Der cash Insider macht weiteren Boden gut

Vor seinem zweiwöchigen Urlaub zieht der cash Insider vorzeitig Zwischenbilanz bei seinen Schweizer Aktienfavoriten für das Börsenjahr 2016. Bei welcher Aktie er noch immer auf eine günstige Gelegenheit wartet.
23.09.2016 12:30
cash Insider
Der cash Insider macht weiteren Boden gut
Bild: fotolia.com

Der cash Insider ist unter @cashInsider auch auf Twitter aktiv. Lesen Sie börsentäglich von weiteren brandaktuellen Beobachtungen am Schweizer Aktienmarkt.

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Obschon der September zwar noch nicht ganz um ist, möchte ich bei meinen Schweizer Aktienfavoriten für das Börsenjahr 2016 heute schon eine Zwischenbilanz für den laufenden Monat ziehen. Der Grund liegt darin, dass ich die kommenden zwei Wochen mit meiner Familie auf Zypern verbringen darf - fernab der Märkte. Die nächste Kolumne erscheint demzufolge am Montag, 10. Oktober 2016, wie gewohnt um 12:30 Uhr.

Für den breit gefassten Swiss Performance Index (SPI) erwiesen sich die Wochen seit dem 5. September mehr oder weniger als ein Nullsummenspiel. Mittlerweile trennt das Börsenbarometer ein gutes Prozent vom Stand vom 29. Dezember (siehe damalige Kolumne).

Trotz einer hohen taktischen Barmittelquote von 30 Prozent verringerte sich der Rückstand meiner Aktienfavoriten auf den SPI weiter. Allerdings weiss das absolute Minus von 4,7 Prozent noch immer nicht zu gefallen. Asche über mein Haupt...

Bilanz der letzten Jahre:

Jahr

Aktienfavoriten

SPI

2013

+40,1 Prozent

+23,9 Prozent

2014

+11,4 Prozent

+15,2 Prozent

2015

+4,1 Prozent

+2,4 Prozent

2016*

-4,7 Prozent

-1,2 Prozent

* = bis und mit 22. September

Auf Anregung einiger Leserinnen und Leser hin werde ich hier an dieser Stelle in Zukunft mit detaillierteren und dadurch hoffentlich nachvollziehbaren Informationen zur Entwicklung meiner Aktienfavoriten aufwarten.

Aktuelle Positionen:

Titel

Anzahl

Einstand

 

akt. Wert

Erfolg

G/V

Barmittel

 

 

 

30211.13

 

 

Zurich N

39

257.00

10023.00

9937.20

-85.80

-0.86%

Basilea N

105

95.30

10006.50

7974.75

-2031.75

-20.30%

OC Oerlikon N

1110

9.01

10001.10

10700.40

699.30

+6.99%

Roche GS

39

257.40

10038.60

9574.50

-464.10

-4.62%

Syngenta N

26

380.00

9880.00

11018.80

1138.80

+11.53%

UBS Group N

440

14.10

6204.00

5984.00

-220.00

-3.55%

GAM N

1032

9.69

10000.08

9907.20

-92.88

-0.93%

 

 

 

 

 

 

 

Total

 

 

 

95307.98

 

-4.69%

 

Noch immer warte ich bei den Aktien von Galenica auf eine günstige Gelegenheit um einzusteigen. Wie aus Bankenkreisen gerüchteweise zu hören ist, kommt endlich Bewegung in die Platzierung der restlichen sich im Besitz der Aktionärsgruppe um Kohlberg Kravis Roberts (KKR) befindlichen Titel. Ich rate in eine solche Platzierung hinein zum Aufbau kurzfristiger Handelspositionen. Gut möglich, dass der in Bern beheimatete Pharmakonzern zur Finanzierung der milliardenschweren Übernahme von Relypsa neue Aktien schaffen und ebenfalls bei Investoren platzieren muss. Es wäre gut, würden die Firmenvertreter diesbezüglich endlich Klarheit schaffen.

Weiterhin einen schweren Stand haben die Genussscheine von Roche. Schon seit Wochen ziehen ausländische Grossinvestoren Geld aus dem Schweizer Aktienmarkt und dem europäischen Pharmasektor ab. Beides lastet auf dem Indexschwergewicht. Bei den Schlüsselmedikamenten zeigen die Verschreibungstrends jedoch in die richtige Richtung. Ausserdem stehen in den kommenden Wochen und Monaten zu mehreren wichtigen Entwicklungsprojekten Studienergebnisse an. Können diese überzeugen, steht höheren Kursnotierungen nichts im Weg.

Seit der neue Konzernchef Mario Greco bei der Zurich Insurance Group das Ruder an sich genommen hat, findet der traditionsreiche Versicherungskonzern aus Zürich langsam aber sicher aus den operativen Untiefen heraus. Im Zuge eines deutlich besser als erwartet ausgefallenen Zahlenkranzes für das erste Quartal und einem nicht weniger überzeugenden solchen für das Folgequartal haben die dividendenstarken Aktien den europäischen Versicherungssektor weit hinter sich zurückgelassen. Bleibt abzuwarten, ob auch bei der Zurich Insurance Group "alle guten Dinge drei sind".

Die Aktien von Syngenta werden mit einem Abschlag von fast 9 Prozent gegenüber dem rechnerischen Barangebot von ChemChina gehandelt. Nachdem das Komitee für Auslandinvestitionen in den USA (CFIUS) der Transaktion ihren Segen erteilt hat, ist das Risiko eines Nichtzustandekommens äusserst überblickbar geworden. Es besteht einzig die Möglichkeit, dass sich der wettbewerbsrechtliche Zulassungsprozess bis in den kommenden Frühling hineinzieht und damit alles ein bisschen länger als erwartet dauert.

Transaktionen:

Datum

Titel

 

Anzahl

Kurs

 

Total

29.12.2015

LafargeHolcim N

Kauf

200

50.00

CHF

10000.00-

29.12.2015

Credit Suisse N

Kauf

456

21.92

CHF

9995.52-

29.12.2015

Zurich N

Kauf

39

257.00

CHF

10023.00-

29.12.2015

Nestlé N

Kauf

134

74.65

CHF

10003.10-

29.12.2015

Logitech N

Kauf

665

15.05

CHF

10008.25-

29.12.2015

OC Oerlikon N

Kauf

1110

9.01

CHF

10001.10-

29.12.2015

Basilea N

Kauf

105

95.30

CHF

10006.50-

21.01.2016

Roche GS

Kauf

39

257.40

CHF

10038.60-

21.01.2016

Logitech N

Verkauf

665

14.70

CHF

9775.50+

04.02.2016

Syngenta N

Kauf

25

395.90

CHF

9897.50-

05.02.2016

WLHA0V

Kauf

2000

0.32

CHF

640.00-

09.02.2016

Credit Suisse N

Verkauf

456

13.53

CHF

6169.68+

09.02.2016

UBS Group N

Kauf

440

14.10

CHF

6204.00-

09.02.2016

Nestlé N

Verkauf

134

72.55

CHF

9721.70+

17.03.2016

WLHA0V

Verkauf

2000

0.13

CHF

260.00+

06.05.2016

Leonteq N

Kauf

155

64.50

CHF

9997.50-

19.05.2016

Leonteq N

Verkauf

155

59.30

CHF

9191.50+

03.06.2016

SCMAIZ

Kauf

10400

0.24

CHF

2496.00-

03.06.2016

SCMCJB

Kauf

35000

0.07

CHF

2450.00-

06.06.2016

SCMCJB

Verkauf

35000

0.13

CHF

4550.00+

06.06.2016

SCMAIZ

Verkauf

10400

0.07

CHF

728.00+

16.06.2016

Syngenta N

Verkauf

25

382.00

CHF

9550.00+

24.06.2016

GAM N

Kauf

1032

9.69

CHF

10000.08-

19.07.2016

Syngenta N

Kauf

26

380.00

CHF

9880.00-

09.08.2016

LafargeHolcim N

Verkauf

200

49.89

CHF

9978.00+

Nach dem Rückschlag von Mitte Juni haben die Aktien des Vermögensverwalters GAM zumindest Boden gefunden. Trotz wegbrechenden erfolgsabhängigen Gebühren gilt die Dividende für das laufende Jahr als sicher. Werden den Anteilseignern wie im Vorjahr 0,65 Franken je Aktie ausgeschüttet, entspräche das einer hohen Rendite von 6,8 Prozent.

Auch eine stattliche Dividendenrendite weisen mittlerweile die Valoren der UBS auf. So weit so gut - wäre da nicht der noch hängige Vergleich mit dem amerikanischen Justizministerium im Zusammenhang mit der Verbriefung von Ramschhypotheken. Seit bekannt ist, dass die Behörden in diesem Zusammenhang 14 Milliarden Dollar von der Deutschen Bank verlangen, flattern bei den Anlegern die Nerven. Denn selbst wenn dieser Betrag im Zuge von Verhandlungen um die Hälfte schmilzt, drohen auch den beiden Schweizer Grossbanken höher als bislang erwartete Vergleichszahlungen.

Die Aktien von OC Oerlikon gelten noch immer als im Kurs zurückgeblieben. Auf der Suche nach vernachlässigten Nebenwerten werden Anleger beim Industriekonzern aus Zürich durchaus fündig. Meines Erachtens ist eine Rückkehr in zweistellige Kursgefilde nur eine Frage der Zeit. Dass dem Unternehmen geschätzte 1,5 Milliarden Franken für Übernahmen zur Verfügung stehen, sorgt für Fantasie. Doch auch eine Rückführung von Teilen der Nettobarmittel in Form einer Sonderdividende oder Aktienrückkäufe wären denkbar - wenn aus Aktionärssicht auch nur die zweitbeste Option.

Bisherige Dividendenzahlungen:

Datum

Titel

 

Ertrag

03.03.2016

Roche GS

Dividende

315.90

01.04.2016

Zurich N

Dividende

663.00

29.04.2016

Syngenta N

Dividende

275.00

12.05.2016

UBS Group N

Dividende

374.00

17.05.2016

LafargeHolcim N

Dividende

300.00

Basilea bleibt ein bisschen das Sorgenkind unter meinen Schweizer Aktienfavoriten für das Börsenjahr 2016. Noch immer ist der Pharmahersteller aus Basel gut einen Fünftel weniger Wert als Ende Dezember. In den vergangenen Wochen konnte das Unternehmen endlich ein Versprechen einlösen und mehrere aufeinanderfolgende Vertriebsvereinbarungen für die beiden Medikamente Ceftobiprole und Cresemba bekanntgeben. Allerdings mündete die Partnersuche nicht im erhofften Übernahmeangebot für die Aktionäre. Bleibt zu hoffen, dass Basilea ab 2017 tatsächlich schwarze Zahlen schreibt.

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