«10 Kaufargumente für die Nestlé-Aktien»

Société Générale nennt 10 gute Kaufargumente für die Aktien von Nestlé - Und: Finanzinvestoren aus der Private-Equity-Industrie machen immer öfter Kasse.
24.09.2013 12:30
cash Insider
«10 Kaufargumente für die Nestlé-Aktien»

In eigener Sache: Morgen Mittwoch steche ich mit meiner kleinen Familie für zwei Wochen in See. Die nächste Kolumne erscheint deshalb am Donnerstag, 10. Oktober 2013, um 12:30 Uhr.

In der Zwischenzeit wünsche Ihnen allen viel Erfolg und freundliche Märkte.

Ihr cash Insider

***

Die Namenaktien von Nestlé gelten hierzulande seit je her als Felsen in der Brandung. In den letzten Wochen fristeten die Papiere des Westschweizer Vorzeigeunternehmens allerdings ein Mauerblümchen-Dasein.

Geht es nach dem Experten der Société Générale, dürfte sich dies allerdings schon bald ändern. In einer Unternehmensstudie zählt der Verfasser nicht weniger als 10 Gründe auf, die für einen Kauf der mit «Buy» und einem 12-Monats-Kursziel von 73 Franken empfohlenen Nestlé-Aktien sprechen:

(1) Der Markt gehe derzeit davon aus, dass der in Vevey beheimatete Nahrungsmittelhersteller das längerfristige Zielband eines organischen Umsatzwachstums von 5 bis 6 Prozent im laufenden Jahr verfehlen werde. Sollte das Zielband dennoch erreicht werden, wäre dies positiv zu werten. (2) Auch bei der Entwicklung der Absatzpreise sei die Talsohle im zurückliegenden zweiten Quartal durchschritten worden, so der Experte. (3) Die Bilanz von Nestlé habe sich zuletzt rasant verbessert, weshalb ab dem kommenden Jahr wieder mit einem Aktienrückkaufprogramm im Gegenwert von 10 Milliarden Franken gerechnet werden dürfe. Bei einem Verkauf der L'Oréal-Beteiligung seien sogar Rückkäufe für bis zu 30 Milliarden Franken möglich. (4) Dank einer vorteilhafteren Vergleichsbasis und Preiserhöhungen werde sich das organische Wachstum in den Schwellenländern in der zweiten Jahreshälfte wieder auf 8 Prozent beschleunigen. (5) In gewissen Produktkategorien werde Nestlé mit den Margen zur Konkurrenz aufschliessen, was eine Gewinnsteigerung von bis zu 2 Milliarden Franken nach sich ziehen werde. (6) Der Investitionsbedarf der Westschweizer werde in Zukunft nachlassen, was ebenfalls positiv für die Margenentwicklung sei. (7) In Erwartung gezielter Optimierungsmassnahmen werde die Rendite auf dem durchschnittlich eingesetzten Kapital bis Ende 2016 um 300 Basispunkte steigen. (8) Der Experte äussert Zuversicht, was die längerfristigen Aussichten im wichtigen Kaffeegeschäft anbetrifft. Dieser Geschäftszweig trage zwar nur 20 Prozent zum Umsatz, gleichzeitig jedoch 30 Prozent zum organischen Wachstum bei. (9) Zumindest in Europa sei in der zweiten Jahreshälfte mit einer Nachfrageverbesserung zu rechnen. (10) Die Aktien von Nestlé hätten sich über die vergangenen sechs Monate schlechter als jene anderer grosser Konkurrenten entwickelt. Dadurch sei die Bewertung attraktiv geworden.

An dieser Stelle sei gesagt, dass die Société Générale die Nestlé-Aktien schon seit Oktober 2008 mit einem Unterbruch von wenigen Monaten zum Kauf empfiehlt. Seit knapp einem Jahr führen die Franzosen die Titel als Sektorfavorit auf der «SG Premium List».

Nach zwei Ergebnisenttäuschungen in Folge muss Nestlé verlorenes Vertrauen zurückgewinnen. Ein Vertrauensbeweis wäre eine Wachstumsbeschleunigung. Eine solche steht allerdings in den Sternen, äusserten sich die Firmenverantwortlichen im Anschluss an die letzte Ergebnisveröffentlichung doch eher vorsichtig. Ich bleibe deshalb bei meiner auf kurze Sicht eher zurückhaltenden Einschätzung dieser Aktien. Derzeit liesse mich nur ein Verkauf der an L'Oréal gehaltenen Beteiligung in Kombination mit einem grossen Aktienrückkaufprogramm meine Haltung überdenken.

***

Trotz Gefahrenherden ist die Stimmung an den Aktienmärkten ziemlich ausgelassen. Interessant ist allerdings, dass mittlerweile gerade die Private-Equity-Industrie im grossen Stil Kasse macht.

Dem Beratungsunternehmen Prequin zufolge trennte sich das Lager der Finanzinvestoren im zurückliegenden zweiten Quartal von nicht weniger als 324 Firmenbeteiligungen. Mit 92 Milliarden Dollar lag der Verkaufserlös dieser Beteiligungen deutlich über dem von 50 Milliarden Dollar während der ersten drei Monate.

In einem Kommentar schätzt Goldman Sachs, dass sich der Rückzug der Private-Equity-Industrie in den letzten Wochen und Monaten weiter beschleunigt hat. In diese Richtung deuten auch die in naher Zukunft geplanten Börsengänge.

Sollten die Strategen von Goldman Sachs mit ihrer Einschätzung richtig liegen, hätte dies meiner Meinung nach negative Signalwirkung für die Aktienmärkte. Denn in der Vergangenheit bewiesen die Finanzinvestoren aus der Private-Equity-Industrie meist eine recht gute Hand wenn es darum ging, sich aus Engagements zurück zu ziehen.

Ich für meinen Teil werde die zukünftigen Erhebungen von Prequin jedenfalls genauestens im Auge behalten.