Credit Suisse sieht bei der UBS tiefere Margen

Ausgerechnet die Credit Suisse sagt der Erzrivalin UBS tiefere Margen vorher - Actelion selber von der Kursschwäche überrascht - Und: Endet die Abfolge von Grossübernahmen bei AMS eines Tages in Tränen?
25.10.2016 12:30
cash Insider
Credit Suisse sieht bei der UBS tiefere Margen
Bild: fotolia.com

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Während die Aktien der Credit Suisse mittlerweile knapp 4 Franken von den langjährigen Tiefstkursen vom Juli dieses Jahres trennen, hinken ihnen jene der UBS schon seit Wochen hinterher.

Das lässt sich damit erklären, dass die Valoren der besser kapitalisierten UBS zuvor lange in den Aktienportfolios ausländischer Grossinvestoren über- und die der Credit Suisse untervertreten waren. Doch das Blatt scheint sich allmählich zu wenden.

Hellhörig werden lässt ein Ausblick der Credit Suisse auf die Quartalsberichterstattung für europäische Universalbanken. Darin wartet der Autor mit überraschend vorsichtigen Aussagen zum Wealth Management der UBS auf. Während viele seiner Berufskollegen mit einer stabilen Bruttomarge rechnen, erwartet er einen weiteren Rückgang.

Die ordentliche Dividende von 0,60 Franken je Aktie wähnt der Experte allerdings nicht in Gefahr. Er stuft die Aktien der UBS wie bis anhin mit "Neutral" und einem 12-Monats-Kursziel von 15 Franken ein.

Tatsächlich konnte die grössere der beiden Schweizer Grossbanken in den vergangenen Quartalen in ihrer erklärten Königsdisziplin nicht so richtig glänzen. Spätestens am frühen Freitagmorgen werden wir Gewissheit haben, ob der für die Credit Suisse tätige Analyst mit seiner Vermutung richtig liegt.

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Schon seit Jahren führen die Aktien von Actelion bei den im Swiss Market Index (SMI) vertretenen Unternehmen regelmässig die Gewinnerliste an. In den letzten Tagen fielen die als beliebt geltenden Valoren allerdings Gewinnmitnahmen zum Opfer.

Das überrascht, hob der Biotechnologiekonzern aus Allschwil vergangene Woche doch zum dritten Mal in Folge die diesjährige Gewinnprognose an.

Wie ich einem Kommentar aus dem Aktienhandel der Berenberg Bank entnehme, zeigen sich auch die Firmenvertreter selber überrascht vom Ausmass der jüngsten Kursschwäche.

Die anlässlich der Analystenkonferenz für das dritte Quartal ausgesprochene Warnung vor dem Markteintritt von Nachahmerpräparaten für den Hauptumsatzträger Tracleer wirft die Frage auf, ob Actelion auch in Zukunft so flott unterwegs sein wird wie in den vergangenen Jahren.

Erste konkrete Anhaltspunkte sind wohl erst für den kommenden Frühling zu erwarten. Bis dahin gilt: im Zweifelsfall für den Angeklagten.

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Die Börse hasst Ungewissheit - und sie hasst unliebsame Überraschungen. AMS sorgt heute gleich für beides.

Auf den ersten Blick liegt der vom Sensorenhersteller für das dritte Quartal veröffentlichte Zahlenkranz zwar über den Analystenerwartungen. Das lässt sich allerdings mit einem einmaligen Gewinn auf dem Verkauf von Geschäftsaktivitäten erklären.

Vor allem aber der Ausblick für das Schlussquartal lässt die Aktionäre zweimal leer schlucken. Denn obwohl dieses aufgrund des Weihnachtsgeschäfts als das stärkste des ganzen Jahres gilt, erwartet AMS einen Rückgang des Umsatzes in die Region von 127 bis 134 Millionen Euro. In Expertenkreisen ging man bislang von einem bei 155 Millionen Euro liegenden Umsatz aus. Wie sich das auf die Gewinnentwicklung auswirken wird, will man sich gar nicht erst vorstellen.

Das Unternehmen seinerseits versucht die Aktionäre nun mit einer transformellen Grossübernahme versöhnlich zu stimmen. Für eine Vorabzahlung von 520 Millionen Euro und weiteren 260 Millionen Euro in Form von Meilensteinzahlungen soll der Sensorhersteller Heptagon übernommen werden. Mit einem Beitrag zur Gewinnentwicklung ist frühestens in zwei, möglicherweise aber sogar erst in drei Jahren zu rechnen. Kommt dazu, dass AMS zwecks Finanzierung der Transaktion zu einer Kapitalerhöhung gezwungen ist.

Auch das kommt an der Börse gar nicht gut an. Zur Stunde werden die Aktien des einst sehr beliebten Unternehmens mit einem Minus von 15 Prozent auf 25,60 Franken abgewatscht. Und tatsächlich fragt sich, ob die Abfolge von Grossübernahmen bei AMS nicht eines Tages gar in Tränen enden könnte.
 

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