Beteiligungsspekulationen - Richemont: Mysteriöser Käufer schlägt wieder zu

Der cash Insider berichtet von einem genauso mysteriösen wie auch aggressiven Käufer von Aktien des Genfer Luxusgüterkonzerns Richemont - Und: Steigt Stadler-Rail-Chef Peter Spuhler bei Forbo und Arbonia ein?
07.06.2019 12:30
cash Insider
Richemont: Mysteriöser Käufer schlägt wieder zu
Bild: fotolia.com

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Johann Rupert ist Richemont - und Richemont ist Johann Rupert. Der südafrikanische Milliardär und der Luxusgüterkonzern aus Genf sind eng miteinander verbandelt. Zum einen präsidiert Rupert den Verwaltungsrat, zum anderen stellt seine Familie im Aktionariat die Hälfte der Stimmen.

Seit nunmehr zwei Wochen kursieren im hiesigen Handel Berichte über einen mysteriösen Käufer von Aktien des Luxusgüterkonzerns. Zeitgleich gehen bei der Schweizer Börsenbetreiberin SIX Meldungen über Titelkäufe seitens eines Geschäftsleitungsmitglieds einer nahestehenden juristischen Person ein. Alleine seit dem 21. Mai erwarb dieses Geschäftsleitungsmitglied gut 3 Millionen Aktien im Gegenwert von mehr als 220 Millionen Franken. Man braucht kein Profi zu sein, um zu erahnen, dass beides bestens zusammenpasst.

Für Jon Cox von Kepler Cheuvreux tragen diese Titelkäufe die Handschrift Ruperts. Anderen dem Unternehmen nahestehenden Personen würden schlichtweg die finanziellen Möglichkeiten fehlen, schreibt der bekannte Luxusgüteranalyst. Er sieht im Zukauf von Aktien denn auch einen wichtigen Vertrauensbeweis in die Zukunftsaussichten von Richemont.

Die Aktien von Richemont (rot) im Zwölf-Monate-Vergleich mit jenen der Swatch Group (grün). (Quelle: cash.ch)

Ganz uneigennützig sind diese Aussagen allerdings nicht, empfiehlt Cox die Papiere des Genfer Luxusgüterkonzerns doch schon eine ganze Weile zum Kauf - zuletzt mit einem Kursziel von 90 Franken.

Anders als die Valoren der Swatch Group haben sich jene von Richemont seit Jahresbeginn kräftig erholt. Vor wenigen Tagen stieg ihr Kurs sogar mal kurz in die Nähe von 80 Franken und markierten dabei ein neues Jahreshoch. Gerade was den Ausbau des Onlinevertriebs anbetrifft, so scheint der Luxusgüterkonzern auf dem richtigen Weg zu sein - kostspielige Vorabinvestitionen hin oder her.

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Ergebnisenttäuschungen, Kapitalerhöhung oder Dividendenverzicht - die Aktionäre von Arbonia hatten in den letzten Jahren nichts zu Lachen. Bis heute gilt das Unternehmen aus der Nordostschweiz als "Baustelle".

Das lässt auch die Aktienkursentwicklung vermuten, errechnet sich seit dem vergangenen Frühsommer doch noch immer ein sattes Minus von 30 Prozent. Und das, obwohl die Papiere in den letzten Tagen kräftig zulegen konnten. Alleine am Mittwoch gingen sie um fast 10 Prozent höher aus dem Handel - begleitet von einem Mehrfachen der üblichen Volumina.

Diese Kombination aus stark steigenden Kursen und nicht weniger stark anschwellenden Handelsvolumina blieb auch von meinem Redaktionskollegen Marc Forster nicht unbemerkt. Eine mögliche - wenn auch unwahrscheinliche - Erklärung liefern zwei kürzlich ausgesprochene Kaufempfehlungen. Allerdings geht die Heraufstufung der Aktien von "Hold" auf "Buy" durch Kepler Cheuvreux auf die erste Hälfte Mai und jene von "Marktgewichten" auf "Übergewichten" durch die Zürcher Kantonalbank auf Ende Mai zurück.

Vielmehr vermute ich, dass jemand ein grösseres Aktienpaket schnürt. Bei diesem Jemanden könnte es sich um niemand geringeren als um Peter Spuhler handeln. Aus dem Börsengang von Stadler Rail floss dem bekannten Industriellen ein Erlös in Milliardenhöhe zu - und der will reinvestiert sein.

Auffällige Kursavancen in den letzten Tagen bei den Aktien von Arbonia (rot) und Forbo (grün). (Quelle: cash.ch)

Am Textilmaschinenhersteller Rieter und am Automobilzulieferer Autoneum ist Spuhler bereits heute massgeblich beteiligt. Dort trifft er auf Michael Pieper. Beide Unternehmen zählen zum Firmenimperium des Michael Pieper. Darüber hinaus hält er über seine Beteiligungsgesellschaft Artemis - passend benannt nach der griechischen Göttin der Jagd - auch grössere Pakete am Bodenbelagshersteller Forbo sowie am Bauzulieferer Arbonia.

Da neben den Aktien von Arbonia auch jene von Forbo in den letzten Tagen rege gefragt waren, liegt nahe, dass sich die Wege von Spuhler und Pieper zukünftig auch bei diesen beiden Unternehmen kreuzen könnten...
 

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