3. Quartal - Überrascht die UBS mit einem Milliardengewinn?

Ein Analyst traut der Grossbank UBS eine positive Gewinnüberraschung zu - Und: Machen die ehemaligen Heptagon-Anteilseigner beim Sensorenhersteller AMS bald Kasse in Raten?
19.10.2017 12:30
cash Insider
Überrascht die UBS mit einem Milliardengewinn?
Bild: fotolia.com

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Es ist, als hätte es die Finanzkrise nie gegeben: Amerikanische Investmentbanken wie Morgan Stanley, Goldman Sachs und Co. schreiben wieder Milliardengewinne - und geben diese über Aktienrückkäufe an die Anleger weiter.

Davon können die Aktionäre von UBS und Credit Suisse bloss träumen. Sie mussten den Gürtel zuletzt enger schnallen oder - wie im Fall der kleineren der beiden Schweizer Grossbanken - dem schlechten Geld sogar noch gutes hinterherwerfen.

Im Hinblick auf die Quartalsergebnispräsentation vom Freitag in einer Woche wird nun auch der UBS an der Börse ein Milliardengewinn nachgesagt.

Auslöser dürfte ein Kommentar der MainFirst Bank sein. Darin schreibt der Autor, dass die grössere der beiden Schweizer Grossbanken das dritte Quartal mit einem Überschuss von 1,4 Milliarden Franken abgeschlossen haben dürfte. Zum Vergleich: Seine Berufskollegen rechnen gerade mal mit einem Reingewinn von 900 Millionen Franken.

Allerdings entfällt ein beachtlicher Teil dieser Differenz einerseits auf tiefere Rechtskosten und andererseits auf höhere Steuergutschriften. Mit anderen Worten: Der Reingewinn dürfte die Analystenerwartungen im dritten Quartal zwar übertreffen, die Ergebnisqualität jedoch zu wünschen übrig lassen.

Die Aktien der UBS (rot) bewegen sich nahezu im Gleichschritt mit jenen der Credit Suisse (grün) (Quelle: www.cash.ch).

Obwohl das Wealth Management als die Paradedisziplin der UBS gilt, wusste die Grossbank in diesem Geschäftsbereich in den ersten sechs Monaten nicht wirklich zu glänzen. Insbesondere das Wealth Management Americas blieb den Erwartungen einiges schuldig.

Einmal mehr wird am übernächsten Freitag deshalb der Gewinnbeitrag aus und der Neugeldzufluss im Wealth Management darüber entscheiden, ob der Zahlenkranz an der Börse ankommt oder nicht.

Eine gewisse Unzufriedenheit im Aktionariat der Grossbank ist nicht von der Hand zu weisen. Es ist diese Unzufriedenheit, die Finanzinvestoren wie Rudolf Bohli mit seinen Aufspaltungsplänen überhaupt einen Nährboden bietet. Der Einstieg des für seine aktive Einflussnahme bei Unternehmen berüchtigten Hedgefonds-Managers bei der Erzrivalin Credit Suisse sollte auch den Firmenvertretern der UBS eine Warnung sein...

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Unter starken Abgabedruck geraten heute die Aktien des Sensorenherstellers AMS. Angeblich treten einmal mehr mächtige angelsächsische Marktakteure als Verkäufer in Erscheinung.

Für Verunsicherung sorgt ein Bericht der taiwanesischen Wirtschaftszeitung "Economic Daily News", wonach Apple bei den dortigen Zulieferern weniger Bauteile für das iPhone 8 und das iPhone 8 Plus abruft als ursprünglich erwartet wurde. Neuerdings gehe das amerikanische Kultunternehmen für November und Dezember noch von monatlich 5 bis 6 Millionen anstatt 10 bis 12 Millionen abgesetzten Geräten aus, so ist nachzulesen.

Seit Tagen stehen die AMS-Aktien unter starkem Verkaufsdruck (Quelle: www.cash.ch).

Bei AMS wirft dieser Bericht einen Schatten auf die Quartalsergebnispräsentation vom kommenden Montag. Im Zuge der millionenschweren Übernahme von Heptagon dürfte die Abhängigkeit des Sensorenherstellers vom Grosskunden Apple noch einmal gestiegen sein.

Gut möglich, dass AMS an diesem Tag mit einem soliden Zahlenkranz aufwartet, gleichzeitig aber einmal mehr einen vorsichtigen Ausblick für das Schlussquartal abgibt.

Wenn wir schon beim Thema Heptagon sind: Ende Oktober läuft bei den Altaktionären der zuletzt erfolgreichen Tochter auf einem Drittel ihrer AMS-Beteiligung die Sperrfrist ab. Nachdem sich der Börsenwert des Sensorenherstellers seit Jahresbeginn mehr als verdoppelt hat, liegt es nahe, dass die Finanzinvestoren Kasse machen. Auch das dürfte kurzfristig noch einmal auf die Kursentwicklung drücken...
 

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