Dies sind die beliebtesten Aktien der Welt

Die Strategen der UBS nennen die zehn mit Abstand beliebtesten Aktien der Welt - Und: Leerverkäufer bei Swatch Group und Richemont mit dem Rücken zur Wand.
12.10.2016 12:30
cash Insider
Dies sind die beliebtesten Aktien der Welt
Bild: fotolia.com

Der cash Insider ist unter @cashInsider auch auf Twitter aktiv. Lesen Sie börsentäglich von weiteren brandaktuellen Beobachtungen am Schweizer Aktienmarkt.

***

Dass wir an den Finanzmärkten in einer Welt der Extreme leben, ist nicht neu. Mit ihrer "Politik des billigen Geldes" sorgen die Zentralbanken führender Wirtschaftsnationen dafür, dass sich daran so schnell nichts ändert. Gerade an den Börsen war die Kluft zwischen den beliebtesten und den unbeliebtesten Aktien selten zuvor grösser. Obschon mehr als reichlich Kapital vorhanden ist, bündelt sich dieses.

Das überrascht, geht der Trend bei den Aktienfonds doch schon seit Jahren ganz klar in Richtung kostengünstiger börsengehandelter Fonds. Und diese sind bekannt dafür, sich mehr oder weniger an die jeweiligen Aktienindizes zu halten.

Dennoch nennen die für die UBS tätigen Autoren einer Strategiestudie Aktien, welche in den Portfolios von Grossinvestoren übermässig stark vertreten sind. Dabei vergleichen die Experten Erhebungen des Beratungsunternehmens FactSet mit der jeweiligen Indexgewichtung.

Die Goldmedaille geht dabei an die Aktien von Amazon. Keine andere Aktie wird in den Portfolios auch nur annährend so sehr bevorzugt wie jene des amerikanischen Internethandelskonzerns. Nur zur Silbermedaille reicht es dem japanischen Sumitomo Mitsu Trust, gefolgt vom Kreditkartenanbieter Visa.

Hoch in der Gunst der Grossinvestoren stehen zudem die Aktien von Medtronic, UnitedHealth Group, Amgen, Texas Instruments, Broadcom, Alphabet sowie Comcast. Was auffällt: Die Liste der UBS setzt sich fast ausschliesslich aus amerikanischen Grossunternehmen aus den Wirtschaftszweigen Technologie, Gesundheit und Finanzen zusammen. Vertreter aus der Schweiz sucht man - wen überrascht es - vergebens.

Nicht weniger interessant ist die Liste der unbeliebtesten Aktien, welche von Apple angeführt wird. Noch vor zwei Jahren stand das amerikanische Kultunternehmen weit oben auf der Liste der übermässig stark in den Portfolios vertretenen Aktien. Doch auch Exxon Mobil, AT&T, General Electric, Johnson & Johnson, Toyota, Berkshire Hathaway, IBM, Procter & Gamble und die Commonwealth Bank of Australia kommen bei den Grossinvestoren alles andere als gut an.

In Europa wird übrigens den Papieren von Nestlé die zweifelhafte Ehre der am zweitstärksten untervertretenen Aktien zuteil, was überrascht. Schliesslich gibt es im Hinblick auf die personelle Rochade an der Konzernspitze kaum eine Bank, welche die Aktien des Nahrungsmittelherstellers aus Vevey nicht zum Kauf empfiehlt. So kann man sich also täuschen...

Gerade gegen den Strom schwimmenden Anlegern liefert die Strategiestudie aus dem Hause UBS durchaus die eine oder andere Idee. Denn gerade das Beispiel des amerikanischen Kultunternehmens Apple zeigt, wie rasch eine frenetisch gefeierte Aktie bei Grossinvestoren in Ungnade fallen kann.

Erst gestern berichtete ich an dieser Stelle davon, dass die Privatanleger an der Leitbörse in New York wieder kräftig mitmischen (siehe gestrige Kolumne). Vermutlich tummeln sie sich auch bei den bei Grossinvestoren beliebtesten Aktien. Oder um es mit den Worten eines meiner regelmässigen Leser zu sagen: Mit der Börse verhält es sich wie mit einer guten Party - kommen Sie nicht zu spät und verabschieden Sie sich rechtzeitig!

***

Für ausländische Hedgefonds waren die Swatch Group und ihre Aktien in den letzten Monaten ein leichtes Opfer. Die schwache Nachfrage in den Schwellenländern liess die Warenlager des Luxusgüterkonzerns kräftig steigen, der Gewinn brach ein.

In Statistiken des Beratungsunternehmens Markit führten die Inhaberpapiere der Swatch Group denn auch regelmässig die Liste der am meisten leerverkauften Aktien an. Zuletzt liefen Wetten im Umfang von nicht weniger als 29 Prozent der ausstehenden Aktien gegen den Luxusgüterkonzern.

Scheuten die Leerverkäufer den Rivalen Richemont in den letzten Jahren wie der Teufel das Weihwasser, haben sie sich nun auch auf diesen eingeschworen. Wie ich einem Kommentar aus dem Aktienhandel der MainFirst Bank entnehmen kann, haben die Wetten gegen Richemont mit 9,5 Prozent aller ausstehenden Aktien ein neues Hoch erreicht.

Das überrascht, sind die Kursnotierungen bei den beiden Westschweizer Unternehmen doch schon seit Wochen im Steigen begriffen. Setzt sich dieser Anstieg fort, wird es ungemütlich für die ausländischen Hedgefonds. Wie mir berichtet wird, haben diese mit ihren Wetten in den letzten Tagen viel Geld verloren. Ich will nicht ausschliessen, dass sich dieser Schmerz ins Unerträgliche steigt.

 

Der cash Insider nimmt Marktgerüchte sowie Strategie-, Branchen- oder Unternehmensstudien auf und interpretiert diese. Marktgerüchte werden bewusst nicht auf ihren Wahrheitsgehalt überprüft. Gerüchte, Spekulationen und alles, was Händler und Marktteilnehmer interessiert, sollen rasch an die Leser weitergegeben werden. Für die Richtigkeit der Inhalte wird keine Verantwortung übernommen. Die persönliche Meinung des cash Insiders muss sich nicht mit derjenigen der cash-Redaktion decken. Der cash Insider ist selber an der Börse aktiv. Nur so kann er die für diese Art von Nachrichten notwendige Marktnähe erreichen. Die geäusserten Meinungen stellen keine Kauf- oder Verkaufsempfehlungen an die Leserschaft dar.