Was ist mit der SNB los???????

SNB N 

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Sichtguthaben bei der SNB

Sichtguthaben bei der SNB sinken im Vergleich zur Vorwoche um 0,3 Mrd Fr.

Die Sichtguthaben bei der Schweizerischen Nationalbank (SNB) sind in der vergangenen Woche gesunken. Die Einlagen von Bund und Banken lagen am 26. Februar bei 704,1 Milliarden Franken nach 704,4 Milliarden in der Woche davor, wie die SNB am Montag mitteilte. Das ist ein Rückgang um rund 0,3 Milliarden Franken. Auf die Giroguthaben inländischer Banken entfielen Ende letzter Woche 640,8 Milliarden Franken.

01.03.2021 10:25

Die Entwicklung der Sichtguthaben gilt als Indiz dafür, ob die SNB am Devisenmarkt interveniert, um den Franken zu schwächen. Die Zentralbank kauft Fremdwährungen und schreibt den Banken den entsprechenden Franken-Betrag auf deren SNB-Konten gut.

(AWP)

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Euro bei 1,11 Franken: Ist

Euro bei 1,11 Franken: Ist die SNB ihr Hauptproblem bis auf Weiteres los?

Eine Euro-Stärke wie momentan kann der Nationalbank die Sorge abnehmen, immer wieder mit Devisenkäufen gegen die Franken-Aufwertung intervenieren zu müssen. Eine Sache darf dazu allerdings nicht passieren.

03.03.2021 22:10

Von Marc Forster

Die Lagebeurteilung von Tobias Frei muss wie Musik in den Ohren der Schweizerischen Nationalbank (SNB) klingen: "Das aktuelle Umfeld stellt aus unserer Sicht eine optimale Situation für die SNB dar. Ein aufhellender Wachstumsausblick, welcher zusätzlich von positiven Überraschungen bei den Wirtschaftsdaten begleitet wird, schwächt weltweit die Nachfrage nach sicheren Häfen und damit auch dem Franken", sagt der Portfoliomanager von der Vermögensverwaltungsbank Bantleon. 

Über die Jahre hat die SNB neben ihrer Negativzinspolitik zur angepeilten Abwertung des Frankens so viele Euros gekauft, dass ihre Bilanz jetzt an die Billionengrenze angewachsen ist. Die Währungshüter wären dieses Problem nur zu gerne los. Bantleon-Experte Frei hat diesbezüglich noch mehr Good News parat: Der Euro könnte bis 1,16 Franken vorstossen. Die Abwertung des Franken wirke inflationstreibend, was der SNB in die Hände spiele. "Die Schweiz dürfte das deflationäre Umfeld der vergangenen Jahre endlich hinter sich lassen."

Vor diesem Hintergrund habe der Euro den seit 13 Jahren bestehenden Abwärtstrend gegenüber dem Franken verlassen, so Frei. Man erinnere sich: In ferner Vergangenheit, vor der Finanzkrise 2008, war der Euro über 1,60 Franken wert gewesen.  

Der Kurs Euro-Franken in den vergangenen 36 Monaten: Kurz über 1,20 im April 2018 (Pfeil) - die letzten SNB-Interventionen werden im Herbst 2020 vermutet (Grafik: cash.ch).

Aus heutiger Optik ist längst eine andere Marke zur magischen Linie im schwankenden Kurs Euro zu Franken geworden. Geht der Kurs über 1,10, schauen alle auf. Die Marke ist vergangene Woche nun plötzlich wieder geknackt worden. Am Mittwochabend überschritt der Kurs zwischenzeitlich die Schwelle von 1,11 Franken

Die Anleger beeinflusst derzeit in ihren Entscheidungen, dass die Europäische Zentralbank (EZB) einen weiterhin lockeren Kurs in der Geldpolitik verspricht. Am Mittwoch war die Nachricht, dass die EZB nicht mit "drastischen" Mittel gegen den seit Anfang Jahr beobachteten stärkeren Anstieg von Anleihenrenditen vorgehen wolle, ein Grund für das Weitersteigen des Euro auf nunmehr über 1,11 Franken.

Zuletzt stand der Euro im Juli 2019 über 1,11 Franken. Zu 1,20 Franken wurde der Euro zum bisher letzten Mal im April 2018 gehandelt, also vor fast drei Jahren.

Risiken der Eurozone bleiben

Der Euro wertet seit Anfang 2021 auf, obwohl in den Ländern der EU die Impfkampagne, die zur Wiedereröffnung der Wirtschaft führen soll, noch langsam vorangeht. Die Konjunkturperspektiven sind zwar gut, aber gerade sorgenfrei geht Europa der Nach-Corona-Zeit auch nicht entgegen.

Nur ein dauerhaft stärkerer Euro würde die Schweizerische Nationalbank (SNB) von den ungeliebten Devisenkäufen entlasten. Der Chefökonom der Liechtensteiner VP Bank, Thomas Gitzel, sagte schon im vergangenen Sommer im cash-Börsen-Talk voraus, dass die SNB ihre Deviseninterventionen beenden könnte. Er stützte seine Aussagen wesentlich auf das damals beschlossene 750-Milliarden-Hilfsprogramm der EU, dass die coronaverwüstete Wirtschaft des Kontinents stabilisieren soll. Inzwischen ist kritisiert worden, dass das EU-Programm zu mutlos sei und hinter den 1,9 Billionen Dollar, die der amerikanische Präsident Joe Biden ausschütten will, verblasse.

Gitzel bleibt aber bei seiner Einschätzung. "Die SNB hat seit dem Oktober nicht mehr an den Devisenmärkten interveniert", sagt er im Gespräch mit cash.ch. "Wir gehen auch davon aus, dass sich der Franken längerfristig bei Niveaus von über 1,10 einpendelt." Damit seien Interventionen vom Tisch. Solange der Kurs nicht unter 1,07 sinke – und davon geht Gitzel aus – , werde es keine weitere Interventionen mehr geben.

Franken zu vielen Währungen schwächer

Letztlich hängt die Situation wie immer am Euro. In den vergangenen Jahren ist jeweils über eine zeitweilige Stärke der Gemeinschaftswährung gesprochen worden, wenn der Eurokurs gestiegen ist. Selten ist davon die Rede gewesen, dass der Franken schwach sei. Sprich: Der Eurozone es ging zwischendurch angesichts von hohen Staatschulden, politischem Hickhack und mässiger Konjunkturentwicklung weniger schlecht, so dass sich die Währung erholen konnte.

Die Schweizer Volkswirtschaft hat sich bei allen Auf und Abs in den vergangenen Jahren nie wirklich schwach zeigt. Beziehungsweise waren Franken-Anlagen nie exzessiv unattraktiv. Dennoch hat der Franken zu fast allen wichtigen Währungen der Welt seit Anfang Jahr eingebüsst, am meisten gegen das britische Pfund:

Währungen zum Franken seit Anfang 2021 (Grafik: Bloomberg).

Das weltweite Bild bestätigt also, dass der "Safe-Haven"-Status des Frankens etwas an Strahlkraft verloren hat. Dass sichere Häfen weniger gefragt sind, lässt sich auch an den Renditen der 10-jährigen Anleihen des schweizerischen Staats ablesen. Bundesobligationen rentierten Anfang Januar mit -0,56 Prozent und in den letzten Tagen zwischen -0,2 und -0,3 Prozent.

Dies bedeutet, dass der Kurs und damit die Nachfrage nach Franken-Obligationen zurückgegangen sind. Investoren sind etwas weniger bereit, für eine "sichere" Anlage einen immer noch negativen Zins in Kauf zu nehmen. An anderer Stelle sieht man die relative Unbeliebtheit des Frankens auch, wenn man die derzeit schwache Kursentwicklung grosskapitalisierter und defensiver Schweizer Aktien wie NestléRoche oder Novartis betrachtet.

Die - durchwegs negative - Rendite 10-jähriger Obligationen der Eidgenossenschaft seit März 2019. Seit Januar 2021 (Pfeil) steigen die Renditen wieder an (Grafik: cash.ch).

Kommt es also für die SNB und ihre Devisenkaufpolitik zur Wende? Nun, eine Tatsache bleibt: Die Schweizer Notenbank definiert Deviseninterventionen weiterhin als geldpolitische Massnahme. SNB-Chef Thomas Jordan und sein Direktorium betonen dies immer wieder. Deshalb werden Interventionen weiterhin möglich sein.

In diesen Intrumentenkasten würde das SNB-Direktorium etwa dann greifen, wenn im Zuge der noch längst nicht beendeten Coronakrise weitere Lockdowns verhängt werden. Während die Schweiz und viele europäische Staaten derzeit eher auf Öffnungsschritte des zweiten Lockdowns zusteuern, haben Länder wie Israel oder Grossbritannien schon einen dritten Lockdown erlebt.

Devisenexperte Ulrich Leuchtmann von der Commerzbank hält derzeit ein Kursniveau von etwa 1,10 nichtsdestotrotz für gerechtfertigt und erinnert daran, dass man vergangenes Jahr bei Linie für Devisenkäufe bei 1,05 vermutet hatte.

"Würde aber eine dritte Coronawelle wieder zu Lockdowns führen, würde dies den Franken als Ausweichplatz erneut beliebt werden lassen", sagt er. Dies liegt auch daran, dass die SNB mit ihren Negativzinsen ziemlich am Anschlag ist, die Europäer hingegen nicht. Leuchtmann bringt es so auf den Punkt: "Bei der SNB erwartet niemand am Markt noch weitere Zinssenkungen - die EZB hat mehr Handlungsspielraum bei Zinssenkungen und Anleihenkäufen."

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Der fallende Franken

Der fallende Franken verschafft der SNB wieder Luft zum Atmen

Für den Schweizer Notenbankchef Thomas Jordan ist der jüngste Rückgang des Franken auf ein 20-Monats-Tief gegenüber dem Euro eine Wohltat. Zuletzt war seine Politik hart kritisiert worden.

08.03.2021 06:16

Gerade zwei Woche ist es her, dass ein Trio bekannter Volkswirte seiner Institution vorwarf, nicht entschieden genug für etwas mehr Inflation zu sorgen. Drei Monate zuvor hatte noch Donald Trumps Finanzministerium aus einer ganz anderen Richtung gefeuert und der Schweiz Währungsmanipulation vorgeworfen, weil sie interveniert, wenn der Franken zu stark wird.

Inzwischen haben sich Investoren für höhere Inflationsraten positioniert und den Franken damit innerhalb von 14 Tagen 3 Prozent abgewertet, auf unter 1,10 zum Euro. Damit hat die SNB auf einmal an beiden Fronten wieder Luft.

Die schwächere Währung dürfte sowohl die Inflation als auch das Wachstum der von der Pandemie gebeutelten Wirtschaft ankurbeln. Die Abwärtsbewegung bedeutet auch, dass die Zentralbank am Devisenmarkt buchstäblich keinen Finger krumm zu machen braucht und Irritationen bei Präsident Joe Biden gar nicht erst aufkommen müssen.

"Es ist wirklich gut für die SNB, weil sie nicht intervenieren müssen", sagte Alessandro Bee, ein Ökonom bei der UBS. "Interventionen sind ein unangenehmes Thema, wenn man sich mit den Amerikanern zusammensetzen muss."

Big Spender

Die Abwertung, die begann als Investoren sich von sicheren Anlagen trennten um sich für eine globalen Erholung nach der Pandemie zu positionieren, kam den Schweizern gelegen.

Die SNB hat über Jahre hinweg atemberaubende Summen ausgegeben um den Aufwärtstrend des Franken zu stoppen und Deflation zu verhindern. Doch trotz der Interventionen und dem niedrigsten Zinssatz der Welt mit minus 0,75 Prozent, ist der Inflationsdruck schwach.

Das hat zuletzt Stefan Gerlach, einen früheren irischen Notenbanker, der nun bei EFG International wirkt, Yvan Lengwiler von der Universität Basel, und Charles Wyplosz vom Genfer Graduate Institute dazu veranlasst, einen neuen Ansatz zu fordern. Doch die Notenbanker sehen keine Notwendigkeit, ihre Strategie neu zu fassen.

Es ist anzunehmen, dass sie bei ihrer nächsten Zinsentscheidung am 25. März erneut bestätigen werden, dass es bei der Bereitschaft zu intervenieren ebenso bleibt wie bei Negativzinsen.

Ob ein fallender Franken nachhaltig Preiswachstum erzeugen kann, wird man sehen. Die Inflation ist mittlerweile seit über einem Jahr negativ und die Löhne wachsen kaum. Die SNB könnte unter grösseren Druck kommen, ebenso wie die Europäische Zentralbank ihre gesamte Strategie auf den Prüfstand zu stellen.

"Sie brauchen eine Überprüfung, aber ob jetzt der richtige Zeitpunkt ist, da bin ich mir nicht sicher" meint die Ökonomin Nadia Gharbi von Banque Pictet & Cie. "Ich denke sie werden einfach die Daumen drücken, dass der Franken nicht wieder aufwertet."

(Bloomberg)

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SNB ist «erfreut» über

SNB ist «erfreut» über Franken-Abschwächung und will weiter am Markt intervenieren

Die jüngsten Abwertung des Frankens ist für die Schweizerische Nationalbank (SNB) kein Grund, von ihrer seit mehr als sechs Jahren verfolgten Politik der Negativzinsen und Devisenmarkt-Interventionen abzurücken.

10.03.2021 06:40

"Wir sind überzeugt, dass unsere expansive Geldpolitik mit einem Negativzins von minus 0,75 Prozent und Interventionen am Devisenmarkt notwendig ist, um die Bedingungen für die Schweizer Wirtschaft angemessen zu halten", sagte SNB-Direktoriumsmitglied Fritz Zurbrügg in einem Mittwoch veröffentlichten Interview der Zeitung "Blick" und bekräftigte damit einmal mehr die Position der Notenbank. "Wir können bei beiden Instrumenten auch noch weitergehen, wenn es die Lage erfordert."

Die Abschwächung der Landeswährung in den letzten Wochen sei "willkommen und erfreulich", erklärte Zurbrügg. Dank besserer globaler Wirtschaftsaussichten sei die Nachfrage nach dem in Krisenzeiten als sicherer Hafen angelaufenen Franken gesunken. Die Unsicherheiten über den Konjunkturverlauf bleiben jedoch sehr hoch und von einer Zinswende zu sprechen, sei verfrüht. 

Die Währungshüter könnten bei beiden Instrumenten auch noch weitergehen, wenn es die Lage erfordere. "Wir haben im letzten Jahr für 100 Milliarden Franken an den Devisenmärkten interveniert", sagte Zurbrügg. Die gesamten Devisenreserven der SNB betragen mittlerweile 914 Milliarden Franken.

Die Schweizer Devise ist jüngst gegenüber den wichtigsten Exportwährungen auf Mehrjahres- beziehungsweise Mehrmonatstiefs gesunken. Aktuell kostet ein Euro rund 1,1050 Franken und damit so viel wie zuletzt im Juli 2019. Der Dollar ist mit etwa 0,9290 Franken so teuer wie letztmals vor acht Monaten. In den ersten neun Monaten 2020 hatten die Währungshüter für gut 100 Milliarden Franken Fremdwährungen gekauft, um sich gegen eine wirtschaftsschädliche Aufwertung des Frankens zu stemmen. Unter anderem dieses Vorgehen der SNB hat der Schweiz den US-Vorwurf der Währungsmanipulation eingetragen. 

Immobilienpreise im Fokus

Die SNB verfolgt den kontinuierlichen Preisanstieg bei den Immobilien zudem sehr aufmerksam.  Das Bedürfnis der Menschen, mehr Wohnraum zu haben, sei wegen der Corona-Pandemie noch gestiegen, sagt Zurbrügg. Auch die Preise für Einfamilienhäuser ausserhalb der Zentren zögen wieder an. "Wir beobachten das sehr aufmerksam", sagte Zurbrügg. Denn gerade vom Immobilienmarkt könne eine Gefahr für die Finanzstabilität ausgehen.

In den letzten Jahren hätten sich Verwundbarkeiten im Hypothekar- und Immobilienmarkt aufgebaut. Derzeit habe die Nationalbank aber keine Anzeichen für eine Korrektur.

Zwar seien die langfristigen Zinsen in letzter Zeit nach einem krisenbedingten Rückgang wieder leicht angestiegen. Das liege unter anderem an den verbesserten Aussichten für die Wirtschaft. Die Unsicherheit über den Konjunkturverlauf blieben jedoch sehr hoch. Von einer Zinswende zu sprechen, sei verfrüht.

Die Inflation habe zwar jüngst in einigen Ländern leicht zugenommen. Die Schweiz habe jedoch immer noch eine negative Teuerung. Die Prognosen der SNB gingen von einem leichten Anstieg aus. Sorgen über eine unkontrollierbare Inflationsdynamik seien aber nicht angebracht.

(Reuters/AWP)

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SNB-Direktoriumsmitglieder

SNB-Direktoriumsmitglieder erhielten 2020 etwas mehr Lohn

Die drei Direktoriumsmitglieder der Schweizerischen Nationalbank (SNB) haben im vergangenen Jahr leicht mehr verdient. Konkret erhielten die obersten Schweizer Währungshüter je 945'000 Franken, wie dem am Montag publizierten Geschäftsbericht 2020 zu entnehmen ist.

22.03.2021 08:12

Im Jahr davor hatten die Gesamtvergütungen von Thomas Jordan, Fritz Zurbrügg und Andréa Maechler bei je 933'300 Franken gelegen. Inklusive Arbeitgeberbeiträge, Pensionspläne und AHV sind die letztjährigen Bezüge leicht unterschiedlich. Jordan und Zurbrügg erhielten je 1,25 Millionen Franken, Maechler 1,21 Millionen.

Kantonsanteil bei genau 50%

Keine grossen Verschiebungen gab es erwartungsgemäss im Aktionariat. Die Kantone und Kantonalbanken erhöhten ihren Aktienbestand letztes Jahr um insgesamt 267 Aktien und hielten damit Ende 2020 genau 50 Prozent des Aktienkapitals (VJ 49,7%). Von den weiteren eingetragenen Aktien in der Höhe von 27,5 Prozent des Aktienkapitals befinden sich laut Geschäftsbericht gut 27'000 Aktien im Besitz von Privataktionären, davon sind aber nur gut 15'000 stimmberechtigt.

Das Total der stimmberechtigten Aktien nahm gegenüber dem Vorjahr zu, wobei die 26 Schweizer Kantone und 23 Kantonalbanken Ende 2020 76,1 Prozent davon hielten (VJ 77,2%). Der Stimmrechtsanteil der Privataktionäre stieg von 22,3 auf 23,4 Prozent an. Die restlichen 0,5 Prozent wurden Ende Jahr von anderen öffentlichen-rechtlichen Körperschaften gehalten, wobei sich darunter 21 Gemeinden befanden. Die Eidgenossenschaft selber ist bekanntlich nicht Aktionärin.

Grösste Aktionäre Ende 2020 waren der Kanton Bern mit 6,63 Prozent, der Kanton Zürich mit 5,20 Prozent, der deutsche Theo Siegert mit 5,04 Prozent, der Kanton Waadt mit 3,40 Prozent und der Kanton St. Gallen mit 3,00 Prozent.

rw/an

(AWP)

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SNB intervenierte im

SNB intervenierte im Coronajahra wie noch nie

(Ausführliche Fassung) - Die Schweizerische Nationalbank (SNB) hat im vergangenen Jahr im grossen Stil an den Devisenmärkten interveniert. Insgesamt hat sie Fremdwährungen in der Höhe von 110 Milliarden Franken erworben, wie dem am Montag veröffentlichten Geschäftsbericht 2020 zu entnehmen ist. Im Jahr davor hatte das Volumen nur 13,2 Milliarden betragen.

22.03.2021 07:51

Die Zahl ist trotz ihrer Grösse keine Überraschung, weil die Interventions-Volumina der ersten drei Quartale schon bekannt waren. Daraus ergibt sich, dass die SNB im Schlussquartal mit 9 Milliarden intervenierte.

Somit haben sich Interventionen weiter abgeschwächt. Zum Vergleich: Im dritten Quartal betrugen die Volumina 11,0 Milliarden.

Davor hatten sich die Notenbanker während der Coronakrise mit vielen Milliarden gegen die Frankenstärke gestemmt, im zweiten Quartal mit 51,5 Milliarden, im ersten mit 38,5 Milliarden.

Über den Werten von 2015 bis 2017

Insgesamt ist das Jahr 2020 nun klarer Spitzenreiter in Sachen Interventionen. Davor hatte die SNB vor allem in den Jahren 2015 bis 2017 bzw. nach Aufhebung des Euro-Mindestkurses (15.1.2015) in hohem Mass intervenieren müssen, um den Franken zu schwächen bzw. die Exportwirtschaft vor einem allzu hohen Franken zu schützen.

So hatte die SNB 2015 für 86,1 Milliarden, 2016 für 67,1 Milliarden und 2017 für 48,2 Milliarden Franken Devisen gekauft. Aber auch schon 2014, also im Jahr vor der Aufhebung des Mindestkurses, hatte sie Devisen in Höhe von 25,8 Milliarden erworben. 2018 war dann für die SNB ein in dieser Beziehung relativ ruhiges Jahr mit Devisenkäufen im Gegenwert von lediglich 2,3 Milliarden.

Interventionen am Devisenmarkt sind auch nach der Aufgabe des Euro-Mindestkurses vor bald sechs Jahren eines der wichtigsten Instrumente der SNB, um eine unerwünschte Aufwertung des Frankens zu vermeiden. Seit Ausbruch der Coronakrise betont die Notenbank, dass sie bei Bedarf auch "verstärkt" am Devisenmarkt eingreife. Der Franken sei nämlich nach wie vor "hoch bewertet".

Harsche US-Kritik

Die Interventionen am Devisenmarkt haben der SNB jedoch harsche Kritik von Seiten der USA eingebracht. Mitte Dezember hatte das US-Schatzamt bekanntgegeben, dass es die Schweiz als Währungsmanipulator einstuft. Die SNB hatte die US-Vorwürfe umgehend zurückgewiesen und sich gegen den Vorwurf verwahrt.

Im aktuellen Geschäftsbericht wird dies wiederholt: "Die Devisenmarktinterventionen der SNB sind notwendig, um angemessene monetäre Bedingungen und dadurch Preisstabilität zu gewährleisten", heisst es.

SNB-Präsident Thomas Jordan hatte im Dezember jedoch betont, man werde auf den Dialog mit den US-Behörden setzen. "Wir werden den USA erklären, dass sich die Schweiz mit dem permanent starken Franken in einer speziellen Ausgangslage befinde und die Devisenmarktinterventionen nicht das Ziel verfolgen, uns einen Wettbewerbs-Vorteil zu verschaffen."

rw/ra

(AWP)

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Prognose: SNB-Zinserhöhung

Prognose: SNB-Zinserhöhung frühestens in zwei Jahren

Eine Leitzinsänderung in der Schweiz ist nach übereinstimmender Einschätzung von Ökonomen weiterhin nicht in Sicht.

23.03.2021 11:34

Ungeachtet der jüngsten Abschwächung des Frankens dürfte die Schweizerische Nationalbank (SNB) am Donnerstag bei ihrer vierteljährlichen geldpolitischen Lagebeurteilung an ihrem Leitzins von minus 0,75 Prozent festhalten, prognostizieren alle 35 von Reuters befragte Wirtschaftsexperten. Auch die Sichteinlagen von Banken bei der Notenbank ab einem gewissen Freibetrag dürften weiterhin mit einer Gebühr von 0,75 Prozent belastet werden.

"Die SNB dürfte es nicht eilig haben, ihre geldpolitische Haltung zu straffen, während sich die Wirtschaft vom Pandemie-Schock erholt", sagte GianLuigi Mandruzzato, Ökonom bei EFG Asset Management. Die Notenbank dürfte mit Signalen für eine Verschärfung auch zuwarten, um keinen Aufwärtsdruck auf den Franken zu provozieren. Mit einem ersten Zinsschritt in der Schweiz rechnen Volkswirte der Umfrage zufolge frühestens im zweiten Quartal 2023. Verschiedene Zentralbanken wie etwa jene Norwegens haben angedeutet, dass sie eine Zinserhöhung in Erwägung ziehen.

SNB-Direktoriumsmitglied Fritz Zurbrügg hatte jüngst die Franken-Abschwächung begrüßt, gleichzeitig aber erklärt, eine expansive Geldpolitik bleibe weiterhin notwendig. Die Schweizer Währungshüter halten den Leitzins seit mehr als sechs Jahren historisch tief im negativen Bereich. Um eine wirtschaftsschädliche Aufwertung des in Krisenzeiten als sicherer Hafen gefragten Frankens abzuwenden, setzen sie zudem auf Devisenmarktinterventionen: 2020 kaufte die SNB für 110 Milliarden Franken ausländische Devisen, um die Landeswährung zu schwächen.

Die jüngste Aufwertung der wichtigsten Exportwährungen Euro und Dollar zum Franken könnte es der SNB nun erlauben, ihre Eingriffe am Devisenmarkt zurückzufahren oder sogar mit dem Abbau ihrer Fremdwährungspositionen zu beginnen. Das würde wohl auch helfen, das Verhältnis zu den USA zu entspannen. Denn die Vereinigten Staaten stufen die Schweiz unter anderem wegen der SNB-Interventionen als Währungsmanipulator ein.

Doch sollten Investoren wieder im großen Stil zum Franken greifen, dürften wohl weder der US-Vorwurf noch die riesige SNB-Bilanzsumme von nahezu einer Billion Franken das dreiköpfige Direktorium um Notenbankchef Thomas Jordan davon abhalten, weitere Milliarden zur Schwächung der Landeswährung in die Hand zu nehmen. 

(Reuters)

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Die Anlagepolitik der SNB ist

Die Anlagepolitik der SNB ist laut Studie wenig nachhaltig

Die Richtlinien und Massnahmen der Schweizerischen Nationalbank (SNB) für den Klimaschutz sind laut einer Studie der Londoner Nichtregierungsorganisation Positive Money im Vergleich zum Ausland eher dürftig ausgelegt.

31.03.2021 06:31

Der Vergleich der Klimaschutzanstrengungen verschiedener Zentralbanken zeige, dass die SNB im internationalen Vergleich der G20-Staaten lediglich 24 von 130 Punkten erreiche, heisst es in einem Communiqué vom Mittwoch. Damit lande die SNB auf dem achten Rang hinter Ländern wie China, Brasilien und den europäischen Nachbarländern.

Zudem verweist Greenpeace darauf, dass der Grossteil der 24 Punkte für die SNB hauptsächlich daher rühre, dass die Nationalbank im vergangenen Dezember den Verkauf von Aktien von Unternehmen bekannt gegeben habe, die ausschliesslich im Kohleabbau tätig seien. Eine solche Massnahme sei jedoch eher symbolischer Natur, weil der Ausschluss des Kohleabbaus bereits dem Standard der meisten Investoren in der Schweiz entspreche, so die Kritik.

Als Gegenbeispiel nennt die Umweltorganisation Länder wie Brasilien, Frankreich, Grossbritannien, Deutschland oder Italien. Dort würden die Zentralbanken etwa "Klima-Stresstests" durchführen oder die Offenlegung von Finanzdaten sowie die Förderung der Kreditvergabe für grüne Anlagen fördern.

Zu einzelnen Berichten nehme man grundsätzlich nicht Stellung, hiess es von Seite der SNB auf Anfrage der Nachrichtenagentur AWP. Im Dezember hatte sich SNB-Präsident Thomas Jordan in einer Rede dahingehend geäussert, dass man sich als Nationalbank bereits seit längerem intensiv mit dem Thema Klimaschutz beschäftige. Jordan sagte damals, dass die SNB ihre Ausschlusskriterium betreffend Umwelt erweitere, um auch Klimaaspekte miteinzubeziehen. Damit gemeint war der von Greenpeace als zu wenig weit gehende bezeichnete Kohleausstieg.

(AWP)

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