Die Schlinge um Swisslog zieht sich zu

Neuem Swisslog-Aktionär wird angebliche Nähe zu Grenzebach nachgesagt - Merrill Lynch rät der Kundschaft beim Dollar zum Einstieg – Und: Wird Basilea letztendlich doch noch von Actelion übernommen?
05.04.2013 12:30
cash Insider
Die Schlinge um Swisslog zieht sich zu
Bild: Bloomberg

Bei Swisslog gibt sich heute ein weiterer Aktionär aus dem grossen Kanton zu erkennen. Gemäss einer Offenlegungsmeldung an die Schweizer Börse SIX hat Friedhelm Loh in der Zeit bis Ende März eine Beteiligung von 3,44 Prozent am Anbieter von Logistiklösungen aufgebaut.

Loh hat sich in den letzten Jahren nicht nur als Unternehmer, sondern auch als Präsident des Zentralverbandes Elektrotechnik- und Elektronikindustrie und als Vizepräsident des Bundesverbands der Deutschen Industrie einen Namen gemacht.

Möglicherweise wird Loh im Berufshandel aufgrund dieser beiden Ämter in angebliche Verbindung mit dem Grossaktionär Grenzebach gebracht. Auch der Zeitpunkt des Einstiegs lässt aufhorchen, findet bei Swisslog kommende Woche doch die ordentliche Generalversammlung statt.

Seit dem Einstieg von Grenzebach im vergangenen Jahr wird am Markt auf eine Annäherung von Swisslog und dem deutschen Mitbewerber KUKA spekuliert. Die Möglichkeit einer solchen Annäherung ist nicht von der Hand zu weisen, hält Grenzebach mittlerweile doch an beiden Unternehmen namhafte Beteiligungen. Werden die von Grenzebach aufgestellten Kandidaten in den Verwaltungsrat gewählt, wird eine Integration von Geschäftseinheiten von KUKA bei Swisslog immer wahrscheinlicher.

Für Fantasie ist deshalb gesorgt, sieht der für die Berenberg Bank tätige Experte beim Unternehmen im Falle einer solchen Firmentransaktion doch ein kursseitiges Aufwärtspotenzial von bis zu 50 Prozent.

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Zumindest gegen den Schweizer Franken tritt der Dollar schon seit Wochen an Ort und Stelle. Anders als in der Vergangenheit blieb nach neuen Hiobsbotschaften aus dem Euroraum eine Flucht in den Greenback aus. Daran änderten weder die Probleme bei der Regierungsbildung in Italien noch die Zypern-Krise etwas.

Darf man den Prognosen von Merrill Lynch Glauben schenken, dann dürfte sich der Dollar im laufenden zweiten Quartal allerdings positiv in Szene setzen. Wie an jedem Quartalsanfang kommunizierten die Amerikaner gestern Abend ihre «10 Handelsideen». Unter den Empfehlungen für diesen Frühling findet sich auch eine Kaufempfehlung für den Greenback. Die Strategen raten beim Dollar zum Einstieg und im gleichen Atemzug zu einem Abbau von Rohstoffen.

Dank neuen Fördermethoden für Erdgas seien die USA auf dem besten Weg den zukünftigen Energiebedarf aus eigener Kraft stemmen zu können. Diese Unabhängigkeit von zukünftigen Energieimporten sei unmissverständlich positiv für den Dollar. Darüber hinaus gehe die Wechselwirkung zwischen dem Greenback und den Ölpreisen verloren, so die Strategen.

An dieser Stelle sei zu erwähnen, dass der Greenback tatsächlich schon seit Jahren in einer Wechselwirkung zu den Rohstoffen steht. Gewinnen die Rohstoffe an Wert, verliert der Dollar und vice-versa. Aufgrund neuer Fördermethoden für Schiefergas sind die USA dem erklärten Ziel zum Selbstversorger zu werden einen entscheidenden Schritt näher gekommen. Dies wiederum dürfte der Handelsbilanz und damit auch dem Dollar helfen.

Zu meinem Erstaunen weicht Merrill Lynch bei den diesjährigen Prognosen für den Euro/Dollar-Wechselkurs allerdings nicht allzu stark von den Markterwartungen ab. Das Jahresendziel liegt bei 1,25 Dollar je Euro, vergleichbare Konsensschätzungen hingegen bei 1,29. Und auch die Prognosen für Rohöl, Kupfer und Gold decken sich bis auf wenige Prozentpunkte mit den Markterwartungen.

Aufgrund des von der Schweizerischen Nationalbank mit aller Vehemenz verteidigten Mindestkurses für den Euro würde ein gegenüber dem Euro stärkerer Dollar im nahezu selben Ausmass auf den Schweizer Franken durchschlagen.

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Am Firmensitz von Basilea in Basel dürfte zuletzt Ruhe eingekehrt sein. Die noch bis vor wenigen Wochen herumgereichten Übernahmespekulationen sind wieder verstummt und auch der Grossaktionär HBM Healthcare Investments hat seiner Forderung nach einer Sonderdividende nicht noch einmal Nachdruck verliehen. In beiden Fällen könnte sich die Ruhe allerdings als trügerisch erweisen.

Denn am kommenden Dienstag wird es an der Generalversammlung höchst wahrscheinlich zu einem Schlagabtausch zwischen den Firmenverantwortlichen des Biotechnologieunternehmens und ihrem grössten Aktionär kommen. Streitpunkt ist die von HBM Healthcare Investments geforderte Sonderdividende im Umfang von 5 Franken je Aktie, welche am Firmensitz klar abgelehnt wird. Laut Informationen hält der Grossaktionär derzeit eine Beteiligung von knapp 25 Prozent an Basilea.

Auch eine Übernahme durch Actelion könnte in diesen Tagen wieder zu einem Thema für den Markt werden. Denn wie mir Teilnehmer einer von Actelion anlässlich einer Investorenkonferenz von Kepler Capital Markets abgehaltenen Präsentation berichten, prüfen die Firmenverantwortlichen den Aufbau einer zweiten Produktfranchise. Firmeneigenen Angaben zufolge bietet sich der Antibiotikabereich geradezu als eine solche an.

In einem Kommentar spekuliert der für Kepler Capital Markets tätige Verfasser deshalb, dass Actelion dieses zweite Standbein mittels einer Firmenübernahme verstärken könnte. Und obschon der Name Basilea im Kommentar nicht fällt, lässt sich dieser erahnen. Ich bleibe deshalb bei meiner Vermutung, dass sich die Übernahmespekulationen von Ende Januar letztendlich doch noch bewahrheiten. Aufgrund der drohenden Sonderdividende müsste Actelion schon sehr bald Nägel mit Köpfen machen.

Doch egal ob Basilea übernommen wird oder nicht – die Aktien bleiben nach dem jüngsten Kursrückgang meiner Meinung nach stark unterbewertet.