Aufs Quartalsende hin - Der cash Insider nimmt bei seinen Aktienfavoriten erste Anpassungen vor

Der cash Insider zieht bei seinen Schweizer Aktienfavoriten für 2021 eine durchwachsene März-Bilanz. Er sagt, welche Aktie er warum aus dem Favoritenportfolio kippt und welche beiden er neu darin aufnimmt.
31.03.2021 12:30
cash Insider
Der cash Insider nimmt bei seinen Aktienfavoriten erste Anpassungen vor
Bild: © kasto/fotolia.com

Der cash Insider berichtet im Insider Briefing jeweils vorbörslich von brandaktuellen Beobachtungen rund um das Schweizer Marktgeschehen und ist unter @cashInsider auch auf Twitter aktiv. Schauen Sie sich doch auch das neue Tracker Zertifikat auf die Schweizer Aktienfavoriten des cash Insider an.

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Die letzten Tage hatten es in sich. Und das nicht nur für die alles andere als erfolgsverwöhnten Aktionärinnen und Aktionäre der Credit Suisse. Auch die Kurse gefeierter Börsenüberflieger wie Zur Rose oder SoftwareOne schmierten zuletzt regelrecht ab. Andere – etwa Lonza oder Aluflexpack - krankten an einer mysteriösen Kursschwäche.

Doch auch sonst hatten es die letzten vier Wochen faustdick hinter den Ohren. Anders als die Rekorde beim Swiss Performance Index (SPI) vermuten lassen würden, lagen Erfolg und Misserfolg noch selten so nahe beieinander.

Was meine Schweizer Aktienfavoriten für 2021 anbetrifft, so gibt es eine gute und zwei schlechte Nachrichten. Die gute Nachricht: Auf die Schlusskurse von gestern Dienstag bezogen errechnet sich seit Ende Dezember über alle neun Aktien hinweg ein Plus von 9,78 Prozent. Dem steht ein um 5,56 Prozent höherer SPI gegenüber.

Bilanz der letzten Jahre

Jahr Aktienfavoriten SPI
2013 +40,1 Prozent +23,9 Prozent
2014 +11,4 Prozent +15,2 Prozent
2015 +  4,1 Prozent +  2,4 Prozent
2016 -   3,7 Prozent -   1,7 Prozent
2017 +23,6 Prozent +20,1 Prozent
2018 - 19,1 Prozent -   8,8 Prozent
2019 +25,4 Prozent +30,6 Prozent
2020 +  9,8  Prozent +  3,1 Prozent
2021* +  9,8  Prozent +  5,6 Prozent

* Kurse vom 30. März 2021

Die schlechten Nachrichten: Einerseits haben die neun Aktien relativ betrachtet an Vorsprung auf den Vergleichsindex eingebüsst und andererseits war ihre Kursentwicklung seit Lancierung des Tracker Zertifikats (Valorennummer 58730611, Symbol CASHTQ) insgesamt leicht rückläufig.

Neben Stadler Rail erwiesen sich insbesondere die Credit Suisse als Spielverderberin. Die kleinere der beiden Schweizer Grossbanken lässt momentan kein finanzielles Fettnäpfchen aus. Ich schrieb gestern Dienstag zu diesem leidigen Thema:

Ich muss ehrlich zugeben, dass ich nach den jüngsten Neuigkeiten ziemlich desillusioniert bin. Ende Dezember hatte ich die Aktien der Credit Suisse in Erwartung eines starken ersten Quartals auf die Liste meiner Schweizer Aktienfavoriten für 2021 gesetzt. Die hohe Abhängigkeit der Grossbank vom Investment Banking lässt seit Jahresbeginn denn auch die Kassen klingeln, wie Firmenchef Thomas Gottstein erst kürzlich durchblicken liess. Unnötig zu erwähnen, dass davon für die Aktionäre nichts übrigbleibt, weil die Risiko-Management-Abteilung wie im Fall von Greensill oder Archegos Capital Management ihre Aufgaben nicht im Griff hat.

Asche über mein Haupt...

Blicken wir nun aber nach vorn. Ich nehme das sogenannte "Rebalancing" zum Quartalsende hin zum Anlass für gleich zwei Neuzugänge: Die Aktien des Stromzählerspezialisten Landis+Gyr sowie jene des Pharmazulieferers Lonza.

Als Hersteller smarter Stromzähler gehört Landis+Gyr zu den wohl meistunterschätzten Profiteuren staatlicher Investitionsvorhaben. Alleine das mit 3000 Milliarden Dollar dotierte Infrastrukturpaket der amerikanischen Regierung unter dem demokratischen Präsidenten Joe Biden sieht umfassende Investitionen in die dortige Strominfrastruktur vor. Und seien wir doch ehrlich – ganz ohne Anbieter von ausserhalb der Vereinigten Staaten lässt sich ein Vorhaben in dieser Grössenordnung dann doch nicht stemmen.

Als das Unternehmen Ende Januar zum Investorentag lud, gab sich Firmenchef Werner Liebherr überraschend zurückhaltend. Er stellt den Aktionären mittelfristig ein organisches Umsatzwachstum im tiefen einstelligen Prozentbereich sowie eine operative Marge (EBITDA) zwischen 12 und 13 Prozent des Umsatzes in Aussicht.

Damit legt das Unternehmen die Hochsprunglatte nicht eben hoch, was künftig durchaus Ergebnisüberraschungen zulässt. Hinzu gesellt sich die Fantasie ergänzender Firmenübernahmen. Denn Landis+Gyr will gerade im Bereich smarter Stromnetze Technologien zukaufen.

Nach den Kursverlusten der letzten Wochen dürften die Aktien in der Region von 60 Franken Boden finden. Dieses Kursniveau erwies sich in den letzten Jahren jeweils als interessante Einstiegsgelegenheit.

Beim zweiten Neuzugang handelt es sich um einen alten Bekannten, nämlich um den Auftragsfertiger Lonza. Nicht zuletzt dank der Zusammenarbeit mit der amerikanischen Moderna bei der Entwicklung eines Covid-19-Impfstoffs zählte das Unternehmen aus Basel im letzten Jahr zu den Börsenüberfliegern. Auch heute noch werden die Aktien von Analysten mit Kurszielen von bis zu 777 Franken zum Kauf angepriesen. Die Realität sieht allerdings anders aus. Entgegen diesen anders lautenden Erwartungen erweisen sich die vergangenen acht Monate für die Aktionäre unter dem Strich als ein Nullsummenspiel.

Die Lonza-Aktien sind wieder zu Kursen von Anfang Juli letzten Jahres zu haben (Quelle: www.cash.ch)

Mitunter ein Grund für dieses Mauerblümchen-Daseins dürften die eher konservativ gehaltenen diesjährigen Vorgaben sein – wobei Lonza schon seit Jahren für ebensolche bekannt ist. Raum für höhere Kursnotierungen sehe ich aber vor allem im Zusammenhang mit der Impfstoffproduktion. Es sieht alles danach aus, als ob uns das Covid-19-Virus noch auf Jahre hinaus begleiten wird. Die mRNA-Technologie von Moderna und anderen Anbietern macht es möglich, innerhalb weniger Monate auf Virusmutationen reagieren zu können. Ich wäre jedenfalls nicht überrascht, wenn der Impfschutz künftig ein-, wenn nicht gar zweimal im Jahr aufgefrischt werden müsste. Kürzlich liess das amerikanische Partnerunternehmen durchblicken, dass es an einer Verschmelzung der saisonalen Grippeimpfung mit dem Covid-19-Impfstoff arbeite. Ein solches Szenario spiegelt sich soviel ich weiss noch nicht in den Bewertungsmodellen der Analysten wider. Hinzu kommt, dass ich Lonza auch des widerstandsfähigen Geschäftsmodells wegen wieder auf die Liste meiner Schweizer Aktienfavoriten für 2021 setze. Die Aktien des Pharmazulieferers sollten Stabilität in die Titelauswahl bringen.

Neben den Neuzugängen Landis+Gyr und Lonza erhöhe ich das Gewicht von Meyer Burger im Rahmen des quartalsweisen "Rebalancing", da mir das Solarunternehmen aus dem bernischen Gwatt beim Aufbau der Produktionsstrassen auf Kurs scheint. Schon Ende Mai dürften in den Produktionsstätten die ersten Solarzellen und –module vom Band laufen.

Im Gegenzug reduziere ich den Anteil von Stadler Rail, Credit Suisse und Helvetia. Valora muss ganz Platz machen. Der Rest der Anpassungen geht zu Lasten der Barmittelquote.

Bei Stadler Rail bin ich eher etwas enttäuscht von der Cashflow-Generierung in der zweiten Jahreshälfte. Über die Credit Suisse habe ich meinem Unmut in den letzten Tagen bereits Luft verschafft und bei Valora nehme ich die gesamten aufgelaufenen Kursgewinne, bei Helvetia zumindest einen Teil davon mit.

Wie die neue Zusammensetzung des cash Insider Aktienfavoriten Portfolios neuerdings im Detail aussieht, dazu mehr morgen Donnerstag, wenn es heisst: Die Börsenwoche im Schnelldurchlauf.

 

Der cash Insider nimmt Marktgerüchte sowie Strategie-, Branchen- oder Unternehmensstudien auf und interpretiert diese. Marktgerüchte werden bewusst nicht auf ihren Wahrheitsgehalt überprüft. Gerüchte, Spekulationen und alles, was Händler und Marktteilnehmer interessiert, sollen rasch an die Leser weitergegeben werden. Für die Richtigkeit der Inhalte wird keine Verantwortung übernommen. Die persönliche Meinung des cash Insiders muss sich nicht mit derjenigen der cash-Redaktion decken. Der cash Insider ist selber an der Börse aktiv. Nur so kann er die für diese Art von Nachrichten notwendige Marktnähe erreichen. Die geäusserten Meinungen stellen keine Kauf- oder Verkaufsempfehlungen an die Leserschaft dar.

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