlägen um?

Wie also sollen wir mit Krisen umgehen?
In unserem gegenwärtigen System ist alles darauf ausgerichtet, das Anerkennen von Fehlern und Misserfolgen hinauszuschieben. Unter dem Goldstandard musste man sich diesen Problemen stellen, die Bankrotte waren heftiger, aber die Gesundung verlief schneller.

Krisen zulassen statt auffangen?
Was ist wünschbar, was wollen die Leute? Sollen wir kurzfristig Leid ertragen, im Interesse von mehr Dynamik und schnellerer Erholung. Oder soll niemand wirklich leiden, und wir stolpern vorwärts, mit mehr und mehr Zombies und immer weniger Dynamik. Das ist die Wahl.

 

fuw

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Negativzinsen und wie weiter ?

Die tiefen Zinsen und wenig Inflation sind eine Folge von offenen Märkten weltweit. Jede Nationalbank versucht mit günstigen Investitionen ihre Industrie und den Handel zu fördern. Damit stehen sie in Konkurrenz und verbilligen bis zu Negativzinsen. Speziell der überbewertete Schweizerfranken steht zwangsweise im Schlepptau von FED und EZB. Damit haben wir stabile Preise und auch die Guthaben entwerten sich nicht, aber auch die Schulden werden durch die Inflation nicht amortisiert. Als Pensionär freue ich mich, dass meine fixe Rente nur wenig Kaufkraft verliert. Und wer Kapital anlegen will, muss in Aktien oder Immobilien investieren. Aber die SNB hat einen eklatanten Fehler gemacht, als sie die Euro-Anbindung von 1.20 aufgegeben hat und sich seither stark verschuldet, ohne einen besseren Wechselkurs zu erreichen.

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Thomas Jordan hält noch

Thomas Jordan hält noch niedrigere Negativzinsen für möglich

Die Schweizerische Nationalbank hält noch niedrigere Negativzinsen für möglich.

14.04.2019 18:52

Im Moment gebe es zwar keinen Grund für eine andere Geldpolitik, sagte SNB-Chef Thomas Jordan am Wochenende am Rande der IWF-Frühjahrestagung in Washington. Er verwies darauf, dass die Notenbank von einer schwächeren Inflation ausgehe und auch keine Gefahr bestehe, dass die Wirtschaft des Landes überhitze. Es gebe aber bei Bedarf noch Möglichkeiten für die SNB. "Wir haben noch Luft, um die Zinsen noch weiter zu drücken." Auch gebe die Bilanz der Notenbank weitere Interventionen am Devisenmarkt her. "Beide Instrumente können zur Anwendung kommen, abhängig von der Situation."

Die SNB fährt seit Jahren eine extrem lockere Geldpolitik - unter anderem mit Negativzinsen von 0,75 Prozent. Am Devisenmarkt hat sie zudem mehrfach eingegriffen, um den Franken zu drücken, der in Krisensituationen immer wieder als "sicherer Hafen" von Investoren gesucht wird. Jordan sagte, die Schweizer Währung sei weiterhin sehr hoch bewertet.

(Reuters/cash)

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SNB schreibt Milliardengewinn dank Börsenerholung

Die Nationalbank fährt im ersten Quartal dank der guten Entwicklung am Kapitalmarkt einen Gewinn von 30,7 Mrd. Fr. ein.

(AWP) Die Schweizerische Nationalbank (SNB (SNBN 5850 -0.85%)) hat das erste Quartal des Jahres 2019 mit einem satten Gewinn abgeschlossen. Sie weist für die Periode von Januar bis März ein Plus von 30,7 Mrd. Fr. aus.

Dazu trugen insbesondere die Fremdwährungspositionen bei, auf denen ein Gewinn von 29,3 Mrd. Fr. entstand, wie die SNB am Donnerstag mitteilte. Das positive Börsenumfeld hatte zu einem Gewinn von 17,4 Mrd. Fr. auf Beteiligungspapiere und -instrumente geführt.

Auf dem mengenmässig unveränderten Goldbestand resultierte ebenfalls ein Bewertungsgewinn von 0,9 Mrd. Fr. Auch auf den Frankenpositionen erzielte die Notenbank einen Gewinn von 0,6 Mrd. Fr., der im Wesentlichen aus den Negativzinsen auf Girokontoguthaben resultierte.

Das Ergebnis ist nicht allzu überraschend: Es war in etwa so erwartet worden. Die Ökonomen der Grossbank UBS (UBSG 13.565 1.31%) hatten den Quartalsgewinn im Vorfeld bereits auf rund 30 Mrd. Fr. geschätzt.

Im Gesamtjahr 2018 war es zu einem Verlust von 14,9 Mrd. Fr. gekommen. Die SNB betont am Donnerstag wie üblich, dass ihr Ergebnis überwiegend von der Entwicklung der Gold-, Devisen und Kapitalmärkte abhängig sei. Starke Schwankungen seien deshalb die Regel und Rückschlüsse vom Zwischenergebnis auf das Jahresergebnis nur bedingt möglich.

 

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Verschärft die SNB ihre

Verschärft die SNB ihre Rhetorik?

Der erstarkte Franken stellt die Schweizerische Nationalbank vor die Wahl: Intervenieren oder eine weitere Aufwertung in Kauf nehmen. Die Deutsche Bank sieht aber noch eine weitere Möglichkeit.

12.06.2019 08:31

Von Lorenz Burkhalter

Vor wenigen Tagen fiel der Euro in die Nähe von 1,11 Franken und damit auf den tiefsten Stand seit Ende Juli 2017. Seither hat die europäische Einheitswährung zwar wieder etwas Boden gutgemacht. Beobachter bezeichnen die Lage an den Devisenmärkten jedoch auch weiterhin als angespannt. Der Konfrontationskurs der italienischen Regierung in Rom mit den Entscheidungsträgern in Brüssel und die fast stündlich ändernde Nachrichtenlage im Handelsstreit zwischen den USA und China lenken die Kapitalströme in den Franken. Dieser gilt als "sicherer Hafen" in wirtschaftlich und geopolitisch schwierigen Zeiten.

Franken so stark wie letztmals im September 2017

Immer mittendrin im Geschehen: Die Schweizerische Nationalbank (SNB). Am morgigen Donnerstag lädt sie zur vierteljährlichen geldpolitischen Lagebeurteilung nach Bern.

Darf man den Währungsstrategen der Deutschen Bank Glauben schenken, dann könnte die SNB die Gelegenheit nutzen, ihre Rhetorik zu verschärfen. Mitte September 2017 bezeichnete sie den Franken erstmals nicht mehr als "deutlich überbewertet" sondern nur noch als "hoch bewertet", nachdem sich der Euro kurz zuvor auf 1,15 Franken erholt hatte.

Entwicklung des Euro-Franken-Kurses seit Aufgabe des SNB-Mindestkurses vom Januar 2015 (Quelle: www.cash.ch)

Nach dem Erstarken des Frankens würde eine Rückkehr zur alten, schärferen Rhetorik keinesfalls überraschen. Es wäre ein Signal an die Märkte: Bis hierhin und nicht weiter.

Devisenkäufe oder eine Leitzinsreduktion vorerst kein Thema

Allerdings sehen die Währungsstrategen der Deutschen Bank die SNB nur unter einem geringen Handlungsdruck. Sie begründen dies mit den seit 2015 deutlich rückläufigen relativen Lohnstückkosten. Sprich: Die Schweizer Wirtschaft hat in den letzten Jahren an Wettbewerbsfähigkeit gewonnen.

Mit neuen Interventionen am offenen Markt rechnen die Strategen deshalb vorerst nicht. Sie warnen vielmehr davon, dass die SNB - sollte sie Fremdwährungskäufe tätigen um den Franken zu schwächen - wieder auf der Liste des US-Handelsministeriums potenzieller Währungsmanipulatoren landen könnte. Das wiederum würde die Verhandlungsposition der Schweiz für ein Freihandelsabkommen mit den USA schwächen, so befürchten die Strategen.

Auch eine weitere Leitzinsreduktion durch die SNB ohne vorangehenden Zinsschritt seitens der Europäischen Zentralbank (EZB) hält man bei der Deutschen Bank für unwahrscheinlich. Zum einen ächzen die Geschäftsbanken bereits jetzt unter den negativen Einlagezinsen und zum anderen würden noch tiefere Zinsen die Überhitzung im Immobilienbereich weiter befeuern.

So bleibt anlässlich der geldpolitischen Lagebeurteilung der SNB vom morgigen Donnerstag, mit Ausnahme des Wortlauts für den Franken, womöglich alles beim Alten.

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EZB-Zinssenkung könnte SNB in

EZB-Zinssenkung könnte SNB in Zugzwang bringen

Die sommerliche Ferienstimmung trügt: Hinter den Toren der Schweizerische Nationalbank (SNB) ist die Atmosphäre vor der heutigen Zinssitzung der Europäischen Zentralbank (EZB) angespannt.

25.07.2019 11:15

Die Euro-Hüter rund um den scheidenden EZB-Präsidenten Mario Draghi könnten Experten zufolge zumindest die Weichen für eine Zinssenkung im September stellen - oder sich bereits zu einem solchen Schritt durchringen. Das wiederum könnte die SNB dazu zwingen, nachzuziehen und ihrerseits den bereits rekordtiefen Leitzins von minus 0,75 Prozent weiter zu kappen. Denn ansonsten droht ein Höhenflug des Frankens, der der exportorientierten Schweizer Wirtschaft schadet.

Allein die Aussicht auf eine Zinssenkung der EZB hat den Franken in den vergangenen Tagen auf den höchsten Stand zum Euro seit zwei Jahren katapultiert. Ein Euro kostet nur noch 1,0970 Franken. Zu Jahresbeginn waren es noch rund 1,13 Franken.

Bis -0,95 Prozent?

"Die Zinsdifferenz zwischen der Eurozone und der Schweiz droht weiter abzuschmelzen", sagt Ökonom Daniel Hartmann vom Vermögensverwalter Bantleon. "Investitionen in der Schweiz werden somit relativ attraktiver, was den Franken stärkt. Der SNB wird nichts anderes übrigbleiben, als nachzuziehen." Hartmann hält im September - oder spätestens im Dezember - eine Zinssenkung auf minus 0,85 oder minus 0,95 Prozent für wahrscheinlich. Dann finden die regulären Zinssitzungen der Schweizer Währungshüter statt. Es wäre die erste Zinssenkung seit viereinhalb Jahren.

Mit seiner Einschätzung ist Hartmann nicht allein: Am Markt erwarten die Anleger derzeit mit einer Wahrscheinlichkeit von über 50 Prozent eine Zinssenkung der SNB spätestens im September. Die Notenbank selbst will sich zu ihren Plänen nicht äussern. SNB-Präsident Thomas Jordan hatte zuletzt jedoch betont, die Zentralbank habe noch Handlungsspielraum, die Zinsen weiter zu senken.

Alles hängt an der EZB - und am Wechselkurs

Andere Experten halten ein solches Szenario noch nicht für eine ausgemachte Sache. Ob es dazu komme, hänge vor allem von der Kommunikation der EZB ab, sagt Chefstratege Frank Häusler von Vontobel Asset Management. "Wenn die EZB nur eine Senkung vornimmt und nicht viel mehr macht, kommt die SNB noch nicht in Zugzwang. Wenn die EZB aber einen weiteren Zinsschritt nach unten ankündigt oder weitere Anleihenkäufe, dann wird die SNB auch handeln müssen", sagt er.

UBS-Ökonom Alessandro Bee hält die Wechselkursentwicklung für ausschlaggebend dafür, wie die SNB reagiert. Um kurzfristige Franken-Höhenflüge zu verhindern, hat die SNB in den vergangenen Jahren bevorzugt zu Interventionen am Devisenmarkt gegriffen. Sie kauft dabei mit selbst gedruckten Franken Fremdwährungen wie Euro. Einige Experten erwarten, dass dies auch weiterhin das Mittel erster Wahl bleiben dürfte - auch weil eine weitere Ausweitung der Bilanz der Notenbank weniger unerwünschte Nebeneffekte hätte als eine Zinssenkung.

«Dann droht ein Aufstand»

Denn die Negativzinsen befeuern einen riskanten Hype am Immobilienmarkt, lasten auf Vorsorgeeinrichtungen und Pensionsfonds sowie den Banken. "Wenn die SNB die Zinsen erneut spürbar senkt, kommt es in der Bevölkerung und der Politik zu einem Aufstand", sagt ein Schweizer Kapitalmarktexperte. Die Notenbank habe lange einseitig auf die Interessen der Exportfirmen Rücksicht genommen. "Bezahlt haben das die Anleger und die Pensionskassen in Form einer tiefen Verzinsung der Altersguthaben."

Und auch Banken rüsten sich bereits für einen solchen Schritt - zumindest verbal: UBS-Chef Sergio Ermotti spielt mit dem Gedanken, die Negativzinsen an Kunden weiterzureichen, statt sie selbst zu schultern - auch wenn das nach seiner eigenen Einschätzung wohl schwierig durchzusetzen sein dürfte.

(Reuters)

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SNB: Goldabkommen der

SNB: Goldabkommen der Zentralbanken läuft im September aus

Die Schweizerische Nationalbank (SNB) hat ihr Goldabkommen mit weiteren Zentralbanken nicht verlängert. Das erstmals 1999 gezeichnete Abkommen wird somit am 26. September 2019 auslaufen.

26.07.2019 15:22

Als Grund dafür nennt die SNB am Freitag die mittlerweile veränderten Marktbedingungen. Der internationale Goldmarkt habe sich seit 1999 bezüglich Marktreife, Liquidität und Investorenkreis stark entwickelt.

Zudem hätten die beteiligten Zentralbanken in den letzten 10 Jahren kaum mehr Gold verkauft. Und keine der an dem Abkommen beteiligten Zentralbanken plane derzeit nennenswerte Goldverkäufe.

Die unterzeichnenden Zentralbanken hielten aber daran fest, dass Gold nach wie vor ein wichtiges Element der internationalen Währungsreserven darstelle. Insbesondere zur Diversifikation ihrer Anlagen.

Das erste Goldabkommen war 1999 abgeschlossen worden, um die von verschiedenen Zentralbanken geplanten Goldverkäufe zu koordinieren. 2004, 2009 und 2014 wurde das Abkommen jeweils verlängert, jeweils mit graduell gelockerten Bedingungen.

ra/jb

(AWP)

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Schweizerische Nationalbank

Schweizerische Nationalbank verbucht Milliardengewinn

Die Schweizerische Nationalbank hat vom guten Börsenumfeld profitiert und in der ersten Jahreshälfte 2019 einen Gewinn von 38,5 Milliarden Franken erzielt.

31.07.2019 07:50

Nach einem Plus von 30,7 Milliarden im ersten Quartal kamen damit im zweiten Jahresviertel nochmals 7,8 Milliarden dazu.

Der Gewinn auf ihren Fremdwährungspositionen betrug im Berichts-Halbjahr 33,8 Milliarden Franken, wie die Nationalbank am Mittwoch mitteilte. Dabei spülten die Zinserträge 4,7 Milliarden Franken und die Dividendenzahlungen 2,1 Milliarden in die Kasse. Auf Zinspapieren (Obligationen etc.) resultierte ein Kursgewinn von 14,2 Milliarden, auf Beteiligungspapieren (Aktien etc.) einer von 20,8 Milliarden. Dagegen gab es wechselkursbedingte Verluste von insgesamt 8,0 Milliarden Franken.

Auf dem mengenmässig unveränderten Goldbestand resultierte derweil ein Bewertungsgewinn von 3,8 Milliarden Franken. Und auf den Frankenpositionen erzielte die Notenbank einen Gewinn von 1,1 Milliarden, der im Wesentlichen aus den Negativzinsen auf Girokontoguthaben resultierte.

Das Ergebnis war in etwa so erwartet worden und deshalb keine grosse Überraschung. Die Ökonomen der Grossbank UBS etwa hatten den Halbjahresgewinn mit rund 40 Milliarden Franken gar noch etwas höher geschätzt.

Für das Gesamtjahr heisst der hohe Halbjahresgewinn allerdings noch nichts. Die SNB weist in ihrer Mitteilung wie üblich darauf hin, dass das Ergebnis von der Entwicklung der Gold-, Devisen- und Kapitalmärkte abhängig ist. Starke Schwankungen seien deshalb die Regel und Rückschlüsse auf das Jahresergebnis nur bedingt möglich.

(SDA/Reuters)

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Die Eurozone zittert vor der

Die Eurozone zittert vor der «Feuerkraft» der SNB

Wegen der Frankenaufwertung könnte die Schweizerische Nationalbank schon bald im grossen Stil europäische Anleihen aufkaufen. Das dürfte die Renditen weiter fallen lassen und die EZB massiv unter Druck setzen.

Aktualisiert um 13:40

Von Henning Hölder

Das gab es noch nie: Deutsche Staatsanleihen werfen erstmals über alle Laufzeiten hinweg eine negative Rendite ab. Das heisst, Anleger müssen draufzahlen, wenn sie Deutschland Geld leihen. Auch französische und spanische Staatsanleihen rentieren so niedrig wie nie zuvor.

Der europäische Anleihenmarkt erlebt derzeit eine beispiellose Rally. Grund ist der eskalierende Handelsstreit zwischen den USA und China, der Anleger scharenweise in sichere Häfen wie Anleihen flüchten lässt.

Entwicklung der Renditen auf deutsche Staatsanleihen (10 Jahre Laufzeit). (Quelle: cash.ch)

Und der Bond-Markt könnte künftig noch stärker unter Druck geraten. Grund wäre die Schweizerische Nationalbank (SNB), die  gross in den europäischen Anleihenmarkt einsteigen könnte. Der stark aufwertende Franken – ebenfalls ein sicher Hafen, der derzeit von Anlegern gestürmt wird – setzt die SNB unter Druck, vermehrt auf dem Devisenmarkt zu intervenieren. Sprich: Sie kauft Euros, um die Schweizer Währung zu schwächen. 

«Keine Grenze mehr nach unten»

Analysten der Commerzbank gehen nun davon aus, dass die SNB die aufgekauften Euros dazu verwenden wird, um  in europäische Anleihen zu investieren. Zusammen mit der Europäischen Zentralbank (EZB), die im September den Erwartungen nach den Wiedereinstieg in Anleihenkäufe ankündigen wird, drohen die Renditen der Obligationen noch tiefer in den Keller zu fallen.

"Die jüngsten Entwicklungen der Wechselkurse zwingt die SNB zu intervenieren, was bedeutet, dass die EZB einen Konkurrenten auf dem europäischen Anleihenmarkt erhält", sagt Christoph Rieger, Leiter Zins und Credit Research bei der Commerzbank, gegenüber Bloomberg. Und weiter: "Wenn die SNB mit den Anleihenkäufen beginnt, gibt es bei den Renditen keine Grenze mehr nach unten." Allianz-Vermögensverwalter Mike Riddell fügt an: "Die SNB hat absolut die Feuerkraft, im Markt der Staatsanleihen Europas grosse Bewegungen auszulösen."

Die sich weiter verschärfende Bond-Rally wird der Nachfrage aber wohl kaum einen Abbruch tun. Das glaubt auch James Athey, Manager bei Aberdeen Standard Investments. "Egal wie negativ die Renditen noch ausfallen werden, die Anleihenkäufe werden nicht nachlassen." 

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