Analyst traut Zurich Insurance höhere Dividende zu

Für Credit Suisse tätiger Analyst traut der Zurich Insurance Group eine Dividendenüberraschung zu - Ebner-Trittbrettfahrer kauft bei Galenica zu - Und: Leonteq erwischt auch Grossaktionäre auf dem falschen Fuss.
20.12.2016 14:30
cash Insider
Analyst traut Zurich Insurance höhere Dividende zu
Bild: fotolia.com

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Unter Konzernchef Mario Greco ist die Zurich Insurance Group vom hässlichen Entlein zum stolzen Schwan herangewachsen. Vergessen ist der Ausrutscher, als die Aktien des traditionsreichen Versicherungskonzerns aus Zürich noch im Februar vorübergehend für weniger als 200 Franken zu haben waren. Wer damals Mut bewies und zukaufte, wurde fürstlich entlöhnt.

Die Bilanz der vergangenen 12 Monate kann sich sehen lassen, ist der Kurs den anderen Versicherungswerten aus der Schweiz doch vorausgeeilt. Den Dividendenabgang vom April mitberücksichtigt, errechnet sich immerhin ein Plus von gut 14 Prozent.

Die Zurich-Aktien (rot) haben gegenüber Bâloise (grün), Helvetia (violett) und Swiss Re (pink) die Nase vorn; Quelle: www.cash.ch

Interessantes entnehme ich einer mir aus London zugespielten Strategiestudie der Credit Suisse. Darin nennen die Autoren im Hinblick auf das kommende Jahr zwanzig europäische Aktien mit Raum für positive Überraschungen. Als einziger Vertreter aus der Schweiz mit dabei: Die erst seit kürzlich mit "Outperform" und einem Kursziel von 330 Franken empfohlenen Valoren der Zurich Insurance Group.

Nicht zuletzt aufgrund des festen Dollars wird dem Dividendenkönig unter den im Swiss Market Index (SMI) vertretenen Unternehmen im kommenden Frühjahr eine Überraschung zugetraut. Denn während die meisten Analysten für das Geschäftsjahr 2016 mit einer Ausschüttung von 17 Franken je Aktie rechnen, verspricht sich jener der kleineren der beiden Schweizer Grossbanken eine um fast einen Franken höhere Dividende. In Erwartung weiterer Verbesserungen im operativen Geschäft und sieht er zudem die Ausschüttung über die kommenden Jahre kontinuierlich steigen.

Nach Jahren der strategischen Fehlentscheide geht mit Konzernchef Mario Greco ein frischer Wind durchs Unternehmen (siehe auch die Kolumne vom 21. November). Gerade im Kerngeschäft General Insurance verfügt die Zurich Insurance Group noch immer über substanzielles Verbesserungspotenzial. Zumindest wenn es nach der Credit Suisse geht, sollten daran über steigende Dividenden auch die Aktionäre teilhaben.

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Wie eine Offenlegungsmeldung an die Schweizer Börse SIX verrät, hat sich die Aktionärsgruppe um Kohlberg Kravis Roberts (KKR) beim Berner Gesundheitskonzern Galenica von einem weiteren Beteiligungspaket getrennt.

Gegenpartei ist Remo Stoffel. Der Immobilier ist bei uns in der Schweiz kein unbeschriebenes Blatt, geriet er doch im Zusammenhang mit einem umstrittenen Hotelprojekt in Vals in die Schlagzeilen.

Neben Galenica, an welcher Stoffel mittlerweile 10 Prozent der Stimmen hält, ist er über seine VV Value Vals AG auch 5 Prozent an der Myriad Group beteiligt. Bei beiden Unternehmen agiert auch der bekannte Financier Martin Ebner als namhafter Grossaktionär. Wie im Berufshandel vermutet wird, ist Stoffel allerdings bloss ein "Trittbrettfahrer" Ebners.

Julius Bär reagiert heute dennoch prompt und stuft die Aktien von Galenica mit einem Kursziel von 1'045 Franken von "Reduce" auf "Hold" herauf.

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Eine schöne Bescherung für die Aktionäre von Leonteq: Gerademal vier Wochen nach dem Investorentag sah sich der Anbieter von strukturierten Produkten gestern zu einer Gewinnwarnung gezwungen.

Im Zuge einer rückläufigen Ertragsentwicklung, gestiegener Kosten und Bilanzbereinigungen soll das laufende Geschäftsjahr mit einem mageren Vorsteuergewinn von rund 17 Millionen Franken abgeschlossen werden, so heisst es neuerdings seitens des Unternehmens.

Zumindest der für die Zürcher Kantonalbank tätige Analyst zeigt sich sowohl vom Zeitpunkt als auch vom Ausmass der Gewinnwarnung überrascht. Er stuft die Aktien folglich von "Marktgewichten" auf "Untergewichten" herunter.

Auffällige Verkäufe in den Leonteq-Aktien am vergangenen Freitagnachmitttag; Quelle: www.cash.ch

Grosse Augen dürfte man auch bei der Grossaktionärin Raiffeisen Gruppe machen. Ihr droht ein schmerzhafter Abschreiber auf ihrem strategischen Beteiligungspaket von zuletzt 44,3 Prozent. Auf dem falschen Fuss erwischt die Gewinnwarnung auch den bisher sehr erfolgreichen Vermögensverwalter Veraison, welcher seinerseits 5 Prozent der Stimmen kontrolliert.

Genauer untersucht gilt übrigens die ominöse Kursschwäche vom Freitagnachmittag. An diesem Tag wechselten doppelt so viele Leonteq-Aktien die Hand als gewöhnlich. Mit dem grossen Derivatverfall alleine lassen sich diese Beobachtungen vermutlich nicht erklären...

 

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